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Nr. 52 Zweites Blatt
Samstag, 2. März (935
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen)
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Die Befreiungsfeier im Saarland
gestern schon gemeldeten An-
Bei und zur
Weise auch im Saargebiet durchzuführen sein, den wirtschaftlichen Maßnahmen zur Erhaltung Förderung der saarländischen Industrie und
das Wort zu seiner spräche.
Beim Kommando feierlich die Fahnen
Gewinnung neuer Absatzmöglichkeiten und damit einer Verminderung der Arbeitslosigkeit wird ganz Deutschland freudig helfen.
Bei einheitlichem Wollen von Volk und Regierung kann an einer glücklichen Lösung des Problems der völligen Eingliederung nicht gezweifelt werden. Ist doch gerade in Deutschland seit der Uebernahme der Macht durch den Nationalsozialismus dank der engen Verbundenheit von Volk und Führung ein Aufstieg
in Saarbrücken ein
Die Pariser Morgenpresse veröffentlicht spaltenlange Berichte über die Feiern im Saargebiet, in denen die unbeschreibliche Begeisterung und Freude der Bevölkerung unterstrichen wird, die ihren Höhepunkt erreicht hätten, als der Führer persönlich in Saarbrücken eintraf und das Wort ergriff. Sämtliche Reden werden in Aus- führungeir wiedergegeben. Besondere Beachtung schenkt man natürlich dem Wunsch des Führers, daß die Rückgliederung des Saargebiets die deutsch- französischen Beziehungen für immer verbessern möge. Diese Sätze werden als Schlagzeile über den Berichten gebracht. Aus den Berichten spricht eine Enttäuschung darüber, daß die 15jährige Fremdherrschaft bei der Bevölkerung des Saargebietes auch nicht den allergering st en Einfluß hinterlassen hat.
Der Berichterstatter des „Echo de Paris" schreibt u. a., der Franzose, der am Freitag Zeuge der
auf allen Gebieten eingeleitet worden, der ohne diese Willenseinheit nicht denkbar gewesen wäre. Die Bevölkerung an der Saar hat in diesen 15 Jahren ihr Schicksal selbst in die Hand genommen. Sie ist heute von dem Gedanken beseelt, nun auch ganz aufzugehen in dem großen Reich der Deutschen und alles zu vergessen und aus dem Wege zu räumen, was ihr in der Zeit der Abtrennung aufgezwungen worden ist.
Nachdem Reichsinnenminister Dr. Frick den Gauleiter Bürckel feierlich in sein Amt eingeführt hatte, wurde das Saarlied gesungen. Der neu eingesetzte Reichskommissar Bürckel antwortete dem Reichsinnenminister mit einer kurzen Ansprache, worauf die Festversammlung das Deutschland- und das Horst-Wessel-Lied sang. Mit einer Ouvertüre von Friedrich dem Großen fand die Feier ihren Abschluß.
Dr.Jrick überträgt dem Saarkonnniffar die Regierungsgeschäste.
Kundgebungen gewesen sei, könne nur in aller Unparteilichkeit die Begeisterung der Bevölkerung anläßlich der Rückgliederung der Saar an das Dritte Reich feststellen. Der Aufmarsch der nationalsozialistischen Formationen habe einen eindrucksvollen Anblick geboten. Er habe vor dem Kriege vielen großen Truppenparaden der kaiserlichen Armee beigewohnt, aber noch niehabe er solche Begeisterung erlebt, wie am Freitag in Saarbrücken. Man möge es „Massenwahn" oder „Mystik" nennen, man müsse aber dabei gewesen sein, um sich eine Vorstellung machen zu können. Frankreich könne aus dem 1. März verschiedene Lehren ziehen. Von der fünfzehnjährigen Regierungszeit des Völkerbundes fei nichts übriggeblieben.
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„Niemals hat man solche Szenen von fieberhafter Begeisterung gesehen, wie sie die unerwartete An»
,H e i ß t F l a g g e !" gehen
schließend das Trutzlied der Saar aus schweren Zeiten, „Deutsch ist die Saar", spontan zu singen.
Gleich nach der Flaggenhissung auf dem Regierungsgebäude ging kurz nach 10 Uhr auf dem Gebäude der Bergwerksdirektion und auf der gegenüberliegenden Grubenschule die deutsche Flagge hoch. Ein Sturm der Leibstandarte, eine Hundertschaft Landespolizei und 1500 Saarbergleute in ihren Uniformen bildeten vor der Direktion ein Dreieck. Auf den Stufen des Eingangs waren die alten Fahnen der saarländischen Werkinspektionen, die während der Fremdherrschaft nach Bonn gebracht waren, aufgestellt. Als die
Feier am Regierung-g^äude vorüber war, nahm der Bergmann Johann Keßler aus Quierschied das Wort. Er führte u. a. aus: Wir find eins mit dem deutschen Vaterlande, von dem uns nichts mehr trennen kann. Die Saargruben, die schon unseren Vorfahren Arbeit und Brot gaben, gehören wieder Deutschland. Wir sind stolz darauf, in vorderster Front für Deutschland gekämpft zu haben. Mögen die seelischen und materiellen Opfer auch groß gewesen sein, so wurden sie doch gern im Dienste unseres Vaterlandes und seinem Führer gebracht. Unserem Daterlande und seinem Führer geloben wir heute unverbrüchliche Treue, die wir beschwören mit unserem alten Gruß: Glück auf! Auf Geheiß Keßlers senkten sich die Fahnen und der Trauerflor, den sie 16 Jahre lang getragen, wurde ersetzt durch einen Hakenkreuzwimpel. Und nun zog der neue Generaldirektor der Saargruben, Bergassessor Dr. W ä ch - t e r das Hakenkreuzbanner an der Stelle hoch, wo seit 16 Jahren Frankreichs Hoheitszeichen geweht.
Präsentiermarsch ertönt, nochmals ergreift Reichsminister Dr. Frick das Wort, um ein dreifaches Sieg-Heil auf den Führer auszubringen. Die Menge stimmt begeistert in das Deutschlandlied und Horst- Wessel-Lied ein und läßt es sich nicht nehmen, an-
„Deutsch ist die Saar."
Vor dem neuen Landgericht, dem Gebäude der ehemaligen R e g i e r u n g s k o m misst o n, strömen gegen 10 Uhr morgens unübersehbare Menschenmassen zusammen, um dem feierlichen Akt der Flaggenhissung beizuwohnen. Tausende drängen sich auf den großen Rasenplätzen an den Ufern der Saar. Alle umliegenden Fenster und Dächer sind dicht besetzt. Kurz nach 10 Uhr treffen die Autokolonnen der Ehrengäste ein, an der Spitze die Reichsminister Dr. Frick und Dr. Goebbels. Die Menge bricht in laute Heilrufe aus. Man sieht Reichsführer SS. Himmler, SA.-Gruppenführer L o y k e n , Reichsarbeitsführer Hierl, fast sämtliche Reichsleiter sowie viele Offiziere der Landespolizei. Die beiden Bischöfe von Trier und Speyer sind ebenfalls anwesend. Um 10.15 Uhr begibt sich Reichsminister Dr. Frick auf den neben dem Regierungsgebäude errichteten riesigen Turm, der das hohe Gebäude fast noch zu überragen scheint. Dr. Frick ergreift sodann
des neuen Deutschland hoch.
Nichtendenwollender Jubel begleitet diesen Akt. Der
Als am 15. Januar 1935 der aufhorchenden Welt das Ergebnis der Abstimmung verkündet worden war, wurde es der ganzen, durch falsche Berichte vielfach irregeführten Welt klar, daß das durch Versailles künstlich geschaffene Saarproblem in Wahrheit nie bestanden hat. Die Lösung der sogenannten Saarfrage durch die Saarbevölkerung selbst hat bewiesen, daß auch im Leben der Völker sich letzten Endes Recht und Wahrheit durchsetzen, und daß dieser Kampf um das Recht nicht mit der Waffe in der Hand erkämpft zu werden braucht. Die Volksabstimung am 13. Januar 1935 war e i n friedlicher Sieg des friedliebenden Deutschlands. Wöge sie der Beginn sein für eine Auseinandersetzung der Völker über noch schwebende Fragen zu einer friedliebenden Verständigung.
Die Losung im Saarkampf war: „Zurück zum R e i ch". Das Saarvolk sah all die Jahre hindurch in einem einigen Deutschen Reich die Verkörperung seiner Sehnsucht. Im Reiche Adolf Hitlers hat diese Sehnsucht sichtbare Gestalt angenommen. Und wenn etwas vom Reiche aus zum Sieg an der Saar beigetragen hat, so ist es die Tatsache, daß es seit eintausend Jahren keine Herrschaft in Deutschland gegeben hat, die so vorbehaltlos das deutsche Volkstum zum Angelpunkt seiner gesamten Politik machte, wie die Regierung Adolf Hitlers.
Nachdem die historische Aufgabe der Länder erfüllt ist, ist für diese als selbständige territoriale Gebilde kein Raum mehr. Der Deutsche kennt heute keinen preußischen, bayerischen oder sonst partikularistischen Staat mehr, sondern nur noch das einige und einzige Deutsche Reich. Dieser Entwicklung und diesem Fortschreiten der Geschichte wird in absehbarer Zeit durch eine neue Gliederung des Reichsgebietes Rechnung getragen werden. So hat die Reichsregierung bereits jetzt beschlossen, die Verwaltung des Saarlandes bis zur Eingliederung in einen Reichsgau s e l b st zu übernehmen. Die Reichsregierung sieht in der Uebernahme der Verwaltung des Saarlandes, dessen Bevölkerung nicht unter der Losung „Preußen" oder „Bayern", sondern „Deutschland" gekämpft hat, eine ehrenvolle Pflicht.
Der Führer und Reichskanzler hak Sie, lieber Parteigenosse Bürckel, dazu ausersehen, die Dienstgeschäfte der Regierung als Reichs- kommiffar für die Rückgliederung des Saarlandes zu leiten. Sie sind als Gauleiter des Gaues Pfalz-Saar der NSDAP, bereits feitlangemaufdasinnigsiemitder Saar verwachsen. Sie haben als Saar- bevollmächtigter des Reichskanzlers ihre ganze Kraft und Person für die Wiedergewinnung der Saar eingesetzt. Sie haben keine Wühe und Arbeit gescheut, wenn es galt, dem durch den Versailler Vertrag geschaffenen, nun nicht mehr bestehenden Saargebiet einen Dienst zu erweisen. Für Jhre hingebungsvolle Arbeit um unsere Saar dankt jhnen ganz Deutschland.
Als Reichskommissar für die Rückgliederung übernehmen Sie ein hohes und verantwortungsvolles Amt. Die vordringlichste Aufgabe, die hier der Lösung harrt, ist die Angleichung des im Saarland geltenden Rechts an das Reichsrecht. Nur die dringlichsten und notwendigsten Gesetze sind bereits mit dem heutigen Tage eingeführt worden. Die weitere Angleichung wird schrittweise und unter weitester Berücksichtigung der saarländischen Verhältnisse geschehen.
Ein geringer Bruchteil der saarländischen Bevölkerung hat, verhetzt und belogen von ihren sogenannten Führern, die heute jenseits der Grenze weilen, geglaubt, dem Reiche Adolf Hitlers die Stimme versagen zu müssen. Zum großen Teil stehen sie heute bereits in unseren Reihen: aber auch den wenigen, die noch abseits stehen, reichen wir freudig die Bruderhand zur Versöhnung, soweit sie guten Willens sind, als Deutsche an Volk und Reich Aufbauarbeit zu leisten.
Auch im Saarland herrscht leider noch eine weit- ; gehende Arbeitslosigkeit. Die Arbeitsbeschaffung der Reichsregierung wird in großzügigster
Um 11.15 Uhr begann im großen Festsaal des Rathauses in Saarbrücken der feierliche Staatsakt der Einsetzung des Saarkommissars Bürckel als Reichskommissar für das Saargebiet. Im festlich geschmückten Saal hatte eine große Anzahl geladener Gäste Platz genommen. In der ersten Reihe bemerkte man u. a. die Reichsminister Dr. Frick, Dr. Goebbels und Darre, Saarkommissar Bürckel, die Reichsleiter Rosenberg und Himmler, die Bischöfe Bornewasser von Trier und S e b a st i a n von Speyer. Auch sämtliche übrigen hohen Ehrengäste aus dem Reich waren anwesend, außerdem die führenden Männer des Saarkampfes und die Spitzen der saarländischen Behörden. Feierljche Stimmung herrschte im Saal, als der Staatsakt mit einem Choraloorspiel von Bach eingeleitet wurde. Hierauf ergriff
Aeichsinnenminister Dr. Frick das Wort zu einer längeren Ansprache^ in der er ; u. a. ausführte:
Mit dem heutigen Tage ist nach 15jahriger Trennungszeit das Saarland zur Heimat zu- ! rückgekehrt und der Regierungsgewalt der . Reichsregierung, die zu vertreten ich die Ehre habe, , wieder unterstellt.
Me i n erster Gruß gilt der fa ar ländischen Bevölkerung. Jhre Haltung war in den schweren Jahren seit 1918 stets a u f - recht,gerade und von vorbildlicher Vaterlandstreue getragen; das ganze deutsche Volk gedenkt in dieser Stunde mit Dankbarkeit und B ewunde- rung der Brüder und Schwestern an der Saar. Jch habe Grund zu der Annahme, daß auch der Führer selb st binnen kürzester Frist noch persönlich Jhnen diesen Dank hier aussprechen wird.
Hart war es für euch, Saarländer, als ihr im Jahre 1920 einer Verwaltung unterstellt wurdet, die euch land- und wesensfremd war, die weder die Saarbevölkerung noch das Reich herbeigerufen hatte, und deren Mitglieder zum Teil Angehörige von Staaten waren, denen wir in dem blutigsten Ringen aller Zeiten eben noch als Gegner gegenübergestanden hatten. Unfaßbar war es, daß dieses Gebiet, das feit einem Jahrtausend u n - bestritten znm Deutschen Reich gehörte, nun 15 Jahre lang nicht mehr unter der Verwaltung d e s Reiches stehen sollte. Nutz- und sinnlos erschien damals diese uns auf- gezwungene Loslösung eines der deutschesten Gebiete rrön Volk und Heimat.
Je größer die Not im Reich war, umso heller leuchtete Eure Treue, obwohl es nicht an Versuchungen und Lockungen fehlte. Euch stärkte damals das Gefühl, daß wir alle auf Gedeih und Verderb zueinander gehörten und daß die Bande des Blutes, des Volkstums, der gemeinsamen Vergangenheit und der Sprache sich stark genug erweisen würden, um alle künstlich auf- aerichteten Schranken niederzureihen. Dieses Bewußtsein ließ das deutsche Saarvolk vom ersten Augenblick der Abtrennung an zusammenstehen in dem Abwehrkampfe gegen alles Fremde und gegen alle Versuche, die Bande, die es mit dem Wutterlande umschlang, zu zerschneiden. ,
Schon schien diese charaktervolle Haltung jegliche, gegen die Heimkehr zu Deutschland gerichtete Sonderbestrebung unmöglich zu machen als m den letzten beiden Jahren vor der Abstimmung ein Häuslein landflüchtiger, intera io- naler Marxisten, Kommunisten und S e p ar a t i st e n gegen das von unserem ivuyre uni)PDom Nationalsozialismus geeinte Deutschland auftrat. Jhre Niederlage am 13. Januar 1935 war vollständig, der deutsche Sieg ube - wältiqend. Die Abstimmung ging in mufter- Gültiger Ordnung vor sich; wie zu einem Gottesdienst traten jung und alt an die Wahlurne jeder wußte, daß er sich mit der Abgabe seiner Stimme vor den kommenden Geschlechtern, vor Gott selbst verantwortlich macht. Jeder Saarlander war in den Zeiten der Trennung durchgluht von dem Gedanken, den jene alte Frau, deren Stimme für ungültig erklärt wurde, in die denkwürdigen Worte kleidete: „Ich bin deutsch geboren und will auch deutsch sterben."
Unter ungeheurem Jubel des Saarvolks trafen am Vorabend der Rückkehr des Saargebietes die ersten SA.-Formationen in Saarbrücken ein. Man sieht auf unserem Bild die SA.-Männer beim Marsch über den festlich geschmückten Platz vor ber Saarbrücker Hauptbahnhof. Das Bahnhofsgebäude trug schon die Aufschrift „Reichsbahn".
Die blauweißschwarze Fahne der Regierungskommission wird gestrichen.
Ohne Sang und Klang wurde die blauweißschwarze Flagge der Saar-Regierungskommission auf dem Saarbrücker Regierungsgebäude heruntergeholt. Die Beamten, die mit der Beseitigung der Flagge beauftragt waren, begrüßten diesen anderthalb Jahrzehnte lang herbeigesehnten Augenblick mit dem Hitler-Gruß.
Starker Eindruck der Vesreiungsseiern in Paris und London.


