Nr. 53 Erster Blatt
185. Jahrgang
Montag, 4. März 1935
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General-Anzeiger für Oberhessen
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Guter Auftakt der Leipziger Frühjahrsmesse.
Interessante Gonderschauen. — Reges Interesse auch
Die Leistung soll den Markt beherrschen.
Dr. Goerdeler über das Ziel der Preisüberwachungspolitik.
aus dem Ausland
Der Führer und Reichskanzler hat zur Eröffnung der Leipziger Frühjahrsmesse folgendes Telegramm gesandt: „Der diesjährigen Leipziger Frühjahrsmesse wünsche ich guten Erfolg. Sie soll die deutsche Volkswirtschaft stärken durch weitere Belebung des inneren Marktes und durch Wiedergewinnung der Auslandsmärkte und dadurch zu erneuter Verringerung der Arbeitslosigkeit in Deutschland beitragen!
Gez.: Adolf Hitler."
schasfungsmittel abzubauen. Eine Preisüberwachung, die solche Wirkung hätte, sei also schon der Anstrengung wert.
Die Mittel dazu dürfen aber nur rein organisch sein und müssen sehr vorsichtig angewendet werden. Man müsse die organischen Bestandteile der Preise prüfen und erfassen. Ls kann sich aber immer nur darum handeln, die Gleichwertigkeit der Lei st ungen untereinander zu sichern. Dabei ist darauf hinzuweifen, wie wenig Preisbindungen aller Art dem Leistungsprin- z i p entsprechen. Sie hindern vor allem die Ausnutzung der besten Betriebe zur höchsten Leistungsfähigkeit. Das Bekenntnis zur L e i st u n g ist immer ein Bekenntnis zum Mut, zur Selbständigkeit und zur Verantwortung. Das sind die königlichen Kaufleute, die Jndustrieführer und die stolzen Handwerker, die das richtige Urteil für das, was man zweckmäßig tut, und das, was man zweckmähig läht, in sich tragen, die mit dem Risiko nicht spielen, aber auch das Risiko nicht scheuen. Solcher Naturen bedürfen wir heute mehr denn je.
Auch der Weltmarkt, auf den die Leipziger Messe wieder einmal aller Augen richtet, wird beherrscht von L e i st u n g e n, und er wird erschlossen, wenn die Völker gegenseitig ihre Leistungen a n - erkennen, denn nur dann kehren Achtung und Vertrauen zurück. Die Leipziger Messe des Frühjahres 1935 hat die besondere Aufgabe, den Blick auf das gemeinsam und durch Leistung zu Erreichende xu richten. Die Leipziger Messe, aus deutschem Unternehmergeist aeboren, stellt sich freudig in den Dienst der sinnfälligen Aufklärung und der intuitiven Erkenntnis.
OerZug derSalzburger
Ein Jubiläum deutscher Siedlung.
In der ostpreußischen Stadt Gumbinnen steht ein Bronzedenkmal von der Meisterhand Rauchs, das im Jahre 1835 errichtet wurde; es erinnert an die Besiedlung O st Preußens durch 20000 Salzburger Bauern und Handwerker, die hundert Jahre vorher, 1735, durch den religiösen Verfolgungswahn des Erzbischofs Firmian um ihres protestantischen Glaubens willen aus ihrer Heimat vertrieben wurden und auf Einladung des preußischen Königs Friedrich Wilhelms L, des Soldatenkönigs, in einem mühevollen Marsch durch ganz Deutschland zogen, um sich in der östlichsten Provinz Preußens anzusiedeln, sich eine neue Heimat zu schaffen und dem werdenden preußischen Staat wertvolles Menschenmaterial zu seinem Aufbau zu liefern. Fünfzig Jahre später wurde im Potsdamer Lu st garten demselben Geschehnis ein zweites Denkmal errichtet, zugleich am Orte und zum Gedächtnis des Wirkens jenes preußischen Königs, dessen Geschichtsbild lange im Schatten seines genialen Sohnes, des großen Friedrichs, stand; erst die Gegenwart, die Ostpreußen aufs neue wie damals vom Körper des preußischen Staates und des Reiches losgetrennt sieht, in der die preußische und deutsche Staatsführung vor ähnliche wirt- schaftliche und politische Probleme gestellt ist wie vor 200 Jahren, beginnt der Persönlichkeit des „Baumeisters des preußischen Staates" volle Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. In seinem Lebenswerke bildet die deutsche Besiedelung Ostpreußens eine der kühnsten und am weitesten in die Zukunft schauenden Taten, der sich die heute lebende Generation aller Deutschen in diesem 200. Jubiläumsjahre in Dankbarkeit erinnert: die Erhaltung dieses deutschen Landes im großen Zusammenbruch des Jahres 1918 ist nur möalich gewesen, weil die Nachkommen der von Friedrich Wilhelm ins Land gerufenen Siedler es so zäh festgehalten haben, daß es auch die Unersättlichkeit und Skrupellosigkeit der Gegner nicht anzutasten wagten.
Ostpreußen war seit dem schwedisch - polnischen Kriege (1644) zu einer menschenleerenWüste geworden. Die im Solde Polens stehenden T a r - tarenhorden hatten 13 Städte und 250 Dörfer und Flecken in Asche gelegt, 23 000 Menschen er» schlagen und 24 000 in die Sklaverei verschleppt; zugleich aber hatten sie die Pest ins Land gebracht, die unter der Bevölkerung noch ärger hauste, als sie selber. Allein in Königsberg raffte sie 10 000, in der ganzen Provinz 20 000 Menschen hinweg; auch der Viehbestand in dem rein bäuerlichen Lande war durch eingeschleppte Viehpest so gut wie vollständig vernichtet. Das „Retablissement Ostpreußens" war daher eine der dringendsten Aufgaben, die der Soldatenkönig bei seinem Regierungsantritt vor- fand. „Ich denke Tag und Nacht, wie das schöne Land wieder florissant gemacht werden kann", schrieb er 1722 an seinen Freund und Ratgeber in allen Staatsgeschäften, den Fürsten und Feldmarschall Leopold von Anhalt, und „M e n s ch e n halte ich für den größten Reichtum eines Landes". Diese konnten in den übrigen Provinzen Preußens nicht gefunden werden, das selbst damals nur etwa 2,5 Millionen Einwohner zählte und in vielen seinen Teilen siedelungsbedürftig war. Als die Vertreibung der Salzburger Protestanten einsetzte, lud der König sie durch öffentliche Kundgebungen in sein Land ein, stellte sie unter seinen Schutz und erkämpfte ihnen durch diplomatische Vorstellungen und Drohungen den Durchzug durch die katholischen Länder. Als er hörte, daß statt der von ihm erwarteten 5000 bis 6000 deren 20 000 kämen, schrieb er: „Sehr gut! Gottlob! Was tut Gott dem Brandenburgischen Hause für Gnade!"
In seinem Werke „Der Baumeister des preußischen Staates", das dem Andenken an den großen Realisten unter den Königen gewidmet ist, erzählt Friedrich von Oppeln-Bronikowski interessante Einzelheiten von dieser deutschen Völkerwanderung, die ja auch die Anregung zu einem der schönsten Denkmäler der deutschen Literatur, zu Goethes „Hermann und Dorothea" gegeben hat. Zwanzig, ja zweiunddreißig Zuge sollen es gewesen sein, ein ganzes Volk auf Wanderung, wie jene frühgeschichtlichen Heerzüge germanischer Stämme auf der Suche nach neuen Wohnsitzen aber in einer Zeit, die solche elementaren Ereignisse tm Völkerleben nicht mehr gewöhnt war. Freilich waren über 800 Auswanderer, meist Kinder, den furchtbaren Anstrengungen des winterlichen Fußmariches erlegen. In Potsdam empfing der König selbst die ersten, ließ sie von dem Hosprediger Cochius aus ihren Glauben prüfen, befragte sie selbst, und da er ihre Antworten bescheiden und evangelisch befand, ließ er reichlich Geld unter sie verteilen, sprach viele an und sagte immerfort: „Ihr sollt s gut bei mir haben, Kinder." Ein anderer Zug begegnete ihm auf der Landstraße bei Zehlendorf. (Er forderte sie auf, ein Kirchenlied zu singen, und da sie die Melodie nicht kannten, fing er selber mit lauter Stimme zu singen an, und die Menge stimmte ergriffen ein. In Berlin wurden sie von der Königin empfangen und von den Einwohnern beherbergt; vollends in Königsberg wurde ihnen ein großer Empfang zuteil. Ein Teil der neuen Landeskinder wurde auf dem Seewege über Stettin befördert, doch der Anblick des Meeres und die stürmische Ueberfahrt erfüllte sie mit Grauen. Noch schwerer fügten sich dte Kinder des südlichen Alpenlandes in die neuen Verhältnisse, in das rauhe nordische Klima und die norddeutsche Tiefebene. Es war kein Land Kanaan, in das sie kamen, sondern der preußische Staat mit seiner ganzen jugendlichen Strenge.
Doch auch dies rst zur Lehre und Mahnung für unsere Tage zu sagen: dieses wohl größte Sied- lunsswerk der neueren Geschichte, das in der jüng-
Leipzig, 3. März. (DNB.) Die große Frühjahrsschau des deutschen Volksfleißes, die Leipziger Frühjahrsmesse 1935, wurde am Sonntag eröffnet. In den Messehäusern und draußen auf der großen Technischen Messe war fast jeder Stand besetzt. Der Messesonntag brachte bereits auf vielen Gebieten ganz beträchtliche Abschlüsse. Im einzelnen ist festzustellen, daß gute Reise- und Kraftwagenkoffer viel gefragt sind. Auch Spielwaren in guter Ausstattung wurden bereits in ganz ansehnlichen Mengen bestellt. Geräte und Gegenstände für den Hausbedarf sind sehr viel gefragt und diese Nachfrage erstreckt sich nicht nur auf reine Einrichtungsgegenstände, sondern auch auf Gebrauchsgegenstände im weiteren Ausmaß. Bemerkenswert ist das Angebot von Warmwasserspeichern kleineren Umfanges, sowohl für elektrische, wie Gas- als auch für Kohlenheizung.
Wie immer bringt die Messe eine Reihe von Sonderausstellungen im Rahmen einzelner Gebiete. So hat das deutsche G a s f a ch eine Betriebs-Musterschau in Halle 20 eingerichtet, in der das Gas sowohl als Werkzeug- und H e i z st o f f für die Industrie, wie auch a l s Wärmequelle für alle Arten der Verwendung im Haushalt dargestellt ist.
Holz hat ebenfalls eine Sonderschau, bei der aller Verwendungsmöglichkeiten des Holzes gedacht ist und bei der eine Bonbonniere mit „Konfekt a u s H o l z", also Erzeugnisse der Holzoerzuckerung, besonders auffällt. Bei manchen dieser Sonderausstellungen, wie beim Stahl, tritt deutlich der Gesamtantrieb der deutschen Wirtschaft durch die Maßnahmen der Reichsregierung in Erscheinung.
Im Städtischen Kaufhaus hat der deutsche Großhandel eine Aufklärungsstelle eingerichtet, in der jeder Besucher durch eindringliche Bilder und Aufzeichnungen über die Aufgaben und die wirtschaftliche Notwendigkeit des Großhandels zur Verteilung der Erzeugnisse unterrichtet wird.
Im Ringmessehaus befindet sich die Werbe- stelle der Deutschen Arbeitsfront mit ihren weitläufigen Einrichtungen, hauptsächlich bei der Stellenvermittluna in den Berufen der kaufmännischen und technischen Angestellten. Das Ring- messehaus beherbergt ferner zwei Auslandsausstellungen, die staatliche Ausstellung der Erzeugnisse Japans und die der Erzeugnisse Italiens.
Einen großen Raum hat die Technische Not- Hilfe für sich belegt, der von allen Gruppen der Technischen Nothilfe aus ganz Deutschland mit Schaustücken beschickt worden ist.
Der Besuch der T e x t i l m e s s e war sehr gut. Aus dem A u s l a n d e waren zahlreiche Inter» essenten erschienen, so aus Holland, der Schweiz, den nordischen Staaten, England und Ungarn. Es befinden sich darunter Vertreter yroßer Konzerne, die teilweise Probebestellungen ausgeben. Die Aus-
sten Zeit vielleicht nur eine Parallele gefunden hat in der Ansiedelung der kleinasiatischen Griechen m Thrazien nach der Niederlage der Griechen gegen die Türkei Kemal Paschas, stellte an Staat und Siedler die größten Anforderungen an Opfer und Geduld, die auch Enttäuschungen und Schwierigkeiten zu überwinden hatten. Der vom König mit der Leitung des Siedlungswesens betraute Minister d. Goerne klagte, daß die Tagelöhner nicht arbeiten wollten, daß die Bauern die Vereinbarungen nicht hielten und behaupteten, nicht bestehen zu können. Der König selbst hatte Krisen der Niedergeschlagenheit, in denen ihm die ganze Kolonisationsidee verfehlt erschien. Trotzdem blieb er unermüdlich tätig, befriedigte alle billigen Forderungen der Kolonisten, und die schonende und staatskluge Art seiner Beamten zerstreute allgemach alle Miß- Helligkeiten. Der Grundgedanke der Anfüllung eines national und wirtschaftlich exponierten Landes mit Menschen erwies sich als richtig und fruchtbar. Mit ihnen strömten große Geldsummen ins Land. Der größte Reichtum aber, den die Siedler mitbrachten, war ihr Fleiß. Industrie und Landwirtschaft blühten auf, und nach Ablauf einiger Jahre begännen die neuen Landeskinder, wenn auch anfangs mit Murren, Steuern zu zahlen und wehrfähige Männer zu stellen
In der Folge hat Ostpreußen seine Dankesschuld reichlich abgetragen; es hat Korn und Soldaten geliefert, wie keine Provinz, aber auch aufrechte echte Männer genug in Kunst. Wissenschaft und Politik. Schon im Jahre 1734, also ganz kurze Zeit nach der Einwanderung der Salzburger, schrieb der Kronprinz Friedrich, der mit seinem Vater das Land bereist hatte, an seinen Freund Voltaire: „Litauen war durch die Pest verheert. Zwölf bis fünfzehn entvölkerte Städte und 400 bis 500 unbewohnte Dörfer boten ein trauriges Schauspiel. Die Aecker wurden urbar gemacht, das Land bevölkert, der Handel hoch gebracht, und jetzt herrscht mehr denn je Ueberfluß in dieser Provinz, die zu den fruchtbarsten Deutschlands gehört. In dieser hochherzigen Arbeit, durch die der König eine Wüstenei bevölkert, sie fruchtbar und glücklich gemacht hat, finde ich etwas Heroisches../
Die moderne wirtschaftliche Entwicklung und die politischen Veränderungen des Versailler Vertrags haben Preußen und das ganze Deutschtum aufs neue vor eine ostpreußische Frage, die Ausgabe der „Retablierung" gestellt. Die I n d u st r i a li s i e » r u n g Deutschlands und die gesetzgeberische Der» nachlässigung der Landwirtschaft treibenden Bevöl- terun-g und Landesteile haben schon vor dem Kriegs
steller sind mit dieser Entwicklung sehr zufrieden, weil sich erwarten läßt, daß die geschäftlichen Ergebnisse in den nächsten Tagen weitere Fortschritte auf- weisen werden. Auf der großen Technischen Messe und Baumesse erreichte der Besucherstrom eine fast beängstigende Größe. Bis 13 Uhr hatten 46 000 Besucher allein das Ausstellungsgelände der Technischen Messe betreten. Man kam oftmals nur mit Mühe an die Stände heran. In Halle 12 der Technischen Messe waren in den Haupt- verkehrsstunden die Besucher genötigt, sich, bevor sie Zulaß fanden, am Eingang anzustellen.
Bei einem Presseabend, den das Leipziger Messeamt den zur Messe zusammengekommenen Berichterstattern aus aller Welt gab, sprach der Reichskommissar für die Preisüberwachung Oberbürgermeister Dr. Goerdeler über seinen Aufgabenkreis. Das erste Ziel des Reichskommissars für die Preisüberwachung konnte nur fein, zunächst alle weiteren Preis st eigerungen abzu- st o p p e n. Es fragte sich, ob es im Augenblick noch andere Ziele der Preisüberwachung geben kann und ob man sie jetzt in Angriff nehmen will. Die erste Frage ist zu bejahen. Die Antwort auf die zweite Frage ist und bleibt sowohl politisch wie wirtschaftspolitisch. Wenn es nämlich gelänge, die Preise nicht nur zu halten, sondern durch verständige Maßnahmen zu senken, so wäre das ein doppelter Vorteil. Vor allem würde die Kaufkraft immer lebendiger werden. Heute wird ja durch das Maß der öffentlichen Aufträge und durch andere Maßnahmen die Kaufkraft der breitesten Verbraucherschichten möglichst erhalten, so daß ein sinkender Preis sofort zu steigender Nachfrage irgendwelcher Axt führen müßte. Selbst wenn die überschüssige Kaufkraft nur gespart würde, wäre das ein entscheidender wirtschaftlicher Vorteil
Von besonderer Bedeutung aber würde eine solche Bewegung der Preise für die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands auf dem Weltmärkte sein, dessen Waren in der Welt, der teuren Erzeugung wegen, schwer abgesetzt werden können, nämlich dort, wo andere Völker als Wettbewerber auftreten. Ein niedriger Preisstand würde außerdem auch der Erhaltung des Gleichgewichtes der öffentlichen Haushalte dienen. Durch die Senkung ihrer Ausgaben würde eine Senkung der öffentlichen L a st e n eintreten. Dies wiederum würde zur Stärkung der natürlichen Lebenskräfte der Volkswirtschaft führen, und es wäre dem Staate möglich, allmählich den Umfang der öffentlichen Arbeitsbe-
eine immer mehr zunehmende Abwanderung aus Ostpreußen in die westlichen Industriegebiete und Großstädte zur Folge gehabt. Als dann der polnische Korridor zwischen das Reich und seine östlichste Provinz gelegt wurde, das allgemeine wirtschaftliche Elend auch die deutsche Ueberseewande- rung wieder antrieb und die Landwirtschaft nach dem Milliardentraum der Inflation völlig zusammenbrach, nahm die Entvölkerung Ostpreußens so deutliche Formen an, daß sich auch die früheren Regierungen diesem nationalen Problem nicht verschließen konnten.
Aber die Geschichte der ersten ostpreußischen Siedelung durch Friedrich Wilhelm I., die wir hier ins Gedächtnis zurückgerufen haben, zeigt, daß ein solches Werk nur gelingen kann, wenn ein einziger großer und gläubiger Wille hinter ihm steht. In den vergangenen zweihundert Jahren mag sich viel verändert haben, was für die jetzt gestellte Aufgabe andere Lösungen fordert. Aber die grundlegenden Gesichtspunkte sind noch immer
Dr. Ley sprach im Leipziger Rathaus vor geladenen Wirtschaft- und Betriebsführern sowie vor Pressevertretern über die Bedeutung der Deutschen Arbeitsfront. Dr. Ley ging dabei davon aus, daß für den neuen deutschen Menschen das Leben nur Sinn und Zweck habe, wenn es sich in die Gemeinschaft einordne. Der Nationalsozialist bringe seine Haltung in Einklang mit den gemeinsamen Zielen seines Volkes. Dabei achte er die anderen Völker; denn jedes Volk sei für die Gesamtzeit der Nationen notwendig. Der deutsche Arbeiter habe den Gedanken der Gemeinschaft voll in sich ausgenommen und werde den Klassenkampf niemals mehr mitmachen. Jedoch auch der Arbeitgeber reihe sich voll und ganz in die Arbeitsfront ein. Dann fuhr Dr. Ley fort: Im Betrieb gehören B e- triebsführer und Gefolgschaft zusammen. Wir müssen diese Gemeinsamkeit solange exerzieren, bis die Betriebsgemeinschaft n i e mehr aufzulösen ist. Nun sind weit über 90 v. H. aller schaffenden Deutschen in der Deutschen Arbeitsfront zusammengeschlossen. Heute wagt es kein deutscher Unternehmer mehr, fein Geld über die Menschen zu setzen. Er ist überzeugt, daß das
dieselben: alles nur wirtschaftlich Nützliche wird überragt durch die nationale Notwendigkeit, den deutschen Osten durch eine dichte, an die Scholle gebundene deutsche Menschenschicht vor dem Einbrechen fremder Herrschaft zu schützen und das mittelalterliche Kolonisationswerk zu halten. Dafür aber gilt noch immer das Wort des Soldatenkönigs als das beste Mittel: „Menschen halte ich für den größten Reichtum eines Lande s", nachdem es der deutschen Wiedergeburt gelungen ist, jenen Wahn auszurotten, daß ein Volk durch Kontrolle und Beschränkung seines Nachwuchses sich eine mathematisch ausrechenbare Wohlfahrt sichern könne. Mit einer solchen Einstellung wäre freilich die neue Besiedlung des Ostens nicht glücklich durchzuführen gewesen. Es möge aber von guter Vorbedeutung sein, daß das Werk, dessen Geist und Willen uns richtig führen und leiten kann, gerade jetzt durch den Äblauf einer großen geschlossenen Zeitspanne lebendig vor uns ersteht.
wertvoll st e Kapital in seinem Unternehmen b i e Menschen sind. So ist der Umbau auf dem Gebiete der Wirtschaft und der Sozialpolitik durchgeführt. Allerdings haben wir auch heute noch auf anderen Gebieten zuviele Organisationen, welche aber bald verschwinden werden; denn Organisationen haben nur Zweck, wenn sie allen Menschen Glück und Vorteile bringen, nicht aber nur einzelnen. Die Deutsche Arbeitsfront soll in Zukunft die Selb st Verwaltung der schaffenden Menschen werden. Jeder Deutsche soll seinen Arbeitsplatz haben. Sozialismus ist ausgerichtete Gemeinschaft, ein nationalsozialistisches Bataillon, in dem jeder nur soviel fordern darf, wie er bereit ist, für die Gemeinschaft zu geben. Vor der Forderung steht aber das Opfern, um eine zufriedene, glückliche Nation zu schaffen. Wer etwas leistet, hat das Recht und die Pflicht, zu fordern. Der Fordernde und der Ablehnende sollen aber ehrlich und wahrhaftig zu einander fein. Die bisherigen Erfolge Adolf Hitlers sind die besten Garanten dafür, daß Deutschland groß und stark und glücklich sein wird.
Die Selbstverwaltung der schaffenden Menschen
Dr. Ley über die Aufgaben der Deutschen Arbeitsfront.


