Ausgabe 
30.9.1933 Erstes Blatt
 
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«richt mit Benesch und TituleScu.

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daß durch den Einzelhandel Warenhauses verschwin­den und durch Einführung von mehr Qualitätsware Millionen deutscher arbeitsloser Volksgenossen wie­der in Arbeit und Brot zurückkehren.

Die Deutsche Arbeitsfront begrüßt den Kampf des Handwerks und des Handels um ihre Eristenz und wünscht der Gießener Braunen Messe vollen Erfolg unter dem Motto: Gemeinnutz geht vor Eigennutz!

das Minimum herabgedrückt wurde, daß durch im­mer größer werdende Massenbestellungen, Rationa­lisierung und Einführung des laufenden Bandes, Millionen unserer deutschen Volksgenossen arbeits­los gemacht wurden.

Möge es auch dem Handel gelingen, dem Publi­kum die Ueberzeugung zu geben, daß nicht die Bil­ligkeit, sondern die Qualität der Maßstab für den Einkauf der Hausfrau sein muß. Dann wissen wir,

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Das Hauptportal der Gießener Dolkshalle.

Stadt undBraune Messe".

Bon Bürgermeister Or. Seid, Gießen.

Der wirtschaftliche Niedergang der letzten Jahre hat Handel und Gewerbe schwere Opfer auferlegt. Das Absinken der Warenpreise und des Umsatzes brachte erhebliche finanzielle Verluste und lähmte den Unternehmungsgeist, der ja schließlich die Grundlage jeden wirtschaftlichen Strebens und Erfolges ist. Mit dankbarer Anerkennung ist es daher zu begrüßen, daß die NS Hago mit frischer Tatkraft durch dieBraune Messe" die Initiative zu neuer Belebung der Wirtschaft geben will. Diese Warenschau gibt insbesondere dem heimischen Han­del und Gewerbe Gelegenheit, breiten Kreisen der Bevölkerung zu zeigen, was sie zu leisten vermögen. Die hier gebotenen Werbungsmöglichkeiten gehen über den sonst gegebenen Rahmen durch die außer­ordentlich große Zahl der Messebesucher, die aus Stadt und Land zu erwarten sind, weit hinaus. Diese, die verschiedenartigsten Wirtschaftszweige um­fassende Veranstaltung gibt dem Besucher einen interessanten Ueberblick über die Leistungsfähigkeit von Handel und Gewerbe.

Die Stadt Gießen hat ein lebhaftes Interesse an dem restlosen Gelingen derBraunen Messe". Bietet sie doch Gelegenheit, die Einrichtungen der Volkshalle, die für solche Zwecke unter starker finan­zieller Beteiligung breiter Schichten der Bevölke­rung geschaffen wurde, nutzbringend zu verwerten. Es ist weiter zu hoffen, daß infolge des zu er- wartenden Masfenoerkehrs auch die Straßenbahn regyi Zuspruch finden wird, der für sie als Zu­schußbetrieb besonders erwünscht ist. Von weit größerer Bedeutung ist jedoch die Erwartung, daß diese Veranstaltung den Anlaß zu einer Belebung der Wirtschaft und damit zu einer Steigerung ihrer Leistungsfähigkeit gibt. Denn die Wirtschaft in ihrer

Gesamtheit ist der finanzielle Träger von Reich, Staat und Gemeinden: gerade die vergangenen Jahre haben die schicksalhafte Verbundenheit von Wirtschaft und öffentlichen Körperschaften bewiesen. Wir müssen uns darüber klar sein, daß nur die Gesundung der Privatwirtschaft die katastrophale Arbeitslosiakeit wirksam zu beseitigen vermag, die m ihren Auswirkungen nicht nur den einzelnen Menschen geistig und körperlich zermürbt, sondern auch die Finanzen der Gemeinden durch Steuer­ausfälle und Wohlfahrtslasten in erheblichem Maße ständig bedroht.

Die starke Beschickung der Ausstellung ist der sichtbare Ausdruck dafür, daß die in Frage kom­mende Geschäftswelt ihr Bestes getan hat und daß sie in der Lage ist, allen berechtigten Anforderun­gen hinsichtlich Güte und Auswahl der Ware zu entsprechen. Jeder einsichtige Verbraucher sollte es deshalb in seinem eigenen Interesse vorziehen, durch Einkauf am Platze die Leistungsfähigkeit der ein­heimischen Geschäfte zu erhalten und zu steigern. Es muß daher von unseren Mitbürgern erwartet werden, daß sie durch regen Besuch und umfang­reiche Einkäufe zum restlosen Gelingen derBrau­nen Messe" beitragen.

Jeder deutsche Volksgenosse muß es getreu dem Vorbild unseres Führers und Volkskanzlers Adolf Hitler als seine Ehrenpflicht betrachten, nach bestem Können durch Förderung derBrau­nen Messe" Arbeitsrnöglichkeiten zu schaffen, um unsere darniederliegende Wirtschaft zu beleben und dadurch die Not unserer arbeitslosen Volksgenossen zu lindern.

Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg'

Die Landwirtschafiswiffenschafi auf der Braunen Messe.

Von Hrivaidozent Or. G. O. Appel, Leiter der Hessischen Hauptstelle für Pflanzenschutz.

Seine Kultur und seine besondere Stellung im Kreise der Völker verdankt der Deutsche in aller­erster Linie seiner Rasse, und koenn es sich um Zeit­abschnitte besonderer Blüte handelt, dann seiner Führung. Im Abstand zu diesen großen bestimmen­den Tatsachen gibt es weiter eine Reihe anderer maßgebender Gesichtspunkte, au denen mit in erster Linie die deutsche Wissenschaft gehört. Wo blieben sonst die Erfolge unserer Technik, unserer Land­wirtschaft, wenn wir die Wissenschaft nicht hätten! Mit Technik und Landwirtschaft habe ich nun ge­rade zwei Gebiete herausgegriffen, bei denen man den praktischen Erfolg sofort erkennt, also Ver­treter der angewandten Wissenschaften. Aber auch die sogenannte reine Wissenschaft, die nicht das Glück hat, ihre erarbeiteten Werte sofort in prak­tische Erfolge umsetzen zu können, ist ein wichtiges Glied in der Kette bis zum praktischen Erfolg. Man kann wohl sagen, und das trifft für viele Erfolge in der Landwirtschaft zu, daß die angewandte aus der reinen Wissenschaft, z. B. der Botanik, schöpft und die angewandte erarbeitet auf Grund der ihr eigenen Kenntnisse das wissenschaftliche Ergebnis, welches der Berater der Praxis und die Praxis selbst aufgreift. Wie wäre es denn sonst denkbar, wenn heute der Bauer, draußen auf seinem Acker durchaus dem modernen Stande der Landwirt­schaftswissenschaft angepaßt, von der Assimilation der Pflanze oder der Bakterienflora im Boden und anderen Dingen spricht.

Irrwege allerdings, auf welche sich in den letz­ten 14 Jahren vor allem einige Richtungen der reinen Wissenschaft verlaufen hatten, dürfen und dursten nicht Vorkommen. Auch die Wissenschaft hat der Führung zu gehorchen, denn sic ist nicht Tum­melplatz einzelner Gelehrter, sondern ein wertvol­ler Besitz des deutschen Volkes.

Unser Führer und Kanzler mit seinem Reichs- ernährungsminister stellt den deutschen Bauer an eine besondere Stelle im Volk. Die Pflicht der Landwirtschaftswissenschast ist es, die Ausgaben zu erfüllen, welche in dieser Richtung liegen und die heute schon dem deutschen Volk und auch dem Ver­treter der Landwirtschaftswissenschaft hinreichend be­kannt sein sollten. Sie hat ihre große Ausgabe zu erfüllen, und Aufgabe jedes einzelnen muß es fein, an feiner Stelle mit Opferfreude und Begeisterung als ein Teil des Ganzen zu schaffen. Wir Vertre­ter der Landwirtschaftswissenschaft haben ja nun­mehr die Grundlage hierfür, wir stehen an verant­wortungsvoller Stelle.

Wenn ich mich jetzt der Ausstellung zuwcndc, so will ich über die Einzelgebiete unserer Wissenschaft in entwicklungsgeschichtlicher Reihenfolge berichten. In der Zeit, als der Germane sein Nomadenleben aufgab und seßhaft wurde, liegen die Anfänge einer Tierzucht. Wenn wir ein Blick in die Aus­stellung des TierzuchtinstitutesOberer Hardthof- vornehmen, so müssen wir einen gewaltigen Sprung in die Neuzeit machen. Denn es sind hier neue und dringende Fragen, die dein Besucher vor Augen ge­führt werden. Das deutsche Ei, das deutsche Fett, die Zucht und Rassenfrage unserer Haustiere. Nach- dem Jagd und Weidewirtschaft im Vordergrund gestanden hatte, kommt der Acker- und damit der Pflanzenbau zu seinem Recht. Aus die­sem Fachgebiet zeigt das entsprechende Institut die Entwicklung des Pfluges, um auf die Bodenbear­beitung hinzuweisen. Wie auch das tägliche Brot mit der Arbeit dieser Forschungsrichtung im Zusammenhang steht, zeigt das Gebiet der Pflan­zenzüchtung. Hier ist zu sehen der zunehmende Er­trag der Zuckerrüben, des Weizens und der immer besser werdenden Backsähigkeit. Auch der Samen­kontrolle mit ihrer Bedeutung ist gedacht. Das In­stitut für Wirtschaftslehre des Land- b a u e s beweist in graphischen Darstellungen die Tatsache, daß die Lebensmittelversorgung des deut­schen Volkes aus eigener Scholle im Jahre 1933 nunmehr nahezu erreicht worden ist. Die ausge­stellten Produkte des Universitäts-Versuchsgutes Unterer Hardthof" zeigen der Hausfrau, daß sie beim Einkauf deutsche Erzeugnisse kaufen kann und kaufen soll. Sie arbeitet dann in ausschlaggebender Weise an der Rettung des deutschen Bauernstan­des. Die Agrikulturchemie mit den beiden Abteilungen dös Gießener Institutes bringt ver­schiedene Wege der Bodenuntersuchung, weist in einem Gemälde auf den Feldversuch hin und zeigt in scherzhafter Form die Hauptpflanznährstosfe mit ihrer Bedeutung für das Leben der Pflanze. Die Tierernährung ist durch Darstellungen und Tafeln sachgemäßer Fütterung unter weitgehender Ver­wendung wirtschaftseigener Futterstoffe vertreten. Besonders sehenswert ist die Ausstellung richtiger und falscher Weide und Weidetechnik. Eme beson­ders schwierige Aufgabe fällt der Wetterkunde und der landwirtschaftlichen Klimafor­schung zu. Die hiesige, Zweitälteste Wetterstation Deutschlands hat den verschiedensten Fragestellern Auskunft zu geben. Die Landwirtschaft, der Wein-, Obst- und Gartenbau wollen über Frost, gutes und

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