Nr. 2 Drittes Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Dberheffen)Donnerstag, Z.Zanuar (935
Die Eva, die unverändert geblieben ist — was würden Sie dann sagen?"
Friedrich Borgloh schüttelte den Kopf:
,^Ich verstehe Sie nicht, Mac Lean!"
„Borgloh, die Frau, die zwei Jahre neben Ihnen gelebt hat, war nicht Eva van Koster — das war eine andere!"
Borgloh fuhr auf, legte die S)anb aufs Herz:
„Eine andere!" flüsterte er. „Um Gottes willen! Und wo ist Eva? Wo ist Eva van Koster? Ich bitte Sie, Mac Lean, sagen Sie es mir!"
„Einen Augenblick!" sagte Mac Lean. Er ging zur Tür, öffnete sie.
„Miß Evg", sagte er, „hier ist jemand, der Sie schrecklich gern sehen möchte!"
Friedrich Borglohs Augen wurden groß. Boll ungläubiger Seligkeit starrten sie auf das junge Mädchen' mit dem zarten Gesichtchen und den rührenden blauen Augen, das nun zögernd ins Zimmer kam.
Mac Lean nahm Eva van Koster bei der Hand:
„So, Borgloh", sagte er, „das ist nun die rich- tinc Eva van Kolter. Die falsche — erschrecken S»e nicht —, die falsche Eva van Koster weilt nicht mehr unter den Lebenden. Sie hat ihre Schuld mit dem Tode gesühnt. Sie hat den Weg frei gemacht für Sie und Eva van Koster. Ich denke, diese Eva van Koster wird in jeder Beziehung die richtige sein."
Er nickte den beiden zu und ging schnell zur Tür. Er sah gerade noch, wie Friedrich Borgloh mit einer sehnsüchtigen und zarten Gebärde Eva van Kosters braunen Kopf an seine Brust zog.
Erst nach einer langen, langen Zeit wagte Mac Lean wieder zu klopfen:
„Kommen Sie nur herein, lieber Freund!" rief Friedrich Borgloh. Er saß strahlend im Bett, Eva in dem kleinen Korbstuhl neben ihm. Sie hatte ihr« Hand in die Friedrich Borglohs gelegt. Ihr Gesicht strahlte vor Glück.
Und nun saßen diese drei Menschen zusammen und erzählten von allem, was sie erlebt hatten. Mae Lean schilderte, wie er auf die Spur all dieser Verbrechen gekommen wäre.
(Schluß folgt.)
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Der Prozeß gegen den Hauber des Lindbergh-Vabhs
Den vollen Nutzen der Kurzschrift wird die große Masse der Schreibenden erst bann merken, wenn einmal jeber hinreichenb begabte Schüler bie Kurzschrift ebenso erlernt wie bie gewöhnliche Schrift.
Schon in ber Schule selbst wirb sich bie Erleichterung fühlbar machen, insbesonbere in ben höheren Schulen, wo viel biktiert werben muß; denn bie Kurzschrift schränkt ben Zeitaufwanb minbe- stens um die Hälfte ein. Aber auch ber Stubent, wie ber geistige Arbeiter überhaupt, wird die Kurzschrift als Wohltäterin kennen lernen. Vormerkungen jeder Art, Auszüge aus Büchern, plötzlich aufsteigende Gedanken lassen sich mit wenigen Schriftzügen in kürzester Zeit und auf kleinstem Raum festhalten.
Das im vorigen Jahrhundert geprägte Wort vom „tintenklecksenden Säkulum" hat sicher auch im 20. Jahrhundert nicht an Berechtigung verloren.
Wenn auch die Schreibmaschine einen erheblichen Teil der Schreibarbeit an sich gezogen Hat, so bleibt doch immer noch ein erklecklicher Rest übrig, der nur handschriftlich erledigt werden kann. Deshalb muß der „schreibende Mensch" froh sein um jedes Hilfsmittel, das ihm seine Arbeit erleichtert, wie es z. B. die Kurzschrift tut. So sagt der bekannte Schriftsteller und Literaturgeschichtsschreiber Eduard Engel in seiner „Deutschen Stilkunst":
„Wohl dem Schreiber, der in jungen Jahren gründlich die Stenographie erlernt und geübt hat; sie ist eine Mitarbeiterin ohnegleichen."
In den Zeiten, da noch im Winter der Muff regierte, saßen unsere Großeltern bei klirrender Kälte meist um den wärmenden Ofen. Das harte Körpertraining unserer heutigen Jugend war nicht nach dem Geschmack der „guten alten Zeit". Trotzdem gab es schon damals einige unentwegte Sportler, die auch den Winter in vollen Zügen genossen und selbst vor dem grimmigsten Frost nicht zurück- * schreckten.
Schlittschuhrennen vor fünfzig Jahren.
Vor 48 Jahren fand in Friesland ein internationales Schlittschuhwettlaufen statt. Es gab also schon damals unternehmungslustige Manager, die der Sensationslust des Publikums Rechnung zu tragen wußten. Eine dichtgedrängte Zuschauermenge umsäumte die Rennbahn. Der Kampfplatz des Wettlaufens, ein See von 1000 Meter Länge und 600 Meter Breite, war mit Hunderten von Fahnen aller Länder geschmückt. Wenn wir die Berichte der Reporter aus jener Zeit verfolgen, werden wir unwillkürlich an die Atmosphäre erinnert, die heute die Massen bei einem Fußball- Länderkampf ober bei einem Eishockeyspiel in Aufruhr versetzt. An dem Rennen beteiligten sich Eng- länber, Deutsche, Amerikaner unb Norweger, lieber« all waren Tribünen, Musikpavillons, Restaurationen, Caf6s unb Blumenzelte errichtet. Auf bem Eis tummelten sich Tausende von Menschen in den verschiedensten Trachten, unter denen besonders die der friesischen Damen mit ihrem goldgeschmückten Kopf- putze die Augen der Fremden auf sich zogen. Die Männer trugen kurze Hosen, blaue Strümpfe und ausgeschnittene Schuhe. Da sah man einen holländischen Soldaten auf Schlittschuhen, und eine ganze Kompanie Infanterie sorgte für die Ordnung auf dem Eise. Auch die Schutzleute hatten Schlittschuhe angeschnallt. Die Favoriten waren ein Engländer und ein Friese. Selbstverständlich fehlte auch ein Pressezeichner nicht, der sich bemühte, die aufregendsten Kampfphasen darzustellen. Damen verlassen bie Richtertribüne, um bem spannenben Enbspurt so nahe wie möglich zuzusehen. Der Pressezeichner sitzt warm zugedeckt in seinem eigenen Schlitten und verfolgt jede kleinste Bewegung mit größtem Interesse. Der Engländer'und der Friese sind auf gleicher Höhe. Es geht hart auf hart. Atemlose Stille, bis plötzlich der Ruf ertönt: Friesland hat gewonnen!
3n München auf der Wiesen.
Die berühmte Münchener Theresen- wiese, die auf ber ganzen Welt als Schauplatz des Oktoberfestes wohlbekannt ist, diente den Münchenern noch vor einigen Jahrzehnten im Winter als Sportplatz. Der Schlittensport gehört bei den Süddeutschen zu ben beliebtesten Sportarten. Besonders in Niederbayern, wo jeder Bauer «seinen Schlitten besaß und Schlittenrennen das Sonntagsvergnügen der Dauern im Winter bildeten. „Und am Sonntag auf d' Wies'n!" war das Losungswort ber Münchener vor 50 Jahren. „Am 15. Januar nachmittags 2 Uhr", so berichtet eine zeitgenössische Schilderung, „setzte sich ein Zug in Bewegung, eröffnet mit seinem Dorreiter. Daran schloß sich ein Musikkorps in einem Jagdwagen, ber von vier Pferben gezogen würbe, barauf zu Pferbe in Schlitten das Rennkomitee und endlich in langer Reihe die Helden des Tages, die elf angemelbeten Renner. Fast in ihrer ganzen Länge durchquerte der Zug bie Stadt, und immer größer wurden die Massen, 'bie sich ihm anschlossen, während auf ber Oktoberwiese schon Tausende unb aber Tausenbe in schneidenber Kälte des eigenartigen Schauspiels harrten. Das Renen dauerte 6,75 Minuten. Unter dem Jubel der tausendköpfigen Menge zogen bie Sieger zur Empfangnahme ihrer Preise von 20 bis 200 Mark. In langer Prozession verzog sich ber Menschenschwarm in bie in nächster Nähe gelegenen Bierkeller, wo es so viele schöne Dinge gab, um ben inneren unb äußeren Menschen zu erwärmen."
Schlittenkorso mit Lllanenmusik.
Der Kalenber zeigt ben 19. Februar bes Jahres 1881. In ben Kachelöfen prasseln sprühenbe Scheite,
intersport von anno dazumal Dokumente aus vergilbten Blättern.
Von Dr. Theodor Biegler.
Prinz Wilhelm von Baben leitet eigen« hänbig feine beiben mächtigen Braunen. Sechzig Schlitten zählt ber Zug. Im scharfen Trab aeht es burch bie Stabt, vorbei an Sanssouci, ber historischen Mühle, ber Orangerie, um bas Neue Palais herum, nach Wilbpark, burch ben schneebelabenen Kiefernwalb bis zum Werberschen See unb wieber zurück. Eine herrliche Fahrt!
Die ersten Segelschlitten.
Ein altes Zeitungsblatt aus bem Jahre 1885 stellt mit einem gewissen Stolz fest: „Die Sport- vergnügungen haben in ben letzten Jahren immer weitere Kreise gezogen. In kühnen Regatten messen Segler unb Ruderer ihre Geschicklichkeit, die Rollschuhläufer gewinnen immer mehr Boden, Radfahrgesellschaften geben glänzende Feste, allenthalben wird trainiert, gestartet, geschwommen, geturnt, gefochten und gerannt." Was heute selbstverständlich ist, war damals eine große Sensation. Vor einem halben Jahrhundert gehörte das Eisjachtfahren zum Vergnügen der oberen Zehntausend. Es war aus England und Amerika importiert worden, wo schon damals die Rekordsucht seltsame Blüten trieb. So sanden z. B. in Amerika Wettfahrten zwischen Segelschlitten und Eisenbahnzügen statt, deren Gleise lange Strecken neben den Flüssen herliefen. „Die Eisjacht", heißt es in einer alten Zeitung, „sauft bei entsprechendem Winde mit Schnellzuggeschwindigkeit über die spiegelglatte Fläche dahin." Damals hat es freilich weder einen „Fliegenden Schotten", noch einen „rasenden Hamburger" gegeben ...
bie Fenster ber Wohnungen sind dicht verhängt. Draußen bläst ein kalter, grimmiger Wind, der unbarmherzig durch alle Ritzen bringt. Der Winter hat bie wunberlichsten Eisblumen an bie Fenster gemalt. Man bleibt an solchen Tagen zu Hause und legt sich eine Patience oder schmökert in alten Briesen. „Brrr!" sagt Fräulein Emmy und hüllt sich fröstelnd in ihren Schal, „in Potsdam ist heute S ch l i t t e n k o r s o !" Ja, wenn man damals ein Radio gekannt hätte! So aber hört man nichts von dem luftigen Schlittengeklingel, das im Berliner Lustgarten ertönt. Dort sammeln sich bei den schmetternden Klängen einer schneidigen Ulanen- musik die eleganten Schlitten. Ein dickvermummter Journalist notiert sich, während sein Atem wie eine Rauchwolke in die Luft steigt, die Namen der prominenten Herrschaften, die da angefahren kommen. „Die Sonne blitzt und flimmert", so schreibt er, „auf den dampfenden, prächtigen Pferden und den originellen Geschirren. Hier ein eleganter ,Hart- traber‘, an allen Seiten mit Fuchsschwänzen geschmückt, dort blendende Schneedecken, bunte Bänder im Kammhaar und Schweif der Pferde, wehende Haarbüschel, reiche Livreen und Pelze." Plötzlich recken die Zuschauer die Hälse. Erb-
Links: Oberst Lindbergh, der unglückliche Vater des geraubten Kindes, betritt bei einer seiner früheren Vernehmungen das Gerichtsgebäude. — Oben rechts: Das 1 ^jährige Söhnchen des Ozeanfliegers, das im März 1932 entführt und zwei Monate später als Leiche aufgefunden wurde. — Unten rechts: Bruno Richard Hauptmann, der des Raubes und der Ermordung des Kindes angeflagt ist.
Kurzschrift und Volkswirtschaft.
Ihre hauptsächlichste Verbreitung und Anwendung hat die Kurzschrift heute in Handel und Industrie gefunden. Nicht wenig hat dazu die Erfindung der Schreibmaschine beigetragen.
Kurzschrift unb Schreibmaschine wetteifern unb ergänzen sich im mobernen Büro, bas ohne bie beiben gar nicht benkbar ist. 3m Beruf bes Stenotypisten ober ber Stenotypistin finden fjunbertfaufenbe ihr Brot.
Eine besondere Bedeutung hat die Kurzschrift auch im modernen Zeitungs-Betrieb. Der Schriftleiter braucht sie ebenso notwendig wie der Berichterstatter. Am meisten aber verwendet sie der Telephonstenograph, der am Fernsprecher die ihm zu- gesprochenen Nachrichten aufnimmt. Je schneller geschrieben und daher gesprochen werden kann, desto geringer sind für den Verlag die Ausgaben ür den Fernsprechdienst. Hier zeigt sich der unmittelbare wirtschaftliche Nutzen der Kurzschrift besonders deutlich.
Großen Vorteil hat auch der Berufsredner von der Kurzschrift, indem er sich z. B. den Gedankengang seiner Rede mit geringstem Zeitaufwand auf einem kleinen Blatt vermerken kann.
Daß der Handwerksmeister sich die besonderen Wünsche seiner Auftraggeber so schnell wie sie ausgesprochen werden stenographisch aufzeichnet, wird bald keine Seltenheit mehr sein. Die Mühe, die er sich mit der Erlernung der Kurzschrift gab, wird sich durch die Zuverlässigkeit seiner Arbeiten und Lieferungen und die damit erreichte vollste Zufriedenheit seiner Kunden reichlich lohnen.
Aber nicht nur in der freien Wirtschaft, sondern auch in der öffentlichen Verwaltung vermag die Kurzschrift wertvolle Dienste zu leisten.
Der Reichsminister bes Innern hat bereits angeorbnet, baß alle brutschen Beamten, bie mit Schreibarbeiten beschäftigt sinb, sich unverzüglich bie Kenntnis ber „Deutschen Kurzschrift" anzueignen unb sie bis zum 1. April 1935 nachzuweifen haben.
Allenthalben sinb zur Zeit schon Kurzschriftlehr- gänge für Beamte im Gange. Künftig wird bei Einstellung des Nachwuchses nicht nur Kennen, sondern auch Können der Deutschen Kurzschrift verlangt werden.
So arbeitet die Regierung in enger Fühlungnahme mit der Deutschen Stenographenschaft an der Ertüchtigung unseres Volkes auch auf diesem fachlichen Gebiet.
Schwere Derkehrsunfätte.
Ein Todesopfer, zwei Verletzte in Frankfurt.
Frankfurt a. M., 2. Jan. (LPD.) Mittwoch um 17.15 Uhr ereignete sich in der Schloßstraße an ber Einmündung der Mühlenstraße ein schwerer Verkehrsunfall. Ein F e r n l a st z u g aus Osnabrück geriet beim Ueberholen eines Pferdefuhrwerks zu weit auf die linke Straßenseite, als von der entgegengesetzten Seite ein Straßen- bahnzug der Linie 2 kam. Der Anhänger des Fernlastzugs fuhr mit voller Wucht gegen den Triebwagen und riß diesen seitlich auf. Dabei wurde eine Insassin des Triebwagens tödlich verletzt, zwei weitere Personen erlitten leichte Verletzungen. Die Schuld an dem bedauerlichen Unfall trifft allein den Führer des Fernlaftzuges.
Lin Toter in Mainz.
Mainz, 2. Jan. (LPD.) Auf der Straßenbrücke ereignete sich auf der südlichen Rampe ein schwerer Verkehrsunfall, bei dem ein fünfzigjähriger Arbeiter aus Mainz-Kaste! fein Leben einbüfjte. Von der Rheinstraße, aus Richtung Stadthalle, kam ein Lastkraftwagen und nahm den Weg nach der Einbahnstraße, die unter der Brücke durchführt. Kurz vor dem Einbiegen in die Einbahnstraße überholte er zwei Kastenfuhrwerke. Rechts vor diesen bewegte sich ein Radfahrer in gleicher Richtung. Der Laftwagenführer konnte den Radfahrer erst im letzten Augenblick sehen, da ihm die hohen Pferdefuhrwerke die Aussicht versperrten. Trotzdem hätte er feinen Wagen angesichts der Gefahr ab= stoppen können. Er fuhr aber weiter, wobei er den Radfahrer erfaßte und mit der rechten Seite seines Wagens zu Boden schleuderte. Der Radfahrer wurde am Kopf schwer verletzt und blieb bewußtlos am Boden liegen. Der Führer eines zufällig vorbeifahrenden Personenwagens brachte den
Nachdruck verboten!
29 Fortsetzung
3os 6tWs iim 6h.
Vornan von Rainer Helden
Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Derlag, Halle (S.)
„Also, Miß Eva, wenn ich jetzt hier im Nebenzimmer'bleibe — werden Sie dann gut und ruhig einschlafen? Ich möchte Sie nicht bei Nacht und Nebel hier fortholen. Sie sind zu zart, Miß Eva — Sie müssen erst Kräfte sammeln. Und ich — er gähnte ostentativ -, „ich, Miß Eva, offen gestanden, ich würde auch gern wieder einmal eine Nacht in einem richtigen Bett schlafen Wollen Sie um meinetwillen bis morgen früh warten? Ich verspreche Ihnen: Morgen früh fahren wir beide von hier fort."
Da sah ihn Eva van Koster bang an.
„Aber wohin fahren wir? Ich habe ja keinen Menschen mehr auf der Welt, seitdem mein Vater tot ist Und die Parkins ..." Sie schauerte zusammen — ihre Zähne klirrten wie im Frost aufeinander.
Mac Lean hielt immer noch Evas Hande:
„Wohin, Miß Eva? Zu Friedrich Borgloh, der auf Sie wartet."
Da kam ein Ausdruck oon überirdischem Muck auf das elende Gesichtchen Eva van Kosters. W ein Kind legte sie sich in ihre »ffen ju«gUM die Augen. Bald verkündeten ruhige Atem dem still lauschenden Mac Lean, daß Eva emg lchlafen.
Es war ein strahlender Morgen, als Eva van Koster mit Mac Lean und Inspektor Bruce zusam men im Auto London zufuhr. Sie ß die Ecke des Wagens gebettet und schaute mit u gläubigen Augen um sich. Es schien ihr uoch iw alles wie ein Traum — ihre Rettung, ihr Abscheo
KS'SM'Sy"!!:'«" SS
Mac Lean sah mit Freude, wie die erste zarte Farbe auf Evas bleichen Wangen wieder erblühte. Gott sei Dank, daß es ihm gelungen war, alles zu einem guten Ende zu führen!
Das Auto fuhr durch das blühende Land. Einmal wurde Rast gemacht zu einem Lunch. Eva aß und trank gehorsam, was Mac Lean ihr vorsetzte.
„Sie müssen jetzt wieder zu Kräften kommen, Miß Eva. Was soll Friedrich Borgloh sonst mit Ihnen anfangeu? Er wird Ihre Kraft und Ihre Gesundheit jetzt sehr brauchen. Denn auch ihm hat man böse mitgespielt. Ich habe es Ihnen ja er- zählt."
Eva nickte ernst. Ja, Mac Lean hatte ihr er« zählt, welch furchtbares Spiel man mit Friedrich Borgloh getrieben. Nun waren die Parkins verhaftet, und jenes Mädchen, das Friedrich Borglohs Frau geworden, hatte sich selbst gerichtet Wie furchtbar war das alles, was hinter ihr und Friedrich lag! .
Mac Lean schien zu fühlen, was in Eva oorgmg.
„Tapfer fein, Miß Eva!" sagte er herzlich. „Nicht mehr rückwärts schauen, nur vorwärts!"
Da nickte sie ihm zu, und ihre blauen Augen strahlten in Dankbarkeit und neu erwachtem Mut.
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Friedrich Borgloh war inzwischen im Hospital zum vollen Bewußtsein erwacht. Es war gerade die Zeit der ersten Visite, als Mac Lean mit Eva van Koster vor dem Hospital vorfuhr. Er hatte vom Sanatorium Professor Gershwins aus schon mit dem Chefarzt des Hospitals gesprochen und alles mit ihm verabredet.
Der Chefarzt, bei dem sie sich melden ließen, kam ihnen sofort entgegen.
„Unferm Patienten geht es gut, Mister Mac Lean" sagte er nach herzlicher Begrüßung. „Und das ist wohl die kleine Miß Eva? Nun, kommen Sie nur, bitte. Ich glaube, Ihr Besuch wirb für unfern Patienten das beste Genesungsmittel fern.
Eva folgte neben Mac Lean dem freundlichen Arzte. Ihr Herz schlug bang und schwer. Nun würde sie endlich Friedrich Borgloh Wiedersehen, der ihr Lebensinhalt seit Jahren gewesen. Wie
würde sie ihn finden? Wie würde er all das er« ag n vas Lean ihm zu sagen hatte? Und wie würde er ihr gegenüberstehen?
„Warten Sie bitte hier draußen!" sagte der Chefarzt. „Ich möchte den Patienten erst vorbereiten." Dann ging er rasch in dessen Zimmer und schloß die Tür hinter sich.
Friedrich Borgloh saß etwas bleich, aber sonst gesund in seinem Bett.
„Guten Morgen, Professor. Nun, wie ist's heute mit uns? fragte der Chefarzt. „Fühlen Sie sich kräftig genug,'um Besuch zu empfangen?"
„O ja, Herr Doktor! Wer ist es denn?"
„Ihr Freund Mac Lean. Er hat Ihnen vieles zu erzählen. Aber ich erlaube es nur unter der Bedingung, daß Sie ganz vernünftig find und sich nicht unnütz aufregen. Habe ich Ihr Wort? Ja? Also dann bitte."
Der Chefarzt öffnete die Tür, winkte Mac Lean und verließ dann selbst eilig das Zimmer.
Eva van Koster saß zitternd draußen vor der Tür. Der Chefarzt nickt ihr zu:
„Ein bißchen Geduld noch, kleine Miß Eva. Ich glaube, Mister Mac Lean wird schon alles richtig machen."
Drinnen im Zimmer sagte Friedrich Borgloh erregt zu Mac Lean:
„Lieber Freund, endlich! Was ist nur geschehen? Ich habe keine Ahnung. Ich weiß nur, daß man mich überfallen hat, und daß ich hier aufwachte. Was bringen Sie mir? Gutes ober Schlimmes?'
„Ich denke, Gutes, lieber Borgloh ..." Mac Lean fetzte sich ans Bett Borglohs. „So habe ich gestern nacht schon einmal an einem Bett gesessen, Borgloh, und mit jemandem von Ihnen gesprochen. Und wissen Sie, mit wem? Mit Eva van Koster." ■ r w
„Also mit meiner Frau. Warum sagen <Ste denn Eva van Koster?" .
Mac Lean nahm Borglohs Hände ganz fest m die seinen:
„Borgloh, Sie sind doch ein Mann. Also brauche ich doch nicht viel um die Sache herumzureden. Borgloh, und wenn ich Ihnen jetzt die wirkliche Eva brächte, die, die Sie kannten und liebten?
tyt-yutg-ragre oon em mächtiger


