185. Jahrgang
Sietzener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberheffen
Nr.101 Erstez Blatt _____ 185. Jahrgang Donnerstag, Z. Mai 1935
S^mttags' un "Feiertags d -Mf M Annahme oon Anzeigen
Beilagen: Die Illustrierte A jA . L A ,« W V , tüto?ic„?!i.t,TnuT.mcr
Gi-V-ner Familienblätter flÜA # A AA MW AlA .Ak Al ▲ AkA b>s8',,UdrdesVorm>ttags
tzeimattmBildDieScholle H HOB, B M V®JT «AM QB N wü’ WW IssT Bl ®W «runJpteife für (mmfjöl)e
Monats-Bezugspreis: UM IM H ßi^r BMä B IHLJr ßA Ky WM W B Jy fc-'ä für Anzeigen von 22 mm
M't 4 Beilagen RM.1.95 MM M ■ tgT H W W JT WWW Pf M M W W Breite 7 Rpf., für Text-
Ohne Illustrierte e 1.80 JJr ™ «§ Wa Rli B0 'KgL- Vola KU KB v^ak 0« 'Wk. gsj anzeigen von70mm Breite
Zustellgebühr .. „ -.25 W W B W H V IW 60Rpf.,Platzvorschrift oder
Auch bei Nichterscheinen ■ El M wS schwieriger Satz 25°/„ mehr
von einzelnen Nummern fVJßf MM
infolge höherer (Bemalt r Srmähigte Grundpreise:
OZM General-Anzeiger für Oberheffen ZWW:
Postscheckkonto: 1 1 H gen, Bäder-, Unterrichts-u.
Srantfuti am Main 1'688 vruck uns Verlag: vriihl'sche Universttätsvuch- und Stcinörudcrei «.Lange In Siegen. Schriftleitung und Sefchäftzstelle: Schulftratze 7 Mengenabschlüsse Staffel B
Oes Führers Witte ist des Volkes Glaube.
Deutschlands Gelöbnis am Natronal-Keieriag her deutschen Arbeit.
Glaube und Wille.
Noch einmal schien der Winter in deutschen Landen einzuziehen. Aber trotz widriger äußerer Umstände ergab sich am Nationalfeiertag ein echtes Bild deutschen Lebenswillens und nationalsozialistischen Gemeinschaftsgeistes. Die Belegschaften waren nicht weniger vollständig angetreten, als wenn das herrlichste Sommerwetter geherrscht hätte. Es gab kaum ein mürrisches und vergeßliches Gesicht, mit lachendem Munde wurden die Unbilden der Witterung ertragen, die Augen blickten nur um so stolzer und freudiger auf die Fahnen der nationalen Erhebung. Wenn es gilt, dem Rufe Adolf Hitlers zu folgen, wenn es gilt, mit dem Führer zusammen das Fest der deutschen Arbeit zu feiern, wenn es gilt, die Einigkeit und Größe des wiedergeborenen Reichs vor aller Welt zu demonstrieren, dann gibt es keine kleinen persönlichen Bedenken, kein Besinnen und auch keine äußeren Einflüsse, die das deutsche Volk hindern könnten, seine Pflicht zu tun.
Das vieltausendstimmige Gelöbnis der Vertrauensmänner, die vor dem Führer und seinem Volk das Versprechen abgeben, sich für die nationale und soziale Ehre bis zum Letzten einzusetzen, ist gleichsam der symbolische Ausdruck für das Bekenntnis zum Führer und zu der von ihm geschaffenen Volksgemeinschaft, das jeder Einzelne zu dieser Stunde in seinem Herzen ablegt. So erwartet die Friedensarmee der deutschen Arbeit den Führer, der dann als der erste Arbeiter der Nation, als der freieste Mann der Erde im freiesten Volk der Erde, seine Worte an die riesige Volksversammlung richtet von dem Glauben, der trotz des Unwetters in der Natur und in der Politik die tätigen Deutschen aller Stände und Schichten zur gemeinsamen Manifestation ihres Freiheitswillens zusammengeführt hat, und von dem Willen der politischen Führung, die ewige Sehnsucht des deutschen Volkes nach Freiheit und Friede zu erfüllen. Wie große auch die Widerstände sein mögen, die eine mißgünstige Welt um uns herum auftürmt. Wenn andere Völker größere materielle Güter ihr eigen nennen können, wenn andere Völker mehr Kapital und mehr Waffen haben, so fehlt ihnen doch der alles überwindende und einigende Glaube an die eigene Kraft, von dem das deutsche Volk heute beseelt ist. Es fehlt ihnen jene überwältigende Liebe, die vom Führer ausströmt über das ganze deutsche Land und die Adolf Hitler spüren ließ, als er davon sprach, daß das H ö ch - st e, was ihm Gott gegeben habe, sein deut- s ch e s V o l k sei und daß diesem Volke sein Glaube und sein ganzes Leben gehöre, als er jenen Satz prägte, daß man ihm Erdteile schenken könne, und er doch lieber der erste Bürger dieses Staates bleiben würde.
So fühlt sich das deutsche Volk trotz seiner geringen materiellen Mittel, trotz der gefahrvollen politischen Lage, in die es frühere Regierungen gebracht haben, nun ganz geborgen in dieser Liebe, in diesem Glauben und in diesem Willen, seine Freiheit und Ehre zu verteidigen, seine sozialen Errungenschaften zu befestigen und als gleichberechtigter Partner mitzuarbeiten an der Organisation eines wahren Völkerfriedens. Denn um der Drohung mit dem „Untergang des Abendlandes" zu begegnen, ist es, wie der Führer sagte, zuerst nötig, die Völker dieses Abendlandes wieder auferstehen zu lassen. Deutschland hat diesen Wiederaufbau vollzogen und es ist nicht gewillt, ihn wieder zerstören zu lassen durch jene Mächte, die aus einer brüchigen Weltanschauung heraus
einstmals den Untergang unseres Kontinents prophezeien zu müssen glaubten.
Unsere Aufgabe, die Adolf Hitler dem deutschen Volke für das nächste Jahr gestellt hat, heißt deshalb Fortsetzung dessen, was wir begonnen haben. Es gilt, die soziale Selbstverwaltung aufzubauen, es gilt, den Rest unserer erwerbslosen Volksgenossen wieder in den Wirtschaftsprozeß einzugliedern, es gilt, die seelische Erneuerung auf allen Gebieten des nationalen Lebens zu vervollständigen, es gilt, die Kräfte der Nation so zu stärken, daß der Bestand von Reich und Volk durch niemanden mehr gefährdet sein kann. Im Einklang dieses Willens mit dem Glauben an das Gelingen des großen Werkes, in dem Bewußtsein, daß der guten Sache des deutschen Volkes der endgültige Erfolg nicht versagt bleibt, feierten wir in Freude und Frohsinn zum dritten Male das deutsche Nationalfest am 1. Mai.
Am Borgen des 1.Bm.
Der Marsch der Hunderttarrsende nach dem Tempelhofer Feld
Berlin, 1. Mai (DNB.) In festlichem Rahmen beging das deutsche Volk, das seit Errichtung des Dritten Reiches mit unermüdlichem Fleiß und eisernem Willen an dem Wiederaufbau arbeitet und, in sich gefestigt, einen unüberwindlichen Block bildet im Kampf um Freiheit und Ehre, zum dritten Male seinen nationalen Feiertag. Erfüllt von Liebe und größter Verehrung gedenken Arbeiter der Stirn und der Faust und mit ihnen nun auch die befreiten Saarländer des Mannes, der der Schöpfer dieses erstarkten Reiches ist: Adolf Hitler, der in
unermüdlicher, rastloser Arbeit die Jahrtausende lang ersehnte Einigkeit des deutschen Volkes verwirklicht hat. Darüber hinaus stattet das deutsche Volk an diesem Tage dem Führer den Dank ab für die Wiederherstellung der nationalen Ehre, für die Proklamation vom 16. März, durch die Deutschland seine Wehrhoheit wiedererlangt hat.
/zlieber uns die Fahne und vor uns der Führer."
Wie schon immer bei nationalen Kundgebungen, hat die Berliner Bevölkerung heute wieder gewetteifert, um die Straßen in festlichen Sch muck zu kleiden. Unzählige Fahnen flattern wieder im Winde, die Fassaden und Eingänge der Häuser sind mit frischem Grün geschmückt worden. Am frühen Morgen um 5.30 Uhr setzte in der Reichshauptstadt ein Schneetreiben ein, das bis in die achte Stunde anhielt. Ein kalter Wind fegte durch die Straßen Gegen 7 Uhr marschierten bereits die ersten Kolonnen der HI. und des BdM. zur großen Huldigung der Jugend an den Führer im Lustgarten auf. Einen besonderen Anziehungspunkt für Tausende oon Volksgenossen bildete die Wilhelmstraße. Namentlich vor der Reichskanzlei Hattee sich schon in den frühen Morgenstunden eine größere Menge eingefunden, um den Führer bei seiner Abfahrt zur Jugendkundgebung zu sehen. Punkt 9 Uhr verließen der Führer und sein Stellvertreter, Reichsminister Rudolf Heß, mit ihrer Begleitung die Reichskanzlei, von stürmischen Heilrufen der Menge empfangen.
Auf dem Tempelhofer Feld.
Gegen 11.30 Uhr schien das gigantische Tempelhofer Feld oon den Massen bereits überfüllt zu sein. Von der Ehrentribüne bot sich ringsum ein überwältigender Ausblick auf dieses wogende Meer oon Menschen: Festliche Stimmung herrschte auf dem unermeßlichen Gelände. In den Massen tauchte plötzlich auch der preußische Ministerpräsident Hermann Göring auf. Er hatte sich, oon der Staatsoper kommend in die Kolonnen begeben und unterhielt sich lebhaft mit den Arbeitern, bis er seinen Platz auf der Tribüne einnehmen mußte. Plötzlich einsetzendes leichtes Schneegestöber konnte der Begeisterung durchaus keinen Abbruch tun. Auf dem gewaltigen Podium vor den großen Fahnenmasten hatten die Fahnenabordnungen Aufstellung genommen. Die Arbeitervertreter sowie die Sieger des Reichsberufswettkampfes und die Vertreter des Diplomatischen Korps hatten besonders bevorzugte Plätze unmittelbar hinter den Reihen der Mitglieder der Reichsregierung, der Reichs- und Gauleiter eingenommen. Vor der Rednerkanzel, auf deren Vorpodium die Männer der Leibstandarte des Führers Wacht halten, sind die 5 0 0 0 Vertrauensleute aufmarschiert.
Um 11.45 Uhr verließ d i e Wagenkolonne des Führers die Reichskanzlei. Durch ein enges Spalier der Berliner SA. ging die Fahrt über die Mohren-, Friedrich- und Belle-Alliance-Straße zum Tempelhofer Feld. Hinter dem Spalier stauten sich überall Zehntausende. Reichswehrminister Generaloberst von Blomberg, Reichsminister Dr. Goebbels und Reichsführer der SS. Himmler begleiteten den Führer, der die Front der Ehren- formationen abschreitet, die vom Reichsheer, der SA., der Leibstandarte Adolf Hitler, dem NSKK., dem Arbeitsdienst und dem Reichsluftschutzbund gestellt wird. Ein Schneegestöber hüllt in wenigen Minuten das ganze weite Feld in eine dichte Schneewolke, so daß die Sicht kaum auf 50 Meter freibleibt.
Die Verpflichtung der Vertrauensrate.
Mitten im Schneegestöber eröffnete der Reichs- organisationsleiter der NSDAP. Dr. Ley die Kundgebung mit der feierlichen Verpflichtung der Vertrauensräte. Dr. Ley führte aus: Männer und Frauen, die ihr durch die erhebende Wahl vom 12. und 13. April euch das Vertrauen der schaffenden Deutschen errungen habt und die ihr heute auf diesem Felde vor' dem Führer und Reichskanzler und im ganzen Reich, in allen Städten, Orten und Dörfern angetreten seid, sprecht mir nach:
„Ich gelobe Adolf Hitler die Treue, ich gelobe, die Gemeinschaft zu üben und zu fördern. Ich gelobe, meinen Arbeitskameraden ein ehrlicher Helfer in allen ihren Sorgen zu fein. Ich gelobe, immer- dar die Interessen der Nation vor ollen anderen zu setzen." — Dr. Ley schloß mit den Worten: Adolf Hitler ist Deutschland und Deutschland ist Adolf Hitler! Es lebe der Führer!
Dr. Goebbels übermittelt dem Führer den Dank der Nation. Reichsminister Dr. Goebbels tritt bann an das Mikrophon, um die Führerrede anzukündigen. Er führte aus:
Der Führer auf der Rednerestrade des Tempelhofer Feldes.
I
MM H
■ X
s
M .
l ' "■ l - X -
» ♦ fr MmM Ä«
XV*
7Vr Führer auf der Fahrt zur Jugendkundgebung im Lustgarten.
Der Führer spricht zur deutschen Jugend.


