Kapitän kircheiß über feine Zorschungssahrten
Wirken er in
Er erinnerte
Nachdruck verboten!
2. Fortsetzung.
und
spät
ihre hob.
lands diesen In
Er zwang, sich, unbefangen zu erscheinen. „Aber Annelies, was machst du denn hier so
Kap tön Kirchei"
zunächst an seine große Weltumsege- auf einem kleinen Kutter hinter sich
Teil seines Vortrages.
einem prächtigen und sehr aufschlußreichen den der Redner selbst ausgenommen hatte.
dich wirklich nicht so viel deinen Gedanken hingeben, Annelies. Das ist nicht gut. Man muß doch einmal fertig zu werden suchen mit dem, was hinter einem liegt. Und gerade ein solcher Abend ist ganz und gar nicht dazu angetan."
Sie gab keine Antwort. Günter trat zu ihr heran. Seine Hand streifte leise die ihre, als er sich aus dem Fenster beugte.
„Es ist wirklich kein sehr tröstlicher Abend. Nicht ein einziger Stern steht am Himmel."
„Doch", widersprach sie, und bog seine Schulter leicht mit der Rechten zur Seite. „Dort drüben — siehst du? — gerade über der Brücke. Es ist die Venus. Ich habe lange suchen müssen, bis ich sie fand."
Jetzt entdeckte auch Günter das nur ganz schwach im Abenddunst flimmernde Gestirn.
„Wirklich, da ist sie. Du liebst sie, ich weiß. Vielleicht finde auch ich noch den Stern, den ich liebe. Möchtest du mir das wünschen?"
Er hatte sich ihr zugewandt. Aber sie foh an ihm vorüber durch das Fenster. In ihren goldbraunen Augen stand Der leise Widerschein des blassen Mondlichtes.
„Möchtest du mir das wünschen, Annelies?" wie- derholte Günter.
Ihre schmalen Schultern schienen noch schmaler zu werden.
„Ich wünsche es dir von ganzem Herzen", erwiderte sie mit einer Stimme, die gewaltsame Anstrengung verriet.
Günter griff nach ihrer herabhängenden Rechten und umschloß sie mit beiden Händen. Sie hielt die Augenlider gesenkt. Ihr weiches, kastanienbraunes Haar, das in einem warmen Goldton schimmerte, wenn die Sonne darauf schien, war dicht vor seinen Augen. Wo war heute das goldene Licht, das diesem herrlichen Braunhaar sonst einen so besonderen Reiz verlieh? Durfte er es in dieser Stunde nicht sehen, weil es nicht für ihn da war?
Es ist alles nur halb in meinem Leben!, dachte er. Aber war es nun nicht endlich genug der Halbheiten und der Entschlußlosigkeit?
(Fortsetzung folgt!)
lung, die er ...
brachte,- eine Reise, die er aus nationalen Gründen unternahm, indem er es sich zur Aufgabe gemacht
Nicht müde werden, Annelies?
Vornan von Bernhard Lonzer.
Urheberrechtsschutz: Auswärts-Verlag, Berlin.
„Sie hat mir noch geholfen, die Kartoffeln zu reiben, dann ist sie gegangen."
Günter erhob sich. . .,, _ . .
„Das arme Kücken! Leicht hat sie s nicht. Sei du nur immer gut zu ihr."
„Das bin ich doch auch. Man muß sie doch gern haben." . .
Günter legte der alten, treuen Dienerin den Arm um die Schulter.
„Bist ein guter Kerl, meine alte Kathrin!
Glückstrahlend sah sie zu ihm auf.
Wenige Augenblicke danach trat Günter aus der hinteren Haustür. Vor ihm lag im dunstigen Dunkel der alte, parkähnliche Garten, der sich weit in die Tiefe erstreckte. Die feuchte Luft war schwer vorn Geruch der Erde, schwer von dem bedrängenden Atem des Frühlings. Man sah kaum die nächsten Bäume und Sträucher mit ihrem jungen, frischen Grün in dem verschwommenen Abenddunkel. Die Tiefe des Gartens war nur zu ahnen, wie eine lockende Welt der Geheimnisse. Aber dicht neben Günter leuchtete matt das goldgelbe Blütengehänge der Forsythia.
Er beugte sich über die Blütensterne, behutsam legte er die Hand unter das traubenförmige Gold- qehänge. Da lag nun all die junge Schönheit des weiten Gartens verborgen im Abenddunft, wie in weiter unerreichbarer Ferne — hier aber, ganz nahe leuchtete ihm in scheuer, aber eindringlicher Schönheit ein stilles Blütenwunder War es im Leben nicht auch so? Hielt bie Welt nicht manches Ersehnte und Erträumte in unerreichbaren Fernen? Sollte man nicht das nahe Muck, das scheu wie eine junge Blüte im Morgenlicht wartete, mit bei- den Händen umschließen und festhalten für alle Ewigkeit?
Es hatte einmal eine Zeit gegeben, da er das Glück seines Lebens gefunden zu haben meinte. Aber das war zerflattert und verweht wie ein welkes Blatt im Herdstwind. War das eigentlich schon sehr lange her? Ihm schien es, als ob ein Menschenalter seitdem vergangen wäre. Es beunruhigte nicht mehr, wenn man einmal daran dachte, also war es wohl nur ein erster, flammender Iugend- rausch gewesen. Es war wohl gut so, daß das nur eine Episode gewesen war — vielleicht würde sich sehr bald eine verhängnisvolle Ernüchterung eingestellt haben.
Noch einmal beugte Günter sich über die leuchtenden Blütensterne. Sie schienen das ganze Licht des Tages in sich hineingesogen zu haben, das sie nun mit mildem Strahlen wieder von sich gaben — wie ein Mensch, der voll von Sonne und Herzenswärme ist und seinen Mitmenschen leuchtet in der quälenden Enge dunkler Stunden. Dann richtete er sich auf, um nach Annelies zu sehen.
Er ging den breiten Mittelweg entlang, der bis zum hinteren Ende des Gartens führte. Seltsam schwer hoben sich die alten Bäume in den Abenb- himmel. Das grüne Blattwerk der Sträucher erschien in dem sternlosen Dunkel fast schwarz Und darüber schwamm der blasse, vergrämte Mond. Als ob gefrorenes Licht haltlos und irr zwilchen Him- mel und Erde schwebte, sah es aus. Und doch war dieser Mond vielleicht morgen schon wieder voll von Licht, übervoll, so übervoll, wie nur em Menschenherz sein kann.
Nirgends sah Günter etwas von Annelies. Es wäre das einfachste gewesen, nach ihr zu rufen Wie fcbön mußte es sein, wenn ihre warme Stimme von irgendwoher aus der kühlen Unsichtbarkeit Antwort gab! Aber ihm war, als durfte er nicht rufen Schlafwandelnde soll man nicht anrufen — und wie eine Schlafwandelnde mochte Annelies sich wohl wieder einmal in ihre Gedanken emgespon- n-n haben Wenn sie wirklich im Garten war, tonnte man sie nur an ihrem Lieblingsplatz suchen, in dem Turm am hinteren Ende des Gartens.
Günters Schritte wurden lebhafter, während er die beträchtliche Tiefe des Gartens durchmaß Wie ein zackiger Schattenriß tauchte endlich das Turm- qemäuer vor ihm auf. Der Garten wurde von einer breiten aus mächtigen Quadern gefugten Mauer
hatte, gegen die Kriegsschuldlüge zu sprechen Seine zweite Reise aber — die der Redner in den Mittelpunkt seiner Ausführungen stellte —, galt mehr wirtschaftlichen Gesichtspunkten, und zwar wollte er sich einen Ueberblick verschaffen über die Art und Weise, ih der in anderen Ländern, bei anderen Völkern, die Schätze des Meeres gehoben werden. Zu diesem Zweck hatte er eine Fahrt unternommen, die ihn an die Polarkreise führte An Hand aufschlußreicher Zahlen wies der Redner darauf hin, daß wir in Deutschland bemüht sein müßten, mit allen Mitteln Abhängigkeiten auf Rohstoffmärkten, insbesondere hinsichtlich der Textilrohstoffe und des Fettes unabhängiger zu werden. Die Fahrt, die Kapitän Kircheiß zunächst an den Südpolarkreis führte, galt aus diesem Grunde zunächst der Erkundung über die Möglichkeiten des Walfischfanges.
Er wies dabei zunächst auf die große Bedeutung des Walöles hin, das in vielfältiger Hinsicht Verwendung finden könne und fast täglich auch von uns verwandt werde, sei es in Der Form der Margarine ober in der Hautcreme. Das Walöl sei eines der wertvollsten Oele, besonders, weil es nicht ranzig werde, und jahrelang aufbewahrt werden könne. Deutschland zähle zu den größten Walölverbrau- chern, ohne auch nur einen einzigen Walfischfänger zu besitzen. Seine (des Redners) Bemühungen seien deshalb darauf hinausgelaufen, für einen deutschen Walfischfang die notwendigen Voraussetzungen zu schaffen und die Reichsregierung für die Pläne, Walfischfang einzurichten, zu gewinnen. Seine Bemühungen seien bei der Regierung des Dritten Reiches denn auch von Erfolg gewesen. Entsprechende Schiffe (Kochschiff und Fangboote) befänden sich bereits im Bau. Im Jahre 1936 werde damit zu rechnen sein, daß Deutschland Walfischfänger in die Weltmeere schicken könne/ Walöl stelle das billigste Oel dar, um so mehr, da ja das Weltmeer überall, außerhalb der Hoheitsgebiete, für jedes Volk als Fanggebiet frei sei. Walfleisch sei von gutem Geschmack, ähnlich dem des Rindfleisches.
In seinen weiteren Ausführungen schilderte der Redner bann bie Walfangtechnik und wies dabei auf die Erfindung von Prof. Weber, eines Deutschen, hin, die es gestatte, Wale auf elektrische
edjoiun gegen Den löcjctjeiO Des ttreisamis Scholten vom 14. Juni 1935 wegen Versagung der Legi- timationskarte für 1935 Kj.; 7 Klage des Nathan Katz in Schotten gegen den Bescheid des Kreisamts Schotten wegen Versagung der Legitimationskarte für 1935 Kj.: 8. Klage des Salo Stern in Schotten gegen den Bescheid des Kreisamts Schotten vom 3. Mai 1935 wegen Versagung des Wandergewerbescheins für 1935 Kj.
Schöffengericht Gießen.
Gegenstand der gestrigen Sitzung, die sich bis in die späten Abendstunden hinein erstreckte, war der Unfall, der sich in der Nacht vom 20. zum 21. Mai bei Nieder-Weisel ereignete, und dem zwei Menschenleben zum Opfer gefallen sind. Der in Nauheim wohnhafte Dr. Ludwig Baur machte am Abend des 20. Mai in Begleitung seiner Frau und einer Bekannten eine Autofahrt. Sie begaben sich zunächst nach Butzbach, wo in einem dortigen Lokal kurze Rast gemacht wurde. Darauf ging die Fahrt weiter nach Münzenberg, wo man ebenfalls einkehrte. Nachdem man schließlich in Lich angenommen war, fuhr der Angeklagte wieder zurück
iiuui n^Hvaa), wo er nochmals Hali machte. Etwa S24 Uhr fuhr der Angeklagte zurück nach Bad-
eim. Unmittelbar hinter Nieder-Weisel verlor er infolge verkehrswidrigen Fahrens die Herrschaft über seinen Wagen und stieß mit einem jungen Mann aus Pohl-Göns, der mit seinem Motorrad, auf dem noch ein junges Mädchen Platz genommen hatte und aus entgegengesetzter Richtung kam, zusammen. Während das Mädchen sofort tot war, verstarb der Motorradfahrer an schweren Verletzungen einige Tage später im Krankenhaus zu Nieder- Weisel.
Nach eingehender Beweisaufnahme beantragte der Vertreter der Anklage eine Gefängnisstrafe von 10 Monaten. Nach Auffassung des Staatsanwalts stand der Angeklagte in jener Nacht unter dem Einfluß des Alkohols. Eine Stütze dafür bot sich jedoch in der Beweisaufnahme nicht, zumal die Aerzte eine Blutentnahme verweigerten und dec. Kreisarzt an jenem Abend nicht zu erreichen war. Fest steht jedoch, daß der Angeklagte von der rechten Straßenseite abgekommen ist und es so zu dem Zusammenstoß kam. Das Gericht erkannte auf eine Gefängnisstrafe von 6 Monaten.
Film, den der Redner selbst ausgenommen hatte, lernte man die Technik des Walfischfanges kennen, gewann starke Eindrücke von den mächtigen Tieren deren größte Art, der Blauwal, bis zu 110 Tonnen schwer werden kann. Nich weniger interessant waren Die Bilder von der Verarbeitung des Wals auf den
Gießener Wochenmarklpreste
* Gießen, 5. Dez. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,55 Mk., Landbutter 1,42 Mk., Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, inländische, ungezeichnete 10 bis 11, Wirsing, das Pfund 8 bis 12, Weißkraut, das Pfund 6 bis 8 Pf-, der Zentner 5 bis 6 Mk., Rotkraut, das Pfund 10 bis 12 Pf., Gelbe Rüben 8 bis 12 Pf., Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 12 bis 18, Unterkohlrabi 8, Grünkohl 15 bis 20, Rosenkohl 20 bis 30, Feldsalat 80 bis 90, Tomaten 50, Zwie- beln 8 bis 10, Meerrettich 30 bis 60, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kürbis 5 bis 7, Kartoffeln, das Pfund 4 Pf., der Zentner 3,20 bis 3,40 Mk., Aepfel, das Pfund 12 bis 30 Df., Birnen 15 bis 25, Nüsse 50 bis 60, Zwetschenhonig 40 bis 45, junge Hähne 90 Pf. bis 1 Mk., Suppenhühner 80 bis 90, Gänse 90 Pf. bis 1,10 Mk., Enten 1 Mk., Tauben, bas Stück 40 bis 50 Pf., Blumenkohl 10 bis 50, Salat 8 bis 10, Endivien 8 bis 10, Oberkohlrabi 8 bis 10, Lauch 5 bis 12, Rettich 5 bis 10, Sellerie 5 bis 25 Pf.
noch?"
Sie lächelte. Ein Lächeln, das in dem Abend- dunkel ertrank, in ihrer Stimme aber nachzuklingen schien, als sie antwortete:
,Jch fange abendliche Grillen, du neugieriger Mensch. Man sieht sie nicht, aber die ganze Luft ist voll von ihrem Zirpen, wenn man nur recht zu hören versteht. Und eine von ihnen, die schönste, hebe ich mir auf — für alle Zeiten ..."
Er fühlte einen dunklen Strom durch seine Adern rauschen.
„Es ist schön, sich etwas einzufangen, was man für alle Zeiten behalten kann", erwiderte er mit merkwürdig klingender Stimme. „Aber du solltest
Weise (Spannungsaufwand von nur 80 Bolt) innerhalb von Sekundenbruchteilen zu töten. Dadurch seien Verluste zu vermeiden, insofern, als die schwe- ren Tiere, die von den Fängern bisher nicht gehalten werden konnten und sich von den Harpunen losrissen, nun nicht mehr verloren gehen können. Diese Verluste waren bisher sehr erheblich und betrugen bis zu 20 v. H. Die häufig gehegte Befürchtung, der Wal sterbe aus, seien völlig unbegründet. Der Wal sei in seinem Vorkommen höchstens zu dezimieren, aber nicht auszurotten. Die Menschheit habe nicht Geld genug, um den Wal auszurotten. Die Jagdgebiete seien reich und unermeßlich. Walfang werde seit über 500 Jahren betrieben und eine Bestandsabnahme sei kaum festzustellen. Mit Hinweisen auf die Möglichkeiten, die sich hier für Deutsch- Fettoersorgung ergeben, schloß der Redner
zirk Wiesbaden und Gebiet der Landesregierung Hessen) ihren Betrieb bis zum 15. Dezember bei dem genannten Verband, Frankfurt a. M., Bocken- • Heimer Landstraße 55, schriftlich anzumelden. Die ; Anmeldung hat den Vor- und Zunamen, Wohnort, ‘ Straße und Hausnummer zu enthalten. Ferner ist • anzugeben, ob die Meister- oder Gesellenprüfung j abgelegt worben ist.
Lehrausflug Der Gießener Biologen nach Frankfurt.
Die Oberhessische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde veranstaltete gemeinsam mit dem Deutschen , Biologenverband, Ortsgruppe Gießen, am Samstag einen Lehrausflug nach Frankfurt a. M. unter der Führung von Professor Dr. Henneberg । und Dozent Dr. A n k e l.
Die verfügbare Zeit war in erster Linie dem Senckenbergischen Naturmuseum gewidmet. „Senckenberg" forscht, lehrt und dient, und der Dienst am Volke ist bie vornehmste biefer Aufgaben" lagt ber seit kurzem gebrückt oorliegenbe Führer burch bas Museum. Das ist kein neuer Kurs: Seit vor nunmehr halb 120 Jahren, angeregt burch Goethe, Männer aller Stänbe, Arbeiter der Stirn und der Faust, zusammentraten und die „Senckenbergische Naturforschende Gesellschaft" gründeten, ist die Parole und Ausrichtung dieser Gemeinschaft keine andere gewesen, hat sie die Opferbereitschaft und die freiwillige gemeinnützige Mitarbeit Frankfurter Bürger stets lebendig erhalten. Dankbar bemerkt der Besucher, wie unentwegt an dem schon vor Jahren unter D r e d ermanne genialer Planung begonnenem Werk fortgefahren wird, den Sinn und die Bedeutung aller ausgestellten naturwissenschaftlichen Schätze jedem . Volksgenossen verständlich und dadurch die wissenschaftliche Vorarbeit überhaupt erst fruchtbringend zu machen. Die ungeheuren Skelette vorweltlicher Tiere sollen nicht durch Größe, Maße und Sonderbarkeit beeindrucken, sondern eingefügt werden in bas Gesamtbild vom lebenden Geschehen auf unserer Erde mit seinem ewigen Wechsel von Neuformung, Herrschaft, Kampf, Sieg ober Untergang. Die 'Auszählung und Kenntnis lateinischer Namen gehört in die Arbeitsstube des Wissenschafters, das Volksmuseum aber soll keine Stätte toter Anhäufung und Schaustellung, sondern ein Feierraum des Erlebnisses sein. Die Teilnehmer des Lehrausfluges wurden von dem Zoologen Dr. Z i l ch in anregender Weise durch das Museum geführt. Höhe- punkt und Abschluß fand die an Eindrücken reiche Besichtigung vor dem neu aufgestellten Walskelett von 25 Meter Länge, das in dem neu hergerichteten Walsaal vom 7. Dezember ab allgemeiner Besichtigung zugänglich sein wird. Ein seit Jahrzehnten gehegter Wunsch der Gesellschaft ist damit in Erfüllung gegangen, sie ist stolz, jetzt den größten in Deutschland vorhandenen Finnwal in vorbildlicher Aufstellung zeigen zu können.
Nach gemeinsamem Mittagessen wurden am Nachmittag die Gewächshäuser des Palme n • g artens besucht. Gartenbauinspektor Encke verstand aus der Fülle der hier gepflegten Pflanzen die Lebensbilder ber einzelnen tropischen ßanb- striche erstehen zu lassen unb zeigte die Zusammen- hänge zwischen Form unb Verhalten unb den jeweiligen Lebensbedingungen. Die prachtvollen Palmen- und Bambusgruppen, die Kakteen, Brome-
♦* Straßensperre Wegen Ausführung von Kanalarbeiten wird die Provinzialstraße Lich — Birklar — Münzenbera, Ortsdurchfahrt Birklar, vom 5 Dezember ab für jeglichen Verkehr gesperrt. Umleitung erfolgt über Bettenhausen.
♦* Sterbefälle In Gießen. Es verstürben in ber Zeit vom 16. bis 30. November in Gießen: 16. Karl Köhler, Kaufmann, 69 Jahre, Schiffen- berger Weg 19; 17. Franz Knapp, Kanbibat ber Rechtswissenschaft, 22 Jahre, Auf der Weißerde 6; 20. Friedrich Bachmann, Lokomotivführer, 55 Jahre, Wilsonstraße 4; 21. Karoline Wetzel, geb. Plank, Wwe., 76 Jahre, Bleichstraße 17; 22. Barbara ßöber, geb. Rohrbach, Wwe., 90 Jahre, Katharinengasse 14; 26. Karoline Stumpf, ohne Beruf, 91 Jahre, Johannesstraße 7; 26 Geh. Hofrat Dr. Paul Gisevius, Univ.-Prof. i. R., 77 Jahre, Moltke- straße 4; 26. Elise Rösler, geb. Allvater, Wwe., 57 Jahre, Goethestraße 42; 27. Karoline Mandler, geb. Krombach, Wwe., 74 Jahre, Schillerstraße 13; 27. Heinrich Runzheimer, Werkmeister, 58 Jahre, ßudwigstraße 55; 28. Hermann ßeyerzapf, Schlossermeister, 68 Jahre, Asterweg 23; 29. Elisabeth Wagner, geb. Moos, Wwe., 79 Jahre, Horst- Wessel-Wall 17
** Sitzung bes P r o o i n z i a l a u s s ch u s- les. Am Samstag, 7. Dezember, vormittags 8.30 Uhr beginnenb, findet im Sitzungssaal des Regierungsgebäudes zu Gießen, ßandgraf-Philipp-Platz 3, eine öffentliche Sitzung des Provinzialausschusses statt mit folgender Tagesordnung: 1. Klage des Otto Schaffner in Gießen wegen Versagung des Wandergewerbescheins; 2. Klage des Walter Richter in Gießen gegen den Bescheid des Kreis- amts Gießen wegen Versagung der Legitimationskarte für 1935 Kj.; 3. Klage des David Fröhlich in Ulrichstein gegen den Bescheid des Kreisamts Schotten vom 3. Mai 1935 wegen Versagung der Legitimationskarte für 1935 Kj.; 4. Klage des Albert Reiß in Ulrichstein gegen den Bescheid des Kreisamts Schotten vom 3. Mai 1935 wegen Versagung der ßegitimationsfarte für 1935 Kj.; 5. Klage des Fritz Flörsheim in Alsfeld gegen den Bescheid des Kreisamts Alsfeld vom 6. April 1935 wegen Versagung der Ligimationskarte für 1935 Kj.; 6. Klage des Hermann Goldschmidt in
lebt,* Studenlen|cha|i lanurtas y e i a e r 1 |premen sollte, war bie Studentenschaft bereits vor ber Universität angetreten, um gemeinsam zum Cafe Leib zu marschieren. Kurz vor dem Abmarsch traf die Nachricht ein, daß ber Reichsstubentenfuhrer Feickert in ber Nähe von Göttingen mit seinem Kraftwagen eine schwere Panne erlitten hatte, bie ihm bie Weitersahrt unb bie rechtzeitige Ankunft unmöglich machte. Jnfolgebessen mußte auch biese Kunbaebung im letzten Augenblick abgesagt werben. Die Stunbentenschaft trat weg, unb bie im Caf6 Leib erschienenen Interessenten aus ber Gießener Bevölkerung konnten ben Heimweg wieber antreten. Landschastsbund Volkstum und Heimat
Den Tierfreunden unseres Bundes sei ber Besuch des Filrnvortraas von Paul Eipper über „ftreube kommt vom Tier" (veranstaltet vom Goethe-Bunb am Freitag, 6. b. M., 20 Uhr, in ber Neuen Aula) bestens empfohlen. Ermäßigte Eintrittskarten zu 75 Pf. bei Challier.
Anmeldung der Hausschiächter
Wie der Vorsitzende des Schlachtviehverwertungsverbandes Hessen-Nassau bekannt gibt, haben sämtliche Hausschlächter im Bereich bes Schlachtviehver^ öertungsoerbanbes Hessen-Nassau (Regierungsbe-
uazeen unO uiajiOetn landen oe|onDerc UßurDigung, an einer Ameisenpflanze würbe das Beispiel einer „Symbiose", zwischen Tier unb Pflanze, eines Lebensverhältnisses mit gegenseitigem Nutzen, erläutert.
Der Abend vereinigte die Frankfurter mit den Gießener Biologen zu einem kameradschaftlichen Zusammensein in einer Aepfelweinschenke auf dem Römerberg.
Die mehrfach wiederholte Erfahrung, daß ein Vormittag für die Besichtigung des Senckenberg- Museums zu kurz ist und allenfalls einen Ueberblick über das Ganze vermitteln ckann, veranlaßt die Oberhessische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde und die Ortsgruppe Gießen des Biologenverbandes zu dem Plan, wiederholte Führungen einzurichten, die jeweils einzelnen Abteilungen des Museums und später dem Zoologischen Garten und dem Palmengarten gelten sollen. Bedingung für das Zustandekommen ist eine genügende.Zahl von Teilnehmern. Jedermann, der an einer solchen Führung teilnehmen möchte (Eintritt frei, Fahrpreis ermäßigt) wird daher gebeten, sich jetzt schon bei den Vorsitzenden der beiden Vereinigungen für diese Lehrausstüge anzumelden. Der erste Besuch ist für Ende Januar geplant.
Günter stand ganz still, nur sein Atem ging plötzlich schwerer. Aber Annelies schien seine Gegenwart zu fühlen. Langsam wandte sie sich um sah ihm wortlos entgegen. Er sah nicht, wie Brust sich unter einem stockenden Atemzug Mit leise klopfenden Schläfen trat er ein.
begrüßte im Auftrage ber Gießener Hochschulgesell- schaft bie zahlreichen Zuhörer, insbesonbere aber auch ben Rebner bes Abenbs, bessen Leben unb kurzen Zügen schilberte. Sobann sprach
Im Saale des Studentenheims am Leihgesterner Weg fanden sich gestern viele Mitglieder unb Freunbe ber Gießener Hochschulhesellschaft ein, um einen Vortrag bes Kapitäns Kirchheiß zu hören, bes Weltumseglers, ber es sich zur Aufgabe gemacht hatte, ähnlich wie Graf Luckner, für bie deutsche Sacke im Auslanb zu werben, für bas Deutschtum im Auslanb mit bem gesprochenen Wort einzustehen unb barüber hinaus ben Auslanbsbeutschen ein Stück beutsche Heimat näherzubringen.
Or. Meesmann
abgeschlossen. Mitten in ber Mauer ftanb bas Turm- gebäube, ber „Kummerturm", wie Onkel Korbinian ihn getauft hatte. „Ich breche meinem stillen Kummer bas Genick", pflegte er mit verschmitztem Lächeln zu sagen, wenn er beschaulich mit der ewigen Zigarre bei einer Tasse gutem Kaffee ober einem Glas leichten Moselwein in bem zu ebener Erbe gelegenen Turmzimmer saß unb in das weite Lanb hinaussah. An schönen Tagen saß es sich hier wunbervoll. Draußen hinter ber Mauer, ein wenig tiefer, lag ber schmale, mit alten, knorrigen Eichen beftanbene Werder. Dahinter zog der Fluß sein Helles Band. Und jenseits des Wassers dehnte sich das weite, schwellend grüne Bruch in die sonnen- durchleutete Ferne.
Im Augenblick freilich war nichts von alledem zu sehen. Das Turmzimmer war dunkel, bie eisen- beschlagene eichene Tür war nur angelehnt. Behutsam zog Günter sie vollenbs auf. Wie eine schmale, bunfle Silhouette sah er am gegenüberliegenben Fenster, bas nach bem Werber hinausging, eine Gestalt regungslos in versunkener Haltung stehen. Es war Annelies. Ihr Blick war in die abendverhangene Ferne gerichtet.
Kochdampfern, wie auch auf den Walfischstationen. Film und Vortrag wurden von den zahlreichen Zuhörern mit größter Aufmerksamkeit verfolgt.
Nach einer Pause brachte der Redner noch eine Fülle der interessantesten Schilderungen seiner Eindrücke aus Süd- und Nordamerika. Im Geiste begleitete man ihn nach Süd-Georgien zu Robben unb Pinguinen, nach den Falklandsinseln, nach Brasilien, dann in den schönsten Hafen der Welt, Rio de Janeiro, fuhr mit ihm auf modernen Straßen durch den Urwald bis zu den Anden unb in bas Peruanische Hochlanb, in bas Reich ber Inkas. In Wort unb Filmbilb hörte man von ben Ureinwohnern bes Lanbes, von ben Jnbianern, von ben Bauten ohne Sanb unb Mörtel, wie sie bie Inkas aufführten, man lernte ben Titicacasee (3800 Meter über bem Meere) kennen, begleitete bann ben Welt» reijenben nach Panama, zu ben riesigen Vogelkolonien unb zu ben Perlfischern. Schließlich führte Kapitän Kircheiß seine Zuhörer nach Kalifornien, nach San Franzisko; er erzählte von ben Wundern im Pellowstone-Park, und zeigte ihnen bann in Wort unb Bild Alaska. Hier hörte man von ber Jagb auf Seespinnen burch bie Japaner, von ber Jagb auf Pelzrobben, bie bas Sealfell liefern, von ber Lachsjagb unb vielem anberen mehr. Immer wieber aber zog ber Rebner bie Bemühungen ber Völker, bem Meere feine Schätze abzuringen, in ben Kreis feiner Betrachtungen unb wies zum Schluffe barauf hin, baß auch Deutfchlanb an ber ungeheuren Ausbeute, bie bas Meer gestatte, Teil haben müsse. Voraussetzung bafür ist eine gesteigerte Seefahrt, ist Seemacht. An guten Seeleuten mangele es nicht. Die Schätze bes Meeres unserem Volke bienstbar zu machen, müsse uns heute um so mehr gelingen, ba boch bas ganze Volk einig hinter bem Führer stehe. Mit kurzem Gebenken an ben Führer schloß ber Rebner seinen aufschlußreichen Filmvortrag.
Viel ruhiger werden 1
..auf Kaffee Hag umstellen!


