füllt werden. Cr ermächtigt ferner die Hauptverwaltung zu folgenden Maßnahmen im Interesse der Arbeiterschaft: Die Kündigungsfristen für die Reichsbahnarbeiter sollen angemessen verlängert werden und an Arbeiter mit lang- jähriaer Dienstzeit gestaffelte Treueprämien gewährt werden. Die Abzahlung dieser Treueprämien an die an Frage kommenden Arbeiter soll noch vor Weihnachten erfolgen.
Unter Berücksichtigung des Grundprogramms und der zusätzlichen Arbeiten wird die Reichsbahn im Jahre 1933 rd. 1 4 0 0 M i l l. M k. f ii r A r b e i t s - befchaffungen (einfchl. der Löhne der Bahn- unterhaltungs- und Werkstättenarbeiter) ausgeben. Auch für das Jahr 1934 sind im ganzen 1 400 Mill. Mk. vorgesehen. Um im Winter 1933/34 der Arbeitslosigkeit erfolgreich zu begegnen, wird die Reichsbahn noch ein besonderes Winterprogramm zusätzlicher Arbeiten im Betrag von 25 Mill. Mk. durchführen. Die Arbeiten werden sofort in Auftrag gegeben. Der größte Teil dieser Auftrage kommt den mittleren und kleineren Handwerksbetriebe nstzugute, da es sich vorwiegend um Jnstandsetzungsarbeiten und Herrichtung von Bahnhofsgebäuden, Wohn- Hausern und Werkstättenbauten handelt. Darüber hinaus hat die Reichsbahn für zusätzliche Arbeiten im Jahre 1934 noch weitere 40 Mill. Mk. vorgesehen.
Der Arbeitsdienst dre große naHona’e Erziehungsschule
Eine Kundgebung in Potsdam.
Berlin, 29. Roo. (TU.) Die erste programmatische Kundgebung der Reichsschule des Deutschen Arbeitsdienstes, deren endgültige Räume jetzt nach Potsdam verlegt worden sind, fand gestern unter großer Beteiligung der Potsdamer Bevölkerung und in Anwesenheit oes Staatssekretärs für Arbeitsdienst, Reichsarbeitsführer Hierl, statt.
Die Kundgebung atmete den Geist, der in der Verpflichtung von Potsdam liegt, wo der deutsche Sozialismus seinen ersten Ausdruck fand, dem ein großer König seine Prägung gab. Der große Feldherr war aber zugleich auch der große Kolo- Nlsator und Schövfer der Bolkskraft durch das Bauerntum. Diese Aufgabe der Landge- «in n u n g, die seit mehr als 200 Jahren vernachlässigt worden war, im Sinne Friedrichs des Großen fortzu führen, hat der Deutsche Arbeitsdienst übernommen. In den Ausführungen des Reichsinspekteurs der Führerschulen, Dr. Decker, MdR., tarnen diese Gedankengänge besonders zum Ausdruck. Der Arbeitsdienst will nicht nur daran arbeiten, Raum und Brot zu schaffen, sondern vor allen Dingen will er erziehen zur Gemeinschaft der Tat und des Dienens. Nickt eine zweitklassige Reichswehr, nicht Waffe der Wirtschaft sei der Arbeits- dienst, sondern die gewaltige Erziehungs- schule, die den neuen Menschen des 20. Jahrhunderts formt, der die Grundlage bilden werde des Dritten Reiches.
Frontsoldaienhilfe des Kyffkäuserbundrs.
Berlin, 29. Noo. (TU.) Der Deutsche Reich skriegerbund „Kyffhäuser" errichtet zur Förderung und Unterstützung der ehemaligen Frontsoldaten die „F r o n t s o l d a t e n h i l f e". Außerhalb des Rahmens der amtlichen Versorgung und der Kriegsopferfürsorge umfaßt die Frontsol- datenhilfe des Kyffhäuserbundes alle im Besitz der bürgerlichen Ehrenrechte befindlichen Frontsoldaten, unabhängig von der Mitgliedschaft zu Kriegervereinen des Kyffhäuserbundes. Das Wesen der Front- foldatenhilfe besteht darin, durch persönliche Vermittlung, Fürsprache, praktische Ratschläge Schwierigkeiten, die der Antragsteller allein nicht zu mei- stern vermag, zu beseitigen, so daß der Zusammenhalt der Frontsoldaten hier in Form kamerad- 1 schaftlicher gegenseitiger Hilfeleistung, wie dies der besten Fronttradition entspricht, ihren praktischen Ausdruck finden soll. Die Front- soldatenhilfe gewährt, wie ausdrücklich betont wer- den muß, keine Barunterstützungen. Des- gleichen^ findet eine organisierte Stellenvermittlung Neugestaltung des Deutschen
Roten Ereure«.
Berlin, 28. Nov. (TU.) Der Präsident des Deutschen Roten Kreuzes, von Winterfeldt- Menkin, hat nach Zustimmung durch die Reicksregierung für das Deutsche Rote Kreuz eine neue Satzung errichtet. Die Satzung soll im Sinne der Grundsätze des nationalsozialistischen Staates zur strafferen Zusammenfassung aller Organisationen und Kräfte führen, die sick im Jahre 1921 zu der Vereinigung „Das Deutsche Rote Kreuz" zusammengeschlossen haben.
Das Deutsche Rote Kreuz gliedert sich danach künftig inLandesvereine, die denReichs- ftatthalterbezirken entsprechen. Alle Landesvereine und Vereinigungen vom Roten Kreuz führen in Zukunft als Glieder in der Gesamtorganisation den Namen „Deutsches Rotes Kreuz" mit dem Zusatz der eigenen Bezeichnung des Landes- oder Zweigoereins. Mit dieser einheitlichen Bezeichnung und Gliederung kommt durch die neue Satzung die Einheitlichkeit des Führerqedankens zum Ausdruck. Das Deutsche Rote Kreuz steht unter der Schirmherrschaft des Reichspräsidenten. Organe sind: der Präsident, der Präsidialrat, der Große Rat. Sie bilden zusammen die Hauot» verwaltuna. Der Präsident wird vom Reichs- Präsidenten auf vier Jahre berufen; den Stellvertretenden Präsidenten ernennt der Reichsminister des Innern. Der Präsident beruft seinerseits die beratenden Organe der Hauptverwaltung und die Präsidenten der Londesvereine. Für die wichtigsten Aufgabengebiete werden Reichs- walter eingesetzt. Die Satzungen der Landesvereine und aller ihnen Nachgeordneten Vereinigungen bedürfen der Genehmigung des Präsidenten des Deutschen Rote Kreuzes. Die Aemter im Deutschen Roten Kreuz werden ehrenamtlich versehen mit Ausnahme derjenigen der Beamten und Angestellten der Hauptverwaltung und der Nachgeordneten Vereinigungen.
Präsident von Winterseldt-Menkin hat nach Errichtung der neuen Satzung des Deutschen Roten Kreuzes der Reichsregierung sein Amt zur Verfügung gestellt. Herr von Winter- feldt, der im 69. Lebensjahr steht, hatte schon vor längerer Zeit den Entschluß gefaßt, die Leitung des Deutschen Roten Kreuzes In jüngere Hände zu legen. Er betrachtete es jedock als seine Pflicht, vorher noch die Neugestaltung und die Ein- Fiederung des Deutschen Roten Kreuzes in den nationalsozialistischen Staat zu Ende zu führen. Nachdem diese durch die neue Satzung vollzogen ist,
hat er jetzt der neuen Reichsführung, zu der er sich aus innerstem Herzen bekennt, die zielsichere Lösung der Nachfolgerfrage und die Wahrung der Stellung und Entwicklung des Deutschen Roten Kreuzes übergeben.
Das geistlicheMinistenum derOeuifchen Evangelischen Kirche zurüctoeireten
v e r l i n, 29. Jtoo. (DTv.) wie der Evangelische Pressedienst amtlich meldet, ist das geistliche Mini, sterium der Deutschen Evangelischen Kirche zurück- getreten. De- Reichsbischof hat die Rück- krittverklärung angenommen und die Mitglieder des geistlichen Ministerium» gebeten, bis zur Neubildung ihre Aemter weiterzuführen.
Eme Entschließung der G auvensbewequng in( rß Hessen
Frankfurt a. M., 30. Nov. Eine Reihe füh- render Persönlichkeiten der Glaubensbewegung „Deutsche Christen" von Groß-Hessen versammelten sich gestern in Frankfurt a. M. zur Aussprache über die Gesamtlage. Als Ergebnis dieser Beratuna ist folgendes Telegramm an den Herrn Reichsbischof Müller, Berlin, abgesandt worden:
„Die Glaubensbewegung „Deutsche Christen" in Groß-Hessen stellt sich in einer in Frankfurt a. M. am 29. November abgehaltenen Versammlung ihrer Führer geschlossen hinter den Herrn Reichsbischof als den Schirmherrn der Glaubensbewegung. Um des Zusammenhaltens der großen Bewegung willen löst sie sich von der Reichsleitung in Berlin und fordert sofortigen Rücktritt des Reichsleiters und grundlegende Umgestaltung der Reichsleitung. Gleichzeitig versichert Me Glaubensbewegung „Deutsche Christen" Groß-Hessen dem Herrn Reichsbischos ihre treueste Ergebenheit und ihren Dank für sein Eintreten für Bibel und Bekenntnis. gez. Landesleiter Prob ft."
3n den deutschen Rennoniten- dörsern pemisylvaniens.
Starke Eindrücke Botschafter Luthers.
Washington, 29. Nov. (WTB.) Der deutsche Botschafter Dr. Luther ist von einer Wochenendfahrt durch die Mennanitendörfer im Staate Pennsylvania, wo noch zahlreiche Siedlungen in ihrer alten deutschen Art bestehen, nach Washington zurückgekehrt. Dr. Luther, der auch einer gottesdienstlichen Handlung beigewohnt hat, äußerte seine Ueberraschung und Freude darüber, wie r e i n sich dort die schwäbische Mundart erhalten habe. Auch außerhalb des Gottesdien- stes werde in den Bauernhäusern durchweg deutsch gesprochen, und überall sei der Vertreter Deutschlands herzlich begrüßt worden. Dr. Luther besuchte auch das Franklin- und Mar- shall-College, die erste in den Vereinigten Staaten für Deutsche gegründete Hochschule
und war Gast im Hause des Professors Schiebt, des 75 Jahre alten Nestors der deutschen Lehrer und Gelehrten in Amerika. Mit dieser Reise durch die deutschen Siedlungen verband Dr. Luther einen Besuch i n R e a d i n g bei den bekannten Förderern des deutschen Ansehens in Amerika, den Herren Janssen, Oberländer und Thun.
Em Ausruf des Führers der SA« Reserve II.
Berlin, 29. Noo. (TU.) Der Oberstlandesführer der SA. -Reserve II gibt laut NSK. bekannt: -Hch bin durch Verfügung des Obersten SA.-Füh- rers vom 2. November 1933 zum D b e r ft I a n • desführer der SA. -Reserve II ernannt worden. Für meine Aufgaben sind mir alle Organisationen, Vereine, Verbünde usw. von Angehörigen der alten Wehrmacht und ihrer Kriegsformationen unterstellt. Alle bestehenden Organisationen, Vereine, Verbände, Bünde usw. haben ihre Anschrift dem Oberstlandesführer der SA.-Reserve II, Berlin W 57, Nollendorfplatz 9III, mitzuteilen, unter Angaben des Vorstandes, der Mitgliederzahl und ob Anschluß an irgendeine Organisation bereits besteht. Der Oberstlandesführer, gez. Reinhar d."
Kleine politische Nachrichten.
Reichspräsident von Hindenburg empfing den Reichsführer des Volksbundes für das Deutschtum im Ausland Dr. Steinacher zur Entgegennahme eines Berichtes über die Neuorganisation und die Arbeit des VDA.
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In einem Erlaß erklärt der Reichswehrminister, es liege im Interesse der Wehrmacht, die Volksdeutsche Arbeit des Volksbundes für das Deutschtum im Auslande zu unterstützen und mit den örtlichen Gruppen des Verbandes enge Zusammenarbeit zu pflegen durch Vorträge der Gruppenleiter über Volkstumsarbeit, Auslandsdeutschtum usw. Der Minister hat auch keine Bedenken dagegen, wenn zur Vereinfachung der Werbung Truppenteile oder Besatzungen ihren geschlossenen Beitritt zum VDA. erklären.
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In der Presse befanden sich in diesen Tagen Mitteilungen, nach denen mit dem 21. Dezember 1953 eine Mitgl »edssperre für den Reichs- nähr st and eintrete. Die Pressestelle des Reichsbauernführers teilt hierzu mit, daß Mitteilungen diesen oder ähnlichen Inhalts nicht den Tatsachen entsprechen. Die Erwerbung der Mil- gliedschaft zum Reichsnährstand liegt nicht im Ermessen des einzelnen, da das Reichsnährstandgesetz eine vollständige Eingliederung aller Mitglieder des Landstandes oorschreibt.
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Der spanische Justizminister Boeella Asensi ist zurück getreten. Unterrichtsminister Barnes hat das Amt des Justizmmisters übernommen.
Prälat Testa, den der Heilige Stuhl zu feiner besonderen Information über d i e kirchlichen Verhältnisse im Saargebiet entsandt hat, ist in Saarbrücken eingetroffen und hat im Heiligen-Geist-Krankenhaus Wohnung genommen.
Aus aller Well.
Der 500 000. Volksempfänger für den Führer.
Die Deutsche Funkindustrie hat beschlossen, vom Volksempfänger VE 3 01 das fünfte Hunderttausend aufzulegen. Dem Führer, Reichskanzler Adolf Hitler, wird der 500 000. Volksempfänger als Ehrengabe von der Funkindustrie überreicht werden. Don 501 000. Volksempfänger soll der Führer der Deutschen Arbeitsfront, Dr. Ley, erhalten
Aufforderung an olle deutschen Schriftsteller.
Der Reichsverband Deutscher Schriftsteller teilt mit: In Durchführung des Kulturkamrnergesetzes haben sich alle deutschen Schriftsteller zur Ein- glieberunß in dieReichsschriftturns- tatnmer beim Reichsverband Deutscher Schriftsteller eV., Reichsleitung, Berlin W 50, Nürnberger Straße 8, anzumelden. Diese Meldepflicht betrifft alle Arten schriftstellerisch Schaffender mit Ausnahme der für die Reichspressekammer zuständigen Schriftleiter und Journalisten. Es haben sich zu melden alle Buchautoren und alle belletristischen Mitarbeiter bei Zeitungen und Zeitschriften, wissen- schaftliche und Fachschriftsteller, Filmschriftsteller, Uebersetzer, Lyriker, Textdichter, Bühnenschriftsteller, Funkschriftsteller und Kritiker aller Art. Die Meldung hat bis zum 15. Dezember zu erfolgen.
Sieben Tote bei einer Zelluloid-Explosion in Speyer.
Ein folgenschweres Brandunglück ereignete sich in Speyer. In der Aufbereitung der dortigen Zelluloid-Fabrik entstand plötzlich eine furchtbare Explosion. Eine mächtige Stichflamme schlug durch die Fenster des Werkes, über eine Werkstraße hinweg, in ein etwa 20 Meter enfernt liegendes anderes Werksgebäude. Eine andere Stichflamme durchschlug die Wand zu dem angrenzenden Naphta- Trockenraum. Hier gerieten die Rohmaterialien in Brand und verursachten eine weitere Explosion, die einen Teil der Mauer eindrückte und das Dach- gebält in Brand setzte. In der Aufbereitung erfolgte später eine dritte Explosion, wobei ein Rührkessel in die Luft flog. In der Aufbereiterei fand man drei Arbeiter tot vor; außerdem sind vier weitere Arbeiter ums Leben gekommen, doch hat man die Leichen bisher noch nicht finden können. Die Urfache des Unglücks ist noch nicht festgestellt.
Nachwehen des Sklarek-Skandals.
In Berlin findet zur Zeit ein Prozeß gegen den ehemaligen Berliner Stadtrat B e n e ck e statt, der angeklagt ist, während feiner Amtszeit sich der schweren passiven B e st e ck u n g schuldig gemacht zu haben. Benecke hat bereits in dem Riesenprozeß gegen die Sklareks eine Rolle gespielt. In der Beweisaufnahme wurde jetzt zunächst der Buchhalter der Firma Sklarek, Lehmann, über Zu- Wendungen der Sklareks an den Angeklagten, Der auf Gerichtsbeschluß übrigens aus der Haft entlassen worden ist, gehört. Lehmann gibt folgende Aeußerung des Willi Sklarek aus dem Jahre 1929 wieder: „Eben ist Stadtrat Benecke da und spricht über die Kosten der Amerikafahrt, machen Sie mal tausend Mark für ihn fertig". Leh. mann erklärte ferner, er habe zu den Brüdern Skla- rek gelegentlich Bedenken geäußert, daß vielleicht der Vertrag der Firma Sklarek mit der Stadt Berlin nicht verlängert werden könnte. Er fei aber beruhigt worden, er brauche sich keine Sorgen zu
machen, die Sklareks hätten ihre Freunde beim Magistrat. Leo Sklarek hätte dabei die Namen der Stadträte Gäbel und Benecke genannt.
Als nächster Zeuge wurde aus dem Zuchthaus Luckau Willi Sklarek vorgeführt. Auf die Frage des Vorsitzenden, ob er irgendwelche Zuwendungen an Stadtrat Benecke gemacht habe, erwiderte dieser, er habe Benecke im Auftrage feines Bruders Max einen Reingewinn von 1000 Mark für feine Frau in einem verschlossenen Umschlag übergeben. Willi Sklarek betätigte sick dann als „Fachmann" auf dem Gebiet der Konsektion und prüfte einen Ulster und eine Hose, die der Angeklagte Benecke von der Firma Sklarek bezogen und zur heutigen Verhandlung mitgebracht hat. Willi Sklarek erklärt nach der Prüfung der Kleidungsstücke, das Schneideratelier habe tatsächlich einen zu hohen Preis verlangt. Er, Willi Sklarek, habe Benecke für einen wohlhabenden Mann gehakten, den man überhaupt nicht bestechen könnte. Benecke fei immer sehr zurückhaltend gewesen, und er habe ihn darum für einen Antisemiten gehalten.
Auch Leo Sklarek wurde aus dem Zuchthaus Luckau vorgeführt. Leo Sklarek konnte sich nicht'besinnen, mit Benecke näher zusammengekommen zu sein. Er habe sich lediglich um seinen Rennstall gekümmert und nichts mit Geschäften zu tun gehabt. Das habe alles sein Bruder Max getan. Beide Sklareks blieben unvereidigt.
18 verschüttete Bergleute gerettet.
In einem Abbaubetrieb der Grube „Carolus Magnus" in Palenberg bei Aachen fiel in der Morgenfchicht ein Bruch, durch den ein Teil der dort beschäftigten Leute, Im ganzen 18, abgeschnitten wurden. Nachdem die Rettungsarbeiten den ganzen Tag über angedauert hatten, konnte die Aachener Bergbehörde mitteilen, daß alle 18 eingeschlossenen Bergleute am Abend unversehrt geborgen worden sind.
Autounglück bei Tübingen. — Drei Ardelts- dnnstsreiwillige getötet.
Auf der Staatsstraße Tübingen — Stuttgart ereignete sich in der Nähe von Tübingen ein schweres Unglück, dem drei junge Menschenleben zum Opfer fielen. Vier Angehörige eines Arbeitsdienstlagers waren mit einem Handwagen unterwegs, als sie von einem Lieferwagen von hinten anyefahren wurden. Dabei erlitten drei der jungen Männer so schwere Verletzungen, daß zwei von ihnen wenige Minuten nach dem Zusammenstoß st a r b e n und der dritte kurz nach der Einlieferung ins Krankenhaus verschied. Der Führer des Lieferwagens kümmerte sich nicht um die Opfer, sondern suchte in Richtung Stuttgart das Weite.
Zehn verletzte bei einem Zugzusarninenstoß.
Bei Pfullendorf in der Nähe von Konstanz stießen beim Rangieren einige Wagen so heftig auf den Pfullendorfer Personenzug auf, daß von den Reisenden zwei erhebliche und acht leichtere Verletzungen erlitten. Der Unfall ist auf das 23er- sagen der Bremsen infolge dec herrschenden Kälte zurückzusühren.
Zwei Erdrutsche In Neapel.
Infolge der schweren Regengüsse der letzten Tage lösten sich vom Hügel Ecchia in Neapel größere Erdmassen und stürzten aus ein mehrstöckiges
großes Wohnhaus an der darunter liegenden Straße. Das wurde teilweise zum E i n st u r z gebracht und fast völlig verschüttet. Bei den sofort em- setzenden Rettungsarbeiten konnten zehn Personen aus den Trümmern gezogen werden, von denen einige zum Teil schwer verletzt waren. Gegen Abend wurden noch zwei Bewohner des Hauses vermißt. Der italienische Kronprinz weilte längere Zeit an der Unglücksstelle. Ein anderer Erdrutsch in einer Vorstadt Neapels überraschte eine Gruppe von Arbeitern beim Tunnelbau, wobei einer getötet und einer schwer verletzt wurde.
Autounglück in Frankreich. — Zwei lote, sieben Schwerverletzte.
Bei Cornpiögne fuhr ein Personenkraftwagen i n eine Gruppe Rekruten, die von einer In- struktionsstunde in die Kaserne zurückkehrten. Zwei Mann wurden auf der Stelle getötet und sieben schwer verletzt.
Deutsch-englisches Expeditionsschiff verunglückt.
Der Schoner „Mynonie R. Kirby", der vor zwei Tagen von dem englischen Hafen Falmouth zu einer Expeditionsfahrt nach der Süd- f e e ausgelaufen war, ist in der Nähe von Brest in einen schweren Sturm geraten und von der Besatzung verlassen worden. Ein Deutscher, Karl Berke, früherer Vorsitzender des Hockeyklubs Rot-Weiß Köln, und ein Engländer, Mr. Gibson, hatten die Expedition ausgerüstet. Die Besatzung bestand außer dem englischen Kapitän aus lauter Deutschen. Hundert Meilen westlich von Brest wurde der Schoner von einem gewaltigen Sturm ergriffen und derart umhergeschleudert, daß bald beide Masten über Bord gingen. Der Hilfsmotor versagte den Dienst, so daß das Schiff in der stürmischen See hilflos umhertrieb. Die gesamte Besatzung konnte gerettet werden. Das Wrack treibt auf dem Meer.
Schiffsbrand im Rotterdamer Hafen.
Auf dem 10 678 Tonnen messenden Motorschiff „Jndrapoera" des Rotterdamschen Lloyd, Das augenblicklich an der Lloydkai in Rotterdam liegt, brach auf dem Vorderteil des Promenadendecks ein Brand aus. Der Feuerschein war weit bis in die Stadt und deren Umgebung sichtbar. Nach zwei Stunden war man des Feuers fast gänzlich Herr geworden. Ein Teil des Promenadendecks, der Gesellschaftsraum, die Kommandobrücke sowie die Kajüten des Kapitäns und des Ersten Offiziers find vollkommen ausgebrannt. Auch wurde bedeutender Wasserschaden angerichtet. Das Feuer wurde vom Lande aus mit 25 Rohren bekämpft. Die Ent- stehungsursache des Brandes ist noch unbekannt. Man hält es für möglich, daß er im Maschinen- raum ausgebrochen ist. Menschen tarnen nicht zu Schaden.
Lynch-lvelle über Amerika.
Ganz Amerika wird im Augenblick von einer Welle der Lynchjustiz überschwemmt. Noch ist der seinerzeit gemeldete Fall von San Jos6 nicht vergessen und die Gerichtsverhandlung in Decatur steht vor der Tür; jetzt mußten sich 300 Mann von der Nationalgarde, die auf Befehl des Gouverneurs in Salisbury (Maryland) vier Rädelsführer des am 18. November an einem Neger vollzogenen Lynchaktes verhaftet hatten, gegen Taufende wehren, die die Verhafteten befreien wollten. Obwohl die Nationalgarde mit Tränengas gegen die erregte Menge vorging, dauerte der Kampf einen ganzen Tag. Schließlich mußte die Nationalgarde sich nach Baltimore zurückziehen. Der Gouverneur hatte die Nationalgarde aufbieten müssen, weil sich die örtliche Staatsanwallschaft der Verhaftung der vier Leute widersetzte. — In St. Joseph (Montana) griffen 4000 Bewohner das Ortsgefängnis an, um einen wegen Belästigung eines weißen Mädchens verhafteten 19jährigen Neger zu lynchen. Die Ortspolizei konnte den Angriff unter Zuhilfenahme von Tränengas zunächst abweifen, aber schließlich der immer wieder angreifenden Menge nicht mehr widerstehen. Die Menge drang in das Gefängnis ein und hängte den Neger auf.
Atlantikflüge der Deutschen Lufthansa.
Der Domier-BMW. „Taifun" der Deutschen Lufthansa startete von Bathurst (Brit.-Gambien) an der afrikanischen Westküste zu einem Fluge nach dem mitten im Atlantik befindlichen Flugstützpunkt „Westfalen". In sieben Stunden 40 Minuten war nach Zurücklegen von 1320 Kilometer das Ziel erreicht, und das Flugboot konnte bei hoher Dünung auf das Schleppfegel des Dampfers „Westfalen" genommen werden. Der Dvrmer-BMW.-Wal „Passat" der Deutschen Lufthansa, der sich bereits auf der „Westfalen" befand, wurde sodann mittels des Heinkel-Grvßkatapults gestartet und flog nach Natal in Brasilien. Der Flug über 1680 Kilometer vom Flugstützpunkt „Westfalen" bis nach Südamerika dauerte 9 Stunden 40 Minuten. Die ganze 11 e b e r- querung des Atlantik von Westafrika bis Südamerika hat also insgesamt 17 Stunden 20 Minuten in Anspruch genommen.
Neun Menschen durch Erdrutsch getötet.
Durch einen riesigen Erdrutsch bei Manizales in Columbien wurden neun Menschen getötet. Mehrere Personen werden noch vermißt. Der Erdrutsch wurde durch einen verheerenden Gewitterregen verursacht.
Wettervoraussage.
Durch den Tiefausläufer, welcher sich über Süddeutschland erstreckt, hat sich feuchte milde Luft eingemischt, die leichtere Schneefälle verursachte. Nach Beseitigung der Stvrungsreste wird das kontinentale Hoch über Rußland durch seine absinkende Luft die Wolkendecke auflösen, so daß dadurch eine Zunahme des Frostes in Aussicht steht.
Aussichten für Freitag: Nach anfänglich noch leichten Schneefällen allmählich Bewölkungs- rückgang, kälter, Nachtfrost.
Aussichten für Samstag: Wolkiges Wetter mit Nachtfrvftzunahrne, leicht wolkig, sonst auf» heiternd.
Lufttemperaturen am 29. November: mittags 2 Grad Celsius, abends 1,7 Grad; am 30. November: morgens 0,5 Grad. Maximum 2,6 Grad, Minimum 0 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 29. November: abends 1,9 Grad; am 30. November: morgens 1,5 Grad Celsius. — Niederschläge 0,4 mm.
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NIVEA
mild, leicht schäumend, gant wundervoll Im Geschmack.
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