Ausgabe 
1.6.1935
 
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Kleine politische Nachrichten

e

interessiertes Echo der preße

und

Ab­

zuwohnen und am f orte im Bereich des

Ribbentrop außerordentlicher Botschafter in besonderer Mission.

gebe es viele Wege. Er lege Wert darauf, daß er in feiner Rede nicht weitergegangen fei. Die aus- ländischen Partner Englands müßten sonst anneh- men, daß er weitergegangen fei, als bisher verein­bart war. Cripps stellte dann fest, daß die Ar­beiterpartei eine weitere Durchführung des engli­schen Luftaufrüstungsprogramms für die Dauer der schwebenden Verhandlungen für unberechtigt halte. Baldwins Traum von einem st a r k e n Eng­land und einem starken Amerika, die beide zusammen stark genug seien, um die Welt zu kontrollieren, sei eine typisch imperialistische Vorstellung.

Der konservative Abgeordnete Oberst Moore erklärte, es gebe nur eine Antwort auf Hitlers Vorschläge, nämlich deren sofortige An­nahme. (Beifall.) Die Meere würden für Menschen und Material wieder sicher fein, die Helmat würde befreit werden von den Gefahren eines Luftbombardements und der Gasvergif­tung, und später würde eine Reihe von Abkom­men in Europa das Gefühl schaffen, daß der Gedanke des Krieges im Widerspruch zu den nationalen Belangen jedes Landes stehen würde.

Hitlers Bezugnahme auf Litauen fei kritisiert worden. Sir John Simon habe selbst vor kurzem erklärt, daß die Großmächte mit der Haltung Li­tauens nicht ganz zufrieden feien. Litauen habe versucht, die deutsche Minderheit im Memel- gebiet zu litauisieren. Wenn Litauen der deutschen Minderheit jene geschichtliche Gerechtig­keit widerfahren lassen würde, die jedes Land gegenüber seinen Minderheiten anwenden sollte, so würde der Streit zwischen Deutschland und Litauen in sehr kurzer Zeit beige- legt werden können.

1 Juni (DRB. - Funkspruch.) Die | dann würde die ganze Grundlage der angeblichen

-.....i't ui;; 1 V-.- Schließlich könne nie»

schreibt," aus der! mand' den vergleichsweisen militärischen Wert des

Winston Churchill

erklärte, jede Fühlungnahme zwischen zwei großen Nationen würde zerstört werden, wollte man alles, was Hitler gesagt habe, als ein politisches Manö- ver hinstellen. Das Luftlocarno fei an sich ein er« strebenswertes Ziel. Er begrüße jeden Schritt zur Herbeiführung einer Begrenzung der Luftrüstungen und zur Erzielung einer L u f t p a - r i t ä t auf einem niedrigeren Stand, als bisher er­wähnt worden sei. Er begrüße insbesondere das, was der deutsche Kanzler über einen verbrecheri­schen Bombenabwurf auf die Zivilbevölke­rung gesagt habe. Seiner Gewohnheit gemäß warnte Churchill dann wieder vor der deutschen Aufrüstung und vor dem Nationalsozialismus überhaupt. Die österreichische Garantie ist in dem Sinne gemeint, daß Oesterreich von Deutschland ge­

trennt gehalten wird. Aber man muß unter Umständen der Tatsache ins Auge sehen, daß der Wille des österreichischen Volkes sich hiergegen ausspricht. Selbst in Oesterreich erkennt man die Stärke und Klarheit der deutschen Politik an, im Gegensatz zu der Politik der Alliierten.

Lordsiegelbewahrer Eden

erklärte, das Wesentliche des Locarnoverfahrens sei der Umstand, daß die Begrenzung lediglich auf eine beschränkte Anzahl von Mächten Anwendung finde. Der Versuch, praktisch mit der ganzen Welt über eine Luftbegrenzung zu ver­handeln, würde gegenwärtig wahrscheinlich ein hoffnungsloser Prozeß sein. Die Sicher- heit, die der Luftpakt gebe, und die Begrenzung und Beschränkung der Luftrüstungen seien un­trennbar miteinander verbunden. Die

London, 31. Mai. (DNB.) Am Freitag wurde im Unterhaus die außenpolitische Aussprache i fortgesetzt. Der Führer der liberalen Opposttion l Sir Herbert Samuel bedauerte im Hinblick auf die schwebenden Verhandlungen den Sturz der französischen Regierung, da die Haltung Frankreichs in der Frage der Begrenzung der Luftstreitkräfte von wesentlicher Be­deutung sei. Nach einem Hinweis auf die ungeheuren Ko st en der Aufrüstung stellte Samuel fest, daß die Krise in Frankreich in der Hauptsache auf einen nicht ausgeglichenen haushalt und dieser wieder auf die R ü st u n g s - ausgaben zurückzuführen sei. Adolf Hitler habe eine Erklärung abgegeben, die sich durch ihre Entschlossenheit und durch das Fehlen von Flach­heiten und diplomatischer Unbestimmtheit auszeichne. Auch sei sie höchst erfrischend und nütz- l i ch.hier", so sagte Samuel,sind die Vor­schläge Deutschlands. Es ist Pflicht Großbritan­niens, sich mit diesen Vorschlägen ebenso zu be­fassen, wie wenn sie von dem Ministerpräsidenten Großbritanniens gemacht worden wären." Die Feindseligkeit Hitlers gegenüber Sowjetruß­land müsse Europa in einem Zustand der Un­ruhe halten. Nach Ansicht vieler Engländer sei die Vorstellung, daß Sowjetrußland insgeheim eine große Angriffsaktion im Interesse des Kom­munismus gegen das übrige Europa plane und vorbereite, eine Halluzination, die, je eher, sie ver­schwinde, von um so größerem Nutzen für die Welt sein werde. Er sei überzeugt, daß eine Be­friedung in Westeuropa nur eine nützliche Rück­wirkung auf die Fragen im Osten hätte.

Der konservative Oberstleutnant h e ad l am er­klärte, Hitlers Rede dürfe nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Manche Leute in Eng- lang meinten, Deutschland werde für einen An­griffskrieg weiter rüsten. Er glaube, daß Deutsch­land nichts derartiges beabsichtige. Die Men­schen seien geneigt zu vergessen, daß Europa aus zwei großen Lagern bestehe, nämlich denen, die alles hätten, und denen, die nichts hätten. So lange man sich dem Glauben hingebe, daß die ter- ritoriaUn Bestimmungen für alle Zeit Geltung haben müßten, solange sei ein Krieg unvermeidbar. Deutschland, Japan und Italien seien wirtschaftlich nicht in der Lage, ohne eine Expansion weiterzu­arbeiten. Es sei seine ehrliche Ueberzeugung, daß man, wenn diese Fragen nicht besser gelöst würden, den Gefahren eines Krieges nicht werde ausweichen können.

Außenminister Sir John Simon

Das deutsch-französische Warenabkommen gekündigt.

Kein vertragloser Zustand.

Paris, 31. Mai. (DNB.) Die französische Regierung hat beschlossen, daß deutsch-französische Warenabkommen, das am 1. Juli 1935 abläuft, zu kündigen. Gleichzeitig läuft zu diesem Zeit­punkt das Abkommen (accord) über die Zah­lungsregelung ab. Die Anwendung dieser letzteren Konvention sei auf Schwierigkeiten gestoßen, Bemühungen zur Behebung hätten nicht die gehofften Ergebnisse gezeitigt. Unter tie­fen Umständen habe es sich als unerläßlich heraus- gestellt, Verhandlungen nur auf einer Grundlage wieder aufzunehmen, die es erlaube, die Lösung des Zahlungsproblems mit dem des Handels­problems eng zu verbinden. Die Kündigung be­zwecke also nichts anderes, als den Unterhänd­lern die Handlungsfreiheit zu geben, die für die Schaffung eines stabileren und befriedigenderen Re- gimes des deutsch-französischen Warenaustausches unerläßlich sei.

Es handelt sich bei den jetzt von den Franzosen gekündigten deutsch-französischen Abkommen um ein Zusatzabkommen zum Handels- und Schiffahrtsvertrag vom 26. Juli 1934. Dieses Abkommen enthielt eine große Liste von Meistbegünstigungen. Es war zunächst auf die Dauer von sechs Monaten abgeschlossen und wurde jeweils um drei Monate verlängert, wenn es nicht mit einer Frist von einem Monat gekündigt wurde. Der erste Kündigungstermin war der 31. Mai. Die Franzosen haben diesen Termin wahrgenommen. In der Kündigung aber ist der Erwartung Ausdruck gegeben, daß die neuen Verhandlungen, deren Beginn für den 11. Juni bereits angesetzt ist, zu einer neuen Regelung die­ses Fragenkomplexes führen werden, so daß kein vertragloser Zu st and eintritt.

Berlin, 31. Mai. (DNB.) Der Führer Reichskanzler hat den Beauftragten für rüftungsfragen Joachim von Ribbentrop zum außerordentlichen und bevoll­mächtigten Botschafter in besonderer Mission ernannt

Oer Lustpakt

im Mittelpunkt -er Aussprache im britischen Unterhaus

Wie die " Presse berichtet, hatte die Regierung Maßnahmen getroffen, um der Unterhaus-Aus­sprache einendiskreten" Charakter zu verleihen, da sie keine Störung der Vorberei­tungen für die Luftfahrts-Verhandlun- g e n wünschte. Die Redner der Regierungsparteien und der Opposition wurden von Sir John Simon, Baldwin und den Parteieinpeitschern gebeten, ihre Ausführungen entsprechend einzuschränken. Nach der Aussprache sei eine gewisse Kritik an Churchill geübt worden, der anscheinend der Bitte der Regierung nicht nachkommen wollte und etwaszu frei" gesprochen habe. Das Foreign Office hätte es lieber gesehen, wenn am Freitag überhaupt keine außenpolitische Aus­sprache stattgefunden hätte.

würden. ,

Man müsse dringend hoffen, daß die englische Re- ; gierung nicht diese neue Gelegenheit verpassen werde, in dem sie zu viel aus einmal ver- 1 uche. Sir John Simon habe anscheinend die gleich­zeitige Aushandlung der L u f t st ä r k e n der Unter- zeichnerstaaten im Sinne. Aber die tatsächliche Unterzeichnung eines Abkommens, durch das die Streitkräfte der anderen Partner gegen einen Angreifer auf geboten würden, fei an sich o einfach, so lebenswichtig und so im Einklang mit den anderen Derhcmdlungszielen, daß sie unter keinen Umständen durch Verzögerungen in anderen Punkten aufgehalten werden sollte. Man müsse sich natürlich stets die Möglichkeit vor Augen halten, eine niedrigere Luftstärke als die jetzt geplante zu vereinbaren. Alle Staaten kämen zu der Einsicht, daß unter den gegenwärtigen wirtschaftlichen Umständen die Rüstungsanhaufung ein unmittelbarer Beitrag zur ft a a t - lichen Verarmung ist. Es fei zu hoffen, daß der Erzielung der Parität natürlicherweise eine Begrenzung und der Begrenzung eine Herabsetzung folge. Aber es wäre das beste für jeden Beteiligten, wenn der Vorgangkurz­schlußartig" erfolgt und wenn eine niedrigere Zahl eher früher als später angenommen wird.

Die Oppositionspresse beklaat sich darüber, daß die englische Regierung anscheinend immer noch nicht beschlossen habe, eine entscheidende Füh- r un g in den kommenden Verhandlungen zu er­greifen Die liberaleNews Chronicle" schreibt:

Hitlers Angebot hat einen entscheidenden Fort- schritt auf dem politischen Schauplatz ermöglicht. Es hätte der ganze Sinn der Aeußerungen Sir John Simons sein müssen, die Welt davon zu überzeugen, daß diese Gelegenheit prompt und entschlossen ergriffen wird. Stattdessen flößen die zögernden Worte Simons nicht nur fein neues Vertrauen ein, sondern sie geben zu neuen Befürchtungen und Besorgnissen Anlaß. Wenn es Gefahren und Schwierigkeiten gibt, bann gibt es auf der anderen Seite auch Gelegenheiten. Eine davon find die Luftpaktoerhandlungen, eine andere die deutsch-englischen Flottenbesprechungen. Die Welt wartet auf eine klare und ausdrückliche Versicherung der englischen Regierung, daß fie, be- absichtigt, diese Gelegenheiten voll auszunutzen.

Die Morn in g P o st", die öfters die Ansicht französischer Kreise wiedergibt, erklärt als einzige Leitung, daß der ganze Luftpaktgedankenebel­haft" und undurchführbar" fei. Es fei nicht ein­zusehen, wie der Luftpakt seinen Zweck, den Lo­carnopakt zu verstärken, erfüllen solle. Em Bei­stand in der Luft müsse sofort einen Beistand zu Lande und zu Wasser zur Folge haben. In der Frage der Begrenzung der Lufttustungen habe die Abrüstungskonferenz gezeigt, daß die Schwierigkeiten beinahe unüberwindlich seien. Auch eine Parität des sogenannten potentiel de guerre fei nicht möglich. Zwei Nationen könnten sich zwar auf eine Friedensstärke von 2000 Maschinen eini­gen. Wenn aber die eine innerhalb von sechs Monaten nach Kriegsausbruch 2000 weitere Ma- jchinen Herstellen könne, und die andere nur 200,

Sir Austen Chamberlain

sagte die Zukunft Oesterreichs fei eng mit Kriegs» ode? Friedensaussichten in Europa verbun­den. Die britische Regierung werde einem Angrif auf die Integrität und Unabhängigkeit Oesterreichs nicht gleichgültig gegenüberstehen. Hitlers Rede stelle Öein Angebot dar, das auf den ersten Blick S-'W» »

sehen wünsche. Aber dieses Angebot sei von ge- wisfen Bedingungen begleitet, ^le auf g e klärt werden müßten, bevor em endgültiges Ur teil abgegeben werden könne. England wünsche den bestmöglichen Gebrauch von dem zu machen, was ein Fortschritt in Richtung einer allgemeinen Ver-

Der Reichsanzeiger gibt bekannt, daß auf Grund des Gesetzes über die Einziehung volks- und staats» eindlichen Vermögens das Guthaben des Professors Dr. Friedrich Dessauer, früher in Frankfurt am Main, jetzt in Instan - bul (Türkei), in Höhe von 41004 Mark einge­zogen wird. Das Guthaben, das sich bei einem Frankfurter Bankhaus befindet, verfällt dem Preu­ßischen Staat.

Der evangelische Pastor der Stadt W o l f s b e r g in Kärnten, Wilhelm Wölsche, ist verhaftet wor­den. Das Landesgericht in Klagenfurt hat wegen an­geblicher staatsfeindlid)er Betätigung das Hoch­verratsoerfahren gegen ihn eingeleitet. Es ist dies die zweite Pastorenoerhaftung innerhalb kurzer Zeit.

Der Ordinarius für Zoologie an der Wiener Universität, Dr. Paul Krüger, und der Ordina­rius für Chirurgie an der Universität in Graz, Dr. Peter Walzel-Wiesentreu, sind vom Bun­deskanzler ihrer Aemter enthoben worden. Gegen sie ist ein D i s z i p l i n a r v e r f a h r e n ein­geleitet. In beiden Fällen soll die Suspendierung wegen staatsfeindlicher Aeußerungen erfolgt sein. Dr. Krüger ist der Leiter des Bundes der Reichs-

ständigung zu sein scheine. /n;, ,o

Der Abgeordnete Mandor .(Liberale Opposi­tion) erklärte, es würde kein Friedensbeitrag sein, wollte man einen Luftpakt der westeuropäischen Mächte abschließen, wenn man gleichzeitig Deut ch- land freie Hand im Osten ließe. Die englische Regierung müsse daraus achten, daß es kein Schlupf­loch für irgendjemand gebe.

ftür die arbeiterparteiliche Opposition .sprach Stafford Cripps. Wenn es richtig sei, vag au einem frühen Zeitpunkt eine Konferenz d e r Mächte zur Erörterung der Vorschläge emberufen werde, ergebe sich eine Gelegenheit, um die Auf- Eigkeit Deutschlands aus die Probe zu stellen. Sir John Simon unterbrach den Redner, um darauf hinzuweisen, daß er in seiner Rede nichts Don einer Konferenz gejagt habe. Er habe gesagt, daß die Mt heranrucke, in der alle Vorschläge zur gemeinsamen Erörte- «Ung oorgebracht werben müßten. Um das zu tun,

erinnerte das Haus daran, daß der Luftpaktvor- schlag nach den französisch-englischen Besprechungen : in London das Licht der Welt erblickt habe. Das Wefentliche sei, daß der Pakt zwischen den Locarno-Mächten abgeschlossen werde und die Locarno-Verpflichtungen genauer festlegen solle. Der Luftpakt würde England einen neuen Schutz gewähren. Er habe immer die Ansicht vertreten, daß kein Grund bestehe, warum Eng­land nicht aktiv die Verhandlungen über einen Locarno-Luftpakt vorwärts treiben solle; denn die Frage der Einfügung eines solchen Paktes in eine allgemeinere Regelung ergebe sich in einem späteren Stadium.Es ist durchaus rich­tig, daß wir jetzt nach der Rede Hitlers in einer vorläufigen und versuchsweisen Form den Vor­schlag erhalten haben, den die deutsche Regie­rung für nützlich hielt. Wir freuen uns sehr diesen Vorschlag zu besitzen. Wir haben bereits Andeu­tungen von der französischen und der italienischen Regierung. Der Zeitpunkt rückt sehr schnell heran, wo es sich zweifellos als wünschenswert erroei en wird, einen engeren Gedankenaustausch herbeizuführen." Der Locarno-Luftpakt werde sehr schnell zu einem Abkommen ub e röießu ft - ft ä r f e führen können. Die relattve Luftstarte der Paktteilnehmer sei wesentlich. Kein Luftpakt sollte abgeschlossen werden, ohne ein Abkommen über die Aech tung eines unterschiedslosen Bombenabwurfes. Es fei angeregt worden, daß England die Durchführung feines ß u f t a u f r ü ft u n g 5 p r o g r a m m a u sj e t - »en sollte, weil es besser wäre, zunächst einmal über die B e g r e n z u n g d e r L u f t r ü st u n g e n zu verhandeln. Er glaube aber nicht, daß ein sol­ches Vorgehen klug sein würde denn andere Länder stellten im Hinblick aus die Verhandlun­gen ihre Aufrüstung auch n i ch t em. Außerdem müsse man denken an das, was geschehe wenn die Verhandlungen ohne Ergebnis blieben. Er hoffe sehr, daß erfolgreiche Verhandlungen nicht nur über einen Lustpakt geführt werden wurden, sondern gleichzeitig über eine Begrenzung der Luft- rüstungen und über die Aechtung eines unter- schiedslosen Bombenabwurfes, wodurch, wie er fest vertraue, mit der Abschaffung einer der schrecküch- ften Gefahren, die den Frieden der Welt bedrohten, ein Anfang gemacht würde.

Der R e i ch s k r t e g s m i n i st e r und Ober­befehlshaber der Wehrmacht, Generaloberst von Blomberg, begibt sich am 1. Juni auf eine drei­tägige Dienstreise nach O st p r e u h e n, um am 2. Juni dem Heeresturnier in Insterburg bei­folgenden Tage mehrere Stand« $ Wehrkreises I zu besichtigen.

Raubmord an einer Greisin.

In Leipzig-Connewitz wurde die ledige 62jährige Alma Zetsche in ihrem Lebensmittelgeschäft er- mordet aufgefunden. Ein Hausbewohner fand die Zetsche im Verkaufsraum auf dem Fußboden liegend leblos auf. Verschiedene herumliegende Gegenstände und Geldstücke begründeten sofort den Verdacht eines Raubmordes. Die Zetsche ist vermutlich überfallen worden, als sie einen angeb­lichen Kunden bedienen wollte und gerade mit dem Abwiegen von Mehl beschäftigt war. Geraubt wurde der Inhalt der Ladenkasse in unbestimmter Höhe.

Blitzschlag in ein Tanzlokal. Zwei Tote.

Während eines Tanzvergnügens in der tschechi­schen Ortschaft Althütte bei Böhmisch-Krumau schlug der Blitz in das Gasthaus. Die Wirtin, eine weitere Frau und ein Mann, die an der Wand saßen, wurden vom Blitz getroffen. Während die beiden Frauen sofort t o t waren, wurde der Mann lebensgefährlich verletzt. In dem Saal tanzten im Augenblick des Blitzeinschlags rund 100 Personen. Sie wurden alle zu Boden geworfen und teilweise betäubt. Vielen von ihnen mußte ärztliche Hilfe geleistet werden.

Fünf Todesurteile in der Sowjetunion.

Der Oberste Gerichtshof der Republik Tadsche- kistan (Turkestan) verurteilte fünf frühere staatliche Angestellte zum Tode durch Erschießen. Den Ver­urteilten wurde vorgeworfen, durch Sabotage­akte Meliorationsarbeiten aeftört zu haben, wo­durch der Staat große Verluste erlitt. Einer der Verurteilten soll auch mit sowjetfeindlichen Elemen­ten im Ausland in Verbindung gestanden haben. Die Todesurteile sind bereits vollstreckt worden.

Wetterbericht

-es Retchswetterdienstes Ausgobeort Frankfurt.

Durch einen nach Rußland abziehenden kräftigen Tiefdruckwirbel wurden die heute ursprünglichen kalten Lustmassen auf den Kontinent verfrachtet. Sie bringen bis in das Baltikum hinein und ver­ursachen unfreundliches, kaltes Wetter mit Frösten und Nebel und machen sich auch in Deutschland bemerkbar. Die kalte Luft kommt zunächst zum Zusammensinken und bedingt dabei wieder Auf­heiterung und Ansteigen der Temperaturen, zumal auch wieder mit dem Einsetzen einer subtropischen Luftzufuhr gerechnet werden kann. Letztere wird jedoch aufkommende Gewitterneigung bedingen.

Aussichten für Sonntag: Vielfach ayf- heiternd und weiteres Ansteigen der Tagestempera­turen, später aufkommende Gewitterneigung, meist östliche und südliche Winde.

Aussichten für Montag: Nach teilweise gewittrigen Niederschlägen meist bewölkt und wie­der etwas kühler, westliche Winde.

Lufttemperaturen am 31. Mai: mittags 18,7 Grad Celsius, abends 14,6 Grad; am I.Juni: morgens 11 Grad. Maximum 19,2 Grad, Minimum 8,7 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 31. Mai: abends 18,7 Grad, am I.Juni: morgens 15 Grad Celsius. Sonnenscheindauer 4,5 Stunden.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange.

Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thynoi, für Den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. IV. 35: 10688. Druck und Verlag: - Brühliche llniversitäts-Buch- und Steindruckerei

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merkt, daß Eden mit ungewöhnlichem Nachdruck und Selbstvertrauen gespro- chen habe. Keiner der Zuhörer habe bezweifelt, daß Eden in Kürze an Stelle Simons das Außenmini ft erium übernehmen und, wie man jetzt zuversichtlich erwartet, die recht Hand Baldwins werden würde.

deutschen in Oesterreich.

Eine Aussprache des Vizepräsidenten der Reichs» silmkammer, Oberregierungsrat R a e t h e r , mit Ministerialrat Piskac vom tschechoslowakischen Handelsministerium hat zu einer Erleichterung des gegenseitigen Fil m a b s a tz e s bei­getragen. Durch eine ständige Fühlungnahme soll versucht werden, Zensurschwierigkeiten aus der Welt zu schassen. Damit ist ein weiterer Schritt zur euro- päiscyen Filmverständigung getan.

Aus aller Welt.

Der Führer an die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger.

Der Führer und Reichskanzler hat an die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger aus Anlaß des heutigen 70- jährigen Jubiläums das nachstehende Telegramm gerichtet:Der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger, die heute auf 70 Jahre opferfreu­diger Arbeit zurückblickt, und all den Tapferen, die in diesen langen Jahren im Kampf gegen Sturm und See unter Einsetzung des eigenen Le­bens Schiffbrüchige gerettet haben, spreche ich meine dankbare Anerkennung für das im Dienste der Seefahrt geleistete Rettungswerk aus. Ich ver­binde damit meine besten Wünsche für weitere segensreiche Arbeit.

Gez.: Adolf Hitler.

Morgenpresse beschäftigt sich lebhaft mit der Unter- Gleichheit verschwinden Haus-Aussprache. DieTimes" schreibt, aus der mand den verglelchswest . ,

Rede Sir John Simons könne man mit Befriedi-1 Verkehrsflugwesens von zwei Staaten feststellen. gung feststellen, daß die englische Regierung, wenn ......... °

vielleicht auch etwas verspätet, zu der Ansicht zu- rückgekommen sei, der Luftpaktsplan sei der aus- sichtsreich ste und versprechend st e Dor- chlag des Londoner Protokolls vom 3. Februar. Endlich sei die bestimmte Aussicht vor­handen, daß die Verhandlungen vorwärts getrieben

englische Ansicht gehe dahin, daß man, um mit dem Luftpakt und der Luftbegrenzung Fortschritte zu erzielen, nicht Fortschritte in den übrigen im Londoner Protokoll erwähnten Fragen abzuwarten brauche. Eden widersprach ebenfalls dem Vorschlag, England möge in der Hoffnung, daß sich andere Länder diesem Beispiel anschließen würden, die Durchführung feines Liiftaufrüstungsprogramms einstellen, um erst einmal den Ausgang der Ver­handlungen über die Begrenzung abzuwarten. Keine verantwortliche Regierung könne im gegen­wärtigen Augenblick ein solches Risiko übernehmen. (Beifall.) Englands Aufgabe bestehe darin, alles in feiner Macht Stehende zum Aufbau eines S y - ft e ms kollektiver Sicherheit zu tun und andere Nationen zum Beitritt zu bewegen. Der Maßstab, der es den beteiligten Mächten ermög­lichen werde, in her Luft einen gleichgearteten Bei- trag zum kollektiven Sicherheitssystem zu leisten, scheine nach seiner Auffassung die Luftparität der vier Großmächte Westeuropas zu sein. Eden wandte sich dann gegen die Ansicht, daß Sowjetrußland der Erbfeind Englands sein müsse, weil sich die Ansichten dieses Landes über Fragen der Religion von den englischen Ansichten unterschieden. England sollte sich zusammen mit Europa, sowie es heute sei, bemühen, das Beste aus dem Beitrag zu machen, der in Gestalt der Hitler- Rede vor wenigen Tagen geleistet worden fei.

Die Rede Edens wurde auf den Minister­bänken mit Beifall begrüßt. Reuter be-