Ausgabe 
5.3.1935
 
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Nr. 54 Zweiter Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

Dienstag, 5.MrzM5

DieLeipzigerMeffe,-asdeuischeSchaufensterzurWeli

Steigerung der Aussteller und Besucher.

Von unserem Sonder-Äerichierstatier. Leipzig, den 4. März 1935.

Die Wiederbelebung der deutschen Wirtschaft seit der Machtübernahme durch den Nationalsozialismus zeigt sich naturgemäß mit besonderer Deutlichkeit an dem außerordentlich zuverlässiaenBarometer", das die Leipziger Messe für Deutschlands Industrie und Handel bedeutet. Nach den immer katastropha­ler werdendenKrisenmessen", die mit der Herbst­messe des Jahres 1931 mit voller Schärfe einsetzten, zeigt die Entwicklung der Leipziger Messe seit dem Jahre 1933 eine deutlich ansteigende Ten­denz, die diesmal allem Anschein nach dazu füh­ren wird, daß wir zum ersten Male seit dem Be­ginn der Wirtschaftskrise wieder einegroße" Messe erleben werden. Ein paar Zahlen mögen die Entwicklung der Leipziger Messe im neuen Deutschland veranschaulichen. Auf der Frühjahrs­messe 1933 hatten insgesamt 6417 Firmen ausge­stellt, im Frühjahr 1934 waren es 7406 Firmen und diesmal beträgt die Zahl nach den bisherigen Feststellungen des Meßamts 8076. Damit ist zum ersten Male seit der Frühjahrsmesse 1930 d i e Za hl 8000 wieder überschritten worden. Die gleiche Tendenz zeigt die Entwicklung der Be­sucherziffern: im Frühjahr 1933 waren 91 500 Meßgäste nach Leipzig gekommen, ein Jahr darauf waren es bereits 142 500 und diesmal wird aller Voraussicht nach eine noch erheblich höhere Besucherzahl erreicht werden. Mancherlei Anzeichen lassen dies erkennen: die Zimmerbestellungen sind ganz wesentlich höher als im Vorjahr, die Zahl der vorgesehenen Sonderzüge hat erheblich zuge­nommen, viele von ihnen mußten sogar doppelt gefahren werden. Auch sonst lauten die Berichte über den Einkäufer-Besuch aus dem In- und Aus­land durchwegs erheblich günstiger als im Vorjahr.

Reichhaltiges Angebot.

Die Zahl der deutschen A u s st e l l e r ist im Vergleich mit dem Vorjahr von 6810 Firmen dies­mal auf 7538 gestiegen; an dieser verstärkten Be­schickung sind fast alle deutschen Gaue beteiligt, nur Sachsen hat einen geringen Rück­gang der Ausstellerzahl zu verzeichnen. Branchen­mäßig sind besonders die Gruppen Hausrat und Wohnbedarf, Möbel, Musikinstru­mente unb Kunstgewerbe stärker als im Vorjahr vertreten; eine etwas geringere Beteiligung weisen die Branchen Spielwaren, Beleuchtungs­körper, Elektrotechnik und Edelmetallwaren auf.

Das Ausland ist diesmal etwa ebenso stark wie im Vorjahr auf der Messe vertreten: insgesamt stellen 538 ausländische Firmen aus 19 verschiede­nen Ländern (im Vorjahr 547) zur Messe aus. Be­sonderes Interesse wird die außerordentlich umfang­reiche japanische Kollektivausstellung finden: Japan ist mit nicht weniger als 180 Aus­stellern zur Stelle, die rund 8000 Muster zeigen. Außer Japan veranstaltet noch Italien eine Kollektivausstellung, die von etwa 30 Firmen be- schickt ist..Unter den fremden Einzelausstellern steht die Tschechoslowakei mit Glas-, Porzellan- und Scymuckwaren, Raucherartikeln und Galanterie­waren, Spielwaren Küchengeräten und Musikinstru­menten an der Spitze. Es folgen Oesterreich mit Edelmetall- und Schmuckwaren, kunstgewerblichen Erzeugnissen, feinen Leder- und Papierwaron, U n - garn mit Kunstgewerbe, die Schweiz mit Textil­maschinen, sowie England und eine Anzahl an­derer Länder mit Maschinen, chemischen Erzeug­nissen und Produkten der Photobranche.

Wie wird das Exportgeschäft?

Für die deutsche Wirtschaft ist die Leipziger Früh­jahrsmesse 1935 in vieler Beziehung von ganz be­sonderer Bedeutung: handelt es sich doch um die erste Messe nach dem Inkrafttreten desNeuen Planes", den Reichsbankpräsi­dent Dr. Schacht anläßlich eitles Presseabends auf der letzten Herbstmesse angekündigt hatte. Daß derNeue Plan" für eine Exportaktion größten Stils, wie wir sie in der Leipziger Messe vor uns haben, von entscheidender Bedeutung sein muß, ist ja selbstverständlich die kommenden Tage werden nun zu zeigen haben, wie sich seine Bestimmungen auf das Messegeschäft auswirken. Alle mit Deutsch­land handeltreibenden Staaten sind daher gerade an der kommenden Frühjahrsmesse besonders interes­siert; diese Tatsache gibt sich auch daran zu erkennen, daß diesmal eine Steigerungder Besucher­zahl aus dem Auslande um mindestens 25 v.H. zu erwarten ist. Insgesamt rechnet man mit 20 000 Messebesuchern aus dem Auslande, das sind etwa 4000 mehr als im Vorjahre!

Besonders stark ist die Zunahme an Besuchern aus den Ländern, die die schwersten wirtschaftlichen Krisenjahre überwunden haben und sich nunmehr bereits in einem mehr oder weniger ausgeprägten Aufschwung befinden. Dies gilt vor allem für Belgien, Dänemark, Estland, Finnland, Großbritan­nien, Luxemburg, Niederlande, Norwegen und die Türkei. In gleichem oder noch stärkerem Umfange wirken sich die handelspolitischen Bezie­hungen auf die Besucherzahl aus den einzelnen Ländern aus. So zeigen die Staaten, mit denen Deutschland erst jetzt wieder neue Abkommen geschlossen hat, wie Jugoslawien, Polen, Spanien usw., eine sehr starke Besucherzahl. Aus den Ver­einigten Staaten sind diesmal rund 500 Besucher angemeldet, während diese Ziffer im Vor­jahre nicht einmal von den Besuchern aus Nord-, Mittel- und Südamerika zusammen erreicht wurde!

Ueberhaupt wird auf dieser Messe nach langer Zeit wieder der Einkäufer aus Uebersee der bei den letzten Messen leider nur recht selten zu sehen war vermutlich stärker als bisher in das Geschäft eingreifen. Diese Veränderung geschieht weniger darum, weil sich die überseeischen Länder nun wesentlich mehr als früher für die deutschen Waren interessieren, sonder sie handeln im w o h l- verstandenen eigenen Interesse. Die überseeischen Länder, aus denen Deutschland bisher gewaltige Mengen von Rohstoffen bezogen und dadurch seine Handelsbilanz mit diesen Ländern stark passiv gemacht hat, haben erkannt, daß unter

der straffen Führung der nationalsozialistischen Wirtschaftspolitik ihr Absatz nach Deutsch­land ernstlich gefährdet werden wird, wenn keine Einigung auf der Basis der Gegen­seitigkeit zustandekommt. Aus diesen Gründen ist in den letzten Monaten das Kompensationsge­schäft Rohmaterialien aus Uebersee gegen deut­sche Fertigwaren stark in den Vordergrund ge­treten. Derartige Geschäfte aber mit ihren kom­plizierten Einzelheiten lassen sich naturgemäß mündlich besser als schriftlich erledigen, und auch dieser Grund hat dazu beigetragen, das Interesse des Auslandes für die Messe zu verstärken. Inwie­weit sich allerdings diese günstigen Faktoren nun in tatsächlich erzielten Exportaufträgen auswirken werden, läßt sich nach dem ersten Messetage noch nicht übersehen. Immerhin sind diesmal die Aus­sichten für eine Besserung des darniederliegenden Exportgeschäftes zweifellos erheblich besser als im Vorjahr.

Was zeigt die Neffe?

In den Ständen der Aussteller sieht man dies­mal eine ganze Reihe von Neuheiten, die im Zu­sammenhang mit den Rohstoff- und Devisenproble- men durch die Richtungsänderungen der deutschen Produktion hervorgebracht sind. Auf der Textilmesse spielen die neuen Erzeug­nisse aus Kunstspinnfaser eine große Rolle, Gegen­stände aus Kunstharz und Preßstoffen, sowie die Maschinen zur Bearbeitung dieses Materials zeigen, daß in zahlreichen Artikeln der Branchen Haus- und Küchengeräte das metallische Material durch Preßstoff ersetzt wird. Die gleiche Entwick­lungsrichtung macht sich auf der Technischen Messe bemerkbar, wo beispielsweise die Umstel­

lung auf heimische Treibstoffe zu einer erheblichen Zunahme des Angebots an Dieselmo­toren geführt hat, die für solche Treibstoffe ein­gerichtet sind. Auch sonst begegnet man in vielen Ständen recht interessanten Versuchen, deutsche Roh­stoffe und deutsches Material an die Stelle der bisher vom Ausland eingeführten zu fetzen. Man sieht bei­spielsweise sehr geschmackvolle Beleuchtungs­körper aus Porzellan statt aus Bronze, in der' Elektrotechnik ist eine starke Zunahme der Ver­wendung von Aluminium an Stelle von Kupfer zu beobachten, und auch sonst macht sich vielfach das Bestreben bemerkbar, von der Be­lieferung mit ausländischen Rohstoffen nach Mög­lichkeit unabhängiger als bisher zu werden.

Ganz allgemein ist über das Angebot auf dieser Messe zu sagen, daß sich in nahezu allen Branchen noch viel deutlicher als bei der vorigen Frühjahrs­messe der Qualitätsgedanke durchgesetzt hat. Zwei Gründe sind hierfür veranwortlich zu machen: die langsam, aber stetig ansteigende Hebung der innerdeutschen Kaufkraft hat dazu geführt, daß der Verbraucher sich wieder denLuxus" leisten kann, an die Qualität der von ihm zu erwerbenden Waren höhere Ansprüche als bisher zu stellen auch dann, wenn er einen etwas höheren Preis als für die standardisierte Maffen- roare zu zahlen hat. In der gleichen qualitäts- fteigenden Richtung wirken die Erfahrungen, die in der letzten Zeit beim Export gemacht worden sind. Das Ausland hat verhältnismäßig wenig In­teresse an der billigen deutschenExportware" im früheren Sinne, da in den billigen und billigsten Preislagen andere Lieferanten (Japan !) zur Genüge vorhanden sind. Wohl aber besteht Nach­frage nach der hochwertigen deutschen

Qualitätsware, die eben doch wie die Er­fahrung gezeigt hat durch die Erzeugnisse an­derer Länder nicht so ohne weiteres zu ersetzen ist und daher vom ausländischen Verbrau­cher verlangt wird. Man kann bei einem Rundgang durch die Messe fast überall feststellen, wie weitgehend die Rückwendung zur Qualität schon durchgeführt ist; soweit es noch nicht der Fall ist, wird die Konkurrenz der besseren Ware ganz von selbst ein Einschwenken in diese Linie erzwingen.

Wie wird das Geschäff?

Es ist eine alte Erfahrung, daß man nach dem ersten Messetage noch kein wirklich zuverlässiges Ur­teil über den Verlauf des Geschäfts fällen kann, weil die Einkäufer sich zunächst über das gesamte Angebot gründlich zu orientieren und erst in den folgenden Tagen ihre Aufträge zu erteilen pflegen. Immerhin war schon heute festzustellen, daß an vielen Ständen bereits eine lebhafte Ver­kaufstätigkeit eingesetzt hatte; die an diesem ersten Messetage erzielten Umsätze sind in nahezu allen Branchen ungewöhnlich groß größer als sie seit Jahren zu beobachten waren. Auch Ex­portaufträge sind bereits erzielt worden, allerdings wird hier das Geschäft erst in den näch­sten Tagen voll einsetzen. Der Andrang in den Messehäusern war wirklich so, wie auf einer der großen" Messen früherer Jahre auf dem Ge­lände der Technischen Messe wurden trotz des schlechten Wetters gegen Mittag bereits 46 000 Be­sucher gezählt! Im ganzen ist nach dem Ergebnis des heutigen Tages festzustellen, daß der geschäft­liche Erfolg dieser Messe gut, in vielen Branchen sogar sehr "gut zu werden verspricht.

Dr. Heinz Wolle reck.

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Technische Neuigkeiten auf der Frühjahrsmesse

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Die Leipziger Frühjahrsmesse brachte interessante technische Neuheiten. Auf unserem Bild sieht man links einen modernen Schlepplader zum Fördern und Laden bei Erdbewegungen. Der in der Mitte oben gezeigte elektrische Heißwasser-Apparat, wohl der kleinste elektrische Heißwasserspeicher, wird mittels Steckkontakt an die Stromleitung angeschlossen und kostet 9,50 RM. Die Schiebkarre (unten) ist mit einem Raupenband versehen und hat den Vorteil, daß sie bei weichem Boden nicht so schnell einsinkt. Das Bild rechts zeigt einen Klein-Schwinglader, der auf Lastwagen montiert werden kann.

Der Führer als erster und letzter Vesucher der Automobil-Ausstellung.

Wie die NSK. mitteilt, stattete der Führer gestern der Merced es-Benz-Rennsport - Aus­stellung im Pavillon gegenüber der Halle 1 einen Besuch ab. Diese Sonderschau wurde um einen Tag länger offengehalten, da der Führer den Wunsch äußerte, die ausgestellten historischen Wa­gen noch zu besichtigen. Von Direktor W e r l i n und von Hentig und Altmeister Lauten- s ch l ä g e r geleitet, ließ er sich die einzelnen Daim­ler- und Benz-Wagen von 1889 bis zum neuesten Weltrekord-Wagen erklären. Besonderes Interesse erweckte der Benz - Vis ä Vis, der 1898 das erste Automobilrennen der Welt mit einem Stunden­durchschnitt von 20,5 Kilometer gewann. Bei dem ausgestellten Daimler-Motor 1884 ließ sich der Füh­rer die Zündung und den Qberflächenvergnser er­klären. Besonderes Aufsehen erweckte der Mercedes­wagen vom Jahre 1906, mit dem Baron de Ta­ters schon damals eine beachtliche Geschwindigkeit von über 100 Kilometer erzielte. Ferner der Benz- Rekordwagen, 200 PS, der 1911 in Amerika den Weltrekord von 228 Stdkm. erreichte; ein Rekord, der erst im Jahre 1924 mit einem fünfmal stärkeren Wagen geschlagen wurde. Die Konstruktion des Benz-Weltrekordwagens bezeichnet der Führer auch heute noch als sehr beachtenswert. Unter den alten Benzwagen entdeckte er auch einen Benz-Victoria 1897, das erste Automobil, welches er damals als Junge zu Gesicht bekam. Lautenschläger erklärte noch Einzelheiten über seine Grand Prix-Siege 1908 und 1914. 1908 erzielte er einen Durchschnitt von 111 Kilometer auf einer 770 Kilometer langen Strecke bei zwölfmaligem Reisenwechsel. 1914 war der Stundendurchschnitt 105 Kilometer auf schwie­riger, kurvenreicher Strecke. Der Führer hörte den Ausführungen mit Interesse zu. Mit diesem letzten Besuch des Führers hatte die bedeutendste aller bis­her veranstalteten Automobilausstellungen einen würdigen Abschluß gefunden.

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Beim Führer und Reichskanzler ging das fol­gende Telegramm ein, das den Dank der In­dustrie und der Verbraucherschaft zum Ausdruck bringt:

An den Führer und Reichskanzler! München.

Im Augenblick des Abschlusses der größten Auto­mobilausstellung der Welt danken wir, Industrie

und Verbraucherschaft, Ihnen, unserem Führer, nochmals von ganzem Herzen für die gewaltige Förderung der Kraftoerkehrswirtschaft, die Sie uns und damit unserer gesamten Volkswirtschaft haben zuteil werden lassen. Wir geloben auch in diesem Augenblick wieder zugleich im Namen der gewal­tigen Massen der Besucher, die die Ausstellung be­sichtigt haben, unerschütterliche Treue und Gefolg­schaft und werden in Ihrem Geiste unentwegt wei­ter arbeiten an den großen Aufgaben der Moto­risierung unseres Volkes. Hierfür haben Sie uns Ziel und Weg gewiesen. Wir folgen mit der Tat.

Gez. Allmers. Hühnlein.

Der Führer

zum Tode von Bischof Bares.

Berlin, 2. März. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler hat an das Domkapitel zur Heiligen Hedwig in Berlin folgendes Telegramm gerichtet:Zu dem schweren Verlust, der das Domkapitel und die Diözese Berlin durch den so frühen Tod des Bischofs Dr. Nikolaus Bares getroffen hat, spreche ich Ihnen mein herz­liches Beileid aus. Gez. Adolf Hitler."

Zum Tode des Bischofs schreibt die NSK.:Das unerwartete Hinscheiden des Bischofs Bares be­deutet für die Diözese Berlin und die Katholiken Deutschlands einen schweren Verlust. Mit Bares ist ein Kirchenfürst dahingegangen, der sich stets auf­recht bemühte, dem heutigen deutschen Staate Verständnis entgegenzubrin­gen, seinen nationalen Notwendigkeiten gerecht zu werden und damit das Verhältnis von Staat und Kirche im nationalsozialistischen Deutschland erträglich und lebensvoll zu gestalten. Wir erkennen diese Bemühungen des dahingeschiedenen Bischofs Bares dankbar an und geben der Trauer um seinen Tod aufrichtigen Aus­druck."

Kirchliche Betreuung der Landjahrpflichtigen.

Bei der Auswahl der Landjahrpflichtigen für das Landjahr 1935 ist bei Eltern katholischer

Kinder die Meinung verbreitet worden, den In­sassen der Landjahrheime sei keine Gelegenheit ge­geben, ihren kirchlichen V e r p f l i ch t u n g'e n nachzukommen. Diese Bedenken sind völlig unbe­gründet. Der Reichs- und Preußische Minister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung hat be­reits zu Beginn des vorigen Landjahres wiederholt angeordnet, daß den Landjahrpflichtigen a n Sonn- und Feiertagen die Ausübung ihrer kirchlichen Verpflichtungen regelmäßig er­möglicht wird. Wo sich Kirchen nicht in unmittel­barer Nähe der Landjahrheime befinden, werden andere geeignete Räume, insbesondere Schulen, TurnlMen usw. auf Antrag der kirchlichen Behörden für den bezeichneten Zweck zur Verfügung gestellt.

Der Oberpräsident der Bheinprovinz in den einstweiligen Buhestand versetzt.

Berlin, 4. März. (DNB.) Ministerprä­sident Göring hat den Oberpräsidenten der Rheinprovinz, Freiherr von Lüninck, auf seinen Antrag in den einstweiligen Ruhe st and versetzt. Mit der kommissarischen Verwaltung der Stelle des Oberpräsidenten hat Ministerpräsident Göring den Gauleiter T e r b o - oen, Essen, beauftragt. Ministerpräsident Göring hat an Freiherrn von Lüninck, der dem Preußischen Staatsrat weiterhin angehört, folgendes Schreiben gerichtet:Ihre Versetzung in den einstweiligen Ruhestand, den ich auf Ihren Antrag durch die anliegende Urkunde vollzogen habe, gibt mir An­laß, dankbar die Dien ft e anzuerkennen, die Sie als Oberpräsident der Rheinprovinz dem Staate geleistet haben. Es war keine leichte Auf­gabe, die Sie übernommen haben, als ich Sie in Der ersten Zeit des Aufbaues des national­sozialistischen Staates an die Spitze der Rhein­provinz stellte. Dank Ihrer hervorragenden Kenntnisse in Wirtschaft und Verwaltung ist es Ihnen jedoch gelungen, den Ihnen zugestellten Aus­gaben in vollem Umfange gerecht zu werden und bie Geschicke der Ihnen anvertrauten Provinz ziel­sicher und mit bestem Erfolge zu lenken."