Ur.177 Zweites Blatt
Siebener Anzeiger (General-Anzeiqer für Vberheffen)
Donnerstag. 1 August 1935
[efallenen Vereins-
N
punkt der Mitglieder. Vor kurzem ließ der Verein den ganzen Platz neu einzäunen und trug damit mcht unerheblich zur Arbeitsbeschaffung bei. In ^nem idyllischen Winkel schuf man eine feine Gedenkstätte für die im Weltkrieg gefallenen Vereins- Mitglieder. — Weniger glücklich liegt der
Stand der Schützenaesellschaft 1<T6 Gießen hinter dem Woldsportplatz Die Anlagen sind nicht sehr umfangreich und ohne viel äußeren Aufwand
Rasen bedeckt das Spielfeld. Neu sind einige Tennisplätze, die sich glücklich dem Ganzen angliedern.
Jedes Dorf hat heute seinen Sportplatz und wenn er nur aus einem Stück Wiesenland besteht, in das in bestimmten Abständen die Torpfosten eingeschla- gen sind, die die Querlatte tragen. Eine Kleinstadt ist ohne Sportplatz nicht zu denken, und eine Stadt mittlerer Größe — etwa wie Gießen — hat meist mehrere Sportstätten aufzuweisen.
Genau gezählt sind es in Gießen nicht weniger denn 19 verschiedene Sportstätten, die fast täglich das Ziel der Turner und Sportler sind, an denen mit Eifer Leibesübungen betrieben und in sorgfältigem Training die körperliche Leistung für den Wettkampf vorbereitet wird. Manche große sportliche oder turnerische Veranstaltung wurde im Laufe der Jahrzehnte auf diesen Statten durchgeführt und Tausende von Zuschauern aus Stadt und Land folgten begeistert den Wettkämpfen, den Vorführungen, den Uebungen, die häufig genug die zähe Arbeit der Vereine im Dienste der körperlichen Ertüchtigung der Jugend bewiesen.
Es würde zu weit führen, wollte man an dieser Stelle einzelne sportliche Großereignisse in die Erinnerung zurückrufen. Vielmehr sei der Blick en
den. Seiner Initiative hatte der Verein viel zu danken. Das Vereinshaus ist in seiner zweckmäßig
Sportplatz der Spielvereinigung 1900 auf dem Trieb. An heißen Sommertagen brennt die Sonne mitleidslos auf Sportler und' Zuschauer,
mal auf die Plätze als solche gelenkt, auf ihre Eij- wickelung, auf Zweckmäßigkeiten und Schönheitn.
Es kann ein Zufall oder auch eine Folgerichtg- keit der Entwickelung fein, daß ein großer Teil — und zwar nicht weniger denn sieben— der Gießerr Sportplätze dichtgedrängt im Osten unserer Stdt liegen. Auf der Höhe im Raume zwischen der Bali- linie Gießen—Fulda und der Liebigshöbe finln wir den Sportplatz der Universität, den Waldspck- platz des VfB-Reichsbahn (Verein für Bewegung spiele und Reichsbahn-Turn- und Sportverein), tn Sportplatz der Spielvereinigung 1900, die Statischen Tennisplätze, die Tennisplätze an der Liebig- Hobe, den Sckiießstand des Schützenvereins Gieß« und den Schießstand der Schützenqesellschaft 19* Gießen. Eigentlich kann man auch die Dolkshal noch hinzurechnen, in der von Zeit zu Zeit de Rollschnbsvvrt, dem Hallentennis und auch dem lenbandballsniel gehuldigt wird
Die Sportplätze, wie sie sich jetzt darbieten, fb nicht von heute auf morgen entstanden. Was 1 Plätze der Vereine anbetrifft, so sind sie me unter großen Ovfern geschaffen und im Laufe d Jahre ausaebaut und verbessert word"n Nicht u ermähnt soll jedoch bleiben, daß die Stadt sow es ihr möalich mar, unterstützend eingeariffen h
Die größte Sportplatzanlage unserer Stadt ste zweifellos der
Unlversilätsfporiplatz
und im Winter fegt oftmals ein eiskalter Ostwind über den freien ungeschützten Platz. Aber diese Um» Itonöe haben die Sportler und Freunde des Sportes noch selten abgehalten, den Platz der Spielvereini- gung aufzusuchen. Mancher großen Veranstaltung diente diese Statte als Schauplatz, und im Rah- men des unmittelbar bevorstehenden Gaufestes wer- den auf diesem Platz zahlreiche Wettkämpfe aus- getragen. Eine vorzügliche Aschenbahn steht den Läufern zur Verfügung. Auch die Radfahrer wis- sen fle zu schätzen. In den letzten beiden Jahren waren auf dem Platz von 1900 interessante Rad- rennen zu sehen. Im übrigen genießt man van diesem Sportplatz aus einen schönen Fernblick auf den Hangelstein, auf Alten-Buseck und die reizvollen Hohen am Daubringer Paß
Der rNännerkurnverein Gießen,
der sich schon seit langer Zeit die Pflege der volkstümlichen Wettkämpfe im Rahmen der Deutschen Turnerschaft angelegen sein läßt, hat sich bereits im Jahre 1913 unter der besonderen Initiative des Turnbruders Earl Müller einen Turnplatz im ,,Nizza am Hegstrauchweg geschaffen. Zwar be- schranken sich die Einrichtungen auf diesem Platze auf das Notwendigste, als Uebungsstätte ist er den SUr?LrVrraber immer lieb und wert gewesen. Die Handballspieler haben manche Stunde Training dort verbracht und außerdem fochten sie manchen harten Strauß darauf aus. Für die aus den Reihen
>!rem5 ®efn^nen des Weltkrieges wurde bald nach dem Kriege ein fast monumental zu nennendes Ehrenmal auf dem Sportplatz errichtet.
Die Gießener Städtischen Tennisplätze, nahe an der Grünberger Straße gelegen, find das häufige Ziel der Freunde des weißen Sportes Sechs in ihren Ausmaßen den Vorschriften ent- sprechende Spielfelder gestatten einen lebhaften Sportbetneb. Reizvoll ist die natürliche Umgebung auch hier. Das dunkle Rot der Ziegelerde kontra- L-lx lem zum satten Grün der Bäume, die in Achtem Kranz die Sportstätte umgeben. Unmittel, bar am Haupteingang wurde auf einem Hügel ein Häuschen gebaut, das der Unterkunft bient. Von öem Platz vor dem Häuschen aus kann man die Spielfelder sehr gut übersehen und den Verlauf der Spiele verfolgen. Schon mancher Tenniswett- kämpf wurde hier ausgetraaen. Zur «Sommerzeit fmbet man an manchem frühen Moraen schon um 6 Uhr die ersten Sportbegeisterten auf den Plätzen E Tennisplätze an der Liebigshöhe sind auch gern aufgesuchte Pflegestätten des meinen Sportes.
In der Serie der Sportplätze unserer Stadt bürten die Schießstänbe nicht vergessen werden, dies um so mehr, als der Schießsport in den letzten bei- den Jahren einen erheblichen Aufschwilng aenom» men hat. Fast täglich knallen die leichten und fchroe- reren Büchsen auf den Ständen Reichlich versteckt
Zu unseren Bildern:
1. Reihe links: Das schwimmende Bootshaus der Universität am Lahnwehr. Rechts: Die beiden geräumigen Bootsschuppen der Paddlergilde. — 2. Reihe Unks: Das Klubhaus des Ruderklubs „Hassia" ein schlichter Fachwerkbau. Rechts: Prächtig liegt das Bootshaus der Gießener RG an der Lahn — 3 Reihe links: An der großen Schießhalle des Schutzenvereins Gießen Rechts- Eingang zum Sportplatz der Spielvereinigung 1900 — 4. Reibe links: Blick über die städtischen Tennisplätze. Rechts: Blick über einen Teil des Universitätssportplatzes Im Hintergrund auf dem Hügel das Sportheim — 5 Reihe links: Idyllisch fügt sich das Vereinsheim des VfB -Reichsbahn in die natürliche Umgebung des Waldfportplatzes. Rechts: Auf dem Platz des Mannerturnvereins. Im Bilde rechts: Das Ehren-
bar. Er bietet sich dem Auge in schönster landschajj rateschuppen dient, ergänzt die gut ausgebaute An- licher Umgebung und in seiner Anlage sehr grof *ag£;
zügig. Unterhalb des Sportheimes breitet sich ei ,®lne .der reizvollsten Sportanlagen ist — dank Wiesenplan, der in einer großen Zuschauerterras >etner einzigartigen landschaftlichen Lage — der nach der Hauptkampfbahn zu abfällt. Die Terras Waldsportplah des VfB.Reichsbahn.
qeftattet einen umfassenden Blick auf das Kamr Schöner Waldbestand umschließt den Platz und selb. Vorbilblich ist bie Aschenbahn, die für die 10 macht den Aufenthalt angenehm. Mit der Schaf- Meter-Strecke sechs Läufern den Start ermöglick fung dieses Sportplatzes ist der Name eines 93er- Sut gepflegter und nicht übermäßig beansprucht einsmitglieder (Karl Plo ch) untrennbar verbun-
W
Ü1
II
P
W
DSM
-
>4 •<
■A " -
/. -v y.


