Ausgabe 
29.9.1933 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Nachdruck oerbotenl

II. Fortsetzung.

&

Geschäfts-Verlegung!

c c

Inbetriebnahme der neuen Räumlichkeiten: Morgen, Samstag, den 30. September 1933

70 Musierzimmer und -Küchen

ABENDS FAMILIENKONZERT

Im Ausschank Gießener Brauhaus-Biere. Tischbestellungen rechtzeitig erbeten. Tel. 3844

05637

Annahme von Bedarfsdeckungsscheinen der Ehestandshilfe I

5974 D

Volkshalle Gießen!

<9

ERNST RAU «GIESSEN

10 Schaufenster

Ruf 2208

Qualität

Schlachtvlatten.

5979 D

2 <5

Quarantäne erforderlich.

Die Ausstellungshallen der

soevD

5988 D

Braunen Messe sSE

e

RASSOL

5994 A

verraten. Das solltest vielleicht vor Neugier

in moderner, sowie Stilform, zeigen Ihnen die letzten Schöpfungen einer mo­dernen Wohnkultur. Bitte sehen Sie sich die Ausstellung unverbindlich an.

Der verehrten Einwohnerschaft von Gießen und Umgegend zur gefälligen Kennt­nis, daß sich meine Geschäftsräume ab 30. September 1933 Brandplatz (gegenüber dem alten Schloß) befinden. Die in 3 Stockwerke aufgestellten

53 C

test mir etwas Interessantes du noch tun, sonst kann ich nicht schlafen."

Olga Zabrow zog die ein

G?

C, o'

cS

«s

S 3'

Ingenieurschule Jlmenau >.

Masdunen-u. Elektrotechnik. Au lo-u. Fl ugieugl

Lehrfabrik KrPraktikantan.Werkmeisterabteih

2

6

Ü S' cS.

1 gr. Fl. MK. 1.50

Braune Messe" Stand Nummer 54

Weitere Rezepte auf Wunsch kostenlos von der MAG Gl-Gf SEILSCHAFT Berlin W35

mengen. Verlangen Sie nur echtes Raffo! in Originalflaschen u weisen Sie Nachahmungen zurück. Allein. Hersteller: Engel­apotheke Giehen. 3« haben in allen Apotheken.

2 2 y a

lenens Schultern. Sie zog ihren. Kopf näher und berührte mit ihren Lippen fast Marlenes Ohr.

Ich glaube, dich hat einer lieb, Fräulein Groß­auge. Auf den ersten Blick hat er sich in dich verliebt. Und wärest du nicht ein jo lieber Kerl, der von zwei Röcken einen an den gibt, der keinen hat, würde ich neidisch und eifersüchtig werden." Sie küßte Mar­lene auf die Wange:Gute Nacht, Fräulein Groß­auge!"

Sie verschwand blitzgeschwind. Doch Marlene blieb wie festgebannt auf derselben Stelle stehen. Ihr schlug das Herz bis zum Halse. Es war kein Rätsel, das ihr Olga Zabrow aufgegeben, denn von wem sie gesprochen, war ja klar. Und hatte sie nicht selbst ebenfalls bemerkt, daß Achim von Mattens Blick sie so seltsam getroffen hatte? So seltsam fragend und warm?

Und gefiel ihr Achim von Malten nicht?

(Fortsetzung folgt.) !

Eröffnung:

Samstag, Zv. September

vormittags 11 Uhr

Oer Austrieb hat in der Zeit von 8-9 Uhr stattzufinden. Och, 27. Sept. 1933. Hess. Bürgermeisterei Lich, Geil.

«1h' 1 bs;

«->*** * -

t» .

Preise

M.G.Grode

Frankfurter Strabe 17 5981D

ll>I>II!lI!IllII!!!II!WI!III!I!lIIIIII!I>IIIIII!IIIIIIIII!III!IlIII!IIi

VmuneMffe

30. September bis 8. Oktober 1933

K ~ ~ o

wenig dunkel nachge­

tuschten Brauen hoch und legte ihre Hände auf Mar-

t t,

re .Q

X - 2 S S^S - «eG? e

Achim, mein lieber, lieber Junge, wenn es an dem ist, glaube ich wieder an ein Gluck für dich. Wenn auch sie dich liebgewinnt, wollte ich den Tag segnen, an dem sie über unsere Schwelle getreten. Ich glaube fest, in der Gemeinschaft mtt einer ge­liebten Frau vergäßest du ine allzu bösen Tage.

Er küßte noch einmal die schmalen Hände, über die sich die Haut wie leicht zerknitterte stumpfe Seide legte.

Mutter, ein Fünkchen Hoffnung auf Glück und allerlei Träume sind jetzt in mir, an die ich noch nie ernstlich gedacht. Gute Nacht, Mutter. Es ist bald elf Uhr. Ich wünsche dir, daß du heute friedlich schlafen kannst." Er. lächelte:Wir wollen heute beide gut schlafen. Mir ist, als müßten sich nun bald die dunklen Wolken zerteilen, die schon allzulange über Maltstein standen."

Sie trennten sich.

Et.~2i

ei

£ w e o

L rr

Ein Lied vom Glück

Vornan von Anny von panhuys.

Als Marlene geendet, sagte Frau von Mallen versonnen:Ich habe mich eben an den Rhien ge­träumt. Mit meinem Manne, gleich nach der Hoch­zeit, fuhr ich dorthin. Es waren sonnige, glückliche Tage."

Achim von Malten holte tief Atem.

Ich dachte eben an meine Studentenzeit. Philo­sophie habe ich studiert. Die Tage von damals lagen wie begraben in mir; nun leben sie wieder, und ich denke an viele frohe Stunden."

Olga Zabrows Stimme bebte ein wenig.

Ich verbrachte ein paar Sonnentage am Rhein, als meine Eltern noch lebten und reiche Leute waren."

Marlene griff in die Taften. Ihr war, als riefe ihr der Mann zu, was sie nun fingen sollte. Noch inniger und wärmer als am Nachmitag, sang sie das Lied, das sie selbst komponiert; jauchzend und beschwingt klang es auf:

Du bist wie ein Wunder, das zu mir kommt.

Achim von Mattens Augen ruhten, wahrend sie sang, auf Marlenes Gesicht. Seine Mutter bemerkte es, und ihr schien es mit einem Male gar nicht mehr so schwer und unmöglich, daß ihres einzigen Sohnes Lebensschifflein doch noch in einem glück­lichen Hafen landen könnte. Marlene Werner hatte ihr auf den ersten Blick ganz besonders gefallen. Vielleicht gefiel sie auch Achim, und er gewann sie lieb Eine junge, zärtliche Gefährtin brauchte er, die ihn mit sanfter Hand aus den finsteren, ver­schlungenen Wegen hinausführte, in die sich sein armer Geist verlaufen, und aus denen er selbst nicht mehr zurückfand.

Sie selbst konnte ihn nicht führen, ihr Geist wan­derte ja auch auf öden, traurigen Wegen, seit dem schrecklichen Abend, da man Lila von Born erstochen in der Bibliothek gefunden und ihn als Mörder verhaftet.

Eine Hoffnung war in ihr erwacht, und ihr ging es wie ihrem Sohn, das Lied blieb in ihr haften: Du bist wie ein Wunder, das zu mir kommtl

Als Marlene und Olga gegangen waren, sagte Frau von Malten aus tiefstem Herzen heraus:

Marlene Werner ist mir ungemein sympathisch, sympathisch wie eine Tochter."

Mutter!" Er nahm beide Hände der alten Dame und küßte sie; ein Leuchten war in seinen Augen. Ich will dir gestehen, mir geht es ebenso mit ihr. Sie ist mir ungemein sympathisch. Nein, noch mehr als das. Ich glaube, Mutter, ich habe sie lieb."

Mutter und Sohn blickten einander lange und schweigend an.

Die alte Dame ließ ihre Hände in denen des Sohnes.

SOS Eisberg

Dr. Arnold Fanks neuestes Meisterwerk. 5983c

Süddeutsche Uraufführung

Montag, den 2. Oktober.

Lichtspielhaus« Gießen

Oben, in Marlenes Zimmer, saßen die beiden neuen Freundinnen noch beisammen.

Olga tat geheimnisvoll.

Ich könnte dir etwas sehr Interessantes verraten, Fräulein Großauge." Sie lächelte:Das ist übrigens ein feiner Spitzname für dich."

Sie lachten beide. Dann fragte Marlene:

,AVas kannst du mir Interessantes verraten, Olga?"

In diesem Augenblick hörte man von draußen grelles, scharfes Pfeifen. Mehrere schrille Pfiffe hintereinander waren es, und gleich darauf flog die Tür auf. lieber die Schwelle torkelte zitternd und bebend die Haushälterin. Nach Luft schnappend, stieß sie hervor:

Die weiße Reiterin! Gütiger Himmel, die weiße Reiterin! Ich war am Wäscheschrank auf dem Gang, da hörte ich sie.

Mit ein paar Schritten war sie am Fenster. Dort, dort!" keuchte sie und wies hinaus.

Olga schaltete geschwind das störende Zimmerlicht aus und trat an das andere Fenster, wo schon Mar­lene stand. Sie mußte sich am Fensterriegel fest­halten, denn was sie sah, erfüllte sie mit Grauen. Hinter der niedrigen Mauer, auf mondhellem Ge­lände, sah sie ein weißes Pferd und auf seinem Rücken eine weiße Gestalt. Während noch einmal bie schrillen Pfiffe ertönten, jagte das unheimliche Pferd mit seiner unheimlichen Reiterin durch das Licht­bereich, um dann vom Dunkel verschlungen zu wer» den. Die eine Vision, wie ein toller Spuk war alles oorbtiT

Olga verschlug das Geschehene zunächst die Stimme, Marlene aber ließ sich auf einen Stuhl nieder und rief atemlos:Das übersteigt meinen Verstand!"

Auguste ging bis an die Tür.

Ganz flau ist mir geworden. Ich kann Alkohol nicht leiden; aber jetzt gehe ich in die Küche und trinke ein Gläschen Rum."

Olga Zabrow fragte:

i ,

--

> - r c o-

Damen-Strümpfe, -f AA

feinmaschige Matt-Seide A»VV

Damen-Strümpfe, K.-Seide, A ÄA alle Modefarben........V.vv

Damen-Strümpfe, Flor mit A AA Seide, besonders haltbar JL»VU

Damen-Hemdchen, Mako und fein gestrickt, Ach- (\ selschluß .... 0.75, 0.60,

Damen-Jäckchen,'/, Arm u. A Aff /«Arm, fein gestrickt, 1.10,

Damen-Schlüpfer, feines A ff A

Mako.............0.75, U.DU

Herr.-Hosen, fein gestrickt A AA u.Wolle gemischt, alle Gr. JL.UU

tz-Z 2 5 2

«'S u

Alle Schweine,SÄSÄ solche mit steifen Beinen, gesunden und 163D

entwickeln sich überraschend schnell, wenn Sie durch jedes Futter 1 Eßlöffel voll echtes

Und das, was wir eben gesehen haben, das sieht man öfter?"

Auguste nickte nurj fie war zu aufgeregt.

Sie legte beide Hande vor das Gesicht, und ihre Schultern zuckten.

Marlene ging zu ihr.

Sie weinen doch nicht etwa, Frau Helm? Dazu wäre doch gar kein Grund vorhanden."

Die Hände fielen langsam nieder.

Nein, ich weine nicht; aber ganz konfus hat mich die Geschichte gemacht. Wäre ich nicht schon so lange im Schloß, ich schnürte gleich mein Bündel, und morgen früh würde ich weggehen für immer.

Aber Sie sahen das na, sagen wir mal vor­läufig Gespenst doch heute nicht zum ersten Male nicht wahr?"

Auguste bestätigte: _

Natürlich, ich sah es nicht zum ersten Male, aber ich wäre nach dem ersten Male weggerannt, wenn das so einfach gewesen. Aber wie das so ist, mit der Zeit hängt man an der Herrschaft; alles wird einem selbst zur Heimat."

Sie bedeckte wieder ihr Gesicht flüchtig mit den Händen.

Olga Zabrow hatte ihren Schreck völlig über­wunden; sie zuckte mit den Achseln.

Na, wenn die weiße Reiterin weiter nichts ver­bricht, als daß sie ein bißchen pfeift wie so'n ver­gnügter Straßenbengel und vorbeisaust, als ob der Teufel hinter ihr her wäre, dann lohnt es ja auch nicht, sone Stellung wie hier aufzugeben. Im Gegenteil ich meine, ein Spuk von der origi­nellen Sorte wie dieser macht erst richtig Spaß, wenn man ihn öfter sieht."

So leichtfertig sollten Sie doch nicht über solche Dinge reden. Geister vertragen nicht, daß man über sie spottet, sie rächen sich", erwiderte Auguste em­pört.

Olga wollte eine übermütige Antwort geben, aber Marlene zwinkerte ihr zu, und da schwieg sie.

Auguste sagte nach tiefem Atemholen:

Nein, Spott vertragen die Geister nicht. Aber ich will nun gehen."

Sie faßte nach der Türklinke.

In diesem Augenblick ertönten von neuem die schrillen Pfiffe, und wie auf Verabredung stürzten alle drei ans Fenster. Da kam sie wieder vorbei­gejagt, die weiße Reiterin, jagte zurück in der Rich­tung, aus der sie vorhin aufgetaucht.

Marlene durchschauerte es bei dem seltenen An­blick von Kopf bis zu den Füßen. Ein Lachen Olgas störte sie, und fie jagte fast unwillig:

Und wenn du noch mehr lachst, ganz wohl ist dir bei der Sache auch nicht!"

Die Baronesse wurde ernst.

Meinetwegen! Ich will es zugeben, ganz wohl ist mir bet der Sache wirklich nicht. Der einzige Trost ist, vorläufig wird sich die Unheimliche ja wohl nicht wieder zeigen."

Schachklub Giehen 1858

Simultanspiel und llimlspiel im Bewerkschaftüliaii« heute >bd.8.15. 600aD Morgen Samstag

Schlachtfest im Gambrinus, Frankfurter Straße Ab 9 Ubr Wellfleisch mit Kraut. Abends

TUUGS'h,

Auguste Helm sah die rotblonde Baronesse freund­licher an.

Wenigstens gaben Sie zu, daß Sie sich auch fürch- ten. Und ick) rate Ihnen, spotten Sie nie mehr übrf die weiße Reiterin. Ich habe schon oft von ®e« spensterrache gehört."

Obwohl Olga eben zugegeben, die weiße Reiterin hätte auch ihr einiges Unbehagen verursacht, wollte sich schon wieder ein Lachen über ihre Lippen drän­gen; aber ein Blick Marlenes hielt sie in Schach. Der Blick schien zu sagen: Weshalb willst du die gute Frau verärgern? Laß ihr den Geisterglauben, den wir beide nicht haben, wenn uns das Ge­schehene auch allerlei Kopfzerbrechen bereitet.

Es klopfte energisch. Ein Diener stand im Tür­rahmen.

Frau Helm, die gnädige Frau braucht sie. Die Gnädige hat plötzlich einen Anfall erlitten und große Atemnot..."

Auguste nickte:Ich komme sofort."

Der Diener entfernte sich, und die Wirtschafterin erklärte, schon auf die Tür zugehend:

Die Gnädige leidet an Asthma. Wenn sie sich erschreckt, treten die Anfälle besonders stark auf. Dann will sie mich um sich haben."

Schon war sie fort, und die beiden Mädchen sahen sich an, seufzten unwillkürlich beide gleichzeitig. Darüber mußten sie lächeln. Aber dann war es, als schämten sie sich des Lächelns, weil doch Frau' von Malten jetzt litt.

Marlene schlug vor:Wir wollen schlafen gehen; ich glaube, es ist das Klügste, was wir tun können." Sie besann sich-Aber da haben wir ja etwas ganz vergessen. Du machtest mich vorhin, ehe die Wirt, schasterin kam, neugierig. Du behauptetest, du tonn-

HOTEL PRINZ CARL Der Umbau ist beendet

re o s

2 ti u .

Brandplatz (gegenüber dem alten Schloß, früher Th. Brück)

Montag, den 2. Dfto6erl933

Licher

Kirchweihmarkt

Schweine- und Krämermarki

Zum Markt zugelassen sind Tiere aus unverseuchten Gemeinden. Durch Ursprungs-Zeugnisse ist die Herkunft der Tiere nachzuweisen. Für Händlervieh ist Nachweis der

5 Q x ,-C

588qD

x

(®ne Portion koste« etwa 30 Pfennig)

Für 4 Personen .

Mm» » Pf"» W»11®'

isäk.-, EHrSvsrE SsHä gut durchrühren. und nach dem Dlederaustochen noch#, Stund, bd flrirum S-"°w

den Salzgeschmack prüfen.

3^M 3$ *-»