185. Jahrgang
Gießener Anzeiger
Politik und Baukunst
kam
entstanden.
Oer Duce spricht bei der Einweihung der Universitätsstadt 5tom.
Englandfeindliche Studentenkundgebungen in Jtotn.
schiedenen Bestrebungen eines nicht allzu erfolgreichen Angreifers, sondern auch die berechtigten Forderungen des Opfers und die Erfordernisse der Völkerbundssatzung befriedigen würde. Hier hätten sich die Erörterungen beinahe zwangsläufig wieder den Empfehlungen des Fünfer-Ausschusses zugewandt. Die Sachverständigen seien soweit gegangen, den Austausch von Gebietsteilen zu erwägen. Italien würde danach Teile des abessinischen Grenzgebietes erhalten haben, gegen die Ueberwei- sung eines Seehafens und Korridors allenfalls auf italienischem Boden an Abessinien. Es sei aber keine feste Vereinbarung über irgendeinen derartigen Plan erzielt worden. Im Gegenteil, alle Hoffnung auf seinen Erfolg sei bereits durch die Aufnahme zerstört worden, die diese Vermittlungsbemühungen in Rom gefunden hätten. Times nennt die letzte Rede Mussolinis eine neue Herausforderung des Völkerbundes Der trotzige Ton der Rede scheine die Optimisten, die eine Regelung des Streites zwischen Italien und dem Völkerbund nahe glaubten, überrascht zu haben.
Die Pariser Beratungen ergebnislos geblieben.
London, 1. Rov. (DRB. Funkspruch.) Der Genfer Berichterstatter der „Times" meldet, es sei unwahrscheinlich, daß heute nach Eintreffen Hoares, Lavals und des Barons Aloisi irgendwelche neue Vorschläge gemacht würden. Der britische Außenminister werde neuerlich betonen, daß die britische Regierung nicht geneigt sei, sich mit irgendwelchen fragwürdigen Vorschlägen zu beschäftigen, die auf eine Vereinbarung außerhalb des Völkerbundes abzielen würden.
Es habe sich gezeigt, daß die französisch-britischen Beratungen der letzten Tage keinerlei brauchbares Ergebnis gehabt haben dürften. Don einer französisch-britischen, auf einem Kompromiß beruhenden Vereinbarung sei keine Rede. Die Pariser Beratungen seien anscheinend in zwei Teile zerkallen. Im ersten Abschnitt seien italienische Anregungen erörtert worden, die eine Teilung Abessiniens und eine Kontrolle Italiens über den größten Teil des Landes vorsahen. Die britischen und französischen Vertreter seien sich darüber einig geworden, daß diese italienischen Anregungen mit der Völkerbundssatzung nicht in Einklang gebracht werden könnten und daß die abessinische Regierung sie nicht in Erwägung ziehen werde. Sie könnten somit dem Völkerbund nicht als Grundlage einer Erörterung empfohlen werden. Dies sei das einzige Ergebnis dieser Beratungen gewesen.
Im zweiten Abschnitt der Besprechungen hätten sich die Sachverständigen mit dem Plan einer Vereinbarung beschäftigt, die nicht nur die Der»
MWm ruft Italien ZUM Widerstand gegen die Völkerbunds-Sanktionen ans.
„Giornale d'Jtalia" kann bereits Aufschlüsse geben, wie der Widerstand Italiens gegen die Sanktionen organisiert wird. Für Kohle, Nickel, Zinn und Kupfer besteht ein Staatsmonopol, für Baumwolle ist das staatliche Baum- wollinstitut vorgesehen, das den Einkauf aus dem Auslande regelt. Die Wolleinfuhr wird auf gleiche Weise geregelt. Für die Einfuhr von" Mineralölen wurde eine staatliche Kontrolle geschaffen. Eine Ueberwachungs- stelle für Valuta steht über der gesamten Einfuhr von Rohstoffen, halbfertigen und fertigen Waren. Das Blatt unterstreicht nochmals, daß Italien nichts mehr von den Ländern kaufen werde, die ihm Sanktionsschrauben anlegen. England könne also nicht mehr glauben, seine Kohlen weiter an It^lim n-"•raufen können. Frankreich dürre sich nicht einbilden, daß Italien seine Weine und Lurusartikel aulnimmt,. wenn es nicht italienische Waren kaufe. Die Sanktionen seien also Waffen, die vor allem denjenigen verwunden, der sie gebraucht.
A'oisis Aufgabe in Senf.
Nom 31 Okt. (DRB.) Das italienische Ratsmit- alied Baron Aloisi hat sich nach Genf begeben, wo er sich zur Verfügung halten wird. Aloisi ist aber nicht der Ueberbrinqer neuer italienischer Vorschläge. Wenn Italien sich wieder in Genf vertreten lasse, so erklärt man in Rom, so geschehe es in der Hoffnung, daß endlich das ganze bisherige Verfahren revidiert werde. Sollten in dieser Richtung keine Absichten bestehen, so wäre der in einem Teil der Auslandpresse zu beobachtende Optimismus unverständlich. Auf keinen Fall gibt man sich in Italien irgendwelchen Illusionen hin weder in Bezug auf die Verhängung der Sanktionen, noch in bezug auf etwaige weitere Besprechungen zur Beilegun g des italienisch-abessinischen Konfliktes.
Revisionen nur im Rahmen des Völkerbundes
Baldwin über das Grundfähliche des Abessinien-Konflikts.
Rom, 31. Okt. (DNB.) Donnerstag abend es in Rom zu englandfeindlichen Kundgebungen. Bei Umzügen studentischer Jugend durch die Straßen wurde nach englischen Erzeugnissen und Inschriften gefahndet. Die Studenten hatten es besonders auf ein in der Hauptstraße Roms gelegenes Kaffeehaus abgesehen, in dem englische Backwaren und Getränke erhältlich sind. Die Studenten rissen Anschläge, auf denen „Ice Drinks“ stand, ab und verlangten stürmisch, daß sämtliche englischen Waren aus den Fen - sterauslagen entfernt würden. Dem Wunsche der Studenten wurde nachgegeben. Die an dem belebten Hauptkorso gelegene „Indische Apotheke" mußte wegen der drohenden Haltung der Demonstranten die Läden schließen. Einige Heißsporne haben von dem Firmenschild die Buchstaben heruntergerissen. Weiterer Schaden ist nicht
London, 31. Okt. (DNB.) Premierminister Baldwin hielt auf einer Tagung der Jnternatio- : nalen Friedensgesellschaft in der Guild-Hall eine wichtige außenpolitische Rede. Baldwin führte u. a. aus: Es gibt einige Leute, die es shocking finden, daß der Völkerbund ein Verfahren vorfieht, um gegen jede Macht vorzugehen, welche die Absicht zeigt, ein internationales Uebereinfommcn friedlicher Regelung zu brechen- Diese Leute haben nichts gegen den Völkerbund, solange er sich nur mit dem Opiumhandel beschäftigt, schrecken aber davor zurück, wenn er sich um ernsthafte Angelegenheiten kümmert. Wir erreichen jedoch nichts durch den Völkerbund, wenn wir nicht bereit sind, sein Urteil zu erzwingen. Das Urteil der Welt ist, menn es mutig in offener Versammlung und nach längerer Aussprache festgestellt wird, kein leicht zu nehmendes und oberflächliches Ding.
Es wird behauptet, daß der Völkerbund kein Völkerbund sei, weil -einige Großmächte außerhalb des Völkerbundes stehen. Ich wünschte, sie wären im Völkerbund. Ich hoffe, daß es nicht lange dauern wird, bis sie ihm angehören. Wenn der Völkerbund nur existiert, um die Dinge i n ihrem gegenwärtigen Zu st and zu halten, so wird er austrocknen und z u Staub verfallen/ In Wahrheit ist er ein lebendiger Organismus, und wie jeder andere lebendige Organismus muß er sich fähig zeigen, sich zu entwickeln und abzuändern. Aber dieser Wechsel muß von innen herauskommen und muß innerhalb des Rahmens des Völkerbundes geschaffen werden.
Sir Samuel Hoare hat auf die Bedeutung hin- gewiesen, die der Zugang zu den Äoh - stossen für die wirtschaftliche Entwicklung und Selbständigkeit aller Länder hat. Diese Worte waren nicht leicht hingesprochen. Wir wissen, was sie für uns bedeuten, und wir schrecken nicht vor ihnen zurück. Aber wir bestehen darauf, daß jede Aenderung innerhalb des Völkerbundes getroffen wird, die Billigung des Völkerbundes erhalt und friedlich unter den Auspizien des Völkerbundes durchgeführt wird.
In schwierigen Lagen werden alte Freunde einer Belastungsprobe unterworfen. Ich glaube aber nicht, daß diese alten Beziehungen schwer geschädigt werden können. Es gibt Elemente in Frankreich, die oft sehr laut sind, die mit uns in dieser Frage nicht übereinstimmen, aber zwischen den beiden Regierungen besteht eine Solidarität, die für sie als loyale Mitglieder des Völkerbundes gegeben ist. Und hierauf allein
künftiger Operationen.
Asknara, 31. Okt. (Funkspruch des Kriegsberichterstatters des DNB.) Am Mittwochabend waren in Asmara wilde Gerüchte über neue militärische Unternehmungen an der Nordfront verbreitet, jedoch stellte sich die Behauptung, daß die Vorhut der Gruppen Santini bereits Orte kurz vor Makalle besetzt habe, als unzutreffend heraus. Richtig ist lediglich, daß die italienische Vorhut am Mittwochabend die Wasser- stellen von Mai Wetsch, 10 Kilometer südlich von Adaga Hamus, besetzt hat. Ferner trifft es zweifellos zu, daß Makalle demnächst der Mittelpunkt der Unternehmungen an der Nordfront zu werden verspricht. In dem Gebiet dis Makalle scheinen sich keine feindlichen Truppen mehr zu befinden. Vielmehr hat Ras Kassa seine Streitkräfte in Stärke von etwa 20 000 Mann südlich von Makalle zusammengezogen. Von Bedeutung ist weiterhin, daß das Korps Santini jetzt auch eine Front gegen das Danakiel-Gediet gebildet hat. Ein italienischer Vorstoß nordwestlich des Mussa Ali im Verfolg der Straße von Ela nach dem Tira- dud-See wurde nach anfänglichen Erfolgen, die unter starker Beteiligung von Kavallerie, Tanks und größeren Infanterieabteilungen erzielt werden konnten, zurückgeschlaqen, wobei die italienischen Truppen nach abessinischen Bericht, bis zum Mussa Ali zurückgeworfen wurden.
Anschlag auf den ch nesi'schen Ministerpräsidenten?
London, 1. Nov. (DNB. Funkspr.) Nach einer Reutermeldung aus Nanking soll auf den chinesischen Ministerpräsidenten und Außenminister Wangtschingwei am Freitagvormitag ein A n- schlag verübt worden sein. Der Ministerpräsident soll von einem japanischen Journalisten a n - geschossen und schwer verletzt worden sein. Der Anschlag soll begangen worden fein, als sich die Teilnehmer an der Reichstagung der Kuomintang anläßlich der Eröffnungssitzung photographieren ließen. Plötzlich habe e t n Mann einen Revolver gezogen und mehrere Schüsse abgegeben. Die Aerzte glauben, daß die Verletzung des Ministerpräsidenten nicht lebensgefährlich sei. Ein altes Mitglied der Kuomintang, namens Tschangtschi, und der Leiter der politischen Schulung im Hauptquartier Tschiangkeischeks, namens Kanlei Kmm, wurden ebenfalls durch Schüsse verletzt.
In M ü n ch e n , in der Hauptstadt der Bewegung, sind Bauten entstanden, die ohne die Bewegung, die ohne den Gestaltungswillen des Führ e r s nicht möglich gewesen wären. Es wiederholt sich immer wieder, daß große Staatsmänner nicht nur politisch schöpferisch find, sondern auch bau- k ü n st l e r i s ch, wobei für die Gegenwart nur an Mussolini erinnert zu werden braucht, der das Stadtbild Roms in einem Jahrzehnt so umgestaltet hat, wie es vordem nur unter den großen Kaisern geschah. Aber wo immer in der Geschichte eine überragende staatsmännische Persönlichkeit hervortritt, gehört es zu ihrem Wesen, gehört es zur Erscheinung, daß der Stcmtswille sich durch den Bauwillen ergänzt. Friedrich der Große war noch nicht durch die Siege bei Roßbach und Leu- then, noch nicht durch die Erneuerung und Besestl- gung Preußens als unsterblich in die Geschichte eingegangen, als er seine Schlösser, die doch nicht nur einer Laune entsprangen, sondern auch als Schaubild des neuen Preußens gelten konnten und mußten, teils schon gebaut, teils schon geplant hatte. Als wenn es ein Gesetz der Ergänzung gäbe, standen nicht nur Friedrich dem Großen, sondern auch anderen großen Staatsschöpfern die Baumeister und Baukünstler zur Verfügung, um der Zeit und ihren Geschehnissen den raumbeherrschenden Ausdruck zu geben. Daß zu dem großen Staatsmann auch der große Daukünstler gehört, aber nicht umgekehrt, das zeigte sich nach den Befreiungskriegen, als Deutschland in Schinkel wohl über einen Bau- künstler vom Jahrhundertrang verfügte, aber nicht über einen großen Staatsmann, der den großen Baukünstler verstand und ihm Raum chaffte. Schinkels große Baupläne für die Reichshauptstadt blieben Plane, so vor allem das große Denkmal für die Befreiungskriege, das, wenn es steinerne Wirklichkeit geworden wäre das Stadtbild nicht weniger stark beeinflußt haben würde wie das gewaltige Forum zwischen dem Alten Schloß und dem Museum.
Daß B i s m a r ck sich baukünstlerisch nicht in dem Sinne betätigt hat wie Friedrich der Große oder wie die großen Könige und Staatsmänner Englands und Frankreichs, ist kein Widerspruch zu der Feststellung, daß große Staatsmänner auch große Bauherren sind. Bismarck war Bauschöpfer und Gestalter in einem anderen Sinne, nämlich in dem Sinn, nicht durch einzelne Bauten em Stadtbild zu schaffen, sondern die Stadtplanung selbst entscheidend zu beeinflussen. Es ist sehr wenig bekannt, daß es Bismarck war, auf dessen Anregung die ursprüngliche Anlage des Kurfürstendamms zurückzuführen ist. Bismarck war es auch, der mit allen Kräften, die ihm zur Verfügung standen, die Stadtverwaltung Berlins und feiner Nachbarorte dahin unterstützte, einen gewaltigen Straßenring, den sog. Feldherrnring anzulegen und durchzusühren. Daß das in den Anfängen stecken- blied, daß dieser Feldherrnring als Hasenheide m Neukölln, das damals Rixdorf hieß, sich totlief, ist nicht Bismarcks Schuld. Aber in der Berliner Stadtverwaltung herrschte damals ein freisinniger Klüngel, der Bismarck haßte und aus diesem Haß heraus auch alle Anregungen Bismarcks über die Ausoestaltung der Reichshauptstadt beiseite schob. Wie würde das Stadtbild der Reichshauptstadt heute aussehen, wenn der Feldherrnring der Tauentzien-, der Kleist- und Bülowstraße um Groß-Berlin her- umgeführt worden wäre! Aber nicht etwa von großen Miethäusern besetzt, sondern von wirklich bau- künstlerisch und bauschöpferisch bestimmten Anlagen. Was hier versäumt wurde, wird sich nie wieder nachholen lassen, so daß es abermals stimmt, daß große Staatsmänner sich als Bauherren nur durchsetzen können, wenn ihnen große Baukünstler zur Seite stehen, wenn auch die Zeitgenossen eine Ahnung haben, um was es sich in dem einen wie dem andern Fall handelt.
Die Hauptstadt der Bewegung, München, ist kunstgeschichtlich und in der üblen Nachäfferei häufig Isar-Athen genannt worden. Die Wittelsbacher Ludwig!, und sein Sohn M a x i m i l i a n I!. haben von großen, aber nicht überragend großen Baumeistern, wie es Schinkel war, unterstützt, durch Gestaltung von Bauwerken, durch Anlagen von Straßen und Plätzen, eine Haupt- und Residenzstadt geschaffen, die in ihrer Art in Europa ohnegleichen war und ist. Wäre auf Maximilian II., der allerdings kein großer Staatsmann war, ein großer König oder Staatsmann gefolgt, der unter dem Eindruck der Geschehnisse von 1870/71 auch von starkem Bau- willen beseelt gewesen wäre, so hätte München sicher eine Vollendung erfahren, wie das in den großen Stadt-Staaten der Renaissance der Fall war. So blieb vieles in den Anfängen stecken, so blieb vieles unvollendet, um es der Fügung des Schicksals anheim zu geben, daß ein großer Staatsmann und Bauherr wirklich aus München das macht, was der Schwedenkönig Gustav Adolf von dem mittelalterlichen München auf der oben bayerischen Hochebene sagte: Es sei ein reicher und geschmückter Sattel auf dürrem Pferde. Es ist der Staatsmann und Bauherr A d o l f H i t l e r, der der Hauptstadt München ein neues Gepräge gegeben hat, nicht nur, indem er nach den Plänen des großen Bauschöpfers Professor T r o o st den einziggearteten Königsplatz durch Bauten ganz großen Stils und von erhabenem Empfinden vollenden ließ, sondern auch durch die Errichtung des Hauses der deutschen 1 Kun st. Wir müssen uns an große Vorbilder der ; Baugeschichte halten, an die Gestaltung der Akro- nolis durch Perikles und seine Künstler, an das ‘ Rom der Cäsaren, dessen baukünstlerische Herrlichkeil im Triumphbogen des Trajan gipfelte.
Rom, 31. Okt. (DNB.) Unter großer Feierlichkeit wurde die Universitätsstadt Rom ihrer Bestimmung übergeben. Die Anlage, die vor drei Jahren begonnen wurde, umfaßt verschiedene Häuser, die überall mit modernsten Hör- und Versuchssälen ausgestattet sind. In der Aula der Universität hatte sich eine große Zahl von geladenen Gästen versammelt, vor allem Universitätsprofessoren aus allen Teilen des Landes und Abordnungen aus anderen Ländern. Deutschland war ebenfalls durch eine Abordnung, geführt durch Prof. Pie- t r u f f i (Bonn), Prof. Eugen Fischer (Berlin) und die Professoren W i n tz und Rein, vertreten.
Mussolini hielt eine Rede, in der er besonders auf die enge Verknüpfung der gegenwärtigen Geburtsstunde der neuen Universität mit dem für Italien geschichtlichen Augenblick hinwies, wo i t a - lienische Soldaten als Festiger der Zivilisation in Ostafrika kämpften. Eindringlich erinnerte Mussolini daran, nicht zu vergessen, daß die Universität von Rom an demselben 31. Oktober eingeweiht werde, an dem in Genf eine „Koalition von Egoisten und Plu- tokraten" vergeblich versuche, den Weg des jungen Italiens zu versperren. Die wirtschaftliche Belagerung, die man Italien androhe, müsse alle zivilisierten Kreise Europas vor Scham erröten lassen. Dem unerhörten Experiment, das man heute gegen Italien ausprobiere, werde ganz Italien seinen unerschütterlichsten Widerstand entgegensetzen, seinen entschlossensten Willen und seine tiefste Verachtung. Mussolini richtete ganz besonders an die geistigen Schichten Italiens die Aufforderung, mit in der Front zu stehen und gemeinsam mit dem militärischen Widerstand ein Bollwerk zu bilden, um dann zusammen den Sieg zu erleben.
lieber die Besprechungen des britischen Botschafters in Rom mit Mussolini wird aus London berichtet, daß die Besprechungen der Aufklärung von Mißverständnissen gedient hätten. Die Zurückziehung einer italienischen Division aus Libyen werde in London als befriedigend angesehen. Die Tatsache bleibe jedoch bestehen, daß die britische Handlungsweise noch immer in Italien falsch dargestellt werde und daß in Libyen immer noch ein Ueberschuß italie» nischer Truppen über die normale Stärke hinaus vorhanden sei. Es sei mehrfach darauf hingewiesen worden, daß von einer Entspannung solange nicht die Rede sein könne, als Italien sich Großbritannien und die britischen Interessen gesondert heraussuche; daher könnten auch die Mindestvorsichtsmaßnahmen nicht abgemildert werden, die Großbritannien im Mittelmeer für notwendig halte. Drummond habe darauf hingewiesen, daß die italienischen Streitkräfte in Libyen auch nach der Zurückziehung einer Division in Stärke von 20 000 Mann immer noch vier- b is fünfmal s o stark seien wie die britl- scheu Truppen in Aegypten.
Makalle im Mittelpunkt
kommt es an.
Und es gibt noch einen alten Freund, mit dem mir als Mitglieder des Völkerbundes uns in Streit befinden. Der S t r e i t z w i s ch e n d e m V ö I k e r- bun-d und Italien ist ernsthaft, aber er ist nicht ernsthafter als unsere Freund- j cb a s t. Wir haben üerfucht es klarmstellen, daß mir durch keine, nationale Gegnerschaft gegen Italien geleitet werden. Wir wünschen alte Freundschaften zu erhalten. Ich habe Sie dessen versichert, daß die Regierung die Absicht hat, einen bauernden und allgemeinen Frieden in der Welt herzustellen. Mißverstehen Sie die Regierung nicht, menn sie dazu auffordert, auf dem Gebiete der Verteidigung nach dem Rechten zu sehen. Ich gebe Ihnen mein Wort, daß es kein" großen Rüstungen geben wird. Ich habe klar ge prochen Wir sind verpflichtet, den Frieden herzustellen, und vielleicht ist das keine leichte Aufgabe, aber wir nehmen sie auf uns!
Schlechte Aussichten für Gens.
Nr. 256 Erstes Blatt 185. Jahrgang Zreitag, 1 November 1935
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