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Nachdruck verboten!
12. Fortsetzung.
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Ihre Verlobung geben bekannt
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Erntedanktag
05691
Ihre Vermählung geben bekannt
Gießen, den 2S. September 1933.
Bürgermeisterei Gießen
05616
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(Messe) in Giefeen
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An die Bevölkerung der Stadt Gießen!
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Pauline Knapp Fritz Müller
ihre Häuser zu beflaggen, um damit der inneren Verbundenheit von Volk und Staat, Stadt und Land, feierlich Ausdruck zu verleihen.
von Sonntag, den 1. Oktober, bis einschließlich Sonntag, den 8. Oktober 1933. — Zum Schau- u. Verkaufsmarkt (Messe) auf Oswaldsgarten sind u.a. folgende Geschäfte eingetroffeni
Auto-Selbstfahrer, Karussells verschiedener Art, Teufelsrad, Panorama, Sportschau, Alpenhaus, Waffelbäckerei sowie Verkaufs-Stände aller Art
Marktzeit: Werktags 14—22 Uhr, Sonntags 14—22% Uhr. Für Verkaufsbuden gelten die Bestimmungen über die Geschäftszeit der offenen Ladengeschäfte; an den beiden Messe- Sonntagen ist die Verkaufszeit Von 14—19 Uhr festgesetzt.
Stadt-Kaffee |
Ab 1. Oktober täglich
Konzert» und
Wir rufen hiermit die Einwohner der Stadt Gießen auf, am 1. Oktober, dem
Dr. med. Ernst Domm
Mariechen Domm, geb. Berg
Erich Schmidt, Dentist
05690
eine Begleitung hinein, die wie Gitarrengezupf war, und der lauschende Mann dachte: Sind denn alle die Lieder eigens für mich gemacht?
Festhalten das Glück! Marlene Werner war das Glück für ihn. Er fühlte das mit Stärke. Die Tote, Lila von Born, hatte er sehr gern gehabt, und wenn das Schicksal nicht so rauh eingegriffen, hätte er sich eines Tages wahrscheinlich in sie verliebt; aber auf den ersten Blick, über alle Maßen, wie Marlene, hatte weder sie noch sonst eine Frau ihm je gefallen. Einen Tag befand sie sich erst im Hause und er war innerlich schon ein anderer Mensch geworden, ein Mensch, der wieder Energie spürte und so etwas wie Lebensfreude.
Er wäre am liebsten jetzt zu ihr gegangen, hinüber zu seiner Mutter, und hätte sie etwas gefragt,
Ein kleiner Kobold ist das Glück, Schleicht heimlich in dein Haus. D halt' ihn fest, o halt' ihn zurück, Sonst schleicht er bald hinaus. Sucht Menschen, die ihn besser sehn, Ihn packen fest und gewandt. Laß doch das Glück nicht von dir gehn. Du hast's ja in der Hand.
Marlene sang das in etwas neckischer Weise
Meine Praxis befindet sich ab 1. Oktober
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> tigte, schnell zu bannen, griff Marlene in die Tasten, zauberte eine Kette von schönen Tönen daraus hervor. Die unheimliche Stimmung wich. Nun setzte ihr Gesang ein. Sie sang mit halber Stimme. Sie wollte Achim von Malten nicht stören, gedämpfte Musik wirkt auch beruhigender als laute. Kleine, fast verschollene Lieder sang sie, Volkslieder, die einem immer seltener begegnen.
Nebenan saß Achim von Malten dicht an der Tur und hörte zu. Er war vorhin bei seiner Mutter gewesen und hatte sie erst verlassen, nachdem Auguste Helm gegangen war, um Marlene zu holen. Er hatte die weiße Reiterin nicht gesehen; aber die schrillen Pfiffe gellten in seinen Ohren noch jetzt nach wie heller Spott. Er glaubte nicht an den Spuk; doch die bösen Ereignisse, die mehrmals dem Erscheinen der weißen Reiterin gefolgt waren, schienen ihm eine unangenehme Zukunftsaussicht.
Er lauschte dem halblauten Singen, und immer froher, immer sicherer fühlte er sich. Wenn Marlene Werner das Lied auch nicht sang, so dachte er doch daran: . . .
Du bist wie ein Wunder, das zu mir kommt!
Ihm fiel die weiße Reiterin wieder ein. Er hatte sie nicht gesehen; aber heute hatte sie seine Mutter erschreckt. Irgendwie mußte damit aufgeräumt wer- den. Jemand wagte, Unfug zu verüben aus seinem Gebiet. Er wollte morgen früh mit Roberta Olbers reden. Sie schoß ja famos, und seine Fertigkeit würde sich nach'ein paar Schießübungen auch wieder einstellen. Wenn sich die weiße Reiterin noch einmal zeigte, würde er sie anrufen und ihr Halt gebieten. Folgte sie der Aufforderung nicht, mußte er schießen.
Eben sang Marlene Werner:
Gv. GiadimrMon
•Löberstr.l4.,l.Okt.,8V-Uhr,Vortrag: „Saat und Ernte“. 05399
Gießener Konzertverein KONZERT IE
Winter 1933/34
1. 5.November 1933, Aula:
Prof. Dr.h. c. Gustav Havemann (Violine)
2. 23. November 1933, Stadtkirche: Prof. Günther Ramin (Orgel)
3. 7. Dezember 1933. Stadtkirche: Chorkonzert
J. S. Bach Weihnachtsoratorium
4. 7. Januar 1934, Aula:
Das Wendlingquartett
5. 25. Januar 1934, Stadttheater:
1. Orchesterkonzert
6. 4. Febr. 1934. Aula: Reger-Abend Prof. Fritz Stein, Ludwig Kaiser (Klavier)
7. 27. Februar 1934, Theater:
2. Orchesterkonzert
8. 11. März 1934, Aula:
Prof. Wilh. Backhaus (Klavier) Wir laden zum Abonnement auf aUe 8 Konzerte ein 60a8D
Preise: 1. Platz Mk. 18.—
2. Platz Mk. 12.— Die Ausgabe der Abonnements er- folgt auf Wunsch in Raten. Der Mitghedsbeitrag (Mk. 6.—) wird in Abzug gebracht. Anmeld, und jede gewünschte Auskunft i. der Musik.- Hanolg. E. Challier, Neuenweg 10.
Am Sonntag, dem 1.Oktober 1933
Erntedankfest
auf der Waldeslufi
Die beste Grotzlautsprecherübertra- gung und sonstige Ueberraschungen
Abends: Deutsche Tänze
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Herbstmarkt
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Achtung! Bin wieder mit großem Lager in Apoldaer Strick- und Wirkwaren eingetroffen. Damen-Westen, Herren -Westen, Damen- Pullover, Boleros für Damen, Rollkragen für Damen und Kinder, Herren-Pullover, Kinder-Pullover, Golfjacken, 05664
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Stand nur auf dem Oswaldsgarten (Ecke)
Stimmungsskapelle Seide!
mit Sänger WlßnCF und dem beliebt. Fanfarenbläser Ali Didc |
Lichtspielhaus Gießen
Nur noch heute und Sonntag der lustige Ufa-Film vom Rhein eoeoC
Lachende Erben
Hauptr.: Heinz Rühmann — Lien Deyers
Im Beiprogramm:
Reichsparteitag in Nürnberg!
Fezt-Premiere SOS Eisberg
ZurGiefeener Herbftmeffe
Mache meine verehrte Kundschaft von Gießen und Umgegend darauf aufmerksam, daß ich wieder mit einem großen Lager
Baroiei Klöppelfpitzen, Stickereien
eingetroffen bin
Beste Qualitäten! Niedrigste Preise!
Martin Brackeisberg
Stand nur auf dem Oswaldsgarten! 05993
O doch! Besser als alle Männer, die ihr bisher im Leben begegnet. Sie strich sich über die Stirn. Was für Gedanken waren das! Wie durfte sie sich darin verlieren! Ein bißchen Freundlichkeit des Schloßherrn besagte gar nichts, und eine so blendende Erscheinung war sie nicht, daß sie ein Männerherz auf den ersten Blick gewann.
Nur keine Eitelkeit! Nur keine Einbildung!
Ihr Spiel, ihr Gesang waren ihm sympathisch und besonders seiner Mutter. Dafür war er vielleicht ein bißchen freundlicher gegen sie als gegen Olga. Wenn es sich nicht überhaupt völlig um einen Irrtum handelte.
Lächerlich war es, sich den Kopf mit einer Hoffnung zu belasten, die sich nie erfüllen würde. Erst seit gestern gegen Abend befand sie sich im Schloß, und schon ging ihr die Phantasie durch. Auch die Olgas schlug Purzelbäume. Ein Schwamm, oollge- sogen mit kaltem Wasser und über dem Halswirbel ausgedrückt, würde die Phantasie schon in die Flucht schlagen.
Sie hielt sich die Schläfen, hinter denen es plötzlich zu arbeiten anfing wie kleine Räderwerke.
Sie dachte an Achim von Malten, und ein nie gekanntes Gefühl erfüllte sie. Es war, als zwänge sie jemand auf die Knie nieder. Sie konnte sich einfach nicht wehren. Da sank sie vor einem Stuhl hin, und ihre Hände legten sich wie im Gebet auf das Polster.
Sie war sich sofort darüber klar, sie mußte nun bald von hier fort. Sie durfte nicht hierbleiben mit dieser jäh erwachten Liebe für einen Mann im Herzen, der sich seine Frau bestimmt aus ganz anderen Gesellschaftskreisen holte als aus den ihren.
Es klopfte schon wieder, und ehe Marlene noch aufspringen und „Herein!" rufen konnte, hörte sie Auguste Helms Stimme: „Sind Sie noch auf, Fräulein Werner?"
Ein etwas erstauntes „Ja!" war die Antwort.
„Sind Sie noch angezogen?" lautete die zweite Frage.
Wieder erklang ein etwas erstauntes „Ja!".
„Dann ist's ja gut!" Auguste trat mit der ihr eigenen Wichtigkeit und Würde ein. „Die Gnädige verlangt nach Ihnen. Die weiße Reiterin hat sie sehr aufgeregt. Natürlich hat sie die Pfiffe gehört und die weiße Reiterin gesehen. Asthma und Aufregung vertragen sich nicht. Das ist, als ob man Petroleum in stumpfe Glut gießt; gleich brennt's lichterloh. Die Gnädige möchte also noch ein paar Lieder von Ihnen hören. Sie ist ganz verliebt in Ihre Musik. Es ist allerdings fast zwölf Uhr; aber darauf kommt es ja nicht an."
Der Naturforscher Natur und Technik Bebilderte Monatsschrift für das gesamte Gebiet der Naturwissenschaften und ihre Anwendung in Naturschutz, Unterricht, Wirtschaft und Technik.
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Frau von Malten saß im Lehnstuhl ihres Wohnzimmers, und es duftete ganz eigen im Zimmer. Leichte graue Nebel schienen über allen Gegenständen zu liegen.
Die alte Dame erklärte: „Ick habe Räucherpulver einatmen müssen, danach wird mir immer besser, und die Atemnot läßt nach." Sie machte eine bedauernde Bewegung. „Es tut mir sehr leid, daß ich Sie noch so spät habe stören lassen; aber ich habe die Vorstellung, wenn Sie mir ein paar liebe, weiche Lieder singen, kann ich heute nacht Ruhe finden." Sie zog den flauschigen Morgenrock fester über die Brust zusammen, als friere sie, und fragte leise: „Was meinen Sie zu der weißen Reiterin? Ich bin nicht abergläubisch; aber was man mit eigenen Augen sieht, kann einen doch wohl zu anderer Meinung bringen. Vor einem Jahre zum Beispiel ließ sie sich auch sehen. Gleich hinterher, noch in derselben Nacht, brannten zwei unserer großen Scheunen bis auf den Grund nieder. Brandstiftung! Nervös macht so etwas. So töricht es ist. Ich muß jetzt immerzu denken: Was wird diesem Erscheinen der weißen Reiterin folgen?"
„Oh, gnädige Frau, das sollten Sie nicht denken. Der Brand der Scheuen war Zufall."
Die Stimme der Schloßfrau wurde ganz leise: „Vor zwei Jahren, kurz vor dem schrecklichen Mord, soll sie sich auch haben blicken lassen. Roberta Olbers hat mir später gelegentlich erzählt, sie wäre spät vom Dorfe mit dem Jagdwagen nach hier unterwegs gewesen, und da hätte sie die weiße Reiterin dicht an sich vorbeisausen sehen. Sie wäre wie rasend gefahren, um sie einzuholen; aber es wäre gewesen, als ob das Vferd gar nicht den Boden berührte mit seinen Hufen, als ob es dicht über der Erde hinflöge."
Marlene schüttelte den Kopf.
„Fräulein Olbers macht eigentlich gar nicht den Eindruck eines Menschen, der sich vor Gespenstern fürchtet, als ob sie daran glaube. Ich habe den Spuk von Mallstein gesehen, zusammen mit der Barönesse und Frau Helm, und weiß nicht recht, was ich dazu sagen soll; aber so unheimlich die Sache im Augenblick auch war, jetzt glaube ich, trotzdem ich den Spuk sah, doch nicht daran. Irgendeine Erklärung muß sich dafür finden."
Sie schob mit Auguste, die im Zimmer geblieben," den Armstuhl an die Tür zum Musikzimmer und nahm dann vor dem Flügel Platz. Ein Blick glitt noch hinüber zu dem großen Bild der weißen Reiterin, und sie schauerte fröstelnd zusammen bei der Erinnerung an das spukhafte Erlebnis vor vorhin. Ihr war, als blickten sie die kalten, befehlenden Augen der einstigen Herrin von Maltstein höhnisch an, als spotte ihr hochmütig herber Mund: Was weißt denn du, was es alles zwischen Leben und Tod gibt, und wie viele Rätsel noch weit hinter dem Tod für euch Menschen liegen!
Um das unheimliche Gefühl, das sich ihrer bemäch-
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Ä m U und das Dunne F'k bigermeife, wenn es Tannennadeln. Der < nicht so poesielos, wi DraDt unb gi?i9run 9 aebaute. . ,
Jn der heißen re. ter ist, regnet es a meist, und wenn in Leu kann das Thermometer unter Null sinken. Alle Gonnenauigang wieder gen des Juli aus der x tersuhren, leuchteten ö gebirge im weihen c 9 Grad Mich vom Ai nischen Hochland, war e unter Drei WollDecken n nigen lagen, noch 2! Windhuk, freilich ein h gar einige Schneeflocken
Die SüDtominente r s e r. Die einzige Ausna Südamerika. In Südchil zehn Monate im Jahr, Chile herrscht die mässe hier in Siidwesl. Dan < Kilometer landeinwärts Wüste. Längs der Käs aus dem Südpolarmeer ihm kühlt sich die vom Lust ab. Das Land aber Meer, lieber bem Tleer brauen Ijäuiig Diebel, abe bas warme ßanb lammt, M M mehr Feuchtigkeit als Ngen Mder^uWager dem Meer, vn der Narm wie nie; sonst wären aut ter südlich in Der Wüst schon lange sämtlich ins Den. Genau so steht es Nordchile, wo auch der Dillerenabsall entlangftn
Auch die Menschh kugel trug ursprünglich G-prage. Südafrika wo M Hottentotten haben, ganz anders al Negerstämme oeit,
Dillenburg .
i-----_. den 30. September 1933
Lang-Gons
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ein Leb vom Glück
Vornan von Anny von panhuys.
was man ein Mädchen, das man erst seit einem Tage kennt, wirklich kaum fragen kann. Nein, das durfte er nicht tun; aber trotzdem er es einsah, riß ihn eine Macht, gegen die es kein Wehren gab, vom Stuhle und drängte ihn zur Tür.
Er stand am Fuße der Treppe, als Marlene aus dem Zimmer seiner Mutter kam. Sie wollte mit höflichem Gutenachtgruß an ihm vorbei; doch er hielt sie durch eine kleine Handbewegung auf.
„Es tut mir leid, Fräulein Werner, daß Sie gleich heute abend unseren Hausspuk kennenlernen mußten. Meine Mutter kann Aufregung nicht ver- tragen; der Unfug hat ihr stark zugesetzt."
Sie sah ihn groß an.
„Wenn Sie den Spuk von Maltstein Unfug nennen, sollten Sie ihm ein Ende machen!" gab sie zurück.
Er hob die Schultern.
„Der Spuk zeigt fid) selten. Wenn man die schrillen Pfiffe hört, ist er auch schon da und vorüber. Man kann doch nicht monatelang auf der Lauer liegen."
Sie nickte: „Nein, das kann man natürlich nicht. Gute Nacht, Herr von Malten."
Er hielt sie wieder zurück.
„Hat sich meine Mutter beruhigt? Die Aermste hat schwache Nerven. Unser Unglück hat ihr alle Stärke fortgenommen."
Ihr Blick lag fest auf seinem Gesicht.
„Wenn Sie das Unglück stärker getragen hätten, wäre sicher auch Ihre Mutter besser damit fertig geworden."
In seinen Augen leuchtete es auf.
„Das habe ich feit heute ebenfalls erkannt." Er langte nach ihrer Hand. „Dank, Fräulein ferner, heißen Dank!"
Seine Lippen lagen plötzlich mit starkem Druck auf ihrem Handrücken. Dann wandte er sich schnell ab, verschwand in seinem Zimmer, ohne sich umzusehen.
Mit seltsam schweren Füßen stieg Marlene die Treppe hinauf.
Beinah wäre sie mit der Inspektorin zusammengestoßen, die oben an der Treppe stand und plötzlich schnell in eine Mauernische zurückglitt, die im Halbdunkel lag. Ohne Roberta Olbers zu bemerken, ging Marlene in ihr Zimmer. Nachdem sie den Riegel vorgeschoben, gab sie sich ganz ihrem tiefen Empfinden hin. Sie küßte den Handrücken ihrer Rechten, auf dem vorhin Achim von Maltens Lippen geruht, und kostete das Glücksgefühl aus, das sie fo stark und gewaltig erfüllte, daß sie erschüttert davon war. Tränen drängten sich in ihre Augen, und sie dachte nichts mehr klar und bewußt, spürte nur immer wieder, wie die Männerlippen auf ihrer Hand gelegen, und wußte, es gab wirklich eine Liebe auf den ersten Blick.
(Fortsetzung folgt.)
Heuchelheim Ehringshausen
bei Gießen Kreis Wetzlar
Oktober 1933
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