Ausgabe 
1.2.1935
 
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Die Universität Gießen ans derGrünen Woche

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Professor Eessous spricht überNeue Kulturpflanzen".

In

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Tnchügkeit und Fleiß der Bäuerin.

Was die Hausfrau in derGrünen Woche" lernen kann.

BeimObft. und Gemüsebau", dessen An­lage und Pflege ja im wesentlichen ebenfalls ihrer Schwester auf dem Lande anoertraut ist, erkennt

Lehrlauf eintreten soll, lieber den Arbeitsgemein­schaften steht als Spitze eine Anzahl führender Wis­senschaftler, die die Fühlung mit den poli­tischen Organen aufrechterhält, die Pla­nung der Arbeiten durchführt, die Mittel dazu beschafft und die gemeinschaftliche Tätigkeit über­wacht. Durch diese Zusammenarbeit mit den politi­schen Organen wird die Gemeinschaft in den großen Rahmen der Agrarpolitik eingeschaltet. Die Auf­gaben gliedern sich in ein Sofortprogramm und Aufstellung eines Planes auf lange Sicht. Das Sofortprogramm wird weitgehend in den Rahmen b er Erzeugungsschlacht einge­baut Seine Hauptprogramme behandeln in den Zeiträumen 1934/35 folgende Gebiete: Ertrags- steigerung und Ertragssicherung, die Eiweißfrage, die Fettfrage, das Faser- und Wollproblem, Gar­tenbau und das betriebswissenschaftliche und agrar- politische Problem. An Hand der einzelnen Fragen wies Professor Meyer nach, wie künftig die Ge­meinschaftsarbeit gestaltet werden wird. Hieraus war zu erkennen, daß ein Problem nun nicht mehr von einer Seite, sondern gleichzeitig von den verschieden st en Seiten aus ange­griffen werden muß, damit die Aufgaben mög­lichst schnell und zweckmäßig gelöst werden. Das lebhafte Stimmengewirr des folgenden Bierabends bewies, daß diese neue Art der Forschung und per­sönlichen Fühlung rege Beachtung in den Kreisen der Gelehrten fand.

Fülle von Arbeit aufgeboten werden muß, um ihren Tisch mit gutem Gemüse und Obst zu versorgen. Da es dringend erwünscht ist, daß die deutsche Haus­frau dazu übergeht, den Ertrag deutschen Bodens restlos aufzunehmen, Dorratswirtschaft im guten Sinne zu treiben durch Frischhaltung, Ein­machen, Dörren usw. wird ihr hier sehr hübsch ge- zeigt, wie sie sich auf die kommende E i n m a ch e» z e i t durch eineZuckersparkasse" vorbereiten kann, und im Sommer und Herbst, wenn die Obsternten reifen, sich nicht mit der Ausrede drücken kann: Ein- machen kostet zuviel Zucker! Jedes geleerte Ein­macheglas soll nämlich unmittelbar, nachdem man seinen Inhalt aufgebraucht hat, soweit mit Zucker gefüllt werden, als man seinerzeit zum Einkochen seines Inhalts verbraucht hat ... Kommt bann ber Sommer, hat man keine befonberen Ausgaben für die Zuckeranschaffung.

Wenn Stabtfrau und Landfrau, diese als Erzeu­gerin, die Frau der Stadt als Verbraucherin gut und vernünftig wirtschaften, dienen sie nicht nur sich selbst und ihrer Familie, sie dienen zugleich ihrem Volk. Sie beide dahin zu führen ist der Sinn derGrünen Woche".

Keine Goldsammlungen für den Rückkauf der Saargruben.

und Eiweißoerforgung dem Hanf eine besondere Bedeutung zu. Der Hanf eignet sich besonders zum Anbau auf in guter Kultur befindlichen vererdeten Riederungsrnoorflächen. Die Böden dürfen jedoch nicht unter bauernder Rässe leiden. Der Hanf hat als Tiefenwurzler eine fast ebenso gute Wirkung auf die nachfolgenden Früchte wie bte Zuckerrübe. Beim Hanf muß man zwei Arten des Anbaues unterscheiden. 1. den Hanfanbau zur Hanfstroh- gewinnung, der auf eine größere Samenernte vernichtet. Hierzu eignen sich die meist ausländischen hochwachsenden Sorten. 2. den Hanf zur Samen- geroinnung.

Zu den nur dem Namen nach, aber für den An- bau noch unbekannten Pflanzen muß ber Kör­nermais unb bie Sojabohne gerechnet wer­ben. Nachbem es ber Züchtung gelungen ist, beut- sche früh reifenbe Sorten zu schaffen, bürsten ber weiteren Ausbreitung bes Körnermaisanbaues keine befonberen Hinbernifse mehr entgegenstehen. Kör­nermais ist eine Pflanze, bie sogar ben ärmeren Böben erstaunlich hohe Ernten abringt, lieber bie Sojabohne geht bas Urteil sehr stark auseinanber. Infolge ihres sehr hohen Fett- unb Eiweißgehaltes wäre es gewiß sehr zu begrüßen, wenn es gelänge, sie im Anbauplan mit aufzunehmen unb somit bas Risiko im Anbau ber anberen Oelfrüchte auf eine weitere Pflanze zu verteilen. 9m Jahre 1934 wür­ben in allen Teilen unseres Vaterlanbes Ver­suche mit 16 verschiedenen Sojasorten durchgeführt. Das Ergebnis, bas in ganz rohen Um­rissen jetzt oorliegt, läßt es bringenb angezeigt er­scheinen, bie Versuche zu wieberhölen, um Fehler in ber Versuchsanstellung, bie nicht etwa ben Sorten anzurechnen finb, zu oermeiben. Alles in allem kann gesagt werben, baß es sich empfiehlt, sich in mittleren Lagen minbeftens mit ber Kultur ber Soja vertraut zu machen.

ber großen Lanbwirtschafts-Ausstellung der Grünen Woche" am Kaiserbamm in Berlin ist bie AbteilungUnsere Ernährung" ein Haupt­anziehungspunkt für bie stäbtischen Hausfrauen. 9n ihr ist zugleich auch bie übersichtlichste Leistungs- chau ber Arbeitsgebiete ber Lanb -

Wissenschaft und Forschung aus derGrünen Woche"

Oie Berliner Doriragstagung des Reichsnährsianvs.

Auch die Universität Gießen war auf der Grünen Woche vertreten. Der Direktor des Insti­tuts für Pflanzenbau unb Pflanzenzüchtung ber Lanbesuniversität, Professor Dr. G. S e s s o u s , sprach im Rahmen ber Vortragstagung bes Reichs- nährstanbes überNeue Kulturpflanzen?" Er un­terschieb zwischen solchen Pflanzen, bie aus ber Mobe gekommen unb baher für viele Bauern unb Lanbwirte neu finb unb solchen, bie wirk- l i ch für ben beutschen Bauern eine noch nicht betriebene Kultur barstellen. Zu ben zum Teil in Vergessenheit geratenen Pflanzen rechne er bie Oelpflanzen, vor allem Raps unb Rüb­sen, sowie bie Fasernpflanzen: Lein unb Hanf. Ihre Kultur muß in vielen Wirtschaften roieber aufleben unb von neuem erlernt werben. Der Raps würbe in früheren Jahren stets nach Schwarzbrache angebaut. Das sollte auch für uns bezüglich Aus­wahl von Vorfrucht unb Bobenbearbeitung rich- tunggebenb fein. Da wir heute Schwarzbrache nicht mehr betreiben, kommt also ein Anbau nach Klee, Futtergewächsen, Frühkartoffeln unb allenfalls Wintergerste in Betracht. Von ber richtigen Saat hängt beim Rapsbau sehr viel ab. Allgemein sollte es heißen, je besser bas Klima, je bünner bie Aus­saat unb umgekehrt.

Zu ben Oelfrüchten muß auch ber Körner- ober OeUein gerechnet werben. Die volkswirt­schaftliche Bebeutung bes Delleins liegt vor allem barin, baß ber Oellein geeignet ist, eine erhebliche Menge Leinsaat, Leinöl, Leinkuchen unb Kapsel- preu zu erzeugen unb bamit unsere Fett- unb Futtermittelbilanz zu entlasten. Wenn es ber Züchtung gelingt, bie Grtragsleiftung bes Oel- leins noch weiter zu erhöhen, so ist bamit zu rech­nen, baß ber Oellein auch für Deutschlanb als Kul­turpflanze eine Rolle spielen wirb.

Neben bem Flachs kommt für bie Faser-, Fett-

Oie Gchuldenfrage zwischen Amerika und Moskau

Erneute Verhandlungen wiederum gescheitert.

Washington, 1. Febr. (DNB. Funkspruch.) Die Verhanblungen zur Regelung ber russischen Vorkriegsschulden an bie Vereinigten Staaten wurden zwischen den zuständigen Be­amten des Staatsdepartements und bem Botschaf­ter ber Sowjetunion roieber aufgenommen. Staats­sekretär Hutt gab bekannt, baß Die Verhanblungen erneut gescheitert finb. Hüll erklärte:Ange- stchts ber gegenwärtigen Haltung ber Sowjetregie­rung habe ich bas Gefühl, baß wir nicht bie Hoff­nung hegen können, baß irgenbeine Der­st anbigung jetzt möglich ist. Ich bebauere wes, ba ich sowohl mit ben amerikanischen Fabri­kanten unb Landwirten sympathisiere, die den Wunsch haben, einen Markt für ihre W a - ren in der Sowjetunion zu finden, als auch mit den amerikanischen Bürgern, deren Eigentum in der Sowjetunion beschlagnahmt wurde. Es ist kaum zu bezweifeln, daß die Verhandlungen jetzt als beendet angesehen werden müssen. Der Vorstand der Export-Import-Bank wird nun ent­scheiden müssen, ob diese Bank überhaupt noch eine Daseinsberechtigung hat." Der sowjetrussische Botschafter Trojanowski verließ nach seiner kurzen Unterredung das Staatsdepartement f i cy t - lich niedergeschlagen. Er lehnte jede Aeuße- rung ab. Staatssekretär Hutt gab seine Erklärung nach einer langen Unterredung mit dem hier wei­lenden amerikanischen Botschafter in Moskau, B u l- lit, ab.

Ein portugiesischer Journalist beim Führer.

Lissabon, 31. Ian. (DNB.) Die portugiesische TageszeitungD i a r i o d e N o t i c i a s" veröffent­licht die Unterredung, die ber Führer und Reichskanzler dem Redakteur dieser Zeitung Armando Boaventura gewährt l>at. Der Bericht­erstatter schildert ausführlich den Empfang durch den Führer. Er betont, daß entgegen den Behaup­tungen ber ausländischen Presse Hitler nicht von schwer bewaffneten SS.-Männern bewacht werde, er sei nur einem einzigen Posten begeg­net. Der Eindruck, den die Persönlichkeit des Füh­rers auf ihn machte, sei einprägsam gewesen. Boa­ventura sagt, er habe verstanden, daßderWil! e, der aus den stahlblauen Augen spreche, das deutsche Volk veranlasse, dem Führer einmütig zu folgen.

Der Führer sagte: Die Beziehungen zwischen Deutschland und Portugal haben um so mehr Grund, eng und wirklich herzlich zu sein, als die gegen­wärtige politische Situation in Portugal in vieler Hinsicht von denjenigen Prinzipien unb Leitsätzen inspiriert wird, die das na­tionalsozialistische Regime in Deutsch­land leiten.

Der Berichterstatter, der ber Saarabstim- m u n g beigewohnt hatte, äußerte sich Darüber roie folgt: Das Saarabstimmungsergebnis bebeutet zweifellos einen ganz großen Erfolg für Deutschland und für bie Politik bes Reiches, das Ew. Exzellenz führt. Die ganze Saar ist deutsch und ich habe mich im Saar­gebiet immer unter Deutschen gefühlt.Ich bin überzeugt, daß die Saarabstimmung ein wert­voller Faktor für den europäischen Frieden, nicht nur für Deutschland und Frankreich, sein wird, und bin überzeugt von dem festen Willen Deutschlands zum Frieden, den Eure Exzellenz so bestimmt und in kategorischer Weise ausgedrückt hat."

Der Führer sprach die Hoffnung aus, daß der Eindruck des Berichterstatters von dem auftichtigen Friedenswillen Deutschlands auch im portugiesischen Volk Widerhall finden und zur freundschaft­lichen Verständigung der beiden 1 - k e r beitragen möge.

repräsentierten ähnlich sein soll? Vorstoß bes römi­schen Imperiums, als dessen Erwecker und Ver­künder sich Mussolini ja fühlt, nach Norden in den aermanischen Lebensraum? Ist es ein Symbol bes Angriffsgeistes unb werben bem Symbol Taten folgen?

Dies finb ernste Fragen, bie sich bas Deutschtum vorzulegen hat, nicht nur im Reich, fonbern auch in Oesterreich, bas schon wie ein vorgeschobener Posten Roms angesehen wirb, wie bie Romer in jenen frühgeschichtlichen Zeiten einzelne beutsche Stämme für ihre Politik zu gewinnen wußten unb mißbrauchten. Don Rom aus gesehen kann biefes neue Produkt einer in Denkmälern sich offenbarenden Politik nur diesen Sinn und diese Bedeutung haben. Von Germanien aus gesehen aber bedeutet der Name Drusus bie Gewißheit, baß unsere nationale Kraft groß genug ist, ben Boben ber beutschen Heimat zu verteibigen unb feinbliche Einfälle ab­zuwehren. Jene merfroürbige Erzählung von ber Todesvision bes römischen Felbherrn an ber Elbe, die im Dämmerlicht ber germanischen Frühzeit steht, wäre eigentlich bas gegebene Thema für eine Relief­barstellung am Sockel bes Drususbenkmals. Erst daburch würbe feine Symbolik beutlich, oon b e i b e n Seiten sichtbar unb vollstänbig!

gibt feine Priorität mehr, fonbern nur noch g e - meinfamen Dienst am Staat in bem Sinne: Ieber gibt, jeder nimmt! Die Brücke von ber Wissenschaft zur Praxis sei ber Reichsnähr- st a n b, von bort, von Der Praxis, kommen bie Anregungen. Diese seien von ben Instituten zu be­arbeiten, praktisch auszuprobieren unb erst, wenn sie sich nach allen Richtungen bewährt haben, in bie breite Öffentlichkeit hinauszuleiten. Die Mit­hilfe, aber auch bie Korrektur bunt) ben Reichs­nährstand sei unerläßlich.

Anschließend überbrachte Dr. Krohn die Grüße des Reichsbauernführers und betonte, baß ber Makel hinsichtlich ber Eigenbrötelei, ber bisher angeblich noch auf ber Arbeit ber Professoren ge­legen habe, in Zukunft burch bie Zusammenarbeit im Forschungsbienst verschwinden wird.

Darauf erläuterte Professor Meyer, Berlin, Aufbau und Ziel des Forschungsdienstes. Der For­schungsdienst, wie er jetzt geplant ist, gliedert sich in sieben Reichsarbeitsgemeinschaf­ten: Pflanzenbau, Landwirtschaftschemie, Tier­zucht, Gartenbau, Lanbwirtschaftsgewerbe, Land­wirtschaftstechnik und -Hochbau, Agrarpolitik unb Betriebslehre. Innerhalb jeder Arbeitsgemeinschaft sind mehrere Kreise gebildet, von denen j e - d er ein Sondergebiet zu bearbeiten hat. Da jede Landwirtschaftsaufgabe aber verschiedene Gebiete berührt, so ist eine Zusammenarbeit unbe­dingt erforderlich, wenn nicht Doppelarbeit oder

fragen gegeben, denn bie Milchwirtschaft, bie Geflügelzucht, Obst- unb Gemüsebau werben in ber bäuerlichen Wirtschaft von ber Frau betreut, unb so inb biese Zweige ber länblichen Erzeugungsstätte ehr abhängig von ber Tüchtigkeit unb bem Fleiß ber Ba u e r i n.

Eines ber wichtigsten Gebiete ist bie Milch­wirtschaft, über bie biese Sonberschau eingehend Auskunft gibt. Wenn auch der Veredelungs- unb Verarbeitungsprozeß ber Milch zu Konbens-, zu sterilisierter und pasteurisierter Milch, zu Butter und Käse von ben Großmolkereien unb ihren Maschinen übernommen wirb: bie Auswahl bes Viehs, seine Pflege, bie Prüfung auf Leistung unb Güte bes Rohmaterials, ber Milch, liegt boch in erster Linie bei ber Bäuerin. In ber Abteilung Milchwirtschaft lernt bie (Stabtfrau bie verschobenen Arten ber Milchverwertung kennen unb nach ihren befonberen Eigenschaften werten. Konbensierte Milch ist eingebampft, sterilisierte Milch ist in Glä­sern ober Büchsen eingeschlossen bis auf 100 Grab erhitzte unb völlig keimfrei geworbene Vollmilch Die pasteurisierte Milch wirb eine halbe Stunbe lang auf 65 bis 70 Grab erhitzt unb schnell gekühlt. Daburch bleiben ihr Vitamine unb Nähr- salze erhalten, so baß sie befonbers hochwertig ist. Magermilch ist kein an sich minberroertiges Probukt, sie ist nur weniger fetthaltig, barum billiger, ist aber zu Kochzwecken Pubbings usw. sehr wohl zu gebrauchen; außerbem vertragen magenschwache Personen sie viel besser als Vollmilch.

Auch über das wichtige Kapitel Fettwirt- schäft wird die Stabtfrau, bie in ihrem Bereich nur bie Auswirkungen planmäßiger Maßnahmen, selten aber über beren Ursachen unterrichtet wirb, aufgeklärt; nach bem Besuch ber Ausstellung be­greift sie, warum wir oerschiebene Butter­sorten haben, warum es nötig ist, daß dem Käse ber Fettgehalt aufgebrutft wirb. Welche Bebeu­tung der K a r t o f f e l nicht nur als Nahrungs- mittel in ihrem eigenen Haushalt, sondern darüber hinaus der gesamten deutschen Volkswirtschaft zu- kommt, erfährt die Hausfrau, da ihr die Ausstel- mng barlegt, daß auf ber braunen Knollenfrucht bie starte-, Flocken- unb bie Spiritusinbuftrie sich

große Interesse, bas jetzt allenthalben ber Lanb- wirtschaft insbefonbere ber Ernährung unb Rohstoffversorgung entgegengebracht wirb. Daß bie große Aufgabe ber Lanbwirtschaft i heute von ganz anberer Seite aus betrachtet wirb, zeigt bie Eröffnungsrebe, bie ber Reichsminister für Ernäbrung unb Landwirtschaft, R. Walther DarrS, selbst hielt.Es ist ein grundsätzlicher Un­terschied, ob man der privatwirtschaft­lichen Rentabilitätsüberlegung ben Vorrang vor volkswirtschaftlichen Ueberlegungen einräumt ober ob man ber Volkswirtschaft bas Primat gegenüber feinen Einzelwirtschaften ein räumt. Selbst bie vollenbetste Agrartechnik kann sich niemals allein genügen, fonbern muß stets im Dienste einer höheren, b. h. einer staatlichen Jbee stehen. Die Politik muß besroegen als bas Pri­märe vor Agrartechnik unb Agrarwirt­schaft gestellt werben." Aus allbekannten Grün­den fordert heute die Politik aber die Sicherstel­lung der Ernährung und Rohstoffversorgung un­seres Volkes. Aus diesem Grunde ist die Erzeu­gung s s ch l a ch t vor kurzem in die Wege ge­leitet worden. Sie beabsichtigt aber nicht wie früher einseitige Steigerung irgendeines landwirtschaft­lichen Erzeugnisses, sondern strebt auf allen Gebieten die Unabhängigkeit vom Auslande an. Deshalb werden besonders die Gebiete gefördert werden müssen, auf denen wir noch große Mengen ausländischer Erzeugnisse einführen. Die folgenden Referate der Vortragstagung befaßten sich daher in erster Linie mit diesen Aufgaben.

So sprachen am ersten Tage nach einem einfüh­renden Vortrag von Ministerialdirektor Moritz über die deutsche Ernährungslage, Prof. Meyer, Berlin, über Erzeugungsschlacht und Wissenschaft. Dr. Krohn, Berlin, über Landbautechnik und Eiweißversorgung, Dr. Ströbele, Ludwigshafen, über Möglichkeiten des Eiroeißersatzes und Prof. ® r- Fingerling, Leipzig, über Erzeugungs- Ichlacht und Fütterungslehre. Die Referate wurden am Dienstag fortgesetzt mit Vorträgen von «Staats» Minister Ri ecke, Detmold, über Aufgaben der deutschen Landeskultur, Prof. Dr. Roemer, Halle, über Erhaltung und Mehrung der Bodenfrucht­barkeit, Direktor Kertscher, Dresden, über bie Praxis ber Humuswirtschaft unb Prof. D r. Ses ° fous, Gießen, über neue Nutzpflanzen. Die weiteren Vorträge behandelten-vorwiegenb die Frage der Rohstoffversorgung. So sprach Prof. Dr. Schilling, Sorau, über Das Faserproblem, Prof. Dr. Schmidt, Göttingen, über das Fett- problem, Freiherr von ©umppenberg- Pöttmes, über Die Wolle unD Ministerialrat Parchmann, Berlin, über Holz als Rohstoff. Schließlich faßte Reichsobmann Meinberg das Ergebnis Der Vortragstagung in einer Schlußan- prache zusammen.

Wenn früher im Rahmen berGrünen Woche" Versammlungen ber Deutschen Lanbwirtschasts-Ge- sellschaft stattfanben, so stauben sie fast stets unter dem Zeichen von Sonderveranstaltun g e n. Die Ackerbauabteilung, die Tierzucht-, die Geräte-, die Futtermittelabteilung und viele andere hatten ihre eigenen Sonderausschüsse und ©onbertagungen oft sogar zur gleichen Zeit einberufen, die stets nur der aufsuchte, der sich für dieses Gebiet besonders interessierte. Starken Anklang fanden natürlich immer die Vorträge, die das Gebiet be­handelten, auf dem gerade Hochkonjunktur herrschte, ja die Vortragenden selbst trugen der Konjunktur­wirtschaft in überstarkem Maße Rechnung. Dadurch verlor ber unbefangene Zuhörer oft bie Uebersicht über bie landwirtschaftliche Lage unb vermochte sich nur selten ein klares Bilb von ber großen Richtung ber Agrarpolitik zu verschaffen.

Ganz anbers in biefem Jahre! Keine Sonder­ausschüsse unb (Sonbertagungen, nur eine große Vortragsfolge, bie an zwei Tagen eine klare Uebersicht über bie laub- wirtschaftlichen Aufgaben ber nächsten unb ber ferneren Zukunft gaben. Der außerordent- lich starke Besuch ber große Beethoveusaal faßte längst nicht bie Menge ber Zuhörer bewies bas

Interessant war befonbers, baß auch bie Wis- enschaft jetzt in ben großen Rahmen ber Agrarpolitik eingebaut werben sott. Zwar wird eine große wissenschaftliche Jbee niu von einem einzigen erdacht werden können, um sie aber- in Die breite Praxis umzusetzen, werden viele Kräfte )aran mitguarbeiten haben, immer unter dem Ge­sichtspunkt, wie der Volkswirtschaft damit am besten gebient werben farm. Die Wissenschaft barf in Zu­kunft nicht wie bisher, in zahllose Spezialzweige aufgelöst, ben Zusammenhang mit bem Ganzen verlieren, fonbern hat bie Aufgabe, in ftänbigem (Streben nach Aufbau unb Synthese in erster Linie bte Arbeiten in Angriff zu nehmen, bie vom Gau- Zen her ihren Sinn erhalten. Auf biefem Grund- aebanten baut sich ber neubegründete gor- d) u n g s b i e n ft auf, ber alle laubwirtschaftlichen Wissenschaftler zur Gemeinschaftsarbeit im Dienste des Volkes gusammenfaßt. Agrarpolitiker, Wissen- chaftler unb Praktiker in einer großen tfront im gemeinsamen Kampf um Deutschlanbs Zukunft, bas war ber Gefamteinbruck biefer bebeu- tungsvollen Tagung bes Reichsnährstanbes.

Die erste Hauptversammlung des Korschungsdienstes.

Reichsarbeitsgemeinschaft bet* Lanbwirt- schaftswissenschaft.

Berlin, 31. Jan. (DNB.) Beseelt von bem Willen, ber Reichsregierung, bie sich aus ber Rück- glieberung bes Saargebietes ergebenben wirtschaft- lichen Lasten tragen zu helfen, hat sich eine große Anzahl von Volksgenossen erboten, golbene Schmucksachen zur Verfügung zu stellen. Diese Opferbereitschaft zeugt von einem vorbildlichen Patriotismus. Die Ablieferung von Golbschmuck, wie sie im Jahre 1813 und zuletzt in ber schlimm­sten Notzeit bes Weltkrieges ftattgefunben hat, ist heute jeboch n i ch t e r f o r b e r l i ch. Das neue Reich ist stark genug, um auf Golbspenben im vor­liegenden Falle verzichten zu können. Es möchte den Opfersinn der Bevölkerung allein Vorbehalten für die Milderung von Not.und Armut im Lande. Im übrigen sind bereits Vereinbarun­gen getroffen worben, bie sicherstellen, baß bie Be- Zahlung der Saargruben ohne Jnanspruch» n a h m e b e r G o 5b - u n b D e v i s e n b e st ä n b s ber Reich sb an k erfolgen kann. Aber auch bis Währungspolitik bebarf ganz allgemein Der Ab­lieferung von Schmucksachen nicht, sondern bedient sich Der bekannten wirksamen Wirtschaftsmaß. nahmen, um den Zahlungsverkehr mit Dem Aus» lanpe ^ regeln. wirD Daher gebeten, von Der­artigen GolDfchmuck-Spenden abzusehen- Golb- münzen können selbstverständlich nach wie vor bei bet Aetchsbgnk umgetaujcht werden.

Deutsche Rückfragen tu Paris und Rom zum Donaupakt.

Basel, 31. Jan. (DNB.) Schweizer Zeitungen bringen bie Meldung, wonach in Berliner biplomo- tischen Kreisen die Nachricht verbreitet sei, daß d i e deutsche Regierung gestern durch ihre Bot­schafter in Paris und Rom die angekündigte Rück­frage bezüglich des Nichteinmifchungs- Paktes habe überreichen lassen. Es seien bestimmte Fragen gestellt, jedoch werde als eine Vorbe­dingung für die Annahme des Paktes seitens der deutschen Regierung die Forderung erhoben, daß England und auch die Schweiz die­sem Pakt beitreten.

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Erkundigungen an zuständiger Stelle ergeben, daß die Reichsregierung ihre Botschafter in Paris und Rom beauf- tragt hat, eine Reihe von Rückfragen bezüg­lich Inhalt und Tragweite des Nichteinmischungs­paktes (Don au paktes) zu stellen. Von Vor- bebingungen, Forderungen oder auch nur Vorschlägen konnte in diesem ersten Stadium der Klärung auf dem üblichen diplomatischen Wege naturgemäß nicht die Rede sein.

Im Rahmen Der Grünen Woche fand am 28. Januar 1935 bie e r st e Hauptversamm- lu ng besForschungsbienstes, ber Reichs- arbeitsgemeinschaft ber Lanbwirtschaftswissenschaft, mi ftbemgolb in Berlin statt. Eine außerorbentlich DOn Lanbwirtschafts-Professoren unb -Assistenten von Angehörigen des Reichsnähr­stanbes und von Behörden hatte sich zu dieser ersten gemeinsamen Tagung zusammengefunden. Zwei <Jiele verfolgte die Zusammenkunft; einmal sollte das große Aufgabengebiet des For» ch u n g s d i e n ft e s klar umrissen werden, zum andern wurde jedem Gelegenheit zum Sich-kennen- lernen und zur Aussprache gegeben. In den emfubrenöen Worten betonte Prof. Dr. Roemer (Halles daß Wissenschaft und Forschung Diener

Volkes zu fein haben. Daher müßten alle Kräfte m einer Richtung zusammengeführt werden. Zwar sei bte Lanbwirtschaftsforschung weit- gehenb spezta 1 isiert, so baß es bem einzel­nen unmöglich sei, bas Ganze zu überblicken, aber jer ab e besroegen müssen sich alle in der Löschung 0 e g f - r -1'' -----

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