Dienstag, 2. Zull 1955
Nr. >5« Drittes Blatt
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stadt als gemeinschaftliches Beschwerdegericht bestimmt, dem die Entscheidung über Beschwerden gegen Beschlüsse der Entschuldungsämter übertragen werden soll.
Im Schuldenregelungsgesetz und in den dazu erlassenen Durchführüngs- und Ergänzungsvorschriften tritt also jetzt an die Stelle des Entschuldungsgerichts ab 1. Juli 1935 das zuständige Entschuldungsamt.
ßen zwei fallen. Er bat um weitere Hilfe.
In weiteren Bildern aus dem Anstaltsleben, in Volkstänzen und Volksliedern zeigten die Kleinen die Vielseitigkeit der Erziehung und Arbeit, die ihnen zuteil wird, aber auch die starke Beanspruchung, die ihnen das Schicksal schon allein durch die Notwendigkeit der Vielsprachigkeit auferlegt. Mit einer Schilderung der schönen galizischen Heimat und dem Lied von dem Kameraden im Osten beendeten die Kleinen ihre Darbietungen, die reichen Beifall fanden.
Pfarrer Becker sprach eindringlich und mahnend ein beherzigenswertes Schlußwort über den Glauben und das Vertrauen, die aus allen Darbietungen dieses Abends entgegenleuchteten. Mit einem gemeinsamen Lied wurde die von dem Schättler-Trio mit Musik umrahmte Veranstaltung geschlossen.
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Der Reichsminister der Justiz hat in einer Verordnung über Entschuldungsämter und gemeinschaftliche Beschwerdegerichte im Entschuldungs- Verfahren vom 25. Juni 1935 gleichzeitig ein Verzeichnis der Entschuldungsämter veröffentlicht. Hiernach gibt es im ganzen Reichsgebiet 345 Entschuldungsämter. Die bereits mit dem 1. Juli 1935 ihre Arbeit aufnehmenden Entschuldungsämter sind entstanden aus den bisherigen Entschuldungsgerichten.
Die Reuregelung der landwirtschafttichen und sonstigen Schuldenregelung steht nunmehr die Zusammenfassung mehrerer Amtsgerichtsbezirke bei einem Entschuldungsamt vor.
Die Aufgaben des Entschuldungsamtes erfahren durch diese Neuregelung eine erhebliche Verbesserung, da sich die Entschuldungsämter nunmehr ausschließlich mit der Durchführung der Schuldenregelung befassen. Durch die zentrale Zusammenfassung mehrerer Amtsaerichts-Bezirke wird vor allen Dingen eine beschleunigte Erledigung von E n ts ch u ld u n a s v e r- fahren erreicht. Das Entschuldungsamt selber ist dem am gleichen Ort befindlichen Amtsgericht angegliedert. Hinsichtlich der Verwaltung und der Dienstaufsicht gilt das Entschuldungsamt als Teil des Amtsgerichts. Der Leiter des Entschuldungsamts ist ein planmäßig angestellter Richter, dem zum Richteramte befähigte Beamte beigeordnet werden können.
Die Zusiändigkeil des Entschuldungsamles Gießen erstreckt sich auf die Amtsgerichts-
Zeitschriften
— In einer Betrachtung von D. Friedrich Langenfaß im Juniheft der „Z e i t w e n d e" (Wichern- Verlag, Berlin-Spandau) heißt es u. a.: „Der Kampf innerhalb der Kirche und der Kampf, den sie nach außen führt, gehen um nichts anderes als um die Herrschaft Jesu Christi. Um wirkliche Herr- schäft; nicht um das Wort Herrschaft, dem menschliche Dialekte auch einen anderen Sinn unterlegen kann... Wenn Pastoren sich streiten, so kann das sehr belanglos sein; und wenn Dogmen formuliert werden, so kann das sehr wenig Teilnahme erwecken. Aber wenn ein einziger Mensch da ist in der Gemeinde, der wirklich für die Herrschaft Jesu Christi eintritt, dann ist das die Angelegenheit des ganzen Volkes, ja, der ganzen Welt." Wie eine lebendige Illustration zu diesen Ausführungen wirkt das Lebensbild, das Missionsdirektor D. Bau- dert im gleichen Heft von einem unerschrockenen Kämpfer für die Herrschaft Christi zeichnet, dem Herrnhuter Jndianermissionar Theophilus Salomo Schumann; oder die markanten, ganz auf das Glaubenszentrum ausgerichteten Ausführungen, die Michael Schneider zum Bachjahr über die gottgebundene Musik des „fünften Evangelisten" macht. Geheimrat Prof. Dr. Karl Hampe wirft die Frage nach einer Revision des deutschen Geschichtsbildes auf. Anschaulich erläutert er sie an der Wertung Heinrichs des Löwen und Friedrich Barbarossas. Der vorzügliche Kenner der mittelalterlichen Geschichte versucht, beiden Gerechtigkeit widerfahren zu lassen und wendet sich mit Nachdruck gegen eine Geschichtsdeutung, die den Staufer zugunsten seines Gegners herabsetzt und mißachtet.
— Kriegskunst in Wort und Bild (Zeitschrift für die deutsche Wehrmacht). Jahresbezugs- preis 4,60 Mark. Verlag „Offene Worte", Berlin W 35, Bendlerstraße 8. — Der Wert der Zeit- fchrift liegt einmal darin, daß sie die ruhmreiche Vergangenheit unserer Wehrmacht der heutigen Jugend in anschaulicher und leicht verständlicher Form nahe bringt. Fest auf dem Boden des natio- nalsozialistischen Gedankenguts ruhend, stellt die „Kriegskunst" dabei den deutschen Gedanken, dis Gewinnung unserer nationalen Einigung an die Spitze ihres kriegsgeschichtlichen Teils. Durch Schilderung von Heldentaten aus der Geschichte unterstützt sie ferner die Pflege aller edlen soldatischen Tugenden. Die „Kriegskunst" will ferner unserer Jugend einen Begriff vom Wesen des neuzeitlichen Krieges geben. Man erfährt auch das Wissenswerte über fremde Heerwesen und die Fortschritte, die im Auslande auf dem Gebiete der militärischen Ju> gendausbildung gemacht werden.
Hilfe aller. An jeden Volksgenossen wurde dieser Tage in irgendeiner Form die Aufforderung gerichtet, sich einzureihen in die Tatgemeinschaft des praktischen Sozialismus und Mitglied der NSV. zu werden. Bist du dieser Aufforderung bereits nachgekommen? Oder kannst du es noch verantworten von dir und deinem Volk, abseits zu stehen? Werde Mitglied der NSV., dann erfüllst du deine soziale Pflicht gegenüber der Volksgemeinschaft. Auf dich kommt es an!
NSOAv. — Amt für Dolkswohlfabrt.
In der Ortsgruppe Gießen-Mitte werden am Donnerstag, dem 4. Juli, die Spenden im Lebensmittelopferring durch die NS.-Frauenschaft eingesammelt.
Die Hausfrauen werden gebeten, die Spenden ab 9 Uhr bereit zu halten und den Inhalt der Päckchen auf der Umhüllung kenntlich zu machen, sowie der Sammlerin die Mitgliedskarte zur Quittungseinzeichnung vorzulegen. Wie bereits bekannt, werden die Spenden im Lebensmittelopferring vom allgemeinen Sammelverbot nicht berührt.
Vrovinzialsus
Am Freitag, 5. Juli 1935, 8.30 Uhr, findet im Sitzungssaal des Regierungsgebäudes zu Gießen, Landgraf-Philipp-Platz 3, eine öffentliche Sitzung des Provinzialausschusses mit folgender Tagesordnung statt:
1. Klage des Peter Ebender in Gießen gegen den Bescheid des Kreisamts Gießen vom 5. Februar 1935 wegen Versagung des Wandergewerbescheines für das Kalenderjahr 1935:
2. Klage des Nikolaus Ries in Gießen gegen den Bescheid des Kreisamtes Gießen vom 30. Januar 1935 wegen Versagung des Wandergewerbescheines für das Kalenderjahr 1935;
3. Klage des Bezirksfürsorgeverbandes Kreis- gemeindeverband Holzminden gegen den Bezirks- fürforgeverband Kreis Alsfeld wegen Erstattung von Fürsorgekosten für Wilhelm Schünemann aus Kirchbrak.
Deutsche evangelische Kinder aus Stanislau in Gießen zu Besuch.
Ein Heimatabend.
Was Pfarrer Becker am Heimatabend der zwanzig deutschen evangelischen Kinder aus den Zöcklerschen Anstalten in Stanislau in polnisch Galizien, die hier als Gäste des Gustao-Adolf-Pereins weilen, als Beherzigung dieser Veranstaltung her- ausstellte, war eine stete und eindringliche Mahnung: wachsam und bereit zu fein!
Nachdem schon der Jugendgottesdienst am Sonntag in der Stadtkirche einen Einblick in diese Pflegestätte reiner deutscher Sprache und unerschütterlichen Glaubens bot, wurde auch der Heimatabend zum Ausdruck der segensreichen Schöpferkräfte aus dem deutschen Volkstum.
Der Vorsitzende des Gustav-Adolf-Vereins, Pfarrer Trapp, gab in feinen Begrüßungsworten an die zahlreichen Besucher die Verbundenheit der Hessen mit den Zöcklerschen Anstalten zum Ausdruck. Kriegsstürme und wirtschaftliche und völkische Not haben die seit mehr als 40 Jahren dort bestehenden Anstalten des oberhessischen Pfarrers Zöckler nicht vernichten können. Jetzt wollen, so führte er u. a. aus, die Kinder Zeugnis ablegen von jenen Kräften aus dem Glauben, durch die diese Deutschen trotz aller Anstürme sich die Reinheit des Evange- liums und die Verbundenheit mit dem deutschen Volkstum bewahrt haben.
Fräulein Zöckler dankte den Gießenern für die überaus freundliche Aufnahme der Kinder. Aus Lied und Gedicht sprachen bann die feste Zuversicht, das völlige Vertrauen auf Gottes Hilfe. Wenn auch im Klang der Sprache und im Rhythmus des Gesanges die Eigenart der östlichen Landschaft und Natur leicht mitschwang, so klang stets eindringlich und mahnend für den Zuhörer die Einmütigkeit zwischen Glauben und Volkstum heraus.
In längeren Ausführungen sprach dann Vikar Zöckler von der Fahrt seiner Spielschar durch das schöne Vaterland, besonders aber durch Oberhessen, als dem Land seiner Väter, die aus Grünberg und Laubach stammen und von Gießen, an das sein Vater die ersten Kindheitserinnerungen habe. Er schilderte die schwere Aufgabe der Anstalten, die neben der Fürsorge für die Kinder, auch eine Säuglingsstation und ein Heim für Schwache und Kranke aufweise. Der wichtigste Bestandteil sind die fieben« klassige Privatschule und das Gymnasium, auf denen die Schüler neben der deutschen Muttersprache, auch polnisch, ukrainisch und russisch lernen müssen und sich die Grundlage erwerben für ihr Fortkommen im Beruf. In einer Ausbesserungsanstalt für landwirtschaftliche Maschinen erhalten die Jungen die praktische Ausbildung. Die Sorge um die mehr als 500 Menschen umfassende Anstalt, in der etwa 400 Kinder aufgezogen werden, sei sehr groß. Der Vikar dankte zum Schluß für die große Hilfsbereitschaft der Hessen, die allein 17, d. h. die größte Zahl der Patenschaften unterhalten, von denen auf Gie-
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bezirke: Butzbach, Gießen, Grünberg und Homberg.
Die bei den bisherigen Entschuldungsgerichten noch anhängigen und nicht voll erledigten Entschuldungssachen gehen in der Lage, in der sie sich befinden, auf das neue Entschuldungsamt über. Alle weiteren Anträge werden automatisch an das neue Entschuldungsamt weitergeleitet. Die Wahl der Entschuldungsämter ist so getroffen, daß sie in verkehrstechnischer Hinsicht möglichst von allen Seiten des zuständigen Gebiets gut zu erreichen sind.
Gemeinschaftliches Befchwerdegericht beim
Landgericht Darmstadt.
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daran erinnern:
Denkt an eure Haustiere und schafft ihnen Erleichterungen an den heißen Tagen! Entschuldigt euch nicht damit, daß ihr selber mit euch zu tun habt! Wer feine Tiere nicht richtig pflegen kann, der ist nicht wert, daß er sie besitzt. L*.
Errichtung eines Entschuldungsamtes in Gießen
Zuständig für Gießen und drei weitere Amtsgerichtsbezirke.
Verbesserungen im Entschuldungsverfahren.
bezug auf sie eine besondere Stellung einnehmen. Ein Teil der Beben hat seinen Sitz in der Rauhe n A l b, in der nach verschiedener Annahme auch der Ausgangspunkt für das jüngste Beben liegen soll. Ob das wirklich der Fall ist, oder ob andere Teile Süddeutschlands für diesen Ausgangspunkt in Betracht kommen, muß erst die weitere Untersuchung lehren. Die Rauhe Alb, ein Teil des Schwäbischen Jura, enthält Landschaften, in denen vor Urzeiten eine vulkanische Tätigkeit statt hatte. Diese alten Vulkane haben aber nichts mehr mit den Beben unserer Tage zu tun. Bei diesen handelt es sich vielmehr um sogenannte „Di s lokal i o n s b e b e n", das heißt um Beben, die durch Verschiebungen und Verrutschungen der Gesteine entstehen, aus denen sich die Erdrinde zusammensetzt.
Weitere Erdbebenherde wurden in Deutschland in einem Landstrich festgestellt, der sich südlich von Aachen und Düren erstreckt, sowie an einzelnen Stellen, die dem Rhein mehr oder minder benachbart sind, darunter im Schwarzwald. Ferner ermittelte man Herde von Erdbeben in Bayern, am Nordrand der Alpen und im östlichen Teil der sich anschließenden Hochebene. Auch an einzelnen Punkten Mitteldeutschlands sind solche Herde beobachtet worden. In den übrigen Teilen Deutschlands finden sich keine.
Mit Erdbeb en warten ist Deutschland reichlich ausgestattet. Ihre Zahl dürfte sich jetzt auf nahezu zwei' Dutzend belaufen. Sie sind ziemlich gleichmäßig über das ganze Land verteilt, wobei freilich die Herdgebiete eine gewisse Bevorzugung aufroei» Jen Wir' finden deshalb solche Warten in Aachen, auf dem Königsstuhl bei Heidelberg, in Durlach, in fSof in Plauen usw. Die Hauptwarte für Deutschland die Reichsanstalt für Erdbebenforschung, wo die Sammlung und weitere Bearbeitung aller Beobachtungen erfolgt, hat ihren Sitz in Jena.
Das wichtigste Instrument, mit dem diese Erdbebenwarten arbeiten, ist der Seismograph, der bereits im Jahr 1703 gebraucht und dann in allmählicher Entwicklung zu immer höherer Vollkommenheit gebracht wurde. Erst schrieb er nur die Erschütterungen selbst auf, jetzt arbeitet er so genau, daß sich aus seinen Aufzeichnungen ihre Große, ihre Entfernung und weitere Einzelheiten des E^beben- verlaufs erkennen und berechnen lassen. Es .gibt eine ganze Anzahl von Ausführungsarten dieses Instrumentes. Im allgemeinen bestehen die Seismographen in der Hauptsache aus einem Pendel, das äußerst leicht beweglich in einem Lager besonderer Art hängt. Die Beweglichkeit ist eine derartig große, daß schon die allerleiseste Erschütterung,
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Aus der Provinzialhauptstadt,
tfnfere Haustiere
in der sommerlichen Hitze.
Gar zu leicht werden sie vergessen, die treuesten Helfer des Menschen. Gerade bei großer Hitze leiden die Haustiere oft mehr als bei der Kälte, wenn sie im geschützten Stalle stehen können. Wir wollen hier gar nicht davon reden, daß Pferde und Kühe regelmäßig kühles Wasser zum Saufen bekommen. Das ist eine Selbstverständlichkeit. Denken wir aber auch an die Hühner, die im Hof im Schatten stehen und den Schnabel aufsperren? Erinnern wir uns an den Hund, der mit offenem Maule und hängender Zunge an feiner Kette reißt? Wenn du Kaninchenzüchter bist und deine Kästen gar an einem sonnigen Platze stehen, hast du dann schon einmal darüber nachgedacht, daß auch diese Tiere Durst haben?
Und es ist doch keine große Mühe, den Tieren frisches Wasser zu reichen. Im Grunde genommen sind es nur Kleinigkeiten, die aber unfern Haustieren an heißen Tagen das Leben erleichtern.
Warum muß der Hund immer an einer kurzen Kette feftgebunben fein? Kann man nicht eine Eisenstange beschaffen, daß sich das Tier wenigstens einige Meter weit bewegen kann? Wenn man an einem heißen Sommertag in die Nähe einer Hundehütte kommt, dann strömt uns ein fürchterlicher Geruch entgegen. Wie muß dieser Gestank erst auf die feine Nase des Hundes wirken! Er hat ja gar keinen Platz, um seine Notdurft zu verrichten. Schon aus diesem Grunde sollte man dem Tiere am Tage einige Stunden Freiheit geben oder doch für eine längere Eisenstange sorgen. Der Dewegungskreis des Tieres wird dadurch viel größer. Vielleicht lassen dann auch die bösen Buben das ewige Reizen der Hunde. Wenn die Kette nur kurz ist, dann getrauen sich die Schlingel schon dicht heran und kitzeln die armen Tiere mit einem Stock an der Nase oder schlagen sie gar. Wird aber der Auslauf durch eine Eisenstange vergrößert, dann werden sich die Lausbuben hüten, in die Nähe zu kommen.
Wenn der Fuhrmann an heißen Tagen das Wirtszimmer aufsucht und sich einen kühlen Schoppen genehmigt, denkt er dann auch immer an seine Pferde? Stehen sie im Schatten? Haben sie Trinkwasser? Werden sie von Fliegen und Mücken belästigt? Schnitt ihnen der Besitzer auch den langen Scheif ab, damit sie „schnittiger" aus- fehen? Daß das eine große Tierquälerei ist, wurde schon hundertmal erwähnt. Gegen Fliegen und Mücken hilft aber auch eine einfache Fliegendecke. Dieses engmaschige Netz bedeckt den ganzen Pferdekörper, und die Plagegeister haben viel weniger Gelegenheit, sich dort niederzulassen.
Wenn die Haustiere sprechen könnten, dann würden uns gar manche Klagen zu Ohren kommen. Wir haben die Tiere nötig, sie helfen und nützen uns Menschen. Sie geben uns fast alles, was wir für das Leben brauchen: Nahrung und Kleidung. Darum dürfen wir sie auch an den heißen Tagen nicht vergessen.
In den meisten Fällen ist es ja nur Gedankenlosigkeit, die die Besitzer ihre Tiere vergesfen läßt. Deshalb müssen wir immer wieder von neuem
Werde Mitglied der 7lSD!
Deutscher Volksgenosse!
Die Gauamtsleitung Hessen-Nassau des Amtes für Volks Wohlfahrt führt zur Zeit eine große Mitgliederwerbung durch. Wichtige, für die Volksgemeinschaft lebensnotwendige Aufgaben sind von unserem Führer Adolf Hitler der NSV. übertragen worden. Sie müssen und werden auch weiterhin restlos erfüllt. Möglich ist dies aber nur durch die Mit-
Langjährige treue Pflichterfüllung.
Am vergangenen Samstag war Betriebsführung und Gefolgschaft des Hauses Hirsch-Apotheke Gießen zu einer schönen Betriebsfeier zusammengetreten, zu der auch der berufene Vertreter der Deutschen Arbeitsfront erschienen war. Anlaß bildete das Ausscheiden des Berufskameraden Konrad Wenzel, der, im Jahre 1860 geboren, feit Oktober 1877 ununterbrochen in den Diensten der Hirsch-Apotheke stand, um nun nach 58jähriger Tätigkeit in den Ruhestand zu treten. In langen Jahren hat Arbeitskamerad Wenzel an den Geschicken des Hauses Hirsch-Apotheke teilgenommen; im Jahre 1904 machte er den Umzug der Firma aus den seinerzeitigen Räumen im Fachwerkbau Marktplatz 11 nach dem heutigen Hause, Frankfurter Straße 4, mit. Im Jahre 1927 waren Arbeitskamerad Wenzel aus Anlaß seines 50. Dienstjubiläums zahlreiche Ehrungen erwiesen worden. Neben der ihm durch seinen Arbeitgeber zuteil gewordenen Anerkennung und neben einer Würdi
gung durch den damaligen Deutschen Apotheker- Aerein war ihm seinerzeit ein persönliches Schreiben des verstorbenen Reichspräsidenten von Hindenburg zugegangen. Zu seinem jetzigen Ausscheiden aus dem Arbeitsverhältnis wurde Arbeitskamerad Wenzel sowohl von der Betriebsführung seines Hauses, als auch von dem Vertreter der Deutschen Arbeitsfront herzliche Anerkennung für feine langjährige treue und vorbildliche Diensterfüllung zuteil. Die Betriebs-
Erdbeben in Deutschland.
Don Dr. Richard Keller.
" Das jüngste Erdbeben vom 27. Juni abends das ziemlich ausgedehnte Teile Süddeutschlands in seinen Bereich zog, mag manchem die Frage nahegelegt haben, ob denn auch Deutschland zu den Teilen der Erde gehört, die man als „Erdbeben gebiete" bezeichnen kann. Unter einem „@rooeben= gebiet" versteht man im allgemeinen einen Teil der Erde, in dem die Beben zu den häufigen, vielfach und zeitweise sogar fast zu den täglichen Erscheinungen gehören. In Deutschland hingegen stellen sie geradezu eine Seltenheit dar. In manchen seiner Gegenden kennt man sie entweder überhaupt nicht oder so gut wie gar nicht.
Seit vielen Jahren werden alle Beben, die auf der Erde Vorkommen aufs Sorgfältigste ausgezeichnet. Selbst die, deren Herd sich an ganz entlegenen Orten befindet. Zahlreiche Erdbebenwarten sorgen in allen Erdteilen dafür, daß auch nicht die geringste Erschütterung der Erdrinde wissenschaftlicher Beobachtungen entgehen kann. Aus weiten Gntfer= nunqen wird festgestellt, wo das Beben stattfand, wie' lange es dauerte, welche Stärke es hatte, wie es sich verbreitete. Wenn wir nun auf Grund dieser genauen Ermittelungey hören, daß in Deutschland Fm Jahre durchschnittlich zwanzig Erd - beben stattfinden, so mag das im ersten Augenblick vielleicht als etwas viel erscheinen. In Wirklichkeit ist es ganz unbedeutend, im Vergleich zu anderen Gebieten fast gar nichts. Von diesen zwanzig Beben kommt uns meist kein einziges überhaupt zum Bewußtsein. Es sind so geringe und unmerf« liehe Erschütterungen, daß sie nur mit den allerbesten und feinsten Instrumenten wahrgenommen werden können. Wenn es nicht gelungen wäre, diese Instrumente bis zu einer geradezu unwahrscheinlich anmutenden Empfindlichkeit durchzubilden hatten wir vom Vorhandensein fast aller dieser Beben gar k e i n e A h n u n g. Die Statistik muß aber, so schwach sie auch sind, von ihnen Kenntnis nehmen. Manche der früheren Beben waren starker spürbar. Vor allem das am 16. November 1911, das besonders nach der Richtung von Konstanz ausstrahlte^ Ein weiteres Beben vom 8. Februar 1933 um 8 Uhr 10 Minuten vormittags dauerte 120 Sekunden also zwei Minuten. Es erstreckte sich über Teile Badens war besonders auch in Karlsruhe deutlich Mbar und richtete in Rastatt allerlei Verwustun- ^Be^'der Betrachtung wie die beugen Beben verteilt sind, ergibt sich, daß manche Gegenden m
„Der Kampf mit dem Drachen/'
Es- fängt so an, daß man glaubt, man sei aus Versehen in einen Kulturfilm mit Brauerei-Reklame geraten — an sich nicht unaktuell bei dieser Temperatur —, aber dann stellt sich heraus, daß die Brauerei in diesem Film tatsächlich eine Rolle spielt; vielmehr: es sind sogar zwei Brauereien, Sonnenbräu und Drachenbräu, daher der Name, und die Sonne will dem Drachen seinen hervorragenden Braumeister abspenstig machen, was nach vielen Listen, Mißverständnissen und Verwirrungen mit Hilfe zweier Verlobungen und einer Fusion auch gelingt, obwohl der Drache persönlich, Adele Sandrock heißt er, mit grollender Würde erklärt, die Sonne sei überhaupt keine Konkurrenz, sondern eine Dünnbier-Tankstelle. „Der Kampf mit dem Drachen" ist überdies der Titel eines schaurigen Ritterschauspiels, womit das 300jährige Bestehen von Adeles Ausschank festlich begangen wird. Diese feuchtfröhliche Begebenheit (Bavaria- Film) ereignet sich unter der Regie von Franz Seitz zum Gaudium des sanft erhitzten Publikums; die Hauptrollen spielen Adele Sand rock, die mit patriarchalischer Selbstherrlichkeit und Strenge über dem Drachenbräu wacht, Joe Stöckel als bayerisch-gemütvoller und behäbiger Braumeister und die jugendliche Komikerin Lucie Englisch, die den Konkurrenzkampf mit weiblicher List und Tücke zum Siege führt. Von den übrigen: Hans Schlenck, Fritz Ode mar und Gretl Theimer. — Im Beiprogramm bringt das Lichtspielhaus die Wochenschau, Bilder aus der Fränkischen Schweiz und einen Vorspann zum „Großreinemachen" mit Anny Ondra.
Heber die Beschwerde gegen einen Beschluß Entschuldungsamts entscheidet die Zivilkammer Landgerichts in der Besetzung von drei richterlichen Mitgliedern einschließlich des Vorsitzenden und je einem von der amtlichen Berufsvertretuna des Handels, Handwerks oder der Landwirtschaft benannten Mitglied. Der Reichsminister der Justiz hat für unser Gebiet das Landgericht Darm
führung der Hirsch-Apotheke hatte Arbeitskameraden Wenzel ferner mit besonderer Ehrung und mit einem Geschenk ausgezeichnet; desgleichen wurde er auch vom Gau Hessen der Deutschen Apothekerschaft mit einem Schreiben und einem Geldgeschenk bedacht. Begleitet von den besten Wünschen für fein ferneres Wohlergehen tritt der Fünfundsiebzia- jährige nunmehr in den wohlverdienten Ruhestand, um gleichzeitig einer jungen Arbeitskraft Platz zu machen.
daß das geringste Erzittern im Boden genügt, um es in Bewegung zu fetzen. Der Verlauf feiner Schwingungen wird selbsttätig aufgeschrieben. Diese Ausschreibung bildet die Grundlage für die Untersuchung über die Erdbeben.
Eines hat uns die langjährige Beobachtung durch Seismographen gelehrt, daß nämlich auf der Erde f a ft ft än big irgendetwas bebt, daß große und weite Gebiete überhaupt nie oder fast nie zur Ruhe kommen. Man spricht von „Erdbebenschwär- m e n", wenn da und dort tausende von Beben hintereinander erfolgen. Gegenüber diesen Tatsachen kann Deutschland mit seinen durchschnittlich zwanzig meist kaum bemerkbaren Beben im Jahr als eine in bezug auf diese Naturerscheinung äußerst st i l l e Gegend unserer Erde bezeichnet werden.
I | RASIERCREME
I (Hma I a macht das Rasieren zum Genuß.
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