Ausgabe 
3.8.1935
 
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fast einer Geschwindigkeit von 70 Kilometer fuhr, wandte er sich um und unterhielt fich mit seinem Hintermann. Dabei kam der Wagen von der Chaussee ab und raste gegen den Baum. ßinSinö bei »ebendigemLeibeverbrannt

LPD. Usingen, 2. August. Im benachbarten Cransberg spielte ein etwa drei Jahre altes Mädchen während der Abwesenheit der Mutter am H e r d f e u e r. Es mutz dabei wohl den Flammen zu nahe gekommen sein, denn die Kleider des Mädchens fingen Feuer. Als die Mut­ter nach Haufe zurückkehrte, fand sie ihr Kind mit schweren Brandoerletzungen vor und veranlaßte die sofortige Einlieferung ins Kranken­haus. Dort ist das Mädchen inzwischen seinen Verletzungen erlegen.

Mit Dollgas gegen eine» Baum.

Ein Toter, eine verletzte.

Offenbach a. ®i., 2. Slug. (LPD.) In den Abendstunden des Donnerstags ereignete sich in Dieburg ein schweres Autounglück. Der 23jährige Oskar Mandel aus Mühlheim a. M. fuhr mit einem Personenwagen, aus Richtung Grotz-Umstadt kommend, in schneller Fahrt nach Dieburg zu. Er überholte einen Personenwagen und ein Fuhrwerk, fuhr auf der rechten Seite, kam ins Schleudern und raste auf der linken Stratzen- seite gegen ein en dicken Chausseebaum. Der Kopf drang ihm durch die Windschutzscheibe, das Steuerrad in den Brustkorb und nach etwa zehn Minuten starb er an den schweren Ver­letzungen. Ein mitfahrendes 24jähriges Fräulein trug schwere Kopf- und Rückenverletzungen davon. Sie wurde in das Dieburger Krankenhaus einge­liefert. Das Auto wurde vollständig eingedrückt.

Einbrechertrio festgenommen.

LPD. Bensheim, 1. August. Den Be­mühungen der Bensheimer Polizei gelang es in der vergangenen Nacht mit Hilfe des Schutz- und Sicherheitsdienstes, drei mit allen modernen Einbrecherwerkzeugen versehene Diebe estzunehmen. Es handelt sich um drei chwere Burschen aus Worms, die bereits vorbe­traft find und gegen die die Ermittlungen noch laufen, da sie auch anderer Straftaten verdächtig erscheinen.

Wieder eine jüdische Metzgerei geschloffen.

Lpd. H ° i g e r, 1. Slug. In der Ortfchaft E i | e r - seid mußte der Betrieb des jüdischen Fleischhänd­lers Sally Reiß wegen großer Unsauberkeit po­lizeilich geschlossen werden.

Kreis Wetzlar

* Fellingshausen, 3. August. Am mor­gigen Sonntag findet hier ein M i s s i o n s f e st statt. Im Festgottesdienst spricht Pfarrer Her­bert, Ober-Hörlen. In der Nachversammlung hält der Volksschriftsteller Heinrich Naumann, Nanzenbach, die Hauptansprache. Man beachte die Einladung im heutigen Anzeigenteil.

Rundfunkprogramm.

Sonntag, 4. August.

6 Uhr: Hafenkonzert. 8.05: Gymnastik. 8.45: Cho­ralblasen. 9: Katholische Morgenfeier. 9.45: Bekennt­nis zur Zeit. 10: Deutsche Morgenfeier der HI. 10.30: Chorgesang: Chöre von Siegfried Kuhn. 11.15: Dichter im Dritten Reich. Kurt Geucke lieft aus sei­nem neuen RomanVor der Wende". 11.30: Von der Wasserkuppe (Rhön): Reichssegelflug-Wettbewerb 1935. 12:Pax Olympica, Ansprache des Präsiden­ten des Organisationskomitees für die 11. Olympiade, Staatssekretär a. D. Lewald. Ansprache des Neu­begründers und Ehrenpräsidenten der Olympischen Spiele, Baron Coubertin. 12.30: Mittagskonzert. 14: Kinderfunk. 14.45: Aus dem Leben des schaffen­den Volkes: Aus der Stadt auf das Land zurück. 15: Stunde des Landes. 16: Nachmittagskonzert. 18: Ju­gendfunk. Hilfe! Hilfe! Ein Hitlerjunge als Lebens­retter. Hörfolge. 18.30: Schifferfest in Oberwefel, Funkbericht. 18.45: Winzerfest in Nierstein, Funk­bericht. 19: Abenteuer in Alt-Stockholm. Liederspiel um den schwedischen Nationaldichter Carl Michael Bellmann. 19.45: Sportbericht. 20: Ein rheinischer Abend im Spessart. Großer Bunter Abend des Reichssenders Frankfurt a. M. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 22.30: Sportspiegel des Sonn­tags. 23: Tanzfunk. 24 bis 2: Nachtmusik.

IHonfag, 5. August.

6 Uhr: Choral, Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause (7) Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 9: Werbekonzert. 10.45: Praktische Rat­schläge für Küche und Haus. 11.30: Sozialdienst. 11.45: Bauernfunk. 12: Schloßkonzert. 13: Nach­richten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Schloß- konzert. 14: Nachrichten. 14.15: Wirtschaftsbericht. 15: Nachrichten. 15.15: Kinderfunk. 15.30: Selbst die Gestirne sind chemisch untersucht worden! Eine na­turwissenschaftliche Plauderei. 15.45: Die Ueberwin- dung des Liberalismus in USA. Staatliche Kredit­politik. 16: Kleines Konzert. 16.30: Bücherfunk. 16.50: Neue deutsche Dichtung. 17: Nachmittagskon- zert. 18.30: Jugendfunk. Fischdampfer vermißt! Ein Hörspiel. 19: Unterhaltungskonzert. 19.30: Klotz­lieder und Moritaten, bei 35 Grad im Schatten zu singen. 19.50: Der Tagesspiegel des Reichssenders Frankfurt. 20: Nachrichten. 20.10: Kleines Jnstru- mentalkabarett. 20.45;Streiter wider den Hexen­wahn". Zum 300. Todestag des Grafen Friedrich von Spee. 21.30: Unser Beethoven: Kammermusik. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk), Sport­bericht. 22.20: Unterhaltungskonzert. 23: Musik zur Guten Nacht". 24 bis 2: Nachtmusik.

Dienstag, 8. August.

6 Uhr: Choral, Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause (7) Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Frühkonzert. 0.15: Unterhaltungs­konzert. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.30: Sozialdienst. 11.45: Bauernfunk. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nach­richten. 14.15: Wirtschaftsbericht. Was gibt's Neues? Worüber man heute spricht. 15: Nachrichten. 15.15: Für die Frau. 16: Kleines Konzert für Cello und Klavier. 16.30: Barcelona, Bild einer spanischen Weltstadt. 16.45: Nachts von Elefanten überfallen! Ein Tatsachenbericht aus Westafrika. 17: Nachmit­tagskonzert. 18.30: Versinkendes und neu erstehendes Bauerntum. Russische und englische Agrarpolitik. 18.45: Zeitgenossen gibts ... 19: Unterhaltungskon­zert. 19.40: Die große deutsche Rundfunkausstellung im Aufbau. 19.50: Der Tagesspiegel des Reichssen­ders Frankfurt. 20: Nachrichten. 20.10: Fröhliche Fahrt. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 22.20: Deutsche Fechtmeisterschaften, Funkbericht von den Florett- und Degenkämpfen. 22.30: Schöne Volksmusik. 24 bis 2: Nachtkonzert.

G.JL'fport

Leichtathletik der Sp.-Dg. 1900.

Vier 1900er bei den deutschen TNeisterschaften.

Bei den früheren deutschen Meisterschaften hatte jeder Deutsche das Recht, an den Start zu gehen. Dieses Recht steht heute nur denjenigen zu, die sich durch eine entsprechende Leistung qualifiziert haben", an dem Wettstreit der Besten teilzunehmen. Darüber hinaus werden in allen technischen Hebun­gen Qualifikationsvorkämpfe durchgeführt, bei denen die Mindestleistungen der olympischen Lei­stungsstärke angepaßt sind.

So ist die Spieloereinigung 1900 stolz darauf, am Sonntag in Berlin mit einem für einen Klein­stadtverein immerhin starken Aufgebot vertreten zu sein. Besonders erfreulich ist, daß Feldwebel O. Gugel (1. Komp.) nach monatelanger Untätig­keit, infolge einer schweren Knieverletzung, wieder soweit hergestellt ist, daß auch er zugelassen wurde. Er und Arthur Kilo müssen den Diskus über 44 Meter werfen, um in den Vorkampf eintreten zu können.

Heini Jung steht ebenfalls im Stabspringen vor einer kaum zu lösenden Aufgabe, denn die Min- desthöhe beträgt hier gar 3,70 Meter. Dafür hat er aber eine große Chance im 400-Meter-Hürdenlauf, wo ihm sicher der Anschluß an die deutsche Spitzen­klasse gelingen wird.

Nach dem Weggang von Gerhard fällt H. F a u l - seit Die Aufgabe zu, 1900 würdig in der schwersten aller leichtathletischen Hebungen, dem Marathonlauf über 42,2 Kilometer zu vertreten. Die olympische Marathonstrecke in Berlin stellt durch unerwartet steile Berge über die selbst die Bayern gestaunt haben höchste Ansprüche an die Läufer. .Die von Faulseit im Training gezeigte Form war jedoch so gut, daß man volles Vertrauen zu ihm haben kann.

Bei richtigem Einsatz und einigem Glück das nun einmal zum Sport gehört wird es vielleicht auch Jung und Faulseit gelingen, gleich Kilo, in die Olympia-Kernmannschaft eingereiht zu wer­den. Dies wäre bereits ein schöner Erfolg für die 1900er Expedition.

Sommerspiele im Kreis VIII (Lahn-Dill) der DT

Die am vergangenen Sonntag stattgefundenen Spiele in den einzelnen Gruppen nahmen z. T. einen recht spannenden Verlauf. In allen Gruppen (mit Ausnahme der Gruppe 1) konnten die Teil­nehmer für die Endspiele um die Kreismeisterschaft ermittelt werden. Von der Gleichwertigkeit der Mannschaften spricht am deutlichsten, daß ver­schiedentlich Entscheidungsspiele um den 1. Platz erforderlich waren.

Die Ergebnisse.

Gruppe 2: Garbenteich Lich 58:28, Holz­heim Lich 54:33, Garbenteich Holzheim 41:37. Grüningen fehlte entschuldigt. Sieger und Endspielteilnehmer: Tv. Garbenteich.

Gruppe 3: Vorrunde: Polizei Wetzlar gegen Blasbach 62:25, Polizei Wetzlar Tv. Wetzlar 50:38, To. Wetzlar Blasbach 81:45. Rückrunde: Polizei Wetzlar Blasbach 61:17, Polizei Wetzlar To. Wetzlar 33:32, Tv. Wetzlar gegen Blasbach 68:25. Sieger und Endspielteilneh­mer: Polizei Wetzlar.

Gruppe 4: Lützellinden Allendorf 52:36, Allendorf-L. Hochelheim 45:54, Holzheim gegen Hochelheim 50:41, Lützellinden Hochelheim 51:29, Lützellinden Holzheim 46:54. Sieger und End­spielteilnehmer: To. Holzheim II.

Gruppe 5: Herborn Fleisbach 51:29, Her­born Steinbach 41:31, Steinbach Fleisbach 38:24, Herborn Steinbach 36:28 (Entscheidung. Sieger und Endspielteilnehmer: T v. Herborn II.

Gruppe 6: Sieger und Endspielteilnehmer: T v. K atzen furt II.

Jugend: Sieger T v. H o l z h e i m.

Die noch rückständigen Spiele der Gruppe 1 werden am 8. August in Gießen nachgebolt. An dem noch zu bestimmenden Termin für die Ent­scheidungsspiele werden sich also gegenüberstehen: ö-Klasse: Der Sieger der Gruppe 1 (wahr­scheinlich To. 1846), Tv. Garbenteich, Polizei Wetzlar

C - Klasse: Tv. Holzheim II, Tv. Katzensurt II, Tv. Herborn II.

Kachanii für Handball.

Kreis VIII (Lahn-Dill).

Auf Anordnung des Leiters des Fachamtes für Handball findet am 1. September d. I. in ganz Deutschland ein großzügig aufgezogener Hand­ballwerbetag statt. Ueberaü sollen spielstarke Mannschaften gegenübergestellt werden. Den Rah­men zu den Hauptspielen sollen alle übrigen Mann­schaften der betreffenden Vereine bilden, so u. a. die Reserve-, Jugend-, Schülermannschaften und, was für unseren Kreis neu ist, auch Frauenmannschaf­ten. Die Kreisspielleitung hat bereits ein zugkräf­tiges Programm ausgearbeitet, das bestimmt allen Wünschen gerecht wird und das vor allem auch in jeder Beziehung seinen Zweck erfüllen wird.

Mnterspielreihe 1934'35.

Die Meldebogen für die neue Spielreihe sind be­reits sehr zahlreich eingegangen. Besonders erfreu­lich ist es, das so überaus viele Jugend- und auch Schülermannschaften gemeldet worden sind. Trotz­dem die Meldefrist bereits abgelaufen ist, werden noch viele Meldungen namhafter Vereine nach­kommen.

16. Rhön."

DasEonnenbenzin" fehlte.Zielflüge nach Kassel.

Fliegerlager Wafferkuppe, 2. August. Seit den frühen Morgenstunden bevölkerten die noch im Rennen befindlichen 55 Wettbewerbs- Maschinen das Startgelände auf der Wasser­kuppe. Die Sportleitung hatte 300 Mark für einen Zielflug nach dem Kasseler Flugplatz Waldau aus­gesetzt.

Am frühen Morgen waren jedoch die Flugmög­lichkeiten bei ziemlich schwachen Winden nicht ge­rade sehr verlockend. Der größte Teil der gestarte­ten Segelflieger mußte nach mehr oder weniger längerem Kreisen über den verschiedenen Hängen und Höhenzügen wieder im Dorgelände der Wasser- kuppe landen, da dasSonnenbenzin" in Form von Thermik noch nicht ausreichte. 15 Piloten, die in der Nähe von Schwarzerdenabgekocht" hatten, trafen abends mit ihren auf Transportwagen ver­ladenen Maschinen ein, unter Führung von Alt­meister Wolf H i r t h.

Einen beachtlichen Streckenflug erzielte der Lusthansa-Pllot 71 ein, der seinenkondor- wohlbehalten auf dem Brocken landete und damit die Startstelle ungefähr um 200 Meter überhöhte. Hülsmann (Dortmund) auf Rhonadler- kam bis Aschersleben,

Ruhl (Dortmund) aufRhönsperber- bis Oerlinghaufen (186 Kilometer), Brlxa (Essen) aufRhönadler" bis 'Bielefeld (195 Kilometer) und Peter Riesel aufKondor" bis in die Gegend von Halle a. d. S. (195

Kilometer).

Die Bedingungen des Zielfluges nach Kassel-Waldau erfüllten die Piloten Wolf (Stettin) aufRhönbussard", Kennel (Hannover) aufRhönadler", Schilling (Dortmund) auf Rhönadler", Goering (Hamburg) aufRhön- sperber" und H a k e n j o s (Stuttgart) aufRhön­adler". Die Entfernung WasserkuppeWaldau be­trägt etwa 95 Kilometer.

Die Heberfliegung des Oechsenberges mit Rückkehr zur Startstelle glückte soweit bisher feststeht sämtlichen drei Piloten der Luftsport­landesgruppe Halberstadt, und zwar P e r n t h a - ler, Krenz und Renner. Jedem dieser Flie­ger wurden für diesen Hmrundungsslug je 100 Punkte gutgebracht.

Am Samstag wird das Eintreffen des Reichs­luftsportführers Oberst Loerzer erwartet, der sich am Schluß der16. Rhön" von den Leistungen feiner Segelflieger überzeugen will.

Olympische Generalprobe der Ruderer.

Die Gestaltung der Europameisterschaften in Berfln-Grünau.

Von allen Sportarten ist es allein dem Ruder­sport vergönnt, die für die Durchführung seiner Wettbewerbe bei den olympischen Spielen geschaffe­nen neuen Anlagen mit einer internationalen Groß­veranstaltung, den Europa-Meisterschaften der Ru­derer 1935, einzuweihen und sie gleichsam einer Generalprobe" zu unterziehen. Die umfangreichen Neubauten, die auf dem Gelände des Berliner Regatta-Vereins am Langen See in Grünau für die olympische Ruderregatta errichtet werden, sind bereits jetzt fast fertiggestellt. Schon zur Großen Grünauer Regatta konnte das Olymoiabootshaus Ost", das auch der Derbandsmannschaft Berlin als Heim dient, in Betrieb genommen werden. In­zwischen ist auch das HauptgebäudeWest" ohne besondere Feierlichkeit seiner Bestimmung über­geben und die letzte der großen Arbeiten, der Neu­bau der 3000 Plätze umfassenden massiven Tribüne, nähert sich der Vollendung. Der Regattaplatz Grünau wird also den zur Europa-Meisterschaft nach Berlin kommenden Ruderern und Abgesandten fast aller Staaten Europas das vollkommen fertige Bild der olympischen Regattastrecke 1936 bieten.

Weder Los Angeles, noch Amsterdam, aber auch die baulichen Anlagen der technisch so guten Rotsee-Kampfbahn bei Luzern reichen nicht annähernd an das heran, was im letzten Jahre in Grünau geschaffen worden ist.

Neben den ausgedehnten Räumen für die Mann- schäften, die Boote, die Regattaleitung, find beson­ders die fernmeldetechnischen Anlagen erwähnens­wert. Denn allein mit ihrer Hilfe ist es möglich, einen sportlichen Wettkampf, der sich über eine gradlinige (Entfernung von 2000 Meter erstreckt, den auf etwa 600 Meter verteilten Zuschauern zu einem wirklichen Erlebnis zu gestalten. Mit Hilfe von Kurzwellensendebooten und Staffelmikrofonen wird es jederzeit möglich sein, den Zuschauern am Ziel über ein weitverzweigtes Netz von Lautsprechern den Stand und Verlauf der Rennen nahezubringen. Von einem besonderen Regiestand aus werden die verschiedenartigen Meldungen für Zuschauer, Mann­schaften, Presse oder Regattaleitung auf die Laut-

sprecher geschaltet. Das Untergeschoß der neuen Tribüne birgt Räume für Film und Rundfunk, dutzende von Pressetelephonen und sogar ein eige­nes Postamt.

Unter persönlicher Leitung des Verbandsführers, Reg.-Präsident i. R. Pauli, ist ein Arbeitsaus­schuß seit Wochen mit der Vorbereitung der Europa­meisterschaften eifrig beschäftigt. Wenn auch der Berliner Regatta-Verein für die technische Durch­führung der Regatta seine gesamte, in 52 Jahren bewährte Organisation einsetzt, so bleiben noch tau­send Dinge zu bedenken, um den Teilnehmern von 12 bis 15 Nationen den Aufenthalt in Berlin so angenehm wie nur möglich zu gestalten.

Alle ausländischen Ruderer werden bei der An­kunft in Berlin von deutschen Obmännern ab­geholt, in Ihre Quartiere geleitet, wofür ins­besondere das historische Jagdschloß Köpenick, sehr günstig nahe Grünau gelegen, zur Ver­fügung steht.

Mit Hilfe von Dolmetschern wird die Verbindung zwischen den einzelnen Mannschaften und der Re­gattaleitung ständig aufrechterhalten. Ein besonde­res Auskunftsbüro wird am Bahnhof Friedrich­straße im Zentralhotel errichtet werden, wo auch der Kongreß der Fisa stattfinden wird. Der Vor­verkauf von Eintrittskarten ist bereits eröffnet.

Aus der Zeit vor dem Kriege hat die Fisa die Gewohnheit, ihre Meisterschaften mit einer Reihe geselliger Veranstaltungen zu verbinden. Mag auch manche dieser Veranstaltungen der Lebensgewohn­heit des neuen Deutschland entsprechend, einfacher und schlichter als in anderen Ländern ausfallen, so ist sich der deutsche Rudersport dennoch feiner Auf­gabe als Gastgeber durchaus bewußt, und er wird sie in einer Weise erfüllen, die ihm und Deutschland Ehre und neue Freunde erwerben wird.

Am Freitag, dem 16. August, nachmittags, begin­nen die Vorrennen, denen am Samstag, dem 17. August, die Zwischenläufe folgen. Der Sonntag bringt dann die Entscheidungsrennen um die Euro­pameistertitel. Der Fisa-Kongreß wird am Mitt­woch, dem 14. August, ftattfinben. Der Donnerstag

ist einem Ausflug der Fisa-Delegierten aller Lan. der in die Umgebung Berlins vorbehalten. Dazwi- scheu werden der Reichssportführer und die-gast, gebenden Organisationen mehrfach im Rahmen be­sonderer gesellschaftlicher Veranstaltungen Gelegen, heit zu wertvollem Gedankenaustausch geben.

Den wirkungsvollen Schluß der Gesamlveran. slallung bildet die Siegerehrung in den Räumen der Lrolloper,

verbunden mit dem Großen Ball der Rudernatio, nen. Am folgenden Tage beginnt dann die zweite FahrtRund um Berlin" für ausländische Ruderer, die bereits einmal, im vorigen Jahre, mit großem Erfolge durchgeführt worden war.

Einweihung der Schule für Leibes- übuna des Reichsnährstands.

Auf der Burg Neuhaus bei Braunschweig wurde am Mittwoch die Reichsschule für Leibesübungen des Reichsnährstandes eröffnet, die die Aufgabe hat, die Leibesübungen bis in das letzte Dorf za tragen.

Landesbauernführer G i e f e ck e begrüßte die zahlreich erschienenen Gäste und sprach vor allem dem Lande Braunschweig den Dank der Landes, bauernschaft für die Ueberlassung der Burg aus.

Staatsminister Alpers- Braunschweig betonte, daß das deutsche Bauerntum durch die (Eröffnung der Reichsschule für Leibesübungen wieder einen Schritt zur endgültigen Durchsetzung des National- sozialismus getan habe.

Anschließend ergriff

Reichssportführer von Tschammer und Osten das Wort. Er führte u. a. aus:

Ihnen allen sind die Schwierigkeiten und Hem­mungen bekannt, denen gerade der Sport und h Leibesübungen auf dem Lande ausgesetzt sind. Verständnislosigkeit und Verkennung der Zielritz, tung, unzulängliche Uebungsanlagen und, was im. mer wieder in Erscheinung tritt, ein empfindlich« Mangel an Führern und' technischen Leitern, die unter voller Berücksichtigung der gegebenen ein­fachen ländlichen Verhältnisse den bäuerlichen Lei« besübungen eine Gasse bahnen.

Das Bäuerliche liegt dabei einzig und allein darin, daß man für das Land diejenigen Leibes. Übungen zusammenstellt und besonders pflegt, die den körperlichen Voraussetzungen des Bauern Rech nung tragen. Wir müssen ja einem Körper, der burdj einseitige Berufsbetätiaung verkrampft und sehr oh sogar verbildet ist, wieder zu seiner natürlichen (Ent­faltung verhelfen. Dann aber müssen sich die dörf­lichen Leibesübungen nach den oft mehr als beschei­denen Uebunqsftätten richten und auf die karge Freizeit des Bauern Rücksicht nehmen.

Neuhaus ist deshalb keine x-beliebige Sportschule in ihr muß ein Pionierkorps geschult und heran- gebildet werden, das ein gesundes Maß volk- sportlicher Leibesübungen beherrschen und weiter- geben lernt.

Der Reichssportführer weihte sodann die Reichs- sportschule des Reichsnährstandes mit den aufrich­tigsten und kameradschaftlichsten Wünschen für ein segensreiches, gesundes Wirken im Dienste bes deutschen Bauerntums und damit des deutschen Volkes. Der

Stabsamtsführer des Reichsnährstandes Dr. Reifchle,

der als Vertreter des Reichsbauernführers der (Er- Öffnung beiwohnte, behandelte die besondere Ach gäbe, die der Landjugend auf dem Gebiete bet Leibesübungen zukommt. Das Bauerntum sei tat ewige Bluterneuerungsquell des deutschen Volkes. Nur der gesunde Körper könne aber die ihm ange­borenen Kräfte feines Blutes voll entfalten. Dich Erkenntnis bedeute gleichzeitig das Bekenntnis zu der Notwendigkeit zielbewußter Leibesübungen bei Landjugend.

Sportvorführungen im Freien, die von Dr Bode, dem die Ausbildung der Schüler über­tragen worden ist, geleitet wurden, gaben einer Einblick in die Ausübung der Leibesübungen auf dem Lande. Unterrichtsstunden zeigten, daß nicht nur die sportliche Schulung, sondern auch weltanschau­licher Unterricht eine Aufgabe dieser Schule ist.

Die Reichsschule für Leibesübungen des Reich» nährstandes ist imstande, je 60 Schüler zu vitt- wöchentlichen Kursen aufzunehmen.

Der G eßener Radfahrer-Verein 1885 bei den Deutschen Meisterschaften

in Erfurt.

Am Sonntag wurden in Erfurt die Deutsche« Meisterschaften im 2er - Radballspiel ausgetragen Um die Meisterschaft spielten die Meister der Gaue in Serien nach Punkten. Die 1. Mannschaft Willi Von E i f f und A. Baum, welche als Meister des Gaues Nordbesien daran teihnabmen spielten in Serie I gegen Frankfurt, Dresden, Bres­lau, Hamburg, Oeste-Dortmund und hatten einet schonen Erfolg. Konnten sie doch als einzige Mann­schaft gegen die Weltmeister Schreiber-Blersä (Frankfurt) ein Unentschieden 2:2 herausholen, uni den Stand der Meisterschaft sehr gefährden. Gege so starke Mannschaften wie Oeste-Dortmund 1:1 Breslau 2:2; die Dresdener, die auch als Favoriten teilnahmen, konnten erst nach hartem Kampf 3:1 gewinnen, und Hamburg gerognn auch nicht leid) 4:1. Am Schluß der Spiele lag die Mannschaf Von Eiff - Baum an achter Stelle. Das bedeutt einen Erfolg für die Mannschaft wie auch für dei Gießener Radsport.

Bei den am Sonntag in Berlin ftattfinbenber Deutschen Mei st er schäften im Stro> ßenfahren über 240 Kilometer wir! Willi Neumann an den Start gehen, nachher er sich durch seinen Sturz beiRund um Köln' wieder gut erholt hat. Es ist mit einem guten Ab schneiden Neumanns zu rechnen.

Kuns Sporinoiizen.

Zum Hockenheimer Motorradrennen am Sonntag sind 180 Meldungen abgegeben woröe"- und zwar 115 für die Lizenzfahrer, 65 für die Aus- weisfahrer. Die Rennen der Seitenwagenklasse« werden als Meisterschaftslauf gewertet.

Für die Ruder-Europameisterschaft t e n wurden jetzt noch deutscherseits für den (Eine" Dr. Buhtz (Berlin) und für die beiden Vierer' rennen die Würzburger Verbandsmannschaft gerne!" bet. Europameister Schäfer (Dresden) «Dürfe wegen seines schlechten Abschneidens in Essen nid berücksichtigt. Damit sind in allen sieben Rennen Europameisterschaften die deutschen Meister o® Start.

Walter Neusel, dem es zur Zeit in Europa an Kampfgelegenheiten mangelt, will es wiebea drüben" versuchen und hat am Donnerstag mit de«r DampferManhattan" Europa in Richtung USA