Aus Öer Pwvinzialhauptffaöt.
Oes deutschen Volkes Erntedank.
Von Superintendent Lic. Borrmann.
Erntedankfest — wahrlich: wenn durch dieses Wort schon immer ein Strom von Freude floh, heute hören wir ihn besonders stark rauschen. Ist es doch in den meisten Gegenden unseres Vaterlandes eine sehr gute Ernte gewesen, die der Landmann ein» brachte. Wir werden nicht zu darben brauchen in diesem Winter Wir werden auskommen und hoffentlich noch über haben. Da steigt der Dank zu dem Geber dieser guten Gabe aus dem Herzen auf die Lippe: Du gabst uns Brot, wir danken dir, Herre Gottl
Ja, wir beugen uns vor dem uralten Wunder des Lebens, das durch Gottes Güte sich uns jedes Jahr neu offenbart. Daß die Samenkörner die Erde durchbrechen, daß die Halme wachsen und reifen, das ist ewiges Naturgesetz und doch in jedem Jahre ein neues Wunder vor unseren Augen und stellt uns darum jedes Jahr aufs neue Gottes Schöpfer- güte vor die Seele. •
Aber zugleich mit der Erkenntnis von Gottes Allmacht ergreift an jedem Erntedankfest das Gefühl unserer menschlichen Ohnmacht von uns Besitz. „Wir pflügen und wir streuen den Samen auf das Land, doch Wachstum und Gedeihen steht nicht in unserer Hand." Gerade der Landmann spurt in jedem Jahr aufs neue seine ganze Abhängigkeit von Gottes Segen. Denn nicht der Mensch laßt zur rechten Zeit die Sonne scheinen und zur rechten Zeit Regen kommen auf den durstigen Acker. Nicht der Mensch ist letzte Instanz, sondern Gott. An seinem Segen ist alles gelegen. So führt gerade Die Naturverbundenheit den Menschen, der nicht ganz auf- und untergeht in der Oberflächlichkeit des Alltags, zur Gottverbundenheit.
Aber das deutsche Volk hat an diesem Erntedankfest für mehr zu danken als nur für die gute Ernte. Die Saat treuen, unermüdlichen und unerbittlichen Kämpfens um Deutschlands Erhebung reifte zur Ernte. Wofür der treue Ekkart unseres Volkes, dessen 86. Geburtstag wir morgen feiern werden, unser Reichspräsident, in seinem langen und gesegneten Leben so erfolgreich kämpfte, das nahm oer Führer des neuen Deutschland, unser Volkskanzler, auf und führte es zum siegreichen Ziel: Wir sind wieder e i n Volk, e i n deutsches Volk, das den alten deutschen Tugenden der Treue, der Sitte, des Glaubens und der Pflicht nachleben will; wir sind geworden und wollen es immer mehr noch werden: eine Schicksalsgemeinschaft, auf Gedeih und Verderb miteinander verbunden. Wir wollen sein ein einzig Volk von Brüdern, in keiner Not uns trennen und Gefahr.
Darum vereinigen sich heute am Erntedankfest, dem Tag des deutschen Bauern, Stadt und Land, Nährstand und Wehrstand, symbolisch zu eindrucksvoller Feier der Einigkeit, die dann im Alltag sich bewähren wird. Das ist vom Herrn geschehen und ist ein Wunder vor unseren Augen. Volksoer- b u n d e n h e i t, die wir erlebten und erleben, führt darum immer wieder letzten Endes zur Gottoer- bundenheit.
Damit ist schon der dritte Dank angedeutet, den das deutsche Volk abstatten muß. In weiten Kreisen ist religiöses Fragen und Suchen wieder aufgewacht, wo sonst alles Fragen nach ewigen Werten erstickt zu sein schien im oben Materialismus. Das Volk fragt wieder nach der Kirche und nach dem, was Die Kirche zu bringen hat, nach dem alten und jetzt wieder so zeitgemäßen Evangelium von Gottes Gnade. Und die Kirche, einem Hunderttorigen Theben gleich, tut alle ihre Tore weit auf für ihr Kirchenvolk und geht wirklichkeitsnah und diese Zeit wie den neuen Staat bejahend hinein ins deutsche Volk mit der Lebensbotschaft von Gottes ewiger Vaterliebe. Für diese Erntegabe neuer Gottverbundenheit Gott zu danken, das ist ein köstliches Ding. Darum danket dem Herrn, denn er ist freundlich, und feine Güte währet ewiglich.
Aller Dank muß letzten Endes zur T a t werden. Was ein schönes ^Lied fordert: ,,... daß wir die Liebe, von der wir leben, liebend an andere weitergeben", das soll Wahrheit werden auch bei des deutschen Volkes Erntedank. Wenn wir darum zu danken haben für eine gute Ernte, so wollen wir diesen Dank zur Tat werden lassen durch beji tatkräftigen Kampf gegen Hunger unb Kälte. Hier Dankopfer bringen, bas ist deutsche und christliche Ehrenpflicht zugleich. Und wenn wir danken dürfen für Deutschlands nationale Erhebung, so soll dies unser Dank mit der Tat sein, daß wir von nun an noch treuer, noch fester, noch zuversichtttcher uns einreihen in die deutsche Volksgemeinschaft und im Alltag weiterkämpfen, jeder an seinem Platz, für eine immer feftere Volksverbundenheit. Endlich: Wenn wir danken können für Gottes Wort, das Frucht brachte in unserem Herzen, so daß wir fester wurden im Glauben und gewisser darum auch auf unserem Lebensweg, so wollen wir dadurch unseren Erntedank abstatten, daß wir uns geloben, auch in den schwersten Tagen von Gott nicht zu lassen und durch unser Leben seine Liebe anderen zu verkündigen. Es ist das Lutherjahr, in dem wir stehen. Und wir geloben als Erntedank gegen Gott, eins der köstlichsten Lutherworte durch unser Leben in Zukunft wahrzumachen: Jetzt muß einer dem andern ein Christus werden!
Dank der NSOAp. an die städtischen Beamten.
Die Kreisleitung Gießen der NSDAP, hat an die Bürgermeisterei Gießen folgendes Schreiben gerichtet:
Den Beamten der Stadt Gießen spreche ich meinen Dank aus für das große Interesse, das sieanderErhaltungdesTheaters dadurch gezeigt haben, daß sie fast durchweg ein A b o n n e- ment genommen haben. Ich hoffe, daß sie damit ein Ansporn und ein nachahmenswertes Beispiel für die übrigen Beamten meines Kreises geworden sind.
Heil Hitler!
Dr. Harth, Kreisleiter.
Kindergarten auf der Braunen Messe.
Auf dem Ausstellungsgelände der Lie- bigshöhe befindet sich auch ein Kindergarten. Kinder der Ausstellungsbesucher finden dort täg- lich von 14 bis 19 Uhr Beaufsichtigung und Be- schästigung (außer Sonntag, 1. Oktober).
NS.-Frauenschast Gießen-Süd.
Die Mitglieder werden gebeten, am Erntedankfesttag die Kranken unb Alten in ihrer Nachbarschaft zu besuchen und ihnen durch Mittagessen, Blumen oder sonstige Gaben eine Freude zu bereiten. Ferner wird gebeten, auch die Pfleglinge in den Krankenhäusern nicht zu vergessen.
AS.-Volkswohlfahrt des Kreises Gießen
stehen.
Ausführung der Arbeiten wurden er- nur Gießener Handwerker in An-
reulicherweise
geschrieben:
Gießens zu
Vom Konzertverein wird uns
Heil Hitler!
K l ö ß, Kreiswalter der NSV.
Oer neue Direktor der Chirurgischen Klinik.
Spenden für die NS.-Volkswohlfahrt werden eingezahlt auf Konto Nr. 4513 NS.-Volkswohlfahrt des Kreises Gießen bei der Bezirkssparkasse Gießen.
Der ordentliche Professor an der Universität Frank- urt a.M. Dr. Albert Wilhelm Fischer hat den Ruf an die Universität Gießen als Nachfolger des verstorbenen Geh. Medizinalrats Professor Dr. Pop- pert und Leiters der Chirurgischen Klinik angenommen. — Unser Bild zeigt Professor Dr. Fischer.
Wechsel in der Leitung des Universitäts-Sekretariats.
Von der Pressestelle der Universität Gießen wird uns mitgeteilt:
Der Herr Reichsstatthalter hat den Bürodirektor an der Landesuniversität Gießen, Wilhelm Erle, auf feth Nachsuchen unter Anerkennung seiner dem Staate geleisteten langjährigen treuen Dienste und in besonderer Würdigung des im nationalen Interesse bekundeten Opfersinnes mit Wirkung vom 1. Oktober 1933 ab in den Ruhestand versetzt.
unserer Stadt aus diesem großzügigen Umbau erhielt, verdient alle Anerkennung.
Die gesamten Umbauarbeiten wurden nach dem Entwurf und unter Leitung des Architekten Baurat S ch u hm ad) er vorbildlich und glücklich ausge- ' ührt. Für die Ausführung der Arbeiten wurden er»
Das Bestreben, die musikalische Kultur erhalten und zu fördern gab Veranlassung, ein besonders sorgsam ausaewähltes Programm für den Winter aufzustellen. Bei großem Entgegenkommen unserer Künstler ist in langer vorbereitender Arbeit alles aufgeboten worden, Die Bedeutung eines solchen Kulturfaktors, wie ihn der 140 Jahre bestehende Konzertoerein darstellt, durch den hohen Stand seiner Darbietungen zu kennzeichnen. Wir wenden uns nun aber auch an alle musikalischen Kreise Gießens und darüber hinaus an alle kulturell inter- efsierten Menschen mit der Bitte um kräftigste Unter- stiitzung und Werbung! Nur wenn alle bereit sind, unsere Konzerte zu besuchen, wenn sich Alle zusarn- menfinden und zu uns stehen, nur dann kann das Fortbestehen des Konzertoereins als gesichert ange- sehen werden. Helfe ein jeder von feiner Seite, kommend und werdend, dann wird das, was in den
An alle Ortsgruppen- und Zellenwalter der NS.-volkswohlsahrt des Kreises Gießen.
Auf Anordnung des Gauwalters der NS.-Volks- Wohlfahrt findet am Sonntag, !. Oktober, die aus Anlaß des Eintopfgerichtes angefetzte Haussammlung nicht statt. Desgleichen hat die für die Stadt Gießen am Montag, 2. Oktober, bestimmte Hausse, rnrnlung ebenfalls zu unterbleiben. Lediglich in den Gastwirtschaften und Hotels wird am Sonntag ge-
ammelt. Für die Stadt Gießen kommt diese Sammlung nicht in Frage, da mit der Leitung der Gastwirtevereinigung hierüber eine besondere Vereinbarung getroffen wurde.
Gleichzeitig wird an die Einsendung einer namentlichen Liste der gebildeten Arbeitsauschüsse für das Winterhilfswerk 1933 bis 1934 erinnert. Jeder Zellenwalter hat für feinen Ort einen Arbeitsausschuß nach den bereits mitge- teilten Richtlinien zu ernennen.
An alle Ortsgruppen und Zellenleiter der TkSDAP. des Kreises Gießen.
Ich erinnere an die Bestätigung der bei der Reichsführung der NS.-Volkswohlfahrt erfolgten Bestellung der vom Reichsministerium für Propa- ganda und Volksaufklärung herausgegebenen Bro- schüren. Letzter Termin 2. Oktober 1933.
Heil Hitler!
Kloß, Kreiswalter der NSV.
Die Ortsgruppenwalter haben ebenfalls zu dem festgesetzten Termin ihren Mitarbeiter st ab (Ortsgruppenwalter-Stelloertreter und Ortsgruppen- tafl'enroalter) namentlich zu melden.
Die Einhaltung der Termine über die geforderten Unterlagen ist unbedingt erforderlich.
Am Sonntag, 8. Oktober, findet in allen Orten des Kreises Gießen ein allgemeiner Sammeltag statt, lieber die Ausgestaltung dieses Tages ergehen noch besondere Richtlinien. Die Amtswalter der NSV. setzen sich sofort mit den Ortsgruppen- und Zellenleitern der Partei, sowie den Führern der SA., SS., HI-, dem JV„ dem BDM., der Frauenschaft in Verbindung, daß nach Möglichkeit an diesem Tage keine Beran- taltung einer dieser. Untergliederungen statt- findet.
Der 8. Oktober soll ganz im Zeichen des Kampfes gegen Hunger und Kalte
Schlußgebet spricht Pfarrer Lenz. Der Choral „Nun danket alle Gott" beschließt den Gottesdienst. Die Choräle werden von der Militärkapelle gespielt. Oie Gießener SA am Erniedanksest-
Sonniag.
Zur morgigen Feier des Erntedankfestes stehen die SA. - Stürme des Standortes Gie - 3 em Sonntagmorgen 8.30 Uhr geschloffen zum Abmarsch auf dem Lanbgraf-Philipp-Platz mit der Spitze an der Senckenbergstraße. Der Abmarsch er- olgt 8.45 Uhr durch folgende Straßen: Sencken- bergstrahe, Moltkestraße, Kaiser-Allee am Schützen- Haus vorbei zum Sportplatz aus dem Trieb. Dort marschieren die SA.-Stürme im Anschluß an die Reichswehr zum Feldgottesdienst auf. Die Fahnenabordnungen nehmen links und rechts des Altars Aufstellung, die Kapelle und der Spielmannszug bleiben bei der SA. Beim Altar wird die Reichswehrkapelle spielen. Um 9.30 Uhr beginnt der Feldgottesdienst. Nach dem Gottesdienst marschiert die SA. zum Landgraf-Philipp-Platz zurück. Morgens vor der Aufstellung wird die S t a n- barte feierlich beim Standartenführer (Marburger Straße) abgeholt und nach der Rückkehr nach dem Landgraf-Philipp-Platz ebenso feierlich wieder zum Standartenführer zurückaebracht.
Nachmittags besuchen die Gießener SA.-Stiirme die politischen Veranstaltungen anläßlich des Erntedankfestes nach folgender Anordnung in den Orten: Annerod 11/116, Klein-Linden und Leihgestern R. 11/116, Wieseck 12/116, Großen-Linden 17/116, Heuchelheim 14/116, Rödgen 18/116, Hausen und Watzenborn: Motörsturm.
Doch ein Sonderzug nach Hameln.
Der Landes-Propagandastelle ist es durch Verhandlungen mit der Reichsbahndirektion nun doch gelungen, einen Sonderzug nach Hameln fahren zu assen. Er fährt am Sonntagfrüh ab F r an ff urt Hbf. 3.00, Hanau 3.45, Fulda 5.21 Uhr. Der Sonderzug fährt nach Tuendem bei Hamelrr und kommt dort 10.44 Uhr an. Rückfahrt ab Tuendem bei Hameln Montag 14.40 Uhr, Frankfurt a. M. an 22.43 Uhr.
Nachtquartiere in Tuendem stehen- zur Verfügung. Der Preis für die Hin- und Rückfahrt ab Frankfurt am Main beträgt 7 Mark (75projentige Preisermäßigung). Diese 75prozentiae Preisermäßigung versteht sich auch von allen Abgangsstationen im Umkreis von 100 Kilometern zu den Zusteigsta- tionen.
Beschützt den Neuling!
Die Zahl der Arbeitslosen fällt, die Zahl der Beschäftigten steigt. Leider nehmen aber auch die Betriebsunfälle zu. Nach jahrelanger Arbeitslosigkeit muß sich der neueingestellte Sirbeiter erst umstellen, mit Den Betriebsräumen und Den Arbeitskameraden vertraut werden und sich mit dem ungewohnten Stoff und Werkzeug einarbeiten. Dadurch wird der Neuling von den möglichen Betriebsgefahren abgelenkt und ihnen stärker ausgesetzt, als der „alte" Arbeiter. Deshalb müssen Be- triebsleiter, Meister und Kollegen jeden Neuling auf die eigenartigen Betriebsgefahren Hinweisen, ihn über Unfallvorschriften und Schutzvorrichtungen belehren. Nach der schweren Zeit der Arbeitslosigkeit trifft ein Unfall den Neuling doppelt hart. Deshalb schützt und schirmt den neuen Kameraden!
Llnierstützt den Konzertverein!
und L u d w i g K a i s e r (Kassel). Als Chorkonzert das Weihnachts-Oratorium von Bach, endlich zwet Orchester-Konzerte. , nr, , , ,
'Näheres über die verbilligten Abonnements bei unserem Rechner, Herrn Ernst Challier, Neuen- weg 10 und in den Anzeigen.
Film -Uraufführung in Gießen.
In einer besonderen Festvorstellung wirb am fom- menben Montag, 2. Oktober , im Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, ein Film in öer juö Deut- scheu Uraufführung gezeigt, der sicherlich von vielen Kinobesuchern mit großer Spannung erwartet wurde. Der Universal — Dr. Fanck — ©ron« land-Expeditionsfilm „SOS Elsberg" führt m die interessantesten Teile Westgrönlands und zeigt inmitten einer fesselnden Handlung die Arktis in ihrer ganzen Schönheit, die vom Photographen mit Meisterschaft in künstlerischen Bildern festgehalten wurde. Die Regle des Filmes führte Dr. Arnold Fanck, der dem Gießener Kinopublikum schon feit Jahren durch seine vorzüglichen Filme „Wunder des Schneeschuhs", „Stürme über dem Montblanc", „Der heilige Berg" usw. gut bekannt ist. In dem neuen Film sind Leni Rief en stahl, Ernst Uöet (der mit phantastischen fliegerischen Leistungen aufwartet), Gustav D i e ß l, Sepp R i st und Walter Ri ml die Träger der Hauptrollen. Der Freund des guten Filmes wird es nicht versäumen,, dieses bedeutende Filmwerk anzusehen.
Umbau des Hotels „Prinz (Sari* vollendet.
Der Seltersweg hat nach der Fertigstellung des Umbaues des Hotels „Prinz Carl" nicht unerheblich gewonnen. Die Front des Hotels hat nach durchgrei- fenber Umänderung, insbesondere des Erdgeschosses, eine der Neuzeit entsprechende Note bekommen; durch Wegfall der Balkone und Anbringung von breiten, lichtbringenden Schiebefenstern wurde der Hotelcharakter bestens gewahrt. Durch die einfache, sachliche und vornehme Ausgestaltung der Fassade mit der ansprechenden Beschriftung, und dem würdigen Eingang, wird die Aufmerksamkeit der Vorübergehenden unwillkürlich auf das Haus gelenkt.
Auch im Innern sind die Hotelräume einfach, gediegen und in ihrer Farbenwirkung geschmackvoll ausgestattet. Der Besitzer, Herr B e u ch e r t, der nunmehr auch Bier vom Faß in seinem Lokal zum Ausschank bringt, dürfte durch diese Erweiterung bei seinen Gästen alle Anerkennung finden. Vorbildlich erscheint die Lösung der Büfetteinrichtung. Die eingebauten großen Verbindungstüren (Harmonika- küre) ermöglichen es, den Erfordernissen entsprechend die Reinlichkeiten zu unterteilen. Die Beleuchtungsfrage wurde sehr gut gelöst; desgleichen die Ent- und Belüftung der Räumlichkeiten. Alle Räume werden durch Zentralheizung erwärmt. Herr Beuch e r t hat bei dem Umbau auch besonderen Wert auf hygienisch einwandfreie Ausgestaltung öer Toilettenräume Wert gelegt.
Neben der Eingangshalle, die durch eine eichene Holzvertäfelung der Wände, und durch die geschickte Lösung der Portierloge auffällt, liegt ein Konferenz- und Gesellschaftszimmer, das in gleichem Charakter wie die Hotelräume ausgestattet lst.
Durch die Neuherrichtung der Hotelräume sind diese nunmehr auf dieselbe zeitgemäße Basis gebracht worden, wie die Hotelzimmer. Der wirtschaftliche Antrieb, den das Handwerk und das Gewerbe
1 pruch genommen.
Frachtermäßigung für landwirtschast» liche Siedlung.
Auf Antrag des Reichsernährungsministers D a r r 6 hat sich die Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft bereit erklärt, für die Beförderung aller Güter, soweit sie unmittelbar als Baustoffe für die Arbeiten zur Schaffung neuer Bauernhöfe (landwirtschaftliche Siedlungsvorhaben) gebraucht werden, eine Frachtermäßigung in Höhe von 20 o. H. zu gewähren, und zwar unabhängig davon, ob diese Arbeiten im Rahmen eines der Arbeits- befchafsungsprogramme der Reichsregierung durchgeführt werden. Die näheren Bestimmungen über die Erlangung dieser Frachtermäßigung werden im Tarif- und Verkehrsanzeiger der Deutschen Reichsbahngesellschaft veröffentlicht.
Gießener Wochenmarktpreise.
* G i e ß e n, 30. Sept. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Landbutter, das Pfund 1,25 bis 1,30 Mark, Kochbutter 1,— bis 1,10 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (inländische) 12, Wirsing (gelb), das Pfund 7 bis 8, (grün) 6 bis 8, Weißkraut 6 bis 8, Rotkraut 8 bis 10, Gelbe Rüben 8 bis 10, Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 12 bis 15, Römifchkohl 8 bis 10, Bohnen (grün) 15 bis 25, (gelb) 25 bis 30, Unterkohlrabi 5 bis 7, Rosen- kohl 25 bis 30 Pf., Feldsalat —,80 bis 1,— Mark, Tomaten 8 bis 10 Pf., Zwiebeln 10, Meerrettich 25 bis 60, Kürbis 6 bis 8, Pilze 25, Kartoffeln 3% Pf., der Zentner 2,50 bis 2,80 Mark, Falläpfel 6 Pf., Pfirsiche 40, Brombeeren 30, Preißelbeeren 28 bis 30, Aepfel 10 bis 18, Birnen 10 bis 15, Zwetfchen 5 bis 7, Honig 40, junge Hähne 70 bis 80, Suppenhühner 60, Gänse 75 bis 80, Tauben, das Stück 40 bis 55, Blumenkohl 10 bis 40, Salat 5 bis 10, Salatgurken 15 bis 20, Einmachgurken 1 bis 2, Endivien 5 bis 15, Oberkohlrabi 5 bis 15, Lauch 3 bis 10, Rettich 10 bis 15, Sellerie 5 bis 20, Radieschen, das Bund 10 Pf.
Bornotizen.
— Tageskalender für Samstag: Volkshalle, ab 11 Uhr, Braune Messe. — Caf6 Leib, 20.15 Uhr, Fahnenweihe der Ortsgruppe Gießen- Süd der NSDAP. — Hotel Prinz Carl, abends, Familienkonzert. — Deutscher Stenografenbund, Bergschenke, Vereinsabend. — Ausstellungsräume der Möbelfabrik Karl Hahn, Löberstr. 17, Möbel- Sonderschau. — Lichtspielhaus Gießen: „Lachende Erben" mit Heinz Rühmann und Lien Deyers.
— Z a*g e s f a l e n ö e r für Sonntag: Stadttheater, 19.30 bis 22 Uhr: „Schwarzwaldmädel".— Volkshalle, 10 bis 20 Uhr, Braune Messe. — Os- waldsgarten, Beginn der Herbstmesse. — Kraftpost- Gesellschaftsfahrt durch das Weiltal, Abfahrt 8 Uhr, Hauptpost. — Ausstellungsräume der Möbelfabrik Hahn, Löberstr. 17, Möbel-Sonderfchau. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Lachende Erben".
— Die Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde, die schon seit Jahren jeweils in den Wintermonaten mit interessanten Vorträgen aufwartet, eröffnet demnächst, und zwar am Donnerstag, 5. Oktober, die Vortragsreihe für das Winterhalbjahr 1933/34. Vorgesehen sind folgende
Bürodirektor Erle trat im Jahre 1898 als Finanzaspirant bei dem Universitätssekretariat ein und wurde am 25. April 1903 als Sekretariatsassistent planmäßig angestellt. Am 17. Juni 1911 erfolgte seine Ernennung zum Universitätssekretär. Die Amtsbezeichnung wurde später in Obersekretär, dann in Inspektor bzw. Oberinspektor umgewandelt. Mit Wirkung vom 3. Dezember 1928 wurde er xum Bürodirektor ernannt. Neben seinem Amt hat sich Bürodirektor Erle im gemeinnützigen Dienst der Oesfentlichkeit mit ganz besonderer Hingabe der deutschen Turnerei gewidmet. Von 1911 bis zum Herbst 1932 stand er als erster Sprecher an der Spitze des Turnvereins von 1846 Gießen, ferner ist er Vorstandsmitglied in einigen anderen Vereinen. In dankbarer Anerkennung seiner großen Verdienste um das deutsche Turnen wurde er zum Ehrenmitglied des Turnvereins von 1846 und bei [einem Scheiden von der Führung des Vereins zu Dessen Ehrenvorsitzenden ernannt. Ferner ist er Inhaber des Ehrenbriefes des Mittelrheinkreises der DT. und des Ehrenbriefes der Deutschen Turnerschaft. Sowohl in den Kreisen der Universität, wie auch in der Gießener Bürgerschaft und besonders bet den Turnern in Stadt und Land erfreut sich Herr Erle großer Wertschätzung und allgemeiner Beliebtheit.
Fahnen heraus!
Es sei noch einmal Daran erinnert, daß die Stadtverwaltung und die Veranstalter der „Braunen Messe" die Bürgerschaft bitten, während der „B r a u n e n M es s e" die Straßen der Stadt durch Beflaggen der Häuser festlich zu schmücken. Die Stadt hat in ihrem Bereich, insbesondere auch vom Bahnhof her, die Flaggen bereits hissen lassen. Hoffentlich wird der Aufforderung zum Flaggen allenthalben entsprochen.
Oer Crntedank Festgottesdienst.
Am morgigen Erntedankfesttag wird ein Erntedankfestgottesdienst auf dem Trieb an der Volkshalle stattfinden. Beginn 9.30 Uhr. An dem Gottes- dienst nehmen unsere Garnison, die Gießener SA. und die uniformierten Amtswalter der hiesigen Ortsgruppen der NSDAP, teil. Der Gottesdienst wird mit dem Choral „Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre" eingeleitet. Hierauf folgt die Predigt von Pfarrer Lenz. Nach dem Choral „Lobe den Herrn" folgt die Predigt von Pfarrer Dr. H e m m e s, an- chließend der Choral „Wir treten zum Beten". Das
beiden letzten Jahren so schwer gefährdet worden ist, zu neuer Blüte sich erheben können! Der Besuch unserer Konzerte wird um so eher möglich sein, als alle Preise, sowohl für das Abonnement, als auch für den Einzelbesuch der Konzerte, auf ein möglich st niedriges Maß zurückge- ührt worden sind, so daß auch bei wirtschaftlich chwierigen Verhältnissen der Konzertbesuch er- chwinglich sein Dürfte.
Vorgesehen sind folgende Solistenkonzerte: V!o- linabenb mit Professor Havemann, Klavierabend mit Professor WikhelmBackhaus, Orgelahend mit Professor Günther Ramin, Kammermusikabend mit dem Wendling-Quartett, ein Reger-Abend mit- Professor Fritz Stein (Berlin)


