Leibesübung und Volkstum als Ziele des 3Rf£.
Glänzender Verlauf des I. Gaufestes des Gaues XII Hessen.-Reichsstatthaller Gauleiter Sprenger besichtigt den Kestzug. 2
Ein prächtiges Heimatfestfpiel in der Volkshalle.—Bei herrlichem Wetter Massenbesuch am Sonntag.
Eine sehr erfreuliche Feststellung zuvor: das I. Gaufest des Gaues XII Hessen im Deutschen Reichsbund für Leibesübungen steht in allen Teilen als ein voller Erfolg da! Nicht nur turnerisch, nicht nur sportlich, nicht nur — und besonders — als großes Ereignis der Volkstums- und Heimatpflege, sondern als eine gewaltige Tat des Gemeinschaftsgestaltens und -erlebens aus nationalsozialistischem Geiste in der Gesamtheit! Unsere Stadt Gießen kann mit Genugtuung feststellen, daß diese große Tat in ihren Mauern vollbracht wurde. Große Leistungen waren auf dem Wege zu diesem Erfolg allenthalben und vor vielen zu vollbringen, alle waren mit voller Begeisterung und mit ganzer Kraft am Werk — alle Glieder dieser langen, langen Kette von Schaffenden im Dienste dieses Gemeinschaftsarbeitens können mit Recht auf die schönen Früchte ihres Mühens stolz [ein. Und noch eins: prächtiges Wetter an allen drei Tagen des Gaufestes verhalf zu dem vollen Erfolg und trug sehr wesenlich dazu bet, daß diese Veranstaltung zu einem herrlichen Volksfeste bester deutscher Art wurde. Es ist wohl nicht zu hoch geschätzt, wenn |
man die Zahl der Teilnehmer an diesem denkwürdigen Erlebnis auf 20 000 bis 25 000 beziffert. Wer am gestrigen Sonntagnachmittag die Menschenmassen aus dem Festplatz gesehen hat, wenn das überaus eindrucksvolle Bild der dichtgedrängt Kopf an Kopf in vielfacher Tiefengliederung stehenden Menge rund um die Turn- und Sportplätze noch klar vor Augen steht, der wird uns bei dieser Schätzung sicher zustimmen. Es war ein überwältigendes Bild! Und erhaben in seiner Größe und in seiner Stärke ist der in diesem Massenaufmarsch bekundete Wille, im Geiste Jahns und Hitlers die starke deutsche Volksgemeinschaft, erfüllt vom Geiste des Nationalsozialismus, immer mehr zu verbreitern und zu vertiefen, die Einheit im Reichsbund für Leibesübungen als Vorbild für das Wirken auf anderen Gebieten unseres deutschen Volkslebens anzusehen. Mögen diese herrlichen Tage besten deutschen Volkstumserlebens sich immer segensreich für die großen Aufgaben auswirken, die unser deutsches Volk unter der Führung Adolf Hitlers zum Wiederaufstieg unseres Vaterlandes erfüllen muß und will!
Größe an den Führer und den Reichssporlführer
Die Gaufestleitung hat folgende Grußtelegramme abgesandt:
An den Führer und Reichskanzler Berlin.
Turner und Sportler des Gaues XII Hessen, vereint im Deutschen Reichsbund für Leibesübungen, entbieten dem Führer von ihrem 1. Gaufest in Gießen ehrfurchtsvolle Grüße mit dem Gelöbnis unverbrüchlicher Treue.
Gau XII: Hessen.
Meister, Brunst,
Gaubeauftragter. DT.-Gauführer.
An den Reichssportführer von Tschammer und Osten Äerlin.
Turner und Sportler des Gaues XII Hessen, in Gießen vereint zu ihrem 1. Gaufest des RfL., grüßen in treuer Gefolgschaft ihren Reichs- sportführer.
M e i ft e r. Brunst.
Ein Gruß an die Saar.
An die Brüder von der Saar wurde fernmündlich folgender Gruß gesandt:
An DT.-Bezirksführer Karl Burk
Saarbrücken.
Die Turner und Sportler des Hessengaues, heute in Gießen zu ihrem 1. Gaufest vereint, grüßen die Turnbrüder und Sportkameraden von der Saar und gedenken dabei gern des 32. Mittelrheinischen Kreisturnfestes in Gießen, das heute vor 10 Jahren durch die Teilnahme Hunderter von Saarturnern seine besondere vaterländische Note erhielt.
Heil Hiller!
Brunst, DT.-Gauführer.
Ein Gruß vom Reichssportführer.
Reichssportführer v. Tschammer und Osten sandte folgendes Grußwort an das Gießener Gaufest:
„Allen Teilnehmern des Gaufestes Hessen des Reichsbundes für Leibesübungen übermittele ich meine Grüße mit gleichzeitigem Bedauern, an ihm nicht teilnehmen zu können. Ich bin auch so m i t vollem Herzen bei den Hessen, die sich am Samstag und Sonntag in Gießen imSinne Jahns und Hitlers sammeln, und wünsche aufrichtig, daß der Verlauf den Beweis erbringen möge, wie stark der E i n h e i ts- ged a n k e im deutschen Sport- und Turnleben aus nationalsozialistischem Empfinden Fuß gefaßt hat. Nochmals guten Erfolg und herzliche Grüße.
Heil Hitler!
Reichssportführer von Tschammer.
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Ein Gruß an den Reichssportführer.
Die am Sonntag früh in Kassel gestarteten Radfahrer überbrachten im Auftrage des Oberbürgermeisters der Stadt Kassel eine dem Reichssportführer zugedachte kunstvoll ausge- stallete Urkunde mit nachfolgendem Jnyalt:
„Kassel, den 30. Juli 1935.
Hochverehrter Herr Reichssportführer!
DieStadtKassel übermittelt Ihnen anläßlich des 1. Gaufestes des Reichsbundes für Leibesübungen im Gau XII Hessen in der Feststadt Gießen die besten Grüße und wünscht der Veranstaltung einen guten Verlauf und vollen Erfolg.
Heil Hiller!
Der Oberbürgermeister: Lahmeyer."
Festspiel „Deutsches Wollen - Deutsche Kraft".
Am Samstagabend war die Volkshalle die Stätte einer erhebenden volkstümlichen Feierstunde, bei der die Herzen warm wurden für die herrlichen Schätze, die unsere deutsche Heimat, die unser deutsches Volkstum in so überreichem Maße bergen. Den erneuten starken Hinweis auf diese Schätze gab wiederum unser oberhessischer Heimatdichter Georg Heß, Leihgestern, mit seinem Festspiel.
Die Volkshalle, in. der doch immerhin rund 4000 Menschen Platz finden, erwies sich für diesen prächtigen Abend des Heimatgedankens, der sehr an- erkenenswerten Verflechtung der deutschen Volkstumsarbeit mit den Aufgaben des Reichsbundes für Leibesübungen, noch als zu klein. Es dürften wohl 5000 bis 6000 Menschen gewesen sein, die sich hier zusammenfanden, und viele mußten umkehren, weil eben wirklich „kein Apfel mehr zu Boden" fallen konnte.
Der Musikzug der SA.-Standarte 116 unter Leitung des Musikzugführers Herrmann eröffnete und bereicherte den weiteren Verlauf des Abends mit seinen glänzenden instrumentalen Darbietungen, die von der ausgezeichneten musikalischen Schulungsarbeit des Musikzugs erneut eindrucksvoll Zeugnis gaben. Die Vereinigten Gießener Sänger unter der Leitung des Lehrers Dietrich brachten zwei herrliche Massenchöre in prächtiger gesangskünstlerischer Gestaltung zum Vortrag, die den Sängern und dem Chormeister in gleicher Weise zum Ruhm gereichten.
Nachdem der DT.-Gauführer Brunst den Abend eröffnet und den Gästen herzlichen Willkommengruß entboten hatte, sprach als Vertreter des Leiters des Landschaftsbundes Volkstum und Heimat (RheinfrOiken-Nassau-Hessen), Ministerialrats Ringshausen, der am Erscheinen verhindert war, Stabsleiter Steinicke, Darmstadt. Der Redner zog eine Parallele zwischen unserer Zeit und der völkischen Notzeit vor über 100 Iah- ren. Damals hat F. L. Jahn den Sport in den heiligen Dienst am deutschen Volk gestellt in der Erkenntnis, daß körperliche und seelische Volksge- sundheit die unbedingte Voraussetzung politischer Selbständigkeit und Freiheit ist. Jahns Worte könnten Worte unseres Führers Adolf Hitler fein, der auch den Wert der Leibesübungen für die Gestaltung unseres deutschen Volkstums oft genug anerkannt hat. Mit freudig aufgenommenem Sieg- Heil auf den Führer schloß der Redner seine vom Geiste lebendiger Volkstumsarbeit getragenen Ausführungen.
Nun folgte Gg. Heß' Festspiel „Deutsches Wollen — Deutsche Kraft". Die Ouvertüre zur Oper „Rissnzi" (fein gespielt vom Musikzug der SA.- Standarte 116) leitete die Aufführung ein. Dann folgte ein Vorspruch, der die Volks- und Heimatverbundenheit des deutschen Menschen eindrucksvoll betonte (gesprochen von Anton Neuhaus, erster Spielleiter des Stadttheaters Gießen, der hier in ausgezeichneter Weise die Regie führte), und dann wurden die Gedanken noch einmal in die furchtbare Zeit der Not, der Hoffnungslosigkeit, der Verzweif- lang, des ganzen Jammers und Elends unter dem
überwundenen System gelenkt; treffend hat der Dichter diesen Teil „Nacht über Deutschland" genannt. Aber nun klang auch schon als gute Hoffnung das „Deutschland erwache!" der SA. und SS. auf; Kameraden der SA. und SS. standen, erwachendes Volk, auf der obersten Empore der Bühne auf. Der Badenweiler Marsch erklang, HI. und BDM. marschierten auf die Bühne und legten durch ihre Sprecher starkes Bekenntnis für Füh- rer und deutsches Volkstum ab. Und dann kamen, gerufen von dem Schmied am Amboß (Anton Neuhaus), einig in der Arbeit, mit dem Gesang „Brüder aus Zechen und Gruben" die Werkleute aller Berufe (dargestellt von Männern des Arbeits- dienstes) in ihrem Kleid der Arbeit, um Zeugnis für die Schaffensfreude eines einigen Volkes ad- Aulegen, das Deutschland, Deutschland über alles stellt. In diesem Augenblick erscheint ein auslandsdeutscher Turner, der die Lügenflut im Ausland gegen das neue Deutschland erlebt tjat und sich nun in der deutschen Heimat von der Wirklichkeit' der Dinge selbst überzeugen will. Diesem auslandsdeutschen Bruder zeigt der Schmied nun das wahre Gesicht des neuen Deutschland: das Volk selbst ruft er herbei! Und es erscheint in allen feinen Schichten und Berufen, in seinem Wirken bei der Arbeit und in der Freizeit, in seinem Denken und Fühlen: Bauer und Städter, Arbeitsdienstmann, Turner, Sportler, Turnerinnen, Sänger, Trachtenträger usw. usw., zum Schluß die deutsche Wehrmacht als Hüter und Schützer des deutschen Volkes gegenüber dem Ausland — kurzum ein gewaltiges, erhabenes Bild des geeinten und einig verbundenen Volkes. Turner und Turnerinnen zeigten ihre Leibesübungen; die Trachtenträger aus dem Hüttenberg, der Marburger und der Biedenkopfer Gegend, dem Katzenberg, dem Schützer Land, der Rhön und dem Odenwald erfreuten durch ihre heimatlichen überlieferten Tänze und durch ihre schönen Volkslieder; die Sänger machten die Schönheit des deutschen Volksliedes deutlich — kurzum das deutsche Volk der Wirklichkeit sprach hier! Mit heißem Herzen war alles bei diesen prächtigen Darbietungen, die oft bei offener Bühne stürmischen Beifall auslösten. Dann sangen die Mitwirkenden, rund 400 an der Zahl, gemeinsam das von Gg. Heß gedichtete Lied „Auf, Brüder, folget den Fahnen!", dann hörte man die ernste Mahnung des Sprechers: „Deutscher, horch auf, diese Heimat ist dein!" und zum Schluß marschierte eine Abteilung der Wehrmacht auf, die an den Schutz unserer Grenzen durch die Waffenträger der Nation erinnerte, die Soldaten präsentierten' das Gewehr, während gleichzeitig von den Tausenden, ergriffen von dem packenden Festspiel, das Deutschland- und das Horst-Wessel-Lied gesungen wurde. Damit klang die Darstellung aus.
Georg H e ß hat mit diesem Festspiel ein Werk geschaffen, das alle seine bisherigen Schöpfungen der Heimatdichtungen weit, weit überragt. Hier fa nSm v/el, viel stärker als sonst den wahren deutschen Menschen, hier erschließt er das deutsche Volkstum und die heiße Liebe zu diesem deutschen Vater- und Heimatland so tief, daß jeder von dieser
Folge von Bühnenbildern bis ins Innerste gepackt wird. In verdienter Weise wurden daher auch am Schluß Georg Heß immer und immer wieder herzliche Huldigungen und inniger Dank für dieses herrliche, tiefe Erleben durch fein Festspiel dar- gebracht. Mit herzlichem Beifall wurden aber auch Anton Neuhaus amb die übrigen Mitwirkenden belohnt. Diese Stunde tiefer Weihe wird noch lange in den Herzen • aller Teilnehmer nachklingen. Es
wäre anderen Städten zu empfehlen, sich die Aufführung dieses Festspiels angelegen sein zu lassen, da es allen Volksgenossen unendlich viel zu geben
vermag. •
Veranstalter der Aufführung in Gießen waren der Landschaftsbund Volkstum und Heimat in Gemeinschaft mit „Äraft durch Freude", denen für diese gute Tat volle Anerkennung gebührt.
Der Festsonntag:
Settkämpse -Festzug - Gemeinschaststag.
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Preffeempfang beim Reichsdietwart.
Am Sonntagvormittag fand ein Presseempfang beim Reicbsdietwart Münch, der als Vertreter des Reichssportführers gekommen war, im Schützenhaus statt. Gaupresfewart O ß w a l d (Bad-Nauheim) — unter dessen Leitung und eifrigfter Mitarbeit der Pressedienst des Gaues in sehr anstrengender, opferfreudiger Arbeit still und unbeachtet von der breiten Oeffentlichkeit für die Presse und zugleich auch für den RfL. vorbildlich tätig war, worauf hier mit besonderer Anerkennung hingewiesen sei — und der stellv. DT.-Gausührer Schäfer dankten der Presse für ihre Unterstützung
bei der Vorbereitung dieses Festes. Dann sprach Reichsdietwart Münch in grundsätzlichen Ausführungen über die Aufgaben und Ziele des Reichsbundes für Leibesübungen im Dienste des nationalsozialistischen Aufbaues eines neuen, schönen Deutschland. Der Redner aab den Vertretern der Presse sowie den Kreispressewarten und den Dietwarten der Vereine zahlreiche bemerkenswerte und aufschlußreiche Einblicke in das geistige Wollen und Streben des RfL. Gaupresfewart O ß w a l d schloß nach kurzen Dankesworten des Gaubeauftragten Meister (Kassel) die Zusammenkunft mit Dem „Sieg-Heil!" auf das deutsche Vaterland und den Führer Adolf Hitler.
Oer Jefizug.
Am frühen Nachmittag bewegte sich ein prächtiger Festzug durch die Stadt zum Festplatz. Die Aufstellung erfolgte in der Steinstraße und in den angrenzenden Straßenzügen, marschiert wurde in Viererreihen nach DT.-Kreisen. Der Marsch ging durch folgende Straßen: Steinstraße, Wernerwall, Neustadt, Bahnhofstraße, Liebigstraße, Frankfurter Straße, Seltersweg, Kreuzplatz, Neuenweg, Gartenstraße, Hindenburgwall, Goethestraße, Ludwig- straße, Ludwigsplatz, Kaiserallee, Grünberger Straße zum Festplatz. In den Straßen hatten sich große Menschenmassen auf den Bürgersteigen aufgestellt, die den marschierenden Kolonnen herzliche Sympathie darbrachten.
Der ganze Zug kam in ausgezeichneter Marschdisziplin vorüber. An der Spitze, hinter dem tadellosen Ordnungsdienst der Polizei und der SS., marschierte zunächst das Musikkorps unseres Regiments unter Leitung von Obermusikmeister K r a u ß e, gefolgt von einer Abteilung Soldaten-Sportler unserer Garnison, geführt von dem Sportoffizier Oberleutnant Nietsche; die Soldaten machten durch ihr blauen Sportdreß der Wehrmacht und machten durch ihr sttaf fes soldattsches Marschieren den besten Eindruck. Dann kamen der DT.-Gaufuhrer Brunst, der technische Leiter Gauoberturnwart Paul und der Leiter des Hauptausschusses des Gaufestes R e i n i n g mit dem Gaubanner, anschließend Schützenfahnen, bann Fechter und Fechterinnen. Wetter faf) man in stetigem Wechsel der vielgestalttgen Bilder immer wieder prächttge Gruppen von Turnerinnen in ihrer schmucken weißen Turnkleidung für den Marsch, Turner in ihrer bekannten Turnkleidung, Fahnen und immer wieder Fahnen, dazwischen Radfahrer mit zum Teil recht hübschen und originellen Einzel- bildern, Tennissportler, Schützen, den Musikzug der SA.-Standarte 116 unter Leitung von Musikzugführer Herrmann, die Trachtenträger mit Gg. Heß irn Rahmen des Ortsrings Gießen des Landschaftsbundes Volkstum und Heimat, die alten Sol
daten im Kyffhäuferbund, die Gießener Turner und Turnerinnen, Fußballer, Handballer, zwei Rhönräder mit Turnerinnen und Turnern im Rad, die Paddler, die Ruderer, wieder Musik, immer wieder DT.- und Vereinsfahnen, Erntekränze, erneut starke Gruppen von Turnern, Sportlern usw usw., stets Bilder von größtem Reiz.
Eine besonoere Freude erlebten die Marschierenden vor der Universität, wo sich der Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger eingefunden hatte, um den Festzug an sich vorbeimarschieren zu lassen. Dem Reichsstatthalter wurden lebhafte Kundgebungen der Sympachie durch begeisterte Zurufe „Heil Hiller" und „Gut Heil" aus den Reihen der Marschkolonnen bereitet. In der Begleitung des Gauleiters befanden sich u. a. der stellv. Gauleiter Regierungsrat Rainer, Verwaltungsdirektor L ö ■ wer, Kreisleiter Klostermann, Oberbürger- meiste Ritter, Standartenführer Lutter, Standartenadjutant Obersturmbannführer M ü n k e r, als Vertreter des in Urlaub weilenden Führers der 83. SS.-Standarte, SS.-Obersturmbannführers I a c 0 b e r, der SS.-Untersturmführer Elm, der Führer der SS.-Motorstaffel I/II, Obersturmführer Ruhl, sowie Polizeidirektor Meusel. Der Gauleiter weilte anschließend noch kurze Zeit auf dem Festplatz, mußte aber wegen anderweitiger Inanspruchnahme bald wieder abfahren; der .stellv. Gauleiter Rainer und Verwaltungsdirektor Löwer wohnten dem Verlauf des Nachmittags bis zum Schluß bei.
Auf dem Marsche wurden von den Kolonnen viele Turner-Marschlieder gesungen und häufig „Gut Heil"-Rufe ausgebracht. Vielfach wurden Blumen in die Reihen der Marschierenden geworfen, um auch dadurch die herzliche Verbundenheit der Zuschauer mit den Turnern und Sportlern zu bekunden. Alles in allem ist zu sagen: der Festzug war ein glanzvoller Höhepunkt, an den man immer gerne zurückdenken wird.
Aus -em Fesiplah.
Nach der Ankunft des Zuges entwickelte sich auf dem Festplatz reges sportliches Treiben. Man hatte nicht genua Augen, um alle Vorführungen so aufmerksam verfolgen zu können, wie sie es bei ihrer Trefflichkeit verdienten, lieber den sportlichen Teil dieser Darbietungen berichten wir weiter unten.
In diesem Zusammenhänge seien die militär- sportlichen Wettkämpfe des Infanterie-Regiments Gießen hervorgehoben. Es war eine reichliche Anzahl von Hindernissen, die bei diesen Hebungen zu überwinden waren. Zunächst galt es, über eine Bank zu springen, dann unter einer solchen durchzukriechen, hierauf einen hohen Kastenwagen zu überqueren, dann unter ein dicht am Boden aufgespanntes Netz durchzukriechen, weiter ein Drahthindernis zu beseitigen, um dann endlich in Feuerstellung gehen zu können. Zuerst sah man von jeder Schützenkompanie eine Bedienung ün Hindernislauf mit leichten Maschinengewehren; dann von jeder Maschinengewehrkompanie zwei Bedienungen im Hindernislauf mit schweren Maschinengewehren; von der 13. Kompanie vier Bedienungen im Hindernislauf mit Minenwerfern; zum Schluß Vorführung und Hindernislauf mit Tat;
für die beiden letztgenannten Hebungen bestanden die Bank-, Wagen-, Netz- und Drahthindernisse nicht, sondern hier waren andere Hindernisse gegeben. Unter stärkster Anteilnahme der riesigen Zuschauermenge führten die Soldaten ihre Uebungen durch. Es war eine besondere Freude, zu sehen,' mit welchem Schneid und mit wieviel Gewandtheit dabei verfahren wurde. Der Verlauf der Uebungen offenbarte die glänzende Ausbildung der Truppe, die — nach diesen Proben — einen Faktor von höchstem Gefechtswert darstellt. Die Darbietungen unserer Feldgrauen hatten aber auch das erfreuliche Ergebnis, die Liebe zu unserer Wehrmacht und die herz- liche Freude an ihrer Arbeit im Dienste der Nation noch viel mehr zu vertiefen, als das bisher schon der Fall war. Und unsere Stadt kann stolz darauf sein, dieser vortrefflichen Soldaten Garnisonstadt zu sein.
Während dieser Uebungen erfreute die Landes sliegergruppe Darmstadt mit interef- fanten Motor- und Segelflügen, die mit Recht ebenfalls Bewunderung und alle Anerkennung verdienen. Es war ein herrliches Bild, die Flieger in exakter Flugordnung über den Platz dahinziehen zu sehen.
Ehrung her Gefallenen
Anschließend marschierten eine Ehrenkompanie der Garnison, Abordnungen der Gliederungen der Bewegung, die Turner und Turnerinnen, die Sportler und Sportlerinnen mit Fahnen in mehreren Fronten bzw. Säulen zur Ehrung der Gefalle- nen des Krieges und des nattonalfozialistischen Freiheitskampfes auf. Die riesige Menschenmenge nahm auch an diesem pietätvollen und würdigen Akt der Heldenehrung herzlichen Anteil.
Der Regimentskommandeur Oberst Merow
hielt dabei die nachstehende Ansprache:
„An diesem Festtage, dem 1. Gaufest des Gaues Hessen, gedenken wir in Ehrfurcht und stolzer Trauer aller derer, die auf den Schlachtfeldern des Weltkrieges ihr Leben ließen, die todesmuttg auszogen, um nie wiederzukehren, wir gedenken aber auch insbesondere Derjenigen, Die im Kampfe um Die Erneuerung Deutschlands begeistert und voller Hoffnung auf ein neues, besseres Vaterland ihr Leben dahingaben. Voll Stolz können wir jetzt bekennen, sie alle sind nicht vergeblich gestorben, ihr Blut ist nicht umsonst geflossen.
„Ich will kämpfen und vielleicht auch sterben in
dem Glauben an ein schönes, erhabenes Deuffch- land, in dem Eigennutz und Unehrlichkeit verbannt, wo Treue und Ehre wieder in ihre alten Rechte eingesetzt sind." So schrieb einst ein junger Student aus dem Felde an seine Eltern. Und so dachten und handelten, sie alle.
Mr aber, die Ueberlebenden dieser Generatton, die so heldenmütig zu kämpfen und so tapfer zu sterben verstand, und du, deuffche Jugend, die im friedlichen Kampfe bei Spiel und Sport Geist und Körper stählt, um dereinst die Waffen führen zu können, wir geloben, nie zu rasten und zu rosten, unsere Pflicht in Treue und Gehorsam bis zum Letzten zu tun, und Das Vermächtnis aller Derer Au erfüllen, Die im grauen und im braunen Kleid starben, Damit wir leben können."
WährenD die Truppen das Gewehr präsentierten, die Fahnen gesenkt wurden, die Musik leise die Melodie des Liedes vom guten Kameraden spielte und die Menge bie rechte Hand zum deutschen Gruß erhob, gedachte man still der Gefallenen.
Sodann rückten die Ehrenkompanie und die Abordnungen der Partei ab. Das Gaufest nahm seinen Fortgang mit den Freiübungen, über die wir ebenfalls weiter unten berichten.
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