Aufzüge und Versammlungen unter freiem Hmunel Der Ä P D-, sowie ihrer Hilfs-und Nebenorganisationen für Sonntag. 29.1 -.nuar."
Reichsbannersührer fordert Neuwahlen.
Mannheim, 29. San. (WSN.) Das badische Reichsbanner hielt am Samstag und Sonntag seine diesjährige Gaugeneralversammlung ab, Deren Kundgebung im Nibelungensaal die Anwesenheit des Reichsbannerbundesführers Höl
termann aktuelle politische Bedeutung gab. Angesichts der Möglichkeit einer Betrauung H i t- l e r s mit der Reichskanzlerschaft erhob der Bundesführer die Forderung nach Neuwahlen im Reiche. Auch die Frage des 20. Suli solle zugleich durch Preußenwahlen dem Volke erneut zur Entscheidung vorgelegt werden. Der Redner warnte davor, dem deutschen Volke das Wahlrecht zu nehmen oder zu schmälern. Er verwahrte sich auch dagegen, daß mit keinem politischen Mandat beauftragte Personen sich aktiv in die Politik einmischen würden.
Zwei Kundgebungen gegen SlaalsnoWnd.
Erklärung des Kabinetts Sraun.
Berlin, 28. San. (DDZ.) Wie das Nachrichtenbüro des VDZ. meldet, hat der preußische Ministerpräsident Dr. Braun namens der preußischen Staatsregierung an den Reichskanzler zugleich in seiner Eigenschaft als R e i ch s k o m m i s s a r für Preußen ein Schreiben gerichtet, worin er u. a. ausführt, in einem Teil der Presse werde öffentlich zum Hochverrat aufgefordert, ohne daß, soweit ihm bekannt, die zuständigen Stellen gegen diese durch §85 StGB, mit Zuchthaus bis zu zehn Sahren bedrohte Handlung einschritten. Der preußischen Staatsregierung sei durch Die geltenden Ausnahmevorschriften Die Möglichkeit genommen, Die erforderlichen Maßnahmen zu treffen. Sie weise daher die Reichsregierung und den Reichskommissar dringend auf diese Notwendigkeit hin. Nach §81 StGB, werde wegen Hochverrats bestraft, wer es unternehme, die Verfassung des Reichs oder eines deutschen Landes gewaltsam zu ändern. Durch diese Vorschrift seien nach der Gerichtspraxis gegen gewaltsame Eingriffe geschützt die Rechte der gewählten Organe der Willensäußerung, insbesondere der Reichstag. Sn Artikel 23 der Reichsverfassung seien die Fristen genau festgelegt, innerhalb Deren Der Reichstag im Falle einer Auflösung wieder Lunlp32gj;cpoL uoßiqupjj 19Q (pD& ;;ir;usmmvjn8 des Reichsgerichts könne der Reichspräsident auch auf Grund des Artikels 48 über derartige Vorschriften der Reichsverfassung n'. )t hinweggehen. Die Berufung auf einen Staats- Notstand sei rechtlich unzulässig. Wenn
öffentlich dazu ausgesordert werbe, Der, Reichspräsident möge den Reichstag nach Hause schicken und vorläufig nicht wieder zusammentreten lassen, sei das eine Aufforderung zum Hochverrat. Solche Aufforderungen müssen mit den zulässigen polizeilichen und strafrechtlichen Mitteln unterdrückt werden, wenn nicht neue Verwirrungen im Rechtsbewußtsein des Volkes Die schwierigsten Folgen herbeisühren sollten.
Der dr.es des Zenttumsführers.
Berlin, 28. Jan (TU.) Die „Germania" veröffentlicht Den Brief, Den Der Vorsitzende der Zentrumspartei, Prälat K aas, unter dem 26. d. M. an Reichskanzler von Schleicher gerichtet hat und der auch Dem Reichspräsidenten zur Kenntnis gebracht worden ist. Der Brief ist von der Z e n t r u m s f r a f t i o n des Reichstages und Dem geschäftsführenDen ParteivorstanD gebilligt worden Prälat Kaas warnt eindringlich vor „einer sogenannten notstandsrechtlichen Verschiebung des Wahltermin s", die etnen Verfassungsbruch mit all den Konse- quenzen rechtlicher und politischer Natur darstellen ivurde. Von einem echten Staatsnot st and könne gar nicht geredet werden, sondern höchstens von einem Notstand des Regierungs- f i) st e m s. Eine verfassungswidrige Hinausschiebung des Wahltermins müsse als ein Abgleiten in unverantwortbare Möglichkeiten bezeichnet werden. Seine politischen Freunde so erklärt Prälat K a a s, würden Daher, wenn Diese Frage ihrer Beratung unD Beschlußfassung unterbreitet roerDen sollte, ohne jcDen Zweifel Die Beschreitung solcher Wege a b ° lehnen u N'd verurteilen
Oie Kabinettskrise in Frankreich.
Oaladier im Vordergrund.
Paris, 29. San. (WTB.) Der Präsident Der Republik, Lebrun, hatte mit Dem Kriegsminister des vorigen Kabinetts, SalaDier, eine UnterreDung, Die von 16.25 Tlhr bis 17 Tlhr fran
zösischer Zeit Dauerte. Beim Verlassen des Ely- fee erklärte DalaDier der Presse: Der Präsident Der Republik hat mir Den Auftrag Der Regierungsbildung angeboten. Sch habe diesen Auftrag angenommen. Sch kenne Oie bestehenden Schwierigkeiten Der gegenwärtigen Stunde, aber ich glaube, daß Dereu Lösung eine Frage des Willens unD Der Energie ist.
Für Da lädier wird es nur zwei Möglichkeiten Der Regierungsbildung geben, entweder ein Kartell, in dem die Sozialisten vertreten sind, oder die K o n z e n t r a t i o n, d. h. alle. Parteien der Kammer unter Ausschluß der Gruppe Marin und der Sozialisten. Sollte es Ma- lädier gelingen, ein lebensfähiges Kabinett aufzustellen, so wird man nach Ansicht gut unterrichteter Kreise darin Den bisherigen Ministerpräsidenten Paul-Boncour als Außenminister wiederfinden.
Eine Erklärung Lavats
Paris, 29. San. (WTB.) Zu Den von Präsident Lebrun empfangenen Persönlichkeiten gehörte auch Der Senator Laval, Der nach Dem Verlassen Des Elysees Den Sournaliften u. a. erklärte. Wenn Die Lage wegen Der Wirtschaftskrise unD wegen Der zu crgreifenDen Maßnahmen heikel sei, Dann toerDe Die Mehrheit ein um so größeres VerDienst haben, wenn sie Das finanzielle Heil des Landes sichere. Wenn Die Me hrheit
Goeihe-Bund.
Lichtbildervortrag von Paul Eipper.
Der schwäbische Schriftsteller Paul Eipper, der eine Reihe schöner und liebenswerter Bücher über Tiere geschrieben hat und den Lesern des „Gießener Anzeigers" auch, durch zahlreiche Beiträge im Feuilleton bekannt geworden ist, hielt gestern abend in der Neuen Aula einen Lichtbilderoortrag über das Thema „Ai eine Freundschaft mitTiere n". Er sprach zwar nach dem Manuskript, aber es war keine gelehrte Abhandlung, und sollte auch keine fein, sondern ein unfeiectidjer und unakademischer Bericht über seine Erlebnisse und Beobachtungen mit Tieren, zahmen und „wilden", in aller Welt. Eipper betonte, daß zu dem lebendigen und nahen Vcihältnis zum Ttergejchöpf, wie er es pflegt, nichts weiter gehört als Liebe, Geduld und eine „Tier- besessenheit", die freilich wohl angeboren sein müsse; er sprach vom oft nachgeahmten Titel eines seiner bekanntesten Bücher — „Tiere sehen dich an" — und vom eigentlichen Sinn dieses und aller seiner Werke: das Tier nicht als „Objekt" anzusehen, son, dem als lebendiges und beseeltes Geschöpf, das die gleiche Daseinsberechtigung hat wie Der Mensch Boni Tierschutz ferner, der ein wesentliches Element unserer Kultur sei und auch eine Angelegenheit persönlichen Mutes. Endlich vorn Sinn und der Aufgabe Der moDernen Zoologischen Gärten, Die von manchen leider mit Unrecht als eine Art von Zuchthäusern angesehen würden. Die folgenden Erzählungen, in Denen man Person und Bild des Vortragenden zurücktreten lassen möge hinter der Man- nigsaltigkeit tierischen Lebens, wollten Die FreuDe am Tier wecken und Die Liebe zu ihm, auch Die Zuhörer und Beschauer von einigen eingewurzelten 'Vorurteilen unD meist geDankenlos übernommenen Schlagworten befreien, von einer unangebrachten Vermenschlichung z B. unD von Der ungerechten Einteilung in gutartige unD bösartige Tiere Die Schilderungen Des AbenDs befaßten sich übermiegenD mit fremden, exotischen, landläufig,5wilden" Tieren, doch gedachte Eipper zuvor noch mit einigen Worten seiner Hauskameraden daheim: der Katzen, Denen von jeher seine besonDere Liebe gegolten hat, Der riesigen gelben Dogge „Senta" unD sogar Der in seinem Garten heimisch geroorDenen Dicken Kröte, Die sich so an Den Hausherrn gewöhnt hat, Daß sie ihn im Sommer auf einem Stein hockenD erwartet unD sich, was ihr wohltut, mit Der Gießkanne beregnen läßt. Der Dann folgenDe Bildbericht von Eippers zahllosen Streiszügen Durch Die Zoologischen Gärten Des europäischen Kontinents war eine FreuDe für jeDen, Der sich nur ein wenig Sinn für Schönheit, Charakter und Ausdruckssähigkeit im vielgestaltigen
TierparaDies bewahrt hat. Die Folge Der herrlich klaren und naturnahen Photos reihte sich aneinanDer zu einem Panorama aus Der großen Arche Noah und zur sinnfälligsten Bestätigung Der warmherzigen, von unendlicher Liebe unD tiefem VerstänDnis für Die ihm befreunDeten Geschöpfe zeugenDen Schil- Derungen Eippers. Ganz zwanglos unD ohne lehrhafte Betonung empfing Der Zuhörer und Beschauer auch unter Der HanD eine kleine „Gebrauchsanweisung", beherzigenswerte, in jahrelanger Erfahrung und ausDaucrnDer Beobachtung gewonnene Verkehrsregeln für Dey Umgang mit Tieren aller Art, aus aller Welt, wilDen unD zahmen, großen unD kleinen, gefieDerten, | hwimmenDen, vierbeinigen, jungen unD alten, Müttern unD Kindern. Man kann sie nicht alle aufzahlen; aber sie kamen uns in Eippers einfacher unD überzeugenDer SchilDerung für ein paar Augenblicke nah, murDcn auch uns lieb unD vertraut, Die wir ftaunenD unD entzückt von soviel Anmut unD lebenDiger Schönheit vor Den LichtbilDern faßen: Die Löwenbabys unD Die Tigersäuglinge, Der neugeborene Elefant unD Das Berliner GiraffenkinD Kathrinchen im Kreise seiner Familie; Der scheue Kudubock, Der höchst mertmürDige unD seltene Schuhschnabelstorch Abu Marküb; weißes Kälbchen unD Eselfohlen, Das MufflonkinD, vier Stun- Den alt, Der See-Elefant Goliath, enormer Fettwanst, Das mutterlose Rhejusäffchen in Den schützenden Armen seines Vaters; und zuletzt Die unerhört ausDrucksvollen PorträtftuDien Der Schimpansen unD Drangs unD Des Gorillas, mit Dem Eipper eine ebenso verantwortungsvolle wie heitere Schlafwagenreise in Den Berliner Zoologischen unternommen hat. Die Hörerschaft folgte Dem Vortrag mit angespannter Aufmerksamkeit unD Dankte mit herzlichem Beifall für einen schönen unD genußreichen AbenD —y—
Pompeji war Hasenstadt!
lleberraschende Ergebnisse neuer Ausgrabungen.
Von Dr. Gustav W. Eberlein, Hom.
Pompeji, EnDe Januar.
Die römischen Historiker unD Archäologen gerieten in Bewegung, als aus Neapel Die Kun De kam, man habe Den Hafen Der TotenstaDt aufgefunDen, Denn Die Begleitumstände schienen Darauf hinzudeuten, Da& Der Hafen nicht, wie man bisher glaubte^ ein Flußhafen war, sonDern an Der Küste lag, am Meer
9ns Auto geworfen unD los! Die Straße nach Neapel ist ja nicht mehr, wie noch vor fünf Jahren, eine Schuttmoräne, sondern geteert und gepflegt, und von Neapel führt sogar eine nach Dein Muster
auf 3-neue auswciche. werde sie ihre Ohnmacht eing^standen haben, und die pinzufrieden- heit des Landes werde Dann so groß sein, daß man doch wohl neue Methoden ins Auge fassen muffe. Darüber werde man aber erst bei der nächsten M i n i st e r k r i f e sprechen.
Kundgebung gegen Gteuererhöhung.
Paris. 28. San. (WTB.) Der National- verband der Steuerzahler hat hbute nachmittag in einem großen Pariser Lokal eine Kundgebung gegen die neue große Steue Belastung veranstaltet. Die Polizei hatte einen umfangre.chm Ordnungsdienst or- ganiftCLt um jeden Versuch einer Straßenkund- geoung zu unterbinden. Es sind mehrere leichte Zwischenfälle zu verzeichnen.
polnische Währung auf Goldbasis.
Warschau, 28. San. (Sil.) Wie die offiziöse „Gazetta Polska"^ berichtet, besteht die Absicht, den politischen Zloty ausschließlich auf Gold und nicht mehr — wie bisher — auf Gold, Devisen und Valuten zu basieren. Eine entsprechende Satzungsänderung der Bank Polski ist bereits im Aufsichtsrat der Bank beschlossen worden und soll auf der Generalversammlung am 9. Februar genehmigt werden.
Aus aller Welt.
Rücktritt des Berliner Funkintendanten.
Wie von zuständiger Stelle bestätigt wird, hat der kommissarckche Sntendant der Berliner Funk- stunde. Dr. Friedrich D u s k e. seinen Auftrag der Reichsrundfuntgesellschaft zurVersügung gestellt. Wie Die „Vossische Zeitung" berichtet, kommen als Nachfolger u. a. Ernst Hardt aus Köln, der Generalmusikdirektor Max v. Schillings und der Münchener Sntendant Dr. Kurt v. B o e ck m a n n in Frage. Wie von zuständiger Seite versichert wird, sind für eine Nachfolgeschaft noch keinerlei Entscheidungen getroffen worden.
Grohfeuer in Dessau.
Sn Dessau brach in dem Mittelgebäude der Berlin - Anhaltischen Maschinenbau - AG. ein Feuer aus, das sehr schnell um sich griff. Nach vierstündiger Tätigkeit hakle die Feuerwehr den Brand lokalisiert. Eine Abteilung, in der Rohmaterialien für Gasmesser bearbeitet werden, wurde vernichtet. Es. handelt sich um einen Nebenzweig des Unternehmens. Die Entftehungs- ursache für den Brand ist unbekannt.
Schlohbrand bei Winterthur.
Das in Privuiveiitz ocfinoituic Su)loß Schwan» degg bei Winterthur wurde von einem Groß- feuer heimgesucht, das den großen, im 18. Sahrhundert errichteten Westbau des Schlosses vollständig e i n ä s ch e r t e. Ein plebergreifen des Feuers auf den noch aus dem 12. Sahrhundert stammenden Turm und Rittersaal konnte verhindert werden. Das Mobiliar wurde in der Hauptsache gerettet. Die Entstehung des Brandes ist wahrscheinlich darauf zurückzuführen, daß man im Dachstuhl mit der Lötlampe eine eingefrorene Wasserleitung auftauen wollte. Die Pfleglinge, die von der Anstalt für Epileptische in Zürich sich in Familienpflege im Schlosse befanden, konnten in Sicherheit gebracht werden.
Tschechoslowakische Gesandtschaft in Washington durch Feuer zerstört.
Das in der Majjaa-uncts-Nvenue, eine der vornehmsten Straßen Washingtons, gelegene tschechoslowakische Gefandtichastsgebäude ist durch ein Grohfeuer zerstört worden. Der Brand kam in den oberen Stockwerken, wahrscheinlich durch einen ochornsteinscyaden, zum Ausbruch. Der tschechosiowalFche Gesandte war n.chl anwe.end; im Hause befanden sich nur zwei Dienstboten. Ein Krastdroschkenführer, der an der Gesandtschaft vorbeifuhr, entdeckte als erster den Brand. Als die Feuerwehr erschien, stand daö Gebäude bereits in großer Ausdehnung in Flammen. Fast das gesamte Aktenmaterial der Gesandtschaft, ferner wertvolle Gemälde, Tapissyrien usw. sind
Der — Rom mit Dem StranD oerbinDehöen — Via del Mare gebaute Autobahn nach Pompeji. Unmittelbar vor Dem Eingangstor, Der Porta Marina, springt man heraus.
Porta Marina! Wie viele Millionen von Besuchern sinD hinDurchgegangen, ohne Den Tornamen bis zur letzten Konsequenz DurchzuDenken? Zwei Minuten entfernt schlagen jetzt Die Spitzhacken in Die Lava, genauer gesagt in Die zu einer sanDsteinähn- lichen Masse zusammengepreßte 'Asche, unD Die Spaten Decken vorsichtig Schicht auf Schicht ab, blättern Das Buch Der zwei Jahrtausende langsam zurück, Blatt um Blatt. Immerhin, es geht schnell vorwärts, Professor M a i u r i ist Da, Der moDerne Schatzgräber, neben ihm Professor 9 a c o n o , Der einmal ein interessantes Buch über Den Hafen von Pompeji geschrieben hat unD nun mit begreiflicher Erregung Das Urteil Darüber aus erster HanD erwartet
Wir stehen in Der „localitä Boltaro“, an Dem gleichnamigen Kanal, Der Die gleichen Aufgaben haue, wie jetzt Der Kanal Mussolinis in Den Pon- timschen Sümpfen: Das Gebiet trocken zu legen, Die Malaria Damit zu vertreiben unD Der Bewässerung Des neugewonnenen AckerlanDes zu Dienen. Hier münDete nämlich Der Samus, ein unbotmäßiger, immer revolutionäre Massen mit sich reißenDer, Das LanD verwüstenDer, zielloser Bergfluß, Der Die Geographie Derart in UnorDnung gebracht hat, Daß wir mit Bestimmtheit nur dieses eine wissen: Der heutige Sarno fließt anDerswo ins Meer. Es scheint, Daß Das furchtbare ErDbeben vom 5. Februar 63, Dem Pompeji zum Opfer fiel, unterstützt von Dem Vesuv ausbruch, Dm am 24. August 79 Der StaDt Den Rest gab und sie In s ins Grab bettete. Den Flußlauf ab- bogen, wahrscheinlich ist sogar Das wilde, weite Mün- Dungsgcbiet, Das Delta Durch Die vulkanischen Aus- wurfmassen ;ebilDet worDen. Seit Der Neuzeit liegt jedenfalls frompZi zwei bis Drei Kilometer lanDem wärts, mau vergaß allmählich seinen Küstencharakter, auch Das neue Pompeji fieDelte sich Dich! neben Der verschütteten Stadt an, unD wohl Die meisten Gläubigen, Die zur wundertätigen MaDvnna von Pompeji pilgern, bclummen Das blaue Meer nur aus Der Ferne zu feheck.
9m letzten Drittel Des achtzehnten 9ahrhunDerts versucht man erst Den Sarno zu korrigieren. Das be= ginnenDe neunzehnte ZahrhunDert sieht Kanalisationen, unD Der erste Blick Des zwanzigsten fällt in ausgegrabene große Räume, in Denen man — mächtig? Anker finDet. Sie ließen sich bis heute im 'U-- tionalmustzum bemunDern, ohne zu verraten, ob sie zum letztenmal in Fluß- oder Meerwasser nieDer- rasselten.
Die Archäologen steigen nun Dort hinab, wo oie Anker lagen. Bescheidene Mauern tun sich änj, sie
durch Feuer oder Wasser zerstört worden. Die in unmittelbarer Nähe liegende österreichische Gesandtschaft blieb vvm Feuer verschont.
Schwere Bobunfälle in Oberhof.
Bei der Thüringer Vtererbovmeifterschaft in Oberhof raste der Bob „Leipzig" in der Kronprinzenkurve in voller Fahrt über die Böschung und wurde zertrümmert. Sämtliche Snsassen erlitten erhebliche Verletzungen und mußten ins Krankenhaus gebracht werden. Der Führer Otto S ch u ch a r d t (Leipzig) trug einen Armbruch davon, der Bremser Karl Gerlofs einen Oberschenkelbruch. Am schlimmsten wurde der Mitfahrer Rudolf Gerlofs betroffen, der einen schweren Schädelbruch, einen Oberarm- und Ober- schenkelbruch erlitt. Etwas später verunglückte der Bob „Friedrichsroda". Hier erlitt der Fahrer Friedrich aus Friedrichsroda Rippen- und Armbrüche.
kalte und Wolfsplage in Rumänien.
Sn ganz Rumänien ist die Temperatur im Laufe der letz.en Näch.e erneut flau gefallen. Es wurden vielfach 35 Grad Kälte gemessen. Aus allen Teilen des Landes kommen Alarrn- meldungen; zahlreiche Menschen sind auf den Landstraßen von Wölfen angefallen und getötet worden. Mehrere .Soldaten der Grenzwache sind auf ihren Posten erfroren aufgefunden worden.
Schwerer Sturm an der amerikanischen Atlantikküste.
An der amerikanischen Atlantcktüste von Neuschottland bis Florida herrscht xcin aup^.ordentlich starker Sturm. Bei Halifax überschwemmte eine Sturmflut einen Teil der Stadt und zerstörte hunderte von Wohnhäusern. Zahlreiche Familien wurden von jeglicher Zufuhr abgeschnitten. Mehrere ausfahrende große Dampfer mußten schleunigst in die Häsen zurück- kehren, um besseres Wetter abzuwarten. Die Transatlantikdampfer werden mit mehrtägiger Verspätung ankommen, da sie gegen die gewaltigen Welken schwer anzukämpfen haben.
Todesurteil für Raubmörder.
In Magdeburg wurden die Arbeiter Träger, Meißner und Bartels vom Schwurgericht wegen Raubmordes zum Tode und zu dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt. Träger erhielt außerdem wegen Raubes und Körperverletzung eine Zuchthausstrafe von 12 Fahren. Die 'Angeklagten hatten im November v. 9. die Stadt Genthin durch ihre Taten in große Aufregung versetzt. Sie hatten es auf alte alleinstehende Frauen abgesehen. 9n einem Fall wurde die 70 Fahre alte Witwe Maefer auf bestialische Weise durch Erwürgen ermordet unD beraubt. Fn einem anDeren Falle wurDe Die 81jährige Frau Hahn überfallen, gewürgt und ihrer geringen Jarschaft beraubt
Schmugglerbande gefaßt.
Den Beamten Der ZollfahnDungsstellen Bremen und Papenburg unD Den örtlich zustänDigen Zoll- und LanDjägerbeamten ist es gelungen, eine großan- legte Schmugglerorganisation, Die sich über Das Gebiet Der preußischen Kreise Aschen- burg unD Hümmling sowie über Das Gebiet Des olDenburgischen Amtes Cloppenburg erstreckte, aus- zuheben unD unfchäDlich zumachen. Die Mit- glieDer Der Schmugglerorganisation einschließlich Der Großabnehmer, insgesamt 35 Personen, konnten ermittelt unD überführt roerDen. Es konnte Den Tätern bisher Der Schmuggler von 95 Zentnern hochzollpflichtiger Waren, hauptsächlich von Feinschnitt-Tabak unD Kaffee, nachgewiesen roerDen. Die Waren rourDen Dann von den Großabnehmern ate gesetzt. Es konnten noch zwei Zentner Tabak und Kaffee beschlagnahmt werden Man nimmt an, daß es sich bei den hinterzogenen Abgaben uni einen Betrag von insgesamt etwa 7 0 0 0 0 0 Mark handelt.
Schissszusammenstoß im Hasen von Lissabon.
Der deutsche Dampfer „Kepler" ist bei der Einfahrt in den Hafen von Lissabon mit einem portugiesischen Dampfer zusammengestoßen. Das deutsche Schiff erlitt eiyige Beschädigungen und muhte zur Vornahme der erforderlichen Ausbesserungsarbeiten ins Dock geschleppt werden.
haben nicht Den Schmuck Der reichen Wohnhäuser, doch sind Die Farben unD Fresken noch gut erhalten, erstaunlich gut, waren sie Doch Wasser unD Feuchtigkeit ausgesetzt. Sechzig Zentimeter tief stehen Die Dachpfeiler noch im Wasser.
Fetzt fährt Der Spaten durch Die Decke eines Nebenraumes — Licht fällt wieder ein nach 1854 Fahren, kahle 'Mauern. Weiter, weiter! Plötzlich wird in Der Mitte ein riesiger Weinbehälter bloßgelegt — allerhanD Werkzeuge kommen zum Vor- Ichein — Dinge, wie man sie noch heute in einer Dfteria braucht. Wissen Sie, wo wir sind? 9n einer Hafenlchenke, in einer Matrosenkneipe!
Wasserarbeiter her! Pumpen! Pumpen! Das Wasser, Grund- oder Meerwasser, gleichviel jetzt, machte seine Beute verteidigen, man muß Dem Lindwurm Das Maul stopfen.
Unter verfaulten Geräten ziehen braune HänDe etwas' Winziges, UnDefinierbares hervor, Das sich nach Der Reinigung als ein Ohrring erweist, bald Darauf gesellt sich Der zweite hinzu — jetzt kommen nacheincmDer fünf goldene Ringe — und jetzt eins, zwei, Drei — Skelette. Man bringt sie in Die benachbarte Mühlenkapelle. Weiter! Weiter!
Sieben Meter tief — Das Wasser gewinnt an Stärke, Die Menschen müssen zunächst einmal weichen.
Aber M a i u r i ist seiner Sache schon sicher. Er erinnert an Die reichen Gold- unD 9uroelenfunDc, Die im Fahre 1899 an Dieser Stelle gemacht rourDen, und zieht nun Den Schluß, Daß Die unter Dem Wüten Des Vulkans flüdjtenDen Bewohner ihre Schätze auf Die Schiffe retten wollten, als ihnen Der Ajchenregen Den Weg abschnikt. Die Hafenschenke befindet sich außerhalb Der StaDtmauer, Die Lage Der neuauv- gegrabenen Häuser zueinanDer läßt keinen Zweifel mehr Darüber auftommen, Daß hier nicht ein weit ins LanD hineingcschobener künstlicher Flußhafen Die Stadt zu einer SeeftaDt machte, sonDern Daß Pompeji seinen natürlichen Seehasen hatte, unmittelbar vor Der Küste ähnlich wie Anzio oDer Pvito- fino. Für Den Sch.ffahrtsverkehr roirD er freilich nicht von großer BeDeutung gewesen sein, Dafür waren Die geschätzteren großen Buchten im Golf von Neapel zu nahe. Seine BeDeutung, möchte man sagen, hat er — erst heute gefunDen, wo er unsere Vorstellung von Der alten ProoinzstaDt entscheidenD änDert. W'r werDen jetzt Die Straßen unD Gassen Der wunDer- vollen GriechensieDlung etwas anders und reicher beleben, zu Der Garnison Sullas stoßen Makrojen, Die auffallenden Kulte und Laster in gewissen Straßen treten in Das schwelende Licht von Hafenkaschemmen.
Fn einem solchen Viertel, wissen wir nun, wurde die brühmte Herkulesstatue Lysipps gefunden.


