Nr. 229 Dritter Blatt
Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)
Samstag, 50. September (933
itäts-Kaffee
* 1933.
SW.
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। brauche", „Ballettvorführungen in London" über den Deutschen Juristentag in Leipzig und übet I die Herrenmode enthält.
Einzelhandels
m damit der inneren und Staat, Stabt f ju verleihen.
üferung ließen!
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Mond. Auch dieser alte Freund aus der Heimat steht anders aus, als im Norden. Wenn er zunimmt, kann man seine Hörner zu einem 21, wenn er abnimmt, zu einem Z ergänzen. Ist er halb, so schwimmt er als Kahn am Himmel.
Ueberall wird die Technik des weißen Mannes mächtig und der schwarze und gelbe Mann muß weichen, sich in Reservate sammeln oder sich zum dienstbaren Gehilfen des weißen Farmers und Stadtmenschen machen lassen. Nimmt er den Kampf auf, so erliegt er der überlegenen Waffe des Weißen oder dem vergifteten Hammel, den die englischen Farmer in Australien in den Busch zu werfen pfleg, ten, um den Biehdiebstählen der Eingeborenen ein Ende zu machen. Seine schuldlose Schuld ist, daß er schöpferisch unkräftig ist. Er schasst keine Werte, so lautet das volkswirtschaftliche Urteil über ihn, darum muß er weichen oder sich in den Prozeß der Werteschöpfung dienstbar einspannen lassen. Zu leben, bloß um da zu fein, hat niemand ein Recht. So lautet ein Gesetz der höheren Rasten, die ihre Heimat alle auf der nördlichen Halbkugel haben.
MV
rch Afrika
Nebenbei bemerkt...
Kleine Bosheiten ans englischen Blättern.
Der Verbrauch an Zündhölzern nimmt immer mehr zu. Das haben die Zündholzfadrikanten den Herstellern von Feuerzeugen zu verdanken.
Ein Amerikaner, der seit seinem sechsundzwanzig- sten Lebensjahr verlobt war, hat mit 91 Jahren geheiratet. Trotzdem muß man zugeben, daß er sich sehr gut verteidigt hat.
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Ein Film, in dem keine Frau mitspielt, wurde soeben fertiggestellt. Es ist ein hundertprozentiger Sprechsilm. Offenbar haben die Männer hier einmal eine Chance, die sich ihnen bot, energisch ergriffen.
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Ein Handelswissenschaftler erklärt, im ganzen Lanöe würden nächstens Juwelenläden eröffnet werden. Einige mit Dietrichen und andere ohne.
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©in neuer Golfball ist erfunden worden. Er gibt em fummendes Geräusch von sich, das noch fünfzehn Minuten nach dem Schlag andauert, so daß der Ball leicht wieder gefunden werden kann. Nun fehlen uns nur noch summende Kragenknöpfe zur vollkommenen Glückseligkeit.
Deutschenoerfolgung im Sudeten, land.
Aber wirtschaftliche Notwendigkeiten und natür- liche Bedürfnisse sind auf die Dauer stärker als politische Konstruktionen. Darum das eifrige Streben Prags, feine Bindung an die Donau stärker auszubauen, um sich in den Verkehrsweg vom Südosten nach Nordwesten und umgekehrt einzuschalten. Dann, so hofft man, könnte die wirtschaftliche Stellung Wiens doch erschüttert werden, dann brauchte man in Prag die politische Zukunft Oesterreichs nicht mehr so sehr zu fürchten. Deshalb das Projekt eines Schiffahrtskanals zwischen Elbe b e 3 ro. Moldau und Donau, der in der Nähe von Preßburg einmünden soll, um den Wasserweg Zwischen Hamburg und dem Schwarzen Meer ab-
Leben dem Wassermangel angepaßt, und ebenso die dunkelhäutigen Urbewohner Australiens — im ganzen vielleicht die zurückgebliebenste aller menschlichen Rassen. Zwischen die eingeborene Urbevölkerung aber schob sich immer stärker der weiße Mann. Erst nahm er die Gebiete in Besitz, wo der Regenfall ausreichte, um auf gewohnte Art Ackerbau zu treiben. Sie waren aber spärlich genug, besonders in Südafrika, und nun begann em gewaltiges Ringen um das Wasser. Staudämme wurden gebaut und Bohrlöcher niedergetrieben. In Australien entspringen heute ganze Bäche artesischen Wassers aus Bohrungen, die bis zu 800 Meter in das Gestein des Bodens hinabgehen. In Südwest hat man eine ganze artesische Region tief im Innern, am Auob-Rivier, durch eine Bohrung entdeckt, die ursprünglich einem vermuteten, aber nicht vorhandenen Kohlenvorkommen galt. Die Auob-Farmen lieferten von ihrem Bewässerungsland ganze Güterzüge mit Mohrrüben, die auf die Lüderihbuchter Diamantselder gingen. Dort arbeiteten 12 000 Ovambos an der Gewinnung der kost- baren Steine, und das einzige Mittel, sie in der
I in der Pentola zu rösten. Und während die Schalen | in der Glut knallend platzen, fülle ich mir aus der Korbflasche ein Glas mit dunkelrotem Nostrano — wie der Wein gegen das Feuer funkelt! Ich setze das Glas an die Lippen und atme tief, bevor ich trinke, den herben Duft des Tessiner Herbstes ein.
— Wie der japanische Dampfer „Shidzuoka Ma- ru an einem Korallenriff strandete und die Passa- 9.lcr, glücklich gerettet werden konnten, beschreibt em fesselnder Augenzeugenbericht eines Teilnehmers an Der Unglücksfahrt in der neuen Nummer der ?e'A'ger "3 llustrirten Zeitung" (Verlag rlb Weber). Freunde der Familienkunde und der 8^!chlechterkundlichen Forschung wird der Artikel ,/Der Vater der Könige" von Freiherrn Karl von Bothmer interessieren. Wie die Welt hinter der tö- nenden Leinwand aussieht, schildert ein anderer Bildartikel dieser Nummer, die neben zahlreichen Kunstblättern u. a. Aufsätze über „Deutsche Ernte»
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Wüste vor dem Skorbut und anderen Ernährungskrankheiten zu bewahren, war das frische Wurzelwerk. Jetzt ist die Arbeit auf den Diamantfeldern leider stillgelegt, weil die Preispolitik des südafrikanischen Großkapitals es zum Schaden Südwests so fordert.
Wo wären die Salpeterfabriken in der chilenischen Atacama, wo die Diamantengewinnung in Südwest, wo die australischen Schaf-Farmen, wo die Goldminen von Transvaal, ohne das künstlich auf- gestaute, künstlich hergeleitete, künstlich herangefah- rene, künstlich aus der salzigen Meeresflut destillierte Wasser! Hier unser altes Swakopmund ist ein Städtchen im Blumenschmuck zwischen Wüste und Ozean. Selbst der Sand der Namib enthält Nährwerte, und im Sand des Swakopbetts liegen Die Brunnen, aus denen das vom Innern herabsickernde Grundwasser gepumpt wird. Wenn die heiße Zeit kommt, November bis März, entsteht hier ein fröhliches Badetreiben. Alles, was nach Erholung lechzt und Geld genug hat, kommt vorn glutheißen Hochland herunter. Vom Himmel leuch- ten das Kreuz des Südens und der umgekehrte
Donauraum — Gchicksalsraum.
Oie Interessen der Kleinen Entente. - Das Ergebnis einer Umfrage
zukürzen und den alten Tschechenraum zu er» füllen: Prag schlägt Wien und Wien stirbt.
So erkennt man erst die heimtückische Gebietsver- teilung nach dem Friedensdiktat. Jnternationalisie- rung der Elbe und Auslieferung eines wichtigen Teiles der Donau an die Tschechei. Das find heute die beiden Angelpunkte für.die gegen die gesamtdeutschen Interessen gerichtete tschechische Donaupolitik. Hier ist die wahre Tschechenfront. Um so mehr heißt es die Gefahren, aber auch die püsi- tioen Möglichkeiten bei der Lösung des Donauproblems richtig zu erkennen und auszunutzen. Das ist eine der wichtigsten Aufgaben der deutschen Außen- Politik. Denn hier geht es wirklich um das deutsche Schicksal.
Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.
Belgrad, im September 1933.
Mit Oesterreich und Ungarn, mit Rumänien und Bulgarien gehört S ü d s l a w i e n zu den „natürlichen" Donaustaaten, deren wirtschaftliche Existenz mit dem Vorhandensein einer vom Westen nach Osten und umgekehrt führenden Verkehrsader, wie die Donau, untrennbar verknüpft ist. Kein Wunder also, wenn in den gegenwärtigen Donau- besprechungen, während der jetzigen „Donaukonjunk- tur", Südslawien eine Hauptrolle spielt. LUich äußerlich, so bei der Zusammenkunft des MinWrs Jewtitfch mit feinem rumänischen Kollegen in Maria-Theresiopel, bei der Begegnung des südslawischen und rumänischen Königspaares auf dem Bahnhof in Belgrad ober, was ja schon als wirklich großes politisches Ereignis zu werten ist, bei der gegenwärtigen Zusammenkunft der Vertreter des Kleinverbandes in S i n a i a.
Südslawien hat bei feiner Neubildung nach dem Weltkriege keine glückliche Erbschaft angetreten. In feiner Himmelsrichtung. Im Norden und im Westen übernahm es große Teile der ehemaligen habsdur- gischen Monarchie. Im Osten und Süden griff es hingegen mitten hinein in das Völkerbabel des Balkan, und wenn man tausendmal in Belgrad streng darauf achtet, daß die südlichen Provinzen mit dem Namen „Südserbien" bezeichnet werden,
Mensch und Natur in Südafrika.
Von Or. Paul Rohrbach.
Swakopmund, den 12. Sept. 1933.
Auf der südlichen Halbkugel ist der Naturoerlauf umgekehrt, wie auf der nördlichen. An diesem Gesetz kann der Mensch nichts ändern. In Buenos Aires, in Windhuk, in Kapstadt, in Sidney feiert man Weihnachten, wenn es am heißesten i ft unD die Tage am längsten sind. Ich erinnere mich, wie ich vor vielen Jahren mit meiner Frau unö meinen Kindern in Windhuk in den Christgottesdienst ging. Die Sonne stand noch hoch am H'wmel, bie xur des kleinen Kirchensaals im Pfarrhause (die schöne stattliche Windhuker Ehri- stuskirche stand damals noch nicht) war weit geöffnet, die 'Männer trugen Tropenanzüge, die Frauen weiße Kleider, und es war eine Glut, die merkwürdig zu unseren alten Weihnachtsliedern, zu denen doch unwillkürlich Winterstimmung gehört, paffen wollte. Als wir in unsere Wohnung zurückkamen, waren alle Kerzen am Weihnachtsbaum von der Hitze weich und frumm geworden, und die Schokoladefiguren mitten im Schmelzprozeß. Es köpfte braun auf das weiße Tischtuch. Und der Weihnachtsbaum selbst? Er bestand aus drei zusammengebundenen Stauden von hohem, wildem Spargel, wie er damals noch zwischen den Klippen mitten in Windhuk wuchs. Die Aeste sind kräftig genug, um kleine Leuchter mit Lichtchen zu tragen, unö das dünne Fiederblattwerk duftet merkwürdigerweise, wenn es angezündet wird, ähnlich wie Tannennadeln. Der Spargelbaum war immerhin nicht so poesielos, wie der künstliche, aus Holz, Draf)t und giftgrün gefärbten Federn zusammen- gebaute.
3n der heißen Jahreszeit, wenn es bei uns Winter ist, regnet es auf der südlichen Halbkugel meist, und wenn in Deutschland die Julihitze brütet, kann das Thermometer in Südwest bis auf 18 Grad unter Null sinken. Allerdings steigt es sofort mit Sonnenaufgang wieder. Als wir in den letzten Tagen des Juli aus der Karroo nach Kapstadt hinunterfuhren, leuchteten die südafrikanischen Rand- aebirge im weißen Schneekleid, und sogar nur 9 Grad südlich vom Aequator, auf dem ostafrikanischen Hochland, war es im Juli so kalt, daß man unter drei Wolldecken nicht warm wurde. Vor wenigen Tagen, noch Anfang September, sind in Windhuk, freilich ein höchst seltener Vorgang, sogar einige Schneeflocken gefallen.
Die Südkontinente rufen alle nach Was - fer. Die einzige Ausnahme macht der Westen von Südamerika. In Südchile, sagt man, regnet es drei- Aehn Monate im Jahr, ab^r schon im Norden non Ehile herrscht die wasserlose Wüste. Ebenso ist es hier in Südwest. Von Swakopmund aus reicht 100 Kilometer landeinwärts ö i e Namib, eine echte Wüste. Längs der Küste läuft ein Strom kalten, aus dem Sübpolarmeer kommenden Wassers, lieber ihm kühlt sich die vom Meere aufs Land wehende Luft ab. Das Land aber wird stärker erhitzt als das Meer, lieber dem Meere und hart an der Küste brauen häufig Nebel, aber so wie der Seewind auf bas warme Land kommt, zeigt sich, daß die erwärmte Lust viel mehr Feuchtigkeit aufnehmen kann, ohne sie als Regen niederzuschlagen, als die kühle Luft über dem Meer. In der Namib regnet es daher so gut wie nie; sonst wären auch die Diamanten, die weiter südlich in der Wüste bei Lüderitzbucht liegen, schon lange sämtlich ins Meer hinuntergespült worden. Genau so steht es mit der Salpeterwüste in Nordchile, wo auch der kalte Polarstrom am Cor- dillerenabfall entlangstreicht.
Auch die Menschheit auf der südlichen Halbkugel trug ursprünglich ihr eigenes, fremdartiges Gepräge. Südafrika war das Land der gelbhäuti- gen Hottentotten und B u f ch l e u t e. Diese haben, ganz anders als die Ackerbau treibenden Neger st ämme weiter im Norden, ihr ganzes
so kann fein Gott die Tatsache aus der Welt schaffen, daß diese Gebiete zu Mafedonien gehören. Und das besagt genug. Fährt man über die altserbische Grenze nach Süden, so wird man durch die allenthalben auftauchenden Gendarmen mit ihren ausgepflanzten Bajonetten schnell darüber belehrt, was auch heute noch der Begriff „Mafedonien" bedeutet.
Man hat zu den Altserben die Kroaten hin- zubefommen, die Slowenen, die Montenegriner, die Dalmatiner, die Mohammedaner in Bosnien, in der Herzegowina und im Sandschaf. Man erhielt die „N e u \ e r b e n" im Banat und in der Batschfa, man erhielt die dortigen Schwaben, man erhielt auch Rumänen, Bulgaren, Griechen, Albaner, Mafedonier, Türfen, Rumänen und — noch eine ganze Reihe anderer Volfssplitter. Dazu die entsprechenden Gegensätze zu Bulgarien, zu Griechenland, zu Albanien, vor allem aber zu Ungarn und zu Italien, der Kampf um Trianon und der Kamps um die Adria.
Südslawien ist nicht zu beneiden, und die gegenwärtige Lage verbürgt feine Ruhe, trotz der französischen Freundschaft, die oft und oft gelockert wurde, die beim serbischen Volfe oft und oft als zweischneidiges Schwert und noch häufiger als wertlos empfunden wird.
Herbst em Tessin.
Von Siegfried von Vegesack.
Wenn ich am Morgen die grünen Fensterläden aufflappe, ist der Himmel noch ohne Farbe und Glanz. Nur hinter Lanzo d'Intelvi, dort, wo ein Stück von Italien sich über bas Moissiv des Gebirges herüberschiebt, schimmert es plbrig-grün, leuchten die Bergkuppen kupferrot, angeglüht vom nahenden Feuerball.
Aber dann, wenn die Sonnenfugei mit einem Ruck, einem mächtigen Sprung sich über den zackigen Grat schwingt, entzündet sich die gläserne Kuppel, flammen die Berge auf, füllt sich das weit ausgebreitete Land mit Licht und Farbe. Silbern funfelt der Tau an den Blättern und Gräsern. Weiße Nebelschwaden brodeln über dem See. Die Sonne hat noch viel zu schassen und aufzuräumen: da sind die Nebel vom Corner, vom Luganer See, vom Lago Maggiore, sie liegen tief in den wink- ligen Gebirgsfpalten eingeschlossen und können nur langsam aus ihren Verstecken hervorgeholt und aufgesogen werden. Immer blauer färbt sich der Himmel. Und wie die Sonne brennt! Das ist feine nfuöe, melancholische Herbstsonne, die Wärme vor- tauscht, und in der die Hühner verschlafen ihre Flügel recken, sondern ein unbändiges, noch mit aller Sommerglut erfülltes Feuer, in dem die letzten Trauben, die letzten Früchte reifen.
Die Weinlese, die „Vendemmia", ist vorüber Nur hier und da hängen noch die bunflen süßen Beeren in den gelben fölätterranfen. In den engen Gassen aus allen Häusern strömt der säuerliche Geruch von Most und Trauben, die zum Keltern aufgeschichtet liegen. Zwischen den Weinstöcken, auf den schmalen Wiesenstreifen, weiden schokoladenbraune Rinder. Die schwarzen blanfen Mäuler bewegen sich mahlend über dem taufeuchten Gras, zupfen hier und dort ein Blatt von den Ranfen. Die krummen Hörner wiegen sich hin und her, die Glocken klimpern kurz und hell.
Der Feigenbaum im Garten ist noch voller Früchte. Wie kleine grüne Beutel hängen die Feigen an den weit verzweigten Aesten/Jch kannte sie bisher nur getrocknet, in Bündeln aufgereiht, wie man sie bei uns zu Hause kauft. So wie ich mir auch Datteln nur in den schmalen Schachteln vorstellen kann, eine dicht neben der anderen. Aber Mer pflückt man sich die Feigen einfach vom Baum. Man muß sich nur die ygnz weichen aussuchen, »wr die sind reif. Dann - reißt man die grüne t>q)alc auf — die Frucht teilt sich von selbst —, und nun saugt man die rötliche, von hellen Körn- I RKn durchsetzte Masse aus der grünen Hülle. An- |
Nach einem Einbruch in einer Londoner Villa wurde lediglich ein Badeanzug vermißt. Trotzdem mußten natürlich alle an der französischen Küste landenden Kanalschwimmer einem eingehenden 23er- hor unterzogen werden!
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...Ein Wissenschaftler erklärte kürzlich, Tinte könne zu zahlreichen guten Zwecken verwandt wer- den. Das sollte man doch mal unseren Romanschriftstellern mitteilen.
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Die Fußabdrücke werden von der Polizei in Ceylon jetzt zur Identifizierung von Verbrechern verwandt. Vorsichtige Spitzbuben gehen in Ceylon seitdem nur noch auf Stelzen.
In Amerika ist ein Instrument erfunden worden, das zuvor nie gehörte Laute hervordrinqt. Ich finde daran nichts Besonderes. Die sollten mal den Laut- sprechet meines Nachbarn hören!
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^Assessor Wightman teilt der wissenschaftlichen ®elt mit, er habe das Zwischenglied zwischen der Pflanzen- und der Tierwelt nunmehr enbgültiq ae- funöen. Er hat sich vermutlich in einem Restaurant Hackbraten bestellt.
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mS TT Fuell an der Südküste Frankreichs schossen beide Teilnehmer in die See. Es wird behauptet, feiner von ihnen habe daneben getroffen.
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Ein ausländischer Filmstar ist nach London qe- sich «^weigert, ein Interview zu geben. Wie schrecklich: Nun werden wir nie erfahren, bafe ie London entzückend findet, daß sie von der englischen Polizei begeistert ist und daß sie vielleicht einmal hier einen Film drehen will.
Zeitschriften.
heri^schan^ •. der ^^Techn*11,
WSK
In Cornwall hat eine Henne ein Ei gelegt, das "ach der einen Richtung acht Zoll im Umfang hat und nach der anderen sechs Zoll. Sonst pflegen Hennen anständiger zu sein, d. h. sonst legen sie gewöhnlich Eier, die in einen normalen Eierbecher paffen.
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Eine Zeitung berichtet von einem winkenden Fisch. Der tfifd) muß wohl diese beklagenswerte Gewöhn- heit angenommen haben, während er diesen Sommer an den Badestränden unserer Seebäder vorbei- schwamm.
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Ein Räuber, der einem Bankier fünftausend Dollars abgenommen hatte, gab ihm fünfzig für feine Reiseunkosten zurück. Das zeigt deutlich den Unterschied zwischen einem Räuber und unserer Pensionswirtin im Winterkurort.
Die Tschechen-Front.
Don unserem Ehr.-Äerichtersiatter.
Prag, im September 1933.
„Die, Tschechoslowakei hat einen einzigen wirtschaftlichen Ausdehnungsdrang: Die Donau!" Schon in den Tagen des Zusammenbruches der Habsburger Monarchie schienen die Tschechen nur den einen Wunsch zu haben: Möglichst viel Donau! Auch mitreden können, auch Donau st aat sein, das war die Parole. Prag, das goldene Prag, sollte dem alten Wien den Rang ablaufen. Und dieser Plan verlor in der Folgezeit auch nur dann an Gefährlichkeit, wenn die amtliche österreichische Politik einen wirklich deutschen Kurs steuerte. Die gegenwärtige Lage in Oesterreich besagt also genug.
Man kennt in Prag den Trumpf, den man durch die Anliegerschaft der Tschechoslowakei an der Danau in der Hand hat. Gerade weil die Tschechoslowakei wirtschaftlich nicht unbedingt auf den Donauweg, auf eine Orientierung zur Donau hin, angewiesen ist, gerade weil über die Moldau und die durch das Friedensdiktat internationalisierte Elbe der tschechische Jndustrieexport am bequemsten und auch um billigsten über Hamburg geleitet werden kann, ist die Stellung der Tscheche! an der Donau so besonders wichtig. Dieser Strom kann nur für p o - litische Zwecke ausgewertet werden. Und Frankreich erhält durch den allezeit ergebenen Herrn Benesch einen entscheidend wichtigen Stützpunkt an einem der bedeutendsten Ströme Europas. In Rumänien und auch in Südslawien mag die Stimmung für Frankreich schwanken, die Stimmung der Massen in diesen Ländern mag kein Fels fein, auf dem Frankreich bauen kann. Die Tschechoslowakei ist stets willfähriges Werkzeug. Paris und Prag, beide haben dasselbe Ziel: Verhinderung einer engen Zusammenarbeit zwischen Oesterreich und Deutschland.
Dagegen sieht man nur eine Möglichkeit: Oesterreich durch eine planmäßige, von Deutschland deutlich abgesetzte Donaupolitik ein und für allemal vom Reiche zu trennen und wieder in einen mchtdeutschen Jnteresienkreis, nämlich den der alten Donaumonarchie, einzubeziehen. Daher der Tar- d i e u - P l a n , der Deutschland ausschließt, daher das Liebeswerben der Tscheche! um Italien, darum die hundertprozentige Unterstützung des Dollfuß- Regimes und darum nicht zuletzt eine alles bisher Dagewesene Überbietende 2 eutschenhetze und fangs schmecken frische Feigen verwunderlich, ganz anders als die getrockneten. Aber bald schmeckt man sich ein, bald lernt man es, die saftige Frucht mit zwei Bissen herauszuholen. Und so pflückt man nad) dem Mittagessen seinen Nachtisch einfach von den Zweigen.
Und dann die Kastanien! Auf allen Wegen liegen diese kleinen, stacheligen, gelben Igel umher, teils schon geplatzt, so daß die dunkelbraunen Kastanien blank poliert aus dem dicken Pelz heroorschauen. Man braucht sich nur zu Wen, sie aufzulesen — bald hat man die Taschen voll und trägt eine Mahlzeit nach Hause. Hier gibt die Natur sie nicht in winzigen Tüten für zwanzig Pfennig, sondern sie stopft dir auch die Mütze voll, und schenkt dir alles umsonst.
Vor den Häusern blühen noch Astern und Dahlien: rot, gelb, blau, violett, weiß und lachsrosa. In den dunklen Bögen der Loggien hängen aufgereiht die gelbkörnigen Maiskolben und reifen in der Sonne. Bis zu den Knöcheln versinkt man im raschelnden braunen Blättermeer. Gebückte Weiberchen rechen das dürre Laub zusammen und schleppen es, hochgetürmt, in spitzen Tragkörben heimwärts. Ziegen meckern. Ein alter zottiger Bock schaut mit bernsteingelben weltentrückten Augen über die Mauer: Pan im Herbst. Eine Eidechse hängt gekrümmt, regungslos wie aus Bronze, an der warmen Steinplatte in der Sonne.
Die Singvögel sind verstummt. Dann und wann knallt es. Der Tessiner geht auf die Jagd. Was gibt es noch für Geräusche? Das Schnattern der gemästeten Gänse, Hühnergegacker, das Glockengeklimper der weidenden Kühe. Und plötzlich, wild und aufgeregt, das kollernde Gegackel des Truthahns. Tief im Tal rattert die kleine Ponte-Tresa- Bahn und verschwindet pfeifend im Tunnel. Hell und fröhlich wie ein Posthorn tutet der Autobus in das leuchtende Land.
Der moosgrüne Gipfel des Boglia ist jetzt braungebrannt. Hingelagert im Faltenwurf der Hänge und Schluchten stehen die Berge im Sonnendunst. 3m Nachmittagslicht hat das Gebirge Furchen bekommen, immer tiefer graben sich die dunkelvioletten Schatten in die rosig schimmernden Felsen. Herbstfeuer schwelen, beißende Rauchschwaden ziehen über Öen abgeernteten Maisacker.
Die Sonne neigt sich. Kaum ist sie hinter dem Hügel von Biogno untergetaucht, weht es eisig vom Gebirge. Schnell wie es Tag wurde, wird es Nacht, lieber Dem Generoso zieht schon der schmale Mond mit seinem weißen, rundgewölbten Segel auf. Die
"eihe des Salvatore steigt flimmernd in den nächtlichen Himmel.
Jetzt ist es Zeit, die Fensterläden zu schließen, das Feuer im Kamin zu entzünden, die Kastanien
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