Ausgabe 
6.4.1935
 
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Plakate an neu gestrichenen Häusern.

Straßenbemalung.

Sinne eines Konzertes betrachtet und gewertet fein. Mit ihnen will man sich in das Werk des Meisters einleben, und damit wird musikalische Er­ziehungsarbeit geleistet. Ganz in diesem Sinne §nb auch die Erläuterungen zu verstehen, die Herr Siegler zu den einzelnen Teilen der Folge gab.

Im Mittelpunkt des Geschehens stand der Chor des Siegkreises selbst. Wie bei der Einstellung der Mitglieder nicht anders zu erwarten war, wurde mit Freude und viel Hingabe gesungen. Aber trotz der Erklärung des Dirigenten will es uns nicht im Geist des Gemeinschaftssingens erscheinen, daß aus dem Gesamtchor noch einmal ein kleinerer Chor herausgezogen wurde. Die vom Chor gebrachten Werke beruhten zum großen Teil auf dem Choral' schaffen des Meisters, erfreulich war, daß man mit der Bauernkantate auch den humorvollen Bach zu Worte kommen ließ. Nicht ganz geeignet erschien im Hinblick auf die Zahl der Ausführenden der Chor aus dem Weihnachtsoratorium, gesungen wurde er recht gut.

Die mitwirkenden Instrumentalisten stützten und unterstützten den Chor recht sicher, die Reinheit des Basses in der Bauernkantate war nicht immer tadellos. Die übrigen folistischen Darbietungen auf verschiedenen Instrumenten sind ebenfalls in der Hauptsache erziehlich gedacht, um eben ein abgerun­detes Bild von Bach zu geben. Herr N e b e l i n g spielte sauber und gut abgestuft auf dem Cembalo ein Stück aus dem Klavierbüchlein und ein Prälu­dium mit Fuge aus demWohltemperierten Kla­vier". Herr Kehrmann blies mit gewohnter Sicherheit eine Bouree und eine Sonate. Herr A p- penheirner brachte eine Sarabande für Cello allein zum Vortrag. Leider konnten wir die von Herrn M u r l e gespielte Chaconne für Solovioline nicht mehr hören. Ein Kapitel aus Brachvogels Wilhelm Friedemann Bach" versetzte in die Zeit, als noch der alte Kantor auf Erden weilte.

Wie schon erwähnt wurde, war freudige Arbeit aller Mitglieder des Singkreifes zu beobachten. Es ist ein hohes und schönes Ziel, musikfreudige Men­schen zu den Großen ihrer Kunst hinzuführen, da­mit das Volk ihnen nicht fremd wird. Auf welchem Weg das geschieht, ist letzten Endes einerlei. Der Singkreis bewies in seinem Bachabend, daß es ihm mit der Arbeit ernst ist.a

Abgangsprüfungen an der Gewerbe- und Maschinenbauschule.

Man berichtet uns: Am Mittwoch fanden vor der Prüfungskommission die Abgangsprüfungen an der Gewerbe- und Maschinenbauschu le statt.

Den Vorsitz bei ber Prüfung an der Gewerbe­schule führte der langjährige staatliche Prüfungs­kommissar Reg.-Baurat Kuhlmann (Gießens. Der Prüfungskommission gehörten ferner an: als Vertreter der Handwerkskammer der Göschäftsfüh- rer der Handwerkskammer-Nebenstelle Gießen und Kreisamtsleiter der NS.-Hago Pg. Schimmel, der Vorsitzende der Meisterprüfungskommission für die Provinz Oberhessen Pg. Steinhäuser (Gie­ßen), der Kreishandwerksmetster Pg. S t ü h l e r (Gießen), der Leiter des Amtes für Berufserziehung der DAF. Pg. M e r t e s, die Mitglieder der Mei- sterprüfungskommMon Maurermeister Wagner (Gießen), Maurermeister Balser (Bettenhausen), Schreinermeister K. Beil (Gießen), Zimmermeister Weigand (Pohl-Göns), der Direktor der Schule Baumeister Pg. K. R u ft, Gewerbelehrer Pg. H. Walther, Malermeister Pg. Fr. Belitz (Gie­ßen) und Lehrmeister Pg. H. S ch e p p.

Bei der Prüfung an der Maschinenbau­schule führte den Vorsitz der staatliche Prüfungs- kommissar Reichsbahnrat Pg. Nied e r stra ße r (Gießen). Die Prüfungskommission setzte sich zu­sammen aus den Herren Odering. Pg. G r a h l - mann (Gießen), Reichsbahnamtmann Obering. Hammel (Gießen), Pg. Mertes, Leiter des Amtes für Berufserziehung der DAF., dem Direk­tor der Gewerbe- und Mafchinenbauschule Obering. Pg. K. Rust (VDI), den Lehrern Dipl.-Jng. Pg. W. Brinkmann und Jng. Pg. P. T i e l m a n n.

Sämtliche Prüflinge bestanden bie Prüfung, da­von zwei an der Gewerbe- und zwei an der Ma­schinenbauschule, mit der GesamtnoteGut". So­wohl die Prüfungs- als auch die ausgestellten Semesterarbeiten fanden die vollste Anerkennung der Prüfungskommission und legten nicht nur Zeug­nis vom Können der Schüler ab, sondern stellten auch unter Beweis, daß die Schule im Sinne na­tionalsozialistischer Berufsausbildung mit Erfolg tätig ist.

(Siebener Dochenmarktpreise.

* Gießen, 6. April. Auf dem heutigen Wochen- marft kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,50 bis 1,55 Mark, Landbutter 1,42, Matte 25 Pf., Käse, das Stück 5 bis 10, Eier (inländische) 8 bis 9, Wirsing (gelb), das Pfund 15 bis 20, Weißkraut 10 bis 12, Rotkraut 20 bis 25, Gelbe Rüben 10 bis 12, Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 20 bis 25, Unterkohlrabi 10 bis 12, Grünkohl 15, Feldsalat 70 bis 80, Tomaten 40, Zwiebeln 12 bis 15, Meer­rettich 30 bis 50, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kar­toffeln 4 Pf., der Zentner 3,40 bis 3,50 Mark, Aepfel, das Pfund 30 bis 35 Pf., Honig 40 Pf. bis 1,10 Mark, junge Hähne 90 Pf. bis 1 Mark, Suppenhühner 70 bis 80 Pf., Tauben, das Stück 60 bis 70, Blumenkohl 40 bis 60, Salat 25, Endi­vien 10 bis 20, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 10, Sellerie 10 bis 40, Radieschen, das Bündel 10 bis 15 Pf.

Vornotizen.

Tageskalender für Samstag: 20 Uhr in der Volkshalle Gastspiel des Schumanntheaters. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße,Der alte und der junge König". Astoria-Lichtspiele, Selters­weg,Artisten". VDA., 20 Uhr, in der Aula, Volksdeutsche Feierstunde von Maria Kahle. Artillerieverein, 20.30 Uhr, imHessischen Hof", Mo- natsversammlung. Deutsche Stenographenschaft, Ortsgruppe Gießen, 20.15 Uhr, große Veranstaltung auf Der Karlsruhe. Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brandplatz, 16 Uhr, Führung durch die Ausstellung Krauß-München.

Tageskalenderfür Sonntag: Stadt­theater, 19.30 bis 22 Uhr,Der Vetter aus Dingsda". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße,Der alte und der junge König". Astoria-Lichtspiele, Selters­weg,Artisten". VHC. Wanderung. Ober- hessischer Kunstverein, Turmhaus an Brandplatz, 2 Ausstellung aus Gießener Privatbesitz von 11 bis 13 Uhr. Reichsbund für Leibesübungen, 14 Uhr, in der Volkshalle, Olympia-Vergleichs- Turnen. GRG., 10.30 Uhr, Flaggenhissung, 11.20 Uhr Start zum Dauerrudern.

Aus dem Stadttheaterbüro wird uns mitgeteilt: Sonntag, 7. April, 19.30 Uhr, außer Abonnement die Operette:Der Vetter aus Dingsda", von Künneke; Leitung: Hub, C u j 4 , Rabenau. Montag, 8.April, geschlossene Vor­stellung für die NS.-Kulturgemeinde, Ring Deut­sche Bühne, die Operette:Der Vetter aus Dingsda" von Künneke, Leitung: Hub, Eus 4, Rabenau.

An Häuserwänden, Zäunen usw. hängen noch zerrissene Zehen früher geklebter Plakate viel- acher Art, und schon wird vielerorts versucht, an risch gestrichenen Häusern usw. neue Plakate und Werbezettel anzukleben, oder aber auch Straßen zu bemalen.

Die Eigentümer, an deren Wänden usw. solche Rückstände hasten, werden ausgerufen, den alten Plunder restlos zu beseitigen.

Gleichzeitig rufe ich die gesamte Bevölkerung auf und ordne für die Partei und ihre Gliederun­gen an, das wilde kleben restlos zu unterlassen.

Ls gibt Gelegenheit genug, Bekanntmachungen

In Anwesenheit zahlreicher Gäste aus dem Kreise der PO. der SA., der HI., der Behörden, des Bundes Nationalsozialistischer Deutscher Juristen, des Arbeitsdienstes und verschiedener anderer Or­ganisationen wurde gestern, Freitag, vormittag auf dem Gleiberg das zweite Juristen-Schu- lungslager des BNSDJ. feierlich eröffnet. Als die zahlreichen Gäste gegen 11 Uhr auf dem Gleiberg erschienen, war die Burg in Wolken und Schnee gehüllt. Heftiger Wind peitschte um das alte Gemäuer.

Im Hofe der Burg traten die Teilnehmer des Schulungslagers junge Juristen aus der nähe­ren und weiteren Umgebung zur Flaggen- h i f f u n g an, die sich in würdiger Form vollzog. Im Anschluß daran sand man sich zur Eröff­nungsfeier im Kaisersaal der Burg ein. Ein Teil des Musikzuges der Standarte 116 eröffnete die Kundgebung mit dem Badenweiler Marsch und trug später auch mit weiteren Darbietungen zur Verschönerung der Feier bei. Als erster Redner prach der

Gauführer des BNSOI., Kurt Wirth.

Der Bund habe so führte er u. a. aus die jungen Juristen auf den Gleiberg zur Schulung berufen, damit sie sich mit solchen geistigen Dingen beschäftigen, für die sonst im Alltag wenig Zeit vorhanden sei. Vor allem gelte es, den Begriff des Rechtswahrers" ganz zu erfassen. Das Rechtsleben werde häufig genug noch von solchen Männern ge­tragen, die nicht Rechtswahrer, sondern nur Juristen seien, solche Juristen, die den Sinn der Bewegung noch nicht erfaßten, sondern sich nur auf die Autori­tät des Staates stützten. Ob diese Juristen die Ge­dankengänge Der Bewegung noch erfassen würden, bleibe dahingestellt. Deshalb werde in die junge Generation alle Hoffnung gesetzt. Die Jugend sei berufen, den Geist des Führers auch in das Rechts­leben hineinzutragen. Die Schulung solle dazu bei­tragen, daß der Gedankengang der Bewegung im einzelnen vertieft und ganz erfaßt werden könne, daß aus dem Nachwuchs der Juristen wirkliche na­tionalsozialistische Rechtswahrer würden.

Anschließend sprach im Auftrage des Reichsstatt­halters und Gauleiters Sprenger

<3auinfpefteur Heyse.

Er übermittelte die Grüße des Gauleiters und wies darauf hin, daß das Interesse des Reichsstatt­halters an diesem Lager besonders groß fei, weil

Anfang 20 Uhr. Dienstag, 9. April, 20 Uhr, zum erstenmal die Komödie:Der Nobelpreis" von Hjalmar Bergman; Spielleitung hat Wolfgang Kühne. Mittwoch, 10. April, 19.30 Uhr, Wie­derholung der Erstaufführung:Der Nobelpreis" von Hjalmar Bergman. Donnerstag, 11. April, außer Abonnement. 4. Symphonie-Konzert; aus­geführt vom Orchester des Stadttheaters Und der Militärkapelle unter der Leitung von Obermusik­meister Krauße; als Solist A. Eichhorn vom Gewandhausorchester Leipzig, Cello. Freitag, 12. April, 20 Uhr, Wiederholung:Der Nobel­preis". Samstag, 13. April, geschlossene Vor­stellung für die NS.-Kulturgemeinde, Ring Deutsche Bühne, Künnekes Operette:Der Vetter aus Dingsda"; Anfang 20 Uhr. Sonntag, 14. April, außer Abonnement 19.30 Uhr, die Operette:Der Vetter aus Dingsda".

Der Oberhessische Kun st verein teilt im heutigen Anzeigenteil mit, daß am heutigen Samstag, 16 Uhr, im Turmhaus am Brandplatz eine Führung durch die Ausstellung von Krauß- München mit einleitendem Vortrag stattfindet.

E i n liturgischer Gottesdienst zum Gedenken an I. S. Bach findet am morgigen Sonntagabend in der Stadtkirche statt. Siehe heutige Anzeige.

Vorstellung NS. -Kultugemeinde, RingDeutsche Bühn e". Die Vorstellung für Die Donnerstag -Abonnenten der NS.- Kulturgemeinde, RingDeutsche Bühne", muß wegen des Symphonie-Konzertes am Donnerstag, 11. April, auf Montag, 8. April, vorverlegt werden. Zur Aufführung gelangt Künnekes Erfolgs- OperetteDer Vetter aus Dingsda".

E i n Konzert des Bauerfchen Ge­sangvereins unter Leitung von Professor Dr. Temesvary findet am nächsten Samstag, dem 13. April, in der Aula der Universität statt. Näheres ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich.

E i n Klavierabend zu Gun st en des Gießener Studentenwerkes findet am Dienstag, dem 16. April, im Studentenhaus, Leihgesterner Weg, statt. Näheres ist aus der heu­tigen Anzeige ersichtlich.

** Arbeitsjubiläum. Die Firma Wilhelm Zimmer GmbH, in Gießen konnte wieder ein­mal ein Arbeitsjubiläum feiern. Am gestrigen 5. April waren es 25 Jahre, seit Herr Willi Hill- gärtner aus Gießen als Former bei der Firma tätig ist. Herr Hillgärtner erfreut sich allgemeiner Beliebtheit. Der Führer des Betriebes, Herr Zim­mer, beglückwünschte den Jubilar, dem von der Firma und der Gefolgschaft an seinem geschmück­ten Arbeitsplätze namhafte Geschenke überreicht wurden.

** Das Mu^eu m im Allen unb im Neuen Schloß ist am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr geöffnet.

** Stadttheater-Abonnement. Im Anzeigenteil unseres heutigen Blattes veröffentlicht die Bürgermeisterei eine Bekanntmachung über die Einlösung des 7. Abschnittes des Stadttheater-

an Anschlagtafeln und Plakatsäulen anzubringen. Auch aus dem Lande ist vielfach durch die Erstel­lung von Schaukästen und Anschlagtafeln ein­facher Art die Möglichkeit gegeben, alles, was wert ist, veröffentlicht zu werden, der Bevölke­rung zu übermitteln.

Wir alle haben die Pflicht, unsere Landschaft, unsere Straßen und unser Häuser- und Städtebild in Ordnung und Sauberkeit zu erhalten.

Die zuständigen Behörden ersuche ich, die Aktion im Rahmen ihrer Zuständigkeit zu unterstützen.

Oer Gauleiter.

er wisse, daß wir alle einmal Gelegenheit finden müßten, in der Abgeschiedenheit Stellung zu neh­men zu den Dingen um uns. Der Redner forderte auf, stets danach zu streben, bewußter National­sozialist zu sein und nicht nur in der Hochstimmung eines großen TagesHeil Hitler!" au rufen. Fei­ern und Aufmärsche sollten wohl fühlen lassen, daß es schön sei, im Dritten Reiche zu leben und ar­beiten zu dürfen, wir müßten uns aber auch stets der Aufgaben im Alltag bewußt fein. Gleichzeitig müsse eine Vereinigung zwischen dem Schwung und dem Idealismus der Bewegung und der Re­alität des Alltags geschaffen werden. Der Aufbau im Dritten Reich vollziehe sich planmäßig. Gro­ßes erlebten wir immer wieder. Um so mehr mühten wir im täglichen Leben im Geiste der Pflichterfüllung, im Geiste des Führers wirken.

Als dritter Redner der Feier sprach der

Reichsgeschästsführer des BAGOZ. Or. Heuber.

Er überbrachte die Grüße des Reichsjuristenführers Dr. Frank und gab feiner Freude über das Schulungslager auf dem Gleiberg Ausdruck. Der Versuch der Gemeinschaftslager werde allgemein begrüßt. Die Laaer sollten dazu dienen, die Auf­gabe, die der Führer Adolf Hitler den Juristen ge­stellt habe, das Recht zu erneuern, verwirklichen zu helfen. Dieser Aufgabe müsse man sich jeden Tag bewußt sein. Ein wesentlicher Grundzug im Nationalsozialismus sei die Gemeinschaft und ihre Forderung. Ein deutsches Recht aus unserem Volke zu finden und zu gestalten, habe die Voraussetzung der Verbundenheit mit dem Volke. Nur unter dieser Voraussetzung könne die Aufgabe, die der Führer den Juristen stellte, gelöst werden. Wenn hier die jungen Juristen im Lager Zusammenleben, so gelte es weniger große geistige Leistungen zu vollbrin­gt, als eben Zusammengehörigkeit zu erleben. Wenn dies das Ergebnis des Lagers sei, dann sei auch der Erfolg gewiß. Wir seien, so schloß der Redner, die Vorkämpfer des Führers auf dem Ge­biete des Rechts. In diesem Geiste möge das Lager eröffnet fein und in diesem Geiste feinen Verlauf nehmen.

Mit dreifachemSieg-Heil!" auf den Führer Adolf Hitler und mit dem gemeinsam gesunge­nen ersten Vers des Horst-Wessel-Liedes fand die Feier ihren Abschluß. Im Anschluß daran nahmen die Gäste an einer Besichtigung des Lagers teil.

Abonnements. Interessenten seien besonders da­rauf hingewiesen.

** Liebig-Museum. Am morgigen Sonn­tag ist das Liebig-Museum von 11 bis 12 Uhr bei freiem Eintritt geöffnet.

** Die Ausstellung von Schülerin- nen-Arbeiten der hauswirtschaftlichen Fach­schule des Alicevereins wird in unserem heutigen Anzeigenteil der Oeffentlichkeit in Erinnerung ge­bracht. Näheres in der Anzeige.

** Diebstahl. In der Nacht zum gestrigen Freitag wurden aus einem Garten im Eichgärten- aelände zwei Dompfaffe (ein Pärchen) durch Dieb­stahl entwendet. Die Straftat wurde der Polizei an­gezeigt, die Nachforschungen sind im Gange. Wer über den Verbleib der gestohlenen Vögel Auskunft geben kann, wird gebeten, seine Wahrnehmungen der Polizei mitzuteilen, damit der bestohlene Vogel­züchter, der einen schweren Daseinskampf zu führen hat, wieder in den Besitz feines Eigentums gebracht werden kann.

** Wer kann in dieser Sache Aus­kunft geben? Ein Leser unseres Blattes über­mittelt uns folgende öffentliche Anfrage: Wer kennt die Erzählung (Sage?), daß Philipp der Großmütige nach feiner Rückkehr aus der fünfjäh­rigen Gefangenschaft zu Mecheln im Jahre 1552 an her Grenze feines Landes (bei Bromskirchen- Somnlar» unter einer dicken Eiche nr hcifniete und Gott für seine Befreiung dankte? Wo stand (oder steht) die Eiche? Antwort an die Schriftleitung desGießener Anzeigers" in Gießen erbeten.

Kundgebung der O-AZ. in £td).

? Lich, 6. April. Am gestrigen Freitagabend veranstaltete bie Ortsgruppe ßid) derDeut° fchen Arbeitsfront in der Turnhalle eine öffentliche Kundgebung, die einen außerordentlich guten Besuch aufwies. Nach einleitenden, von der Kapelle der Freiw. Feuerwehr Lich gespielten Mär­schen, dem Einmarsch der Fahnen und kurzen Be­grüßungsworten des Ortsgruppenamtsleiters der DAF., Pg. Schwab, sprach der stellvertretende Kreiswalter der Deutschen Arbeitsfront, Pg. Hahn (Gießen). In feinen Ausführungen ging der Red­ner davon aus, daß wir in einer Zeit der Umge­staltung und Umbildung des politischen, wirtschaft­lichen und kulturellen Lebens stünden. Alle von früher her bestehenden Formen würden einer Prü- Ung unterzogen, neue Werte entstünden aus diesen chöpferischen Methoden einer neuen Weltanschau­ung. Es gelte einen neuen, im Nationalsozialismus gefestigten Menschentyp zu schaffen. In dem unge­heuren Schwung dieses weltanschaulichen Geistes werde das Morsche und Veraltete hinweggeräumt werden, nur so konnten wir Ziel, Fundament und Richtung-für kommende Generationen geben. Das Wesen der nationalsozialistischen Weltanschauung könne nicht studiert, sondern müsse empfunden wer­den, ihr Ziel sei die endgültige Beseitigung aller Verfallserscheinungen auf politischem, wirtschaft­lichem und kulturellem Gebiet. Der Redner befaßte sich dann nach grundlegenden Gedanken über Ar­beit und Leistung mit dem Gesetz zur Ordnung der

Volksgenosse!

Mit dem NGV.-Opferbuch

wird im Rahmen der NS.-Volkswohlfahrt der Ge- undhelt des deutschen Volkes gedient. Durch Spenden, die in das Opferbuch eingetragen werden, können spätere Generationen sehen, was in der Zeit des Umbruchs für die Volksgesundheit geopfert wurde, hilf beherzt und kräftig mit an dieser edlen Tat zur Arterhaltung deiner Nach­kommenschaft!

Kreisamtsleitung der NSV. Gießen.

nationalen Arbeit. Der Betrieb sei früher zum Selbstzweck geworden, in dem sich alle Schattierun­gen der Gewinnsucht austoben konnten. Das sei i)eute verschwunden, die soldatischen Tugenden kom­men wieder zu Ehren beim Wirtschaftsführer und bei der Gefolgschaft. Der Wirtschaftsführer dürfe nicht nur Vorgesetzter fein, sondern müsse die Fähig­keit besitzen, anzusühren und wie ein Vater in der Familie für das Wohl der Gefolgschaft sorgen. Ein neues Verhältnis von Mensch zu Mensch müsse ge- unden werden. Nicht eigene Initiative soll unter­bunden werden, sondern die Grenze sei dort zu ziehen, wo sie sich schädlich für die Volksgemeinschaft auswirke. Ein neues Ethos der Arbeit müsse ge= chaffen werden, der Arbeiter, ganz gleich, wo er stehe, wieder stolz darauf sein, deutscher Arbeiter zu sein. Im Reiche Adolf Hitlers sei der Arbeiter vollwertiger Volksgenosse; nicht nach dem Herkom­men, sondern nach seiner Leistung und nach seiner Einstellung zur deutschen Volksgemeinschaft werde jeder Volksgenosse gewertet. Am Schlüsse seiner Ausführungen sprach Pg. Hahn über die Entwick­lung. die die Welt nach dem Schandfrieden von Versailles genommen hat. Das neue Deutschland habe stets seinen Friedenswillen bekundet, aber es fordere einen Frieden der Ehre und der Gleichbe­rechtigung. So sei auch die Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht gleichbedeutend mit der Proklamation der deutschen Freiheit und Unab­hängigkeit. Mit einer Huldigung und einem Irene« gelohnte zu unserem großen Führer Adolf Hitler schloß der Redner seine mit Begeisterung aufge­nommene Ansprache. Nach Dankesworten an den Redner schloß der Ortsgruppenamtsleiter Schwab mit dreifachem Sieg-Heil, denen sich das Deutsch­landlied und das Horst-Wessel-Lied anschlossen, die Kundgebung.

Brandfeiertag in Bettenhausen.

oo Bettenhausen, 6. April. Der Himmel hatte es. uns gestern leicht gemacht, mitten in der Woche einen halben Tag zu feiern: er hatte Feld und Flur winterlich weiß eingehüllt, als wir uns anschickten, die Erinnerung an den großen Brand von Bettenhausen am 5. April 1 6 3 5 zu begehen. In sonntäglicher Arbeitsruhe und Stille lagen die Straßen da, in denen vor 300 Jahren das grause Geschehen sich vollzog. Vom Kirchturm, dem einzigen noch vorhandenen Zeugen jener Tage, grüßten die deutschen Fahnen und bas weiße Banner mit dem violetten Kreuz.

Dann sammelte sich die Gemeinde zum Gedächte nisgottesdienst. Leider konnte der Gesang­verein nicht auftreten, da unser Dirigent erkrankt war. Dafür fang die Gemeinde lauter Lieder, die in der Schreckenszeit des Dreißigjährigen Krieges entstanden sind.

Die Gedächtnispredigt stellte uns unter das Bibel­wort Psalm 66,12:Herr, du hast Menschen lassen über unser Haupt fahren; wir sind in Feuer und Wasser gekommen; aber du hast uns ausgeführt und erquickt." In zwei Teilen handelten die Ausfüh­rungen erstlich von dem grauenhaften Schicksalen der Väter, sodann von den gottgewirkten Kräften, die ihnen den Wiederaufstieg aus tiefem Verderben ermöglichten. Für die Schilderung der Ereignisse vor 300 Jahren sei auf den Aufsatz in Nr. 14 der Heimat im Bild" des Gießener An­zeigers" vorn 4. AprilWeibliche Handarbeiten in Bettenhausen" verwiesen. Nur folgendes sei zur Ergänzung angefügt: Bettenhausen war vor dem Kriege ein wohlhabendes Dorf gewesen, das 43 Fa­milien, d. h. etwa 220 Einwohner zählte. Bis zum Jahre 1639 erlitt es durch Hunger, Seuche, Pest, Mord und Landflucht derartige Verluste, daß nur noch ein Häuflein von etwa 50 Köpfen in 10 Fa­milien ein elendes Leben fristete, die mündliche Ueberlieferung im Dorfe weiß noch heute von der Not einer Frau jener Tage zu erzählen:Buhls Krein" (Katharina) flüchtete mit ihrem Kindlein nach Lich, um sich hinter dessen schützenden Mauern zu bergen. Aber sie wurde dort abgewiesen und wanderte in ihrer Angst um ihr und des Kindes Leben bis zur Residenz ihres Landesherrn, nach Braunfels. Dort fand sie Aufnahme und Rettung."

Der zweite Teil der Gedächtnispredigt handelte von den Kräften, die der Allmächtige unseren Vätern gab, daß sie wieder sich erheben und den Wieder­aufbau ihrer zerstörten Heimat vollbringen konnten. Das war erstens bie gefunbe bäuerliche Urkraft, bie wie eine Naturgewalt aus biefen heimatlieben- ben Menschen hervorbrach. Sie offenbarten in ber Kraft Gottes ein Helbentum, bas ber schlagende Beweis bafür ist, baß ein gefunbes Bauerntum unbesieglich ist. Das war sobann ber fruchtbare Ackerboden, ber zähem Fleiß ben Lohn nicht ver­sagte. Wohl ward Unkraut unb wildes Gesträuch in langen Kriegsjahren auf ben Acker geflogen. Aber ber in biefem Dorfe von jeher heimische rast­lose Fleiß hatte ben Boben balb roieber kultiviert. Es war ferner eine Fügung bes Himmels, baß bie wilden Raubscharen ber Kriegszeit ben Walb ganz unversehrt gelassen hatten. Es ist, als ob selbst in jenen Morobanden noch ein Rest geschlummert hätte von ber urgermanischen Ehrfurcht vor dem Heiligtum bes Walbes. Dazu kam eine gerabezu erstaunliche Fruchtbarkeit ber Ehen. Gegen bas Jahr 1700 betrug bie Einwohnerzahl schon wieber etwa 200. Also waren in zwei knappen Menschen­altern bie Verluste bes großen Krieges fast ein­geholt.

Nicht vergessen werben barf bie großzügige Tätig­keit ber Braunfelser ßanbesregierung. Jene halb­verwehte Sage von berBuhls Krein" bebeutet ja einen Niederschlag ber lanbesväterlichen Für­sorge, mit ber man sich ber brangfalierten Unter­tanen annahm. Daß babei zuweilen auch mit eiser­ner Strenge durchgegriffen werden mußte, ist bei jenen verwilderten Zeiten fast selbstverständlich.

Endlich aber half den Vätern vor allem bie seelische Kratt, um berentwillen all das Grauenhafte erlitten wurde, der Glaube. Sie verloren alles, aber als endlich Friede ward, war der Kampfespreis, wenn auch unter unausdenkbaren Opfern, gerettet: der evangelische Glaube. In seiner Kraft gingen die Besten ans Werk und ließen ihre Heimat n-i er­stehen.

Diesem Heldentum einer deutsch-evangelische« Bauernschaft galt unsere gestrige ErttmerrmgsftzLe«.

Änsteu-Schuluugslager auf dem Gleiberg.

Feierliche Eröffnung.