Ausgabe 
5.1.1935
 
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Zuge überrannt. Schwerverletzte.

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leichtes Erdbeben. Die Bewegung setzte ein um 5 Uhr 6 Minuten 21 Sekunden und dauerte ins­gesamt etwa 20 Sekunden. Bisher liegen private Meldungen über Erderschütterungen, die aber nach den bisherigen Feststellungen keine Schäden an­richteten, aus Aachen, Krefeld, Heinsberg, Viersen und Essen vor. Auch in verschiedenen Ortschaften der holländischen Provinz Limburg wurde das leichte Erdbeben verspürt. In der Grenzstadt Venlo wurden die Bewohner durch einen unterirdischen Stoß aufgeschreckt, dem kurz darauf ein schwerer

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An einem Bahnübergang in der Nähe von Biala im Teschener Schlesien ereignete sich ein schweres Unglück. Ein mit vier Personen besetztes Fuhr­werk eines Bauern fuhr auf der Heimfahrt vom Bialaer Markt über den offenen Bahnübergang, obwohl das Lichtwarnsignal aufHalt" stand. Als sich der Wagen auf den Schienen befand, brauste ein Personenzug heran und fuhr in den Wagen hinein, der vollständig zertrümmert wurde. Eine Bauersfrau wurde auf der Stelle getötet, die anderen drei Personen wurden lebensgefähr- li ch verletzt. Das Pferd konnte sich losreißen und raste mit einem Teil des Wagens davon. Es blieb unverletzt.

Leichtes Erdbeben in Westdeutschland und Oslholland. Erdbebenwarte bei' der Technischen

und unmittelbar danach ein leichterer Erdstoß folg­ten. Die Fenster klirrten. Nicht gut verschlossene Türen sprangen auf. In mehreren Wohnungen fielen die Bilder von den Wänden. Da das Beben nur 5 Sekunden dauerte, beruhigten sich die Be­wohner bald wieder.

Großfeuer in Staßfurt.

In einem Lagerschuppen des Berlepschachtes in Staßfurt brach ein Großfeuer aus, das schnell um sich griff, so daß der 38 Meter lange und 20 Meter breite Schuppen vollkommen vernichtet wurde. Der Schuppen barg 300 000 Zentner Kainit. Das Kainit hatte einen Wert von 125 000 Mark, der Schuppen einen solchen von 200 000 Mark, so daß der Schaden insgesamt 325 000 Mark beträgt.

Schnelle Aufklärung einer Bluttat am Reujahrsmorgen.

Am Neujahrsmorgen war der Bahnwärter Kei - tclin Klein-Schierstedt vor der Bahnwärterbude 33 an der Strecke AscherslebenGüsten erschlagen aufgefunden worden. Der Landeskriminalpolizei Magdeburg ist es nunmehr gelungen, den Täter zu ermitteln. Unter dem dringenden Verdacht der Täterschaft wurden ein gewisser Hilgenstein und dessen Ehefrau aus Klein-Schierstedt festgenom­men und in das Bernburger Gerichtsgefängnis eingeliefert. Hier hat Hilgenstein nach hartnäckigem Leugnen ein Geständnis abgelegt. Nach seiner Dar­stellung ist es zwischen ihm und Keitel am Neu­jahrsmorgen um 5 Uhr zu einem Wortwechsel wegen des Oeffnens der Schranke gekommen. Der Wort­wechsel sei in Handgreiflichkeiten ausgeartet, in

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Der bekannte Schwarzwälder Skiläufer Walter Pirmelin, der erst vor kurzem als Skilehrer nach Italien verpflichtet worden war, ift tm Mar- molata-Gebiet (Südtirol) von einer Lawine verschüttet worden. Die Rettungsversuche waren vergeblich. Der erst zwanzigjährige Sportler chat den Tod in den Bergen gefunden, die ihm zu seiner zweiten Heimat geworden waren. Beim

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Aus aller Wett.

Der Führer in der Filmstadt Reubabelsberg.

Der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler besuchte in Begleitung von Reichsminister Dr. Goebbels die Atelieranlagen der Ufa in Neu­babelsberg und nahm dabei Gelegenheit, die Bau­ten des neuen FilmsBarcarole" zu besich­tigen und einigen Aufnahmen dieses Films beizu­wohnen. Auch die Dekorationen zu dem Film Amphitryon" fanden Interesse. Besondere Auf­merksamkeit fanden auch die Aufnahmen mit der Zeitrafferapparatur in der Biologischen Station der Kulturabteilung. Die Vorführung des von General­inspektor Dr. Todt angeregten und soeben fertig­gestellten Reichsautöbahn-Films der Ufa Straßen ohne Hindernisse" beschloß den von Gene­raldirektor Klitzsch und Direktor Grieving ge­führten Besuch.

Reuschnee in den bayerischen Bergen. Sporkmöglichkeit oberhalb der 1000-m-Grenze gut.

Durch die Schneefälle der letzten läge ist in den bayerischen Bergen eine Schneedecke geschaf­fen worden, deren Gesamthöhe 50 bis 100 Zenti­meter (Zugspitze 1,70 Meter) beträgt, je nach Höhe und Himmelsrichtung. Der Neuschnee ist von pulv­riger Beschaffenheit. Die Ausübung des Winter­sportes ist im allgemeinen in Höhen über 1000 Meter gut möglich. Die Durchführung von Touren ist größtenteils, besonders wenn nord'seitig gelegene Hänge befahren werden, möglich. Die Abfahrten sind bis in Talnähe durchführbar, jedoch ist wegen ungenügender Unterlagen in Ziehwegen besondere Vorsicht geboten. Schußfahrten in unübersichtlichem Gelände und überall da, wo die Unebenheiten, wie Felsen und Baumstümpfe, zur Zeit noch nicht ge­nügend mit Schnee überdeckt sind, sollten unterlas­sen werden. Auch die bekannten Rodelbahnen sind z. T. befahrbar. Die Temperaturen bewegen sich zwischen 5 und 0 Grad (Zugspitze 10 Grad).

1934 feit 150 Jahren das wärmste Jahr.

Wie die Thüringer Landeswetterwarte in Jena mitteilt, ist das Jahr 1934 das w ä r m st e seit 150 Jahren gewesen. Der Wärmeüberschuß rührt aber nicht etwa davon her, daß einzelne Monate besonders heiß gewesen sind, sondern ist darauf zurückzuführen, daß die Durchschnittstempe­raturen während des ganzen Jahres überschrit­ten wurden.

Acht finnländische Fischer auf einer Eisscholle ins Meer getrieben.

Acht Fischer aus dem finnischen Grenzort Ino (gegenüber Kronstadt), die auf dem zugesrorenen Meere fischten, wurden von Sturm auf einer Eisscholle ins offene Meer abgetrieben. Obwohl der finnische EisbrecherTarmo" und drei Flugzeuge seit zwei Tagen nach den verschwundenen Fischern suchten, konnten sie nur einen verlassenen Schlitten aus einer kleinen Eisscholle antreffen. Das Schicksal der Fischer scheint besiegelt zu sein.

Skiläufer in Südtirol von Lawinen verschüttet. Fünf Todesopfer.

Bei einer Skitour auf die Marmolata (Dolomiten) wurde eine Gesellschaft von sieben Skiläufern aus München unter Führung des Skilehrers Luder durch eine Lawine verschüttet. Vier Teilnehmer wurden von den ungeheuren Schnee­massen begraben. Ein italienischer Skiläufer, der gerade von der Marmolata fuhr, leistete die erste Hilfe und alarmierte Bauern und die faschistische Miliz, die eine Hilfsexpedition ausrüsteten. Bei Fackelschein konnten vier Leichen, darunter der Skilehrer und zwei Damen, geborgen werden. Es handelt sich außer dem Skilehrer Luder um die Sportlehrerin Doris Gnodt aus Marienwerder, Fräulein Trude Fritz aus Ruhla und um den cand. med. Gottschalk aus München.

Roosevelts soziales Programm

Konstruktive Arbeit schaffen statt Almosen geben.

Washington, 4. Jan. (DNB.) Präsident Roosevelt verlas vor beiden Kammern des Kongresses seine Jahresbotschaft. Sie be­schäftigt sich fast ausschließlich mit dem großen Pro­gramm der Sozialreformen. Regierung und Bundeskongreß haben den Auftrag erhalten, die alten Ungleichheiten wegzuräumen und den Zustand zu beseitigen, bei dem wenige Reiche in privaten und öffentlichen Dingen allein z u befehlen hatten. Wir wollen keine schematische Gleichmacherei oder Verteilung des Nationalvermögens an alle zu gleichen Teilen. Wir erkennen auch die Tatsache an, daß manche i n - folge größerer. Fähigkeiten mehr ver­dienen können als andere. Wir wollen niemandem das Recht auf angemessenen Gewinn für seine ehr­liche Arbeit strittig machen, aber jedermann hat einen Anspruch auf soziale Sicher­heit für sich und seine Familie. Daher müßten die Bodenschätze zur Sicherung des Lebens­unterhalts b*e f( e r ausgenutzt werden, eine Sicherheit gegen Schicksalsschläge ge­schaffen werden und eine anständige B e - Hausung gewährleistet werden. Den infolge der

nationalen Wirtschaftskrise gestrandeten .........

nern müssen wir Arbeit geben. Ferner ist Sorge zu tragen für eine Arbeitslosenversiche­rung, für Altersrenten, für die Wohlfahrt der Kinder, der Mütter und der werdenden Mütter, für Kranke und für Arbeitsunfähige. Die Bundesregie­rung wird mit der Unterstützung der 5 Millionen Personen, die auf den Listen der Bundeswohlfahrt stehen, Schluß machen, da diese Almosenempfänger die Achtung vor sich selbst und den Willen zur Ar­beit verlieren. 1,5 Millionen, die früher von den

Nationalismus und Europäertum

Von Dr. Hans K. £. £. Keller,

Vorsitzendem der Internationalen Arbeitsgemeinschaft der Nationalisten.

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kitarischen Heftungen auf dem Felde fciT-- genammen zu haben. Das sei vollkommen ausge­schlossen, da er sich in seinem Fahrstuhl kaum auf ebener Erde bewegen könne. Ein weiterer Angeklagter, ein Tanzlehrer, der ebenfalls der Teilnahme an militär-i scheu' Hebungen beschuldigt wird, erklärte, seine Kom­mandos beim Tanz glichen tatsächlich militärischen Kommandos. Er habe immer mit 1, 2, 3 den Takt des Tanzes kommandiert, aber auch d i e l i - tauische Geheimpolizei habe an so l- dj enHebungen" teilgenommen. Einige Angeklagte sagten aus, daß die für das in der An­klage angeführte Vergehen es handelt sich hier­bei um einen Ausflug in einen Wald, bei Dem Marfchübungen vorgenommen worden ' fein sollen bereits vom Kommandanten des Memel- gebietes mit je drei Monaten Arrest b e - straft worden feien. Es fei ihnen unklar, wes­wegen sie sich nunmehr vor Gericht zu verantwor­ten hätten. Sie wüßten auch nicht, weshalb sie elf Monate im Gefängnis gesessen hätten.

Am heutigen Samstag sollen die übrigen Ange­klagten verhört werden, die des Mordes an dem Gerichtswachtmeister Jesuttis beschuldigt werden. Diese Fall wird in der Anklage als Beweis für das Bestehen eines Femegerichts hingestellt.

Der memelländische £andtag vom Gouverneur gesch ossen.

211 e m e l, 5. Jan. (DRV. Funkspruch.) Um einen Zusammentritt des Ulemelländischen Landtages für die nächste Zeit zu verhindern, hat der Gouverneur durch einen Akt vom 4. Januar die außerordentliche Tagung des Landtages für geschlossen er­klärt. 21lit dieser Maßnahme soll das unaus­bleibliche Mißtrauensvotum gegen das unrechtmäßige Direktorium Bruwelaitis überhaupt verhindert und diesem eine längere Amts­dauer verschafft werden.

Lesen dieser Meldung wird die Erinnerung wach an eine Bergsteigertragödie, die sich im vergangenen Jahre ereignete und deren Zeuge der jetzt ver­unglückte Pirmelin war. Er hatte mit einem Freunde, dem Freiburger Rümmele, eine Klet­tertour in der Marmolata-Südwand unternommen. Dabei ist Rümmele tödlich abgestürzt.

Vermißter in einer einsamen Waldhütte entdeckt.

Der feit einiger Zeit vermißte Malermeister Bender von Heidelberg ist in einer abgelegenen Waldhütte bei Gaiberg entdeckt worden. Er war sehr heruntergekommen, muß aber offenbar in der Zwischenzeit doch irgendwie Nahrungsmittel er­halten haben. Heber den Grund seines Verschwin­dens ist nichts bekannt. Bender erlitt bei feiner Auffindung einen Nervenzusammenbruch und wurde in eine Klinik eingeliefert.

Das mittelalterliche Reich beruhte nicht auf fre­cher Vorherrsckaftsanmaßung einer Nation, der deutschen ebensowenig wie der französischen. Es war die über allen Völkern sich wölbende Frie­densordnung, in der Europa zum ersten Male sich als Einheit erkannte: Das Erste Europa. Das Reich war überhaupt nicht auf Macht gegründet, man nenne denn die Idee eine Macht. Anders wäre es unerklärlich, daß das Zeitalter der Renaissance, das denWillen zur Macht" entdeckte, den Nieder­gang des Imperiums einleitet. Widerstandslos ließ sich das Reich die Macht entwinden, um sich mit förmlichen Hoheit-- und Vortrittsrechten zu begnügen.

Die Reichs-Idee ging freilich nicht unter. Der Wille zur Ganzheit und die Friedenssehnsucht, die in den Jahrhunderten der Auflösung und des Un­friedens, die dem Verfall des Reiches folgten, leben­diger waren denn je, wurden immer von neuem enttäuscht von vielversprechenden Weltoerbesse- rungsplänen, die vorgaben, wieder ein Reich künst­lich zu zimmern. Gleichgültig, daß sie von staat­lichem Machtwillen eingegeben waren alle diese Versuche waren notwendig untauglich, die über» staatlich-überoölkische Ordnung wieder zu verwirk­lichen. Forderten sie doch Einigung, ohne sich zur Einheit zu bekennen. Das außenpolitische Welt­bild des neuzeitlichen Machtstaats-Nationalismus war das Kräfteparallelogramm: Daseuro­päische Gleichgewicht" war die Formel des Zweiten Europa.

Der Versuch der Romantik im beginnenden neunzehnten Jahrhundert, Europa hierarchisch- reichisch zu ordnen, mußte mißlingen. Erst der Weltkrieg, gewonnen im Namen des Selbstbestimmungsrechts der Völker, schuf, mit der Widerlegung des amerikanischen Kriegsziels, wieder die Voraussetzungen solcher Ordnung. Kaumreif für die Demokratie", erwie­sen sich die Völker reif genug, die Vormundschaft westlicher Demokratie zugunsten eigenständiger poli­tischer Lebensformen wieder abzuschütteln. Noch vermögen die Völker sich nicht wirklich selbst zu bestimmen". Im geschlossenen Siedlungsraume, wo sie es am ehesten könnten, gehorchen sie volks­fremderFührung", die ihnen, im Dienste unver­standener Gewalten und Ziele, Staatsgrenzen, Staatsverfaffung und Politik vorfchreibt. Erst recht versagt der Grundsatz der Staatlichkeit angesichts der Verworrenheit östlicher Mischsiedlung.

Don der Entscheidung, wer als stärker sich er­weisen wird, das staatliche Machtgebot auf Unter­werfung des Volkstums ober das Recht des Volks­tums auf Sicherung in einer übervölkifch-überstaat- lichen Friedensordnung, wird es abhängen, ob die Welt ein Drittes Europa, einReich" des zwan­zigsten Jahrhunderts, kennen soll, oder ob das Zweite Europa des Gleichgewichts aufeinander eifersüchtiger Staatsallmachten das letzte gewesen.

Es ist die Leistung des Nationalsozialis­mus, die innerstaatliche Ordnung in Deutsch­land herbeigeführt zu haben, von der aus- strahlend in die Völkerrechtsgemeinschaft neue O r d n u n g s p r i n z i p i e n und Gedanken sich durchsetzen ... Wir stellen uns nicht auf den Boden eines toten Positivis­mus ... Wir flüchten uns weder hinein in ein abstraktes Naturrecht noch in die chao­tische Verzweiflung eines bolschewistischen Systems der Kampfansage an die Gegenwart. Wir stehen auf dem Boden eines einfachen und guten Rechts, das jeder, dessen Rechtsdenken durch positivistische und formalistische Konstruktionen noch nicht zerstört ist, in einer fruchtbaren Weife mit­denken kann." Carl Schmitt.

Fortschritt in der Meisterung des irdischen Da­seins, in der lleberroinbung bes Raumes unb ber Zeit, in ber Beseitigung bie Persönlichkeit beengen­der Schranken, verführt allzu leicht, alsmittel­alterlich" ein Zeitalter zu branömarfen, bas sich dieser Errungenschaften nicht erfreut. Der gei­stige Hochmut ber Fortschrittlichkeit hüllt bie Wur­zeln bes eigenen wie bes völkischen Seins in Ver­gessenheit.

Wurzellose, volkssrembe Gewalten haben ben Be­griff derMittelalterlichkeit" geschaffen. Ilm bas Licht", bas sie bringen wollten, heller erstrahlen zu lassen, breiteten sie über alles, was vor ihnen gewesen, künstliche Finsternis. Eigentlichgroß" würbe bie französische Revolution' erst, seit bie Logen unb bie geistreichen Zirkel bes acht­zehnten Jahrhunberts ihr bie rocltbeglücfenbe Sen­dung ber Freiheit unb Gleichheit ange­dichtet. Mächte, bie aus biesen Schlagworten Vor­teil zogen, haben bie, Erinnerung an bie wirk­liche Größe bes alten vorrevolutionären Frank­reich ausgelöscht.

Wer von ben Heutigen kennt überhaupt bas französische Mittelalter? Wer vermutet in ben Lie­dern ber prooencalischen Trouveres Denkmäler hoher Völkerrechtsgesinnung, wer er­innert sich bes Anteils, ben bie französischen Könige an ben Kreuzzügen, ben größteninternatio­nalen" Unternehmungen aller Zeiten, genommen? Wie viele Jahrhunderte banach hatten Frankreichs führende Geister ben Gebauten einer übervöl - k i s ch e n Friebensorbnung hochgehalten, wie tief war bie Reichsibee im Volksbewußt­sein verwurzelt! Wie oft hat bas große internatio­nale Ansehen, bas die französischen Könige des Mittelalters genossen, in ihre Hände das Welt- Schiedsrichteramt gelegt!

Alle Herrscher Frankreich, die je die Geschicke Europas gelenkt, leiteten die Berufung dazu aus dem Reichsauftrags her. Erst diegroße" Revolution setzte Imperium und Imperialismus gleich, mußte sie gleichsetzen, da sie sich im Na­tional ft aat erschöpfte.

Tieren Verlauf er In sinnloser Wut ben Hammer ' geholt und Keitel niedergeschlagen habe. Der Mör­der ist in Klein-Schierstedt als roher und gewalt­tätiger Mensch bekannt.

Hohe norwegische Auszeichnung für bie Retter derSiffo- Besatzung.

3n einem Staatsrat beim König beschloß bie norwegische Regierung, ber gesamten, elf Mann starken Besatzung bes Rettungsbootes bes Hapag- Dampfers Neuyork ", bas bie Schiffbrüchigen des norwegischen Dampfers S i st o " aus Hau- gefunb kurz vor Weihnachten aus Seenot barg, die höchste Auszeichnung hierfür, dieMedaille für edle Tat" in Gold zu verleihen. Diese Aus- Zeichnung ist selten und in den letzten 30 Jahren nur acht Norwegern und keinem Ausländer zuteil geworden. Den Kapitänen der vier anderen am Rettungswerk beteiligten SchiffeEuropa",Gerol­stein",Mobil Oil" undAurania" sollen silberne Erinnerungsstücke überreicht werden. Außerdem hat der norwegische König den Kapitän derNeuyork", Kommodore Kruse, zum Kommandeur zweiter Klasse des St. Olav-Ordens ernannt.

Deutscher Seemann erhält bie französische Rellungs- mebaille.

Dem Neuwieder Einwohner Rudolf Fuchs ist vom Präsidenten der Republik Frankreich die französische Rettungsmedaille verliehen worden. Die Verleihung stellt den Dank der französischen Regierung für die tatkräftige Hilfeleistung dar, die Fuchs als Schlag­mann im Rettungsboot des HapagdampfersRuhr" bei dem furchtbaren Brande des französischen Pas- jagierbampferus.L'Atlantique" ber bedrohten Schiffsb§satzung brachte. Von derRuhr" wurden damals 89 Fahrgäste und Schiffsangehörige aus Seenot gerettet.

Der ehemalige französische Ministerpräsident Marsal erhält eineinhalb Jahre Gefängnis.

Das Pariser Strafgericht verurteilte ben ehe­maligen französischen Ministerpräsidenten Francois Marsal wegen Vertrauensmißbrauchs zu 18 Monaten Gefängnis und 20 000 Franken Geldstrafe. Marsal hatte in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Aufsichtsrats der Westafrikanischen Handelsgesellschaft die ihm anvertrauten Gelder dazu benutzt, eine andere Gesellschaft zu unter­stützen, um aus deren Gewinnen an der Börse Nutzen zu ziehen. Der ehemalige französische Mini- sterpräsident wurde zwar vom Gericht nicht als der Hauptschuldige betrachtet, man warf ihm aber vor, als Vorsitzender bes Aufsichtsrates nicht die ge- nügenbe Ueberwachung des Geschäftsganges der Gesellschaft durchgeführt zu haben.

Arbeitslager für unerwünschte Ausländer in Frankreich?

Im Zusammenhang mit ber schwierigen Durch- führung ber Ausweisungsbefehle, bie gegen unerwünschte Elemente in Frankreich er­lassen werben, wirb imMatin" unb imJour- nal" ber Ruf nach ber Errichtung von Arbeits - lagern laut. Ausgewiesene Äuslänber könnten oft einfach beshalb nicht abgeschoben werben, weil kein Nachbarlanb sie zu sich hereinließe. Die Ausge­wiesenen blieben bann notwendigerweise in Frank­reich. Würden sie auf französischem Boden alsdann wieder verhaftet, dann würden sie verurteilt, kämen ins Gefängnis und fielen dem französischen Staat zur Last. Um solche Elemente loswerden zu kön­nen, regt man die Schaffung von Arbeitslagern, etwa in gewissen französischen Kolonien an, wo die unerwünschten Elemente, die auch fein Nach- barland aufnehmen will, ein neues Leben begin­nen könnten.

men werden, soweit sie arbeitsunfähig sind. Für die übrigen 3,5 Millionen muß die Bundesregie­rung Arbeit schaffen, und zwar Arbeit kon­struktiver Natur, die möglich st viel Hand­arbeiter beschäftigt und möglichst wenig mit privaten Unternehmungen im Wettbewerb steht. Die Entlohnung muß höher sein als die bisherigen Almosen, sie muh aber unter den von Privat­betrieben gezahlten Löhnen liegen, damit nicht Leute private Stellen aufgeben, um auf Kosten des Bundes eine höhere Bezahlung zu erhalten.

Wettervoraussage.

Der Kern des nordischen Sturmwirbels hat sich zur deutschen Ostsee verlagert. Hierdurch wurde das Vordringen kälterer Luftmassen nach Deutschland be­günstigt, so daß allgemein Abkühlung und im Ge­birge Schneefälle aufgetreten sind, lieber Osteuropa hat sich gleichzeitig die Kälte weiter verschärft, unb sie bringt von bort aus über Finnlanb unb die Ostsee nach Skandinavien ein. Eine rasche und starke Ab­kühlung ist für uns jedoch noch nicht zu erwarten.

Aussichten für Sonntag: Veränderliche Bewölkung, immer noch einzelne Schauer, im Ge­birge meist Schnee, bei westlichen bis nördlichen Winden, die Temperaturen meist noch etwas über Null.

Aussichten für Montag: Unbeständiges Wetter, die Temperaturen bei Null Grad.

Lufttemperaturen am 4. Januar: mittags 7,2 Grab Celsius, abenbs 3,9 Grab; am 5. Januar: morgens 3,5 Grad. Maximum 7,7 Grad, Minimum 2,9 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 4. Januar: abends 4 Grad; am 5. Januar: morgens 3,3 Grab Celsius. Niederschläge 0,4 mm. Sonnenschein­dauer 0,8 Stunden.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. XII. 34: 12 047. Druck und Verlag: Brühl'jche Universitäts-Buch- und Steindruckerei

R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis: 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr.

Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig.