Nr. 280 Erster Blatt
183. Zahrgang
Mittwoch, 29. November 1933
GietzenerAnzeiger
General-Anzeiger für Oberheffen
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iironitnr« ow Main 11686
Versailles die Wurzel alles Nebels.
Abrüstungsdeba te im britischen Llnlerhaus. — Baldwin fordert enge Fühlungnahme mit
<^eu sch änd und Verständnis 'ür seinen Friedenswillen.
Das Märchen über die N.ckelernfuhr
sollte vielmehr Deutschland ihre Hand entgegen, strecken und mit ihm bereitwillig st die punkte erörtern, in denen es sich in seiner nationalen Ehre gekränkt siihck.
Der Zusatzantrag der Arbeiterpartei zur Thronrede wurde mit 424 gegen 53 Stimmen abge- l e h n t. Die größere Zahl der L i b e r a l e n stimmte unter Führung von Sir Herbert Samuel für die Regierung, obwohl sie jetzt auf der Oppositions- feite sitzen.
Italien im Brennpunkt.
Englische Wühler in Rom -Litwinows Besuch.
Berlin, 29. Roo (CNB. Funkspruch.) Die diplomatische Verhandlungen über die mit der Abrüstung zusammenhängenden Fragen haben in ; den letzten Tagen in Rom sehr aktiv eingesetzt. Die Nachrichten englischer Blätter weisen darauf hin, daß der englische Botschafter in Rom, i Sir Erik Drummond, in seiner letzten Unterredung mit Mussolini bemüht war, die Haltung Italiens gegenüber dem Völkerbunde in einem für Genf günstigeren Sinne zu beein;luffcn. Der frühere Generalsekretär des Völkerbundes hat damit die Bemühungen unterstützt, die gleichzeitig von seinem Genfer Nachfolger A o e n o l, der nicht über das gleiche internationale Prestige verfügt, in Rom unternommen worden sind.
Es wird nicht berichtet, daß Mussolini sich zum Völkerbundssreund habe bekehren lassen, doch glaubt man in England ein Nachlassen der italienischen Pressekampagne feststellen zu können. Auf alle Fälle hat sich ergeben, daß das Schicksal des Völkerbundes keine vordringliche Angelegenheit und überhaupt nicht wichtig genug ist, um die Großmächte in diesem Augenblick zu beschäftigen. Avenol wird zunächst in London und Paris weller- oerbanMn. Irgend welche Entschlüsse scheint
Großbanken und Mgionalbanken als Verieiler des Kredits.
Aus dem Untersuchungsausschuß für das Ban.wesen.
London, 28. Nov. (TU.) Die Verdächtigungen, daß Deutschland feine Nickeleinfuhren z u Rüstungszwecken erhöht habe, wurden im Unterhaus vom englischen Handelsminister Run- ciman zurückgewiesen. Er sei unterrichtet, daß neuerlich ein großer Nickelverbrauch in Deutschland für Münzzwecke stattgefunden habe. Davon, daß die deutsche Nickeleinfuhr für Rüstungszwecke benützt werde, wisse er nichts.
Italien bis zu einer Klärung der Grundzüge der Abrüstungssrage aufgeschoben zu haben. Auch scheint sich zwischen England und Italien zunächst nur Einverständnis darüber ergeben zu haben, daß die traditionelle Fühlungnahme zwischen den beiden Ländern aufrecht er Hal» t e n werden soll. Italien will sich aber auch gegenüber England in keiner Weise feftlegen, ehe es über d i e deutsche Auffassung genau informiert ist.
Ein weiteres wichtiges Ereignis der internationalen Politik wird die für Anfang Dezember bevorstehende Zusammenkunft zwischen Mussolini und Litwinow in Rom bilden. Litwinow hat zwar schon im Jahre 1922 an der Konferenz zu Genua teilgenommen und im Jahre 1930 in Mailand eine Zusammenkunft mit dem damaligen Außenminister Grandi gehabt, eine Begegnung mit dem italienischen Regierungschef ist aber trotz der engen wirtschaftlichen Zusammenarbeit und der politischen Freundschaft der beiden Länder noch nicht erfolgt. Italien hat im Augenblick ein besonderes Interesse daran, einer ausgesprochen französischen Orientierung der russischen Politik entgegenzuarbeiten.
Geopolitik - MenpoM.
Von einem führenden Mitglied der Ar- beitsgemeinschust für Geopolitik erhalten wir folgenden Aufsatz zur Verfügung gestellt:
Als im Jahre 1931 vom Reichstagsabgeordneten n g n c r im Auftrag des Reichsministers Darrs die 21 r b e i t s g e m e i n j d) a f t für Geopo- litif gegründet wurde, sch.oß sich der Bund der Nationalsozialist.ichen Weltanschauung mit den beiden Prinzipien oer Bewegung — Bmt und Boden — zu einem organischen Ganzen, das auch die wissen,chafti>che Bearbeitung der beiden ideellen Säulen uer Bewegung in sich schloß.
RassenpoNlik ist jchan längst etwas Vertrautes, etwas Seibstveistaitüliches für den Politiker oes 20. Jahrhunderts, der sich aus den Fesseln pes „fürstlichen" Denkens befreit Hal. Die Vertiefung oer ruhenpolitischen Grundsätze durch die wis- senich.ftluche Lehre ging ganz parallel mit der prak- t‘|aM 0>e|tditung des Rassegedankens. Wir haben heute eine gut duichgebildete, mit den rnoberi ften Methoden und durchaus wissenschaftlich korrekt arbeitende Rassenlehre, die bereits imstande ist, das Rüstzeug für das schwierige Problem des rassischen Rechts, für die rechtlichen Grundlagen des neuen Staatsaufbaues usw. zu liefern.
So sehr aber in der Oeffentlichkeit der Rassen- gedanke ins Bewußtsein so ziemlich aller toüjiajtcn gedrungen ist, |ö wenig ist die zweite Grundlage jeguchei' oig.,nischei», natürlichen und lebcnsbeja» benben Weltanschauung — der Gedanke der Boaenverbuiidenheit — Allgemeingut des deutschen Volkes geworden. Lediglia) in dec V.r- binbung der beiden Worte, in der Gesetzgebung als ’-Ö.gri)| der Rückkehr zu natürlichen ^.v.ns- fotmen hat der „Loden-Gedanke" Wurzel gefaßt. In Wirilichkeit ist aber doch sein. W.muni. ... weit tiefer gehende, eine viel umfassendere. Schon eiii kurzer Blick auf die Gesch.chie uer Kriege, auf bi.' Wirkungen der Lage una Begrenzung eines Staates, eine Betrachtung des Verkehrswesens, der innerstaatlichen Organisation eröffnet eine ganz eigenartige Perspektive über die Auswirkungen des „Boeens' und des „Raumes" auf das völkische und ft Ruche Leben
R>eiiil man z. B. ine Birkungen der Insettage Gioobritanniens ansieht oder feststellt, daß ein ö ud ooer ein Gebirge gute Grenzen sind, so wird i1-) jeder sofort an die Schule erinnern, an die ein« f. ch.n -Kenntnisse der unteren Klassen und finden, dutz er eigentlich schon längst die Bedeutung des Vouens velstanoen hat, aber daß er sich nicht um einen Einbau dieser Form des bobenmibumenen Denkens in jein Weltbild gekümmert hat Manchen kaufen ist es allerdings eine Selbstverständlich.eit: S- V. den Verkehrstechnikern, den Seeleuten, den Soldaten usw. Aber so sehr vielleicht der Gedanke des Zusammenwirkens zwischen Volk, Staat und Boden dem einzelnen geläufig, so wenig ist darüber bis heute in verjchiedenen wissenjchaftlichen Disziplinen zu bemerken insbesondere hat die Staatslehre sich noch immer nicht vom rein juristischen Standpunkt entfernt.
Uno doch liegt gerade das so nahe. Der Führer hat wiederholt darauf hingewiesen, daß der Staat kein lebloses Drganifat.onsgebilbe ist, sondern die höchst lebendige Lebensform eines Volkes darstellt. Und nichts ist dann selbverständlicher als die Beziehung dieses Volkes zu seinem Lebensraum zu untersuchen.
Es leuchtet ein, daß ein Steppenvolk in einem Waldland kaum gedeihen wird, ein Gebirgsvolk in Wüsten zugrunde gehen muß. Es ist eine altbekannte Tatsache, daß der nordische Mensch nicht in den feucht-heißen Tropenländern siedeln kann oder daß sich in den nördlichsten Festlandgebieten niemals Staaten bilden konnten. Alles das ist Mgemeinwis- sen. Die Verbindung Rasse-Boden ist in dieser Form etwas Selbstverständliches. Für die nationalsozialistische Idee, muß aber das Interesse viel weiter gehen und aus diesen Selbstverständlichkeiten eine Forschung aufgebaut werden, die auch die unbekannten Fäden zwischen Rasse und Raum ausfindig macht, um daraus auf Staatsaufbau, Gesetze bes Raumes, der Außenpolitik usw. schließen zu können.
Wir haben es dann allerdings mit einer Staatslehre zu tun, die weniger juristisch als biologisch : geographisch bestimmt ist. Der Staat ist in dieser Betrachtung fein Vertragsgebilde mehr, wie ihn die französische Revolution und der Liberalismus sehen wollte, sondern ein Ueberindi- viduum das nach ganz eigenen Lebensgesetzen lebt, werden und vergehen kann und eine bestimmte Grundidee erfordert
Diese Auffassung ist aber dem Nationalsozialisten nicht nur nicht fremd, sondern zu einem Kernpunkt feiner Staatsauffassung geworden. Darum ist es auch nur folgerichtig, wenn sich die Bewegung mit der von den Liberalen verlästerten, verkannten und zurückgeschobenen Geopolitischen Wissenschaft eingehender beschäftigt, die schon längst bestrebt war, das wissenschaftliche Rüstzeug für eine organische Staatsidee zu liefern. Die Geopolitik, wie sie oon Prof. Karl Haushofer in München, begründet worden war, ist eben jene Disziplin, die ergänzend an die Seite der Rassenlehre tritt und das Zweigestirn „Blut und Boden" auch in den Wissenschaften heimisch macht
Es ist hier, wie so oft: ein glänzender Gedanke, eine fruchtbare Idee liegen zum Greifen bereit, aber erst die Entwicklung einer gewissen Reife der Dinge hebt sie aus dem Hintergrund hervor, um sie in den Kreislauf der Welt einzuschalten. Die Erkennung der Bedeutung der wissenschaftlichen Geopolitik als der Lehre oon Boden und Raum für den Staat war eben erst dem Nationalsozialismus Vorbehalten und eine vielleicht gewaltsame Konstruktion einer neuen wissenschaftlichen Disziplin ist vermieden. „Geopolitik" bedeutet ursprünglich die Ver-
London", 28. Nov. (WTB.) Im Unterhaus äußerte sich Baldwin über die außenpolitische Uage. Die zur Zeit lausenden Besprechungen könnten d r e i e r l e i E r g e b n i s s e haben:
1. Die Entwaffnung aller Länder auf den Stand der gegenwärtigen Rüstung Deutschlands.
2. Die Beschränkung der Rüstungen durch ein Verbot aller schweren Angriffswaffen! in diesem Falle würden die hochgerüsteten Staaten bis zu einem gewiss.n Punkt abrüsten, während Deutsch land bis zu diesem Punkt aufrüsten würde.
3. Ein unbeschränktes Wettrüsten. Diese dritte Möglichkeit dürfe unter feinen Umftänben zugelassen werden.
Großbritannien fei nicht der Ansicht, daß irgend ein Land dauernd in einem Zustand der Unterlegenheit hinsichtlich der Bewaffnung gehalten werden könne. Man könne nicht e r w a r t e n , daß ein Land in einer solchen Lage verharren wolle. Deulsch- land habe, so fuhr Baldwin fort, große in nere Probleme zu lösen. Es brauche daher den Frieden, und man hoffe, daß es ihn auch roünfae. GroßÖrii'annien, Frank reich und Italien müßten alle i n dierekte Berührung mit Deutschland kom-
i men md einen IBei ausfindig machen, der einen Fortschritt erhoffen lasse.
Baldwin sprach die Hoftnung aus, daß die Ab- rüftungsirage später einmal wieder eine Angelegen- ; heit des Völkerbundes würde und in feinem Rahmen weitere Rüstungsverminderunge'n vorg.nom- 1 men würden, so baß man sich auf diese Weise Schritt um Schritt dem Ideal der Abrüstung nähern könnte, das alle Menschen erstrebten, an dessen Verwirklichung in naher Zukunft aber nur einige wenige Enthusiasten glaubten.
„Ich möchte", so fuhr Baldwin fort, „Frankreich sagen, daß wir und die Franzosen die Erben und Inhaber einer großen und alten Zivilisation sind: Wenn das, was wir erhalten haben und was wir der Welt gegeb.n haben, verloren geht, dann wird es nach meiner Ansicht sich n'cht verlohnen, in dieser Welt zu leb n. Unfire Belange stehen einander sehr nahe. Unsere Freundschaft ist erprobt und sicher, und ich hosse, so schloß Baldwin seine Rede, daß es <5ate an Seite mit uns i m Kampf um einen sicheren Frieden steht, den die Franzosen von Grund ihrer Seele ebenso wünschen, wie jedermann in England" (Beifall).
Der Konservative O'C o n n o r erklärte, am besten wäre wohl, den „Zant" über die Abrüstungsfrage zu vergessen und die Wurzel allen U ebels in Angriff zu nehmen.
Wir müssen, so sagte O'Eonnor, an die Revision des Versailler Vertrages gehen. 3d) glaube nicht, daß es für Europa Frieden und Hoffnung geben wird, bevor diese Revision vorgenommen worden ist. Europa muß nicht in den Schmelztiegcl geworfen werden, denn es befindet sich bereits darin. Die Fragen des Korridors, die ungarische Frage und die Lage im Saargebiet müssen in Angriff genommen werden.
Es ist zu begrüßen, daß der Staatssekretär des Aeußeren zu verstehen gegeben hat, daß es einen diplomatischen Meinungsaustausch üh die Lage geben wird. Das britische Parlament ist ein Parlament des Volkes und hat vielleicht mehr Aehn - lichkeit mit der deutschen Regierung und denen, die den Krieg durchgemacht haben, als irgendein anderes Parlament seit dem Kriege. Das Parlament wird nicht auf die Ratschlage von Leuten warten, die niemals im Ernstfälle einen Schuß gehört haben.
Es ist Ausgabe des Parlaments, der Regierung die Notwendigkeit dec Revision aller dieser Quellen von Schwierigkeiten und Gefahren vor Augen zu halten. Die Regierung sollte die Sache nicht so auffassen, daß dies ein diplomatischer Sieg Deutschlands wäre. Sie
binbung von Geographie und Politik, also d i e Erforschung der röurnlichenDynarnik aus die Politik, sowie die Rassenlehre die Erforschung der rassischen Dynamik auf die Politik zur Grundlage hat.
Es ist somit eine praktische Wissenschaft, mit der wir es $u tun haben. Es ist ein Wissenschaft, die mehr an die Kunst gemahnend, die Fähigkeit der Intuition im höchsten Maß erfordert, um gerade das, was für die Politik entscheidend ist — die politische Voraussage — zu ermöglichen. Geopolitik ist demnach keine Wissenschaft im üblichen Sinn. Sie ist vielmehr unsystematisierte Erkenntnis einer unserer beiden wichtigsten Lebensgrundlagen — des Bodens —, die dem Befähigten das Rezept des praktischen Handelns, dem Volk aber das alte durch die Verstädterung verloren gegangene Gefühl und Verständnis für die räumlichen Grundlagen der Politik gibt.
Geopolitik und Raffenpolitik — Blut und Boden . — find die beiden großen Linien, die zusammen- ! strömend das Gebäude des künftigen Staatsauf- j baus des deutschen Volkes ergeben werden. Darum i
Berlin^, 28 Nov. In der heutigen Sitzung stellte Dr. Schacht zum Problem der besseren Kreditverteilung die Frage in den Vordergrund, ob es nicht empfehlenswert sei, an die Stelle des weitverzweigten Filialbanknetzes e i n S y st e m van N e g i o n a 1 b a n f e n zu fetzen. Dr. Rummel legte dar, daß im allgemeinen die Generaluntasten bei den Filial-Großba:>..'en kleiner fein werden, als bei den Provinzgroßbanken. Dagegen herrsche bei den letztgenannten eine engere Verbun - den heit zwischen der Bankleitung und der Kundschaft. Selbst dem hervorragendsten Filialbankleiter fehle immer etwas, was den kleinsten Regionalbankdirektor auszeichne: nämlich d i e letzte Verantwortung. Die enge Verbundenheit zwischen den Negionalbanken und ihrer Kundschaft habe in der Kreditkrise des Jahres 1931 dazu geführt, daß sich die Folgeerscheinungen der Krise bei den Negionalbanken nicht so'stark n u 5 ro i r f t e n. Eine Zerschlagung der Großbanken zugunsten der Regionalbanken sei abzulehnen, dagegen sei eine allmähliche, organische Rückentwicklung der Großbanken und eine Zurückziehung der Großbankniederlassungen zu befürworten, die nicht unbedingt erforderlich sind.
Baron von Schröder erklärte, wenn der Staat Teile der ihm de facto gehörenden Großbanken benutze, um damit dem gesamten Regional- । Banken-System zu helfen, so würde dies nur im I Sinne eines organischen Wachstums der Regional-
sind beide Teile Pflichtgsgenstand der nationalen Bildung, notwendige Erkenntnisse der neuen Generation. „
©er teuische Gchnti m Wien.
Die österreichische Negierung spricht ihr Bedauern aus.
Berlin, 28. Nov. (WTB.) Der österreichische Bundeskanzler Dr. Dollfuß hat dem deutschen Gesandten Dr. Rieth anläßlich des Zwischenfalls an der deutsch-österreichischen Grenze vom 23. No- vember, dem ein Angehöriger der Reichswehr zum Opfer gefallen ist, sein ve- dauern ausgesprochen. Der Bundeskanzler Hal dabei milgeteilt, daß er alles veranlaßt habe, um eine schnelle und vollständige Aufklärung dieses schmerzlichen Vorkommnisses herbeizuführen und hat sich vorbehalten, zur Frage der verant- wortung Stellung zu nehmen, sobald das Ergebnis der Untersuchung vorliegt.
bauten liegen. Das Bestehen eines solchen Systems gewährleiste eine bessere Kreditvertei- lung, besonders für die mittleren und kleineren Betriebe und eine bessere Pflege des Personalkredits.
Dr. Reinhart (Commerzbank) hielt es für verfehlt, daß etwa Regionalbank, n mit öffentlichen Darlehen gegründet werden. Hinsichtlich der Kreditgewährung t t Commerzbank teilte er mit, daß vom 1. April bis 31. Oktober 33 4877 Kredite unter 100 000 Mark und nur 95 Kredite über 100 000 Mark gewährt worden feien, worin die Wandlung des Kreditgeschäftes der Großbanken deutlich zum Ausdruck komme. Er habe die Erfahrung gemacht, daß der am meisten her- umgekommene F i l i a l b a n f l e i t e r, der erst bodenständig geworden fei, die besten Qualitäten besitze. — H^rr von Moller bezeichnete es im Zuge der Dezentralisation der Großbanken für wünschenswert, dieselben von dem Uebermaß an kleinen Filialen zu befreien. Die Großbanken selbst solle man als Versorger der großen und mittleren Betriebe bestehen lassen und zunächst damit beginnen, das Filialsystem stark abzubauen. — Dir. U r b i g warnte vor einer Zerschlagung der Groß- banken, denn sowohl bei einer Tätigkeit von großen Auslandsgeschäften, als auch in währungspolitischer Hinsicht werde man auch in Zukunft dem Auslande gegenüber die bestens eingesührten und erprobten Großbanken brauchen.
Auch der hiesige österreichische Gesandte Tau» schiß Hai dem R e i ch s a u h e n m i n i st e r das Bedauern seiner Regierung zum Ausdruck gebracht, wie er auch bereits den öfter, reichischen Generalkonsul in Nürnberg gestern angewiesen hatte, an dem Leichenbegängnis teilzunehmen und an der Bahre des erschossenen Rcichswehrsoldatcn einen Kranz in seinem Auftrag niederzulegen.
Ein weiteres Todesopfer des Terrors - uchen , 28. Nov. (CNB.) Jrn Krankenhaus in Wels (Oberösterreich) ist, wie der „Völkische Beobachter" meldet, der 54jährige Bergmann Ioh. W a tz j n g e r, der am 18. September d. I. in Wolfsegg von Gendarmen durch einen Schuß schwer verletzt wurde, seinen Verletzungen erlegen. Damit hat der blutige Zusammenstoß in Wolfsegg, bei dem eine Gen dar« mericabteihing auf die in einem Gasthause versammelten Wolfsegger Ratio, alsozialisten eine Gewehrsalve abfeuerte, ein viertes Todesopfer gefordert.


