nur führen, wenn wir ein« einige Mann» schäft sind. (Die begeisterten Massen erheben sich von ihren Plätzen und jubeln dem Führer zu.) Ihr müßt alle erkennen, daß wir in einer großen ge- schtchtlichen Zeit leben, einer Hell, die nur ein Volk zu bestehen vermag, das seinen Willen ein« heitlich und einmutig der Well gegenüber vertritt. Und dieser Wille werd nicht nur dem deutschen Volke allein nützlich sein! Das gleiche Recht der Völker nur allein kann auf die Dauer einen wirklichen und wahrhaften Frieden gründen. Indem wir biejen Kampf durchführen, kämpfen wir nicht nur für uns, sondern letzten Endes auch für die Gemeinschaft der Völker. Wenn ihr am 12. November zu unserer Sache, zu eurer Sache steht, dann steht ihr damit zum deutschen Volk und zum Deutschen Reich." (Minutenlange tosende Beifallskundgebungen.)
lleberraschen-er Besuch im Opernhaus.
Am Sonntagabend besuchte der Reichskanzler das Frankfurter Opernhaus, um dort dem zweiten und dritten Akt der „Meistersinger" beizuwohnen. Trotzdem von diesem überraschenden Besuch offiziell nichts bekannt war, hotte sich doch eine Zahlreiche Menschenmenge angesammelt, die den Führer bei seinem Eintreffen vor dem Opernhaus begeistert begrüßte. D«r Reichskanzler ließ sich von dem Generalintendanten die baulichen Einrichtungen eingehend erklären. Während der Pause zwischen dem zweiten und dritten Akt erhob sich in dem vollbesetzten Hause ein Sturm der Begeisterung. Auch als der Führer nach der Vorstellung das Haus verließ, hatte sich auf dem Opernplatz eine große Menschenmenge eingesunden, die ihm bei seiner Abfahrt nochmals begeisterte Ovationen barbrachte.
Reichsinnenminister Nr. Frick Über die Aufgaben -es neuen Reichstags.
Berlin, 28. Oft. (ENB.) In einem Interview im „völkischen Beobachter" erklärt Reichsinnenminister Dr. Frick über Sinn und Durchführung der Reichstagswahl vom 12. November u. a.: Die Einheitsliste für alle 36 Wahlkreise enthält die 686 Namen der Wahlbewerber, die von mir als dem Retchswahlleiter im Einvernehmen mit der Reichsparteileitung und mit den Gauleitunaen zu- iammengestellt worden sind. Die Einheitsliste enthält unter den Gesichtsvunkten der außenpolitischen Bedeutung dieser Wahl etwa 30 b i s 40 Kandidaten, ole nicht Parteigenossen sind, und die u. a. der Gruppe der ehemaligen Bürgerlichen Parteien wie der Deutschnationalen, des Zentrums, der BDP. uho. entnommen sind. Unter ihnen sind zu nennen Ge- fjeimrat Claß, Graf Quabt, Hackelsberger, Freytaah-Loringhoven unb anbere.
Die Einheitsliste mit 685 Namen ist also i n allen Wahlkreisen b l e gleiche. Es haben jeboch bie Gauleitungen ble Möglichkeit, für ihren Wahlkreis noch weitere Namen Der Einheitsliste hinzunufüaen. Diese Bewerber stehen aber bann nur in den Wahlkreisen zur Wahl, in dem sie ausgestellt sind.
Aus einer Reihe von politisch-taktischen Erwägungen erschien es nicht zweckmäßig, schon für bie Wahl am 12. November bas Wahlgesetz zu ändern. Im übrigen ist es richtig, daß die Weiterentwicklung des bisherigen demokratisch-parlamentarischen Wahlbetriebes in der Richtung eines öffentlichen V o l k s b e k e n n t n i f - s e s durchaus nationalsozialistischen Grundsätzen entspricht. Die Frage, In welcher zeitgemäßesten und politisch überzeugendsten Form der Volks- wille künftig zum Ausdruck kommen soll, erfordert gründliche und eingehende Prüfung. Eine Entscheidung darüber ist heute selbstverständlich noch in keiner Welse erfolgt. Nur soviel kann man jedenfalls sagen, daß bei dieser Reichstagswahl wohl zum letzten Male nach dem bisherigen W a h l s y st e m gewählt wird.
Es war notwendig, dem deutschen Bolke noch ausdrücklich Gelegenheit zu geben, vor aller Welt feine Verbundenheit mit der Politik der Ehre unb des Friedens, ble Adolf Hitler proklamiert hat, zu bekennen.
Der neue Reichstag wirb in erster Linie außenpolitisch ein Bekentnis zur P v - litik bes Reichskanzlers Adolf Hitler abzulegen haben. Innenpolitisch wird er die Reformaufgaben lösen müssen, die notwendig sind, um künftig jede unnötige Kräfte- Zersplitterung durch die Aufrechterhaltung historischer, aber heute überholter und unzeitge- mäßer Gebilde und Einrichtungen zu verhindern. Es wird notwendig sein, das Deutsche Reich auch innenpolitisch so umzubauen, daß cs unter Wahrung aller traditionellen Eigenarten im einzelnen nach außen hin stet» eine unerschütterliche politische Einheit barstellt. Auch über da» Schicksal der Länderparlamente wirb im Zuge der innerpolitischen Reformausgaben der kommende Reichstag zu beschließen haben.
Das ganze Oeuischland soll es sein.
Berlin, 28. Oft. (TU.) 220 deutsche Der- bände aller Art erlassen folgenden Aufruf: In ber Erkenntnis, daß der Entschluß der Reichsregierung, die Ehre Deutschlands über bie Mitarbeit im Dölkerbunb zu stellen, im ganzen Volke als eine befreie nbe lat begrüßt wird, haben sich die unterzeichneten Verbände zu- tornmengefunben, um in den Kreisen ihrer Milglle- der alle Kräfte dafür einzufetzen, daß der freudige Widerhall dieser Regierungsmaßnahme seinen Ausdruck findet in einer einstimmigen Beladung am 12 November. Di« unterzeichneten Spitzenorganisationen fordern die ihnen angeschlossenen Verbände und Vereine« auf, sich mit allen Men zu Gebot stehenden Mitteln für die Volksabstimmung einzusetzen und jedes einzelne ihrer Mitglieder an seine Pflicht gegen Volk unb Aaterlanb zu mahnen. Da» beutsche Volk forbert Gleichberechtigung, (trieben unb Arbeit. Die Einmütigkeit im Wollen und Trachten aller Deutschen, rückhalllose» vertrauen zum Führer und unerschütterlich« Ge- folgschaftstreu« .zu befunden, Da» Ht ber einzige Sinn ber Volksabstimmung vom 12. November. Wer an diesem lagt oeriagt, stellt sich bewußt in die Reihe der Feinde de» beut- schen Volke».
Dem Jrelheilsdichter des Drillen Reichs!
Oer Führer weiht in Aeumartt ein Oietrich'Eckart'Gedächtnismal.
Neumarkt (Oberpfalz), 29. Ott (TU.) Neumarkt, die Heimatstadt de» nationalsozialistijchen Dichter» und völkischen Vorkämpfers Dietrich Eckart hat sich aus Anlaß der Weihe des Dietrich- Eckart-Denkmals in ein festliches Kleid gehüllt. Jedes Haus ist mit Fahnen, Tannenkränzen und Guirlanden geschmückt. Am Eingang zur Hans- Schemm-Straße leuchten vom Transparent eines Triumphbogens die Worte „Deutschland erwache" — ber flammenbe Kampfruf Dietrich Eckarts. Die Einleitung ber Feiern bildete am Samstag die laufe der Realschule in „D i e t r i ch - E ck a r t - S ch u l e". Nach einer Begrüßungsansprache de» Anslaltsdirektors hiett Kultusminister S ch e m m bie Weiheansprache, in ber er betonte, baß Dietrich Eckart einer ber größten Deutschen sei, er, ber nicht nach äußeren Werten gesucht, sondern gewußt habe, daß das Wertvolle im Charakter und im deutschen Wesen liege. Er gehöre zu den Pionieren des Dritten Reiches. Die wenigen, die feinem Rufe gefolgt feien, hätten die Fundamente Rasse unb Seele, V o l k unb Gott freigelegt, auf denen das Dritte Reich auf- gebaut fei.
Am Sonntag fanden vor dem Rachaus und vor dem festlich geschmückten Geburtshaus Dietrich Eckarts Standkonzerte statt. Gegen Mittag begannen sich bie Tribünen im Stadtpark und der Platz vor dem Denkmal zu füllen, bi» kurz nach 12 Uhr Fansarenklänge das Nahen des Führers verkünden, der sich auf der Fahrt von Stuttgart nach Frankfurt a. M. befindet. Kreisleiter Dotzer begrüßt den Führer mit dem Gelöbnis unverbrüchlicher Treue unb entbietet im Geiste Dietrich Eckarts ein breifaches Siea-Heil. Dann bringen der Gesangverein und der Lieberkranz Neumarkt ein Dietrich Eckart geweihtes Lieb zu Gehör. Ein Sprechchor trägt ben flammenden Kampfruf Dietrich Eckarts „Sturm, Sturm läuten die Glocken... Deutschland erwache" vor. Äunftmaler Reich, ber Vater ber Ibee zur Errichtung des Denkmals, fchilbert bann ble Entstehungsgeschichte bes Denkmals. Der Rebner erinnerte baran, baß Dietrich Eckart einer ber Ersten gewesen sei, ber bie Führerpersönlichkeit Adolf Hitlers erkannte und die Worte prägte: „Wenn das Schicksal überhaupt einen Mann bestimmt hat, Deutschland zu retten, bann ist dieser Mann Adolf Hitler". So habe Eckart auch am Vorabend des 9. November 1923 zu Ihm, dem Redner, dies seherische Wort gesprochen: „Es komme wie es will.
aber Hitler setzt sich durch. Ueder Hitler liegt ein Stern."
Oie Weihere-e -es Führers.
von Dieltaufenbftimmigen Heilrufen begrüßt ergriff hierauf ber Führer bas Wort zu einer Weiherebe, in ber er erinnerte an bie Kampfzeit vor zehn Jahren, an jene Zeit, ba bas Schicksal feinen unvergeßlichen Freund Dietrich Eckart von uns nahm. .^Heute stehen wir wieder in einem schweren Kampf. Das Wort, das Dietrich Eckart prägte: «Deutschland erwache!' ist seit jenen Tagen der Ruf unseres Volkes geworden. Wenn wir damals in Deutschland kämpften um bie Gestaltung ber Ehre, um bie Wiebererweckung bes nationalen Gewissens unb bamit für bie Wieber- geburt unseres Volkes, bann kämpfen w i r heute um bie Ehre ber deutschen Na- tion der Welt gegenüber. Möge am 12. November nun endlich Dietrich Eckarts Gebet «Deutschland erwache' restlos in Erfüllung gehen. Es ist eine herrliche Zeit, in der wir dieses Denkmal weihen, eine Zeit, bie ba» erfüllt, für was Dietrich Eckart bamals mit uns gekämpft hat unb für das er damals gestorben ist. Ein erbärmliches kleines Geschlecht, das damals sinnlos einen Mann zu Tode brachte, ber fein anbe- res Ziel hatte, als für Deutschlanb eiiuu- treten. Nun, ba sein Ziel heute in herrlicher Erfüllung begriffen ist, haben wir ein Recht, vor ben Toten hinzutreten unb zu sagen: Du b i ft nicht u m f o n ft g e ft o r b e n. Du lebst weiter neben ben Tausenden und Millionen, die dahingegangen sind für Deutschland, für ben Bestand unsere» Volkes unb unser Reich, bahingeaangen sind für Deutschlanbs Auferstehung. Wir haben heute nach zehn Jahren bas stolze Recht, ber Oessentlichkelt unb unserem Volke dieses Denkmal zu übergeben, denn das Gebet Dietrich Eckarts ist in Erfüllung gegangen: Das deutsche Volk ist erwacht.
Nach mit Begeisterung aufgenommenen Heilrufen begrüßte der Führer bie Anverwanbten Dietrich Eckarts sowie einige alte Mitkämpfer unb Freunde des Dichters und begab sich bann in bas alte historische Rathaus, wo ihm vom Bürgermeister die Ehrenbürgerurkunbe ber Stabt Neumarkt überreicht wurde. Gegen 13.20 Uhr trat der Führer mit seinem (Befolge die Weiterreise nach Frankfurt a. M. an.
Deutschland zur Lust abgerüstet und schutzlos.
Ministerpräsident Göring auf der Boelcke Gedächtnisfeier in Esten.
Essen, 29. Oft. (TU.) In ber Essener Licht- bürg fand am Sonntagmittag eine Oswald- Boelcke - Gedächtnisfeier statt, bie besonderes Gewicht durch die Anwesenheit des preußischen Ministerpräsidenten Göring, des ehemaligen Kameraden des großen Kriegsfliegers, erhielt, der bemerkenswerte Ausführungen über die bis zum letzten burchgeführten Luftabrüstung Deutschlands unb ben fehlenbenLustschutz machte. Zuvor hatte ber Minister durch ehren ersten Spatenstich bie Arbeiten für die neue Flugsport- Halle des Luftsportoereins Ruhrgau feierlich eröffnet und sich die von dem Luftsportverband bar- fiebotenen Flugsportvorsührunaen angesehen. Bei einem Erscheinen In der dichtbesetzten Lichtburg wurde dem Minister ein begeisterter Empfang zuteil. Weihevolle Stille trat ein, als nach einem Ge- benffprud) auf Oswald Boe Icke und nach ernsten Weisen ein scyllchtwürdiger Bühnenaufbau sichtbar wurde: lieber einem Rasenhügel, auf dem ein Lorbeerkranz liegt, unb zu besten Selten zwei Säulen mit rauchenden Opferschalen und Ehrenwachen der SA. mit Fahnen stehen, das Bild bes gefallenen Helden. Nach der Begrüßung burch ben Landes- arupoenführer Rheinland-Westfalen des Deutschen Luftsportoerbanbes, den Pour-le-m6rite-ftlleger Arthur Sau mann, der seinem ehemaligen Geschwaderführer ein herzliches Willkommen entbot, sprach Minister Göring.
Görings Ge-enkre-e.
Er pries den toten Helden als pflichttreuen unerschrockenen Soldaten, als den Lehrmeister ber deutschen Kriegsflieger, als ben hilfsbereiten und bescheidenen Kameraden. Eine Krastquelle der Nation sei das Gedenken an die Vergangenheit, soweit sie künde von Heldentum, Opfer unb Hingabe, baß ein Volk sich bankbar bekenne zu seinen großen Toten, bie durch ihr Vorbild, durch ihr Leben unb Sterben bie Zurückgebliebenen begeistern zu gleicher selbstloser Hingabe und sie aufrichten zum neuen Glauben. Das lebendige Vorbild Boelckcs leuchtet in die Zukunft der deutschen Luftfahrt, wie auch die nationalsozialistische Bewegung aus dem lebendigen Menschen Hitler, der mehr bedeutet al»
alle Programme, Paragraphen und Entschließungen, ihre unversiegbare Kraft schöpfen. Wenn wir der Männer wie Boelcke und Richtyosen nebenten, bann sind wir mitten in den Sorgen und Nöten der beutschen Luftfahrt.
Denn Deutschland — so rief der Minister mit erhobener Stimme — auf einem Gebiet bi» zum Letzten abgerüstet hat, bann auf dem Gebiet der Luftfahrt. L» ist nicht wahr, so erkläre ich al» verantwortlicher Leiter der deutschen Luftfahrt laut und deutlich, daß wir. wie man un» zum Teil noch oorroirft, Flugzeuge au« dem Kriege behalten haben, wir haben auch keine Geschwader ausgestellt, und wenn sie sagen: Aber Euere Verkehrsflugzeuge! Dann sagen sie das gegen bessere» wissen. Dann werden ihre Sachverständigen ihnen sagen, daß unsere schwerfälligen Verkehrsflugzeuge niemals als Kriegsflug- ze u g e in Frage kommen können.
Ich betone, daß wir bereit sind, auf alle anderen Flugzeuge zu verzichten, daß man uns aber e i n Minimum von Verteidigungsflugzeugen zugestehen muß, bie nach ihrem Aktionsradius überhaupt nicht für einen Angriff in Frage kommen. Wenn man uns selbst das versagt, bann müssen auf der anderen Seite böse A d - sichten bestehen. Gewalt hat uns gezwungen, die deutsche Luftflotte vollständig zu vernichten, aber bie Ehre kann man uns nicht nehmen. Wir wollen nichts anderes als die Gleichberechtigung. Die uralte Sehnsucht, sich von der Erden- schwere äu lösen, zu fliegen, läßt sich nicht au» den Herzen der Menschen unb namentlich ber Iugenb reißen. Die beutsche Luftfahrt ruft bas deutsche Volk auf, ihr beizustehen, damit Deutschland nicht aus dem Luftraum der Welt ausgefchaltet werde." — Mit dem Horst-Wessel-Lied sand die eindrucksvolle Feier ihren Abschluß. Aus den Strafen und vor dem Hotel war Ministerpräsident Göring noch lange Gegenstand lebhafter Huldigungen.
Der Prozeß gegen die Reichsiagsbrandstister.
Berlin, 28. Ott. (WTB ) Als erster Zeuge erklärt in der Samstagoerhandlung des Reichstagsbrandprozesses der Journalist Walter 0 e h m e den Torgler als denjenigen angegeben habe, mit dem er zusammen gewesen sei, als Karwahne, Frey und Kroyer oorbeikamen Er könne sich auch bei ge- nauestcr Prüfung seines Gedächtnisse» nicht erinnern, Karwahne, (jrep und Kroyer im Vorraum bes Haushallssaales während der Dauer seines Gesprächs mit Torgler gesehen zu haben. Lediglich einige Fraktionsdiener seien durch ben Dorraum gekommen. Die Frage eines Beisitzers, ob er nach dem Reichstagsbrand mit Torgler telephoniert habe, bejaht der Zeuge und befindet, daß Torgler ihn bei dieser Gelegenheit gefragt habe, ob er ihm raten würde, sich s e l b st der Polizei zu stellen, weil er mit dem Reichstagsbrand in Verbindung gebracht worden sei. Der Zeuge Oehme habe ihm erwidert, daß es im Interesse ber Kommunistischen Partei lieg«, wenn er sich ber Polizei zur Verfügung stelle.
Torgler fragt, was er gesagt habe auf bie Mitteilungen. die Oehme in ber Brandnacht ihm feie- rbnnhd) übermittelte
Der Vorsitzende fragt, was bas mit dem Prozeß zu tun habe, worauf Rechtsanwalt Dr. Sack er- klättj Ich tonnt« mir das jo oorfdellen, daß Torg
ler jagen will: Ich habe frühzeitig erfahren, daß man mich mit dem Brand in Zusammenhang bringt, ich hätte also, wenn ich wollte, mich drücken können.
Der Zeuge erinnert sich, daß Torgler in der Tat sehr empört darüber gewesen fei, daß man ihn verdächtigen könne. Er könne aber nicht auf seinen Eid nehmen, ob da» schon im Gespräch in der Nacht ober erst in dem Gespräch am Vormittag war. Auf weitere Fragen bekundet der Zeuge, er besitze einen Mantel von ähnlichem Aussehen, wie ihn gestern ber Zeuge Denschel pe'childert habe,E» sei also möglich, daß Denschel ihn mit bie,em Mantel im Gespräch mit Torgler gerben habe. Das könne aber nicht am Brandtage gewesen sein, fonbern an einem anderen läge. Der rüber bei der Sozialdemokratischen Fraktion als Chauffeur tätig gewesene Zeuae Gutsche, der auf Antrag de» Rechtsanwälte» Dr. sack geladen worben ist, weil er für eine Verwechslung mit oo n berfiubbeln Frage kommen könne, er- klärt, er habe am Portal 2 den Abgeordneten Tora- ler in Hut unb Mantel getroffen. Der Zeug« fuhr zusammen mit Torgler in» Obergeschoß, unb T. ging vor ihm her, aDerbing» nicht mehr in den Dor- raum, ba bi« sozialdemokratischen Frattionszimmer davor liege*. Er habe Torgler wiederhott mit zwei
stark gefüllten Aktentaschen in den Reichstag kon» men gesehen.
Zur gleichen Frage wird der frühere Fraktion», fetretär der Sozialdemokraten Jakubowitz vernommen.
Rechksamoall Dr. Sack bittet, den Zeugen den Abgeordneten Karwahne und Frey gegenüber zustellen. Der Angeklagte van der Lubbe steht zunächst neben dem Zeugen Gutsche. Die Zeugen Karwahne, Frey und Kroyer halten eine Verwechslung bes Lubde mit Gutsch« für ausgeschlossen.
Nunmehr wird Iakubowitt ben bret Zeugen gegenübergestellt, die auch in diesem Falle eine Der- wechslunq für ausgeschlossen halten. — Der nächste Zeuge Major a. D. Hans Weberstedt, der als Presieleiter der Reichskagsfraktion der NSDAP, fein Arbeitszimmer direkt neben dem der Kommunisten hatte, bekundet, daß er am 27. Februar gegen 16 Uhr einen scharfen beißenden Geruch bemerkte, ber noch scharfer war als Benzin oder Benzol. Aus dem Fußboden war aber nicht» zu sehen.
weiter Hal der Zeuge am Branbtage ober am läge vorher vor dem Zimmer der Kommunisten zwei Leute gesehen, von denen der eine eine große Kiste trug und einen merkwürdig langen Mantel anhatte. Al» ihm dann die Angeklagten vom Untersuchungsrichter vorgefuhrt wurden, habe er in Xaneffben wann milder Kiste wiedererkannt. Der andere wann sei zweifellos Lubbe gewesen. Lr habe ihm dies seinerzeit glatt auf ben Kops zugesagt. Er habe e» auch damals nicht bestritten, sondern im Gegenteil einen sehr erschrockenen Eindruck gemacht. Als eine weitere Merkwürdigkeit er- zahlt der Zeuge, daß er sich am läge nach dem Reichstagsbrände gewundert habe, daß die Tür zu dem kommunistischen Fraktionszimmer offen stand. Es fiel mir auf, sagte der Zeuge weiter, daß da» Zimmer t a bei lo» in Ordnung war. während sor.st, nach dem Geräusch zu urteilen, zwei Schreibmaschinen In dem Zimmer waren, befand sich jetzt überhaupt keine Waschine mehr darin. L» waren überhaupt nur noch die Gegenstände im Zimmer, die dem Reichstag gehörten. Alle» andere war entfernt Wan hatte den Eindruck, als ob diejenigen, die hier aufgeräumt halten, schon wußten, daß sie nicht mehr zurückkeh". reu würden. Die Schränke waren alle geöffnet laneff und van ber Lubbe werden nun dem Zeugen vorgeführt und von diesem bestimmt al» die beiden Männer mit ber Kiste vor dem kommunistischen Frakkions- zimmer wiedererkannt
Der Hausinspektor Scranowitz ist der Auffassung, daß sich der Täter noch in einem Zimmer bes zweiten Obergeschosses aufgehalten Haden kann. Er habe von oben beobachten können, baß unten die Zimmer abgesucht wurden. Darauf sei er a u • dem Fenster herausgestiegen, hab« b i« Scheibe eingetreten unb f i ch herunter« fallen lasten. Der Betreffend« habe bann ganz gut aus dem Haus kommen können, indem er sich unten zwischen bie Pressevertreter mischte, wenn er nicht zu auffällig und abgerissen gekleidet war. Die Scheide war noch nicht entzwei, al» ber Zeuge sich am Lrandtaa zwischen 22 und 23 Uhr in ba» Obergeschoß begab. Erst gegen 23 Uhr habe er bann die zerbrochene Scheibe entbeckt. Die Kratz- spuren auf dem Fensterbrett waren ganz frisch. E» müsse da jemand herausgeklettert fein.
laneff: Ich sage nach wie vor, daß ich niemals im Reichstag war, da ich am 24. Februar, am Freitag, nach Berlin kam unb niemals mit beutschen Kommunisten irgenbroie in Serbin« düng gestanden habe.
Der Angeklagte D i m i t r o f f will wissen, ob ber Zeuge Weberftebt mit seinem Kollegen Dröscher über seine Wahrnehmungen bezüglich laneff» und Lubbe» gesprochen hat.
Zeuge: Ganz eingehenb.
Dimitroff: Hat auch Dröscher über seine Wahrnehmung gesprochen, baß er Dimitroff im Reichstag gesehen hat?
Zeuge: Da» hat er mir natürlich erzählt.
Dimitroff: Beide haben sich also über diese Fragß unterhalten. Es handelt sich um Zeugen, die hier mit verteitten Rollen kommen, von denen ber eins behauptet, baß er laneff unb Lubbe, ber anbere, daß er Dimitroff gesehen hat.
Vorsitzender: Er meint. Sie hätten sich verabredet, der eine wolle den und der andere jene» gesehen haben.
Der Zeuge Weber st edt erklärt entschieden, daß er niemals eine Abrede getroffen habe. Tonest fragt den Zeugen Weberstedt, warum er erst am 20. März feine Bekundungen über die Bulgaren gemacht habe. Der Zeuge erklärt, er hab« sich dieser Begegnung erinnert, al» er die Bilder der Bulgaren an den Anschlagsäulen sah. Al» bann der Untersuchungsrichter in Berlin eintraf, habe er et für feine Pflicht gehallen, feine Beobachtungen deiy Untersuchungsrichter mttzuteilen. Wettere Verhan» lang Montag.
Ministerpräsident Göring bei einer Speisung von Tausend bedürftigen Voltsgenoffen.
Essen, 29. Okt. iWTB.) Nach ber Äunbgebun» In ber Essener Ausstellungshalle begab sich Mim» fterpräfibent Göring zum städtischen Saalbau, wo eine Speisung von 100Ö bedürftiger V o l ks g e n o s s e n staltsand. Der Saal war mit einem großen Bilde des Führers und mit Hakes« kreuzfahnen orächttg geschmückt. Die Tische, an denen die Tausend gespeist wurden, waren geschmackvoll mit Blumen belegt und festlich gedeckt. Der SS.-Musikzug spielte den Gästen frohe Weifen Als ber Ministerpräsibent mit feinem (Befolge eintraf, würbe er stürmisch bejubelt Hermann Göring unb seine Begleitung, barunter auch ber Großind»- striclle Fritz Thyssen, nahmen Inmitten ber Versammelten Platz. Dann marschierten unter Misst an bie hunbert Kellner mit vollen Schüsseln a4 unb nun begrüßte Staatsrat (Bauleiter Terbooe» ben Ministerpräsidenten unb ble Gäste. Er betonte, baß bie,er Abend im Rahmen ber NS-Winterbt-S ble Volksgemeinschaft aufs neue Di« kräftigen solle. In einem Reich«, da» fehl Klastenstande unb Parteiunterschlebe mehr kemch gebe es nur ein Volk vom Führer bi» wS letzten Mann. Dann sprach Ministerpräsident ring. Es ist mir ein aufrichtige» HerzensbedürfvT sagte ber Minister, mich aerobe an blejenigen M wenden. bU uns als Arbeiter der Fcmst früh»
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