hllstzwerk fo off bei bet! tevmsmMelsalnmlungen bewiesen haben.
Auch bitten wir. den Inhalt der Spenden auf den Umhüllungen bekannlzugeben.
Deutsche Arbeitsfront.
NS.-Gemeinschaft ..Kraft durch Freude".
Der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude", Geschäftsstelle Gießen, sind aus allen Dolkskreisen Anfragen zugegangen, ob die Rundfunkveranstaltung am vergangenen Samstag von „Kraft durch Freude" veranstaltet worden sei. Die Kreisdienststelle Gießen teilt dazu mit, daß diese Veranstaltung mit der Organisation ,Kraft durch Freude" nichts zu tun hatte.
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Wie wir uns in Biedenkopf überzeugen konnten, ist das Gastspiel des Schumanntheaters am 6. April in der Volkshalle wirklich ein Erlebnis. Bei diesen billigen Preisen sollte kein Volksgenosse die Aufführung versäumen. Es sind noch Karten zu 40 Pf. zu haben.
Urlaubsfahrt in die Sächsische Schweiz vom 27. April bis 5. Mai. Fahrtkosten: RM. 36,—. Schlußtermin für die Anmeldung 6. April. Wer weiß im Reich von den riesigen Waldungen des Grenzlandes Sachsen? Dieser deutsche Wald, ein schier unendlich grüner Wald, mit uralten Laub und Nadelbeständen, erfreut immer wieder die Besucher. Wie wundervoll ist hier das Wandern, wo der Wanderer tagelang kaum aus dem Wald herauskommt. Ueberall tun sich Fernblicke von überraschender und überwältigender Schönheit auf. Landschaften, in denen die deutsche Romantik sonnig leuchtet. Den schönsten Teil des Grenzlandes aber bildet das Elbsand- steingebirge, die Sächsische Schweiz. Die Elbe hat hier mit dem Durchbruch aus dem böhmischen ins sächsische Gebirgsland eine Zauberwelt aufgebaut, die alljährlich Tausende immer wieder in ihren Bann schlägt. Felsen in phantastischen und grotesken Formen von verwirrender Fülle überraschen immer wieder den Blick des Besuchers. Hier an den Ufern der Elbe, im Elbsandsteingebirge, werden die Urlauber um Königstein herum untergebracht. Eine Dampferfahrt mit den schmucken Elb- dampfern wird ihnen alle die Schönheiten des Gebirges erschließen. Die schroffen und steilen Felsen werden immer wieder wagemutige Kletterer zum Erklimmen herausfordern. Eine herrliche Fernsicht ist der Lohn für die beschwerliche und anstrengende Kletterei. An Abwechslung und Zerstreuung, an Freude und Erholung, wird es unseren Urlaubern in dieser Wunderlandschaft nie mangeln. Allzu schnell nur werden die herrlichen Urlaubstage vergehen, und mancher wird sich nur schwer am 5. Mai von dieser schönen, wildromantischen Landschaft trennen können. Anmeldungen werden auf der Kreisdienststelle, Schanzenstraße 18, Zimmer 10, entgegengenommen.
Dolkstag der Inneren Mission 1935.
ELP. Die Innere Mission hofft, daß der vom Reichsminister des Innern genehmigte Volkstag bei der Haussammlung vom 8. bis 14. April und der Straßensammlung am 13. und 14. April wieder offene Herzen und Hände findet, lieber den Zweck der Inneren Mission möge ein Wort Joh. Heinrich Wicherns, des Begründers der organisierten christlichen Liebestätigkeit, aufklären: „Die Innere Mission ist nicht eine Lebensäußerung außer oder neben der Kirche, sie will auch weder jetzt noch einst die Kirche selbst sein, sondern sie will die durch das Evangelium geweckte Liebe offenbaren. Zn ihren Anstalten und Einrichtungen will die I. M. nicht nur die Kranken und Schwachen pflegen, sondern die Schwachen stärken, die Verwahrlosten erziehen, die Gefährdeten bewahren und den Einsamen und Alten ein Heim bieten. Auf diese Weise hilft die 'I. M. an dem Aufbau unseres Volkes in hervorragender Weise mit." Dr. Frick, Reichsminister des Innern, erklärte anläßlich des vorjährigen Volkstages: „Den Plan eines Volkstages der Inneren Mission begrüße ich als ein Zeichen der Volksverbundenheit und tätigen Nächstenliebe der deutschen evangelischen Kirche. Die Innere Mission steht vor großen Aufgaben. Möge es ihr gelingen, alle evangelischen Kreise zu einer Opfertat aufzurufen!"
Achterbahn im April.
Kleiner Bummel übern tummel.
Die Hauptsache ist, daß Sie kräftig zu Nacht gegessen haben, mein Herr, daß Sie gut gelaunt und unternehmungslustig sind. Wenn das zutrifft, dann treten Sie zur Kasse, bezahlen Sie zwei Groschen, ziehen Sie sich den Hut in die Stirn und besteigen Sie Hugo Haases weltberühmte Achterbahn. Sie müssen Ihr Augenmerk darauf richten, daß der Wagen, in dem Sie fahren wollen, vollbesetzt ist. Womöglich mit lauter Mädchen, dann macht es am meisten Spaß. Bis der Wagen den höchsten Gipfel dieser sinnreichen Rennbahn erreicht hat, ist alles stumm und voll herzklopfender Erwartung. Aber jetzt geben Sie Acht, mein Herr, wenn der Scheitelpunkt überwunden ist und das Wägelchen im prickelnden Aprilwind in den ersten Abgrund saust, jetzt werden Sie, dieweil Sie sowohl um Ihr Abendbrot als auch um Ihr gutes Hütchen besorgt sind, jenes durchdringende Kreischen aus sechs oder acht Mädchenkehlen vernehmen, jenen wilden Naturschrei der Wonne und der Angst, der unbedingt dazu gehört, und ohne den eine Fahrt auf der Achterbahn nur ein halbes Vergnügen wäre. Dieser herrliche Diskant, bei jeder neuen Abfahrt ins Tal mit unverminderter Stärke wiederum heroorbrechend, ist ein unveräußerlicher Bestandteil der großartigen Symphonie der Messe und des Rummelplatzes: er mischt sich mit dem heiser beschwörenden Lockruf der Anpreiser an den Buden, mit der Karussellmusik, mit dem silbernen Gelächter der Kinder vor dem Kasperletheater, mit dem Büchsenknall an der Scharf- Schießhalle („Herzlich willkommen!"), mit „Lore- lorelorelore'^und mit den jauchzenden Zwischenrufen staunender Meßplatzbesucher: Guckemal, Mutti! — War's schee, Walterche? — Kerle, Kerle!
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Berg und Tal, Berg und Tal, hinauf und hinunter und rundherum! Unter Euch, meine Lieben, dreht sich die bunte und vielstimmig lärmende Welt des Rummelplatzes in einem verwirrenden Wirbel: um die riesige blaue Weltkugel, wie der Sterne Chor um die Sonne sich stellt, schweben die Zeppeline (Ihr könnt Euch in die „Venus" setzen oder eine Kabine im „Uranus" belegen, ganz nach Laune und astrologischer Liebhaberei), dort drüben lockt eine atemraubende Todesfahrt, hier gibt es Thüringer Rostbratwürste, dort drei Lose — wer hat noch nicht, wer will nochmal? — hier Zigaretten, da Photographien, gleich zum Mitnehmen natürlich, und da hinten kann der kleine Mann, ohne das Glück
Veirieböappell der Sladiverwaliung Gießen.
Aus Anlaß der bevorstehenden Vertrauensratswahlen fand am heutigen Donnerstagmorgen vor Beginn des Dienstes vor dem Stadthaus Bergstraße der Betriebsappell der Beamten-, Angestellten- und Arbeiterschaft der Stadtverwaltung Gießen statt. An der Wand des Stadthauses boten Flaggenanordnung und Hoheitszeichen den schönen Hintergrund für das Rednerpult. Die Betriebszellen waren mit ihren Fahnen erschienen.
Zu Beginn des Appells wurde die Hakenkreuzfahne am hohen Mast gehißt.
Kreiswalter der DAI. Perm. Wagner hielt, nachdem gemeinsam das Lied „Brüder in Zechen und Gruben" gesungen worden war, eine Ansprache, der folgendes entnommen sei:
Zur Vertrauensratswahl sollen demnächst alle ihre Stimme abgeben und bekunden, ob die in den Betrieben aufgestellten Männer das Vertrauen der Arbeitskameraden genießen. Die Vertrauensratswahl sei aber keine Angelegenheit allein des betreffenden Betriebes, sondern eine Sache des ganzen deutschen Volkes. Die Welt sehe gespannt auf den Ausgang dieser Wahl, nachdem der Führer den Weg freigemacht habe für eine friedliche Aufbauarbeit, aber auch für eine Verteidigung des Lebensrechtes des deutschen Volkes, des Arbeitsplatzes und der Scholle.
Die Dahl solle zeigen, rote das deutsche Volk, insbesondere rote der Arbeiter dem Führer folge.
Der Führer habe einmal gesagt, daß er keinen größeren Stolz kenne als den, den Arbeiter dem deutschen Vaterlande wieder gewonnen zu haben. Wir müßten nunmehr unter Beweis stellen, wie und ob wir dieses Wort des Führers verstanden haben, die internationale Solidarität müsse -in eine nationale Solidarität umgewandelt werden, denn im Volke dürfe keine Lücke sein. Die Welt müsse erkennen, daß sie in unserem deutschen Volk mit einem einzigen Volk und mit einem einzigen Willen zu rechnen habe.
Lange Zeit habe man geglaubt, daß bas Lebensrecht des einzelnen nur in der Interessengemeinschaft verteidigt werden könne, in der man sich gegen eine andere Gruppe wandte. Aus den verschiedenen Menschengruppen seien Jnter- essentenhaufen geworden, und der Staat habe den Glauben verneint, daß man die Menschen auf ein einziges Ziel ausrichten könne. Heute fei die geistige Haltung eine ganz andere.
Ulan wisse in der Gegenwart, daß das Interesse des einzelnen da aufzuhören habe, wo das Interesse der Gemeinschaft beginne. Deshalb
habe die bevorstehende Vertrauensratswahl auch einen anderen Sinn als die Vetriebsralswahl einer vergangenen Zeit. Die Volksgemeinschaft, die erstrebt sei, müsse im Betrieb beginnen, in der kleinsten Zelle. Der Vertrauensrat habe in erster Linie die Aufgabe, mit dem Führer des Betriebes dafür zu sorgen, daß dem Nutzen des Volkes und des Staates gedient werde.
Die Betriebsgemeinschaft müsse vertrauensvoll zu- sammenstehen. Nur wenn wir gemeinsame Arbeit verrichten, könne unser Volk leben. Vertrauen müsse Führer und Gefolgschaft zusammenführen. Das könne aber nicht der Vertrauensmann allein bewirken. Auch der Betriebsführer müsse sein Teil dazu beitragen. Der Betriebsführer dürfe nicht nur Vorgesetzter sein, er müsse vielmehr selbst das verkörpern, was er von feiner Gefolgschaft verlangt. Führer sein sei viel mehr als nur Vorgesetzter fein. Er müsse um bas Vertrauen ber Gefolgschaft täglich ringen. Man könne wohl anordnen, befehlen, Vertrauen aber müsse man sich erwerben. Wenn der Führer des Betriebes das Vertrauen der Gefolgschaft besitze, so stehe sie auch wie eine Garde hinter ihm.
Der einheitliche Wille in einem Volke könne nicht in einem Jahre geschaffen unb verlieft werden, er müsse vielmehr ganz organisch wachsen. Der einige Wille werde aber möglich, wenn nur der Wille dazu da sei.
Daß unser Volk in zwei Teile zerrissen worden war, sei lediglich darauf zurückzuführen gewesen, baß man dem Arbeiter nicht das Recht zugestehen wollte, Volksgenosse zu sein. Heute, im Dritten Reich, sei das ganz anders. Der Arbeiter sei vollwertiger Volksgenosse. Nicht nach dem Herkommen werde der einzelne gewertet, sondern nach seiner L e i st u n g und nach seiner E inst e l l u n g zur deutschen Volksgemein- schäft..
Angesichts ber bevorstehenden Vertrauensrats- wahlen solle niemand denken, daß diese Wahl von minderer Bedeutung sei.
Die Vertrauensralswahl sei ein wichtiger Baustein für die Errichtung des Drillen Reiches, ein Markstein auf dem Weg zur Freiheit und Gerechtigkeit für unser Volk. (Lebhafer Beifall.) Mit dem gemeinsam gesungenen ersten Vers des Horst-Wessel-Liebes fand der Betriebsappell leinen Abschluß. In geschlossenen Kolonnen marschierten dann die Beamten, Angestellten und Arbeiter, wie sie auch gekommen waren, zu ihren Dienststellen.
Oer Grund- bzw. Leistungsschein der OLG.
Vom Bezirk Oberhessen der Deutschen Lebens- rettungs-Gesellschaft wird uns mitgeteilt:
Im Laufe des Monats März konnte nach vor- ausgegangener Prüfung folgenden bie Urkunde für ben Grund- bzw. Leistungsschein ausgehändigt werden:
Den L e i st u n g ss ch e i n erhielten: Karl Gebhard, Friedberg, von der Hochschule für Lehrerbildung die Studenten Paul Eckinger, Rudolf Kull- mann, Karl Beller, Butzbach.
Den G r u n d s ch e i n erhielten: Von ber Hochschule für Lehrerbildung: die Studenten Kurt Wedel, Peter Schepp, Richard Vogel, Ortenderg; Karl Kreuter, Heinrich Maurer, Büdingen: August Sulz- bach, Hans Jäger, Heusenstamm: Otto Fröhlich, Zwingenberg a. d. B.: Alfred Müller, Alten-Buseck; Fritz Klotz, Lampertheim: Fritz Ihrig, Unter-Sens- bach: Hans Saxer, Worms: Walter Robert, Neu- Isenburg; Jakob Löhr, OffenthafrOffenbach: Karl Wenzel, Langsdorf: Willi Nickel, Nieder-Ohmen; von der Oberrealschule Gießen: die Schülerinnen und Schüler Hildegard Treppinger, Hannelore Meidt, Marianne Schneider, Liselotte Mickel, Helga Lehmann, Hilde Adolph, alle von Gießen: Karl Rinn, Hermann Baum, Wolfgang Kuhl, Ludwig Friedrich, alle von Gießen: Heinrich Emmrich, Aß-
feiner Familie aufs Spiel zu setzen, beim Pferderennen feiner geheimen Wettleidenschaft frönen ...
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Wenn wir ausgestiegen sind aus ber himmlischen Achterbahn und unser Hütchen nunmehr wieder unternehmend aufs Ohr gerückt haben, bereit zu neuen Abenteuern und Sensationen, dann ist das Gekreisch ber sechs Mäbchen zwar für einen Augenblick verstummt, aber schon umfängt uns, wilb wechselnd, an- und abschwellend, sich übertönend bei jedem Schritt durch das Menschengewühl, eine neue Welle jener unbeschreiblich vielstimmigen, betäubenden und aufregenden Musik des Rummelplatzes. Die Zeppeline zum Beispiel kreuzen soeben unter den Klängen des Liedes „Wenn alles grünt und blüht auf dieser Erde" unbekümmert über das nördliche Eismeer: die blutigen und belehrenden Bilder der anatomischen Wanderschau, samt einer wächsernen Leiche unter Glas betrachtet man schaudernd bei den schmeichelnden Klängen der Barcarole aus „Hoffmanns Erzählungen". Was aber der Anatomie und der Luftfahrt über alle sieben Ozeane, über die höchsten Gebirge, die wüstesten Wüsten des Erdballs und über den Oswaldsgarten in Gießen recht ist, das muß dem Hippodrom nebenan billig fein; deshalb tönt uns aus der Manege finnig und schmetternd das Flaggenlied entgegen.
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Wollen wir zusammen eine Bratwurst effen, mein Fräulein, oder bevorzugen Sie bas gesunde Magenbrot, bie kernige Speise der rauhen Aelpler? Wollen wir einen Teddybären in ber Lotterie gewinnen? Wollen wir uns erst hypnotisieren lassen und bann photographieren — ober umgekehrt? Umgekehrt roirbs ähnlicher. Wollen wir zu dem starken Mann, der ein aufgeklapptes Messer verschluckt, ein Pfundgewicht und eine Taschenuhr? Wenn man das Ohr an seinen Bauch legt, kann man es inwendig ticken hören, und das ist mit zehn Reichspfennigen wahrhaftig nicht zu teuer bezahlt ...
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Ach, sieh mal, ba drüben —: ich hatte geglaubt, die ehrbare Kunst der berühmten fahrenden Familie Knie sei bereits ausgestorben, aber ich sehe, daß ich mich geirrt habe, denn soeben beschreitet eine Dame in kurzem Röckchen und mit aufgespanntem Schirmchen (weniger des Aprilregens als des Gleichgewichtes wegen) mit behutsamen Schritten bas dünne.Drahtseil. Haben Sie noch nicht genug? Ich bin ja überzeugt, baß es Ihnen schlecht wird, meine Dorne, baß Sie zum mindesten totenbleich wieder zum Vorschein kommen, aber wenn oie ernstlich barauf bestehen, bann wollen wir uns
lar; Heinrich Hengst, Dorlar; Günther Marx, Wetzlar; Hans Lenz, Klein-Linden; Gerhard Bindseil, Herborn; Kurt Weiershäuser, Gladenbach.
Außerdem erhielten noch die Grundschein- kunde bie Schüler Hans Nicolai, Friedberg; Eitel, Kraft, Müller, Dudenhofen; bie Studenten Fritz Haas, Friedberg-Fauerbach: Willy Müller, Worms, und Sportlehrer Franz Lotz, Gießen.
Bismarckgedenkfeier des Sparerbundes.
Vom Sparerbund, Ortsgruppe Gießen, wird uns berichtet:
In der am Dienstag im „Hessischen Hof" abgehaltenen Mitgliederversammlung gedachte der Ortsgruppenleiter des Sparerbundes H. Lorenz des 120. Geburtstages des Altreichskanzlers Bismarck, wobei er den Lebenslauf dieses großen Deutschen und sein überragendes Werk schilderte. Mit dem Namen Bismarck sei auch der Sinn für das Recht verknüpft, den man im deutschen Volke durch die Inflation zerstört habe. Dies nicht nur wieder gutzumachen, sondern auch zu sühnen, sei die Aufgabe der Wiederherstellung von Recht und Gerechtigkeit als Eckpfeiler des stolzen Staates, den Fürst Bismarck geschmiedet habe. Das Werk Bismarcks habe allen Stürmen von ultramontaner und marxistischer Seite zum Trotz standgehalten. Selbst die Versuche der Novemberrevolutionäre von
allen guten Geistern empfehlen, zehn Pfennig be- zahlen und zusammen eine Fahrt in bie Unterwelt wachen und bas Gruseln lernen. Holen Sie noch einmal tief Atem und halten Sie Ihren Hut fest! Hier ist es zappenduster, und ber Teufelswagen dieser Geisterbahn dreht sich fortwährend im Kreis herum, baß es einem ganz anders wird. Meine Herxen, ba sitzen wahrhaftig drei Skelette aufrecht am Tisch und spielen Skat, wenn ich es in der Geschwindigkeit recht gesehen habe. Ja, liebes Kind, Ijalt dich fest, Schreien hat jetzt keinen Zweck mehr — huch, ba hat sich einer ausgehängt im weißen Nachthemd — ich hab dich doch gewarnt — ha, bas war des. Teufels Großmutter persönlich — aber du wolltest ja nicht hören auf die Worte eines erfahrenen Mannes — gottseilobunddank, es wird hell. Ich glaube, dies ist jetzt der richtige Zeitpunkt für I a Thüringer Rostbratwürste...
... Aber 'sagen Sie selbst, Domen und Herren, sind Sie nicht hierhergekommen, um sich einmal nach Herzenslust zu amüsieren? Treten Sie näher! In ber 'dritten Abteilung des Programms sehen Sie, was Sie noch nie gesehen hoben, durch die Wunder- briüe, ein Auge grün, ein Auge rot... Aus dem Lachen, aus dem Staunen kommen Sie nicht heraus. Zur Kasse, Herrschaften, bie Vorstellung beginnt sofort, wer zuerst kommt, hat die Sitzplätze, jeder Platz 20 Pfennig, treten Sie ein in die „Rote Mühle", bie Künstler begeben sich bereits hinter die Bühne...
Es beginnt zwar keineswegs sogleich, sondern erst, wenn das Parkett prall gefüllt ist, aber nun geht es los, und jetzt staunst du vielleicht, mein Lieber, benn auf ber Bühne fitzt eine schwarzgekleidete Dame mit verbundenen Augen in einem gelben en Sessel, die sagt dir, ohne zu zaubern, deine sämtlichen Vor- und Zunamen, und dabei spielt es keine Rolle, ob du deinen SA.-Ausweis ober einen Liebesbrief in der Tasche hast, vor dieser unheimlichen Frau gibt es keine Geheimnisse; du erhältst Bescheid, daß dir bald Angenehmes bevvrsteht, daß es mit deinen Geschäften nunmehr bergauf geht — herzlichen Dank, liebe Dame! — und auch wann du geboren bist, wird dem ganzen Publikum mit nachtwandlerischer Sicherheit und ohne falsche Scham verkündet.
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Das war aber bloß bie erste Abteilung, gleich wird Rita auf ber Bühne erscheinen, eine seltsame Laune der Natur, nicht Mann, nicht Weib — wir wollen hier auf bie Einzelheiten nicht näher eingehen, aber das mußt du zugeben: es ist dir an ber Kaste nicht zuviel versprochen worden, und aus bem Lachen, aus bem Staunen bist du nicht herausgekommen...
1918, der Separatisten und der Franzosen, das Reich zu zerstören und eine Rheinische Republik unter französischer Herrschaft zu gründen, feien glänzend an den festen Grundmauern des Werkes- Bismarcks gescheitert. Der einstündige Vortrag wurde durch zahlreiche Lichtbilder ergänzt. Hierbei werden u. a. das Heimathaus Bismarcks in Schönhausen, die deutschen Gesandtschaftsgebäude in Petersburg und Paris, Begebenheiten aus den Kriegen 1864, 1866 und 1870/71, die Kaiserproklamation im Spiegelsaal von Versailles und Schloß Friedrichsruh im Sachfenwald gezeigt, wo Bismarck bis zu feinem Lebensende im Ruhestände ebenso wie vorher als Kanzler nun auch als freier, an kein Amt gebundener Politiker ein gewaltiger Beeinfluffer und Beweger der deutschen Geschichte blieb. Anschließend wurden noch eine Anzahl aktueller Sparerbundsfragen und geschäftliche Angelegenheiten behandelt, wobei auch die Ernennung der drei ältesten Gießener Sparerbundsmitglieder zu Ehrenmitgliedern, die schon bei der Gründung vor IOV2 Jahren den damals sehr zahlreichen gehässigen Angriffen zum Trotz, unbeirrt für Treu
Volksgenosse!
Mit dem NGV.-Opferbuch
wird im Rahmen der NS.-Volkswohlfahrt der Gesundheit des deutschen Volkes gedient. Durch Spenden, die in das Opferbuch eingetragen werden, können spätere Generationen sehen, roas in der Zeit des Umbruchs für die Volksgesundheit geopfert wurde. Hilf beherzt und kräftig mit an dieser edlen Tat zur Arterhaltung deiner Nachkommenschaft!
Kreisamtsleitung der NSV. Gießen.
und Glauben in Wort und Tat kämpften, bekanntgegeben wurden. Nach einem Gedenken an den kürzlich verstorbenen Bundesführer des Rentnerbundes Pg. W i e f i n g e r - Nürnberg, dessen Verdienste um die inflationsgeschädigten Sparer auch im Sparerbund stets voll anerkannt wurden, schloß sich eine rege Aussprache an.
Gießener Dochenmarktpreise.
* Gießen, 4. April. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,50 bis 1,55 Mark, Landbutter 1,42 Mark, Matte 25 Pf., Eier (inländische), das Stück 8 bis 9, Käse 5 bis 10, Wirsing, das Pfund 15 bis 25, Weißkraut 10 bis 12, Rotkraut 20 bis 25, Gelbe Rüben 10 bis 12, Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 20 bis 25, Unterkohlrabi > 10 bis 12, Grünkohl.15, Feldsalat 70 bis 80, Tomaten 40, Zwiebeln 12 bis 15, Meerrettich 30 bis 50, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kartoffeln 4 Pf., der Zentner 3,40 bis 3,50 Mark, Aepfel, das Pfund 30 bis 35 Pf., Honig 40, Blumenkohl, das Stück 40 bis 60, Salat 20 bis 25, Endivien 10 bis 20, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 10, Sellerie 10 bis 40, Radieschen, das Bund 15 Pf.
' Vornotizen.
— Tageskalender für Donnerstag. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der alte und der junge König". — Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brandplatz: 2. Ausstellung aus Gießener Privatllefitz von 16 bis 17 Uhr. — Ausstellung der Haushaltungsschule des Aliceschulvereins von 9 bis 13 Uhr und von 15 bis 17 Uhr.
— Eine volksdeutsche Feier stunde veranstaltet die Frauengruppe des VDA. am kom- menden Samstagabend in der Aula der Universität. Bei dieser Veranstaltung wird die bekannte Dichterin und Vorkämpferin des VDA. Maria Kahle sprechen. Bei freiem Eintritt ist jedermann der Zutritt möglich. (Siehe heutige Anzeige.)
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** D i e Zahlungfälliger Strom - und Gasgelder vom Monat Februar betrifft eine Bekanntmachung der Direktion der städtischen Werke in unserem heutigen Anzeigenteil. Säumige Zahler seien besonders darauf hingewiesen.
** SterbefäHe in Gießen. Es verstürben in Gießen in der Zeit vom 16. bis 31. März: 16.:
Damit ist unser Programm beendet, 'die Zauberbrille ist bitte am Eingang abzugeben, die Musik spielt „In einem grünen Walde, da steht ein For- sterhaus", -und wenn deine Freundin jetzt noch immer nicht genug hat und unter den Klängen des Flaggenliedes im Herrensattel durch die Manege zu traben wünscht — Gott befohlen, hier gehts zum Hippodrom, Eintritt jederzeit...
Gesegnet seien die kleinen Freuden des Rummel- platzes! * , hth.
Das widerrufene Empfehlungsschreiben.
Londoner Zeitungen beschäftigen sich mit einem Schadenersatzprozeß eigener Art. Mr. B., ein angesehener Kaufmann der Londoner City, lernt auf einer Gesellschaft, die er mit seiner Frau besucht, einen Mr. Tom kennen, der sich als ein ausgezeichneter Gesellschafter entpuppt, und von dem er ebenso wie seine Frau entzückt ist. Der noch recht junge Mann wird von dem Kaufmann eingeladen und gilt bald als gern gesehener Gast, der sich auch der Gattin jederzeit zur Verfügung stellen kann, da er sehr viel Zeit hat, denn er ist stellungslos. Natürlich bemüht sich der Kaufmann, ihm einen Posten zu verschaffen, und ein glücklicher Zufall roitl es, daß ein Geschäftsfreund einen Abtellungsvorsteher sucht. Mr. B. stellt seinem jungen Freund ein ausgezeichnetes Empfehlungsschreiben aus, auf das ihn der Geschäftsfreund sofort anstellt. Mr. Tom ist überglücklich. Nach einiger Zeit glaubt jedoch Mr. B. annehmen zu müssen, daß Tom, wenn ihm auch nicht mehr soviel Muße zur Verfügung steht wie vor seiner Anstellung, immerhin für Frau B. mehr Zeit verschwendet, als erwünscht ist. Er stellt daraufhin den jungen Mann zur Rede, der über die Vermutung des Gatten sehr empört tut.
Temperamentvoll, wie Mr. B. einmal ist, schreibt er seinem Geschäftsfreund, er könne das Empfehlungsschreiben, das er seinerzeit dem Mr. Tom ausgestellt hätte, nicht mehr aufrechterhalten, da es auf nicht zutreffenden Voraussetzungen beruhte. Der Geschäftsfreund nimmt nun an, daß B. erst nach seinem Empfehlungsschreiben für Tom von bedenklichen geschäftlichen Praktiken Kenntnis er- halten habe, und kündigt dem jungen Mann. Mr. 23. benutzt die erste Gelegenheit, die ihn wieder mit Tom zusammenführt, ihm zu sagen, welchem Umstande er seine Kündigung zu verdanken habe. Dieser hat daraufhin sofort einen Schadenersatzprozeß gegen seinen ehemaligen Freund und Gönner an» gestrengt, und man ist in London gespannt, wie der Prozeß auslaufen wird.


