Ausgabe 
5.3.1935
 
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Dienstag, 5. Marz 1935

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhchen)

Nr. 54 Drittes Blatt

Die Feuchtigkeit im Kragen wird die Frage nach der I priesen, eineCurliste" aufgestellt, Stammbuchverse ...j.Lf.j hnhon miL für AtnmmHfi-hbruber wiederaeaeben, bis schließlich

Für

er Ä K Und cts ljabe ein Ä verbürgte Zwiegesprnche, emtz-irc.« milder Gott sich seiner Kümmernis angenommen, ein Verzeichn^ neuer ^Tiere trn zoologischen Gart n so stand er plötzlich, staunend und sehr verblüfft,. (auch einSchlammoeißer findet sich in dem Tier- unserem ehrwürdigen Schirm triefend gegenüber. !bestand^dann werden allerlei^Geheimmit g^

Jungen und Mädel in den Betrieben! Hitlerjugend und Deutsche Arbeitsfront rufen euch zum 2. Reichsberufswettkampf. Meldet euch sofort zur Teitnahme an!

Aus der provinzialhaupistadi. Oer Baumwollgreis mit Vosenkante.

Viele Häuser meiner Straße haben Vorgärten. Eiserne Gatter trennen ihre schmalen Erdstreifen vom Steinband der Straße ab. Und diese Gatter haben zweifelsohne etwas sehr Nüchternes, wenn auch die einzelnen Stäbe mit ihren pfeilblattförmi­gen Spitzen einen kriegerischen Eindruck erwecken könnten. Jedenfalls geht man ihnen vorüber, ohne sich dabei sonderlich interessiert zu fühlen.

Aber auch ein langweiliger Mensch kann sich plötz- leich eine leuchtende Krawatte umbinden. Dann bleibt man stehen und ist verblüfft. So ging es mir neulich mit einem der Vorgartengitter.

An einer Querleiste zwischen den dünnen Guß­eisenspeeren hing -nämlich ein Regenschirm. Ach, werden Sie sagen, was ist schon ein Regenschirm! Run, Sie haben diesen Regenschirm nicht gesehen. Mögen andere Schirme schlichte, seidebespannte Ge­stelle sein dieser Schirm war jedenfalls das reinste Abenteuer. Man besah ihn nicht, man er­lebte ihn. Er war geradezu ein museales Stück, ein Patriarch unter den Schirmen, ein würdiger Greis der Wetterabwehr. Blaue Baumwolle bildete seinen wichtigsten Bestandteil. Verschossen, aber immer noch mit auffälliger Leuchtkraft begabt. Seine Krücke war nicht in der nüchtern-modischen Form eines Keulenendes gestaltet, seine Krücke hatte viel­mehr Profil, eben jenes markante Profil, das wür­dige und noch sehr ansehnliche Greise auszuzeichnen pflegt. Nichts von belangloser Glätte. Tief gekerbt, wies dieser Griff kunstvolle Schnitzarbeit auf. Es war nicht ganz klar, ob dabei ein botanischer oder ein zoologischer Vorwurf behandelt worden war, denn es hätte gleichviel eine verkrümmte Schlange wie eine eigenwillige Orchidee sein können, die die­sem Schirm zum Anfassen diente. Aber in jedem Fall lag hier etwas Bedeutendes vor.

Die baumwollene Bespannung aber hatte noch eine Kante. Nicht irgendeinen beliebigen Abschluß­streifen, sondern gleichsam ein sinniges Spruchband. Im Sinne der ForderungLaßt Blumen sprechen!" war sie entstanden, denn sie zeigte in behäbiger Breite eine Kette von Nosenblüten. Mit sehr schö­nen, üppig entfalteten Blättern. Wie hübsch mußte

Wir Deutschen sind einVolk ohne Raum", wir haben keine Kolonien und müssen daher alles, was wir nicht selbst produzieren, aus dem Auslande einführen. Darum ist es nötig, jeden Fußbreit un­seres Bodens so zu nützen, daß er einen möglichst hohen Ertrag abwirft. Wir können es Ans nicht leisten, daß unsere Forsten von Schadinsekten, un­sere Felder von Ratten und Mäusen im Werte ver­ringert werden. Wir müssen diese kleinen Feinde mit allen Mitteln bekämpfen. Ein wichtiger Bun­desgenosse in diesem Kampfe ist wie seit langem bekannt der Vogel, der Singvogel als Jnsekten- vertilger, Raubvögel und Eulen als Feldpolizei.

Vogelschutz ist Forstschuh und Feldschuh.

Wie aber die Vögel schützen? Das Anbringen von Nistkästen allein genügt nicht. Wir müssen die ge­samte Biologie unserer Vögel erfassen, um mit un­seren Schutzmaßnahmen an der richtigen Stelle einsetzen zu können. Und gerade hier ist der Vo­gelring ein nicht zu unterschätzendes Werkzeug der Forschung. Er zeigt uns die Wege und Winter­quartiere unserer Zugvögel, er zeigt uns die Todes­ursache so manches beschwingten Kampfgenossen und damit die Gefahren, denen unsere Vögel ausgesetzt sind. Kennen wir aber diese Gefahren, so können wir auch versuchen, sie zu bannen. Durch Verträge mit denDurchreiseländern" können wir hier Ver­luste verringern. So hat z. B. Italien, dessenRoc-

Es stammt vom 17. Januar 1875. Das Blatt ko­stete vier Kreuzer. Wer ein Dutzend abnahm, er­hielt zwölf Stück. Gedruckt wurde es. in der Buch­druckerei von Eduard O t t m a n n in Gießen, die heutige Druckerei Heppler & Meyer. DasBlättche" brachte auf vier Oktavseiten gereimt und ungereimt eine Fülle von Humor, der, wie man leicht erraten kann, durchaus auf lokale Ereignisse, auf die Schwächen und Vorzüge Gießener Bürger und Mitglieder des Carnevalvereins zugeschnitten war und sicherlich bei manchem Leser jenes heimliche Grinsen oder gar homerische Gelächter ausgelöst haben mag, das man bei solcher Lektüre kaum unterdrücken kann, wenn man die Zusammenhänge kennt. Heute ist diese Carnevalszeitung nicht mehr ganz verständlich, weil ja diejenigen, die für den Spott nicht zu sorgen brauchten, meist nicht mehr unter uns sind. Vorsichtig wird die Zeitung aller­dings durch einen gereimten Schrieb eingeleitet, der den TitelUnd darum keine Feindschaft" trägt. Der Inhalt bringt, wie es in einer solchen Zeitschrift nicht anders zu erwarten ist, Ratschläge für Bräute oder solche, die es werden wollen, lustige, mehr oder

und Zigarrenhändler, Gastwirtsfrauen und Kauf­mannsgattinnen treffliche Laienspiele mit Schwung und Können aufführen, daß dröhnende Lachsturme das Haus durchbraufen. Sogar Text und Musik ma­chen diese begabten Bürger sich selbst.

Und es gibt ihrer viele. Wie sollte sonst das Programm der riesenhaften Fremdensitzun­gen in der Stadthalle gefüllt werden? Einer um den anderen steigt zum prunkvollen Thron des Elferrats empor, hinein in die23 ü t t", ein gro­ßes Faß mit luftigem Eulengestcht, um seine uber= mütig-derben, manchmal aber auch bissig-satirische Büttenrede" zu halten. Zehntausend sitzen dicht­gedrängt und klatschen begeistert Beifall, wenn die Pointesitzt" und die grünen Eulenaugen auf­leuchten.

Der Rosenmontag bringt endlich den Höhe­punkt: Den mit kritischem Witz künstlerisch gestalte­ten Festzug! Schwarz sind die Straßen von dichten Menschenmauern, begeistert wird jeder gute Einfall umjubelt. Farbige Papierschlangen wirbeln durch die Luft, Konfetti und Blumengrüße flattern aus den Fenstern. Nachmittags sammeln sich die Karne­valsgarden in ihren Feldlagern oder marschieren in Trupps durch die Stadt: Generäle, Offiziere, Sol­daten in den farbenfrohen, graziösen Uniformen der Nokokozeit, der Troß mit (Sektflaschen-)Artille- rie, Marketenderinnen und Feld(wein)apotheke hin­terdrein ... Für Griesgrame und Meckerer ist in den Karnevalstagen im frohen goldenen Mainz kein Platz, alle Sorgen ertrinken in den Wogen der Freude und des guten Weins, und Meister wird, wer's am närrischsten treibt!

Wintersport. Wiederum ist Pfronten das Ziel des Zuges, das mit den Nachbarorten die Urlauber aufnimmt. Gleichzeitig ist die Anfahrt erstmalig wieder ausgedehnt auf die wunderbare Fahrt durch den Schwarzwald (Triberg) über Friedrichs» Hafen, wo ein Frühstück die Teilnehmer am 31. März morgens erwartet. Der Besuch der Zep­pelinwerft schließt sich an. Die Weiterfahrt ins Ur­laubsgebiet wird noch einmal unterbrochen auf der Jnselstadt im Bodensee, Lindau. Hier werden alle Teilnehmer die Möglichkeit haben, die Stadt in ihrer Eigenart kennenzulernen. Nach einem gemein­samen Mittagessen geht es dann in das Urlaubs»

braucht ihre ganze gute Erziehung, um ihr Staunen zu verbergen. Sie hat diesen Herrn noch nie gc* sehen. Er lächelt weiter.Wie ein Verkäufer hinter dem Ladentisch", denkt Evelyne. Der Herr fragt, ob sie ihn wiedererkenne? Er sei ihr Nachbar aus der Parkettreihe. Er dankt ihr, daß sie feine Karten angenommen und seine Blumen und daß er eine Karnevalswoche lange dicht neben ihr sitzen durfte bei graziösen Melodien. Der Kapellmeister ist kein Genie, er schickte ihm trotzdem auch täglich eine Blume als kleinen Dank. Denn nun komme die Hauptsache. Er zog ein Etui aus der Tasche, ließ es aufschnellen, ein herrlicher Opal schimmerte in tausend Farben vor Evelyne. Sie errötete vor Freude und Verlegenheit und will sagen, daß sie natürlich solch ein Geschenk niemals annehmen kann. Der Herr lächelt und sagt:Geschäft ist Ge­schäft. Ich wußte, wenn Sie ihn sehen, können Sis nicht .Nein' sagen", und nennt eine achtbare Geld­summe.

Der Aschermittwoch ist also da! Evelyne bitter, ihr den Ring zu schicken. Das Geld dafür würds dem Ueberbringer ausgehändigt werden

Evelyne trägt diesen Opal alle Tage. Fred, der inzwischen ihr Gatte geworden ist, hat nie erfahren können, woher dieser Ring stammt. Er ist ein wenig eifersüchtig auf diesen Ring; und eigentlich trotz alledem nicht mit Unrecht...

coli" alljährlich Hunderttausende unserer Zugvögel zum Opfer fielen, einen wirksamen Vogelschutz ein« geführt.

Die Beringung zeigt uns auch, welche Vogel all­jährlich das'alte Nistgebiet aufsuchen und welche zumAbwandern" neigen. Ferner erlaubt sie bei planmäßiger Bearbeitung bestimmter Dogelkolonien die Aufstellung vonStammbäumen".

Alle diese und noch viele andere Möglichkeiten geben uns ein Bild von den Einzelheiten des Vogellebens, und damit die Erkenntnisse, die zu einem umfassenden Vogelschutz nötig sind. So ist die Vogelberingung ein Hilfsmittel zum Schuhe unserer Wälder und Felder.

Und wir nützen dieses Werkzeug, ist doch die Vogel­warte Helgoland mit ihren zahlreichen Mit­arbeitern und insgesamt über einer halben Million Beringungen die g r ö ß e B e r i n g u n g s z e n- träte der gesamten alten Welt. Jährlich werden weit über tausend ihrer beringten Vögel zu­rückgemeldet. An nächster Stelle folgt die Vogelwarte Rossi11en. Die Rückmeldungen bilden ein Ma­terial, das sich dauernd vergrößert und ständig zu neuen Ergebnissen führt. So hat die von dem Dä­nen Mortensen zuerst systematisch begonnene Vogelberingung in Deutschland ihren größten Aus­bau erfahren.

für Stammtischbrüber wiedergegeben, bis schließlich auf der letzten Seite das dicke Ende kommt und die Fastnachts-Schriftleitung berichtet, daß sie statt der guten Wünsche" für das Unternehmen lieber Geld in Empfang nehmen würde.

Das vergilbte Blatt ist eine kleine Reminiszenz einer vergangenen Zeit, der man sich am Fa- chingsdienstag gern einmal erinnern kann.

Wer mag wissen, wie es kam, daß Evelyne plötz­lich vor derPergola" steht, dem schönsten Theater von Florenz! Sie liest die Anzeigen der Operetten« Gesellschaft, die hier gastiert für diese letzte Karne­vals-Woche. Der Kapellmeister wird gerühmt mit allen schönen Beiworten der musikalischen Sprache.

Es fehlt noch eine Minute bis zum Beginn der ersten Vorstellung desGrafen von Luxemburg".

Als derMaestro" den Taktstock zum Beginn heben will, verzögert sich dies, weil die Tür noch einmal geöffnet wird. Evelyne ist es, die ihren schnell gekauften Platz noch zu erreichen sucht. Sie sitzt in der ersten Reihe, schräg hinter dem Dingen« tenpult. Sie lächelt den mit erhobenem Taktstock Gehemmten verlegen an. Er lächelt zurück, wie nur ein italienischer Musiker lächeln kann. Dieser Aus­tausch des Lächelns wiederholt sich in jeder Pause, die die fröhliche Partitur dem Taktierenden gönnt. Nach Schluß der Vorstellung hilft der Theater­diener Evelyne übereifrig in den Mantel. Auch er lächelt dabei geheimnisvoll. Kein Untergebener im Land Italien, der sich nicht im notwendigen Augen­blick in einen Amor zu verwandeln versteht! Rich­tig, Evelyne findet in der Tasche ihres leichten Mantels eine Eintrittskarte für den Platz, den sie eben innegehabt für die folaende Abendvorstellung. Man soll denWalzertraum geben. Evelyne nimmt sich fest vor, die Vorstellung nicht zu besuchen. Aber im Moment, wo der Kapellmeister den Taktstock zum Anfang hebt, ist sie da. Auf ihrem Platz liegt ein Busch prachtvoller Nelken. Eine von der gleichen Sorte hat der Kapellmeister am Rockaufschlag. Bei dem berühmten Walzerlied wiegen sich zwei Lächelnde zart im Takt.

Nach Schluß der Vorstellung ist der Theater­diener wieder hilfsbereit. Evelyne findet in ihrer Manteltasche die Karten für ihren Platz für alle Vorstellungen der Operettengesellschaft; für nach­mittags wie für abends Sie versäumt keine.

Am Fastnachts-Dienstag ist großer Maskenball im Theatro della Pergola. Die elegante Welt von Florenz trifft sich dort maskiert. Um 11 Uhr taucht Evelyne dort auf inmitten eines kleinen Trupps befreundeter Ausländer. Sie findet sofort einen Tänzer. Er trägt an der Kapuze seines Domino eine Nelke und einen Violinschlüssel. Es scheint Evelyn- nicht schwer zu erraten wer ihr Tänzer ist Auch ihren Domino schmucken Nelken. Man tanzt schweigend. Man ist sich darüber klar, daß Musik mehr zu verraten mag als Worte.

Kurz vor Mitternacht sitzen sie m einer stillen Nische des Nebensaales.

Die Uhr schlägt Zwölf, und die Masken fallen. Vor Evelyne steht ihr Tänzer und lachett. Sie

Oie Iaflenbretzei".

Es gab einmal eine Gießener Faschingszeilung.

Das wissen sicherlich viele Gießener nicht mehr, daß es in unserer Stadt auch einmal eine Fast­nachtszeitung gab, die sichDie Fastenbretzef' be­titelte und von demCarnevalverein Türkei als einAmts- und Regierungsblatt" herausgegeben wurde. Frau Kaiser, Bleichstraße 42, stellte uns eines dieser kleinen Blättchen dieser Tage zu.

Deutsche Arbeitsfront.

NZ.-GemeinschaflKraft durch Freude".

Urlaubszug in die Pfalz vom 23. bis 3 0. März; Kosten 29,50 Mark. In fast nächster Nähe unseres Heimatgebietes gelegen und doch so unbekannt ist die Pfalz, die ihre Reize in ihrer landschaftlichen Schönheit mit den Burgen und Ruinen und den reichen Wäldern birgt. Neu- stadt, Hardt, Hambach sind die Quartierorte, die unsere Urlauber aufnehmen. Spaziergänge in ausreichender Art führen in die verschiedensten Rich­tungen des Pfälzer Landes. Aber auch eine Kost­probe des Pfälzerlandes im Pfälzerwein wird den Urlaubern geboten. Ein Tag während der Urlaubs­dauer wird alle Urlauber zusammenführen zu einer gemeinschaftlichen Fahrt in die alte Domstadt Speyer am Rhein. Die Abfahrt ist vorgesehen für den 23. März nachmittags, die Rückkehr am 30. März mittags, so daß alle Teilnehmer bereits in den Nachmittagsstunden ihre Heimat erreichen. Schlußtermin für die Anmeldung: 16. März.

Urlaubs <3 ug in den Allgäu vom 3 0. März bis 7. April; Ko st en 33,50 Mk. Noch einmal bietet sich der winterliche Allgäu unfe« I rert Urlaubern mit einer letzten Möglichkeit für den

Pfundsammlung in der Ortsgruppe Mitte.

Wir teilen allen Hausfrauen mit, dH am Don- n e r s t a g , 7. M ä r z , im Bereich btt Ortsgruppe Mitte die Pfundsammlung durchgeführt wird, und wir bitten, auch diesmal so reichlich wie bisher

rechtlichen Zugehörigkeit nicht lange haben auf­keimen lassen. So wie der Ertrinkende sich nicht viel darum kümmert, welcher Reederei der zuge­worfene Rettungsring gehört, so nahm der Regen­nasse den Schirmgreis von der Querleiste. Mit seli­gem Lächeln wird er ihn entfaltet haben, und als ein Geborgener ist er dann entschritten, die Hand um das naturwissenschaftliche Problem der Krücke gelegt, der Unbill des Regens den Zauber baum­wollener Rosen getrost entgegenzusetzen.

H. B. v. M.

gebiet, wo am 31. März, abends, der Zug eintreffen wird. Ausflüge an den Felshängen des Alpen­landes werden am Tage die Urlauber beschäftigen, soweit sie nicht durch Wintersport ihre Erholung suchen. Heimatabende werden Bevölkerung und Ur­lauber zusamm-nführen. Schlußtermin für die An­meldung: 15. März.

Vnchslustschuhbund, Ortsgruppe Gießen.

Besuch der Großen Luftschuhausstellung in Frank­furt a. M. mit Sonderzug am Sonntag, 10. März.

Alle Mitglieder des Reichsluftschutzbundes, insbe« sondere die Amtsträger und ausgebildeten Luftschutz­bauswarte, werden zur Teilnahme an der Gemein­schaftsfahrt hiermit aufgefordert.

Fabrpreis einschließlich Eintritt 2,40 Mark. Ge­naue Abfahrts- und Rückfahrtszeiten, sowie Zeit und Ort des Antretens werden in der Presse noch be­kanntgegeben.

Verbindliche Anmeldungen zur Teilnahme habett bis Dienstag, 5. März, 18 Uhr, zu erfolgen, ent­weder an die Ortsgruppen der NSDAP, oder an die Revierführer des RLB., also für die Einwoh­ner im Polizeirevier I an Revierführer Elotz, Wiesenstraße 2, für die Einwohner im Polizei­revier II an Revierführer North, Ebelstraße 17«

Ortsgruppe Gießen des RLB.

I. A.: gez. Schuchardt.

NGLB.

Arbeitsgemeinschaft für Fibelbesprechung, Bezirk Gießen-Stadt und Giehen-Land.

Mittwoch. 6. März, 15.30 Uhr, Zusammenkunft in der Schillerschule zu Gießen.

Das Vflücken von Weidenkätzchen ist verboten!

Am vergangenen Sonntag konnte man beobachten, wie trotz des kreisamtlichen Verbotes Zweige mit Weidenkätzchen, mitunter recht dicke Bündel, mit nach Hause genommen wurden. Mei­stens sind sich die Betreffenden der Strafbarkeit ihrer Handlung nicht bewußt. Bekanntlich schützt aber dieser Umstand nicht vor Strafe. Diese Art ,,Naturfreunde" hinterlassen ihren spazierengehenden Mitmenschen, die sich ebenfalls an den ersten Früh­lingskindern der Natur erfreuen wollen,, nur ver­stümmelte Sträucher, traurige Reste. Daß sie neben­bei auch eine beliebte und ertragreiche Bienenweide zerstören und damit gegen volkswirtschaftliche Interessen ver- st o ß e n , kommt ihnen nicht zum Bewußtsein. Auch ohne Verbot und Strafandrohung muß es für jeden . anständig Denkenden heißen:

Hände weg von den Weidenkätzchen! Volkstum und Heimat; Landschaft Rheinfranken- Nassau-Hefsen. Ortsring Gießen Naturschutz.

Daten für den 5. März.

1534: der italienische Maler Antonio Allegri da Corregio in Corregio gestorben; 1904: der preu»

zu spenden.

Die Lebensmittelpakete werden von den Samm­lerinnen ab 9 Uhr abgeholt. Um unsere Arbeit zu erleichtern, bitten wir, Inhalt und Gewicht durch Aufschrift auf die Umhüllung kenntlich zu machen, jede Spende 'wird eine Quittung erteilt.

Amt für Volkswohlfahrt.

Zeitschriften.

Dem Bedürfnis nach Aufklärung über die re« ligiöfen Auseinandersetzungen unserer Zett kommt das neue Heft derSüddeutschen Monats­hefte" (München)Prägungen germanischer Reli­giosität" nach. Aus dem weiten Umfang der altari­schen Religiosität führt Hermann Mandel zu der besonderen germanischen Haltung. Auf eine wenig bekannte Formung des ersten Zusammentreffens von Christentum und Germanentum, die arianisch- gotische Religiosität, wirst der Aussatz von Edmund Weber überraschende Lichter. Daß es nicht Zugezeigt ist, Katholizismus und Protestantismus einfach ent- gegenzusetzen, zeigt Alois Dempf in feinen "Abfüh­rungen über Meister Eckhart, der auf dem Boden der allgemeinen abendländischen Religiosität doch eine besondere und unverkennbare deutsche Fröm­migkeit entwickelte. Arnold Oskar Meyer schildert Grundlagen und Entwicklung der Religiosität Bis. marefs. In einem formvollendeten Essay über Kierkegaard schilderte Emanuel Hirsch das Ringe« dieses "so germanischen Dänen mit der Unerbittlich» Feit Gottes. Erich Vogelsang schreibt über die Fröm­migkeit im Heliand.

Meenzer Faffenacht."

Von Franz 3- Schwarzenstein.

Mainz im Sommer, das ist bereits Inbegriff rheinhessischer Fröhlichkeit und Heiterkeit. Nun aber er ft Mainz im Winter, im Karneval! Da kennt der sommerliche Reisende das alte Moguntiacum kaum wieder so toll brandet die Lustigkeit derM e e n - z k r F a s s e n a ch t" durch die Gassen und Straßen. Erst vor dem Dom macht der wilde Strom karne­valistischer Begeisterung halt; dicht genug rückt er dem gewaltigen Recken an die grauen Quader­mauern: Vor dem Ostchor ist das traditionelle Feldlager der P r i n z e n g a r d e, einer jener Heer­säulen närrischer Karnevalssoldaten, ohne die eine richtige Fastnacht nicht denkbar ist. .

Es ist schon so: Auf sommerlicher Rhemfahrt schweigt der Fremde ehrfurchtsvoll vor den Denk­mälern aus tausendjähriger Geschichte. Doch jetzt, im Karneval, hat der Herr Fremdenführer eine luftige Narrenkappe auf, feine Augen blinzeln E- schmitzt, er bietet dir wider alle Etikette vielleicht sogar den Arm und macht aus dir, selbst wenn du einsteifer" Norddeutscher sein solltest, einen spring­lebendigen Freund ausgelassenen Fastnachtsjubels. Erst wenn man den Karneval miterlebt, lernt man Meenz und die Meenzer" richtig kennen. Wo gibt es ein Fastnachts- und Rosenmontagstreiben von solcher Urwüchsigkeit? Es ist, als sei die ganze Stadt auf den Kopf gestellt, als hätte jung und alt über­haupt nur noch Sinn für luftige harmlose Spaße, für Mummenschanz und frohen Tanz. .

Alles läuft in phantastischen Kostümen einher. Schon die Kleinsten müssen ihreMaske" haben, und wenn's nur ein buntes Papiermützchen ist, das die Großmama selber dem Baby im Kinderwagen aufs Köpfchen fetzt. Und selbstverständlich darf die Pritsche" nicht fehlen, jene ungefährliche Hiebwaffe ber Narren, die beim Schlagen einen Höllenlärm macht. Wahre Pritschenschlachten werden ausgetra­gen, bis die Gegner häufig sind auch schöne Geg­nerinnen dabei! aufhören müssen, weil das Schlagzeug sich in seine papiernen Bestandteile auf­löst Himmel, was haben die Straßenfeger für Berge zerschlagener Pritschen wegzuräumen! Aus ihrer Höhe weissagen sie den Stimmungsgrad des nächsten Tages .

Wie bei den römischen Saturnalien Herren und Knechte für Tage ihre Rollen vertauschten, so ma- chpn's noch heute im Karneval die Mainzer mit ihren Schauspielern im Stadtheater. Die Stars sitzen im Zuschauerraum, derweil auf der Buhne biedere Schuhmacher und Klempner, Böttchermeister

Warum Vogelberingung?

Von Or. H. Schildmacher.

Floreniinisches Abenteuer.

(Sine Faschingsgeschichie von Alice Verend.

In Florenz ist Karneval! Es ist schon März. Das Wetter ist herrlich, Tag und Nacht klingen die Gitarren. Ein Getümmel von Maskierten und Spaßmachern ist auf der Sonnenseite der Straßen zwischen Blumen und buntem Konfetti, darüber der blaue Himmel. Auch Evelyne, die junge Eng­länderin, hat sich angewöhnt, den ganzen Tag und die halbe Nacht unterwegs zu sein. Sogar ihre Opalsammlung ist ihr gleichgültig geworden; es kümmert sie nicht, daß jedesmal, wenn sie aus per Buntheit der Straßen in die Hotel-Pension zuruck- kehrt, ein Juwelenhändler sie vergeblich gesucht hat mit dem Angebot eines ganz selten schonen Steines. Sie will endlich einmal etwas erleben, bevor sie nach Haus zurückkehrt, um Fred zu heiraten, mit dem sie seit ihrer Kindheit verlobt ist.

es sich doch, rosenblattgeschützt, unter diesem blauen Baumwolldach im Regen wandeln lassen, die Orchi­deenschlange oder Schlangenorchidee fest in der Hand! Während ich noch dieser lieblichen^ Vorstel­lung nachträumte, schlug mahnend die nahe Kir­chenuhr, und ich stürzte zum Büro, nur ungern den Wettergreis mit der Rosenkante zurücklassend.

Im Büro übersann ich dann den zweiten Teil dieses Abenteuers, nämlich den problematischen. Wie kam der Baumwollpatriarch überhaupt an das Vorgartengitter? Zunächst lag es nahe, dahinter die Tat eines der Professoren zu vermuten, wie sie immer wieder in Witzblättern abgebildet werden. Aber dieser Schirm war nicht stehengelassen wor­den. Er hing vielmehr hoch und säuberlich an der eisernen Querleiste und mußte also mit Vorbedacht dort abgelegt worden sein. Warum dann aber dies? Ml)n hängt doch so ein tadellos erhaltenes, ehr­würdiges Stück nicht einfach am Vorgarten auf? Das wäre ja geradezu ein Akt der Gefühlsroheit gewesen, noch dazu angesichts der Rosenkante! Nein, hier lag nichts anderes als ein krasses Rät­sel vor, dessen Losung schlechthin unerfindlich.

Aber sei dem nun wie auch immer, auf dem Nachhauseweg regnete es, und als ich an der be­wußten Stelle vorbeikam, mit begreiflicher Vor­freude erfüllt, war der Schirm weg. Wo am Mor­gen noch blaue Baumwolle und rosa Rosen hingen, da waren jetzt nur noch graue Eisenstangen. Und mochte vorher ber ganze Fall vom Dämmer der Geheim­nisse umschattet gewesen fein, in seiner Fortsetzung war er sonnenklar. Irgend jemand war mißmutig unter rieselndem Tropsenfall durch die Straße ge­kommen, und der Regen lief ihm in den Kragen. Schirmlos und ungeschützt vor der nassen Kälte