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30.10.1933 Erstes Blatt
 
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Nr. 254 Erstes Blatt

185. Jahrgang

Montag, 30. Oktober 1935

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Sranklurt am Main Hose, vruik und Verlag: vrühl'sche UniverfitSlr-vllch- und Steindruckerel R. Lange in Gietzen. Schriftlettung und Gefchästrftelle: Schulftrahe 7.

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Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein undfürdenAn- zeigenteil i.D.TH.Kümmel sämtlich in Bietzen.

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zsaltivn durch, so daß in

für die evangelischen Gemein, hl. Abendmahl für die alten Hilbringen und Rutters- 1330. - Donbringen. 1330: cheit zum Empfang des hl. 1-Lindrn. 10: Kirchweih-Fest« bendmahl der Alten. - Gar- enft; anschließend hl. Abend- lbendseier des Ev. Frauenoer« Gottesdienst. - Dahcnborn- 9.15: Predigigottesdiensl; Pst. Anschluß hl. Abendmahl hämt« Kollette. - Srüningen. 13.30: n). - tich. 9.30: Etiilsdechant rttesbienft; 14: Etistspsarrer 10: fiinbergotlesbienft: 11: Mengen 13.30: faupt-

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Sl. Sonntag nach Pfingsten. ist-Sönigsfesl.

Beizte; 7: Messe: Sommunum nmunion;9:

Srcbigt; 14: Desp» mit Segen, acht mit Segen.-SMverg. ni _ hangen. 8: Hochamt mit Hochamt mit Predigt; M M« llidda. 8.30: Ho jaml mit W 30: Hochamt mit Predigt.

osenttanzandachl mit Segen. -

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Deutschlands Kamps für einen Frieden der Ehre und Gleichberechtigung.

Der Führer rüst Hessen und Nassauer auf zur großen Friedenskundgebung des ganzen deutschen Volkes am 12. November.

Der Bund zwischen Volk und Führer.

Eigener Äericht des Gießener Anzeigers.

Die alte Reichsstadt, einst Krönungsstadt der deutschen Kaiser, heute Wirtschafts-, Verkehrs- und Handelsmetropole des Rhein-Maingaus, an der Brücke zwischen Nord und Süd, birgt heute tau­sende fremde Gesichter in ihren Mauern. Einer Völkerwanderung gleich sind sie herniedergestiegen von den Höhen des Vogelsberg, des Spessart, Oden­wald und Taunus, zusammengeströmt aus Wetterau und Lahntal, aus Franken und der Rheinebene, Bauern und Städter, Arbeiter und Studenten, Handel- und Gewerbetreibende, Unternehmer und Angestellte, Menschen aller Stände und Schichten des deutschen Volkes durchziehen Stunden um Stun­den die mit den Fahnen und Emblemen des neuen Reiches festlich geschmückten Straßen Frankfurts, alle mit dem einen Ziel, den Führer zu hören, einen Blick des Einverständnisses zu tauschen mit dem Manne, der als des Reiches Kanzler den Zumu­tungen des Auslandes ein hartes Nein entgegen­geschleudert hat, der als Führer der erneuerten Na­tion einen Strich gezogen hat unter eine Epoche der Hinterhältigkeiten und diplomatischen Kniffe und in aller Offenheit für Regierung und Volk mit eindringlichen Worten ein ehrliches Bekenntnis zu einem wahrhaften europäischen Frieden abgelegt hat mit der Aufforderung an die Welt, ein Glei­ches zu tun und auf neuen Wegen die Grundlagen für ein gleichberechtigtes Zusammenleben der Völ­ker in gemeinsamer Arbeit für den Aufbau eines seelisch und wirtschaftlich gleich zerrütteten Konti­nents zu schaffen.

Nun sitzen sie Kopf an Kopf im weiten Rund der Festhalle, die 20 000 Menschen faßt. Weitere Tau­sende stehen eng aneinber gepreßt auf dem um­liegenden Gelände und füllen unzählige benach­barte Lokale, in die die Rede des Führers durch Rundfunk übertragen wird, währenddes ganz Süd­westdeutschland daheim am Lautsprecher und Kopf­hörer Zeuge ist der aufrüttelnden Worte Adolf Hitlers. Viel Jugend ist es, die atemlos am Mund des Führers hängt, viele Tausende, die heute zum erstenmal Adolf Hitler Auge in Auge sehen, wäh­rend die Frankfurter Parteigenossenschaft auf 75 Ludere Säle verteilt ist. Von der gewaltigen Kup­pel der Festhalle senken sich Hakenkreuzfahnen, rotes Flaggentuch schmückt die Balustrade ringsum, unterbrochen von Spruchtransparenten, die in ein­drucksvollen Schlagzeilen die großen Gedanken die­ser Friedenskundgebung den Massen einhämmern, lieber der Tribüne, von der der Führer spricht, grüßen die SA.-Standarten des Gaues Hessen- Nassau, die Treppen zur Tribüne werden rechts und links flankiert von Sturmfahnen der SA. und den schwarzen Wimpeln der Hitlerjugend. Gedul­dig harren die Massen, die schon vor Stunden jeden letzten Winkel bis hoch hinauf an die Eisenträger der Kuppel die gewaltige Halle gefüllt haben. Die Spannung wächst, je näher der Zeitpunkt rückt, zu dem die Ankunft des Führers erwartet wird. Es ist kvrz nach 18 Uhr. Die Lampen verlöschen, magisch beleuchten viele tausend Kerzen das Stahlgerippe des Kuppelbaus, die Standartenkapelle intoniert den Badenweiler Marsch, der Führer betritt die Tribüne. Unbeschreiblicher Jubel schallt ihm ent­gegen. Kein Dank, keine abwehrende Bewegung hilft. Nur mühsam verschafft sich der Reichsstatt- Holter in Hessen, Gauleiter Sprenger, Ruhe, um an den Reichskanzler herzliche Worte der Be- zrüßung zu richten.

Dann spricht der Führer. In ernsten, ruhigen Worten beginnt er mit einer Schilderung d-er aktuellen außenpolitischen Probleme, deren gänz­liche Derfahrenheit dank der unehrlichen Politik der andern bie Reichsregievung zwang, Völkerbund und Abrüstungskonferenz zu verlassen. Scharf poin­tiert formuliert der Kanzler bann das deutsche Pro­gramm. Nur gleichberechtigte Völker können an einem wahrhaften Frieden bauen. Nur als Gleich­berechtigte können wir uns wieder an den Verhand­lungstisch setzen.Man gebe uns gleiches Recht, oder sie sollen ihre Sachen allein machen", ruft er in den Saal und stürmisch bekunden die Massen ihre Zu­stimmung. Mit verhaltener Erregung spricht er von der deutschen Ehre, die nio-c minder empfindlich ist, als» die anderer Völker und keine Diffamierung erträgt, wie sie uns in Genf erneut angesonnen werden sollte. Vom ersten Wort an gehen die Tau­sende seiner Zuhörer mit ihm, von Satz zu Satz wachst der Eindruck: Führer und Volk sind eins, ber Führer stellt das in packenden, ungemein leben­digen und plastischen Bildern dem Volk vor Augen, n>as es selbst fühlt. Leidenschaftlich rechnet er mit den Emigranten ab, die mit ihren nichtswürdigen Methoden friedliebende Völker gegeneinander Hetzen, und mit vor innerer Entrüstung bebender Stimme nhtet er unter der stürmischen Zustimmung der lassen an das Ausland die Frage: Wer gilt euch mehr, ein deutscher Halunke, der vor dem Tiaatsanwalt über die Grenze floh und nun in Wis mit dem falschen Glorienschein des politischen Märtyrers umherläuft oder wir, die wir nichts bH, als in anständiger Weife unserem Volke dienen? und ex öarnt bi« Welt, die nationalsozialistische Re­

gierung nicht mit denen zu verwechseln, die vier­zehn Jahre lang mit dem Ausland verhandelt haben. Heute ist des Volkes Ehre die Ehre der Re­gierung und die Ehre der Regierung auch des Vol­kes Ehre.

Deutschland will keinen Krieg, so verkündet der Kanzler unter nicht endenwollender Zustimmung seiner Zuhörer, aber das deutsche Volk beansprucht das Recht für sich, sein Leben nach seinen eigenen Gesetzen zu gestalten. Und er schließt unter sich immer wieder erneuernden Beifalls- und Zustim­mungsstürmen der ganzen Riesenversammlung, die sich bei den letzten Sätzen des Kanzlers unter dem Eindruck des heiligen Ernstes feiner Worte von den

Von Nürnberg kommend, traf Reichskanzler Adolf Hitler um 16.30 Uhr mit dem brei- motorigen Flugzeug D 2600 auf bem Frank­furter Flugplatz ein. Der Flug war teilweise im Schneetreiben vor sich gegangen. Mit bem Füh- rer kam seine ftänbige Begleitung, barunter auch ber Reichspressechef ber NSDAP. SS.-Oberführer Dr. Dietrich. Zum Empfang hatten sich ber Reichsstatthalter in Hessen Gauleiter Sprenger unb Staatsrat Dberpräfibent Prinz Philipp von Hessen eingefunben. Der Führer begab sich zunächst zur Wohnung bes Reichsstatthalters unb traf bann um 17.45 Uhr bie Fahrt nach ber Festhalle an. Die Straßen nach bort waren mit einem ungeheueren Menschenspalier besetzt. Die Be­geisterung stieg ins Riesenhafte. In seinem Wagen stehend, nahm ber Führer bie Hulbigung ber

Mein Führer! Ich grüße Sie im Ramendes Gaues bes rhein-mainischen Gebie­tes, insbefonbere aber im Namen aller beren, bie hier keine" Platz mehr fr den konnten. Tausenbe unb Abertausende, bas we>ß ich, stehen braußen auf ben Straßen, sitzen in den Lokalen am Lautsprecher unb harren ber Worte des Führers. Mein Führer! Am 4. Oktober 1 930 nach der Reichstagswahl haben Sie von dieser Halle aus einen Appell an die Welt gerichtet. Die Welt stand damals insbesondere der Partei, die im Aufstieg war, noch haßerfüllter gegenüber als es heute vielfach aus der dortigen Presse zu uns herübertönt. An jenem Tage haben Sie aber bereits ber Welt keinen Zweifel gelassen darüber, was Sie wollten, wenn Sie die Macht in Deutschland restlos in der Hand haben. Sie sagten damals, mein Führer: Wenn die anderen sagen, ihr seid schuld am Kriege, wir sagen aus unserer Ueberzeugung und unserem Herzen heraus: Es ist nicht wahr. Die nationalsozialistische Bewegung wird sich gegen diese Jnfamierung des deutschen Volkes zur Wehr setzen. Sie sagten dann weiter: Ist es ehrenvoll, Verpflichtungen zu erfüllen, wenn man weiß, daß bie Nation daran z u Grunde geht? Es gibt eine Ehre, bie über ber

Von ber Rebe bes Führers wirb folgenbe amt­liche Fassung verbreitet:

So wie am 5. März bas beutsche Volk sich ent­färben mußte über ben Kurs im Innern, so muß es sich am 12.November entscheiden über ben Kurs nach außen. Es muß sich klar entscheiben, ob es will, baß bie Ehre ber Nation unb i h r gleiches Recht in ber Zukunft vor ber ganzen Welt offen unb frei vertreten werben soll. Es muß sich entscheiben für einen Weg, ber im ersten Augenblick vielleicht schwer fein kann, ber aber unserer Ueberzeugung nach auf bie Dauer eine große Nation allein in ihrer Größe zu erhalten Derma g." Unter stür­mischer Zustimmung ber Versammlung zeigte der Führer erneut da s Ergebnis und die ver­heerenden Folgen des Versailler Ver- t r a g s auf, der doch Verständigung und Versöh­nung bringen sollte, der aber durch seine Unver­nunft die kommuni st ische Idee großge­züchtet und Millionen Menschen zu Feinden der menschlichen Gesellschaft gemacht habe.Einst sagten sie, wir müßten abrüsten. Wir haben a b g e r ü ft e t, und sie sollen nicht so tun, als ob die Ab­rüstung bei uns praktisch nicht durchgeführt worden wäre. Sie waren ja mit ihren Kontrollkommissio­nen lange genug in Deutschland, um das über­wachen zu können. (Stürmischer Beifall.)

Aber nicht genug, daß bie anberen nicht abrüste­ten, sie hätten ausgerüstet! Von wem fühlten sich bie anberen Völker bedroht? Etwa von uns? Wenn

Plätzen erhoben hat, mit der Aufforderung, am 12. November sich mit einem freubigen unb stolzen Ja zu ihm unb seinem Friebensprogramm zu be­kennen, und mit der Mahnung, hinter ihm zu stehen als wahre Volksgemeinschaft in seinem Kampf für einen Frieden der Ehre und Gleichberechtigung, die Grundlage für eine glücklichere Zukunft für unser deutsches Volk und die ganze Welt. Wieder und wieder dankt das Volk seinem Führer für feine aufrüttelnden und wegweisenden Worte, bis die Klänge des Horst-Wessel-Liedes die imposante Kund­gebung beenden. Hessen und Nassauer werden am 12. November ihre Pflicht tun!

Frankfurter Bevölkerung entgegen. Auf dem Frankfurter »Festhallengelände ging die Fahrt durch das Spalier der SA. und SS., der Hitlerjugend, des Jungvolks, des B d M. und Abteilungen des Freiwilligen Mrbeits- b i e n ft e s. Der Präfentiermarsch klingt immer roieber auf, unb ber Jubel ist grenzenlos. Gruppen­führer Polizeipräsident B e ck e r l e melbet bem Führer bie SA. Dann geht er in bie Festhalle. Im Halbbunkel ber Deckenbeleuchtung schreitet ber Kanzler burch ein Spalier von ausgestellten Stan- barten vor bie Brüstung auf ber Rebnerempore. Alles hat sich erhoben. Minutenlany burchbrausen bie Heilrufe ben Saal, bie sich schließlich in bem Gesang bes Deutschland-Liebes auflösen. Nun tritt Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger vor bas Mikrophon, um mit kurzen Worten ben Führer zu begrüßen.

Ehre eines Völkerdunbes steht: es ist bie Ehre einer freien unb unabhängigen Na­tion. (Stürmischer Beifall.) In biefer Halle waren damals mehr als ein Dutzend Korrespondenten der ausländischen Presse. Die Welt hatte alsoZeit seit jenem 4. Oktober 1930, diese Ihre Grundgedanken zur Außenpolitik zu überlegen und sie kann sich nicht darauf berufen, daß stein Unkenntnis gelassen worden sei über die Ziele der heutigen Reichsregierung. Jener Appell an die Außenwelt wurde davon habe ich mich da­mals überzeugt über die ganze Welt verbreitet.

Mein Führer! Das ganze deutsche Volk dankt Ihnen nun, daß Sie das, was Sie damals der Welt verkündeten, blitzschnell in die Tat um­gesetzt haben, daß Sie die Ehre des deutschen Volkes davor bewahrten, daß sie vor der Abrü­stungskonferenz des Völkerbundes in den Staub gezogen worden ist. (Brausender Beifall.) Das deutsche Volk ist gewillt, mein Führer, Ihnen i n N o t und Tod in Treue zu folgen und harrt, wie hier in Hessen-Nassau, so in ganz Deutsch­land Ihres Rufes. Das Wort hat der Retter der Ehre Deutschlands, der Führer der Deutschen, Adolf Hitler!

sie heute rüsteten, seien etwa wir schuld daran, etwa die hunderttausend Mann, die wir hätten? Es müsse endlich mit diesen Phrasen aufgeräumt wer­den, daß alles unferetroegen geschehen müßte. (Stürmischer Beifall.)

Wenn man gerade auf bas nationalsozialistische Deutschland verweise, dann erinnere er daran, daß noch vor einem Jahre die Welt die natio- nalsozialistischevewegung als gänzlich be­deutungslos und sogar noch nach der Machtergreifung als vorübergehende Erscheinung bezeichnet habe» und jetzt aus einmal behaupte man, man habe in den letzten zehn Jahren nicht abrüsten können, weil der Nationalsozialismus da f e i. Sie hätten 13 Jahre Zeit gehabt, a b j u r ü ft e n, als wir nicht an der Macht waren, ja es fei sogar möglich, daß wenn die anderen in diesen 13 Jahren ihr versprechen eingelöst hätten der Nationalsozialismus vielleicht überhaupt nicht zur Regierung gekom­men wäre. Allein sie hätten es nicht getan. Das deutsche Volk hat nicht nur technisch mili­tärisch abgerüftet, nein auch geifflg und moralisch hat es abgerüftet." (Stürmischer Beifall.) In ihrem 14jährigen Ringen habe die nationalsozialistische Bewegung sich duräigeseht, nicht um einem Sriegswahnfinn zu

huldigen, sondern um Deutschland vor dem Abgrund zurück;ureihen, vor einem Abgrund, ber den Wahnsinn bes Bolschewismus über Deutschland gebracht und keineswegs an den deutschen Grenzen halt ge­macht hätte, wenn das mitteleuropäische Gebiet dem Bolschewismus nicht standgehalten hätte, dann wäre heute Europa verloren.

Der Führer sprach bann von bem großen Pro­gramm ber Bewegung, besten Verwirklichung mit ber Machtergreifung am 30. Januar begonnen habe. Dieses Programm wolle bie Beseitigung ber beutfdjen Zerrissenheit unb bes in­neren Verfalls, es wolle ein Symbol unb eine Autorität, es wolle bie sittliche unb kulturelle Erneuerung, ein neues Recht, bie Erziehung unserer Jugenb unb ben Ausbau unserer Wirtschaft aus sich selbst heraus. Für biefes Programm hätten wir nun neun Monate gekämpft unb vieles von ihm bereits verwirklicht: bie Parteien feien beseitigt, ber Mißbrauch ber Religion unterbunben, bas Haken­kreuz flattere heute über ganz Deutfchlanb, zwei­einhalb Millionen Erwerbslose seien roieber in Ar­beit, bie Korruption ausgerottet, bie nationale Erziehung ber Jugenb sei in Angriff ge­nommen, unb diese Jugend werde unter unserer Erziehung einmal vollenden, was mir begonnen hätten.Unser Angriff gegen bie beutsche Not wirb fein Enbe nehmen, bis am Enbe bie beutsche N o t beseitigt sein wirb."

So hätten wir bisher nur bem einen Gebanken gelebt, z u arbeiten für unser Volk, unb ber Welt nichts zu leibe getan. Uns aber ließ man schmähen. Die Welt sei sehr empsinblich für bie Ehre anberer Völker.Sehr gut! Wir verstehen biefe Wahrung ber Ehre. Aber wir bitten uns aus, baß man auch unsere Ehre nicht qngreift! Sollen wir etwa weniger Ehre haben nur beshalb, weil es einst 26 Staaten möglich war, uns zu besiegen? Es ist unmöglich, ben Ausgang eines Krieges z u einer ewigen Recht sgrunblage der Völ- kerbeziehungen z'u machen. Wir haben auch unsere Ehre, unb bas soll bie Welt wissen!" (Lang anhal- tenber Beifall.)

Der Führer zeichnete bas wahre Gesicht ber Emi­granten unb gab seiner Verwunberung Ausdruck, baß es biefen Elementen erlaubt werbe, Völker gegeneinanberzuhetzen, mit benen wir in Frieben leben wollen, Versöhnung unb Verstänbnis möchten, unb benen gegenüber wir nur ben einzigen Wunsch hätten, baß enblich bie Kriegspsychose aus ber Welt oerschwinbe.

wir könnten nicht dulden, daß bas deutsche Volk als zweitklassige Nation behandelt werde. Man dürfe die beutsche Regierung nicht mit denen verwechseln, mit denen man vierzehn Jahre lang verhandelt habe,wir haben ein Gesühl für die Ehre der Nation deshalb, weil wir sie auch persönlich besitzen. Ich bin nicht Reichs­kanzler geworden, um jetzt andere moralische Grundsätze zu vertreten, als ich sie bisher ver­treten habe. (Stürmischer Beifall.) In meinen Augen seht sich die Ehre einer Nation zusam­men aus der Ehre, dem Lhrempsinden und dem Ehranspruch ihrer einzelnen Menschen. Ich glaube, bie Ehre einer Regierung ist bie Ehre eines Volkes, unb bie Ehre eines Volkes muh die Ehre der Regierung fein. (Stürm. Beifall.)

Wir wollen nicht andere Völker unterdrücken ober unterjochen unb nicht biejenigen auf bem Schlacht- selbe verlieren, bie unseres Blutes sind, um fremde zu gewinnen, die uns niemals lieben würden. Wir wollten ben Krieg nicht haben, aber ba s Recht f ü r unser Volk, sein Leben selbst zu gestalten! Das sei nicht Sache ber anberen Welt. (Brausenber Beifall.) Wenn alle von Sicher­heit reben, bie nicht bebroht seien, bann müsse man uns, bie wir uns mit Recht bebroht fühlen könnten zum minbeft bie gleiche Sicherheit geben. Wenn man nicht abrüsten wolle, bann solle man es sagen. Wenn man uns bie Gleichberechti­gung nicht geben wolle, bann solle man es ebenfalls sagen. Er könne aber nur eines wieberholen: Nie­mals würben wir uns an Konventionen beteiligen, bet benen wir nicht völlig gleichberechtigt feien.

vereinsamt kann man {ein, diffamiert nicht! (Stürmische Zustimmung.) Ich bedanke mich für Vereinbarungen, die ich mit meiner Ehre ein­kaufen soll. Und wenn man sagt, bann werdet Ihr isoliert sein, dann erkläre ich, lieber ehren­haft isoliert sein, als ohne Ehre geduldet zu werden. (Lebhafte Heil-Ruse.) Ich bin ber Ueberzeugung, daß bas deutsche Volk zu viel Charakter hat, als daß es anders denken könnte als feine Regierung, daß es in dieser Stunde, dieser geschichtlichen Stunde, nicht anders ent­

scheiden kann, als mit dem Worte: Ja. (Stürmische Zustimmungserklärungen.) Es bleibt kein anderer Weg. Ich habe keine Kanonen. Ich habe nur euch, meine Volksgenossen. Mit euch muß ich dieses Recht für Deutschland er­kämpfen. Ihr müßt hinter mir st e h e n. Wir müssen Zusammenhalten. Wir können den Kampf

Sie Ankunft des Führers in Frankfurt a. M.

Die Vegrüßnngsansprache -es Reichsftattzatters

Die Rede des Führers.

Wir wollen keinen Krieg, aber das Recht für unser Volk, sein Leben selbst zu gestalten."