Ausgabe 
29.11.1933 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

ODOL

Rat: ZAHNPASTA

en.

haben d i e Tat ebenfalls gewollt. Sie mußten deshalb sämtlich als Mittäter ver -

Llnierzeickriung des deutsch-polnischen Noggenabkommens

Beisetzung der ermordeten Deutschen in Graudenz. Ungeheure Beteiligung der deutschen Bevölkerung.

Frau Gandhi ist in Anand wegen Beteiligung an der Bewegung des zivilen Ungehorsams ver­haftet worden. Es ist das sechste Mal, daß ihre Verhaftung verfügt worden ist.

Meine politische Nachrichten

Der Herr Reichspräsident empfing den neuernannten deutschen Generalkonsul in Danzig v. Rad 0 witz.

Neue Zeugnisse sm die kommunistischen Rüstungen znm Bürgerkrieg

kommen ungeeigneter Zeuge, da gegen ihn eine Voruntersuchung wegen Hochverrats schwebe.

Kriminalkommissar will aus Hamburg schil­dert seine Wahrnehmungen über die Tätigkeit der KPD. im Hamburger Bezirk. Ein kommu­nistischer Bombenanschlag war am 26.Fe­bruar in Hamburg auf einen nationalsozialisti-

Die Regierungskommission hat durch Veröffent­lichung im Amtsblatt d i e Verordnungen in Kraft gesetzt, die sie zur Aufrechterhaltung der Ruhe und Sicherheit im Saarge­biet erlassen hat. Bekanntlich waren diese Verord- nunaen in der letzten Sitzung des Landesrats von sämtlichen Fraktionen mit Ausnahme der Sozial­demokraten a b g e l e h n t worden.

Parteien 57 Sitze erlangt.El Socialifta" be­hauptet, daß gestern in einem Kabinettsrat Justiz- minister Asensi vorgeschlagcn habe, das Wahl­ergebnis von 19. November (das der Regierungs­partei eine schwere Niederlage gebracht hat) zu annullieren und die verfassungsgeben­den Cortes, die aufgelöst worden sind, e r - neut einzuberufen. Asensi beabsichtige, als Protest gegen dieWahlmanöver" gewisser Par­teien zurückzutreten. Das Blatt schließt mit der Be­merkung, daß der heutige Tag von entscheidender Bedeutung sein werde. Eine Krise stehe unmittel­bar bevor.

Wettervoraussage.

Das nordöstliche Hochdruckgebiet hat sich weiter aufgebaut und nimmt ganz Deutschland mit in sei­nen Bereich. Die aus ihm ausfließende kontinentale Kaltluft wird sich auf die Temperaturen auswirken und in der Nacht leichten Frost bringen. Aber auch am Tage werden die Werte nur wenig über den Gefrierpunkt zu liegen kommen. Dabei lassen auch öu anfänglich noch vereinzelt auftretenden geringen Schneefälle nach.

Aussichten für Donnerstag: Teils be- wölkt, teils aufklarend, Nachtfrost, auch tagsüber Temperaturen nur wenig über Null, meist trocken.

Aussichten für Freitag: Im wesentlichen Fortdauer der Wetterlage.

Lufttemperaturen am 28. November: mittags 2,5 ®rab Celsius, abends 2 Grad: am 29. November: morgens 1,5 Grad. Maximum 2,8 Grad, Minimum 1 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 28. November: abends 2,3 Grad: am 29. November: morgens 1,8 Grad Celsius. Niederschlag 0,6 mm.

Neue Eidesformel.

Berlin, 28. Nov. (TU.) Das jetzt im Reichs- gesetzblatt veröffentlichte G e s e tz zur E i n s ch r ä n ° kung der Eide im Strafverfahren, das am 1. Januar 1934 in Kraft tritt, sieht auch eine neue Eidesformel vor. Während der Zeuge bisher die ganze Eidesformel nachsprechen mußte, wird die Vereidigung in Zukunft in der Weise er- folgen, daß der Richter an den Zeugen die Worte richtet:Sie schwören bei Gott dem All-

Stellvertreter Herr Dr. Albrecht (bisher WTB.) ernannt worden. Dem Vorstand gehören ferner an die Herren: Direktor Frhr. Besserer v. Thal­singen und Direktor Dr. Reetz. Den Vorsitz des Aufsichtsrates übernimmt Herr Verleger Hugo Bruckmann (München). Als Delegierter des Aufsichtsrates ist Herr Hauptmann a. D. Wilhelm Weiß in den Vorstand entsandt worden. Die neue Gesellschaft wird ihre Arbeiten noch vor Ablauf die­ses Jahres aufnehmen.

10 LodesurteUe

im Hecklinoer Mordprozeß.

Im Februar d. I. war der SA.-Mann Eies- lick in Hecklingen (Anhalt) von Kommunisten auf der Straße meuchlings erschossen worden. Das Schwurgericht in Dessau hatte wegen dieses lieber- falls bereits im Sommer d. I. drei Arbeiter aus Hecklingen zum Tode verurteilt. In der damaligen Verhandlung waren die in dem jetzigen Prozeß an­geklagten Kommunisten als Zeugen aufgetreten; sie waren während der Beweisaufnahme schwer be­lastet und auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft im Gerichtssaal verhaftet worden. In dem jetzt zum Abschluß gebrachten zweiten Hecklinger Mordpro- zeß verurteilte das Dessi ter Schwurgericht 10 an- gefragte Kommunisten wegen gemeinschaft- lichen Mordes zum Tode und zum dauern­den Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte. Ein An­geklagter wurde freigesprochen.

In der Begründung des Urteils heißt es u. a.: Die in der Waschküche des Arbeiters Thal- mann versammelten Kommunisten haben hier die Verabredung getroffen, einen Feuerüberfall auf die Natiönalsozialisten vorzunehmen, und zu diesem Zweck sino zwei der Teilnehmer hinausgeschickt vorden. Sie haben dort Posten gefaßt und dann tas Herannahen der Nationalsozialisten gemeldet. Das Gericht hat festgestellt, daß von den 10 An­geklagten zwei geschossen haben. Die anderen Angeklagten haben zwar nicht geschossen, aber sie

Aus aller Welt,

Oos Theater der Jugend.

Der Intendant des Theaters der Jugend in Berlin, Herbert Maisch, gab in einer Presse­besprechung die Aufgaben und Ziele des neu ge­schaffenen Theaters bekannt. Alle Arbeit des Füh­rers, so führte er u. a. aus, gelte der Jugend. Die deutsche Zukunft sei die deutsche Jugend. Ihr habe die ganze Lebensarbeit zu gelten. Dem Führer ge­bühre Dank für seine ideelle Jugendfürsorge. Die Erziehung der Jugend zum Theater müsse obliga­torisch einsetzen. Zum ersten Male in der Geschichte des Theaters habe eine Regierung der Jugend ihr eigenes Theater gegeben. Das Theater der Jugend solle sämtlichen Jugendorganisationen gehören. Ein Theater mit eigenem Führer, mit eigenem Ensemble, mit eigenem Hause. Es solle die Jugend nicht in den Lehrplan der Schule, sondern in die Erziehung des Staates eingliedern. Es fei ein Theater mit Jugend im Zuschauerraum, mit Jugend auf der Bühne, mit Jugend im Spielplan, und mit Ju- gei.d in der Art, wie dieArbeit betrieben unddieSpiele gespielt würden. Dem Programm entsprechend sei der Spielplan aufgestellt. Er wolle der Jugend den Glauben an sich selbst, ihre Lebensfreude und Le­bensbejahung geben mit der Erziehung zur Opfer­bereitschaft für das Ganze. Es sei eine Selbstoer. ständlichkeit, daß der Stoff aus der großen preu­ßisch-deutschen Geschichte eingeschaltet werde. Allein die Qualität solle bei der Auswahl entscheidend sein. Mit SchillersWilhelm Teil" als dem Festspiel der nationalen Erhebung werde begon­nen werden. Für die nächste Spielzeit sei u. a. Die Ouitzows" von Wildenbruch in Vorbe­reitung. Wenn es wirtschaftlich möglich fein werde, werde der Spielplan durch Opernoorstellungen er- gänzt werden, u. a. mit demFreischÜ tz". Alles Erkünstelte und Programmatische werde vermie- den werden.

ter Lehranstalten und Mittelschulen 65 Pf. Fach-, Handels- und Berufsschüler ebenfalls 65 Pf., Iu- gendliche, soweit sie nicht den genannten Gruppen angeboren, 65 Pf., SA., SS. und Stahlhelmange« hörige 1 Mk. M

3n Berlin werde im Schillertheater gespielt. Im Reich werde nach dem Berliner Muster in den städ« tischen Theatern gespielt werden Intendant Maisch bat zum Schluß die ausländischen Pressevertreter, dafür sorgen zu wollen, daß die im Auslande ent« ganoenen Lügen von der Zerschlagung der deutschen Rultur durch den Nationalsozialismus widerlegt wurden. ö

Deutsche weihnachlsausstellung in Oslo.

In Oslo (Norwegen) wird Ende November eine Ausstellung eröffnet, die die Weihnachtssitten ver­schiedener Volker, besonders in den nordischen Staa­ten anschaulich zeigen soll. Deutschland wird dabei mit einer wichtigen Gruppe von Weihnachts­krippen vertreten- sein, die im Ausland ganz un- bekannt sind und mit besonderem Interesse erwar­tet werden. Mit der Zusammenstellung des Mate- rials, zu der nur kurze Zeit zur Verfügung stand, wurde auf Anregung des Auswärtigen Amtes der Kunst-Dienst (Geschäftsstelle des Kunst-Amtes der deutschen Evangelischen Kirche) beauftragt. Es war dem Kunst-Dienst eine ganz besondere Freude, daß der Reichskanzler und Führer Adolf Hitler die erzgebirgischeW e i h n a ch t s p y r a m i d e" zur Verfügung stellte, die ihm vor einigen Tagen von Bildschnitzern und Weihnvchtssreunden aus dem Erzgebirge im Braunen Haus überreicht wurde. Mit diesem Volkskunst Werk aus dem persönlichen Besitz des Reichskanzlers wird die deutsche Abtei- lung sicher einen Höhepunkt der Osloer Ausstellung bilden und eine wichtige Kulturpropaganda im Dienste deutscher Volkskunst sein können.

Line Gauverbandsführerin des BDM. verunglückt.

Ein Kraftwagen, den die Verbandsführerin des Gaues Norddeutschland des Bundes Deutscher- dels, Fräulein Lilia Hartmann, steuerte, ist auf der Fahrt nach Berlin kurz vor Nauen (Bezirk Potsdam) verunglückt Wahrscheinlich hat die Führerin des Autos in einem Schwächeanfall die Herrschaft über den Wagen verloren. Fräulein Hart­mann und eine Beifahrerin liegen schwer ver­letzt im Nauener Krankenhaus. Die Gauverbands­führerin erlitt einen schweren Schädelbruch. Es be« steht Lebensgfahr.

Raubüberfall in einem Berliner Juwelierladen.

Ein dreister U e b e r f a l l wurde in der Berliner Friedrichstadt verübt. Ein unbekannter Mann be­trat das Juweliergefchäft von B a d i t s ch i k o in der Friedrichstraße. Nachdem er durch Fragen fest- gestellt hatte, daß der Geschäftsinhaber nicht an­wesend fei, stürzte er sich auf die Verkäuferin und brachte ihr mit einem kantigen Eisen schwere Verletzungen bei. Auf die Hilferufe eilte eine Frau in den Laden, die ebenfalls von dem Mann niedergeschlagen wurde. Aufmerksam gewordene Passanten hatten inzwischen Polizeibeamte herbeige- rufen, die den Mann überwältigten und fest- nah m e n. Die beiden schwerverletzten Frauen wur« den dem Krankenhaus zugeführt. Der festgenom­mene Täter verweigert jede Aussage über seine Personalien und hat bisher nur zugegeben, daß er türkischer Staatsangehöriger ist.

Drei Todesopfer bei einem Fabrikbrand.

In der Zelluloidfabrik in Speyer brach in einem Gebäude, das hauptsächlich Rohstoffe enthielt, e i n Brand aus. Pon den in dem brennenden Raum beschäftigten Arbeitern konnten sich zwei retten. Drei Arbeiter sind in den Flammen umge­kommen. Zwei Mann werden noch vermißt. Das Feuer konnte auf feinen Herd beschränkt wer­den. Die Brandursache ist noch nicht geklärt. Der Belieb wird weitergefllhrt.

Gegen die Lynchjustiz in USA.

Die Haltung des Gouverneurs von Kalifornien, der, wie berichtet, das Lynchen von zwei des Mordes Beschuldigten ausdrücklich gebilligt hat, wird von den Neuyorker Blättern meist abfällig kritisiert mit der Begründung, daß es nicht Sache eines Staatsgouverneurs fei, die Bewohner zu ge­setzwidrigen Handlungen aufzufordern. Auch der Gouverneur von Maryland teilt offenkundig nicht die Ansicht seines kalifornischen Kollegen, denn er hat den Truppen Anweisung gegeben, 'in der Stadt Smalisbury bei der Verhaftung von neun Per- fonen mitzuwirken, die angeklagt sind, einen alten Neger gelyncht zu haben. Es gelang den -truppen, vier Verhaftungen vorzunehmen' Am Nachmittag kam es in der Stadt zu scharten Zu- sammenstößen mit einer großen Menschen­menge, wobei die Truppen von Tränengas reichlich Gebrauch machten. Die Truppen konnten aber die verhafteten Personen in einem Lastkraftwagen ab­transportieren. In Südkarolina sind elf weiße Männer verhaftet morden, die angeschuldigt wer­den, am 16. November einen Neger gelyncht zu haben.

Riesige Ueberschwemmungen in Montenegro.

Wie die BelgraderVreme" berichtet, haben die Ueberschwemmungen in Montenegro be­sonders großen Umfang angenommen. Infolge der unablässigen Regenfälle sind besonders die Dörfer an den Ufern des Skutari-Sees sehr betroffen. Der See ist über die Ufer getreten und hat mehrere tausend Häuser unter Wasser gesetzt. In 1u Fällen ragen kaum die Telegrafenmasten aus den Fluten empor. Die Bevölkerung verbringt seit längerer Zeit die Tage unter Zelten und in großen Berghohlen.

e P 3 i 9 , 28. Nov. (WTB.) In der Dienstags« llvung wird die Vernehmung des Krimmalrats Dr. Heller fortgesetzt zu der Frage, ob zur Zeit oer Reichstagsbrandstiftung ein bewaffneter A u f st and propagiert und bereits im Ansang begriffen war. Kriminalrat Heller erörtert die zahl­losen Flugblätter der KPD. vor der Wahl vom y- März. Nach dem oorgetragenen Beweismaterial ift klar, daß es der KPD. durchaus ernst war mit dem Bestreben, unter dem Vorwande wirtschaftlicher Streiks in den Betrieben zum Massenstreik, zum politischen Genera I- [treif und schließlich zum bewaffneten 21 u f ft a n ö zu kommen. Die Parteimitgliedschaft war bis in die kleinste Zelle und Einheit vorbe­reitet und informiert, so daß die Auslösung jeden Augenblick erfolgen konnte, zumal Waffen und Sprengkörper in Hülle und Fülle zur Verfügung standen. Wenn es der KPD. doch nicht gelungen ist, ihr Vorhaben auszuführen, so dursten dafür zwei Umstände maßgebend gewesen sein. Erstens das Nichtzuftandekommen der Einheitsfront mit der sozialdemokrati­schen und parteilosen Arbeiterschaft und zweitens das Einsetzen der staatlichen und poli­zeilichen Maßnahmen. Da die Einheits­front nicht zustande kam, blieb auch das zentrale aeichen von Berlin aus, auf das man in der rovinz gewartet hatte.

Del einigermaßen geschickter Regie mußte es leicht sein, den Reichstagsbrand den 21 a - tionatf o$iat iften in die Schuhe zu schieben und so eine unüberbrückbare Kluft zwischen diesen und den Anhängern der SPD. und den Mitgliedern der Gewerkschaften sowie des Reichsbanners aufzureißen. Rur so ist der Reichstagsbrand in seiner gewollten eigentlichen Bedeutung zu verstehen und zu bewerten. Lr sollte weniger das Zeichen für die Auslösung von Aktionen sein, wie er teilweise in der Pro­vinz verstanden wurde, als vielmehr das haupt- mittel. dienochschwankendenMassen. die gegen die RSDAP. und das nationale Denken eingestellt waren, zu den Kommu-

schen Demonstrationszug geplant. An diesem Tage hätten auch kommunistische Terrorgruppen ein nationalsozialistisches Verkehrslokal in Ham­burg überfallen und einen hitlerjungen tödlich und einen anderen schwer verletzt. Die verhafte­ten Täter hätten eingestanden, daß von den verantwortlichen kommunistischen Leitern der 2 6. Februar als ein Tag der Teil- aktionen des bewaffneten Aufstau- des bezeichnet wurde, die auch in anderen Stadtteilen geplant waren und teilweise zur Ausführung gekommen sind. Das Verfahren gegen die Täter schwebt noch.

Auf einen Einwurf Dimitrofss erklärt der Zeuge Will mit allem Nachdruck, haß er, obwohl er viele Demonstrationszüge begleitet habe, nie­mals habe fest stellen können, daß Na­tionalsozialisten die Angreifer gewesen waren.

Kriminalkommissar Hohmann aus Königs­berg berichtet, daß in Königsberg ein gewisser Jor­dan Leiter der Terrorgruppe war, der im Februar, als er von der Polizei gestellt wurde, erschossen worden ist. In seinem Besitz wurden genaue Vorschriften Über die Herstellung von Bomben und Giften gefunden. Zu Beginn des Februars habe sich eine wachsende Akti- vität der Partei bemerkbar gemacht. Für den 4. Mäm sei ein Attentat auf d e n Reichs­kanzler geplant gewesen, das aber nicht aus­geführt werden konnte, weil die Täter am 3. Mörz fe ft genommen wurden.

Kriminalsekretär Mallach, der die polizeiliche Ueberwachung der kommunistischen Bewegung in der Provinz Grenzmark-Posen-Westpreußen gelei­tet hat, erklärt, daß auch in seinem Bezirk Vorbe­reitungen zum bewaffneten Aufstand im Gange waren, und daß es nur deshalb nicht zum Los- schlagen gekommen sei, weil inzwischen die Reichs- regierung mit energischen Maßnahmen Dorgegangen war.

Kriminalsekretär Staeglich (Altona) gibt eine Schilderung des Altonaer Blutsonntags, an dem ein Propagandazug der RSDAP. von den Kommunisten planmäßig überfallen wurde, wobei 18 Tote und 60 verletzte zu verzeichnen waren. Für den 5. März 1933, fährt der Zeuge fort, war die Parole ausgegeben worden, schon in den frühen Morgen st unden SA.- Lokale unter Feuer ; u nehmen, wörtlich wurde gesagt, es mühte schon mor­gens gleich Tote geben. Infolge der poli­zeilichen Vorsichtsmaßregeln ist es aber zu Aus­schreitungen nicht gekommen. Am 6. März wurde ein SA.-Fackelzug beschossen, wobei drei Per­sonen getötet und 18 schwer verletzt wurden. Um den 26. Februar herum wurde in geheimen Besprechungen festgestellt, daß es nunmehr Zeit würde. Im gegebenen Augenblick sei der Verkehr stillzulegen, die Tank st eiten seien anzuzünden, die Polizeiwachen zu stürmen und die öffentlichen Gebäude zu besehen. Man warte nur noch auf den Befehl zum Bürgerkrieg.

Auch Kriminalkommissar Schäfer (Frank- furt a. M.) und Kriminalrat B r o s i g (Düsseldorf) bekunden, daß Ende 1932 und Anfang 1933 in den kommunistischen Versammlungen lebhaft Propa­ganda für die proletarische Revolution gemacht worden sei. In einem beschlagnahmten Schreiben wurde die Wichtigkeit einer intensiven Agi- tation unter den Eisenbahnern betont. Es heißt darin: Die Hand an der Gurgel des Staates hat nur der, der die Eisenbahner in der Hand hat. Tatsächlich wurde bald darauf eine Eisenbahnerkonserenz nach Düsseldorf einberufen, die aber von der Polizei ausgehoben wurde. Bei einer ausgehobenen Geheimdruckerei fand man ein Rundschreiben, in dem ausgeführt wurde, es sei notwendig, die wehrhaften und zum Kampf ent­schlossenen Proletarier in neuer Form zu Hundert­schaften zu organisieren.

Weitere Zeugenvernehmung Mittwoch.

mächtigen und Allwissenden, daß Sie nach bestem Wissen die reine Wahrheit gesagt und nichts ver­schwiegen haben" und der Zeuge hierauf die Worte spricht:Ich schwöre es, so wahr mir Gott helfe". Wie bisher hat der Schwörende bei der Eidesleistung die rechte Hand zu erheb

Stumme leisten den Eid in der Weise, da

Die Frage des Gelingens des Unternehmens sei die Frage des Besuches. Man wolle über die Hitlerjugend alles erfassen, was zwischen dem 12. Lebensjahr und der SA., dem Stahlhelm und der Deutschen Arbeitsfront liege. Die Preise seien so gehalten, daß man glaube, es jedem Jugendlichen ermöglichen zu können, das Theater zu besuchen. Es sollen zahlen: Volksschüler 40 Pf., Schüler höhe-

urteilt werden. Einem Angeklagten konnte da­gegen die Teilnahme an der Tat nicht nachgewie-

Stumme leisten den Eid in der Leise, daß sie I len werden. Es konnte auch nicht festgestellt werden, die Worte:Ich schwöre bei Gott dem Allmäch- daß er als Alleintäter gehandelt hat. Er mußte des- tigen und Allwissenden, daß ich nach bestem Wissen halb frelgesprochen werden.

die reine Wahrheit gesagt und nichts verschwiegen --

habe" niederschreiben und unterschreiben. Stumme AklNUll erUN§ der Wahlen M Spanien? die nicht schreiben können, leisten den Eid . ..

mit Hilfe eines Dolmetschers durch Zeichen. Gibt Madrid, 29. Nov. Nach einer Statistik über ein Zeuge an, daß er Mitglied einer Religions- das Ergebnis des ersten Wahlganges in Spanien gesellschaft sei, der das Gesetz den G e b r a u ch haben die Rechtsparteien bisher 149 Sitze, gewisser Beteuerungsformeln an > die M i t t e kpa rte i e n 101 Sitze und die Li n ks- Stelle des Eides gestattet, so steht eine unter der Beteuerungsformel dieser Religionsgesellschaft abgegebene Erklärung der Eidesleistung gleich.

Graudenz, 28. Nov. (WTB.) Unter unge­heuerer Teilnahme der deutschen Bevölkerung fand heute nachmittag in Graudenz die Beisetzung der in der vergangenen Woche ermordeten deutschen Bür­ger, des Schmiedemeisters Krumm und des In­stallateurs R i e b o l d , statt. Die Kirche mußte ab­gesperrt werden, so daß mehrere tausend Menschen keinen Einlaß mehr Janben. Die beiden Särge waren vor dem Altar aufgebahrt. Pfarrer Dibell hielt die Trauerpredigt, in der er u. a. ausführte, daß die beiden Toten als aufrechte Männer ihr Leben für ihre Brüder gelassen hatten. Nicht Haß solle aus dem Blut der beiden Märtyrer erwachsen, sondern der Wille zum ge­schlossenen Zusammenstehen für die Freiheit des Glaubens und des Volkstums.

Im Namen der deutsch-evangelischen Kirchenbe­hörde sprach Superintendent Hildt, der betonte, bie deutsche Minberheit werbe furchtlos unb ent­schlossen ihren Weg weitergehen in ber Hoffnung, daß bie furchtbaren Folgen ber blutigen Aus­schreitungen dazu beitragen mögen, all den Haß, der dahin geführt hat, zu überwinden unb zu einem verständnisvollen Zusammenleben ber beiden Volker zu gelangen.

Der Trauerzug von ber Kirche zum Fried- yof wurde zu einer Kundgebung, wie sie Graudenz seit ber Abtrennung vom Reich nicht erlebt hat. Inufenbe umsäumten in ehrfurchtsvollem Schwei- gen bie Straßen. Insgesamt nahmen wohl an- nahernd 10000 Deutsche teil. Es muß anerkannt werben, baß bie polnische Polizei nach ben bluti­gen Vorgängen ber vergangenen Woche alle Vor­kehrungen getroffen batte, um burch umfaffenbe Absperrungen einen roürbigen Verlauf der Trauer- feier zu sichern, die mit dem Gesang der drei nisten h e r ü b e r 3 u j I e f) e n unb für ihre Strophen des LiebesIch hat einen Kameraben" Zwecke einzuspannen.

grofje Fehler enthalten. Völlig unzutresfenb sei ber Bericht über bie geschlossene Sitzung, in ber ein Referat über bie Zersetzung von Reichswehr, Polizei usw. gehalten worben sein soll.

Berlin, 28. Nov. (WTB.) Der Reichsminister I , einer längeren Einleitung, bie vom Vorst- für Ernährung unb Lanbwirtschaft, Darrs emp» ke"ben wiederholt unterbrochen wirb, stellt ber An- fing heute anläßlich ber Unterzeichnung bes deutsch- £etIa?te , ® 1 11 r o f f die Frage, ob der Zeuge polnischen Roggenabkommens ben ©efanbten der Kriminalrat Heller ein Dokument besitze, aus dem polnischen Republik, Lipski. Die Unterredung oer- hervorgehe, daß die deutschen Behörden zwischen dem lief in sehr freundschaftlicher Form. Der Gesandte 201 u"öf 28> Kbruar 1933 einen bewaffneten kom- gab seiner Befriedigung über das Roggenabkom- ^ufJ.tanb erwartet haben, und ob es

men, das erste praktische Ergebnis in der "ästig fei, daß sie für einen olchen Fall bewaff- Bereinigung 6er deutsch", polnischen «stifte In Bereit,-hast gehabt Huben.

Wirtschaftsbeziehungen, Ausdruck und er- el e r «widert, em solches Dokument könne klärte insbesondere, daß zweifellos dieses Abkomm-n er nicht vorlegen, denn es fei Aufgabe der Schutz- auf dem Gebiet des internationalen Warenverkehrs poIl3GI' ber ®c% e,mes. lachen Aufstandes zu b e- einen wertvollen Beitrag zu ben Bestrebungen ber 9c$nen- Die Schutzpolizei, betonte ber Zeuge, ist europäischen ßänber liefere, ber Lanbwirtschaft m 9"! ganzen Monaten TagundNachtinBe- stabile Marktverhältnisse 3u schaffen > t s ch a f t g e w e s e n, um bie kommunistischen Reichsminister Darrs ging auf ben Grundgedan- 7er.rorafle' Demonstrationen usw. abzuwehren. Es fen unb ben Zweck bes Reichsnährstandgesetzes ein kein Geheimnis, baß wegen ber Aufstanbsgefahr unb betonte, baß biefes Gesetz bie Voraussetzungen ba5 Land in befonbere Polizeigruppen ein-

für Deutschlanb schaffe, über ben Weg ber Handels- teiIt roorben *fL

Politik zu einer Befriedung der Verhält« Mehrere andere Fragen Dimitraffs werden vom nisfe in (Europa zu kommen. | Gericht nach kurzer Beratung als nicht zur Sache

gehörig abgelehnt. Zu einem Anträge Dimi- troffs, Thälmann als Zeuge zu vernehmen, erklärt der Oberreichsanwalt, Thälmann sei ein voll-