Der gestrige nationale Feiertag des deutschen Volkes stand auch in unserer Stadt im Zeichen einer wunderbaren Geschlossenheit aller deutschen Volksgenossen. Wohin man schauen und hören konnte, überall merkte man eine Geisteshaltung und eine Willensrichtung, die sich der Größe unserer Zeit und der Schwere ihrer vielfältigen Aufgaben, aber auch der großen Bedeutung des gewaltigen Aufbauwerkes der nationalsozialistischen Regierung und des Erfordernisses der vollen Bereitschaft zum Einsatz aller Kräfte für das Gelingen dieses Werkes bewußt ist. Die ausgezeichnete Stimmung der deutschen Volksgenossen und ihre volle Bereitschaft zu treuer Gefolgschaft hinter unserem Führer und Reichskanzler Adolf Hitler brachte auch gestern wieder riesige Menschenmassen auf die Beine, die sowohl in ihrer Zahl, wie auch durch ihre innere Beschwingtheit bekundeten, daß sie eine feste Grundlage sein wollen, auf die der Führer bei seinem Aufbauwerk sich vertrauensvoll stützen kann. Die freudige Stimmung des gestrigen Tages konnte auch dadurch nicht im mindesten beeinträchtigt werden, daß in den Vormittagsstunden zur Zeit des Aufmarsches vorübergehend das schlechte Aprilwetter sich noch einmal in Erinnerung brachte, im Gegenteil, die Witterung war sowohl zum Maschieren, als auch während der Aufstellung bei der großen Kundgeoung auf Oswaldsgarten entschieden angenehmer als im Vorjahre, wo die Zugteilnehmer unter der damaligen starken Hitze allerlei zu erdulden hatten. So hat dieser nationale Feiertag des deutschen Volkes nach jeder Richtung hin den bei seiner Vorbereitung gehegten Erwartungen entsprochen und ist ein bedeutsamer Meilenstein auf dem Marsche in das neue Deutschland unter der Führung Adolf Hitlers geworden.
Das festliche Bild der Gtadt.
In allen Teilen der Stadt sah man würdigen Festschmuck. Die Banner des Dritten Reichs grüßten in überaus reicher Zahl von den Häusern, dazu kam der reiche Schmuck mit dem frischen Grün des Waldes in Gestalt von Girlanden, Bäumen, Kränzen usw. Vielfach sah man in Schaufenstern außerdem Schmuckherrichtungen, bei denen die Symbole des neuen Deutschland den Kernpunkt bildeten. Wenn
auch der anhaltende Regen am Dienstagnachmittag und -abend den Schmuck der Häuser etwas verzögerte, so wurde dafür am gestrigen Feiertag in der Frühe noch um so eifriger an der Ausschmückung gearbeitet. Als dann die riesigen Menschenmengen durch die Straßen fluteten, konnte man überall im Sonnenschein des ersten Maitages ein außerordentlich farbenprächtiges Bild der Stadt in sich aufnehmen.
Oer Auftakt:
Oie IX. Symphonie.
Der große nationale Feiertag fand am Dienstagabend einen Auftakt, wie er würdiger nicht gedacht werden konnte. In der Volkshalle wurde die Neunte Symphonie von Ludwig van Beethoven aufgeführt. Es ist ein außerordentliches dankbar anzuerkennendes Verdienst der NS.-Gemeinfchast .Kraft durch Freude" im Kreise Gießen, daß sie den schaffenden Volksgenossen die Gelegenheit bot, dieses einzigartige Werk zu hören. Erfreulich ist besonders, daß der Eintrittspreis so gehalten wurde, daß jeder, auch der weniger bemittelte Volksgenosse, daran teilnehmen konnte. Sehr verdienstvoll ist es außerdem, daß verschiedene hiesige Betriebe durch Spenden von Freikarten ihrer Belegschaft den Besuch der Auführung erleichterten.
Die große musikalische Veranstaltung war gut besucht. Etwa 3500 Zuhörer hatten sich eingefunden, die mit größter Aufmerksamkeit dem Werke folgten. Um die Au führung haben sich die verschieck schiedensten Organ! ationen unserer Stadt, soweit sie Musik und Gesang pflegen, verdient gemacht. Die Zuhörer dankten für den erhebenden Abend mit anhaltendem herzlichen Beifall, der in gleichem Maße dem Dirigenten, Untversitätsmusik- direktor Professor Dr. Temesvary, den Solisten des Abends, den Musikern, wie auch den Sängerinnen und Sängern der Vereine unserer Stadt galt.
Sehr angeregt und dankbar für den außerordentlich künstlerischen Genuß, den der Abend brachte, verließ man die Volkshalle. Eine Würdigung der Aufführung bringen wir im Feuilleton unseres heutigen Blattes.
OieIugendkundgebung am Vormittag.
Am gestrigen Tage waren gegen 8 Uhr die Formationen von Hitler-Jugend, Jungvolk, BDM. und Jungmädelschast angetreten, um auf Oswaldsgarten die Uebertragung der Reden aus Berlin anzuhören. Eine Reihe von Klassen der verschiedenen Schulen bot auf dem Platz in ihrem bunten Durcheinander mit dem Braun und Schwarz der HI. ein farbenfreudiges Bild.
Die Iugendkundgebung, in deren Mittelpunkt die von Berlin übertragenen Reden standen, wurde mit einigen kurzen Begrüßungsworten durch Jungbannführer 116 Siguro T a e s l e r eröffnet. Nach einem „Vorspruch" folgte ein von einer Schar vorgetragener Sprechchor: „Wir Arbeiterjungen" (von Ludwig Hebold). Sodann ergriff
der Führer des Bannes 116 6er HZ., Geff. Erich Schreiber,
das Wort ^u folgender Ansprache: Kameraden, Kameradinnen! Am heutigen Tage bekennt sich das gesamte deutsche Volk in allen seinen Schichten und Ständen zur Arbeit und ihrem Segen. Wo sonst Gewehre knatterten und die Haßgesänge des Klassenkampfes ertönten, marschiert heute eine zu Stolz, Aufrichtigkeit, Manneszucht und Disziplin erzogene Jugend, und diese Jugend fühlt in sich die heilige Verpflichtung und Verantwortung, die das Sterben jener Jugend ihr auferlegte, die vor Langemarck oder bei Ppern mit dem Deutschlandlied auf den Lippen stürmte und starb — und im Sterben noch siegte.
Kameraden, die Schranken der Stände, Berufe oder Konfessionen, die lange Zeit die deutsche Jugend zerrissen haben, sind gebrochen. Geläutert durch die Entsagungen und den ungeheuren Kampf des Krieges und der Nachkriegsjahre wissen wir heute, daß nur der ein Recht zu fordern hat, der auch die Pflicht zur Leistung auf sich nimmt. Deshalb wollen wir uns in dieser feierlichen Stunde vereinigen in dem Gelöbnis, gemeinsam zu arbeiten, niemals zu verzweifeln und die ganze gläubige Hingabe unserer Herzen auf den Opferstein des Vaterlandes niederzulegen, um uns mit ganzer Kraft und Seele zu Deutschland und feinem
gewaltigen geschichtlichen Schicksal zu bekennen. Dieser heutige Tag, Kameraden, soll weiter dafür Zeugnis ablegen, daß die deutsche Jugend in einer Stärke und Einheitlichkeit wie nie zuvor in der deutschen Geschichte ein Gelöbnis ablegt zum neuen Deutschland und seinem Führer Adolf Hitler, daß sie gelobt, treu zu sein, um tapfer das heilige Erbe zu wahren und rein zu halten, das dereinst in ihre Hände gelegt werden wird.
Kameraden, wir müssen einen Kampf weiter kämpfen, denn immer neu muß die Freiheit und das Leben errungen werden und nie darf das Volk müde werden oder träge, und immer müssen seine Besten zum letzten und höchsten Einsatz bereit sein, immer muß es in Deutschland die ewigen Freiwilligen der Nation geben, die die Fackel der Freiheit hoch emporschwingen. Ihr alle, die ihr Hitlers Jugend seid, Jugend aus seinem Geiste, ihr alle sollt Freiwillige sein, den Kampf zur Größe des Reiches weiter und zum Siege zu führen, und dann kann Deutschland nie und nimmer vergehen. Leben, als Freier und Stolzer leben, heißt kämpfen. Und ihr alle sollt Kämpfer sein, euer Leben lang, denn auf unsere Schultern wird das Schicksal der Nation gelegt werden. In uns, Kameraden, Arbeiter der Faust und der Stirne, lebt die Volksgemeinschaft, diese Volksgemeinschaft, wie sie nur unter denen ist, die einen Ballast bürgerlicher Bindungen hinter sich geworfen haben und nur eins kennen: d i e Kameradschaft.
Uns ist es als erste Jugend gelungen, eine Kluft, die zwischen dem Jungarbeiter, Schüler oder Land- jungen lag, nicht nur zu überbrücken, sondern durch Opfer, die gebracht wurden, symbolisch auszufüllen. Hitlerjugend, der Garant für die weitere Reinheit des Kampfes, dessen Ziel der Staat der nationalen Ehre und sozialen Gerechtigkeit ist, was wir tun, tun wir nicht für den einzelnen, sondern für die gesamte Nation. Unser Ziel sei Deutschland, nichts als Deutschland!
Hierauf begann gegen 8.30 Uhr die Uebertragung der Reden aus Berlin, die gegen 9.30 Uhr mit dem Lied der Jugend, das von allen Anwesenden mitgesungen wurde, ihren Abschluß fanden. Die einzelnen Formationen marschierten dann geschlossen ab.
Der Festzug.
Im Anschluß an die feierliche Verpflichtung der Vertrauensmänner in allen Betrieben vor den versammelten Gefolgschaften erfolgte der Aufmarsch der Kolonnen des schaffenden deutschen Volkes zu dem großen Festzug. Von allen Seiten her rückten die Gefolgschaftsgruppen der Arbeiter der Stirn und der Faust in geschlossener Gemeinschaft nach den bestimmten Sammelpätzen. Das war, etwa von 10 Uhr ab, in allen Straßen ein überaus starkes Leben und Treiben der zum Teil mit frohem Marschgesang oder mit heitern Scherzworten heranrückenden Kolonnen!
Die Spitze des Festzugs, gebildet von der PO., stand im Hindenburgwall in der Nähe des Stadttheaters, daran schloß sich die erste große Marschgruppe durch die Gartenstraße hindurch bis zum Ludwigsplatz, während die übrigen Marschgruppen in gleichfalls sehr großer Stärke in allen Seitenstraßen Aufstellung genommen hatten. Den Aufmarsch zum Festzug leitete der stellvertretende Kreisleiter Pg. Hopfenmüller mit Unterstützung der Amtswalter der Ortsgruppen Gießen-Ost, unter deren umsichtigem Wirken die Aufstellung und Ordnung des Festzuges glatt und reibungslos vor sich ging.
Mit klingendem Spiel marschierte gegen 11 Uhr eine Ehrenkompanie der Gießener Garnison des Reichsheeres heran, überall von den aufgestellten Zugteilnehmern mit herzlicher Sympathie begrüßt.
Unter schneidiger Marschmusik der Militärkapelle, des Musikzugs der SA.-Standarte 116, des Musik- zugs der HI. und der Stahlhelmkapelle ging es dann vom Hindenburgwall aus in dem großen Festzug, in dem viele Tausende von Volksgenossen und Volksgenossinnen aller Berufe marschierten, zum Oswaldsgarten. Die Fahnen der PO., der SA. und des Arbeitsdienstes wurden an der Spitze des Zuges getragen, begleitet von den Mitgliedern der PO., einem Ehrensturm der SA., der SS., sowie des Arbeitsdienstes, letzterer mit geschultertem Spaten. Anschließend folgte eine Ehrenformation her Deutschen Arbeitsfront und ihren Fahnen, sodann in vielfältiger Gruppierung die große Masse der
Betriebsgemeinschaften, des Handwerks, Gewerbes usw. Ihnen schloß sich das junge Deutschland, vertreten durch die HI., mit ihren Fahnen, den BdM. und das Jungvolk mit Wimpeln. Hierauf folgten die Polizei mit ihrer Fahne, die Universität mit den Korporationsfahnen der Studenten und viele, viele weitere Gruppen von schaffenden deutschen Menschen, zusammengeschlossen nach ihrer Betriebszugehörigkeit. Dann folgte die Gruppe der verschiedenen Vereine mit dem NSDFB. (Stahlhelm) an der Spitze und mit den Fahnen der Militär- und Regimentsvereine.
In dem Festzug sah man mancherlei schöne Bilder aus der Arbeit der einzelnen Marschgruppen. Besonders hervorzuheben als Originalität ist dabei die Mitführung eines großen Schlachtochsens, den die Metzgerinnung als eindrucksvolles Zeichen ihres nahrhaften Handwerks vorführte. Ferner seien die Maikrän^e der Schreinerinnung, die mit Blumen reich geschmückte Jnnungslade der Schuhmacher, mit frischem Grün geschmückte Wagen verschiedener anderer Gruppen und die in Schneeweiß leuchtende Berufskleidung anmarschierenden Gruppen der Bäcker, Weißbinder und Barbiere, außerdem noch die in ihrer blauen Arbeitstracht einherschreitende Gruppe der Autoschlosser erwähnt. Vielfach marschierten die Gruppen zu frohen Marschgesängen, überall aber mit freudig leuchtenden Gesichtern, die der Ausdruck der inneren Freude an dem denkwürdigen Vorgang waren. Große Menschenmassen, in der Hauptsache natürlich Frauen, Mädchen und Kinder, säumten die Marschstraßen vom Ludwigs- Platz aus durch die Gartenstraße, Hindenburgwall, Horst-Wessel-Wall, Bahnhofstraße, Neustadt bis zum Oswaldsgarten zu beiden Seiten und bekundeten den marschierenden Kolonnen ihre herzliche Sympathie. Unter den Zuschauern sah man in Der Neustadt auch den Landesobmann der Deutschen Arbeitsfront Willi Becker (Frankfurt a. M.) mit mehreren Begleitern, der den Marsch feiner Kameraden aus der DAF. mit regstem Interesse beobachtete.
Oie Kundgebung auf Oswaldsgarten.
Der Aufmarsch der riesigen Menschenmenge auf Oswaldsgarten zu der großen Kundgebung wurde von dem Ortsgruppenleiter Gießen-Mitte, Pg. Horst, mit Unterstützung feiner Amtswalter und von Helfern aus der SA. in glatter Weife geregelt. Vor dem mächtigen Aufbau des Hoheitszeichens und der Banner der Partei an der Seite vor der Feuerwache war die Tribüne für die Aufstellung der Fahnen aufgebaut, die in überaus reicher Weife mit Fahnengruppen besetzt war. Die Spitzen der Partei hatten hier gleichfalls Aufstellung genommen. Vor der Tribüne standen die Ehrenkompanie der Garnison mit dem Standort- ältesten und dem Offizierkorps an der Spitze, in der Mitte waren die gewählten Vertrauensmänner zur Verpflichtung auf den Führer aufmarschiert, daneben standen die SA. und SS. mit den Standartenführern Lutter und I a f o b e r an der Spitze. Hinter dieser Front der Kundgebungsgemeinschaft standen HI., BdM., Jungvolk und bann die große Menge der Volksgenossen und Volksgenossinnen aus den Betrieben, aber auch die übrigen Teile der Gießener Garnison, um gemeinsam
die Rundfunkübertragung von der großen Feier auf dem Tempelhofer Feld anzuhören. Unter dem Schein der Maisonne bot sich hier ein überaus eindrucksvolles Bild. Die auf dem Platze aufmarschiex- ten großen Kolonnen waren von einer gewaltigen Menschenmenge rundum umgrenzt, die alle miteinander voll Spannung der Uebertragung zuhörten und an deren Schluß freudigen Herzens dem Füh- rer und Reichskanzler Adolf Hitler und damit Deutschland ihr Gelöbnis zu weiterer treuer Gefolgschaftmitarbeit darbrachten.
Nach dem Abschluß der Kundgebung rückten die Gruppen nach allen Gegenden der Stadt ab. Die Ehrenkompanie des Reichsheeres und die übrigen Kompanien machten dabei vor dem in der Kirchstraße an der Feuerwache stehenden Standortältesten einen außerordentlich schneidigen Vorbeimarsch, bem eine große Menschenmenge mit starkem Interesse als Zuschauer beiwohnte.
Der Rest des Tages und der Abend waren überall in der Stadt den Feiern der Betriebsgemeinschaften gewidmet.
Gemeinschastsabend der Universität.
Sämtliche Angehörige der Universität, Dozenten, Studenten, Beamte und Angestellte, hatten sich mit ihren Angehörigen am Abend des 1. Mai im Gießener Studenthaus in sehr großer Zahl aufammen» gefunden, um in echt nationalsozialistischer Volksverbundenheit den Tag der nationalen Arbeit zu beschließen. Sämtliche Räume des „Hindenburg- hauies der Gießener Studentenschaft" waren festlich geschmückt und für die Maifeier wohl vorbereitet. Ein Bierzelt, Apfelweinbuden, eine Schießbude, ein „Haut ihn den Lukas" und andere gemütliche Ecken sorgten für abwechslungsreiche, frohe Stunden. Der Musikzug der SA.-Standarte 116 eröffnete mit flotten Märschen den Feierabend. Nach einem Sprechchor hielt der Rektor der Landesuniversität,
Prof. Or. pfahler,
eine Ansprache an die Versammelten: „Das gemeinsame Band der Arbeit halte uns zusammen, und wir sollten dafür sorgen, daß uns diese Volksverbundenheit nie mehr genommen würde. Der Mensch brauche einen langen Weg, bis er wisse, was eigentlich Arbeit heiße, und bis er dahinter gekommen sei, was es bedeute. Wenn wir heute in Der Deutschen Arbeitsfront ständen, sei es nun der Arbeiter der Faust oder der Stirn, so müßten wir in dem Bewußtsein an unsere Arbeit gehen, daß wir sie für unser Volk tun. Wir würden so wenig von der Arbeit, die der andere tue, wissen und was es heiße. Tag für Tag harte Arbeit zu verrichten.
Der Krieg, der. einerseits immer eine Zeit der Tränen für die Mütter und Bräute fei, sei für die Männer ein Lehrmeister gewesen. Wenn man zusammen im Stollen oder im Quartier gelegen hätte.
da habe man von der Not und der Arbeit seines Volksgenossen manches erfahren. Wenn wir dies Erlebnis des Krieges nicht gehabt hätten, wo könnten wir heute abend nicht so zusammen sein. Dis heutige Jugend lerne dieses Erlebnis im Arbeitsdienst. Wir hätten heute den Stolz, ein geeintes Volk zu sein, und wir wollten dies behalten bis in die ferne Zeit der Geschichte. Wenn heute die ganze Welt aufheulte, wenn wir einige U-Boote wieder bauen würden, dann sollten sie das eine wissen, daß das geeinte Volk hinter seinem Führer stehe. Es sei eine schwere Aufgabe, ein solch geeintes Volk zu werden. In unseren Reihen wollten wir dafür sorgen, daß Klassenhaß und.Standesdünkel Begriffe einer vergangenen Zeit seien. Wenn wir so zusammenstehen und zusammen feiern, dann sorgten wir für die, die nach uns kämen. Auch an dem heutigen Abend sei unseres Führers gedacht, auf dem die ganze Last und Sorge des Volkes ruhe, und der uns diese Feier gab. Ihm gelte unser Gruß: „Sieg-Heil!" Nach dem Deutschlandlied und dem Horst-Wessellied brachte der Klinikchor unter der Leitung von Herrn Schmitz zwei Lieder von Silcher: „Es zogen drei Burschen" und „Nun leb' wohl du kleine Gasse" zu Gehör. Ein Student trug hierauf „Das Lied der Arbeit" von Broger vor. Mit dem gemeinsamen Lied „Es pfeift von allen Dächern" war das eigentliche Festprogramm beendet.
In den verschiedenen Räumen spielte nun dis Musik zum Tanze auf, und allerlei nette lieber« raschungen wurden von den Studenten geboten. Nur allzu rasch vergingen die Stunden kameradschaftlichen Zusammenseins.
Aus der provlnzialhauvtstadi.
Deutsche Arbeitsfront.
RS.-Gemelnfchafl „Kraft durch Freude".
„W iffenschaft im Dienst des Volkes." Der dritte Vorttag in der Universität findet am heutigen Donnerstag, 2. Mai, statt. Pg. Professor Hummel hält einen Vortrag, der für weiteste Kreise und besonders für viele Kameraden aus den Betrieben von Interesse sein wird, über „Die Geologie auf der Suche nach Erdöl". Erdöl ist ein wichtiger Rohstoff für den Betrieb unserer Kraftfahrzeuge. Der deutsche Boden liefert bisher nur ungenügende Erdölmengen. Die Wissenschaft muß daher danach streben, weitere Oelquellen auf deutschem Boden zu erschließen. Der Vortrag soll zeigen, in welcher Weise die Geologie an dieser Ausgabe mitarbeitet und wie sie überhaupt die wissenschaftlichen Grundlagen für die Erschließung neuer Bodenschätze barbieten kann. .Der Eintritt ist wiederum, wie zu allen Vorträgen in dieser Reihe, frei!
Heidelbergs ahrt am 5. Mai.
Die Karten für die Heidelbergfahrt können ab 2. Mai hier abgeholt werden. Einige Plätze sind frei geworden und werden noch ausgegeben. Genaue Abfahrt und Ankunftzeiten werden in der Freitag- und Samstagnummer der Zeitungen bekanntgegeben.
Fahrt nach Köln zum Fußball- Länderspiel Deutschland — Spanien am 1 2. Mai.
Die Fahrt findet nunmehr bestimmt statt. Der Fahrpreis beträgt 6,70 Mark einschließlich Mittagessen, Fahrt zum Stadion und Eintrittspreis. Gesamtteilnehmerzahl 600. Abfahrt und Ankunftzeiten werden noch bekanntgegeben. Der Fahrpreis ist bis spätestens Mittwoch, 8. Mai, auf unser Konto bei der Bezirkssparkasse oder auf unserer Geschäftsstelle, Schanzenstraße 18, Zimmer 8, einzuzahlen. Die Karten sind ab kommenden Samstag bei uns abzuholen. Karten, die bis zum 8. Mai nicht abgeholt sind, werden frei verkauft.
In drei Tagen 50 Ferienfahrer „Kraft durch Freude" in Gießen.
Ein Beweis dafür, daß die Ferienfahrten „Kraft durch Freude" sich größter Beliebtheit erfreuen, ist die Tatsache, daß in den letzten drei Tagen 50 Volksgenossen aus dem Kreis Gießen sich zur Teilnahme an einer achttägigen Ferienfahrt gemeldet haben. Eine ganze Reihe von Ferienzügen ist schon ausverkauft. Es ist deshalb ratsam, schon jetzt sich die Ferienzeit zu bestimmen und eine Fahrt aus dem Iahresprogramm auszusuchen.
Lust- und Seepostbeförderung nach und von Amerika
Vom 4. Mai an werden zur Beschleunigung des Verkehrs mit Amerika wieder Reichspostflüge (Nachbringeflüge) von Köln nach Cherbourg, die den Dampfern „Bremen" und „Europa" Spätlingspost nachbringen, und Dorausflüge (Schleuderflüge) von den beiden Dampfern nach Neuyork und nach Southampton eingerichtet. Befördert werden gewöhnliche und eingeschriebene Briefsendungen und Pakete beschränkten Ausmaßes. Erste Nachbringeflüge ab Köln 10 Uhr, an Cherbourg 14.30 Uhr, am 4., 11., 22. Mai und 1. Juni, Schleuderflüge nach Neuyork am 8./9., 15./16., 26./27. Mai und 5./6. Juni, nach Southampton am 15., 22. Mai, 2. und 13. Juni. Zeitgewinnung durch Benutzung der Nachbringeflüge bis zu drei Tagen (durch Erreichung eines früheren Dampfers), der Schleuderflüge nach Neuyork ein Tag, beider Flüge zusammen bis zu vier Tagen.
Im Vorjahr haben alle Flüge planmäßig stattgefunden. Die neben den gewöhnliche Auslandgebühren zu entrichtenden Luftpostzuschläge sind um die Hälfte ermäßigt worden und betragen, je nachdem die Beförderung auf einem Nachbringeflug, einem Vorausflug oder auf beiden Flügen gewünscht wird, nur noch 15, 25 und 40 Pf. für ie 20 Gramm. Auch die Zuschläge für Pakete sind stark herabgesetzt worden. Nähere Auskunft erteilen die Postanstalten.
3«m Oberführer der SA. ernann .
Der Führer der SA-Brigade 147, Oberhessen, Gustav Schmidt in Bad-Nauheim, ist mit Wirkung vom 20. April durch den Obersten SA.« Führer Adolf Hitler zum Oberführer ernannt worden.
Handwerksmeister und Geselle.
Am gestrigen nationalen Feiertag vollzog sich in dem Hause des Bäckermeisters Wilhelm Loeb er, Walltorstraße, die feierliche Ehrung eines langjährigen Mitarbeiters, bei der das innige Ver- trauensverhältnis zwischen Handwerksmeister und Gesellen in schönster Weise zum Ausdruck kam. Bäckermeister ßoeber ehrte den in 20jähriger Mitarbeiterschaft in seinem Bäckereibetrieb verdienten Bäckergesellen Wilhelm Schreiner, gebürtig aus Alten-Bufeck, mit herzlichen Worten her Anerkennung und des Dankes für die langjährige treue Gefolgschaft und vorbildliche Pflichterfüllung und überreichte ihm als äußeres Zeichen dieser dankbaren Anerkennung ein Ehrengeschenk. Gleichzeitig wurde die am gleichen Tage 10 Jahre lang in dem Hause ßoeber als Hausgehilfin tätige Elisabeth Oest, gebürtig aus Treis a. b. ßha., ebenfalls mit herzlichen Worten her Ehrung und her engen Verbundenheit ausgezeichnet. Den übrigen Mitarbeitern des am gestrigen Tage übrigens seit 190 Jahren im Besitz der Familie ßoeber stehenden Bäckereibetriebs wurden diese Jubilare der Arbeit als nachahmenswerte Vorbilder bezeichnet und ihnen gleichzeitig das enge Vertrauensverhältnis zwischen Meister und Gesellen als Richtschnur für rechtes handwerkliches ßeben und Wirken vor Augen gestellt.
Gießener wochenmarkipreife.
* Gießen, 2. Mai. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,50 bis 1,55 Mark, ßanbbutter 1,42, Matte 25 Pf., Käse, bas Stück 5 bis 10, Eier (inländische) 8V2 bis 9, Wirsing (gelb), das Pfund 15 bis 20, (grün) 30 bis 35, Weißkraut 12 bis 15, Rotraut 28 bis 30, Gelbe Rüben 10 bis 15, Rote Rüben 10 bis 15, Spinat 15 bis 20, Spargel 90 Pf. bis 1,10 Mark, Unterkohlrabi 8 bis 10 Pf., Feldsalat 90 Pf. bis 1 Mark, Tomaten 40 bis 50 Pf., Zwiebeln (neue Ernte) 25, Meerrettich 50 bis 60, Schwarzwurzeln 20 bis 45, Rhabarber 15 bis 20, Kartoffeln 4 Pf., her Zentner 3,40 bis 3,50 Mark, Aepfel, das Pfund 40 bis 60 Pf., Honig 45 Pf. bis 1,10 Mark, Blumenkohl, das Stück 40 bis 60 Pf., Salat 25 bis 30, Salatgurken 50 bis 70, ßauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 40, Rettich, Bündel 15 bis 45, Radieschen 10 bis 15 Pf.
vornottzen.
— Tageskalender für Donner stag. NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude": Vortrag „Die Geologie auf der Suche nach Erhol". — ßicht- spielhaus, Bahnhofstraße: „Der Zigeunerbaron". — Astoria-ßichtspiele, Seltersweg: „Der Jäger aus Kurpfalz".
— Die Heimatvereinigung „Schiffenberg" hält am nächsten Sonntagnachmittag auf hem Schiffenberg ihre Jahresversammlung ab. An-


