Ausgabe 
2.2.1935
 
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Oberheffen

Obst- und (Sartenbauverein Wieseck.

Geschichten aus aller Welt

zuteil.

Kreis Friedberg.

Mei«

Briketts^

nach wie

vor

ziehen, eine deutliche Sprache. Deutlicher als in dieser Aufwärtsbewegung der Heirats- und Ge­burtenzahlen kann kein Volk seinen Lebenswillen und damit seine Zustimmung zur selbstgewählten ' SRtmtonmriAfnrm bekunden.

O Steinfurth, 1. Febr. Die Zeichnungen in das O p f e r b u ch erreichten den für unsere Ge- meinde stattlichen Betrag von mehr als 300 Mark, ein schönes Zeichen für den Opfersinn der Emwoh-

Es bleibt abzuwarten, ob die Kritikaster und Feinde des neuen Deutschland in der Welt draußen weiter den Stimmen der Emigranten Gehör schen­ken, die das deutsche Volk als ein unter unwürdiger Barbarei und Tyrannei seufzendes Gebilde darzu­stellen belieben. Die sprechenden Zahlen dieser trocke­nen und unwiderlegbaren Statistik reden für jeden, der Augen hat zu sehen, der ein Herz hat zu fühlen und einen Verstand, um folgerichtige Schlüsse zu

Hörde keine unrichtigen Angaben machen dürfe.

Zn dem kleinen Landstädtchen Lowetsch hatte ein Bauer, in dessen Familie nicht gerade holdeste Ein­tracht zu herrschen scheint, unter der RubrikBeruf der Frau"Hausdrache" angegeben. Roch auf­richtiger war ein Schuhmachermeiester in Warna, der in die zweite, zur Zählung der Haustiere be-

Mehltau und die Peronospora, Pilzfeinde, gegen die mit Schwefel und Kupferkalkbrühe vorbeugend vor­gegangen werden muß. An tierischen Schädlingen treten Schildläuse und Traubenwickler auf. Wichtig für erfolgreiche Rebspalierzucht ist die Auswahl der Sorte. Für unsere Gegend können zum Anbau emp- pfohlen werden: Blaue Frühburgunder, Rote und Weiße Gutedel, Frühe Malinger, Gelbe Seiden­traube und Rote Malvatier. In der anschließenden Aussprache wurde noch manche Frage aus dem weiten Gebiete des Obst- und Gartenbaues geklärt.

UnterVerschiedenes" konnte der Vorsitzende mit­teilen, daß auf seine Eingabe an den Ortsvorstand die Gemeindeverwaltung die Polizeiverordnung des Kreisamts betr. Schädlingsbekämpfung im Obstbau vom 22. Februar 1934 auch für unsere Gemarkung in Kraft gesetzt habe. Demzufolge wurde eine Kom­mission aus Bürgermeister Euler, Stellvertreter Feldschütz L i n d'e n st r u t b , dem Führer des ört- lichen Obstbaues, Lehrer Beppler, dem Orts- bauernführer K. Rodenhausen, dem Baum» wart Haas und den am Obstbau interessierten Gemeindemitaliedern Heinrich Benner und Karl Balser gebildet, der die Durchführung der Ver­ordnung obliegt. Die Kommission hat ihre Arbeit bereits ausgenommen und will vor allem gegen einige saumselige Baumbesitzer vorgehen, deren Nachlässigkeit den vorbildlichen Baumpflegern zu Schaden gereicht.

Nach einer Gratisverlosung von Baum- und Beerenobst und Nisthöhlen wurde die Versammlung in üblicher Weise geschlossen.

Es gibt Papageien, die nachweisbar über hundert Jahre alt wurden. Man hat aber auch Kanarien­vögel gefunden, die bis zu 25 Jahre erreichten.

Die Nachnahme für den Dolen.

(z) Paris.

Der alte Jean Arcand dürfte dieses Geschäft schon Jahre hindurch betrieben haben. Er benötigte dazu lediglich ein Verzeichnis solcher Bücher des franzö­sischen Buchhandels, an denen sich sonst kein Mensch vergriff, und eine Totenliste, die er sa amtlich be­ziehen konnte.

Wenn jemand das Zeitliche segnete, machte Ar- cand ein schönes Paketchen zurecht und schickte darin eines derfaulen" Bücher gegen Nachnahme in das Sterbehaus. Dort hatte man erklärlicherweise andere Dinge im Kopf als Nachnahmen zu prüfen. Anderseits wollte man die vielleicht letzte Bestellung, die der Sterbende gemacht hatte, nicht ablehnen und zahlte eben für den Schmöker, der en gros mit anderer Makulatur gekauft worden war, den geforderten Nachnahmepreis.

Das ging so lange gut, bis in einer Familie, d. h. einer Ehefrau in Jahresfrist zwei Gatten starben. Als nun dann wieder eine Nachnahme kam, wie bei ihrem ersten Gatten selig, da ging ihr ein so­genannterSeifensieder" auf.

Arcand wurde verhaftet. Und seitdem wartet die Makulatur vergebens auf weiteren Versand ...

Seltsames Ende eines Hundertjährigen.

(d) Mailand

Kurz vor Neujahr konnte der frühere Teppich- Händler Giuseppe Berloni in Biella seinen hundert­sten Geburtstag feiern. Der alte Herr, der täglich noch seinen zweistündigen Spaziergang zurücklegt, wurde Mittelpunkt einer Feierlichkeit, an der außer den örtlichen Behörden und den Vertretern der Faschistischen Partei auch die Bevölkerung teilnahm. Der Hundertjährige wurde mit Geschenken über­häuft, und der Vorsitzende des Stadtgemeinderats überreichte ihm außer einem Diplom auch einen Korb mit zehn Flaschen Schaumwein, den Urgroß­vater Berloni, wie er erzählte, noch nie in seinem Leben zuvor gekostet hatte. Darum ließ er sofort eine Flasche öffnen, für sich und die augenblick­lichen Besucher eingießen, und stieß mit ihnen an. Kaum hatte er einen kleinen Schluck getan, kam ihm ein Tropfen in die unrechte Kehle, alles Armheben und Beklopfen seines Rückens nützte nichts, und der Hundertjährige war nach wenigen qualvollen Mi­nuten vor den Augen seiner entsetzten Besucher erstickt.

Schwierige Volkszählung.

(1) Sofia.

Nach neun Jahren hat Bulgarien wieder eine all­gemeine Volkszählung durchgeführt, die übrigens in diesem Lande wirklich keine Kleinigkeit ist. Denn trotz der ziemlich streng durchgeführten Schulvflicht ist in Bulgarien noch immer eine stattliche Anzahl von Analphabeten vorhanden. Dor allem in der älte­ren Generation und unter den zahlreichen nomadi­sierenden Hirtenstämmen findet man sie. Hinzu kommt, daß in allen Bulgaren noch ein tiefes Miß­trauen gegen behördliche Registrierungen wurzelt. "N Ueberbleibsel aus der 500jährigen türkischen Knecht­schaft, während der Zählungen in der Regel nur zu Steuererfassungen und Rekrutenaushebungen vorge­nommen wurden. Bevor daher die Volkszählung stattfinden konnte, mußte man ihr eine wochen­lange Beruhigungskampagne vorausgehen lassen. Trotz alledem hatten die Tausende von Staatsbeam­ten aller Art, die als Zähler fungieren mußten, wirk­lich keinen leichten Stand.

Bekam da zum Beispiel ein Beamter in einem Sofioter Vorort ein Zählungsformular mit recht eigenartigen Eintragungen zurück: Als Haushalts­vorstand war, obgleich ein Familienvater vorhanden war, die Frau Maria Petrowa eingeschrieben, wäh- rend als Beruf des MannesEhegatte" angegeben war. Auf den Einwand des Zählers, daß doch der Mann als Haushaltungsvorstand angegeben werden müsse, erklärte die Frau energisch:Das Haupt der Familie bin ich. Ich zahle die Miete, ich führe das Haus, ich arbeite und ernähre meinen Mann und meine Kinder. Mein Mann übt keinen anderen Be­ruf aus als den des Ehegatten." Alle Bemühungen des Zählers, die Frau zur Ausfüllung eines neuen Formulars zu bewegen, wies diese kategorisch mit der Bemerkung zurück, daß sie gegenüber einer Be-

Man kann diese Heiratsstatistik des letzten Jahres gewissermaßen als eine unsichtbare Volks­abstimmung zu Gun st en der Regie- rung des neuen Reiches gelten lassen, wie es Burgdörfer in seiner Arbeit tut. Denn unbeein- fluhbar durch jegliche Regierungsmaßnahme, jeg­lichen Druck oder Zwang, auch unbeemflußbar durch Propaganda ist jede Eheschließung eine Der- trauenssache. Es gehört nicht nur Vertrauen zwischen den Verlobten dazu, sondern es gehört auch eine zukunftsfrohe Sicherheit, eine Erwartung politischer und wirtschaftlicher Stabilität in den Verhältnissen des eigenen Staates, min­destens im Unterbewußtsein, zu den Voraussetzun­geneiner Eheschließung. Das Gegenteil haben wir in jahrzehntelangem Absinken erlebt. Die Bestäti­gung brachte das sprunghafte Ansteigen im Augen­blick der nationalen Konsolidierung. So wird also tote Statistik zum unbestechlichen und unbezweifel­baren Zeugen der tiefen Verbundenheit der national­sozialistischen Regierung mit dem Wunsch und Willen weitester Dolkskreise in den biologisch wert­vollsten Klassen

Wenn wir abschließend auch noch ganz kurz auf die Geburtenentwicklung eingehen, die tm vierten Vierteljahr 1932 auf 14,1, im vierten Vier­teljahr 1933 auf 14,0 abgesunken war, so sehen wir im ganzen Deutschen Reich auch hier im ersten Vier­teljahr 1934 bereits den Aufschwung auf

Die Rechnungsablage, durch Kaufmann A. Lotz vorgetragen, ergab bei 578,02 Mark Einnahme und 520,55 Mark Ausgabe einen Ueberschuß von 57,44 Mark, wozu noch ein Kassenbestand unb eine Ver­mögensrücklage kommt. Weitere Vermögenswerte sind je eine Rücken- unb Karrenspritze unb Vorräte an Spritzmitteln für Winter- unb Sommerspntzun- gen. Der Voranschlag für das neue Vereinsjahr sieht 660 Mark in Einnahme unb Ausgabe vor und konnte dadurch ausgeglichen werden, daß der Jah­resbeitrag durch einstimmigen Beschluß der Ver­sammlung von 2 Mark auf 2,50 Mark erhöht wurde. Um die Benutzung der beiden Vereins­spritzen zu fördern, soll die Leihgebühr soweit er­mäßigt werden, daß nur die Kosten für notwendig werdende Ersatzteile beschafft werden können.

Baumwart Haas berichtete über die von der Obstbauinspektion Büdingen-Schotten auf der Do­mäne Konradsdorf durchgeführten Spritzv"rsuche, wobei sich Kupferwacker in seiner Wirksamkeit gegen Schorf besonders auszeichnete. Wahrend bei unbehandelten Bäumen 30 v. H. erstklassiges Obst geerntet wurden, erbrachten die gespritzten 77 v. H. Qualitätsware. Durch das Mehr an Obst erster Güte wurden die Kosten für vier Spritzgange nicht nur gedeckt, sondern es verblieb noch ein beträcht­licher Ueberschuß. Herr Haas schloß seine Aus­führungen mit der dringenden Mahnung, tragende unb auch nichttragende Obstbäume ber Sommer­spritzung zu unterziehen, um einwandfreies Obst zu erzeugen.

Den Höhepunkt der Tagung bildete ein Vortrag des Vorsitzenden überDie Rebspalierzucht . Der Redner führte etwa folgendes aus: Neben dem Pfirsich darf die reife Traube wohl als die edelste Frucht geschätzt werden. Leider gedeiht der Wein­stock bei uns nur an sonnigen Wänden als Spalier gezogen. Der Weinstock hat vor allen Obstarten den Vorzug, daß er alljährlich trägt. Da das Reblaus- qesetz den Bezug von Reben aus anderen We'nbau- gebieten erschwert, sollte jedermann die Anzucht selbst vornehmen, die durch Samen, Stecklinge unb Ableger erfolgen kann. Vor bem Pflanzen ist bas Spalier anzubringen unb die nötige Bodenvor- bereitunq zu treffen durch Unterbringen einer Dor­ratsdüngung. Der Weinstock ist ein Tiefwurz en Bei anhaltender ttockener Witterung ist gründlich zu wässern. Die Sommerbehandlung beschränkt sich auf das Anheften der Triebe, das Geizen und die Verabreichung von flüssigen Dunggaben, die unter Umständen durch Herausheben von Pflastersteinen gegeben werden müssen. Der Winterschmtt soll nicht w spät, am besten ausgangs Hornung (FebruaN ooraenommen werden, um Schädigungen durch Tränen (Bluten) zu unterbinden. In der Zeit der Saftruhe sind auch die Stecklinge zu schneiden.^ Die meisten Traubensorten sind winterhart und bedürfen nur bei starken Frösten eines Wurzelschutzes, den man mittels Stallmist, Torfmull ober Fichtenreisig bewerkstelligt. In unserer Gegend sind vor allem zwei Krankheiten, die die Weinspaliere befallen, der

gens demMittelalter" näherte, ,chabe ich meine Jahre angegeben. Schätzen Sie mich ab und machen Sie die Eintragung nach Gutdünken!" Nachdem alle BenWhungen des Zählers vergeblich blieben, drückte er, yiie er dem Lokalchronisten berichtete, beide Augen zu und schrieb:22 Jahre".

In einem südbulgarischen Dorfe aber weigerte sich ein altes Mütterchen, ihre drei Söhne, die ge­rade abwesend waren, in die Formulare einzutra­gen. Beschwörend flehte sie den Beamten an, auf diese Eintragung zu verzichten.Ich kenne schon diese Zählungen aus meiner Jugend, wo dann bald die Türken kamen unb^meine Brüder zum Militär * unh mim Krieoe holten" .. .

17,2 Lebendgeburten aus tausend Einwoh­ner. Früher konnte sich ja weder die Hebung der gesamten moralischen und ethischen Anschauungen, noch die Zunahme der Heiraten in den Geburten­zahlen auswirken. Und wenn wir uns die Groß­städte, die früher so katastrophal versagten, be­sonders herausgreifen, so haben wir in den Groß­städten über 100 000 Einwohner die beschämend, - . - .

niedrige Durchschnittszahl von 10,9 Geburten auf Regierungsform bekunden.

(d) Brüssel.

Einige belgisch- Zoologen haben in Zusammen­arbeit mit englischen Forschern eine neue Liste über di- Langlebigkeit der Tiere ausgestellt. Daraus er­geben sich teilweise ganz neue Zahlen Dl- Kalt­blütler haben entschieden den Vorzug. So hat man Fische gesunden, die 50 und 80 Jahre alt wurden. Ga? nicht zu reden von den Schildkröten, die oft die Jahrhunderte überdauern. Was sich keineswegs nur auf die Riesenschildkröten bezieht, sondern auch aus die kleinen griechischen...... .__

Jrn übrigen aber staffeln sich die Hochstalter etwa so: Elefant 50 Jahre, Ausnahmen bis zu 55 oder 60 Jahren sind möglich. In der Gefangenschaft selten über 30 Jahre. Rhinozeros 40 Jahre, Flutz- vferd 40 Jahre, Pferd 40 Jahre Dar 55 Jahre, Affe 35 Jahre, Katze 30 Jahre, Giraffe 30 Jahre.

Bei einigen Tieren verlängert die Gefangenschaft das Leben, bei anderen verkürzt sie es. Löwen werden z. B in der Gefangenschaft, die ihnen be­quem unb reichlich das Futter beschert, viel alter als in der Freiheit. , , . .

Erwähnen muß man noch die Vögel bei denen sich auch meist Gefangenschaft vorteilhaft auswlrk^

^ürgermeisterwechsel in Butzbach und Opvenbeim.

Oppenheim, 1. Febr (LVD.) Der seitherige Bürgermeister von Butzbach Dr. Scheller, hat mit dem heutigen Tage für den in den Staatsdienst zurückkehrenben bisherigen Bürgermeister Dr. Rhumbler die Bürgermeistergeschäfle von Oppenheim übernommen. Dr. Schellers Nachfolger in Butzbach wurde ber Direktor des Arbeitsamts Mainz Dr. Mörschel.

ssrühjabrs-pferdemarkt in ftrcöfccra.

Am 5. März wirb in Friedberg ber übliche Früh­jahrs-Pferbemarkt mit Prämiierung abgehalten. Die Bürgermeisterei Friedberg kündigt den Markt in unserem heutigen Anzeigenteil an unb weist barauf hin, daß Anmeldungen zur Prämiierung bis zum Tage der Prämiierung selbst angenommen werden. Weitere Einzelheiten können die Interessenten aus ber Bekanntmachung entnehmen.

Landkreis Gießen.

* Lollar, 1. Febr. Bei der Arbeit im B u derusschen Eisenwerk stürzte heute der 28 Jahre alte Schlosser Ernst Bechtold von Daubringen von einem etwa zehn Meter h o h e n' G e r ü ft ab. Der bedauernswerte Mann mußte der Chirurgischen Klinik in Gießen zuge­führt werben.

Daubringen,!. Febr. Im GasthausZum blauen Hecht" fanb die Generalversammlung bes Sportklubs 1921 statt. Der Dereinsleiter Hofmann gab zunächst ben Jahresbericht von 1934 bekannt unb betonte anschließend, daß bas neue Jahr in ber Tätigkeit des Vereins einen er­heblichen Aufschwung bringen solle, wenn die Mit­glieder die Arbeit des Vorstandes immer rege unter­stützten. Da keine Vorschläge für eine Neubildung des Vorstandes gemacht wurden, wird der seit­herige Vorstand die Geschäfte weiterführen. Nach bem Bericht bes Rechners ist die finanzielle Lage des Vereins befriedigend. Dem Rechner wurde Ent­lastung erteilt. Schließlich folgte noch eine rege Aussprache über die Gestaltung der Vereinstätigkeit im neuen Geschäftsjahr, in deren Verlauf eine ganze Reihe von Fragen besprochen wurde.

cv> Odenhausen, a. d. Lda., 1. Febr. Gestern hielt ber hiesige K r i e g e r v e r e i n bei Kamerad Gastwirt Haupt seine diesjährige Generalver­sammlung unter Leitung des Vorsitzenden, Kamerad Weber, ab. Nach Begrüßung der Mitglieder Der- las der Vorsitzende den Jahresbericht von 1934. Anschließend erstattete der Kassenwart, Kamerad Keller, den Kassenbericht, nach ber Prüfung seiner Kassenführung würbe bem Rechner Entlastung erteilt. Hierauf gab Kamerab Petri, Geilshausen, Aufschluß über ben Kyffhäuserbunb unb bie SA.- Reserve II, um daburch mancherlei Unklarheiten zu beseitigen. Nach einigen weiteren Besprechungen würbe ber geschäftliche Teil mit dreimaligem Sieg- Heil auf den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler geschlossen. In kameradschaftlicher Weise verblieb man dann noch einige Zeit beisammen.

* Lich, 2. Febr. Der weit über unsere Stadt hinaus bekannte und beliebte frühere Ortseinnehmer Wilhelm Zimmer konnte am gestrigen Freitag in voller geistiger Frische unb körperlicher Rüstig­keit seinen 8 0. Geburtstag im Kreise seiner Angehörigen begehen.

)( Nieder-Bes singen, 2. Febr. Der Loko- motivführer Heinrich Becker konnte gestern auf eine 25jährige ununterbrochene Tätigkeit bei der Buhbach-Licher Eisenbahn zurückblicken. Aus diesem Anmß wurden dem Jubilar verschiedene Ehrungen

* Wieseck, 1. Febr. Der hiesige Obst- und Gartenbauverein hielt gestern abend in ber Wirtschaft Walther seine ordentliche Jahres- Hauptversammlung ab.

Nach der Begrüßung und dem Verlesen ber Niederschrift der letzten Vereinstagung durch den Schriftführer W. Pausch erstattete der Verems- vorsitzende, Lehrer Beppler, den Jahresbericht, dem u. a. folgendes entnommen fei: Im abgelaufe­nen Vereinsjahr fanden im Winterhalbjahre drei Schulungsabende statt, die sich mit ben Hauptfragen bes Liebhaber-Obstbaues unb bes Gartenbaues be­faßten. Die brei Gemarkunqsrunbgänqe bienten ber praktischen Schulung der Mitglieder. Zur unentgelt­lichen Benutzung ber Mitqlieber wurde ein Süh- mostapparat und Fruchtsaftbereiter durch den Ver­ein angeschafft und durch den Vereinsobmann, der an einem Lehrgang über Süßmostbereitung in Ober-Erlenbach teilgenommen hatte, praktisch vor­geführt. Die planmäßige Wintersvritzunq wurde nur an den Baumanlagen durchgeführt, die in den beiden Vorjahren nicht behandelt worden waren. Immer mehr bürgert sich auch die Sommerspritzung ein, zu deren Durchführung der Verein größere Mengen Pflanzenschutzmittel bezogen und zum Selbstkostenpreise an die Mitglieder weitergegeben hat. Eine gewisse Beeinträchtigung erlitt das Ver­einsleben durch das Fehlen einer einschlägigen Ver­einszeitschrift, die aber durchD i e Scholle" bei den Lesern desGießener Anzeiger s" voll- auf ersetzt wurde. Das Vogelschutzgehölz, vor vier Jahren durch Zusammenarbeit von Gemeinde, Jagdpächter und Obstbauverein angelegt, hat sich trotz ber Trockenheit bes letzten Jahres gut ent­wickelt, bietet bem Niederungswilb schon gute Deckung und wurde bereits von mehreren Vogel­paaren beniftet. In diesem Jahre sollen die Quirle angeschnitten werden. Die im Spätherbst vom Ver­ein durchgeführte Baumzählung ergab in unserer Gemarkung einen Baumbestand von über 10 000 Stück. Da die Zahl der noch nicht tragbaren Bäume verhältnismäßig hoch ist, hat der heimliche Obst­bau eine aussichtsreiche Zukunft. Der im Vorjahre eingesetzte Ueberwachungsausschuß für Baumpflege hat ganze Arbeit geleistet. Insgesamt wurden 264 Krüppel und Baumruinen mit einem Kreuz ver­sehen, die von den Besitzern entfernt wurden. Heber 1100 mit weißem Ring versehene wurden als pflegebedürftig gekennzeichnet und durchweg von den Eigentümern oder Baumwärtern gründlich in Stamm- und Kronenpflege genommen.

f Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!

Briefmarkendiplomatie

(ht) Charbin.

Die chinesische Postverwaltung und die Postbehör- den der Mandschurei sind seit Jahr und Tag böse aufeinander. Die Mandschurei ist bekanntlich den Chinesen von den Japanern weggenommen und zu einem autonomen Kaiserreich umgewandelt worden, bas wie alle autonomen Staaten auch eigene Briefmarken herausgegeben hat

Diese Manschukuo-Briefmarken eine unendlich lange Serie! zeigen einen alten Lama-Turm, während die höheren Werte das wohlgelungene Konterfei Seiner Majestät des Kaisers Pu Pi im schlichten Jakettanzug zur Darstellung bringen Außer der UmschriftManschukuo" haben diese Marken nichts Provozierendes an sich. Und dennoch werden sie von den chinesischen Postbehörden boy­kottiert! Kein einziger Brief mit einer Lama- ober Pu Pi-Marke gelangt nach China unb kein einziger China-Brief nach Manschukuo, weil diesesge­raubte" Land für das nationale China eben nicht vorhanden ist.

Nun sind aber die Chinesen sehr schreibfteudige Leute, von denen allein in der Mandschurei nicht weniger als 25 Millionen leben unb in engster gei- ftiger unb wirtschaftlicher Verbinbung mit ihrem Mutter lande stehen: eine Ausschaltung dieser 25 Millionen Menschen aus dem Postverkehr ist ein Verlustgeschäft, das weder den Japanern noch den Chinesen auf die Dauer Freude macht. Infolgedessen haben sich soeben die beiden Postminister an den Verhandlungstisch gesetzt und eine neue Briefmarken- Serie ausgeknobelt, die das Nützliche mit dem Na­tionalen vereinigen soll: Manschukuo hat eine Serie herausgebracht, auf der lediglich schöne Orchideen und noch schönere Berge zu sehen sind, und auf der mit keinem Wort und keiner Silbe der Name des Herkunftslandes erwähnt ist. Dafür hat sich die er­leichtert aufatmende chinesische Poft verpflichtet, alle mit diesen bunten Bildern beklebten Briefe zu be­fördern, so daß wenigstens auf diesem Gebiete der Friede zwischen Japan und China wieder hergestellt ist. Aber von hier bis zumFrieden am Pazifik" ist es natürlich noch ein recht weiter Weg...

Der lebendige Wecker.

() London.

In der Hauptstadt des englischen Weltreiches ver­dient sich ein Mann seinen Lebensunterhalt barmt, daß er als lebendiger Wecker auftritt. Seine Tätig­keit beginnt nachts um zwei Uhr. Zu dieser Zeit weckt er zunächst die Bäcker, die ja dann schon zu ihrer Arbeitsstätte eilen müssen. Dann wandert er fast den ganzen übrigen Teil der Nacht von Haus zu Haus unb holt die Leute aus ihren Betten.

Der lebende Wecker zieht aus dieser Tätigkeit durchaus genügende Einnahmen. Und solange eine Weckuhr oder ein Telephonamt noch nicht imstande sind, verschlafene Menschen an den Füßen aus dem Bett zu reißen ober burch besondere List aus den Federn zu locken, wird dieser seltsame Berufszweig wohl auch seinen Mann ernähren.

Papageien und Schildkröten leben am längsten.

tausend Einwohner im Jahre 1933, dagegen im ersten Viertelsahr 1934 wenigstens schon 13,5. Im Monat April des Jahres 1934 hat sich diese Zahl weiter gesteigert aus 14,6, im Juni auf 14,9, im Juli auf 15,0. Freilich dürfen wir wegen dieser bescheidenen Anfangserfolge nicht allzu stolz sein. Die Geburtenzahl, die auch nur zur Erhol- t u n g des augenblicklichen Bestandes nötig wäre, haben wir noch längst nicht erreicht.

Es war schon angedeutet, daß die steigenden Ge­burtenzahlen gerade in den Großstädten stark be­einflußt find von den unter der nationalsozialisti- schen Regierung im Vergleich zur Systemzeit völlig gewandelten sittlichen Begriffen und Anschauungen. Auch diese Tatsache wird durch eine trockene Gegen­überstellung von Zahlen erschütternd dokumentiert. Bei der Berliner Ortskrankenkasse standen beispiels­weise im Jahre 1929 den 5900 Normalgeburten 6100 Fehlgeburten gegenüber. Im August 1934 da- gegen war die entsprechende Zahl 1464 Normal- gebürten unb 461 Fehlgeburten. Also einst auf 100 Normalgeburten 103 Fehlgeburten, jetzt auf 100 Normalgeburten 31,5 Fehlgeburten.

stimmte Liste einzig unb allein eintrug:Eins: meine Frau Nabia ..."

So mancher Zähler hatte auch mit ber weiblichen Eitelkeit zu kämpfen, da viele Vertreterinnen bes schönen Geschlechts es ablehnten, ihr Alter anzu­geben.Noch niemals in meinem Geben", erklärte kokett eine hübsche geschiebene Frau, die sich übri-1 unb zum Kriege holten ...