Ausgabe 
4.10.1935
 
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Zreitag, 4-Oktober 1935

Gtetzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesien)

Nr. 232 Zweiter Blatt

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in der

Buenos Aires zum Enticheidungskampt stellten, g-. MetzaereiweaenÄnsauberkeitgeschlossen frhah eine Sensation, die wohl niemand erwartet v»ö

ra,9 culK . J <x,f. 1- 34 c^nik», asn-n 5P ü i {o (« h c i m 3. T)te Landesreale»

Der 70jährige Dichter (Scherl-Bilderdienst,)

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ig und itoffen 48.-

Spielweiie die größten Schachkoryphäen bezwungen "LK.S

grellen ober feierlichen Töne, das aufreizende Rot oder Gold, das tragische Violett. Da bei einer un­gefähren Zahl von dreitausend Angehörigen der btl- benben Kunst jeher siebzigste Mensch in München ein Maler ober Bilbhauer ober Zeichner war und ein ähnliches Zahlenverhältnis bereits feit zwei Menschenaltern beftanb, so konnte es nicht ausblei, ben baß bas gesamte Münchner Leben gleichsam mit Kunst imprägniert unb burchtränkt war. Wie- viele Münchener unb Münchnerinnen waren nicht mit zugereisten Malern, barunter so manchen Schlawinern" vom fernen Balkan her, verheiratet, verlobt, verwanbt, verschwägert, von ben Binbun- gen leichterer, flüchtigerer Art gar nicht zu reben; ober sie stauben ihnen in ber Rolle bes Hausherrn, Gläubiaers, Geschäftsmanns, Lieferanten gegen­über, bie nicht in allen Fällen beneibenswert war! Bürger unb Künstler hatten in ben sechzig Jahren, baß dies nun so ging, Zeit unb Gelegenheit genug gehabt von einanber abzufärben.

Ein besonbers wirksames Binbemittel zwischn, Volk unb Malertum war bas Mobell, versteht sich, bas weibliche. Sie zwitscherten in ben Ateliers, brachten Leben in ble Bube, waren ebenso an- ziehenb wie ausgezogen. Ein Parfüm von Leicht­sinn unb naiver Derberbnis umwitterte ihre blon- ben ober brünetten Persönchen. Höhere Töchter er­röteten, wenn man von ihnen sprach, unb machten ihnen ganz insgeheim, so baß niemanb es merkte Gelegenheitskonkurrenz. So manches kleine Mobell war nachher war Frau Kunstmaler ober gar Frau Professor geworben; bie anbem tauchten, wenn ihre 3eit vorbei war, wieher in ben Vorstäbten unter, aus benen sie eine glückliche Welle emporgehoben hatte, heirateten, würben Zlmmervermietermnen, wußten je länger je mehr zu erzählen, wie sie noch Mobell beim Lenbach, beim Kaulbach gewesen waren, benn bas Mobell kam ja überall herum, barin gab es keinen Rangunterschieb zwischen ben Malerm So trugen auch sie in ihren Kreisen bazu bei, bie Kunst noch immer volkstümlicher zu machen. Um es in ein Gleichnis zu fasten: biefe Hierarchie ber Münch­ner Kunst war wie ein unsichtbarer unb bennoch von allem Volke wabrqenommener Dom, in besten Altarnischen sich bie kleinen Puttenfiguren ber Mo- belle gruppierten, während hoch oben bie Maler­fürsten, ein Lenbach, ein Kaulbach, bie Turmhaube barstellten. Er überragte in ben Augen ber Zeit- , genossen ganz Deutschlanbs unb aller Welt jebes an» . bere Denkmal ber Stabt unb wor ihr weltberühmtes

Wahrzeichen, nur noch ben Frauentürmen oer- . gleichbar.

LPD. Rüsselsheim, 3.Okt. Die Landesregie­rung hat die Schließung ber Metzgerei Georg Jakob Greser .auf bie Dauer von einem Monat angeorbnet, ba es ber Betriebsinhaber an ber erforberlichen Sorgfalt unb Sauberkeit fehlen ließ. Bei einer durch das Kreisveterinäramt Groß- Gerau durchgeführten Kontrolle stellte man fest, daß bie in eine Kantine gelieferten Wurstwaren 3. £. un­genießbar waren. Außerbem förberte man aus bem Schlacht- bzw. Kühlhaus über zwei Zentner per- borbenes Rinbfleisch unb große Mengen ungemeh-

Der König -er Schachspieler

Weltmeister Aljechin, der Nachfolger Capablancas.

stoßen.

Zur Vermeidung von Mißverständnissen stelle ich ferner fest, daß Werke und Vereine, die mehrere Büchereien unterhalten, verpflichtet sind, jede ein- zelne Bücherei zur Meldung zu veranlassen. Die Meldepflicht in dieser Form besteht auch für die­jenigen Vereine, die, wie der Borromäusvereln, satzungsgemäß nur an Derelnsmitglieder Bucher ausleihen.

Der Präsident der Reichsschrifttumskammer:

ntel in ung

32.-

barer Wurst zutage.

Drillinge! - Drei Buben!

LPD. Herborn, 2. Okt. Die Ehefrau des An- ftreichers F. Becker in Herborn brachte Drillinge, drei kräftige Buben, zur Welt. Mutter unb Kinber befinben sich wohlauf.

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ährten, sein Vaterland zu verlassen und Fremde sein Glück zu versuchen. Er wählte fru Ki­nern Aufenthalt Paris, wo er Rechtswissenschaften

Wie aus Amsterdam gemeldet wird, soll in einem Amsterdamer Hotel zwischen den bei- 1 ben berühmten Schachmeistern Euwe und Aljechin ein Kampf um die Weltmeister­schaft ausgetragen werden.

Alexander Aljechin, der ungekrönte König des Schachspiels und weltberühmte Nachfolger jenes Gapablanca, ber eine Zeitlang als unschlagbar gegolten hatte, war schon als zaristischer Offizier ein leibenschaftlicher Schachspieler. In Mannheim, wo sich Aljechin aufhielt, um sich an einem <5d)acf)tur= nier zu beteiligen, würbe er vom plötzlichen Kriegs­ausbruch überrascht. Ehe es ihm noch gelingen konnte, in feine russische Heimat zuruckzukehren, um sich dort als Offizier zur Verfügung zu stellen, wurde er interniert. Aljechin hatte damals zum Schachspielen keine Zeit. Die lodernden Flammen des großen Krieges erstickten jegliches private In­teresse. Der zaristische Offizier hatte nur den einen Gedanken: Wie komme ich wieder in meine Hei­mat, auf welchem Wege erreiche ich mein Regiment ? Und eines Tages machte man die überraschende Ent­deckung, daß er entflohen war. Aljechin war auf dem Wege nach Rußland. In der allgemeinen Un- ruhe der' ersten Kriegszeit hatte er,©lud: es gelang ihm, zu seinem Regiment zu stcchen. Der spatere geniale Schachweltmeister kämpfte Schulter an Schulter mit seinen russischen Kameraden und erlebte den Zusammenbruch jenes zaristischen Rußland das seine Heimat war. Als Angehöriger eines Standes der durch die russische Revolution beinahe seines gesamten Vermögens beraubt worben war, ent schloß er sich mit vielen anderen seiner Leidensge-

von einem Sieg zum anderen eilte. Im Jahre 1922 war Aljechin schon so weit, baß er hinter Capa- blanca ben zweiten Platz belegen konnte. Sensatio­nell war sein aufregenber Kampf in Pans, als er im Blinbspiel vierundzwanzig ber hervor- ragenbften französischen Schachspieler besiegte.

Wieder kam es in Reuyork im Jahre 1924 zu einem Zusammentreffen mit Capablanca, aber so sehr Aljechin sein Gehirn anstrengte, er konnte nur ben brüten Platz hinter bem Schachweltmeister er­obern. Der Gebaute, Capablanca zu schlagen, Uetz ihm keine Ruhe: er Kubierte alle Finessen unb Ge­heimnisse seiner Spielweise unb klügelte sich em System aus, mit bm er ben überlegenen Rivalen endlich zu schlagen hoffte. Run hatte er Capablanca unb seine Persönlichkeit genau tennengelernt. Er brannte auf bie Gelegenheit, bas unerreichte Schach- munber Capablanca aus bem Sattel zu sieden Als sich bie beiben großen Rivalen im Sommer 1927 m L- ' <-.». .. Goll töM AO:

hatte: es gelang Aljechin, Capablanca nach 34 Spie­len einwandfrei zu schlagen. Durch biesen Groß- kampf, ber in allen Schachkreisen ungeheures Auf­sehen erregte, hatte Capablanca ben glorreichen Nimbus der Unbesiegbarkeit verloren. Nun war Aljechin zum erstenmal Schach- Weltmeister geworden! Das Gesamthonorar für beide Spieler betrug neben freier Ueberfahrt mb freiem Aufenthalt 10 000 Dollar.

Aljechin hat nach biefem Kampf noch an zahl­reichen Turnieren teilgenommen. Obwohl oft Der Versuch gemacht worben ist, ihm bie Siegespalme zu entreißen, hat er bisher seinen Platz an ber Sonne siegreich behauptet. Da Capablanca noch nichts unternommen hat, um seinen Titel zuruckzu- erobern, sinb jetzt aller Augen auf ben Hollander |(f uwe gerichtet, der gegen Aljechin eine ^reelle

schachtel vorkäme. Es mar ein Gefährt ber Münch­ner Straßenbahn, bie man bamals, wie auch heute noch, Trambahn nannte. Das Wort ging darauf zurück, daß °>n englischer Unternehmer zuerst di- Tram" (englisches Wort für Schienen) in München eingeführt hatte. Die Linie, bie an ber Lubwiy- traße, bicht vor meinem Haufe, enbtgte, tpar bte pätere Ringlinie und führte zu lener Zeit über

wenn ich ihn mir heute zurückrufe. Damals kam er < mir nicht wenig großstädtisch vor '

Jenes München der achtziger Jahre mar freilich , noch eine sehr friedliche und geruhsame Großstadt, i wenn es überhaupt schon eine war. Semen äußern < Umfang nach hatte es natürlich berechtigten An- pruch auf diesen Titel. Seine Einwohnerzahl be- 1 rüg damals 225 000, etwa ein Drittel von heute. Aber selbst heute hat ja München noch manches von einem Dorf ober von einem lebhaften Marktflecken des Oberlandes, während es zugleich bereits sehr wesentliche internationale und weltstädtische Zuge aufweist Man könnte von einem weltstädtischen Dorf oder Marktflecken sprechen, wenn diese Syn­these nicht doch wieder ein falsches Bild gäbe, ba es ihm an ben oermittelnben Uebergängen unb Zwt- chenschattierungen fehlt. Um wieviel m^r mußte natürlich vor beinahe fünfzig Jahren ber borst,che unb löbliche Orunbriß hervortreten, wahrenb an- berfelts bie großstäbtische, bie internationale Seite ich erst in anbeutenben, boch schon sichtbaren Limen zeigte! An manchen heutigen Verkehrsmittelpunkten der Stabt, bte es auch schon bamals waren, sah man noch im wörtlichen Sinne Gras wachsen; man konnte es mlT seinen Fingern gemächlich aus bem Boben zupfen, wenn man Lust bazu hatte, unb märe gewiß nicht überfahren worben.

München befanb sich gerabe im ersten Abschnitt jenes Entwicklungsweges, ber es aus bem Zustanbe einer stillen, behaglichen Refibenzstabt von äußer­lich großstäbtischem Anstrich in ben Kreis ber be­reits in Deutschlanb vorhanbenen wirklichen Groß- ftäbte hinüberführen sollte. Noch herrschlen Hof Be­amte unb Militär. Das Bürgertum, bis auf bas nicht sehr zahlreiche Patriziat, ftanb zuruck; nicht weil man bies von oben verfügte, fonbern weil es selbst es so wollte. Man baute seine Hauser, möblierte seine Wohnungen im Feststil ber beutschen Renaissance, bie gerabe in Mobe kam, unb war im übrigen für Einfachheit, Schlichtheit, Unauffälligkeit, nicht zuletzt auch ln polittscher Hin­sicht. Für politische Geltung nach außen sorgte Bis- marcT hie Zeit war vorbei, wo man bei ihm statt beim Teufel schwor, wenn auch Dr. Sigl un Baye­rischen Vaterlanb noch immer bie alten Register zog: es war schon zum Witzblatt geworben In her inneren Politik war natürlich Haber unb Fehde genug, bie ,,bayerischen Belange bestauben schon bamals zu Recht, nur ohne bas Wort dafür aber von heute gesehen war bas boch alles nur Klein­kram Das Leben ber Zeit mar unpolitisch, war privat bis in die Zehenspitzen hinein

Eine eigene Note brachte die Kunsilerschaft in die w^-blaue Palette der Stabt. Sie verlieh ihr Die

tubierte

Er bezwang Capablanca! Obwohl Aljechins bedeutende Schachbegabung schon vor dem Kriege aufgefallen war, als er auf einem internationalen Schachturnier in Petersburg hinter seinem großen Vorbild Capablanca den dritten Platz errang, er­reichte er erst in den Jahren nach dem Ende des Weltkrieges jene einsame Höhe als bester Schach­spieler ber Welt. Er hat an zahllosen intemationa- en Schachturnieren teilgenommen unb als Globe­trotter des Schachspiels, ber in ben vornehmsten Hotels eine bekannte Erscheinung war, viele glan­zende Triumphe errungen. Seme ersten Preise, welche di-: Schachwelt überrascht aufhorchen ließen, gewann er in Triberg, Budapest, im Haag unb m fiaftinfls. Sm Sahr- 1923 begann die große Serie feiner ununterbrochenen Erfolge: er schlug rnnter- einanber bie gefürchtetsten Spieler ber Welt, er er­hielt in Karlsbab ben ersten bis brüten, in Pysttan ben zweiten unb brüten urtb in Wien im gleichen Jahr den brüten bis sechsten Preis.

Immer gefährlicher unb brohenber rückte ber auf- ftrebenbe ehrgeizige Aljechin in bie olympische Nahe Capablancas. Er war auf ber Jagb nach bem Ruhm er wollte Capablancas Unfehlbarkeitswahn ben Tobesstoß versetzen. Aber Capablanca, ber burch seine unheimlich raffinierte unb habet intuitive

3urürf^ctüiefenc Hastbesckwerde.

LPD. Darmstabt, 3. Okt. Die Justizpressestelle Darmstadt teilt mit: Aus Anlaß des am 23. Sept, in der Nähe von Z w i n g e n b e r g erfolgten Z u jammen ft o^es zwischen einem Autobahn» Omnibus der Reichsbahn und einem P e r \ o nenfraftwagen, bei welchem die Eheleute Kern getötet wurden, hat das Amtsgericht Darm­stadt Haftbefehl gegen den Führer des Reichs­bahnomnibusses Fritz Schümm aus Köppern tm Taunus erlassen. Die gegen den Haftbefehl einge­legte Haftbeschwerde wurde durch Beschluß der Sttafkammer II des Landgerichts Darmstadt als unbegründet zurückgewiesen.

den Bahnhof nur bis zum Jfartorplatz. Außerdem gab es noch die Dampftrambahn nach Nymphen- bura und soweit ich mich entsinne, schon die grüne Lime vom Bahnhof bis zur Universität. Alle zehn Minuten tauchte so ein weih-blaues Wägelchen vor meinem Fenster auf, bremste geräuschvoll, hielt knir­schend an, worauf der geduldige Braune umge- svannt wurde. Nach einer ausgiebigen Pause, wah­rend welcher Maßkrug und Brotzeit keine geringe Rolle spielen, trollte sich das Gesährt wteber von u ... s.-. SRnhnhnf iinh hem noch fer-

Bekanntmachung des Präsidenten der ^eichs- schristtumskammer.

Die Anmeldepslicht der Wert- und Bereinsbüchereien.

Ich bringe meine Bekanntmachung vom 27. Au­gust 1935 in Erinnerung, berzufolge alle Werk- unb Vereinsbüchereien ber Reichsarbeitsgemeinschaft ber Betreuer beutscher Werkbüchereien in ber Reichs­schrifttumskammer, Berlin W 8, Leipziger Straße 19, zu melben haben:

1. Namen unb Anschrift ber Werke bzw. Vereine, bie Büchereien unterhalten.

2. Namen unb Anschrift ber Betreuer ber Buche» reien unb Angabe, ob ber einzelne Betreuer Haupt- ober nebenamtlich tätig ist.

3. Den Buchbestanb (Anzahl ber Bänbe).

4. Anzahl ber leseberechtigten Werk- bzw. 93er» einsangehörigen.

Mit ber Anmelbung sinb bie Listen ber einzelnen Büchereien zur Durchsicht einzureichen. Die Reichs- arbeüsgemeinschaft ist ermächtigt, für biese Durc^ sicht einen Unkostenbeitrag zu erheben, ber sich nach ber Große ber Büchereien staffelt. Zunächst wirb eine Grunbgebühr von 5 Mark festgesetzt, bie mit ber Anmelbung auf das Postscheckkonto der Be­treuer Deutscher Werkbüchereien (Berlin NW 7, Kt. Nr. 161215) einzuzahlen ist.

Da noch nicht alle Büchereien ihrer Anmelbe» pflicht nachgekommen sinb, verlängere ich bie Melbe- pflicht bis zum 10. Oktober 193 5. Ich mache nochmals herauf aufmerksam, baß bie Werke unb Vereine auf Grunb ber §§ 4 unb 6 ber 1. Durch- führungsverorbnung bes Reichskulturkammergesetzes vom 1. November 1933 (RGBl. I, Seite 797) zur Anmelbung verpflichtet sinb, unb baß sonst! bie- jenigen, bie ihre Melbung nicht fristgemäß em- reichen, gegen eine reichsgesetzliche Bestimmung ver»

Mak Halbes Anzug in Mwchm

3um 70. Geburtstage des Dichters.

Max Halbe, der Dichter der .Äugend", Mitglied der Deutschen Dichterakademie, wird am 4. Oktober 70 Jahre alt. Er ist m Kutt- land an der Weichsel geboren und entstammt einem alten niedersächsischen Bauerngelchlechü Dieses Erbe der Vergangenheit stellt Halbe in den Hintergrund seiner bei Knorr LH'rth in München erschienenen Lebensgeschichte .Scholle und Schicksal"; wir entneh­men daraus die solgenden Alstchmtte. die da, München der 80er Jahre anschaulich schildert.

Als ich in jenen regenseuchten Frühlingswochen Anno Domini 1884 meinen gänzlich unsewrllchen studentischen Einzug in die 2!°rst°^anete' taaelana, rade der Maibock angegangen. Es regnete tagelang was oom Himmel herunter wollte. Es regnet^ Scbnürln ober Spagat, wie ber Münchener 311 1 0 vsiegt Auf ben bamals noch matabamifierten frhaufüerten) Straßen Steinpflajter war noch wenig vorhanden - spritzte wenn einWagen vor- beifunr, was ja vorkam, Schlamm unb Kot lPruJ$ gueUartig gen Himmel; man t

Knöchel im Wasser. Hier war selbst für ben mif- fensburstigen Frernben, ber hinter feber ^raße ecke bas Wunber erwartete, fein langes Bleiben. Wohin trieb es ihn also wie burch Naturgesetz Zum Bockfrühschoppen ins Platzl unb, wenn ber Abenb kam, in benAffenkasten beim Augustiner, Spaten ober Pschorr. Im Platzl beim Mmbock er- -lang aus Hunberten von Kehlen bas Lieb vom

Sllten Peter", von ber grürten Isar unb non ber Gemütlichkeit, bie in ber Münchner Stabt nicht aus- stirbt. Es war schon bamals uralt, ber älteste Bier- tiefer hatte es bereits in seiner Jugenb gesungen, unb so singt man es noch heute, nach aber fuu^g ofuch ich sang es bamals mit, aus begei- üerttm Herzln wenn auch nicht gerabe mit be on- LrJr^onreinbeit, benn Singen war niemals meine ftnrfp Seite gewesen. Aber keiner achtete auf meine mlch°°^meine Monenburg ^er-

Ä. °us dem Fenster ,» BahnU unddem noch ser-

L'>lch^ d°s'mu"h.ut'. Mi. au. Mer Spielzeug, neren Jsartorplatz entgegen. Ein idyllischer Anblick,