Ausgabe 
4.2.1935
 
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mit praktisch die auf Auflösung der Volksgemein­schaft gerichteten Bestrebungen bekämpft habe. Die Baugenossenschaften hätten bisher schon keine Miets­kasernen geschaffen und würden solche auch in Zu­kunft nicht errichten. Durch ihre Tätigkeit seien viel­mehr in allen Gebieten Deutschlands ganze Garten­städte entstanden. Die Schaffung von Eigentum auch in Form von Eigenheimen habe jeder selbst zu über­nehmen, die Baugenossenschaften könnten zu dieser Eigentumsbeschaffung nur Mithilfe leisten, indem sie den Weg zu diesem Ziele ebnen.

In erster Linie komme es dabei darauf an, die Entwicklung des Wohnwesens so zu beeinflussen, -ah für die minderbemitttelten Volksgenossen mitgeforgt werden könne.

Wie das deutsche Volk gemeinsam im Kriege seine Grenzen verteidigt habe und jetzt wieder geschlossen hinter dem Führer bei seinem Aufbauwerk stehe, so müsse es auch gemeinsam die hohen Ziele der Baugenossenschaftsbewegung und damit die Hilfe­leistung für die minderbemittelten Volksgenossen un­terstützen. Dieses große Aufbauwerk sei Sache des ganzen Volkes, dessen organisierte Volkskraft dafür nutzbar gemacht werden müsse. Durch diese Neuge­staltung des Wohnwesens des deutschen Volkes müsse milgeholfen werden, daß das große Ziel des Führers unter allen Umständen erreicht werde. Das sei natürlich nicht von heute auf morgen möglich, aber in der Zwischenzeit müßten die Baugenossenschaften im Hinblick auf das stän­dige Anwachsen neuer Familien alle Maßnahmen verwirklichen, die zum J>eile des deutschen Volkes seien.

Solange noch nicht die Wöglichkeit besiehe, jährlich 300 000 bis 400 000 Eigenheime zu schaffen, müßten gesunde Wohnräume errichtet werden, um die deutschen Volksgenossen in an­

ständigen Wohnungen unkerbringen zu können, in denen sie sich wohlfühlen und entwickeln könn­ten. Vornehmste Aufgabe müsse es fein, dafür zu sorgen, daß das Wohnwesen den deutschen Wenschen mit dem Grund und Voden unlöslich verbinde.

An dem deutschen Siedlungswerk sei das ganze deutsche Volk interessiert. Der Führer gebe dabei dem Volke die Marschrichtung an, alle anderen Volkgenossen müßten auf diesem Wege folgen und alle Kräfte anspannen, um das Werk so rasch als möglich zustandezubringen. Bei diesem Siedlungs­werk sei die Baugenossenschaftsbewegung ein ge­sunder Kern und ein mächtiger Faktor, der zu einem starken Träger der Siedlung ausgebaut wer­den müsse. Dieses Werk müsse vollkommen im Geiste des Nationalsozialismus in untadeligster Weise ge­schaffen werden.

Der Redner teilte weiter mit, daß im Laufe des kommenden Sommers

in einer Großstadt Westdeutschlands eine deutsche Baugenossenschafts-Ausstellung.

veranstaltet werden würde, die einen umfassenden Ueberblick über die baugenossenschaftliche Arbeit und ihre Zielsetzung geben solle. Weiter besprach er noch einige interne Fragen des Verbandswesens, um zum Schluß einen eindringlichen Appell an die große Versammlung zur hingebungsvollen Mitarbeit am Werke des Führers zu richten. (Langanhaltender starker Beifall.)

Der Verbandsführer, Landesrat G ö r l i n g - Kas­sel, sprach dem Redner in herzlichen Worten feinen und der Versammlung Dank aus für die richtung­weisenden Darlegungen und schloß hierauf den Ver- bandstag mit dreimaligem, freudig aufgenommenen Sieg-Heil auf den Führer und Volkskanzler Adolf Hitler.

Eine üble Cntschnldnngshilfe.

Den Gewerbeschein entzogen.

Im Sitzungssaale des- Kreisamtes Gießen fand am Samstagvormittag unter dem Vorsitz von Pro­vinzialdirektor Klostermann eine Verhandlung statt.

Zunächst handelte es sich um folgende Angelegen­heit: Das Kreisamt Gießen hatte den Antrag ge­stellt, dem Heinrich Henkel von Londorf den Gewerbebetrieb zur Besorgung fremder Rechtsan­gelegenheiten und die Besorgung von Geschäften bei Behörden für andere zu untersagen. Für die Be­weisaufnahme waren etwa 15 Zeugen geladen.

Regierungsrat Krüger als Referent gab zu­nächst den Tatbestand für den Antrag zur Kennt­nis: Heinrich Henkel habe sich, so führte er u. a. aus, alsWirtschaftssachverständiger", alsTreu­händer", später auch alsBücherrevisor" betätigt. Aus dieser Tätigkeit seien aber Unzuträglichkeiten erwachsen, die eine öffentliche Bereinigung erfor­derlich machten. Die charakterlichen Eigenschaften des Beklagten seien nicht dazu angetan, ihn als Treuhänder geeignet erscheinen zu lassen. Hinzu- fomme, daß er bereits einmal wegen Beihilfe zum Bankrott zu 50 Mark Geldstrafe verurteilt worden fei, ferner den Offenbarungseid habe leisten müssen und außerdem die Bücher der Firma seines Stief­vaters so geführt habe, daß er als Bücherrevisor überhaupt nicht in Frage kommen könne. Als Ent­gelt für feine Dienste fyabe der Beklagte die Rechts- anwaltsgebühren-Ordnung zugrunde gelegt und stets den Betrag von 7/io .der Rechtsanwalts­gebühren verlangt. In der jüngsten Zeit habe sich Henkel darum bemüht, für verschuldete Land­wirte das Entschuldungsoerfahren zu betreiben. Um die Landwirte für eine Durchführung des Entschul­dungsverfahrens durch ihn zu gewinnen, habe er in verschiedenen Orten sogar Vorträge gehalten und sich dabei in empfehlende Erinnerung gebracht. Sein gewandtes Auftreten, seine Geschicklichkeit und Redefertigkeit brachten ihn den gewünschten Erfolg. In vielen Fällen fei er von den Bauern beauftragt worden, wobei er sich eine Vollmacht unterschreiben ließ, in der auch die Klausel von den7/io der Rechtsanwaltsgebühren" festgehalten gewesen sei. Selbst auf eindringliche Fragen nach dem Kosten­punkt seiner Bemühungen gab er keine bindende Auskunft, so daß die Leute über die ihnen entstehen­den tatsächlichen Unkosten im unklaren gewesen seien. Die von ihm verlangten Beträge waren meist sehr hoch. Sein Wirken habe als Folgeerscheinung gezeitigt, daß sich ungefähr alle amtlichen Stellen, die mit ihm zu tun hatten, wie auch die Stellen der Partei sich gegen den Beklagten aussprachen. Besonders von der Kreisbauernschaft sei gegen ihn scharf Stellung ge­nommen worden. Die Amtsgerichte ldie ihn übrigens als Rechtsvertreter nicht zuließen), die Handels­kammer, Bürgermeistereien u. a. m. gaben dem Wunsche wiederholt Ausdruck, daß dem Henkel die Ausübung seines Gewerbebetriebes untersagt wer­den möchte. Ganz besonderen Anlaß zur Klage habe die Härte gegeben, die er bei der Eintreibung der Kosten für feine Bemühungen an den Tag gelegt habe. In vielen Fällen habe er von den oft in tief­ster wirtschaftlicher Not lebenden Bauern unge­heuerliche Beträge gefordert. Es wäre als ein Glück

für die oberhessifchen Bauern zu betrachten, wenn sie von diesem Manne befreit werden würden. Zur Charakterisierung der Persönlichkeit des Beklagten gab der Referent noch einige Einzelheiten seiner Handlungsweise in früherer Zeit bekannt und streifte besonders jene Fälle, in denen der Ange­klagte auf Verträgen Daten einfetzte, die es über­haupt nicht gibt, und zwar zu dem Zwecke, den betreffenden Verträgen dadurch von vornherein die Rechtskraft zu nehmen. Es erscheine angebracht, dem Beklagten das Handwerk zu legen, da der immer noch schwer kämpfende Bauernstand in Oberhessen durch einen Mann dieser Art keinerlei Einbußen erleiden dürfe.

Sodann schritt der Verhandlungsleiter zur Zeu­genvernehmung, die erkennen ließ, daß Henkel eine eindeutige Technik pflegte. Er verlangte stets ver­hältnismäßig kleine Anzahlungen, forderte nach kur­zer Zeit einen weiteren Spesenvorschuß, der in den meisten Fällen die Bauern stutzig machen mußte, so daß sie sich gezwungen sahen (da sie schon diese Mittel nicht aufbringen konnten), die erteilte Voll­macht zurückzuziehen. Henkel gab dann jeweils zur Kenntnis, daß er die Behandlung und Weiterver­folgung des erteilten Auftrages niedergelegt habe und legte gleichzeitig die Rechnung bei, die sich oft auf bis über 300 Mark belief, die er außerdem in manchen Fällen innerhalb drei Tagen bezahlt haben wollte. Da es den Bauern nicht möglich war, diesen Betrug kurzfristig zu bezahlen, drohte Henkel rigoros sofort mit der Einklagung des Geldes.

Der Vertreter des Kreisamtes umriß in feinen Ausführungen den Tatbestand, wie er sich durch die Zeugenvernehmung ergab und betonte zum Schluß, daß das Kreisamt den Antrag auf Entziehung des Gewerbescheines in vollem Umfange aufrechterhalte.

Der Vertreter des Beklagten betonte in längeren Ausführungen, daß kein Grund vorliege, feinem Mandanten das Gewerbe zu untersagen, und er stellte den Antrag auf Ablehnung des Antrages des Kreisamtes.

Nachdem der Beklagte unwesentliche Einzelheiten klarftellen zu müssen glaubte, zog sich das Gericht zur Beratung zurück, die aber nicht lange dauerte. Nach kaum zehn Minuten verkündete Provinzial- direktor Klo st ermann das

Urteil:

Dem Heinrich Henkel aus Londorf wird die gewerbsmäßige Besorgung fremder Rechtsange­legenheiten und die Besorgung von Geschäften bei Behörden untersagt. Die Kosten fallen dem Be­klagten zur Last. Der Streitwert wurde auf 2000 Mark festgesetzt.

*

Auf die Klage des Bezirksfürsorgeoerbandes Merseburg-Stadt wurde der Bezirksfürsorge­verband des Kreises Friedberg verurteilt, an den Kläger die für das Kind Kurt Gerlof f, jetzt Frank, geboren am 19. September 1920 in Fried­berg, aufgewendeten Kosten im Betrage von 577,15 Mark nebst 6 v. H. Zinsen seit dem 29. Dezember 1932 zu bezahlen und die Kosten des Rechtsstreits zu tragen.

Tagung hessischer Simmermeifler in Gießen.

Am Samstag fand im Saale des Gasthauses Hindenburg" zu Gießen eine gemeinsame Tagung des Unterverbands Kurhessen-Waldeck und des In­nungsverbandes Hessischer Zimmermeister im Reichs- verband des Deutschen Zimmererhandwerks statt. Im Mittelpunkt der Tagung stand die Auflösung der Bezirksverbände Kurhessen-Waldeck und Jnnungs- verband Hessischer Zimmermeister, sowie Gründung des Landesverbandes Hessen.

Namens des Reichsverbandes und der beiden Landesverbände eröffnete Reichsgefchäftsleiter Dr.

® e r l..a n d - Kassel die Verhandlungen mit kur- 3er Begrüßung; insbesondere galt sein Gruß dem Vertreter des Landeshandwerksmeisters Garner, Dr. Kayser-Darmstadt, dem Präsidenten der Hand­werkskammer Wiesbaden, Müller, und dem Vertreter des Präsidenten der Handwerkskammer Varmstadt, Kreishandwerksmeister S t ü h l e r (Gie-

Er wies dann auf die geplante Gründung des Landesverbandes Hessen hin. Das Zimmererhand-

OE seinen Dank an den Führer nur durch tanraftige Mitarbeit am Ausbau des Dritten Reichs bezeugen Der alte Geist des Handwerks, der mit Elonalsozialistischem Geist so wesensverwandt ei, müße wieder Einkehr halten.

Hieraus betonte Reichsverbandsleiter Zimmer- meifter 910^, MdR., Karlsruhe, jeder einzelne muye bereit fein, den Weg mitzugehen, der das Handwerk vorwärts bringe.

G-lchäftssührer Dr. S d y f e r = Darmstadt brachte 3um Ausdruck, daß der Landeshandwerksmeister

Garner allezeit bereit fei, für die Belange des Zimmererhandwerks einzutreten. Die beiden Verbände (Kurheffen-Waldeck und Jnnungsverband Hessischer Zimmermeister) hätten bisher gut gearbeitet, zur einheitlichen Arbeit fei aber der Zusammenschluß notwendig geworden.

Handwerkskammerpräsident Mülle r-Wiesbaden betonte, daß der Verband auf weitgehende Unter­stützung durch die Handwerkskammer Wiesbaden rechnen könne.

Kreishandwerksmeister S kühler (Gießen) sprach als Vertreter der Handwerkskammer Darmstadt und hob hervor, wie wichtig es fei, die übergeordneten Stellen des Handwerks zu unterstützen. Für die Zu­kunft bestehe die Möglichkeit, vieles im Handwerk zu bereinigen. Das neue Handwerkergesetz fei ein Geschenk, für das andere Berufsgruppen sehr dank­bar sein würden.

Es folgten die Tätigkeitsberichte der beiden Ver­bände, denen sich die Kassenberichte anschlosfen. Aus letzteren ging hervor, daß der Kassenbestand des Verbandes Kurhessen-Waldeck 532,43 Mark, der des Innungsverbandes Hessischer Zimmermeister 602 Mark beträgt.

Hierauf wurde beschlossen, die beiden Verbände auszulösen. Es erfolgte sodann einstimmig die Gründung des Landesverbandes Hessen im Reichsverband des deutschen Zimmererhandwerks. Der neugegründete Landesverband Hessen um­faßt die Handwerkskammerbezirke Darmstadt,

Wiesbaden und Kassel. Er deckt sich mit dem Bezirk des Treuhänders der Arbeit. Der neue Verband tritt in die Vermögensrechte des allen Verbandes ein. Die vorgelegte Satzung wurde gulgeheihen. Der Sih des Verbandes befindet

sich in Kassel.

Reichsverbandsleiter R. Roth (Karlsruhe) be­tonte, daß im Einvernehmen mit dem Landeshand­werksmeister als

Leiter des neuen Verbandes Zimmermeifler Adolf Bischoff (Kassel)

berufen worden fei. Dieser habe fern Amt bereits übernommen und den Verbandsbezirk in zwei Bezirksgruppen untergeteilt, und zwar Be­zirk I, umfassend den Kammerbezirk Kassel, Be­zirk II, umfassend die Kammerbezirke Darmstadt und Wiesbaden. Zu Bezirksführern wurden durch den Landesverbandsleiter die Herren Kuhn (Kas­sel) für Bezirk I, Hartmann (Darmstadt) für Bezirk II ernannt. Zimmermeister Hartmann (Darmstadt) wurde gleichzeitig als Stellvertreter des Landesverbandsleiters bestimmt.

Landesverbandsleiter Bischoff versprach, daß er feine ganze Kraft in den Dienst der Sache stellen wolle, er erwarte aber tatkräftige Unterstützung aller Berufsgenossen. Bei der Schaffung der neuen Handwerkergesetze habe der Führer die Ueberzeu- gung gehabt, daß das Handwerk diese Gesetze ver­diene. Es liege jetzt am Handwerk, sich ihrer wür­dig zu zeigen. Er berief hierauf folgende Herren in den

Landesverbandsbeirat: Hartmann (Darm­stadt), Kuhn (Kassel), Steinbach (Ober­westerwald), R i m m e r i ch (Warburg), B e st (Wiesbaden), Herde (Worms) und Reu­mann (Schotten).

deutsche Zimmererhandwerk dem jetzigen System verdanke, sei viel. Die Steigerung der Ertragsfähig­keit des deutschen Waldes fei von großer Bedeu­tung. Das Zimmererhandwerk habe als Treuhänder des deutschen Waldes eine große Aufgabe zu er­füllen. Man habe das deutsche Zimmererhandwerk verkannt und sich durch andere Baustoffe teilweise vom Holzbau abbringen lassen. Das deutsche Volk könne aber auf das Zimmererhandwerk nicht ver­zichten. Jeder Zimmermeister müsse seine Ehre für gute Arbeit einsetzen. Der Redner erläuterte dann die Organisation des Zimmererhandwerks und kam zum Schluß noch auf verschiedene Berufsfragen (Prüfungswesen, Preisgestaltung, Fachzeitung, Holz­werbung, Holzhausbau ufw.) zu sprechen.

Sodann sprach Reichsverbandsgeschäftsführer Dr. E. G e r l a n d (Kassel) überArbeitsbeschaf­fung für das Zimmererhandwer k". Er wies zunächst darauf hin, daß die heutige Auftrags­decke für die große Zahl der Betriebe zu gering fei. Bedarf fei wohl vorhanden, doch müßten die Finanzfchwierigkeiten erst nach und nach beseitigt werden. Wichtig fei die Frage: wie gelinge es, mit den vorhandenen Mitteln die Arbeitsbeschaffung zu finanzieren, unter Vermeidung jeglicher Pump- wirtschast. Die seither an Auftraggeber geleisteten Zuschüsse sollten nur eine vorübergehende Maß­nahme, ein Uebergang zur gefunden Privatwirt­schaft fein. Ein Mittel hierzu fei die Reichsbürg­schaft, die möglichste Ausnutzung des Waldbesitzes und damit die Förderung des Fachwerkbaues, Der Redner kam dann auf die Siedlungstätigkeit zu sprechen und betonte, daß das Zimmererhandwerk hier bei der Finanzierung mithelfen müsse. Er sprach dann weiter über die Selbsthilfe im Zimme­rerhandwerk, die vor allem darin bestehen müsse, verlorene Arbeitsgebiete (Treppenbau, Fußböden, landwirtschaftliche Betriebsgebäude, Herstellung von Holzsilos usw.) wiederzugewinnen. Auch der Ab­bruch von Fachwerkhäusern sei Arbeit des Zimmer- meifters. Daneben sei die Einstellung aller Zimmer- meister auf neuzeitliche freitragende Holzkonstruktio­nen unbedingt erforderlich.

L-andesgeschäftsführer F r e i s e (Kassel) erläuterte den Haushaltsplan, der einstimmige Annahme fand.

Hierauf hielt Reichsverbandsleiter Zimmermeister Roth, M. d. R., Karlsruhe, einen Vortrag über Die Berufsorganisation und d i e Facharbeit des Reichsverbande s". Er Landesverbandsleiter Bischoff schloß nach einer

schilderte den Zweck der Organisation, die nicht Aussprache über die Vorträge die Tagung mit drei- Selbstzweck fein dürfe, sondern der Erhaltung des maligem Sieg-Heil auf den Führer und Reichs­gesamten Berufsstandes dienen müsse. Was das I kanzler Adolf Hitler.

Riesenvrand in Frankfurt.

Frankfurt a. M., 3. Februar. (LPD.) Am gestrigen Samstagabend entstand in dem Hause Zeil 41 Großfeuer. Um 20.48 Uhr wurde die Feuerwehr gerufen. Beim Eintreffen der Wehr stellte sich die Gefährlichkeit des Brandes heraus, so daß sofort die gesamten Löschzüge ein­gesetzt wurden. Starker Sturm entfachte das im Dachstock ausgebrochene Feuer zu einem Flam­menmeer. Die Feuerwehr hatte durch den Rund­funk ihre sämtlichen dienstfreien Beamten aufge­fordert, sich auf den Brandwachen zu melden.

Das Großfeuer war der größte Brand, der feit Jahrzehnten Frankfurt heimgesucht hat. Die Flammen fanden in den in den oberen Stock­werken angehäuften Stoff- und Wollvorräten reiche Nahrung und schossen hauchhoch empor.

Der gewaltige Funkenregen, der von dem starken Wind weithin getrieben wurde, gefährdete die um­liegenden Häuser. Ein Nebenhaus in der Klinger- straße fing auch bereits an zu brennen, doch konnte durch schnelles Eingreifen der Feuerwehr ein Auf­kommen des Brandes verhindert werden. Gegen 24 Uhr war das Feuer soweit bekämpft, daß ein weiteres Umsichgreifen des Brandes nicht mehr be­fürchtet zu werden brauchte. Der größte Teil der Feuerwehr, die im ganzen 5 Motorspritzen und 17 Schlauchleitungen zum Einsatz ge­bracht hatte, konnte wieder abrücken. Ein starkes Feuerwehrkommando hatte aber noch bis Sonntag früh zu tun, um die an verschiedenen Stellen im­

mer wieder aufflackernden Flammen zu ersticken. Besonders schwierig gestalteten sich die Aufräu­mungsarbeiten, die auch am Sonntagabend noch nicht abgeschlossen waren.

Die Feuerwehrleute schwebten in ständiger Le­bensgefahr, da Decken und Balken und vor allen Dingen der große Ecklurm einzustürzen drohten. Das Innere des Hauses bildet einen wüsten Trümmerhaufen. Was nicht durch Feuer vernichtet wurde, ist durch die ungeheu­ren Wassermassen, die zur Löschung des Bran­des erforderlich waren, zerstört worden.

Ganze Berge von verbrannten Stoffen und Wolle liegen vor dem Hause. Das Feuer war im vierten Stock ausgebrochen und hatte sich bald nach dem Dachstuhl durchgefressen.

Seitens der Staatsanwaltschaft und der Krimi­nalpolizei sind schon im Laufe der ersten Nacht­stunden die erforderlichen Ermittlungen zur Klä­rung der Brandursache ausgenommen worden. Im Laufe der Nacht und des Sonntags sind bereits zirka 60 Zeugen einschließlich des gesamten Per­sonals der Firma Veit Wohlfahrt von der Kriminalpolizei vernommen worden. Im Interesse der Untersuchung können zur Stunde nähere Ein­zelheiten nicht bekanntgegeben werden. Die Absper­rungen der Polizei und die Ermittlungstätigkeit find in dankenswerter Weife von SA. und SS. tat­kräftig unterstützt worden.

Aufruf des Reichsstatthalters.

Deutsche Volksgenossenl

Darmstadt wird in den Tagen des 16. und 17. Februar 1935 Gegenstand der Aufmerksamkeit aller luftsportlichen Kreise der Welt sein. Starten doch an diesem Tage nicht weniger als 16 Ballone um die Deutsche Freiballon-Meisterschaft, die gleich­zeitig mit dem Ausscheidungsrennen für den Gordon- Bennet-Preis verbunden ist. Der Wettbewerb ist einer der größten, die jemals stattgefunden haben.

Es ist an euch, deutsche Volksaenossen, der Ver­anstaltung durch zahlreichen Besuch ein würdiges Gepräge zu geben. Die deutsche Freiballon-Meister­schaft "des Jahres 1935, die erste in Deutschland überhaupt, muß zu einer gewaltigen Kundgebung für die Idee des deutschen Flugsportes werden. Sie bient in hervorragendem Maße dazu, das deutsche Volk für den Flugsport zu begeistern.

Gez. Sprenger, Gauleiter Hessen-Nassau, Reichsstatthalter in Hessen.

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An alle Turner und Sportler!

Darmstadt steht am 16. und 17. Februar im Zeichen der Luftfahrt. An diesen Tagen findet in der hessischen Hauptstadt die Deutsche Freiballon- Meisterschaft, verbunden mit den Ausscheidungs­kämpfen zu dem internationalen Gordon-Bennet- Rennen statt.

Nachdem mir die Organisationsleitung zu dieser Veranstaltung übertragen wurde, mache ich bie Turn- und Sportvereine Hessens schon jetzt auf diesen Tag, an dem 18 Freiballons ab 15 Uhr in Darmstadt aufsteigen werden, aufmerksam, damit sie sich am 17. Februar gegebenenfalls freihalten und dadurch ihren Mitgliedern Gelegenheit zum Besuch der Veranstaltung geben.

Gez. Löwer,

Unterbeauftragter des Reichssportführers für die hessischen Teil der Gaue 12 und 13, Leiter der Ortsgruppe Darmstadt des Reichsbundes für Leibesübungen.

Ein Abend Sport und Tanz.

Veranstaltung der Ium-, Sport- und Gymnasiiklehrer.

Der Reichsverband Deutscher Turn-, Sport- und Gymnastiklehrer im Natio­nalsozialistischen Lehrerbund, Bezirk 2, Gießen, trat am Samstagabend im Cafs Leid mit einer stark besuchten Veranstaltung zugunsten der Winterhilfe zum ersten Male an die Öffentlichkeit. Der Abend war gleichzeitig der Werbung für zweckmäßige und

schöne Leibesübung gewidmet. Das Programm war außerordentlich reichhaltig.

Sportlehrer Rieke- Braunfels hielt zunächst eine Ansprache, in der er alle Teilnehmer begrüßte. Es sei, so führte er u. a. aus, wieder eine Freude, Deutscher zu sein. Wir alle wollten wieder ein Volk der Ehre, der Freiheit, der Ehrlichkeit. Zum Auf­bau des Vaterlandes aber brauchten wir die Lei­stung. Die Leistung jm Hinblick auf die Gesamt­heit der Nation. Leistung sei aber nur möglich aus einem kräftigen gesunden Körper heraus. Leider dächten die meisten Menschen immer erst dann an ihre Gesundheit, wenn sie bereits abzubröckeln be­ginne. Strahlender Geist könne nur in einem herr­lichen Körper wohnen. Disziplin, Kampfgeist und Kameradschaftsgefühl bedeuteten im Sport alles. Wo diese Tugenden fehlten, werde der Sport zum Zerrbild. Das ganze deutsche Volk müsse zu sport­lichem Denken erzogen werden. In der Jugend gelte es, die Lust und Liebe zur Leibesübung zu wecken. Dem deutschen Volke seien in der Vergangenheit schwere Wunden geschlagen worden. Ein Volk, das sich aufgebe, müsse abtreten vom Schauplatz der Geschichte. Deutschland rege sich aber wieder, denn wir alle glaubten an die Zukunft unseres Volkes, an den Führer. Immer müßten wir uns dessen be­wußt sein, daß, je stärker der einzelne Volksgenosse ist, um so stärker das Reich ist. Der Geist solle unser Gott und der Körper sein Tempel sein. Die Aus­übung des Sportes erziehe zur Kaltblütigkeit und zur Ritterlichkeit, zu Kameradschaft, zu Wider­standskraft und Härte, zu Disziplin und Selbstbe­wußtsein. In diesem Sinne möge auch der Abend Anregung geben, jedermann zur eigenen Betäti­gung. Mit einem dreifachenSieg-Heil!" auf Füh­rer und Vaterland schloß der Redner feine An­sprache. Gemeinsam wurden sodann das Deutsch­landlied und das Horst-Wessel-Lied gesungen.

Der weitere Verlauf brachte eine Fülle der unter­haltsamsten und begeisternden Darbietungen. Turn- und Sportlehrer, Gymnastiklehrerinnen und -Lehrer, Schulen und Tanzschulen stellten sich in den Dienst des Abends, so daß die verschiedensten Formen der Leibesübung vor Augen geführt werden konnten. Das Publikum folgte' jeder der Darbietungen mit großer Aufmerksamkeit. Eingeleitet wurde die Vor­tragsfolge in glücklicher Weise durch einen feier­lichen Gruppentanz, der in einer feinen Steige­rung der Bewegung ein schönes Erlebnis vermit­telte. Es folgte dann geschickter Gegensatz ein rassiges Gefecht zweier Säbelfechter, das den Zu­schauern die hohe erzieherische Bedeutung dieses Sportes bewußt werden ließ. Als eine neuere sportliche Disziplin lernte manSchwingball" ken­nen, der von den Kämpfenden große Geschicklichkeit und Geistesgegenwart verlangt Mit großer Freude