Ausgabe 
5.6.1935
 
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Die vor einem Monat erfolgte Abwertung des Danziger Guldens fei notwendig ge­wesen, um in dem gemeinsamen Wirtschaftsraum Polen-Danzig die ungleiche Bewertung zweier Wäh­rungen aufzuheben. Diese Maßnahme sei ein­malig gewesen und es wäre sinnlos, wenn man nun durch die niedrigere Neubewertung des Danzi- fier Guldens gegenüber der polnischen Währung n umgekehrter Form einen Zustand herbeiführen würde, der ja durch die Guldenabwertung gerade beseitigt werden sollte. Die Danziger Regierung werde durch ein Sparsamkeitsprogramm von bisher noch nie gekannten Ausmaßen den Be­weis erbringen, daß sie willens sei, von den Opfern, die sie von der Danziger Bevölkerung zur Deutsch­erhaltung ihrer Heimat verlange, die Haupt- last auf ihre eigenen Schultern zu neh­men. Die Einlegung der Bankfeiertage sei auch des­halb notwendig gewesen, um das notwendige Pro- gramm für eine derart umfassende Aktion aufzu­stellen.

Die Organisation der Lustfahrt.

Berlin, 4. Juni. (DNB.) In Ergänzung der über die Auswirkungen des Wehrgesetzes gemachten Veröffentlichungen wird über die Organisation auf dem Gebiete der Luftfahrt folgendes bekanntgegeben:

O b e r st e Reichsbehörde für die Luftfahrt ist das Reichsluftfahrtmini st erium. An seiner Spitze steht der Reichsmini st er der Luftfahrt und Oberbefehlshaber der Luftwaffe General der Flieger Hermann G ö ring. Seine Befugnisse als Reichsminister der Luftfahrt werden durch seine Zugehörigkeit zur Wehrmacht als Oberbefehlshaber der Luftwaffe nicht berührt. Wie das Heer das Reich in Wehr- Ireise teilt, so hat die Luftwaffe sechs L u f t - kreiskommandos in Königsberg, Berlin, Dresden, M ü n st e r, München und Kiel gebildet, die die militärische Befehlsgewalt ausüben und an deren Spitze ein Befehlshaber im Gene­ralsrang steht. Die Luftfahrtverwaltung liegt in Händen von 15 Luftämtern in Königsberg, Stettin, Kiel, Berlin, Magdeburg, Hannover, Bres­lau, Dresden, Weimar, Frankfurt a. M., Münster, Köln, Nürnberg, München und Stutt­gart.

Neue Leiter der Schulungsämter in der jR3$.

Im Auftrage des Reichsjugendführers beauftragte Stabsführer Lauterbacher den bisherigen stell­vertretenden Leiter der Abteilung E der Reichs- jugendführung, Oberbannführer Schlünder, mit der kommissarischen Leitung des neugeschaffenen Amtes für körperliche Schulung in der Reichsjugendführung. Mit der Leitung des neu­geschaffenen Amtes für weltanschauliche Schulung in der Reichsjugendführung wurde der bisherige Stabsleiter der Gebietsführung Pfalz- Saar, Oberbannführer Brennecke, beauftragt.

Nur eine deutsche Leibesübung!

LPD. Darmstadt, 4. Juni. Das katho­lische Jugendamt der Diözese Mainz hat sich an den Leiter des Staatlichen Turn- und Sportamts in Hessen, Verwaltungsdirek­tor Löwer, gewandt mit der Bitte, bei dem Ge­heimen Staatspolizeiamt darauf hinzuwirken, daß die Verordnung über das Betätigungsver­bot der Deutschen Jugendkraft-Vereine (katholische Sportbewegung) aufgehoben wird, weil es sonst der katholischen Jugend unmöglich sei, sich sportlich zu betätigen und sich auf den Deutschen Jugendtag am 23. Juni d. I. entsprechend vorzubereiten. Verwaltungsdirektor Löwer hat darauf dem katho­lischen Jugendamt folgendes geantwortet:Auf Ihr Schreiben vom... teilen wir Ihnen mit, daß die gesamte katholische Jugend Gelegenheit hat, i n den zugelassenen Vereinen des Deut­schen Reichsbundes für Leibesübun- §e n Sport zu treiben. Ihr Vorwurf, die katholische ugend könnte in Hessen an keinerlei sportlichen Hebungen teilnehmen, wird deshalb mit aller Entschiedenheit zurückgewiesen. Es gibt in Deutschland keinen katholischen Sport, son­dern nur eine deutsche Leibesübung."

Oer Führer an die Kriegsblinden.

Der Führer und Reichskanzler richtete anläßlich des deutschen Kriegsblindentref­fens und der Kriegsblinden-Ausstellung i n Stuttgart an den Bundesobmann der deut­schen Kriegsblinden, Dr. Plein, folgendes Schreiben: t _ . .

Für das treue G e d e n k e n der in der Stadt­halle zu Stuttgart versammelt gewesenen Kriegs­blinden sage ich Ihnen und allen Beteiligten meinen aufrichtigen Dank. In tiefer Dankbarkeit gedenke ich des dauernden gro­ßen Opfers, das gerade die Kriegsblinden dem Vaterlands dargebracht haben und täglich erneuern. Ich bitte Sie, diesen besonders hart geprüften Kriegskameraden und ihren in gleicher Lage be­findlichen Gästen aus Frankreich und Italien meine aufrichtigsten Grüße und die Versicherung meiner treuesten kame­radschaftlichsten Verbundenheit zu übermitteln. Mit deutschem^ Sruf^

Kleine politische Nachrichten.

Der Führer und Reichskanzler hat den Präsidenten der Republik Uruguay zu seiner Errettung von dem Attentat beglückwünscht und ihm dabei seine besten Wünsche für baldige Wiederherstellung übermittelt.

Der deutsche Botschafter in Washington und Staatssekretär Hüll unterzeichneten em Abkommen, wodurch der gegenwärtige Handelsvertrag, der am 14. Oktober abgelaufen wäre, verlän­gert wird. Das neue Abkommen enthalt n l ch t die Meistbegünstigungsklausel des gegenwärtig gel­tenden Vertrages, der von Deutschland gekündigt worden war, weil der deutsch-amerikanische Güter­austausch im Hinblick auf die Entwicklung der wirt­schaftlichen Verhältnisse neu geordnet werden mußte. Insbesondere war Artikel 7 (Meistbegün­stigung) durch die Veränderungen der wirtschaft­lichen Verhältnisse überholt. Durch die Verlängerung des alten Handelsvertrages unter Ausschluß der Meistbegünstigungsklausel ist dem deutschen Ver­langen entsprochen worden.

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Dr. Hans Hartmeyer, Vertreter derHam­burger Nachrichten", derRheinisch-Westfälischen Zeitung", desFränkischen Kuriers" derSchlesischen 'Zeitung" und Obmann der Vereinigung der Bericht­erstatter der reichsdeutschen Presse in Wien, der von der Staatspolizei festgenommen worden war, wurde aus Oesterreich a u s g e w i e s e n.

Die Jahresrechnung 1934 der S t a d t g e - meinde München schließt mit einem Heber« schuß von über einer halben Million Mark ab, der dem Tilgungsfonds zur Tilgung kurzfristiger Schulden zugeführt wird. Außerdem ist es in den Haushaltsjahren 1933 und 1934 ge­lungen, einen aus dem Haushaltsjahr 1931 stam­menden Re st fehlbetrag von 4,5 Millionen Mark abzudecken. *

Der schweizerische Gesandte in War­schau, Minister Dr. Hans Albrecht von S e g e s - je r, ist an einem Herzleiden im Alter von 58 Jahren in Bad-Nauheim gestorben. Dr. von Segesser, der aus einer hochangesehenen Luzer- ner Familie stammt, war während des Krieges im Politischen Departement in Bern tätig, wo ihm hauptsächlich die Fragen der Internierung der Kriegsgefangenen anvertraut waren. Während der Ruhrbesetzung war er schweizerischer Generalkonsul in Köln.

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Durch Beschluß des Direktoriums Bruvelaitis vom 3. Juni 1935 ist der großlitauische Stadtverordnete und ehemalige Gouverne­mentsrat Victor Gailius an Stelle von Simo- naitis zum kommissarischen Oberbürgermei­ster der Stadt Memel mit den Befugnissen des ersten Bürgermeisters bis zur Neuwahl und Bestätigung des ersten Bürgermeisters ernannt worden.

Einem Herzschlag erlag einer der hervor­ragendsten Vorkämpfer für das Deutsch­tum, der aus Pennsylvania gebürtige Professor Wilhelm Notz, Dekan des Instituts für Außen- Politik an der Washingtoner Georgetown-Universi- tät. Anläßlich seines 25. Professorenjubiläums war der Verstorbene vom Weltwirtschaftlichen Institut in Kiel zum Ehrenmitglied ernannt worden. Die

Die Devisenverbrechen katholischer Ordensangehöriger.

Eine Erklärung des Reichsjustizministeriums zu einer Veröffentlichung des erzbischöflichen Ordinariats in Breslau.

Berlin, 4. Juni (DNB.) Die Pressestelle des Reichsjustizministeriums teilt mit:

DieGermania" und dieMärkische Volkszeitung" haben eine Erklärung des erzbischöflichen Ordinariats in Breslau zu den Verfahren gegen katho­lische Geistliche und Angehörige von Klü­tern wegen Devisenverbrechen veröffent­licht. Diese Erklärung ist geeignet, die Öffentlichkeit über die Schwere der Anschuldigungen gegen die Beteiligten irrezuführen. Im ein­zelnen ist festzustellen:

1. Das erzbischöfliche Ordinariat besitzt nicht die Unterlagen, die es instandsetzen würden, zu dem sachlichen Inhalt der Verfahren Stellung zu nehmen.

2. In der Erklärung wird die Frage aufgeworfen, ob dieBeteiligten nicht aus Unkenntnis oder infolge Irreführung seitens dritter Personen gehandelt haben. Tatsächlich waren von den bis jetzt verurteilten Ordensangehörigen die drei Haupttäter in vollem Um­fange g e st ä n d i g. Sie haben zugegeben, g e w u ß t zu haben, daß die unbefugte Verbringung von Reichsmarkbeträgen ins Ausland st r a f b a r ist. Außer diesen Personen haben in den noch schwebenden zur Zeit 60 Verfahren bisher 25 beschuldigte Geistliche und Ordens- angehöriae eingeräumt, bewußt gegen die Devisenbestimmungen verstoßen zu haben. Die Gesamthöhe der Summen, die zu­gegebenermaßen bewußt verbotswidrig ins Ausland verbracht wurden, oder über die im Ausland verfügt wurde, geht in die Millionen. Soweit Ge­ständnisse nicht vorliegen, ergibt sich in einer ganzen Reihe von Fällen neben anderen aus der Art der Begehung der Zuwiderhandlungen, aus dem Verbergen der Beträge in der Ordens» kleidung, aus der Vernichtung oder ander­weitigen Beiseiteschaffung der Bücher, aus der falschen Buchführung und aus fingier-

tem Schriftwechsel, daß die Beschuldigten sich der Strafbarkeit ihres Handelns bewußt waren.

3. Das erzbischöfliche Ordinariat behauptet, daß die bischöflichen Ordinariate bei den vorgekommenen Handlungen von Ordensleuten nicht beteiligt seien. Tatsächlich sind im Laufe der Ermittlungen auf Grund richterlichen Haft- befehls einige leitende Ordinariats­beamte fe st genommen worden. Gegen einen G e n e r a l v i k a r hat der Generalstaatsanwalt in Berlin Anklage erhoben.

Die Erklärung des erzbischöflichen Ordinariats enthält Anschuldigungen gegen die deutsche Rechtspflege. Das Ordinariat glaubt,einer späteren Zeit müsse es vorbehalten bleiben, unbeschadet der Achtung vor den schweben­den gerichtlichen Verhandlungen ein ruhiges, alle Momente abwägendes Urteil .über die genannten Vergehen in ihrer Gesamtheit zu treffen . Darin kommt zum Ausdruck, daß die deutschen Gerichte jetzt nicht in der Lage seien, ein ruhiges, alle Momente abwägendes, also gerechtes Urteil zu fällen. Namens der deutschere Rechtspflege wird diese Auffassung entschieden zurückgewiesen.

Berufung im Oevisenschiebungs-prozeß des Franziskaner-Paters Goertier.

Der vom Berliner Schnellschöffengericht wegen fortgesetzten Devisenverbrechens zu zehn Jah­ren Zuchthaus, fünf Jahren Ehrverlust und 350000 Mark Geldstrafe verurteilte Fran­ziskanerpater Otto Goertler aus Wald- breitbad), Kreis Neuwied, hat gegen das Urteil B e - rufung eingelegt. Der Fall wird noch einmal vor der 4. Großen Strafkammer aufgerollt werden. Bis zur Berufungsverhandlung dürften noch einige Wochen verstreichen.

DerTag der deutschen Technik" in Breslau.

Eingehende Erörterung aktueller Probleme.

DerTag der deutschen Technik", das große Treffen der deutschen Ingenieure in Breslau, hat mit einer Arbeitstagung begonnen, lieber 2500 Fachleute aus allen Teilen Deutschlands nehmen an der Fachtagung teil. In engster ©e- meinschaft mit demTag der deutschen Technik hält der Verein deutscher Ingenieure seine 73. Hauptversammlung ab, die Technische Hochschule Breslau verbindet mit ihm die Feier ihres 25jährigen Bestehens. Da die Tagung eine Veranstaltung der gesamten deutschen Technik sein soll, umfaßt ihr Rahmen ein außerordentlich viel­gestaltiges Gebiet technischen Fachwissens. In acht Fachgruppen sind die Fachvortrage gegliedert, die alle die technischen Fragen erörtern, die im Mit- telpunkt des Gegenwartsinteresses stehen. Unter dem Titel: Nahrung und Kleidung aus deutscher Erde, deutsche R o h st o f fe aus beut; schein Boden, Energiewirtschaft aus heimi­schen Kraftquellen, Wohnen auf deutscher Scholle, geben sie Einblick in die große Zahl von technischen Arbeiten, die der Vermehrung der Erzeugung von Stoff und Kraft aus eigenen Mitteln und der Förderung der Siedlung dienen.

Die öffentliche Vortragsveranstaltung fand ent­sprechend ihrer Bedeutung weitestes Interesse. Hier wurden Aufgaben aus der Ingenieur- arb eit behandelt, die über den Kreis der Fach- leute hinaus die Allgemeinheit beschäftigen. Im Konzerthause sprach nach Begrüßungsworten des Vorsitzenden Dr.-Jng. Schult (Berlin), Prof. Dr.« Jng. Dr.phil.h.c. Goerens (Essen) überGrund- ätzliche Fragen der Rohstoffbewirtschaftung . Er teilte hierzu u. a. fest, daß die staatliche Bewirt- chaftung derjenigen R o h st o s f e , für deren Be­zug wir ganz oder zum Teil vom Auslande ab­hängig sind, solange eine Notwendigkeit bleiben wird, als eine unbeschränkte Versorgungsmöglich­keit durch die Wirtschaft selbst nicht besteht. Die im Zusammenhang mit der Rohstoffbewirtschaftung er. grif enen Maßnahmen werden sich nur dann als wirksam und für die deutsche Wirtschaft als segens­reich erweisen, wenn es gelingt, jedes einzelne Wirtschaftsglied zur Gemeinschaftsarbeit

in der Bekämpfung der Rohstoffnot zu veranlassen. In seinem VortraaGedanken über die zukünftige Energiewirtschaft Deutschlands" betonte Generaldirektor Dr.-Jng. Rübling (Stuttgart), daß im Vordergrund allen Fühlens, Denkens und Han­delns in der Energiewirtschaft der deutsche Mensch tehen muß. Das Einzige, was wir haben unb auf )as wir uns verlassen können, ist das deutsche Volk elbst. Danach sprach Dr.-Jng. L u d o v i c i (Ber­lin) überTechnische Aufgaben im Rahmen der Reichsplanung". Unter den Aufgaben der Reichs­planung feien hauptsächlich drei grundsätzlich ent­scheidende herauszustellen: 1. die Beoölkerungs- politik, 2. die Volkswirtschaft und 3. die Wehrpolitik. Die Reihe der Vorträge schloß Direktor Dr.-Jng. h. c. Fritz Rosdeck (Düsseldorf), der sich überAuf­gaben und Pflichten der Werkführung" verbreitete. Während bei den Aufgaben, so führte der Vor­tragende u. a. aus, Verstand und Können den Aus­schlag geben, müssen bei den Pflichten Herz und Seele bestimmend fein.

AusstellungVolk und Wirtschafte in Breslau.

In der Breslauer Jahrhunderthalle fand die Er­öffnung der mit der Tagung des Vereins Deutscher Ingenieure verbundene Lehrschau V o l k u n d Wirtschaft" statt. Der Vorsitzende des Vereins Deutscher Ingenieure, Dr. Jng. Schult, wies darauf hin, daß die Ausstellung jedem Volks­genossen richtige Vorstellungen über die lebenswich­tigen Zusammenhänge zwischen dem Volk und sei­ner Wirtschaft vermitteln wolle. Die Ausstellung wolle durch einfache Tatsachen zum Nachdenken über die wichtigsten Zusammenhänge zwischen Volk und Wirtschaft anregen. Der Ausstellung sei noch eine Schau angeschlossen, die von Kultur und Technik handele und vor allem Zeugnis von der großen Ge- chichte der Technik ablegen wolle. Es sei bereits eine ganze Anzahl von Kulturdenkmälern technischer Art geschützt worden, um für die kommenden Ge­schlechter den einen oder anderen technischen Arbeits­pionier in geeigneter Form zu erhalten.

Ehrenurkunde sollte ihm in diesen Tagen über­reicht werden. Mit Professor Notz verliert Washing­ton einen hochsinnigen und überall geschätzten Ame­rikaner deutschen Stammes.

Aus aller Wett.

Unwetterkatastrophe in Mexiko, lieber hundert Todesopfer.

Eine furchtbare Naturkatastrophe oerroü- stete die in der Nähe von Mexiko-Stadt gelegenen Dörfer San Pedro, Actopan und San Gregorio. Die Zahl der Toten wird auf 150 bis 200 ge- schaht. An den hangen des Ajusco-Bergmassivs setzte ein Wolkenbruch von ungewöhnlicher Heftigkeit ein. Riesige Wassermassen stürzten von den hängen in die Ortschaften, alles mit sich reihend. Die Einwohner von San Pedro und Acto- pan waren, als das Unglück hereinbrach, in der Kirche versammelt. 3n wenigen Sekunden stieg das Wasser zwei Meter hoch. Alle Kirchenbesucher er­tranken. Die Flutwelle setzte mit auherordent- licher Geschwindigkeit ihren weg fort und erreichte bald darauf das Dorf San Gregorio, wo bisher 2 2 Tote gezählt werden. Die sofort eingeleiteten Rettungsmahnahmen der aus der Hauptstadt her- beigeeilten Feuerwehren wurden dadurch erschwert, daß die Einwohnerschaft wider st and leistete und forderte, man solle ihr ihre Toten belassen. Augenzeugen berichten erschütternde Einzelheiten der Katastrophe.

Präsident Cardenas besuchte das Unwetter- gebiet. Das Ausmaß der Verwüstungen ist dort nicht so groß, wie man anfänglich befurchtet hatte. Trotzdem schätzt man die Zahl der T o t e n zwischen 100 und 150. Bis zum Mittag waren 29 Leichen geborgen. Wie sich herausstellte, haben die Häuser

der verwüsteten drei Dörfer den Wassermassen ver­hältnismäßig gut standgehalten. Der Leiter des Bundesdistrikts weilte ebenfalls im Unwettergebiet. Er ordnete die sofortige Absendung von genügend Lebensmitteln und Rettungsmannschaften an.

56000 Todesopfer der Erdbeben­katastrophe in Belutschistan.

wie aus Quella berichlel wird, beträgt die Zahl der bei dem Erdbeben in Quetta und Umgegend ums Leben gekommenen Personen nach amtlichen Schätzungen '56 000. Ohne die unaufhör­lichen Bemühungen der Rettungsmannschaften, die sich hauptsächlich aus Militär zusammensehen, würde die Katastrophe noch erheblich größer sein. Innerhalb von zwei Stunden nach dem Einsturz der Stadt hat das Militär nicht weniger als 10 500 Personen lebend aus den Trümmern geborgen.

Todesurteil im Mordprozeh Titze.

Das Schwurgericht Glogau verurteilte den 20- jährigen Otto Titze aus Primkenau wegen M o r - d e s an der gleichaltrigen Hausangestellten Emma Ernst aus Glogau zum Tode. Titze hatte mit der Ernst ein Verhältnis, das nicht ohne Folgen geblieben war. Am 9. Dezember 1934 stieß er das Mädchen bei einem Spaziergang in die Oder. Als das Mädchen in dem flachen Ufer ans Land zurück- gehen wollte, ging er ihm nach und tauchte es so­lange unter, bis es kein Lebenszeichen mehr gab. In nassen Kleidern fuhr er bann mit dem Rade nach Primkenau zurück und vertraute sich einem Freunde an. Am 9. März 1935 erstattete dieser Anzeige bei der Polizei.

Selbstmord einer Berlinerin In einem buddhistischen Tempel.

In dem in der Nähe des chinesischen Sommer­kurorts Hangtschu in der Tschokiang-Provinz liegen­den Hwating-Tempels verübte die Berlinerin Herta Henschel Selb st mord durch Erhängen. Herta Henschel war vor zwei Jahren gemeinsam mit an­deren Berlinerinnen dem internationalen Abenteurer und jetzigen buddhistischen Mönch Trebitsch- Lincoln nach China gefolgt, wo sie ganz dem buddhistischen Glauben lebte. Seit ihrer Ankunft in China bis zu ihrem Tode weilte das Mädchen täg­lich im Hwating-Tempel, wo sie um ihr Seelenheil betete. Trebitsch-Lincoln hat für die Tote ein feier­liches buddhistisches Begräbnis angeordnet.

Ehefrau unter Mordverdacht verhaftet.

In der Wohnung eines erst dieser Tage nach Süchteln (Rheinprovinz) neu zugezogenen Ehepaares wurde der Ehemann erschossen aufgefunden. Nach Angaben der Ehefrau habe dieser sich im Verlause eines häuslichen Streites leibst erschossen. Da diesen Angaben jedoch kein Glaube geschenkt wird, wurde die Ehefrau unter Mordver­dacht verhaftet.

Geschwisterpaar

mit dem Motorrad tödlich verunglückt.

. Ein schweres Motorradunglück ereignete sich auf der BerlinHamburger Chaussee in der Nähe von Grabow. Der 18 Jabre alte Kellner Rolf Brauer unternahm mit seiner 17 Jahre alten Schwester Charlotte eine Motorradfahrt. Auf der Rückfahrt streifte das Motorrad einen entgegen­kommenden Kraftwagen und stürzte so schwer, daß das Mädchen auf der Stelle getötet wurde. Brauer erlag bald darauf feinen schweren Ver­letzungen. Das Motorrad wurde vollständig zer­trümmert.

Rlesenunterschlagungsprozeß gegen sechzig Sowjeldeamte.

Im ukrainischen Landwirtschaftskommissariat ist eine Riefenunterschlagung aufgedeckt mor­gen, an der nicht weniger als 60 Beamte, darunter sogar der ehemalige Gehilfe des Volks­kommissars für Landwirtschaft Ogi ja beteiligt find. Der Schaden, der dem Staat zugefügt wurde, beläuft sich auf mehrere hundert­tausend Rubel. Die Voruntersuchung durch das ukrainische Jnnenkommissariat, die frühere GPU., ist beendet. Die unter Anklage stehenden 60 Sowjetbeamten werden sich in diesen Tagen vor dem Obersten Gericht der Ukrainischen Repu- blick zu verantworten haben.

Die Unterschlagungen wurden in der Pferde- beschaffungszentrale des Landwirtschafts­kommissariats sowie in ihren sämtlichen Zweig­stellen in der Ukraine mit vorgetäuschten Doku­menten und Rechnungen verübt. Alle Rechnungs­belege wiesen ein Mehrgeld gegenüber der tatsäch­lichen Kaufsumme für die Pferde auf, das 300 bis 1000 Rubel je Pferd ausmachte und in die Taschen

Was eine Tänzerin zum Frühstück ißt nn- trinkt.

Ein gebratenes Täubchen und ein Gläschen Ungarroein und ein Scheibchen Ananas?Haha­ha!" lacht Hildegard die Hildegard Werlina vom Ballett der Frankfurter Oper:Ich trinr schon mal ein Schöppchen, ein Schöppchen Appel- woi. Aber zum Frühstück trink' ich Kathreiner! Jawohl' Malzkaffee!"

Wenn sie weiter erzählt, wie anstrengend und wie aufreibend die Arbeit der Tänzerinnen ist, dann versteht man: diese Mädels müssen ver­nünftig leben, genau wie die Sportsleute. Dis trinken ja wohl auch viel Kathreiner. Weil der das Herz schont und die Nerven stärkt! Und die braucht eine Tänzerin genau so nötig wie ein hübsches Gesicht und gut gewachsene Beine.