Samstag, 4. mal 1935
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)
Nr.M Drittes Blatt
Aus der Provmziachauptstadt.
Der Maikäfer.
Oer Krühlingsenzian bei Rödgen.
Abreißen und Berkaus verboten!
Der Frühlingsenzian auf der Wiese bei Rödgen.
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Nun ist sie wieder da, die holde Zeit, der »wunderschöne Monat Mai", da der Jüngling „Liebe" reimt auf „Triebe", da „Blümlein blühen zu Häuf", die Studenten jubeln „Der Mai ist gekommen" und die Kinder fröhlich singen:
„Maikäfer flieg, Dein Vater ist im Krieg, Die Mutter ist im Pommerland, Pommerland ist abgebrannt, Maikäfer flieg!"
Ja, nun ist er wieder da, der lustige Bursche im braunen Röcklein, nachdem schon im Winter vereinzelte vorwitzige Exemplare den Schriftleitern überbracht wurden. Aber jetzt erscheint er nicht mehr einzeln, nein, in Gesellschaft guter Freunde burrt er lustig umher; nun —
„Jeder weiß, was so ein Mai- Käfer für ein Bogel sei."
Und nicht nur Max und Moritz bedienen sich seiner heimtückisch für ihre bösen Streiche, es gibt auch andere schlimme Buben, die sich respektlos an würdigen Onkels vergreifen und nicht bedenken, das; der Maikäfer, den sie zum Helfershelfer ihres schwarzen Tuns machen, früher gleich der Schwalbe und dem Storch bei feinem ersten Erscheinen feierlich aus dem Wald eingeholt wurde.
Noch im 17. Jahrhundert geschah das in Schleswig durch die spinnenden Mädchen. Eine alle Beschreibung des „maygravenfestes" von Ulrich Petersen besagt: „Ein sonderbarer Auszug der vormaligen schleswigschen Spinnradamazonen, einen cantharidem oder Maykäfer mit grünen Zweigen einzuholen, wobei denn hiesiges Rathaus mit grünem Busche ausgezieret." Später holten dann Kinder den ersten Maikäfer in die mit jungem Grün geschmückt Stadt ein. (Heute aber bereitet man dem armen Braunkittel einen ganz anderen Empfang: schon im März konnte man in der Zeitung lesen, welche Maßregeln zu ergreifen seien, um der in diesem Jahr drohenden starken Maikäfergefahr wirksam zu begegnen.)
Der Maikäfer kündet ein fruchtbares Jahr. So heißt es 1625: „Item, wann es viel Maykäffer gibt, Helt man es auch für gute Jahr." Besonders ein gutes W e i n j a h r steht dann bevor: „Ein jeder Maikäfer hat ein Gläslein Wein auf dem Rücken", ober, meint der Elfäffer: „E jeder Maikäfer bringt e Ohme Win, awer mer muß'm e abnehme "
Trotz dieser günstigen Vorbedeutung wurde auch in früheren Zeiten der Maikäfer nicht immer gern gesehen, und das mit gutem Grund Denn wie Hebel sagt: „Im Frühjahr kommt alsdann der Maikäfer, frißt euch die Bäume kahl wie Befen- reis." Im Frühjahr 1481 suchte der Bischof von Chur der Plage dadurch Herr zu werden, daß er die Maikäfer in ein ödes Tal verbannte, allwo sie verhungern sollten. Heute ziehen die Kinder in Scharen aus, um den „brummigen Braunrock", wie ihn Peter Dörfler nennt, von den Bäumen zu schütteln. Nur in einem Wäldchen bei Bafel hat er eine Freistatt, wo er nicht gefangen werden darf. Anderwärts dienen die Tiere, die nicht ein unrühmliches Ende als Hühnerfutter nehmen, zum beliebten Kinderspiel. Schon Aristophanes spricht in den „Wolken" von den Knaben, die den Käfer zum Spiel an einen Faden banden.
Im 16. Jahrhundert heißt es: „Die Maiokefer band ist an Feden und mueften mir zuer Hand fluegen oder kreisen." Bei diesem Spiel fingen die Kinder verschiedene Reime. So das vorhin bereits angeführte: „Maikäfer flieg, dein Vater ist im Krieg", dessen zweite Hälfte im Jahr 1848 folgendermaßen abgewandelt wurde: „Der Hecker ist im Oberland Und macht die Republik bekannt". Im Schwäbischen singt das kleine Volk unter anderem:
„Mojakäfer predige,
Moara kommt der Schwedige, Moara kommt der Dilldilldumm, Bringt alle alten Weiber um."
Im Elsaß heißt's: „Maikäfer, flij uf! Mach dinre Mueder d' Schir uf! D' Judde kumme, d' Heide kumme, Welle mit dr reche, Welle dich un dini Herne Kinder alli zfamme ze dodt steche", oder aber: „Maikäfer, flieg o, flieg o, di Suppele kocht, di Hüseli brennt, dr Vater un d' Mueter fin ' Steg (Treppe) aroe gheit". Hält das Kind den Maikäfer in der Hand, so spricht«es im Schwäbischen: „Mo- jaküele, siz aufs Stüele, daß heint oder moara guet Weadder wird", während es in der Wetterau aufforbert: „Mennche, Weibche, weis mer emal bei Spiegelche"! Auch zu mancherlei Lebensarten gibt ber '„Eckernschäfer", wie er im Ravensburgi- fchen heißt, Anlaß:
Der Elfäffer sagt als Kosewort: „Du herzgebob- belter Maikäfer"! ober er spricht bavon, baß em Mensch lache wie ein Maikäufer. In Schwaben heißt's: „Der hat Sonntag un Werktag ei Kleid a wie e Maikäfer", ober „In sich hinein vergnügt sein, wie ein Maikäfer" unb „Das steht Dem cm, wie einem Maikäfer ber Sabel". Sich unnötige Arbeit machen heißt im Schwäbischen: „Maikäfer nummriere" „
Allgemein sagt man: „Er matfafert -wenn einer über einer Rebe brütet, bas heißt, sich zum Reben vorbereitet, wie ber Maikäfer zum ?ylteqen. In Leipzig sagt man: „Er'hat ä Paar Maikäfer unter ber Nase", unb meint bamit einen Schmrrr- bart mit fehr klein gehaltenen Flügeln. Eine Benennung, bie offenbar recht alt ist, ba sie schon der Satiriker Philanber von Sittewalb zu Anfang des 17. Jahrhunberts bezeugt.
Dem Sprachschatz bes Volkes ist, wie wir sahen, ber Maikäfer lieb unb vertraut. Auf weniger vertrautem Fuß mit ihm steht bie hohe Dichtung; gibt es buch auf „Käser" keinen anberen Reim als .„Schäfer", unb wer könnte ben Maikäfer in jambische ober trochäische Verse einstigen! Da bleibt nichts anberes übrig, als ben „Maikäfer in einen „Maienkäfer" zu roanbeln; so kann er auch im Dichterwalb surren: Maikäfer flieg! E. B.
Heidelberg-Fahrt mit „Kraft durch Freude".
Die NS.-Gemeinschaft „Kraft burch Freube" teilt uns mit:
Nachstehenb geben wir noch einmal bas genaue Programm unb bie Abfahrtzeiten. Wir bitten alle Fahrtteilnehmer, bas Nachstehenbe auszuschneiben.
Es fahren zwei Züge. Der erste Zug für bie Teilnehmer mit ben gelben Platzkarten mit r o - lern Strich geht ab Wetzlar 7 Uhr, ab Gießen 7.27, ab Großen-Linben 7.39, ab Lang-Göns 7.47,
Die Wiese ist Pflanzenschutzgebiet.
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Wenn hier von btefer eigenartigen Pflanze unserer heimatlichen Flora bie Rebe ist, so muß zunächst ein weitverbreiteter Irrtum berichtigt werben: Der Frühlingsenzian Gentiana verna ber Röbger Wiesen ist nicht berjenige, ber im Frühling unb Vorsommer innerhalb bes Alpengebiets bie grasigen Abhänge unb Talwiesen als ber stengellose Enzian Gentiana acaulis mit seinen großen dunkelblauen Blumen schmückt. Unsere heimische Art, bie im Hochgebirge über ber Baumgrenze bis zu 2500 Meter Höhe vorkommt, ist in allen Teilen kleiner. Auch bie in ber Sonne flach ausgebreiteten Blüten sinb kleiner unb stehen über ben ganz niebrigen Polstern meist kissenförmig zusammen Es ist auch ein Irrtum, baß bie Pflanze von Professor Hofmann burch Aussaat bei Röbgen angefiebelt worben sei, benn ber En- ztan war viel früher ba, als ber volkstümliche Botaniker, ber um 1850 als Nachfolger von Alexan- ber Braun ben Lehrstuhl für Botanik an ber hiesigen Universität einnahm. D i 11 e n i u 5 , ber Verfasser ber ersten Flora von Gießen, bie 1718 gebrückt würbe unb bamit zur ersten beutschen Flora würbe, erwähnt zwar bie Pflanze nicht.
Heibelberg an 9.56 Uhr. Dieser Zug fährt ab in Heibelberg 19.55 Uhr, kommt an in Lang-Göns 22.17, Großen-Linben 22.24, Gießen 22.34, Wetzlar 23.01 Uhr.
Der zweite Zug für bie Teilnehmer mit ben roten Platzkarten mit weißen Strichen fährt ab Atzbach 7.08 Uhr, Kinzenbach 7.12, Abenb- ftern 7.16, Krosborf-Gleiberg 7.22, Launsbach 7.26, Wißmar 7.33, Lollar 7.47, Gießen 8.00, Heibelberg an 10.37 Uhr. Dieser Zug fährt ab Heibelberg 20.20, er kommt an in Gießen 22.52, Lollar 23.05, Wißmar 23.19, Launsbach 23.26, Krofborf 23.31, Abenb- ftern 23.37, Kinzenbach 23.40, Atzbach 23.44 Uhr.
Die Teilnehmer mit ben gelben Platzkarten können nur in bem ersten Zug nach Heibelberg fahren unb müssen mit bem gleichen Zug ab Heibelberg 19.55 zurückfahren. Die Teilnehmer mit ben roten Platzkarten mit weißen Strichen können nur mit bem zweiten Zug nach Heibelberg fahren unb müssen um 20.20 Uhr roieber in Heibelberg abfahren
Achtung! Genau auf bie Farbe ber Platzkarten achten, ebenso auf bie Nummer bes Wagens, bie auf der Platzkarte aufgedruckt ist und jedem feinen Platz garantiert.
Die ausgegebenen Herzchen gelten als Ausweis für den Besuch des Heidelberger Fasses. Im Preis einbegriffen ist dieser Besuch, außerdem auch eine Führung durch die Stadt und aufs Schloß. In Heidelberg erfolgt eine kurze Begrüßung durch die dortigen Dienststellen unb die Einteilung für bie Stabtführung auf bem Wrebeplatz
Vornotizen
— Tageskalenber für Samstag: Stabttheater, 20 Uhr: Gießener Allerlei. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Zigeunerbaron". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Der Jäger aus ' Kurpfalz". — Artillerie-Derein: 20.30 Uhr im
aber bas beweist nichts, benn biefe Flora ist bei aller Fülle ihres Inhalts auch in anberer Hinsicht burchaus lückenhaft.
Es ist anzunehmen, bah der Frühlingsenzian zu den wenigen Gewachsen zählt, die man als Ueberbleibfel der Eiszeit bezeichnet.
Die Flora von Heyer-Roßmann (gedruckt bei Keller in Gießen, 1861) erwähnt ben Frühlingsenzian als eine merkwürbige Erscheinung, bie auf allen Wiesen östlich bes Stolzenmorgens noch ziemlich reichlich vorkomme. Anbere beutsche Florenwerke geben bis in bie neueste Zeit außer bei Gießen noch folgenbe beutsche Stanborte des Enzian in ber Ebene an: Homberg in Hessen, Umgebung von Eichsfelb, Schleiz unb Französisch- Buchholz bei Berlin. Diese Stanborte existieren aber nur noch auf bem Papier. Die kleine Wiese bei ber Hugenotten-Nieberlassung Französisch-Buchholz ist längst im Häusermeer von Großberlin, im Stabtteil Neu-Kölln, untergegangen unb trug schon vor 50 Jahren keine Enzianpflanze mehr. Ebenso lange ist es her, baß bei Schleiz ber Frühlings-
Hess. Hof, Frankfurter Straße, Kamerabschasts- abenb mit Vortrag.
— Tageskalenber für Sonntag: Stabttheater, 19,30 bis 22,15 Uhr: „Der Graf von Luxemburg". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Zigeunerbaron". — Aftoria-Lichtfpiele, Seltersweg: „Der Jäger aus Kurpfalz". — Heimatvereinigung Schiffenberg, 16 Uhr: Jahresversammlung auf bem Schiffenberg. — Gesangverein „Frohsinn", 16 Uhr: Ausflug zur „Karlsruhe" —
— Stabtheater Gießen. Heute 20 Uhr unter Leitung von Paul Nieren unb Franz Ker- zisnik, sowie unter Mitwirkung von Mitgliebern bes Ensembles, bes Stabtheater-Orchesters unb sonstiger Gäste Bunter Abenb „Gießener Allerlei, ein Abenb Humor in Gesang, Wort, Tanz unb sonst noch was ..!?" Außerbem währenb bes Programms Runbfunksprecher-Wettbewerb unter Stimm- entscheibung bes Publikums Enbe gegen 23 Uhr.
— Aus bem Stabttheaterbüro wirb uns geschrieben: Sonntag, 5. Mai, 19.30 Uhr, außer Abonnement, bie Operette: „Der Graf von Luxemburg" von Lehar. Leitung: Wrebe-Cuje-von Rabenau; Enbe 22.15 Uhr. — Dienstag, 7. Mai, geschloffen wegen Vorbereitung zur Oper „Mabame Butterfly"; bie Dienstag - Abonnementsvorstellung wirb auf Donnerstag, 9. Mai. verlegt. — Mittwoch, 8. Mai, 19.30 Uhr: Erstaufführung ber Oper „Madame Butterfly" von Puccini; Leitung: Wrebe- E u i e. Enbe 22.15 Uhr. — Donnerstag, 9. Mai, die Operette „Der Graf von Luxemburg" von Lehar; Leitung und Besetzung wie bie ber Erstaufführung. Dauer von 20 bis 22.45 Uhr. — Freitag, 10. Mai- Wieberholung ber Oper „Mabame Butterfly" von Puccini; Leitung: W r e b e - C u j e. Dauer von 20 bis 22.45 Uhr. — Sonntag. 12. Mai, eibzige Sonn- tagsDorftellung mit ber Aufführung der Oper „Ma-
enzian bis auf kümmerliche Reste ausgerottet war. In der Umgebung von Homberg an der Ohm aber ist nach Mitteilung von Herrn Apotheker L. Sus» fert daselbst der Frühlingsenzian gänzlich unbekannt.
Auch der Rödger Standort bei Gießen würde schon der Vergangenheit angehören, wenn der systg» matischen Ausrottung des Enzians durch übereifrige und unbedachte Blumensammler nicht Einhalt geboten worden wäre, indem man
den handel mit Enzianstraußen unter Strafe
stellte. Weil nämlich die Blumenpflücker die Blüten nicht anders fassen können, als an dem nur wenige Zentimeter lange Blattrosettchen, waren die sonst zur Blütezeit blauen Wiesen mit der Zeit leer geworden. Man mußte lange suchen, bis man ein roieber aufkommenbes Plänzchen entbecken konnte. Auch bas Düngen ber Wiesen mit Stickstoffmitteln mag zum Derschroinben der Pflanze beigetragen haben. Um so erfreulicher ist es nun, daß in diesem Jahre der Enzian nach vielen Jahren wieder reichlicher vorhanden ist.
Die Pflanze ist unter Naturschutz gestellt. Die Schuhbestimmungen gelten allgemein, besonders aber für die durch Warnungstafeln bezeichneten
Stellen.
Ein Standort des Enzianvorkommens bei Rödgen ist jetzt durch einen Notzaun aus Stangen umfriedet, es wird aber schon in nächster Zeit ein kleinerer Teil der Wiese, auf dem der Frühlingsenzian befon- ders reichlich wächst, von der Forftbehörde mit einem dauerhaften Drahtzaun umgeben unb bamit gegen jeben Zugriff gesichert werben. Zu ben nicht unerheblichen Unkosten, bie zum größten Teil vom Forftamt Gießen übernommen werben, haben in banfensroerter Weife ber hiesige Verkehrs-, wie auch ber Obst- unb Gartenbauverein nach Kräften beigesteuert.
Bemerkt fei noch folgendes: Gewissenhaft ausgeführte Versuche haben ergeben, daß der Frühlingsenzian von Rödgen sich weher in den Garten verpflanzen läßt (auch wenn dies unter Mitnahme von Erde geschieht, wie sie sich am Standort findet) noch aus dort gesammeltem Samen gezogen werden kann. Die Pflanzen vegetieren in beiden Fällen eine Zeitlang unb gehen, ohne zur Blüte zu gelangen, halb roieber ein
Jeder versuch, auf billige Art zu einer Bereicherung des Steingartens mit Enzian zu kommen, ist also vergeblich. Wer dennoch den versuch wagen sollte, seht sich schwerer ve- strafung aus, ebenso derjenige, der die Enzianwiesen unbefugt betritt, oder die Blumen pflückt oder pflücken läßt.
bame Butterfly" in ber Besetzung ber, Erstaufführung. Dauer von 19.30 bis 22.15 Uhr.
Oberhessiiche Gesellschaft für Natur- und Heilkunde
Man berichtet uns: Arn Freitag, 26. April, hielt bie Oberhessische Gesellschaft für Natur- unb Heil- funbe eine gemeinsame Sitzung beiber Abteilungen im Zoologischen Institut ber Universität ab.
Herr Professor W. I. S ch m i b t berichtete über seine polarisations-optischen Untersuchungen betr. den Weinbau des Außengliedes der S e h z e 11 e n. Bis in die neueste Zeit hinein beuten bie einen bas Außenglieb als eine Säule feinster übereinanber geschichteter Plättchen, bie anberen als eine flach anfteigenbe Spirale. Eine Analyse ber Doppelbrechung gestattet, biefe Streitfrage einroanbfrei zu entfcheiben, ja sie führt barüber hinaus zu einer tief einbringenben Kenntnis bes Feinbaues. Die positiv einachsige Doppelbrechung bes frischen Außengliebes beruht auf ber gerichteten Einlagerung eines ßipoibes; burch Vergleich mit ber Markfcheibe ber Nervenfaser läßt sich bartun, baß die Lipoidmolekeln parallel der Länge des Außengliedes gerichtet find. Die noch Behebung der Doppelbrechung des Lipoides zutage tretende negativ-einachsige Formdoppelbrechung aber verlangt nach ber Wienerfchen Theorie die Anwesenheit feinster, quer im Außenglied verlaufender Platten. DasAußenglied zeigt fernerD i ch r o i s- m u s infolge ber gerichteten Einlagerung bes Sehpurpurs. Künstlicher Dichroismus läßt sich am lipoibfreien Außenglieb burch Einlagerung von kolloidem Gold und Silber erzielen. Da er umgekehrt ist roie bei Fibrillen, muß die Länge des Äußengliedes feinbaulich der Quere einer Fibrille
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Aufnahmen: Neuner, Gießener Anzeiger)
Häufig besuchen Schulklaffen im Frühling die Enzianwiefe.


