Ausgabe 
30.10.1933 Zweites Blatt
 
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anNurler Theater.

ag, 30. Oktober: Der Bogel- hr, Ende 22.30 Uhr.-31.r : Die lustige Witwe: An­gen 23 Uhr. 1. Novem- MZ Völker: Die Wallüre: gegen 23 Uhr. 2.: Ara- :, Ende gegen 23 Uhr. nnz Wer: Der Zigeuner- n, Ende nach 22.30 Uhr. nfang 1930 Uhr, Ende gegen Gastspiel Frairz Dölker: Ca­ans: Der BajW Anfang

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den 31. Oktober.

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Annli-Kindergabe für da- Bev-Derbas

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9JL-tfport

Oer Reichssportfuhrer warnt!

Don der Presse st eile des Reichssport, führers von Tschammer . Osten geht uns folgende Mitteilung zu:

,^cf) habe in letzter Zeit in Presseveroffentlichun- gen, Kritiken über große und kleinere Veranstal­tungen draußen im Reiche wie überhaupt allent- halben zu meinem großen Bedauern feststellen müssen, daß immer noch außer den normalen Diffe­renzen, die ausgeglichen werden können, gewisse Unterschiede oder Tr e n n u n g s p u n k t e zwischen den Verbänden bestehen. Eine gewisse Art von Ueberheblichkeit auf diesem Gebiet zeigt Schwäche, kleinliche Auffassung und letzten Endes weiter nichts als gewollte Störung unserer Gemeinschaftsarbeit.

Wenn z. B. der Gedanke einer deutschen Turn- und Sportgemeinschaft praktisch Platz greifen und sich so auswirken soll, daß wir alle nach einem Prinzip, nach einer gemeinsamen Auffassung unter Wahrung loyaler Kameradschaft an unsere Arbeit gehen, dann brauchen wir allerdings Männer, die sich, wenn sie führen wollen, an einen Tisch sehen müssen, um zu einer positiven und erfolgreichen

Lösung chrer gegenseitigen Gedankengänge zu kommen.

Draußen stehen Millionen von Menschen und erwarten sehnsuchtsvoll von der Führung praktische Zielsetzung und Unterstützung aller in ihrer opfer­willigen Betätigung, und drinnen in den General- sekretariaten, Geschäftszimmern und in Vorstands­und Verbands-Hauptversammlungen streiten sich die Leute um mitunter tatsächlich lächerlich, alberne, kleinliche Angelegenheiten. Ich werde in Zukunft, sofern ich solche verantwortungslose und verkalkte Hemmungen und Störungen des Allgemeinbetriebes der Konzentration der Kräfte feststellen muß, mit drakonischen Härten und sofortigem Ausschluß verfahren. Die verantwortlichen Pressearbeiter aber muß ich aufrichtig und dringend bitten, Kritiken, die eine gegenseitige Diskreditie­rung der Sportverbände untereinander zum Ziel haben sollen, oder auch nur leise andeuten, niemals aufzunehmen. Es geht um die Einigkeit im deut­schen Sport- und Turnleben und da haben Stänke- reien, Querulanten, Intriganten und meist von kleinlichem Haß erfüllte Naturen nichts zu suchen. Ich warne!

Der Reichssportführer.

Fußball des Sonntags.

Hartnäckige Kämpfe in der Bezirksliga.

diesmal spielfrei hatte und sich deshalb die Zahl der ausgetragenen Spiele bei beiden Vereinen ausglich, ^nedberg muß den zweiten Platz allerdings mit Kassel 03 teilen, das gegen Borussia Fulda 0:0 Borussen kommen in dieser Saison gar nicht in Fahrt, ihre Leistung war auch diesmal wieder nicht überzeugend. Hermannia Kassel feierte mi 2:1 gegen Kurhessen Marburg den ersten Spiel- und Punktgewinn und Sport Kassel blieb bei Hes­sen Hersfeld überraschend mit 5:2 Toren in Front. Die Punktekämpfe im Gau Südwest.

Die Gauligaspiele im Gau XIII standen am Sonntag im Zeichen zweier hoher Ergebnisse, die man kaum erwartet hatte. Der Tabellenführer 1. FC. Kaiserslautern verlor in Saarbrücken mit 5:1 und Wormatia Worms ließ sich in Pirmasens sogar ein 0:6 aufbrummen. Die übrigen Ergebnisse waren normal. Eintracht Frankfurt siegte zuhause Über Mainz 05 knapp mit 2:1 und die Spiele SV Wiesbaden gegen FSV. Frankfurt und Al. 01 Worms gegen Phönix Ludwigshafen endeten je 2:2 unentschieden. Die Tabellenführung bleibt zwar weiter in Kaiserslautern, nach Verlustpunkten ge­rechnet, ist jedoch die Eintracht in Front gegangen. An dritter bis siebter Stelle stehen FSV., Ludwigs­hafen, Wiesbaden, Pirmasens und Saarbrücken mit je sieben Pluspunkten.

Kurze Sportnotizen.

Simultanspiel gegen Schachmeister Brinkmann. Vom Schachklub Gießen werden wir gebeten mitzuteilen, daß in dem Simultanspiel gegen den Schachmeister Brinkmann 4 und nicht 3 Partien remis endeten. Reben den bereits genannten Herren konnte auch Herr W o h l g e m u t h feine Partie remis beenden.

Oie einzelnen Ergebnisse.

Butzbach Wetzlar 2:2.

Nauheim 1900 Gießen 1:0 (0:0).

VfB. Gießen Ockershausen 4:2 (1:2).

Lollar Marburg 2:4.

Großkarben Steinberg 5:3.

Der Tabellenstand.

Verein

Spiele

Gew.

Unentsch.

Verl.

Pkte.

Großkarben

6

3

2

1

8:4

Nauheim

5

3

1

1

7:3

Marburg

5

3

1

1

7:3

Wetzlar

5

3

1

1

7:3

Ockershausen 1900 Gießen

7

5

3

2

1

2

3

1

7:7

6:4

VfB. Gießen

6

2

1

3

5:7

Steinberg

6

1

2

3

4:8

Butzbach Lollar

4

3

0

0

1 0

3

3

1:7

0:6

VfB. Gießen Liga gegen

ZE. Ockershausen Liga 4:2 (1:2).

Dieses Verbandsspiel hatte besondere Bedeutung: einerseits sollte Ockershausen beweisen, ob es be­rechtigt ist, Spitzenführer der Tabelle zu sein, ande­rerseits konnte dem VfB. der Weg der Tabellenfüh- rung freigemacht werden.

Der Spielbeginn war für den Platzverein nicht erhebend, denn Ockershausen ging von Anbeginn mächtig aus sich heraus, und schon nach kurzer Zeit konnte der Linksaußen von Ockershausen im Nach­schub das erste Tor erzielen. Vom Anstoß ab ging bie VfB.-Mannschast energischer vor und es ent­stand in der Folge ein harter Kampf, der stets die Hiesigen im Vorteil sah. Immer wieder drängten die DfBer den Gegner zurück. Mehrere gute Flau- ken des Rechtsaußen konnten die Innenstürmer in­folge zu langen Zögerns nicht verwerten. Nach langem Hin und Her tarn der Ball zu dem Halb­linken, der trotz großer Bedrängnis einen Schräg- schuß anbringen konnte und damit den Ausgleich herstellte. Kurze Zeit später wurde derselbe Spieler bei erneutem Angriff zu Fall gebracht. Der ver­hängte Elfmeterball wurde an die Latte geschossen. Kurz vor Halbzeit trugen die Gäste wieder einen ihrer gefürchteten Vorstöße in den Gießener Straf­raum. Durch ein Mißverständnis in der Gießener Verteidigung konnte der Halbrechte von Oders- hausen an dem herauslaufenden Tormann vorbei den Führungstreffer erzielen.

Bei Wiederantritt zur zweiten Spielhälfte erschien der VfB. mit vollständig umgestellter Mannschaft, die sich im Verlaufe des Spiels auch besser be­währte. Wenn auch die Gäste mit ihren Durchbrü­chen öfter gefährlich wurden, so diktierten doch die Grünweißen die Geschehnisse. Noch einmal hatte Ockershausen eine gute Gelegenheit, das Spiel zu seinen Gunsten zu entscheiden. Wilhelm behinderte einen Gegner im Strafraum, der vom Schiri hier­auf verhängte Elfmeter war eine harte Entschei­dung. Becker im Tor hielt jedoch den scharfgeschosse­nen Ball und diese gute Leistung gab der VfB.- Mannschaft wieder mehr Vertrauen. Bei drückender Ueberlegenfjeit häuften sich die Torgelegenheiten immer mehr. 13 Minuten vor dem Spielende flankte Ranft gut zu Lehrmund, der mit direktem Schuß den Ausgleich erzielte. Schon zwei Minuten später verwandelte Ranft eine Vorlage von links zum dritten Tor. Die Durchbrüche der Gäste wurden immer seltener und was noch über die Läuferreihe hinauskam, wurde von Singel, der immer noch ein schneller und im Stellungsspiel guter Spieler ist, geschickt abgewehrt. Wieder lagen die Grünweißen vor des Gegners Tor und Ranft faßte in guter Schußstellung den Ball. Der Ball flog unhaltbar in die linke untere Ecke und damit war die Nie- derlage der Gäste besiegelt.

Dem Spiel wohnten ungefähr 300 Zuschauer bei, das von dem Schiri Stumpf (Fauerbach) gut ge­leitet wurde.

Bad-Aauheim-1900Gießenl: O (O: O)

Die Blauweißen haben die gefährliche Klippe in Bad-Nauheim nicht erfolgreich umschiffen können. Der knappe Sieg der Badestädter ist verdient, in­sofern der forschere Sturm mehr Torgelegenheiten herausarbeitete. Bei r JO fehlte überraschend Roth. Der Angrift spielte katastrophal schlecht. Alle ande­ren Mannschaftsteile waren aufopferungsvoll bei der Sache und ließen die Nauheimer famosen Stürmer nicht richtig zur Entfaltung kommen. Die Ansicht des Schiedsrichters nach dem Spiel war, daß ein umgekehrtes Ergebnis auch keine lieber- raschung bedeutet hätte.

1900s Vertretung: Schlarb; Zeiler, Lip­pert; Langsdorf, Heilmann, Heinbach; Lust, Grüne­wald, Wilhelmi, Bromm und Schmelz.

1900 spielte zunächst mit dem Wind. Der lasche Sturm verstand aber nicht, Chancen in Erfolge umzuwerten, da ihm jede Energie und jeder An­griffsgeist fehlte. Gefährliche Angriffe der Platz- vesitzer fanden 1900s Schlußleute auf dem Posten. Torlos wechselte man die Seiten. Auch nach der Pause ließen sich 1900s Stürmer noch nicht aus der Ruhe bringen. Die Hintermannschaft trug auch hier wieder die Hauptlast des Kampfes. Schlarb

war aber sehr sicher und auch Lippert und Zeiler ausgezeichnet. Immer wieder wurde der Angriff nach vorne geworfen, aber mit dessen schwerfälli­gem Spiel waren Erfolge nicht zu erzielen. Im Gießener Lager taute man erst auf, als es bereits zu spät war. Man zeigte bann immerhin, daß man auch diesen starken Gegner zur Kapitulation zwin­gen kann. Aber dann verlieh die Blauweißen auch das Glück. Den Anlaß zum Auftaften gab der einzige und entscheidende Treffer des Spieles, der Nauheim zu den beiden Punkten verhalf. Man hatte sich bereits mit einem Unentschieden vertraut gemacht es waren noch zirka 20 Minuten zu spielen.

In einer an sich ganz ungefährlichen Situation wollte Langsdorf einen Ball an Zeiler zurückspielen, verfehlte diesen aber und legte den Ball einem un­gedeckt stehenden Gegner vor die Füße, der blitz­schnell und für Schlarb unhaltbar einlenkte. Heil- mann (1900) wechselte nunmehr mit Bromm den Platz. Es gab große Chancen. Lufts Schrägschuß verfehlte nur knapp das Ziel, auch Wilhelmi und Grünewald kamen in günstige Position, zu Treffern langte es aber nicht. Der Gastgeber blieb mit dem knappsten aller Ergebnisse (1:0) Sieger.

Das Spiel war ein typischer Punktekampf, jedoch befleißigten sich beide Parteien einer fairen Spiel- weise. Schiedsrichter Winter (Nidda) pfiff viel, leitete aber außerordentlich sicher.

Die Gauligaspiele in Aordheffen.

Im Gau Nordhessen bleiben die beiden ehemals süddeutschen Vereine FC. Hanau 93 und VfB. Friedberg weiter in der vordersten Linie. Die Hanauer zeigten zwar auch diesmal bei ihrem Spiel gegen den Kasseler Spielverein gerade nichts Besonderes, es reichte aber immerhin zu einem Sieg von 4:2 (1:1) Toren. Sie liegen nun klar mit zwei Punkten Vorsprung in Führung, da Friedberg

Gegen Norwegen spielt am nächsten Sonn­tag in Magdeburg die gleiche deutsche Fußball-Na­tionalelf, die am 22. Oktober in Duisburg den gro­ßen 8:1-Erfolg über Belgien erzielt hat. Als Er­satzleute wurden noch Haringer (München) und Pesch (Fortuna Düsseldorf) bestellt.

*

Beim Offenburger Hallensportfest fanden sich wieder 8000 Zuschauer ein, denen ein wechselvolles Programm mit guten Durchschnitts­leistungen geboten wurde.

*

SüddeutschlandsSilberschildelf trug in Heidelberg ein Probespiel gegen den Nachwuchs aus. Mit 6:1 (1:1) trugen die Senioren einen un­verdient hohen Sieg davon.

*

(Ein Stundenmittel von 128 Kilo­meter auf dem Fahrrad erreichte auf der Auto- rennbahn von Linas Monthlöry hinter einer be­sonders konstruierten Schrittmachermaschine der Franzose Blanc-Garin.

*

Birger Ruud, der bekannte norwegische Ski­springer, wurde nach Innsbruck als Skilehrer ver­pflichtet.

*

Berlins Fußballmeister Hertha- BSC. erlitt am Sonntag in Neunkirchen vor 3500 Zuschauern durch die dortige Borussia eine 2:0» (1:0-) Niederlage.

Im international en Radballturnier z u Zürich siegte die Weltmeisterschaft von Wan­derlust Frankfurt (Schreiber-Aersch) mit 6 Punkten vor dem RD. Winterthur (4 Punkte) und dem RV. Vendenheim im Elsaß (2 Punkte).

19001-Gießener Turnerschnst L 5:4 (2:4)

Ein dramatischer Handball-Kampf zwischen den Gießener Gauliga-Vertretern.

Trotz des gleichzeitig auf dem Waldsportplatz stattfindenden Ligaspieles hatte sich eine ansehnliche Zuschauerzahl zu dem Handballtreffen eingefunden, das neben dem Reiz des Lokalderbys auch den des Punktspieles mit sich brachte. Dem Schiedsrichter Weber (Polizei Butzbach) stellten sich die Mann­schaften wie folgt:

Die Mannschaften.

19 00: Lott; Birkenstock, Volkmann; Funke, Hofmann, Mann; Auer, Enders, Steines II, Betz, Diesenbach.

Turner schäft: Niedermeyer; Schorkopf, Ploch; Schwan, Malkomesius, Gruber; Horeyseck, Wilhelm, Buß, Seipp, Berg.

Auf beiden Seiten also nicht die etatmäßigen Auf­stellungen. Die 1900er schienen aber durch das Feh­len von so guten Stürmern wie Krüger, Schott und Wolf stärker gehandicapt als die Turnermannschaft.

Der Spierverlauf.

Das Spiel beginnt in flottem Tempo und bleibt zunächst verteilt. Nach etwa fünf Minuten wird der Turner-Halblinke gut freigefpielt und kann unhalt­bar für Lott einsenden. Nach Verlauf derselben Zeit­spanne haben die 1900er durch einen Strafwurf von Enders ausgeglichen. Allmählich macht sich eine kleine Ueberlegenljeit der Turner bemerkbar. Sie find eher am Ball und auch beweglicher. Die 1900er Hintermannschaft hat alle Hände voll zu tun. Ein krasses Mißverständnis zwischen Birkenstock und dem Säufer bringt die Turnerschaft in Führung. Bis kurz vor Halbzeit kann der Dorspmg sogar auf 4:1 ausgedehnt werden. Die Spieloereinigungsleute, bei denen man ein systemvolles Spiel vermißte, hatten zwar auch Torgelegenheiten, warfen aber in Per­manenz daneben. Erst kurz vor dem Halbzeitpfiff oeringerte Steines II auf 2:4.

Nach der Pause ...

Nach Seitenwechsel macht sich bei den 1900ern ein frischerer Zug bemerkbar. Die Turnerelf, durch zahlreiche Anhänger angefeuert, wehrt sich jedoch tapfer und läßt Erfolge zunächst nicht zu. Der Bann wird durch 1900s Ersatzrechtsaußen Diefenbach, der bis dahin noch nicht so sehr in Erscheinung getre­ten war, gebrochen. Er setzte sich energisch durch und erzielte kurz hintereinander zwei Tore. Die Span­nung wächst von Minute zu Minute. Beide Tore kommen in Gefahr. Der ausgezeichnete Turnerstür- mer Berg hat es verschiedentlich in der Hand, seiner Mannschaft noch den Sieg zu verleihen, wirft aber daneben bzw. findet Lott auf dem Posten. Steines II. ist glücklicher und kann drei Minuten vor Schluß durch tadellos placierten Strafwurf beide Punkte für 1900 retten.

Kurze Kritik.

Beide Vertretungen kamen nicht an die Leistun­gen beim letzten Lokalkampf heran. Die siegreiche Elf hatte ihre besten Leute in dem Mittelläufer Hofmann, der insbesondere gegen Schluß die ganze Mannschaft mitriß, sowie in dem Schlußdreieck

(Lott, Birkenstock, Volkmann). Wie bereits erwähnt, vermochte Diefenbach auf dem Rechtsaußenposten recht angenehm zu überraschen.

Die Gästemannschaft, bte einen etwas einheit­licheren Eindruck machte, zum Schluß aber nicht mehr recht durchstand, hatte in Berg, Ploch, Mal- komesius und Seipp wertvolle Stützen.

Es wurde zuweilen recht hart gekämpft. Schieds­richter Weber gab jedoch die Zügel nicht aus der Hand und brachte das Spiel gut unter Dach und Fach.

Abturnen und Werbeveranstal­tung des Turnvereins 1846.

Der Werbenachmittag des Turnvereins 1846, der gestern nachmittag in der Turnhalle am Oswalds- garten stattfand, vereinigte wieder eine stattliche An- zahl von Mitgliedern und Freunden des Vereins, die den Darbietungen mit großem Interesse folgten. Nach einem einleitenden Marsch der Musikkapelle marschierten die Turner und Turnerinnen, die Schü­ler und Schülerinnen, in stattlicher Anzahl, voran die Fahne des Vereins, in den Saal und auf die Bühne und fangen dabei gemeinsam das Lied(Ein Ruf ist erklungen!" Der Vereinsführer Herr Rei- n i n g hielt eine kurze Begrüßungsansprache, in der er besonders den Gauoberturnwart Rudolf Paul und den Kreisführer Daupert (Wieseck) herzlich willkommen hieß. Er betonte, daß das Jahr 1933 nicht nur ein Schicksalsjahr für das ganze deutsche Volk sei, sondern insbesondere auch für die Turner von großer Bedeutung und zwar im Hinblick auf das Deutsche Turnfest in Stuttgart, das das ein­mütige Bekenntnis der DT. zum Vaterland gebracht habe. Das Werbeturnen solle zeigen, was an Klein- arbeit innerhalb des Vereins geleistet worden sei.

Sodann sprach der Gauöberturnwart Rudolf Paul. Er dankte dem Vereinsführer für die herz­liche Begrüßung und übermittelte die Grüße der Bezirksleitung und des Bezirksführers Dr. Rau (Butzbach). Er betonte, daß sich die Deutsche Turner- schäft nicht umzustellen brauchte, denn sie habe stets den deutschen Geist gepflegt und wertvollstes Kul­turgut geschaffen. Adolf Hitler habe das Wort ge­prägt:Ein strahlender Geist in einem herrlichen Körper!" Für dieses Ziel habe die DT. immer ein­gestanden. Die Deutsche Turnerschaft habe nie Par- teipolitif getrieben; ihr sei noch immer jeder recht gewesen, der deutsch fühlte und das Herz auf dem rechten Fleck hatte. Heute treibe man Politik, aber ftets bewußt deutsche Politik. Freudig 1 unterstütze man das Werk des Führers. Das deutsche Turnfest sei vorüber, aber noch höre man das Rau­schen der vielen Fahnen der DT. Auch die Fahne des Turnvereins 1846 sei dabei gewesen. Da habe es für die Fahnenträger ganz besondere Pflichten gegeben. Sie muhten sich ganz in den Dienst der guten Sache stellen. Er, der Redner, habe nun die Freude, Im Auftrag der Deutschen Turnerschaft ein

Band der Erinnerung und Anerkennung für den Fahnenträger ® o p p e 11 unö den Verein an die Fahne zu heften. Nachdem Gauoberturnwart Paul das prächtige Band an die Fahne geheftet hatte, schloß er mit einem erneuten Bekenntnis zu Volk und Vaterland und zum Führer Adolf Hitler seine begeisternde Ansprache.

Das turnerische Programm des Nachmittags ließ sodann die eifrige Arbeit des Turnvereins im ver­gangenen Jahre, die zielbewußte Arbeit besonders an der Jugend, erkennen, die dabei in allen ihren Darbietungen zeigte, daß sie mit Lust und Liebe bei der Turnsache ist. So sah man zunächst schöne ausgeglichene Freiübungen der Schülerinnen, dann die luftigen Bodenübungen der Schüler. Ein kleines Tanz spiel, von zwei Schülerinnen gezeiat, wurde mit großem Beifall ausgenommen. Schüler und Schülerinnen zeigten bann am Bar­re n in verschiedenen Kürübungen ihr Können, ihre jugendliche Kraft und Gewandtheit und fanden dafür ebenfalls starken Beifall. Ein Volkstanz, wiederum von zwei Schülerinnen bargeboten, gefiel sehr gut

Denkt an die(Stiftung für Opfer der Arbeit"!

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und die Körperschule der Turnerinnen, die mit schö­nen rhytmischen Hebungen aufwarteten, sand feundlichste Aufnahme. Erstaunliche Leistungen vollbrachten die Turner mit ihren Bodenübun­gen, die ein außerordentliches Maß von Körper­beherrschung und Kraft verrieten. Die Turner Reuter, Heinrich Herbert und Schick zeig­ten Freiübungen in höchster Vollendung. Sehr viel­seitig uunb gewandt erwiesen sich bie Turnerin­nen am Barren. Die Turner zeigten noch Hebungen am Reck, die, als hohe Schule des Geräteturnens, besondere Begeisterung auslösten. Ein feiner Volkstanz, von den Turnerinnen bar­geboten, beschloß den lebendigen Reigen der Dar­bietungen, die in eindrucksvollster Weise, die wert­volle Ertüchtigungsarbeit, die unter der Leitung des Vereinsoberturnwarts Erb im Turnverein 1846 an der Jugend geleistet wird, bewies. Der Tag wurde mit einem Familienabend und mit einem Tanz in der Turnhalle beschloßen. Heber die Ergeb­nisse des eigentlichen 216turnens berichten wir noch.

Schüier-Turnen

um den Hans-Iink-Gedächtnispreis.

In der Turnhalle der Oberrealschul» fanden sich gestern vormittag die Schüler-Riegen des MTV. zu dem diesjährigen Wettkampf um den Hans-Fink- Gedächtnispreis in stattlicher Anzahl ein. Dem Tur­nen ging eine Totengedenkfeier zu Ehren des ver­storbenen, durch Ertrinken ums Leben gekommenen Hans F in k, eines Kameraden der Schüler des Män­nerturnvereins. Zu der Totengedächtnisfeier halten sich auch Mitglieder des Stahlhelm-Spielmanns- zuges eingesunden und verschönten die Veranstal­tung. Mit dem LiedEin Ruf ist erklungen!" wurde die Feier eingeleitet Der Vereinsführer Rektor Kling hiell sodann eine kurze Ansprache, die in einem dreifachenGut-Heil!" auf Volk und Vater­land und auf die Führer des Reiches ausklang. Der erste Vers des Deutschland- und der erste Vers des Horst-Wessel-Liedes wurden sodann gemeinsam ge­sungen. Im Anschluß daran wurde durch den Ober- turnroart des MTV., Herrn Freienseener, noch ein von den Kameraden des verstorbenen Hans Fink gestiftetes Wimpelband geweiht. In feiner kurzen Ansprache wies Herr Freienseener darauf hin, daß das Wimpelband allen ein Zeichen der (Erinnerung an den treuen Kameraden und gleich­zeitig eine Mahnung fein möge, jederzeit treu zum Vaterland, zu feinen Führern und zur Deutschen Turnerschaft zu halten. Nachdem die Musik noch das Lied vom guten Kameraden gespielt hatte, er- klang das LiedTurner auf zum Streite". (Eine ausgezeichnete Darbietung der Freiübungen, die beim Deutschen Turnfest in Stuttgart gezeigt wur­den, von 15 Schülern vorgeführt, bildeten einen feinen Hebergang zu den eigentlichen Wettkämpfen um den Gedächtnispreis.

Die einzelnen Riegen hatten für den Wettbewerb zu verschiedenen Mehrkämpfen anzutreten, die je nach der Altersklasse verschiedene Leistungen for­derten. So sah man nun in buntem Wechsel Kür­übungen am Barren und am Seitpferd, Wett­kämpfe im Hoch- und im Weitsprung, Freiübungen, Kugelstoßen und Läufe über 50 bzw. über 75 Meter.

Das Ergebnis.

Als Sieger ging aus diesem Kampfe die 1. Riege hervor, die mit der Durchschnittspunktzahl von 17,3 Punkten das beste Ergebnis erzielte. Den 2. Platz belegte die 5. Riege mit 15,7 Punkten, den 3. Platz die 2. Riege mit 15,5 Punkten, 4. wurde die 4. Riege mit 15,4 Punkten und 5. die 3. Riege mit 14 Punkten. Es entwickelte sich ein lebhafter Betrieb, an dem sich die Kinder mit größtem Eifer beteiligten. Gegen 11.30 Hhr konnten die Wett­kämpfe abgeschlossen werden. Erfteulicherweise konnte gegenüber dem Vorjahre eine Besserung der Leistungen feftgeftellt werden, denn der Sieger des diesjährigen Wettkampfes konnte mit 17,3 Punk­ten Durchschnitt ein besseres Ergebnis erzielen, als der Sieger des Vorjahres, die 2. Riege mit 16,3 Punkten.

Schauturnen der Mädchen.

3m Zusammenhang mit diesem Gedächtnisturnen veranstalteten die Schülerinnen ein Schautur­nen und zwar aus Anlaß der Heberreichung eines prächtigen Wimpels. Der Wimpel wurde mit einer kurzen Ansprache des Vereinsführers Rektor Kling den Schülerinnen übergeben. Die Mädchen zeigten schone Freiübungen, außerdem Hebungen zu Dreien am Pferd und schließlich noch ein Völkerballspiel gegen die Knaben, das mit großer Begeisterung gespielt wurde. Der Kampf endete mit einem Sieg von 2:1 für die Knaben. Im Rahmen der wohlge­lungenen Veranstattung, zu der sich zahlreiche El­tern eingefunden hatten, wurde dem Führer der 1. Riege der Hans-Fink-Gedächtnispreis und die dazu gehörige Begleiturkunde überreicht.

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