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2.2.1935
 
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Samstag, 2. Februar 1935

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhesien)

Ür. 28 Zweites Blatt

Gorina auf der Ausstellung der Grünen Woche

von des

(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Bangkok, im Januar 1935.

Bon Südchina und Bengalen bis zur Timor-See, zwischen dem Großen Weltmeer und dem Indischen Ozean, rund um das Südchinesische Meer und die Java-See, faft über 35 Breiten- und Längenarade hinweg, erstreckt sich die große und die seltsame Welt der Malayen. Die Macht der sie bewoh­nenden Rasse hatte sich über diesen Raum einst weit hinausgedehnt, und ihre hohe buddhistische Kultur hatte'sogar große Teile Indiens beherrscht. Bis dann dem Aufstieg der Verfall folgte, nordische Brahmanen im Westen und mongolische Völker im

Drama aber ist nicht nur eine Bildungsangelegen­heit, sondern es ist wie wir jetzt auch wissen­schaftlich bewiesen wissen ein Organ der Volkheit, eine Stimme und ein Ausdruck des Gemeinschafts­lebens. Man spricht gern vomFestspiel", wenn es sich um lokale Anlässe handelt:Festspiel" sollte überall da sein, wo die Deutschen einen Anlaß zu gemeinsamer Feier, Freude oder Herzensstärkung notwendig haben. Das Theater muß sich noch viel mehr, als es bis jetzt geschieht, in den Rhythmus unseres Erlebens als Nation einschalten! Es soll die Dichter beschäftigen, wie Dr. von Schramm in seinem Buche vom neuen Theater es ausgeführt hat, es soll mit einem Worte ein Spiegel der Nation in ihrem Ausstieg zur wahren Wurde sein.

Schloß Hammerhaus auf Bornholm gebracht. Man behandelte beide wie gemeine Missetäter.

Der Versuch, zu fliehen, mißglückte. Die Gatten wurden voneinander getrennt und noch schärfer be­wacht. , .. __

Endlich, im Jahre 1662, öffneten srch die Tore der Feste Hammerhaus. Ulfeldt mußte ein Doku­ment unterschreiben, das tiefste Erniedrigung für ihn bedeutete. Der Haß gegen Dänemark war nicht geschwunden. Er war gewachsen.

In Brügge und Paris schmiedet er neue Ränke gegen sein Vaterland. Geheime Unterhandlungen werden mit Eifer betrieben. Der Kurfürst von Brandenburg soll Ansprüche auf den dänischen Thron geltend machen?

Leonora Christina, die tapfer zu ihrem Gemahl gehalten hat, von diesen Unterhandlungen aber nichts weiß, begibt sich nach England, um eine Audienz beim König Karl II. zu erwirken. Er schul- bet Ulfeldt eine größere Summe Geldes. Man kann sie jetzt brauchen. ,

Derweil verrät der Kurfürst von Brandenburg den Ulfeldtschen Plan an den Hof von Kopenhagen. Corsitz Ulfeldts Auslieferung wird verlangt. Er flieht nach Basel und nimmt einen Decknamen an.

In Kopenhagen aber macht man ihm in contu­maciam den Prozeß. Ulfeldt wird zum Tod auf dem Schaffott verurteilt, sein Palais in der däni­schen Hauptstadt wird dem Erdboden gleichgemacht und eine Tafel darauf gepflanzt mit der Inschrift: Dem Hochverräter Corsitz Ulfeldt zu ^wilier Schmach und Schande! Ein Preis auf seinen Kops wird ausgesetzt. .

Ulfeldts Rolle ist ausgespielt. In steter Angst, entdeckt zu werden, lebt er in Basel, bis ihn 1664 der Tod erlöst.

Seine letzten Lebensmonate aber waren ganz verdüstert durch die Kunde, daß man Leonora Christina gefangen nach Dänemark gebracht hatte.

*

Wie konnte das geschehen?

Leonora hatte in London keinen Erfolg gehabt. Der König beteuerte zwar, er werde seine Schuld zurückzahlen, hielt aber nicht Wort. Die enttäuschte Frau entschloß sich, abzureisen.

Als sie in Dover das Schiff besteigen wollte, be­mächtigten sich dänische Sbirren ihrer Person und brachten sie auf ein anderes Fahrzeug, das schleu­nigst in See ging. Leonora landete in Kopenhagen. Sie wurde im königlichen Palais in dem sogenann- , ten Blauen Turm eingekerkert.

Dies war das Werk der Königin Sofia Amalia. Sie hatte ihren Gatten beredet, die unglückliche , Frau von der Welt abzusperren, weil diese an den i letzten Konspirationen Ulfeldts teilgehabt habe.

War sie nicht schöner? Stellte sie die Königin nicht tief in den Schatten? Dem Gefühl verletzter Eitel­keit entsprang ein satanischer Wille, zu vernichten.

Ulfeldt, der sein Amt behalten hatte, wurde aber­mals nach den Niederlanden geschickt. Seine Ab­wesenheit benutzte die Königin. Hatte sie nicht Gold? Für Gold kann man alles haben.

Es trat plötzlich eine Frau auf, die dem König Frederik mitteilte, daß Ulfeldt ihn vergiften wolle. Der König ließ die Sache untersuchen, der Schwin­del wurde offenbar, und schon fiel das Haupt jener Bestochenen unterm Beil des Henkers. Vermutlich hat sie in ihrer letzten Stunde alles enthüllt. Man hörte nicht auf ihre Rede.

Der Streich war mißlungen, aber doch nur halb. In Frederik war das Mißtrauen gegen Corsitz Ul­feldt erwacht. r _

Dieser jedoch fühlte, daß eine Kraft am Werke war, gegen die er nicht anzukämpfen vermochte. Er beschloß, das Feld zu räumen. Ohne Ankündi­gung begab er sich im Jahre 1651 mit seiner Fa­milie zu Schiff nach Holland.

Dies war der erste Schritt auf dem Weg zu furchtbarer Wirrnis, zu Not und Tod.

Während König Frederik III., nunmehr von der Schuld Ulfeldts überzeugt, dessen sämtliche Besitzun­gen in Dänemark konfiszieren ließ, wanderten die Flüchtlinge weiter nach Schweden, gastfrei ausge­nommen von der Königin Christina.

Die Konfiskation seiner Güter machte Ulfeldt zum fanatischen Hasser. Als im Jahre 1654 die Kö­nigin Christina abdankte und Karl X. Gustaf den schwedischen Thron bestieg, wußte Corsitz Ulfeldt ibn zum Kriege gegen Dänemark zu überreden. Er selbst führte das Heer. Seine letzte Freunde in Kopenhagen sagten sich von dem Landesverräter

mark zurück. *

Kaum in Kopenhagen angelangt, wurde bas Ehe­paar Ulfeldt gesangengenon^men upo nach Dem

Osten einbrachen. Eine Zeit der Erstarrung setzte ein, die ermöglicht hat, daß schließlich alles eine Beute abendländischer Mächte wurde, lieber Burma und Malakka flattert heute der bri­tische Union Jack, über Kambodscha weht die fran­zösische Trikolore, das" amerikanische Sternenban­ner über den Philippinen und die Flagge Hollands über den Inseln des Sundaarchipels. Nur ein ver­hältnismäßig kleiner Teil der malayischen Halb­insel hat seine angestammte Freiheit bewahrt: Siam, das Land der Weißen Elefanten.

In den letzten Monaten und Wochen verging kaum ein Tag, aus dem nicht aus diesem oder jenem

iiören jetzt immer wieder die Klagen der Drama- luker z. B., daß ihr Werk noch nicht in dem wün- chenswerten und notwendigen Maße von der Na- non ausgenommen wird. Gewiß: noch stehen wir p in den Anfängen, noch ist alles im Wachsen und Werden, und auch die neuen Gesetze können erst n einer gewissen Spanne des Wirkens ihre Früchte dringen. Aber es liegt weniger an den Gesetzen, □enn eine Nation zu hoher Kulturblüte gelangt. Vielmehr muß der innere Drang nach Vollendung vorhanden sein. Wagner hat das Ldeal des Festspiels ins deutsche Volk gepflanzt, inb sein Bayreuth ist dessen Symbol geworden. Iber es blieb bei diesem einen Bayreuth des- ; len Einzigkeit nicht betont zu werden braucht. Jetzt, in der Verwirklichung der hohen revolutionären ideale eines Wagner, p)äre es jedoch an der Zeit, len Geist der hohen Zielsetzung mächtig zu beleben, t us dem heraus ja Wagner seine gewaltige Schöp- !ung buchstäblich aus dem Nichts begann.

In uirferer Zeit und in unserem Volke liegt so riet Bereitschaft zu einer Erhebung durch bie Kunst - einer Erhebung aber nicht auf feierlich pathe- Uscher Weise, sondern vielmehr durch eine Heiter- leit, die bei uns im bürgerlichen Zeitalter fast ab- l<mben gekommen war.M eistersingerstim- nung" nennen es die einen. Mozart-Hei- l e r f e i t sagen andere. Das ist nun durchaus keine i sthetische Frage. Sondern hier entspringen Sehn- ! luchtskräfte, die dazu bestimmt sind, die Hochstim-

los. _ .

Dänemark lag am Boden. Der Frieden Roeskilde wurde geschlossen. Eine Bestimmung Vertrages lautet: daß Ulfeldt wieder in den Be­sitz seiner Liegenschaften kommen solle.

Dem König Karl von Schweden aber war der Kamm geschwollen. Wenige Monate nach Friedens­schluß fiel er von neuem in Dänemark ein, wurde diesmal jedoch vernichtend geschlagen. Die nieder­ländische Flotte unter Wassenaar von Obdam und de Ruyter war den Dänen zu Hilfe geeilt

Karl haßte Ulfeldt. Und obwohl jener bald darauf starb, konnte' der Graf Corsitz nicht wagen, langer in Schweden zu bleiben.

Er tat etwas Unglaubliches. Er kehrte nach Dane-

Das Geld liegt auf der Straße.

Alexander Dumas der Aeltere war ein begei­sterter Verehrer der Schauspielerin Ristori: einmal traf er auf der Straße einen Freund und fragte ihn:Hast du diese Ristori gesehen?"^eim Aber warum denn nicht?"Habe kein Geld. Aber nimm doch", und Dumas hielt ihm ein Fünffrankstück hin. Der Freund lehnte ab. Dumas bestand darauf, aber der andere wollte nichts davon wissen. Schließlich legte Dumas das Fünf- frankstück einfach auf den Prellstein.Adieu." Adieu." Beide entfernten sich. Aber nach einigen Schritten kam Dumas der Gedanke, auf dem Prell­stein brauche man die fünf Franken doch nicht liegen zu lassen, und er kehrte um. Allein der Freund war auch auf denselben Einfall gekommen und so trafen sich denn beide wieder an dem Prellbock und starr­ten sich etwas verblüfft gegenseitig ins Gesicht. Da, Ende war, daß Dumas den Freund zum Abendessen einlud, der ihn bei dieser Gelegenheit um 500 Frs. anpumpte und ihm die Summe niemals zurückgab.

mung der nationalen Erhebung fortzutragen, zu bewahren und fruchtbar zu machen. Ein Volk braucht Sinnbilder, braucht Spiele, um aus der Dumpfheit des Alltags immer den Blick hinaus­wenden zu können zu den Höhen des Lebens, wo die Würde und die Größe wohnt ...

Und entsprechend dem großen Zuge unserer na­tionalen Erweckungsbewegung muß diese Aufgabe auch gemeinschaftlich angefaht werden. Das Volk muß mit seinen Künstlern zusammen­wachsen. ~,

Möchten die deutschen Theater voran­gehen! Denn sie sind so wie die Dinge liegen die übernommenen Stätten des Gemeinschaftserleb­nisses der Kunst. Sie sind die Heimstätte jenes Spiegels der Nation, den man Drama nennt. Dieses

Reichsminister Dr. Goebbels benutzte in Garmisch die Gelegenheit zu einer Probefahrt auf der Olympia- Bobbahn. Vorn am Steuer sitzt Kilian, hinter Dr. Goebbels Ritter von Halt und dahinter Bremser Huber.

Die Gefangene im Blauen Turm >

Don Waldemar Keller

Dies ist die Geschichte dSr Leonora Christina, ' Gräfin von Schleswig-Holstein, und ihres Ehe- , Gemahls Corsitz Ulfeldt. Es ist eine Geschichte von Liebe und Martyrium, von Treue, Haß und Verrat. ,

König Christian IV. von Dänemark hatte mit 'einer morganatischen Frau Kirsten Munk zwölf ; Kinder gezeugt. I - bling unter allen war ihm Leo- 1 iora Christina, schön von Gestalt, reich an Geistes- naben. Sie sprach verschiedene Sprachen, dichtete, 'oang und musizierte. Ein Kreis von Anbetern um- nab sie, obwohl die kleine Gräfin noch im keusche­ren Mädchenalter stand.

Keiner hatte Glück.. Die Wahl des Königs fiel ®uf einen Mann, dessen Jugend wildbewegt ge­wesen war, der aber, nach langen Wanderjahren nun ein bedeutendes Staatstalent offenbarte und geeignet schien, die Nachfolge feines Vaters anzu- r reten. Es war der junge Graf Corsitz Ulfeldt, Sohn ves Reichskanzlers Jacob Ulfeldt.

Am 9. Oktober 1636 wurde die Hochzeit gefeiert. Leonora Christina war zu dieser Zeit fünfzehn Jahre alt. . . , ...

Das Paar lebte glückliche Tage. Ulfeldt fUeg von stufe zu Stufe, hatte endlich als erster Minister tDes dänischen Reiches große Macht in Händen, Die uim so mehr zunahm, desto älter der König wurde. Vorsitz regierte in Wahrheit.

Die Ehe dauerte nun zehn Jahre, und es muß gesagt werden, daß Leonora an der Macht ihres Mannes teilhatte. Sie ging nicht beschaulich ihres Weges, sie war tätig, sie half, ihre feinen Hande webten mit am Netz der Politik.Ulfeldt wurde zu Verhandlungen nach Frankreich und den Nieder­landen geschickt. Mazarin machte Schwierigkeiten. Da war es Leonora Christina, die lächelnd einen ggünftigen Abschluß herbeiführte.

Im Haag schenkte sie Corsitz einen Sohn. Es fchion, als ob das Glück die beiden nicht verlassen wollte.

Aber im Schatten des Kopenhagener Schlosses war eine Feindin gewachsen. Die Kronprinzessin Sofia Amalia von Braunschweig wartete auf den Tag, der die Macht ihren Händen überliefern würde.

Der Tag kam nur zu bald. König Christian starb, imb Frederik III. setzte sich auf den Thron. Sofia Amalia war Königin geworden. Man schrieb das Äahr 1648.

Alle Kinder der Kirsten Munk haßte die Königin, über am meisten haßte sie ßeonorg Christina. War Liese junge Frau nicht klüger als Sofia Amalia?

Kutturziele der Nation.

Don Gurt Hohe!.

In den Stunden der großen nationalen Erhe- -ung, wie wir sie in diesen Tagen erleben, soll ein Lott sich seiner großen Aufgaben besonders bewußt □erben. Was das Alltagsleben allzuoft verschüttet, las macht die innere Erhebung durch große Anlässe Hnmal frei: der Ausblick ist wieder möglich, der Ausblick auf hohe Ziele.

Richard Wagner schrieb einmal als Werdender, In der Zeit seiner revolutionären Bewegtheit in Dresden in der 48er Zeit:Aus ihrem Zustande zivilisierter Barbarei kann die wahre Kunst f i ch rur auf den Schultern unserer gra­sen sozialen Bewegung zu ihrer Würde erheben: sie hat mit ihr ein gemeinschaftliches Ziel, inb beide können es nur erreichen, wenn sie es cemeinschaftlich erkennen. Dieses Ziel ist tor starke und schöne Mensch: die Revolution gebe hm die Stärke, die Kunst, die Schönheit."

In diesen ahnungsvollen Worten liegt eine große Serheißung. Erst das zwanzigste Jahrhundert kam .Irbensmäßig dem allgemeinen Erkennen dieses hohen Zieles nahe. Es ist aber auch bezeichnend, daß der- '|»ibe Wagner 1849 in der Hochstimmung der da­maligen Revolution (die eher unzureichend begrün- toter Aufruhr war) in einem Briefe schrieb:Das iEunftroerf kann jetzt nicht geschaffen, sondern nur vorbereitet werden, und zwar durch Revolutio- rieren, durch Zerstören und Zerschlagen alles dessen, i»as zerstörens- und zerschlagenswert ist. Das ist rnfer Werk, und ganz andere Leute als n i r werden erst die wahren schaffenden '£ ü n ft I e r sein." Man kann heute rückschauend diese mtfame Prophetie nur belächeln. Gewiß: Wagner toit sich da über s i ch selber geirrt, denn in hm lagen ja schon die ungeheuren Werke, die das toutsche Kunstschaffen nach der klassischen Epoche vieder neu in der Welt triumphieren lassen sollten. Wagner hatte wie das in Revoluionszeiten leicht toschieht über das Ziel hinausgeschossen. Er hatte i«s nur Zeitliche überschätzt.

Auch heute liegt auf uns die schwere Aufgabe, 11 schaffen, zu ordnen und aufzubauen. Die ord­nende Macht der Kun st muß noch in einem j j»anz anderen Maße in den neuen Staat eingebaut □erben. Mit Wagner zu reben: bie Kunst muß sich nuf ben Schultern ber großen sozialen Bewegung in ihrer Würbe erheben! Das heißt aber: Die Ration muß Anteil nehmen an bem I auenben Werk ihrer Künstler. Wir

Teil des malayischen Raumes das eine oder an­dere Ereignis gemeldet wurde, durch das die Welt­öffentlichkeit zum Aufhorchen veranlaßt worden war. Da sind die ständigen Unruhen auf Java, die Revolte auf derZeven Provincen dürfte noch in aller Erinnerung fein, sind die fort­gesetzten Experimente der Amerikaner aufden Philippinen, die französischen Kolonial- und Opium skandale inJndo- ch i n a , die Spionageaffären, die Flottendemon- trationen und Manöver runb um Singapore, und dann der Königskonflikt in Siam. All diese Momente haben zum Teil recht verschie­dene Ursachen, denn der Mitspieler sind allzu viele. Aber der Generalnenner, falls es einen solchen gibt, ist:--das Erwachen der malay­

ischen Welt.

Auch das hat verschiedene Ursachen. Siam hatte sich schon lange vor dem Weltkrieg an Japan em Beispiel genommen und seine Söhne in Europa studieren lassen. Auch deutsche Universitäten wie Militärakademien zählten viele Malayen zu ihren und nicht den schlechtesten Schülern. Zudem hat die milde Handhabung der Kolonialherrschaft durch die Holländer viel dazu beigetragen, daß die Malayen mit den kulturellen und technischen Errungenschaf­ten des Westens vertraut wurden. Somit hatten |ie im guten Sinne vom Baume der Erkennt­nis gegessen und sahen plötzlich daß sie un­frei waren.

Gottes Mühlen mahlen auch im Fernen Osten langsam aber mit unheimlicher Sicherheit. Die malayische Selbständigkeitsbewegung war für die Westmächte das Signal für stärkeres, festeres Zu- greifen. Und bald mußte man feststellen, daß der Freiheitsdurst der eingeborenen Bevölkerung aus nicht weniger als drei verschiedenen Quellen gespeist wurde. An erster Stelle ist natürlich das gebil­dete Malayentum selbst zu nennen, das aus Europa und Amerika neue Gedanken mit­brachte, die aber merkwürdigerweise bei den Bauern nicht recht verfangen wollten. Das sind nämlich die im Abendlande allmählich absterbenden liberalisti- schen Ideen, die Erbschaft der französi­schen Revolution, die nun im Osten ihre Auswärmung erfahren sollten.

Eine Lüge. Aber Sofia Amalia herrschte und ließ ihren Haß an der Tochter der Kirsten Munk aus.

Leonora durchlitt ein Martyrium sondergleichen. Ihre Zelle wurde nie geheizt, auch im strengsten Winter nicht. Sie hatte nur eine Pritsche, einen Tisch und einen Stuhl zur Verfügung, Bücher unb Schreibzeug wurden ihr verweigert.

Dennoch trotzte sie dem Schicksal. Ihr Geist wachte und blieb wach. Mit den Nägeln kratzte sie Gedichte auf die Mauerwände. In dem Strohsack, der ihr als Lager diente, fand sie eine Nadel, und nun versuchte sie, Blumen zu sticken, indem sie als Garn die Fäden benutzte, die sie aus ihrem Seinen- Hemd zog.

Zuweilen geschah es, daß am Hose Fürbitte für sie eingelegt wurde, Aber Sofia Amalia schnitt alle Erörterungen ab.Sie hat es verdient!" war die stete Antwort.

König Frederik starb. Der Blaue Turm blieb verschlossen. Einige kleine Erleichterungen wurden der Gefangenen zwar gewährt. Aber Freiheit? Nein.

Nahezu 22 Jahre" saß Leonora Christina tm Blauen Turm zu Kopenhagen. Sie verließ ihn im Mai 1685, nachdem der Tod den Haß ihrer Wider- sacherin Sofia Amalia ausgelöscht hatte.

In einem Kloster auf der Insel Laaland ver­brachte sie noch dreizehn Jahre. Sie war 76, als sie entschlief.

Nachkommen ihres Sohnes Leo find heute m Wien ansässig.

Während des Rundgangs durch die Ausstellungshallen der Grünen Woche in Berlin blieb der preußische Ministerpräsident General Göring auch vor den F l a ch s s p l n n e r i n n e n stehen, um sich etwas von ihrer Tätigkeit erzählen zu lassen.

Das Erwachen der malayischen Wett.

Siam zwischen drei Feuern. - Sorgen der Weltmächte. Wetterleuchten um Singapore.

Don unserem Ba.-Serlchterstatter.

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