Oberheffen.
Erhebung des Dorfes Lich zur Stadt
— Lich, 4. Dez. Gestern abend wurde in feierlicher Sitzung der Ratsherren unter dem Vorsitz des Bürgermeisters der zweite Beigeordnete unserer Stadt, Ortsgruppenleiter Karl Kuhn, in sein neues Amt eingeführt und vereidigt.
Bei der Einführung der neuen Gemeindeordnung galt es für unsere Gemeinde urkundlich nachzuweisen, daß Lich von altersher Stadt- rechte besitzt und infolgedessen die Gemeinderäte den Titel Ratsherren führen dürfen. Dieser Titel Ratsherr kommt bekanntlich in den alten Kirchenbüchern in früheren Jahrhunderten häufig vor. Der urkundliche Nachweis der Erhebung der Gemeinde Lich zur Stadt wurde auf Grund einer im hiesigen Fürstlichen Archiv liegenden Urkunde vom 10. März 1300 geführt. Durch diese Urkunde wurde die der Gemeinde Lich von Rudolf von Habsburg bereits zehn Jahre vorher dem damaligen Landesherrn von Lich, Werner von Falkenstein, verliehene Stadtgerechtigkeit bestätigt. Bürgermeister Geil veranlaßte, daß diese Urkunde photographiert wurde. Die Photographie soll demnächst im neuen Sitzungssaale der jetzigen Bürgermeisterei (früheres Amtsgericht) aufgehängt werden.
Die Urkunde hat, in die deutsche Sprache übersetzt, folgenden Wortlaut: „Albrecht, von Gottes Gnaden römischer Kaiser allzeit Mehrer des Reiches, entbietet feinem getreuen Diener Philipp von Falkenstein seine Gnade und alles Gute. Deinem An-« suchen geneigt und in der Absicht, gus königlicher willfähriger Gesinnung dir eine besondere Gunst zu erweisen, erteilen wir dir durch Gegenwärtiges die Ermächtigung, gestützt auf unsere wohlwollende Zustimmung, dein Dorf Lich zu einer Stadt zu erheben, und verleihen ihr in Gnaden und ihren Einwohnern, Gegenwärtigen und Zukünftigen, als Beweis unserer Allerhöchsten Gewogenheit das Recht einer Bürgergemeinde und schenken ihr alle Freiheiten in vollem Umfang, wie sie andere Städte des Reichs und ihre Einwohner besitzen, wobei uns und unseren Nachfolgern vor allem die Gewalt vorbehalten bleibt, solches Recht und solche Freiheiten wieder aufzuheben, wenn das Bestreben, gegen wen es auch sei, darauf gerichtet sein sollte, Unsere erwähnte Vergünstigung vielleicht zum Nachteil anderer Städte des Reichs zu wenden. Zur Beglaubigung dessen erteilen wir diese Urkunde, verbrieft mit unserem Kaiserlichen Siegel. Gegeben zu Heilbronn im Jcrhre eintausend dreihundert, am sechsten Tage vor dem Jdus des März, im zweiten Jahre unserer Regierung."
Landkreis Gießen.
00 Klein-Linden, 4. Dez. Arn Dienstag-1 abend fand in dem weihnachtlich geschmückten Saale |
der Kleinkinderschule die Adventsfeier der evangelischen Frauenhilfe statt. Mit viel Liebe und Sorgfalt hatten die beiden Schwestern der Schwesternstation die Feier vorbereitet. Gedicht- und Ehorvorträge von Mitgliedern und deren Kindern wechselten mit gemeinsamen Gesang der alten Adventsweisen. In seinem Schlußwort dankte Pfarrer König als Vorsitzender der evangelischen Frauenhilfe allen Mitwirkenden für ihre Darbietungen. Die Kollekte des Abends fließt in die Kasse der Kleinkinderschule.
* Leihgestern, 5. Dez. Bei der Arbeit zog sich der 17 Jahre alte Heinrich Krieck von hier so erhebliche Verletzungen am Knie zu, daß er nach Gießen in die Klinik verbracht wurde.
* Lang-Göns, 4. Dez. Der am Sonntag von den Handwerksmeistern, Gesellen und Lehrlingen vorgenommene Verkauf der Edel st einrose tten erbrachte in unserem Dorfe den schönen Betrag von 157 RM.
§ Dau bringen, 4. Dez. Bei der hiesigen B ü ch s e n s a m m l u n g für das Winterhilfs- w e r k wurden die Achatabzeichen restlos abgesetzt. Es kamen insgesamt 20 Mark zusammen.
8 A l t e n - B u s e ck, 4. Dez. Am gestrigen Dienstagabend fand hier im Saale von PH. Einhäuser eine gut besuchte Versammlung der Deutschen Arbeitsfront statt. Zunächst sprach Pg. Adam von der DAF. über die Pflichten, Rechte und Vorteile der Mitglieder der Deutschen Arbeitsfront, wobei er die Zuhörer aufforderte, geschlossen in die DAF. einzutreten. Anschließend sprach Kreisschulungsleiter Jung von der DAF. über die Entwicklung des Wirtschaftslebens von der Zeit unserer ältesten Vorfahren bis zur Gegenwart. Als Ergebnis feines interessanten Vortrages stellte er in eindrucksvoller Weise die hohen Ziele und den reichen Ideengehalt der Deutschen Arbeitsfront und des nationalsozialistischen Staates heraus. Nach Dankesworten des Ortswalters Wagenbach für die mit großem Beifall aufgenommenen Reden wurde die Versammlung in üblicher Weise ge- chlossen.
wg. Großen-Buseck, 4. Dez. Die Stra - ßensammlung für das WHW., die am Vorigen Sonntag von den Handwerkern urib Beamten durchgeführt wurde, erbrachte insgesamt 83,31 Mark. Davon entfallen auf Großen-Buseck 52,26 Mark, Burkhardsfelden 20,85 Mark und auf Oppenrod 10,20 Mark. — Nachdem durch Eintritt der Schüler und Schülerinnen unseres Ortes in die Hitler-Jugend die Voraussetzungen erfüllt waren, wurde dieser Tage die Fahne der HI. über unserer Schule gehißt. Nach voraus- gegangenem Frühsport traten die Schüler und Schülerinnen zu der Feierstunde an, die von Jung
volk und Jungmadeln mit Gesang, Gedichtvorträ- gen und Sprechchören eingeleitet wurde. Rektor Inderthal und Ortsgruppenleiter Bürgermeister R e b h o l z hielten kurze Ansprachen, die der Bedeutung dieser Feierstunde gerecht wurden. Dann wurde die Fahne der HI. feierlich gehißt. Mit dem Sieg-Heil auf den Führer und dem Gesang des Horst-Wessel-Liedes fand die Feier ihren Abschluß.
* Oppenrod, 5. Dez. Unser Mitbürger Wilhelm Brück, Zimmermeister, wird am 7. Dezember 7 0 Jahre alt. Lange Jahre gehörte der Jubilar der früheren Gemeindevertretung als Gemeinderat und zuletzt als Beigeordneter an.
* Grünberg, 5. Dez. Der wegen des Kuh- diebftahls in Lang-Göns von der Gendarmerie in Grünberg verhaftete und in das Grünberger Amtsgerichtsgefängnis eingelieferte Lang-Gönfer Einwohner G., der den Diebstahl der Kuh eingestand, hat gestern vormittag im Amtsgerichtsgefängnis in Grünberg einen Selbstm'ordversuch durch Oeffnen der Pulsadern unternommen. Die Tat wurde jedoch schnell entdeckt, und dem Manne konnte rechtzeitig ärztliche Hilfe gebracht werden. Nun ist der Verhaftete in das Landgerichtsgefängnis in Gießen eingeliefert worden.
)( L > ch, 5. Dez. Zu dem gestrigen Bericht über die Wiederher st ellung der Seitenkapelle der Marienstistskirche wird von zuständiger Stelle ergänzend mitgeteilt: Die Ausmalung der Kapelle ist nicht durch Kirchenmaler V el t e - Darmstadt, sondern durch Kirchenmaler K i e n z l e - Eberstadt bei Darmstadt erfolgt. Derselbe Kirchenmaler hat auch bei der Wiederherstellung der Nachbarkirchen Birklar, Nieder-Bessingen, Langsdorf und Bettenhausen mitgewirkt. Die Kosten der Wiederherstellung der Seitenkapelle wurden nicht aus dem Kirchenerneuerungsfonds, sondern aus laufenden Mitteln, sowie durch Stiftungen aufgebracht. Auch der Hessische Staat hat sich durch einen Zuschuß beteiligt, ein weiterer Zuschuß wurde in Aussicht gestellt. Bei der Landeskirche ist ebenfalls ein Zuschuß nachgesucht worden. Die Wiederherstellung ist noch nicht beendet. Die Fenster und Türen werden ebenfalls erneuert. Die Beleuchtungskörper find von den beiden Frauenhilfen unserer evangelischen Gemeinde gestiftet worden. Die weitere Ausstattung des Raums erfolgt, sobald die nötigen Mittel zur Verfügung stehen. Die Kapelle soll nach ihrer völligen Wiederherstellung und Bestuhlung für kleinere Taufen und Trauungen, später nach Wiederherstellung der Kirche, als Sakristei benutzt werden. Es sollte vor allen Dingen der Gemeinde die Anregung gegeben werden, unablässig an der Wiederherstellung der Kirche weiterzuarbeiten und dafür die nötigen Mittel im Kirchenerneuerungsfonds zu sammeln. 50 Gemeindeglieder und die beiden Frauenhilfen 1 und 2 arbeiten seit Jahren durch regelmäßige Beiträge an der Ansammlung eines Kirchenerneuerungsfonds, der bereits die Höhe von 3400 Mark erreicht hat.
Kreis Schotten.
□ ßaubad), 4. Dez. Am Sonntag führte die hiesige Kriegerkameradschaft ein Opfer, schießen für das Winterhilfswerk durch. Die Beteiligung war in Anbetracht des sehr schiech, len Welters zufriedenstellend. Es wurden 44 Serien geschossen, je Serie drei Schuß stehend freihändig mit Kleinkaliber auf 50 Meter Entfernung. Die erzielten Resultate waren sehr gut. Es schossen: Hugo Weber 34, Gg. Tr öl ler 32, Hch. Wahl 31, Bürgermeister Otto Högy 30, Hch. Aug. Stengel 29, Forstmeister Zimmer 28 und Fr. Rud. S i l ß 28 Ringe. — Bei einem Kameradschaftsabend d e s Arbeitsdankes sprach am Samstagabend im „Solmser Hof" der Bezirksobmann 2/22, Feldmeister H a n ß , über die Einrichtung und Bedeutung des Arbeitsdankes, dein die Betreuung der ausgeschiedenen Arbeitskameraden obliegt. Die klaren Ausführungen des Redners wurden mit großem Beifall ausgenommen. — Am Samstagabend fand im Hotel „Schützenhof" die Jahreshauptversammlung und der Kameradschaftsabend der ehemaligen 116er unter dem Vorsitz des Kameradschaftsführers Heinrich Wahl statt. Nach seiner Begrüßungsansprache, die in einem rückhaltlosen Bekenntnis zu Führer, Volk und Vaterland gipfelte, gedachte er der Toten des Weltkrieges unb der Bewegung, sowie des kürzlich verstorbenen früheren Regimentskommandeurs der 116er Exzellenz von Madai. Aus dem sodann erstatteten Geschäftsbericht war ein günstiger Kassenbestand zu ersehen. Kamerad Tröller sprach anschließend über die Kriegsgräberfürsorge und gab eine Werbeschrift bekannt, die die Unterhaltung der Patenfriedhöfe von Anloy und Maissin zum Gegenstand hat. Die Kameraden wurden weiterhin aufgefordert, neue Mitglieder zu werben. Der Kameradschaftsabend wurde nach dem Sieg-Heil auf den Führer mit dem Gesang der beiden Nationalhymen geschlossen.
Kreis Alsfeld.
A Alsfeld, 4. Dez. Heute fand hier eine Zuchtviehverfteigerung der Landesbauernschaft Hessen-Nassau, Hauptabteilung II, Tierzuchtamt Gießen, statt, die sich eines sehr starken Zu- spruchs von Käufern aus allen Teilen Oberhefsens erfreute. Es standen zur Versteigerung 55 Bullen und 52 Eber. Es wurden durchweg gute, als normal zu bezeichnende Preise erzielt. Die Preise für Bullen bewegten sich zwischen 500 bis 1200 Mark. Den höchsten Preis erbrachte ein Bulle mit 1240 Mark. Die Preise für die versteigerten Eber bewegten sich für Landschweine von 150 bis 200 Mark, für deutsche Cdelschweine zwischen 200 unb 300 Mark. Während ber Verkauf ber Bullen flott war, blieb bei der Eberoersteigerung ein lieber« stand von 23 Stück. Bei der Versteigerung bewährte sich die von ber Stadt Alsfeld errichtete Unterstell- Halle für das Marktvieh sehr vorteilhaft.
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