Ausgabe 
3.8.1935
 
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Allein wir sehen hierin kein Problem, das den Frieden der Welt irgendwie berührt, da es nur auf dem Wege von Verhandlungen zu lösen ist." Diese Methode, die bereits in dem deutsch-englischen Flottenabkommen vom 18. Juli so fruchtbringend angewandt worden ist, muß es eines Tages auch ermöglichen, daß der Gegensatz vonBesitzenden uni) Nichtbesitzenden" aus der Reihe der wettpolitischen Probleme ausscheidet.

Die Debatte im englischen Unterhaus, in der Sir Samuel Hoare jenes Wort brauchte, das Italiens Einstellung zum Abesiinienkonflikt, aber darüber hinaus auch das Kolonialproblem als Ganzes tref­fend kennzeichnet, war auch nach anderer Richtung hin interessant. Der Führer der Opposition, der im englischen Unterhaus eine wichtige,, fast amtliche Stellung einnimmt, der Arbeiterabgeordnete L a n s- b u r y, richtete an die Regierung die präzise Frage, ob sie bereit sei, in Bezug auf den Luftkrieg, die Anwendung von Giftgasen und die Internatio­nalisierung der Zivilluftfahrt die Führung zu er­greifen, und regte an, England möge zusammen mit den zur Mitarbeit bereiten Staaten eine größere Konferenz einberufen, die auch diejenigen um­fasse, die augenblicklich draußen stünden. Der Außen­minister hat nach den bis jetzt vorliegenden Berich­ten auf diese Frage und Anregung eine Antwort nicht gegeben, was verständlich ist, da die englische Regierung sich immer noch bemüht, ihre Politik in'den bestehenden Rahmen des Völ­kerbundes und des Programms von London-Stresa zu halten. Der Vorschlag des Abgeordneten Lansbury dagegen rechnet richtig und nüchtern mit der bereits klaren Tatsache, daß die­ser Rahmen bereits gesprengt ist und daß neue Wege gesucht werden müssen. Er trifft sich dabei ungefähr mit den Vorschlägen und An­schauungen, die in der letzten Reichstagsrede des Führers und Kanzlers enthalten waren und die Bereitschaft Deutschlands ausdrückten, an solchen praktischen Zielen mitzuarbeiten, in denen der Völ­kerbund um Konferenzprogramme sich als unzu­länglich erwiesen habe.

Es ist kennzeichnend für die Krisis, in die der Völkerbundsgedanke selbst in dem für die Genfer Einrichtung begeisterten England eingetreten ist, daß die Opposition des Unterhauses in denselben Reden, in denen sie die Regierung zum unbedingten F e st h a l t e n an den Verpflichtungen des Völker­bunds in der abessinischen Angelegen­heit auffordert, nach Mitteln und Wegen sucht, um die englische Politik von diesen Lähmungen zu befreien. Auch der liberale Oppositionsredner machte die scharfe Feststellung, die man bisher nur in Deutschland und bei objektiven Kritikern der Völ­kerbundspolitik gehört hat, daß dieser in Wirklich­keit nichts anderes ist als eine Allianz der e u - ropäischen Großmächte gegenDeutsch- land, wenn er jetzt, im abessinischen Konflikt, das Recht den europäischen Interessen zum Opfer bringe.

Aus den Antworten des Außenministers ist fol­gendes festzuhalten: Die englische Regierung hat in der gegenwärtigen Krise die Regierung her Ver­einigten Staatenauf Schritt und Tritt" über die Haltung Englands unterrichtet und mit großer Befriedigung vernommen, daß die amerika­nische Regierung jede Anwendung kriege­risch e r M i t t e l verurteilt. Es ist daraus zu entnehmen, daß London, wie schon oft, bemüht ist, eine festere diplomatische und politische Einheit der beiden großen angelsächsischen Mächte herbeizufüh­ren, um sie bei schwierigen Augenblicken der inter­nationalen Politik in die Waagschale werfen zu kön­nen. Dies wäre in der Tat heute die einzige Mög­lichkeit, das zum Kriege entschlossene Italien vor ein unüberwindliches Hindernis zu stellen und feine Friedensbereitschaft zu erzwingen. Ob dies der eng­lischen Politik gerade jetzt gelingen wird, wo ihre Schwierigkeiten allzu offensichtlich sind, ist freilich zweifelhaft. Eine andere wichtige Mitteilung des englischen Außenministers ist sein bestimmtes De­menti, das er den Gerüchten entgegensetzte, Eng­land habe sich in Stresa zusammen mit der fran­zösischen Regierung Italien gegenüber verpflichtet, diesem freie Hand in Abessinien zu geben. Glaubhaft war dies von vornherein nicht, was England betrifft. Mit Frankreich ist dies eine an­der Sache: über das, was zwischen Laval und Mussolini im Januar in Rom verhandelt und aus- oetauscht wurde, werden sich die diplomatischen Akten wohl erst in späterer Zeit öffnen.

Die wichtigste Mitteilung des englischen Außen­ministers, die er vor Beendigung der Debatte machte und die mehr als alles andere den Ernst der Lage enthüllt, war die, daß der Sprecher des Unterhauses für den Fall einer gefährlichen Entwicklung der abessinischen Frage ermächtigt wird, auf Empfeh­lung des Ministerpräsidenten das Unterhaus zu einer außerordentlichen Sitzung einzu- berufen. Da nach englischer Verfassung und Tradi­tion jede wichtige Entscheidung, die an die Lebens­nerven des Landes geht, derBilligung durch das Parlament unterliegt, so ist dieseGe­stellungsorder", die die Regierung den in die Ferien gehenden Abgeordneten mit gibt, ein bedeutsames Warnungssignal, das in allen Kanzleien der betei- ligten Mächte, bis hinunter nach Rom, gehört und verstanden werden wird.

Oer nationalsozialistische Befreiung-Marsch

Münd)en, 2. August (DRB.) Im Namen der Stadt München erläßt der Vorsitzende der national­sozialistischen Stadtratsfraktion, Christian Weder einen Ausruf, in dem es u. a. heißt:

Am 9.November jährt sich zum 12. Male der für Volk und Vaterland geschichtlich denkwürdige Tag, an dem im Jahre 1923 unser Führer Adolf Hitler, gefolgt von seinen getreuesten Mit- Kämpfern, in München den ersten nationalsozia- aen Befreiungsmarsch vom Bürger- etter durch das Tal über den Marienplatz zum Odeonsplatz durchgeführt hat. Zur Erinnerung an diele »»tscheidende Tat wird am kommenden 9. N o v e m b e r der Marsck vom Bürgerbräukeller zum Odeonsplatz erfolgen. An der Spitze des Zuges wird, wie 1923 und 1933, wiederum der Führer marschieren. Einladung zur Teilnahme an diesem Erinnerungsmarsch ergeht: 1. an alle, die sich im Besitze eines Nachweises der tätigen Teilnahme am Befreiungsmarsch des 9. Nov. 1923 befinden: 2. an sämtliche Reichs- unb Gauleiter Deutschlands. Die Teilnehmer an diesem Erinnerunasmarsch der Bewegung tragen. Braunhemd ohne jedes Abzeichen, jedoch mit der Armbinde von 1923, ohne Schulterriemen, keine Kopfbedeckung, schwarze oder braune Hose und Schaftstiefel. Als einziges Ehrenzeichen wird der Blutorden mit Band im Knopfloch der rechten Blusentasche des Braunhemdes getragen.

Die Geschäfts stelle des vorbereitenden Aus- Ks für den Erinnerungsmarsch befindet sich ünchen, Rathaus, Zimmer 248, wo jede ge­wünschte Auskunft erteilt wird.

Dem Gedächtnis Hindenburgs.

Gedenkfeier im Tannenberg-Denkmal.Oie Kränze des Führers und der Wehrmacht.

Hohenstein, 2. Aug. (DNB.) Nach dem wo­chenlangen Regenwetter ist wieder ein wundervoller Morgen angebrochen. Am klarblauen Himmel steht die Sonne, und es verspricht, ein heißer Tag zu werden, so wie vor einem Jahre der Tag war, an dem der Feldmarschall starb, zu dessen Gruft schon seit dem frühen Morgen Tausende eine stille Wall­fahrt angetreten haben. OstpreußischeFront- kämpferwitwen waren die ersten, die dem großen Toten Blumen zu Füßen legten. Von den hochragenden Türmen des Tannenberg-Denkmals weyen die Fahnen auf Halbmast. Um 8 Uhr mar­schiert die Ehrenwache an. Die Posten treten unter Gewehr, scharf hallen ihre Schritte durch den weiten Ehrenhof. Ein Doppelposten steht zu beiden Seiten des wuchtigen Eingangstores, vor dem Eingang zum Gruftturm und neben dem Sarkophag. Den Boden des Turmes bedeckt ein Teppich von Rosen und Tannengrün. Vom schwarzen Grunde der In­nenwand heben sich vier riesige brennende Wachs­kerzen ab. Wie aus Erz gegossen stehen zu Häupten des Sarges die Posten.

Zahlreiche Kränze werden in den Ehrenhof ge­tragen. Die Tochter des Feldmarschalls, Frau von Pentz, die Stadt Königsberg, die Provinz Ostpreußen, die Gefolgschaft der Präsidialkanzlei, die Betriebsgefolgschaft des Hauses Neudeck und viele andere haben Kränze gesandt. Um 8.30 Uhr betrat der Sohn des Generalfeldmarschalls, General­major von Hindenburg, die Gruft und legte einen Kranz nieder. Abordnungen des Kyffhäuser- dundes erscheinen. HI. marschiert hinter ihren Wimpeln in das Denkmal ein. Ministerpräsident General Göring hat einen Kranz gesandt, dessen Schleife die Aufschrift trägt:Das dankbare Preußen". Kameraden des ehern. Infanterie- RegimentesGeneralfeldmarschall von Hindenburg", 2. Masurisches Nr. 107, sind mit einer Nachbildung der Fahne des Regiments erschienen. Landeshaupt­mann B l u n ck legt die Kränze des Oberpräsidenten der Provinz Ostpreußen nieder. Der Stabsführer des SS.-Abschnittes XXII bringt einen großen Kranz. Er trägt neben der roten Schleife mit dem Hakenkreuz die schwarze Schleife mit den silbernen Runen der SS. und her AufschriftDie SS. Ost­preußen". Dann legt d i e SA. einen Kranz nieder, Major von Weiß einen Kranz des Führers des Kyffhäuserbundes. Immer mehr Kränze werden in den Turm getragen.

Punkt 11 Uhr betritt Infanterieführer I Gene­ralmajor von Niebelfchütz das Denkmal, ge­folgt vom Chef des Generalstabes des 1. Armee­korps Oberst H o 11 i d t. Der General legt i m Namen des Führers einen Lorbeerkranz mit weißen Rosen nieder. Zum zweiten Mal be­tritt er dann den Feldherrnturm, um den Kranz der Wehrmacht und dann den des Komman­dierenden Generals des 1. Armeekorps und Be­fehlshabers im Wehrkreis I Generalleutnant von Brauchitsch niederzulegen. Der Trommler rührt die Schlegel. Als Generalmajor von Niebel- schütz den Feldherrnturm verläßt, ertönen über Die Mauern des Ehrenhofes die Klänge vom gu­ten Kameraden.

Der Ehrenzug marschiert ab. Jetzt drängen sich zahlreiche Trauergäste an den Feldherrnturm. Mit entblößten Häuptern schauen die Ostpreußen auf das Grab ihres Befreiers. Die Feierstunde ist be­endet. Die Halbstock wehenden Flaggen knattern an ihren hohen Masten. Wir denken still der Tage vor einem Jahre, wir sehen die Flagge sich senken

auf Schloß Neudeck, erleben noch einmal im Geiste den nächtlichen Trauerzug von Neudeck nach Hohenstein mit dem Sarg des Feldmarschalls auf der Lafette und hören das Wort des Führers: Großer Feldherr, gehe nun ein in Wallhall!"

Die Vorbereitungen zur Ausgestaltung der Gruft des toten Feldmarschalls sind in vollem Gange. Am 2. Oktober, dem Geburtstag des General-

feldmarschalls, wird das Tannenberg-Denkmal eine weitgehende Umgestaltung erfahren haben. Das Tor der Gruft wird ein riesiger Findlings­block krönen. Mächtige Freitreppen werden errichtet werden. Der Hof erfährt eine Vertiefung um 4 Meter. Tag und Nacht muß an der Ausgestaltung gearbeitet werden, um die festgesetzte Zeit einzu­halten.

Die Wehrmacht ehrt den toten Feldmarschall.

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Berlin, 2. Aug. (DNB.) Besonders feierlich gedachte am Todestage Hindenburgs hie Wehr­macht ihres langjährigen obersten Befehlshabers. An allen Standorten wurde am Freitag auf Grund einer Anordnung des Reichskriegsministers Appell abgehalten. Die Berliner Wachtruppe war um 11.30 Uhr in der großen Exerzierhalle in der Rathenower Straße in einem offenen Rechteck an­getreten. Auf einem Podium stand ein mit frischem Eichengrün geschmücktes Bild des Reichspräsidenten über dem die Reichskriegsflagge hing. Der Kom­mandeur des Wachregiments Oberst von Keifer hielt eine kurze Ansprache. Dann ein schneidendes Kommando:Stillgestanden!" als Oberst von Keiser fortfährt:wir gedenken des Generalfeldmarschalls von Hindenburg in treuer Anhänglichkeit und Ver­ehrung!" Eine eindrucksvolle Minute stillen Geden­kens folgt. Oberst von Keiser nimmt noch einmal das Wort, um des jetzigen Obersten Befehlshabers der Wehrmacht, des Führers und Reichs­kanzlers Adolf Hitler zu gedenken, der den verewigten Reichspräsidenten wie einen Vater ver­ehrte und ihm nach feinem Tode die größten Ehren

habe zuteil werden lassen. Mit einem Gelöbnis des Gehorsams und her Treue gegenüber dem Obersten Befehlshaber und einem dreifachen Hurra auf de« Führer und Kanzler des deutschen Volkes Adolf Hitler schloß er den Appell.

Am Reichsehrenmal Unter den Linden wurden durch die großen Verbände her Weltkriegs­teilnehmer Kränze niedergelegt. Reichskriegsopfer­führer Dberlinhober brachte einen Kranz mit her WihmungDem großen Felhherrn unb ben zwei Millionen gefallenen Helden". Der von Freiherr von Lersner im Namen des Reichsvereins ehe­maliger Kriegsgefangener niedergelegte Kranz trägt die WidmungDem Generalfeldmarfchall und den Kameraden". Einen Kranz überbrachte vom Kyff- häuferbund General Kuhlwein von Rathenow in Vertretung des Obersten Reinhard, für ben Na­tionalsozialistischen Marinebunb war mit einem Kranz Abmiral Lützow erschienen. Unser Bilb zeigt General von Kuhlwein (Mitte) unb den Reichskriegsopferführer Dberlinhober (rechts) auf hem Wege zum Ehrenmal. (Presse-Illustra­tion Hoffmann-M.).

Geht Deutschland so, wie es ist!

Reichspropagandaminister Or. Goebbels an die auslandsdeutschen Zungen.

Ein Volk an der Arbeit.

Was wir sind, sind wir aus eigener Kraft.

Berlin, 2. August. (DNB.) Die 1050 aus­landsdeutschen Jungen wurden Freitagnachmittag durch den Reicksminister Dr. Goebbels auf dem Wilhelmplatz begrüßt.

Reichsminister Dr. Goebbels, mit stürmischem Jubel begrüßt, wies zunächst die auslandsdeutschen Kameraden darauf hin, daß sie hier auf dem Wil­helmplatz auf historischem Boden ständen. Hier standen am 30. Januar 1933 die Berliner Männer und Frauen unb bekannten sich zum nationalsozia­listischen Symbol. Ich möchte wünschen, baß auch in eure Herzen erbringen möge ein Abglanz von der Größe ber Zeit, hie wir in Deutschland jetzt durchleben. Es soll keiner glauben, daß diese Zeit von selbst gekommen sei. Nein, diese Zeit ist das Werk der Menschen, die in ihr leben, unb es hat sich in ihr wiederum das Wort bewahr­heitet, daß es die Männer sind, die die Geschichte machen.

Aus dem, was damals ein paar Menschen be­gannen, ist nun bas große Reich ent ft an» den, unb bieses neue große Reich kann auch euch draußen in allen Teilen der Erde, ein Gefühl des Stolzes wiedergeben. Nun leben wir wieder in einem Reich, dem man zwar die Freiheit nicht schenken wollte, das sich aber seine Freiheit wieder geno mm e n hat. (Lebhafter Beifall.) Zwar haben Marxisten unb Juben und Deserteure im November 1918 die deutsche Fahne in den Schmutz geworfen, aber dafür haben wir aufs neue eine Fahne ber Ehre unb ber Achtung unb b e 5 Stolzes gehißt. (Lebhafter Beifall.) Sie mögen heute in anberen Staaten versuchen, btefe Fahne zu beleibigen. Beleidigen kann eine Fahne immer nur ber, ber sie selbst trägt. Unb Dafür übernehmen wir hie Sicherheit, baß biefe Föhne von ihren Trägern niemals beleibigt wer­ben wirb. (Erneuter lebhafter Beifall.)

Wenn ihr. meine jungen Kameraden, nur bie 3 e Hungen gelesen hattet, bie in Euren Ländern gedruckt werben, bann hättet ihr viel- leicht annehmen können, bah ich zu euch nur umgeben von einem Maschinengewehrkordon zu r9Croag< hätte, (Heiterkeit) daß in ber rvilhelmstrahe Kanonen aufgefahren werden, um die Regierung gegen das eigene Volk zu ^ähen und dah ich als Propagandaminister euch nur Broschüren in die Hand gegeben hätte, ohne zu wagen, euch das deutsche Land undpolkselb st zuzeigen. Ich habe bas Gegenteil gefügt Ihr sollt nun von hier aus euren Zug durch Deutschland antre­ten. Ihr sollt Land und Leute kennen lernen.

Biele von euch haben Deutschland noch nie gesehen. Es ist deshalb gut, daß ihr in jungen Jahren hierher gekommen seid, wo eure Herzen noch offen und empfängnisbereit sind und wo Ihr willens seid, diese großen Eindrücke in euch aufzunehmen und sie nicht zu zersetzen mit intellektualisttscher Skepsis und Kritik. Ihr seid junge Menschen und als junge Menschen sollt ihr mit offenen Augen Deutschland sehen so wie es ist.

Ich gestehe offen, wir haben es mit all unserer Arbeit unb Sorge nicht fertig gebracht, aus biesem Lanb ein Paradies zu machen. Wir haben es riicht gekonnt, aber wir haben es auch nicht ge­wollt. Denn es ist nicht Aufgabe der Menschen, auf Erben in einem Parabies zu leben, fonbern auf Erben z u kämpfen, zu arbeiten unb s i ch das tägliche Brot zu verbienen. Unb bas allerdings könnt ihr in Deutschland in Stabt unb Lanb, in Süb unb Norb, in Oft unb West fest­stellen, nämlich ein Volk, das an ber Arbeit ist, das sich sein Leben erkämpft unb bas ausge­füllt mit neuem Selbstvertrauen im Gegensatz zu früher heute zu stolz bazu ist, sich bei anberen Völ­kern unb anderen Länbern sein Leben zu erbetteln. (Lebhafter Beifall.) Nein, was wir sinh, bas sinh wir aus eigener Kraft. Ihr sollt euch mit eigenen Augen havon überzeugen unb sollt als Ueberzeugte in eure ßänber zurückkehren unb sollt ben dort lebenben Menschen sagen, wie es um Deutschlanh steht, sollt erzählen, wie es um fein Volk beschaffen ist unb sollt zu gleicher Zeit auch In eurem Herzen verspüren, baß, was bem Blut nach zusammengehört, dem Blut nach niemals getrennt werben kann. (Stürmischer Beifall.) Mit einem breifadjen Sieg-Heil auf bas Reich unb ben Füh­rer schloß Reichsminister Dr. Goebbels unter stür­mischen Beifall her versammelten Jugend seine An­sprache. Anschließenb schritt ber Minister die Front ab unb unterhielt sich mit vielen her aushmbs- beutschen Jungen.

Aus der SA. ausgestoßen.

B e r I i n, 2. Aug. (DNB.) DerAngriff" be­richtet über ben Ausschluß bes Forstassessors Graf Finck von Fincken st ein. in Potsbam aus ber SA. Graf Finck von Finckenstein trat 1929 bem Stahlhelm bei unb mürbe 1933 in bie SA. über­nommen. Im Sturm machte er aus feiner beftrub tiven Einstellung kein Geheimnis mehr. Er betonte, baß er nie in seinem Leben Nationalsozialist werbe, er habe nicht ben unbebingten Glauben". Auf bie Frage, warum er bann nicht aus seiner Stellung als Beamter ausscheibe unb so bie Konsequenzen feiner inneren Haltung zöge, gab er folgenbe klas­sische Antwort:Meiner Auffassung nach ist ber Staat ein sich stetig kontinuierlich änbernbes Ge- bilbe. Jo ihm bleibt mehr ober weniger ber Tra­

ger ber Verwaltung ber gleiche Personenkreis, wie es ja auch beim Umbruch 1933 war. Auch heute ist bie Verwaltung biefelbe mit Ausnahme ber höheren Organe. Meiner Auffassung nach kann man sehr wohl Lebensberechtigung im Staate haben, wenn man nur seine Pflicht gegenüber ber Behörbe tut, ohne ben inneren unbebingten Glauben an seine Einmaligkeit unb Unroanbelbarfeit zu haben." Nach ber bienstlichen Vernehmung burch ben Vorgesetzten, ben Oberscharführer, überfanbte Graf Finck von Finckenstein biesem eine Forderung auf schwere Waffen. DerAngriff" erinnert dar­an, daß schon Friedrich Wilhelm I. gegen eine da­mals ebenso reaktionäre Verwaltungsfronde habe kämpfen müssen, und fährt dann fort, daß jene logenähnlichen Querverbindungen, deren Zugehörig­keit bem Grafen Finck von Finckenstein zu seiner Haltung ermutigt hat, ebenso erfolglos fronbieren werben wie ihre Vorfahren. Graf Finck von Finckenstein aus Potsbam hat ben Fehbehanbfchuh der nationalsozialistischen Bewegung und ihrem Staat hingeworfen. Sie hat ben Trennungsstrich gezogen. Graf Finckenstein ist ausgestoßen worben unb bie endgültige Abfuhr wird nicht lange auf sich warten lassen."

Wetterbericht

des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt.

Das attantische Hochdruckgebiet mit seinen nach dem Kontinent vorspringenden Ausläufern ist im wesentlichen immer noch für unser Wetter bestim­mend. Dabei hat jedoch zur Zeit in ber Hohe vor- stoßenbe feuchtere unb kühlere Mereslust unter Druckanstieg Anlaß zu Bewölkung unb auch ver­einzelt schon zu etwas Regen aegeben. Nachfolgen- her Luftdruckfall wirb jeboch roteber zu abfteigenber Luftbewegung unb Auflockerung ber Bewölkung führen.

Aussichten für Sonntag: Vielfach auf- heiternb, trocken, tagsüber warm, um Narben schwankenbe Winde.

Aussichten für Montag: Freundlich unb tagsüber warm.

Lufttemperaturen am 2. August: mittags 25,4 Grab Celsius, abenbs 16,3 Grab; am 3. August: morgens 14,9 Grab. Maximum 26,4 Grab, Mini- mum 11,3 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 2. August: abends 20,7 Grad; am 3. August: morgens 17,5 Grab. Sonnenschein­bauer 14,2 Stunben.

Hauptschriftleiter: Dr. Friebrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr Friedrich W. Lange, für Feuilleton i.V.: Dr.F.W. Lange, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für ben Inhalt ber Anzeigen: Theobor Kümmel. DA VI. 35: 10150. Druck unb Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- unb Steindruckerei R. Lange, K -G., sämtlich in Gießen.

Monatsbezugspreis RM 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit ber Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. unb Samstags 15 Pf., mit ber Illustrierten 5 Pf. mehr.

Zur Zett ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig«