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Wenn ich als Vertreter der Arbeitsfront über den Sinn und den Zweck der „Braunen Messe" zu einigen Zeilen aufgefordert werde, so liegt hier schon das Neue unserer Idee zu Grunde.
Niemals wäre es unseren Vorgängern, den marxistischen Führern der früheren Freien Gewerkschaften, eingefallen, an dem Schicksal und der Existenz des Handwerks teilzunehmen. War doch für sie das Handwerk derjenige Teil des Mittelstandes, der nach dem alten sozialdemokratischen Erfurter Programm unbedingt verschwinden müsse. Kein geringerer wie August Bebel war es, der die ganze Einstellung der marxistischen Wirtschaftspolitik mit folgenden Worten kennzeichnete: „Unser Wirtschaftsprogramm geht erst dann in Erfüllung, wenn Produktion und Verkauf nur in Händen von Großbetrieben liegen." Das bedeutete für den Handwerker die Kampfansage zur völligen Vernichtung. Die letzten Jahre haben uns gezeigt, daß im Zuge der liberalistischen Wirtschaftstaktik dieses Ziel bald erreicht worden wäre, und der Marxismus hat keine Mittel gescheut, um das ehrsame Handwerk zu verproletarisieren.
Wenn wir nun heut^ von der Deutschen Arbeitsfront dem Handwerk zu seiner neuen Entwicklung und zu feinem Aufstieg vollstes Interesse und Entgegenkommen zeigen, dann ist dies von. unserer grundsätzlichen Weltanschauung bedingt. Bedeutet doch gerade für uns das Handwerk in der Erhaltung des gelernten Arbeiters die Erziehungsstätte, welche man unbedingt braucht, um den Arbeiter zu dem deutschen Arbeiter zu machen, der stolz einmal auf sein Handwerk und noch stolzer auf seine
spezialisiert, daß man im wahrsten Sinne des Wor- tes nur von einer mechanisch angelernten Arbeit sprechen konnte. Dies hatte zur Folge, daß sehr viele Eltern auf dem Standpunkt standen, daß eine Lehrzeit, um das Handwerk gründlich zu erlernen, nicht mehr so akut sei da man ja als ungelernter Arbeiter in der Fabrik bei einigermaßen Geschick ohne weiteres zum Angelernten und später zu dem söge- nannten Facharbeiter aufrüden könne. Die Folge dieses Gebarens war, daß die deutsche handwerkliche Arbeit immer mehr zurückgedrängt wurde und Fabrik- und Massenware immer mehr an Boden gewann. So wie die Arbeit verflachte, so verflachte auch die Ausbildung des Arbeiters, und nur wenige Jahre in dieser Art weiter gearbeitet, hätte zur Folge gehabt, daß Deutschland aufgehört hätte, das Land der Qualitätsware zu fein.
Nun tritt das Handwerk, durch die nationalsozialistische Revolution an die alte, ruhmvolle Veraan- genheit erinnert, von unferm Führer vor neue Aufgaben gestellt, vor die Oefsentlichkeit.
Das Handwerk will in dieser Braunen Messe zeigen, daß noch der alte Handwerksgeist vorhanden ist und daß es selbst den verwöhntesten Ansprüchen in jeder Richtung genügt.
Wir von der Arbeitsfront versprechen uns aber, wenn durch mhen Willen das Handwerk wieder zu den alten^Eyren gelangt, gerade für den Arbiter den größten Vorteil.
Kehren wir wieder zu der alten LehrlingsauMl- düng zurück, werden unsere Arbeiter wieder Hand- merklich ausgebildet, dann steigt mit der Ausbildung und den) Können des einzelnen auch die Achtung des Berufes und die Achtung vor der Arbeit. Wir brau\ chen heute mehr denn je die gute Qualitätsarbett, um in der Weltkonkurrenz bestehen zu können und die Arbeiter zu erziehen, die für alle Zukunst die ehrsame deutsche Arbeit hochhalten zum Nutzen des gesamten deutschen Vaterlandes. Das ist die Aufgabe des einzelnen deutschen Handwerksmeisters.
„Das Handwerk hat einen goldenen Boden", so sagten unsere Vorfahren, und wiederum ist eine Gelegenheit gegeben, den goldenen Boden zurückzuge- roinnen, d. h., das größte Glück und die höchste Ehre für einen Menschen besteht darin, u m s e i n e r A r - beit Willen geachtet z u werden. Möge das Handwerk den Geist der Zeit verstehen, sich von den Proletarierketten frei machen, wieder die alte Meisterehre zur Geltung bringen und die deutsche Jugend erziehen nach dem Grundsatz: ,chas Handwerk muß den Meister loben".
Möge es dem Handwerk gegeben sein, auf der Braunen Messe zu beweisen, daß nicht die Billigkeit der Maßstab der Tüchtigkeit des Handwerks ist, sondern daß Qualität und Fleiß zu den besten Tugenden des Handwerks gehören und es gewillt ist, dies wieder zum alten Recht kommen zu lassen. Dann ist der deutschen Jugend wiederum die Aus- bildungsstätte geschaffen, die sie braucht, um ihren großen Aufgaben im Leben, zum Nutzen des Vaterlandes, gerecht zu werden.
Genau dasselbe ist vom Kleinhandel zu sagen. So wie in der Produktion der Große einen Kleinen nach dem andern zu verdrängen suchte, genau so ist man im Einzelhandel verfahren. Nach dem Grundsatz der marxistischen Wirtschaftspolitik sollte auch der Verkauf nur in Händen von Großbetrieben liegen. Auch hier zeigte sich, inwieweit die Praxis des verflossenen Systems Fortschritte gemacht hatte. Man braucht sich nur die Konkursverfahren des Kleinhandels in den letzten Jahren näher anzusehen, und man merkt, wie gewaltsam man den Kleinkaufrnann zu Grunde richtete.
Auch der Handel will in der Braunen Messe feine Leistungsfähigkeit beweisen. Er kämpft mit allen zu Gebote stehenden Mitteln in seinem Existenzkampf gegen Warenhaus und jüdische Geschäfte. Dem Handel ist noch einmal eine Chance gegeben, sich das Vertrauen des Konsumenten zu sichern. Hoffentlich gelingt es in gemeinsamer zäher Arbeit, die deutsche Frau von der Parole der.Warenhäuser „billig und noch billiger", abzubringen. Denn die Statistik hat erwiesen, daß durch dieses Geschäftsgebaren das Le- bensi^vecm der herstellenden Arbeiter weit unter
Das Gute ist das Beste
Arbeitsfront und Braune Messe
Don Heinrich Bartholomäus, Gießen.
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Auf Grund ihrer eigenen Angaben veröffentlicht. Nachträge erbeten.
von Bürgern unserer Stadt gemeinsam an der erfolgreichen Lösung einer Ausgabe, von der nicht nur der einzelne Aussteller und Wirtschaftszweig, sondern auch die Gesamtheit unserer Stadt wirtschaftliche Auftriebsmöglichkeiten erwarten darf. Der jetzige Gemeinschaftsgeist auf diesem Gebiete wird hoffentlich über die Zeit der Ausstellung hinaus feine leben- dige Kraft erhalten und zum Wahle der Gesamtheit unserer Stadt fruchtbar werden. Wir denken dabei an die Aufgaben der städtischen Verkehrswerbung, die von dem Verkehrsverein in enger Zusammenarbeit mit den maßgebenden Führern des Kampfbundes für den gewerblichen Mittelstand betrieben wird. In den letzten Jahren wurden die Verhältnisse auf dem Gebiete der gemeinnützigen Werbung leider immer zerfahrener und unhaltbarer. Immer metjr Bürger, die schon wegen ihrer Stellung im Wirtschaftsleben an der Verkehrswerbung regen Anteil hätten nehmen müssen, stellten sich abseits; zmn Teil kehrten sie dem Verkehrsverein sogar den Rucken, obwohl der Jahresbeitrag für die gemeinnützige Tätigkeit dieses Vereins sich nur auf 6 Mark für jeoes Mitglied beläuft. Daß unter diesen Umstanden Die Werbekraft für unsere Gießener Wirtschaft zwangsläufig Nachlassen mußte, liegt zweifelsfrei auf der Hand. In erfreulicher Weise haben die Führer des Kampfbundes für den gewerblichen Mittelstand in Gemeinschaft mit alten Vorstandsmitgliedern des Verkehrsvereins die Weiterarbeit für bie Oie&ener Verkehrswerbung energisch wieder in Gung gebracht. Aus diesem Geiste des vom Gemein- n u tz d i k t i e r t e n T a t w i 1 l e n s heraus ist unter Mitwirkung der Leitung des Kampfbundes für den gewerblichen Mittelstand auch die jetzige »Braune Messe" in unserer Stadt verwirklicht worden. Diese Tatkraft wird ihre erfreuliche Fortsetzung nach der Ausstellung in der verstärkten Verkehrswerbung für unser Gemeinwesen finden müssen. Dabei ist es aber erforderlich, daß vor allem die Geschäftswelt selbst eifrig bei der Lösung der großen Verkehrswerbeaufgaben mithilft. Das kann dura) die Mitgliedschaft in den in Betracht kommenden gemeinnützigen Organisationen und durch praktische Mitarbeit geschehen. Hoffentlich wird die „Braune Messe" auch nach dieser Richtung hin ein neuer Ansporn werden.
Oie Braune Messe als Erziehungsaufgabe.
Punkt 16 des Programms der NSDAP.:
„Wir fordern die Schaffung eines gefunden Mittelstands und feine Erhaltung, sofortige Kommunalisierung der Groß-Warenhäuser und ihre Vermietung zu billigen Preisen an kleine Gewerbetreibende, schärfste Berücksichtigung aller kleinen Gewerbetreibenden bei Lieferung an den Staat, die Länder oder Gemeinden."
Der wahre Nationalsozialist glaubt an sein Pro- gramm und weiß, daß die restlose Durchführung desselben zunächst die Erziehung des deutschen Men- scheu zum Nationalsozialismus bedingt. So ist die Braune Messe eine dieser vielen Erziehungsaufgaben, denn sie soll den nationalen K a u f g e d a n k e n in den breiten Massen des Volkes stärken und dazu mahnen:
Fördert das Handwerk! kauft deutsche Erzeugnisse in deutschen Geschäften!
Wir wollen hoffen, daß auch die Braune Messe in Gießen zu einem vollen Erfolg in dieser Hinsicht
Arbeitsbeschaffung durch die Braune Messe.
Don Handelskammer-Syndikus Or. Zeidler.
Die letzte größere Gewerbeschau in Gießen hat im Jahre 1914 stattgefunden und von dem hohen Stande oberhessischen Gewerbefleihes glänzendes Zeugnis abgelegt. Inzwischen sind fast zwei Jahrzehnte schwerster wirttchastlicher Not über Deutschland dahingegangen. Nun schicken Handwerk, Handel und Industrie unserer engeren Heimat in treuer
Edeka - Großhandel G. m. b. f)„ Lebensmittelgroßhandel, Marktplatz 21II.
Edelweiß, Großwäscherei, Wäscherei, Heißmangel, Rasenbleiche, Schützenstraße 12.
Elges, hch., Inh.: Hermann Elges, Weingroßhand-- lung und Spirituosen, Seltersweg 68a.
Euler, Gg., Schlosserei, Hammstraße 1.
Freessche Univ.-Buchh., Inh.: K. Holderer, Rassenk. Literatur, Nat.-soz. Schrifttum, Seltersweg 85.
Gießener Anzeiger, Schulstrahe 7/9.
Häuser, 3. B., Eisenw.-Groß- u. Kleinhandlg., Haus- u. Küchengeräte, Beschläge, Werkz., Sonderabt.: Defen, Herde, Kessel, Waschmasch., Zentrifugen, Neustadt 42/44.
helnzerling, Fritz, Mineralwasser-Großhandlung, Generalvertreter der Staatsquellen Bad-Nauheim, Schiffenberger Weg 32.
Henkel, Julius, Rohrmöbelhandlung und Korbwaren, Sonnenstraße 18.
hennecken, Franz, Markenmilch und landwirtschaftliche Erzeugnisse, Marburger Straße 65.
Hensel, Earl, Inh.: Fritz Jung, Eisenwarenhandlung, Walltorstraße 10.
Herr, wilh^ Druckerei, Graphische Kunstanstalt, Buch- und Steindruckerei, Walltorstraße 77.
heyd & Sohn, Küchengeräte, Werkzeuge, Defen, Herde, Seltersweg 12.
Huntemann. Maria, Deutsches Schokoladenhaus, Schokoladen, Konfitüren, Kaffee, Tee, Kakav, Sel- tersweg 39.
Imhlufer, Gebr., Kleiderstoffe, Damenkonfektion, Marktplatz 9/10.
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ffern, Wilhelm, Chabesofabvik, Orangeade, Plockstr. 7.
Kraft, h» Pfaff-Nähmaschinenhandlg., Seltersweg30.
Gießen
5969 V_________________
Verbundenheit sich wiederum an, mit der „Baunen Messe" vor die Oeffentlichkei hinzutreten und ihr vor Augen zu führen, was Unternehmergeift und der starke Wille eines arbeitsamen Geschlechts zu
Das Au^tellungswerk fleht im Zeichen des großen und alles überragenden Gedankens der Arbeits- beickaffunq. Arbeit und Brot für leben arbeitsfähigen und arbeitswilligen deutschen Menschen dies ist heute die vornehmste Aufgabe und das höchste 3iel des Nationalsozialismus. Mit ihrer ganzen Macht und mit großen Mitteln setzt dle Reichsregie- runq sich hierfür ein. Der Erfolg zeigt sich auch schon allerorten; doch der Staat kann nur mit gutem Beispiel vorangehen; jede wirtschaftliche Organisation, jedes Unternehmen und jeder einzelne Deutsche mutz sich selbst für das große Werk einsetzen
Darum muß es auch als ein glücklicher Gedanke bezeichnet und begrüßt werden, daß die Veranstalter der „Braunen Messe" sich ebenfalls in den Dienst der Arbeitsbeschaffung gestellt haben. Sie wollen mit dieser Ausstellung die Bevölkerung aufrufen zur Mitarbeit; sie wollen mit ihrem Werk den Glauben an den Erfolg in der Wirtschaft stärken und ver- breiten helfen. Dazu braucht es das Verständnis und den festen Willen der Bevölkerung, zu bekunden, daß sie bereit ist, das Gewerbe in feinem Streben, Höchstleistungen zu vollbringen, auch durch die Tat zu unterstützen. _ , , ,
Darum muß jeder einzelne Besucher der Ausstellung es als Pflicht ansehen, Einkäufe zu tätigen, Bestellungen aufzugeben, Aufträge zu erteilen. Damit trägt er zur Beschäftigung von brachliegenden Arbeitskräften, zur Belebung der Wirtschaft und zur Stärkung der Kaufkraft weiter Schickten unserer heimischen Bevölkerung bei. Wer so handelt, ver- richtet in wirtschaftlicher, sozialer und kultureller ^'Sföqe ber'oülfältige'Segen der Arbeitsbeschaffung ] geleistete Arbeit ist. Man hat in den letzten Jahren auck aus der Braunen Messe" hervorgehen. gerade in den Großbetrieben den gelernten Hand-
--------- 1 roerter derartig herabgesetzt und feine Arbeiten so


