Ausgabe 
29.9.1933 Erstes Blatt
 
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Amtswalter, sofort bet allen Volksgenossen mtt dek Mitgliederwerbung einzusetzen. Kein Volksae- nasse dürfe sich ausschlietzen. Insbeson­dere sei es Pflicht der Parteigenossen, Mitglied zu werden. Die Amtswalter der 91623. hätten die Hauptverantwortung für ein gutes Gelingen des Werkes. Wer ein Amt angenommen habe, muffe ihm auch gewachsen sein.

Die nächste und größte Aufgabe, welche die NSV. durchzusühren habe, sei das Winterhilfswerk des Deutschen Volkes 1933/34. Der äußere Rahmen für die Durchführung fei von der Reichsleitung gegeben.

Besonders fet hervorzuheben, daß In den näch­sten sechs Monaten an jedem ersten Sonntag in allen deutschen Haushaltungen und Gast- statten das (Eintopfgericht auf den Tisch komme, und daß der hierdurch ersparte Betrag von Mitgliedern des BDM. und der RS.-Frauen- schaft noch am gleichen Tag gesammelt werde.

Die Einzelmaßnahmen über die Durchführung der Sammlung der gesamten Geld- und Sachspenden waren dann noch Gegenstand eingehender Bespre­chung.

Die Versammlung klang aus in einem dreifachen Sieg-Heil auf den Führer.

Geschichten aus alter Welt.

Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!

Das Geisterhaus.

rp Madrid.

Sn einer spanischen Mittelstadt sagten die Stadtväter aus vergnügtem Herzen3a dazu, als sich ein sehr gut angezogener Herr in mitt­leren Jahren bei ihnen um die Erlaubnis bewarb, am Rande der Stadt einen Vergnügungspark auf. zubauen. Als besondere Attraktion verhieß der seriöse Fremde das Geisterhaus oder Gespenster, schloß, eben jene bekannte älnterhaltung, in der man für wenig Geld über verschwindende Treppen, stürzende Zimmer rutschende Teppiche und andere erfreuliche Schrecknisse hinweg von oben bis unten durch ein Haus hindurch geschoben, getragen und gestürzt wird, um dann schließlich in lachender Erschöpfung über eine Rolltreppe wieder in Frei, heit zurückzurutschen.

Die Referenzen, die der betreffende Herr aus großen Städten ganz Europas vorlegen konnte, waren ausgezeichnet, seine Bedingungen denkbar günstig, und da er sogar gegen die Vergnügungs­steuer nicht die geringste Einwendung erhob, wurde der Vertrag perfekt. Schon nach drei Wochen fand die prächtige Eröffnung des Ver­gnügungsparkes statt, der sein Gastspiel auf acht Wochen festgesetzt hatte. Die Stadt sprach nur noch von dem Geisterhaus, und der Zustrom zu dieser wahrhaft teuflischen Unterhaltung war un­geheuer. Die im Geisterhaus untergebrachten Hilfskräfte des Unternehmers hatten alle Hände voll zu tun, um die vergnügt aufschreienden und erschreckten Besucher durch das Labyrinth hin­durchzuführen.

3n dieser Zeit nun liefen auch bei der Polizei unglaublich viel Anzeigen über Verluste von Brief­taschen und Geldbörsen ein, die nicht aufgeklärt werden konnten. Die Polizei war fast Tag und Rächt unterwegs, um den ihr bekannten Taschen­dieben mit besonderer Sorgfalt auf die Finger zu sehen. Die Taschendiebe der Stadt aber schienen S'e Ferien zu haben. Die Diebstähle jedoch

ten sich von Tag zu Tag. Kommissar Rodri­guez hatte endlich den erlösenden Gedanken. Er stellte sest, daß alle jene, die den Verlust ihrer Brieftasche anzeigten, auch Besucher des Geister- Hauses gewesen waren. Er sah hierin einen Zu­sammenhang. Mit 50 Geheimpolizisten stattete er unter der Maske zahlender, vergnügungshungri- ger Besucher dem Geisterhaus einen Besuch ab. 3eder Beamte hatte eine auffallend dicke Brief­tasche, leicht greiflich, in der Drusttasche stecken. Die Beamten mischten sich derart unter die De- sucher, daß unter dreien immer ein Polizist war. So schob sich der Strom in das Geisterhaus. Plötz­lich schrillte zum größten Erstaunen der nach Hun­derten zählenden Aeugierigen, die Tag und 2lbend das Geisterhaus bewundernd umstanden, ein greller Pfiff. Die Maschinen standen still, ohne irgendwelche Gefährdung kamen die zum Teil sehr verblüfften Zuschauer heraus. 3eder Dritte, eben der Polizeibeamte, ater hielt einen der Ange­stellten am Kragen. Die Fest genommenen wurden auf das Präsidium geführt. Der Unternehmer und sein großer Mitarbeiterstab wurden verhaftet, der Vergnügungspark wurde selbstverständlich ge­schlossen. Die Untersuchung ergab, daß eine inter­nationale Laschendiebbande das Unternehmen nur aufgezogen hatte, um in den dunklen Gängen des Geisterhauses die durchgerüttelten und durch­geschüttelten Besucher um ihre Brieftaschen er- leichtern zu können.

Einbrecher als Literaturfreunde.

(Av) Rom.

Das geschah in Venedig. 3n einem zur Zeit nicht bewohnten alten Palais. Dunkle Gestalten benutzten das nächtliche Dunkel und verübten einen wohlvorbereiteten und tadellos ausgeführten Ein­bruch. Gold- und Silberschätze, alte Gemälde von beträchtlichem Wert und sonstige Kostbarkeiten lie­ßen die Burschen unbeachtet liegen. Sie nahmen lediglich die in Leder gebundenen gesammelten Werke von D'Annunzio mit. Zweiunddreihig dicke, schwere Bände, deren Transport den schwe­ren Jungen bestimmt einige Schwierigkeiten ver­ursachte.

Donnerwetter auch, müssen das gebildete Ein­brecher gewesen sein!

Der Kapitän auf der Gemsenjagd.

C. R. Athen.

Dor Kanea auf Kreta liegt ein kleines Insel­chen, wo Schiffe bei schwerem Sturm die Besse» rung des Wetters abwarten, um dann in den Hafen von Kanea einzufahren. An solch einem ungemütlichen Tage, an dem die See tobte und in allen Tonlagen die Windsbraut im Takelwerk des Dampfers fang, hatte ein fremdes Schiff im Hafen der kleinen Insel Schutz gesucht. Der Kapi­tän steht mürrisch auf der Drücke, da, plötzlich sieht er m der Ferne dunkle Schatten, die wild über Stock und Stein springen. Gemsen!! ruft der Ka­pitän, packt fein Jagdgewehr und landet zur Gem­senjagd. Auf dem schwierigen, steinigen Gelände gelingt es ihm auch, drei dieser seltenen, schwar­zen Tiere zu erlegen, die er triumphierend an Bord bringt. Das Wetter bessert sich und der Dampfer fährt nach Kanea ab. Da erscheint ein Grieche am Ufer und sucht, laut gestikulierend, die Schiffsmannschaft auf sich aufmerksam zu wachen. Die aber fahren lachend davon. Der in feine kretensische Tracht gekleidete Dauer macht fein kleines Doot los und fährt auch nach Kanea. Und sieht das Schiff wieder. Dann geht er zum Konsul, der hört eine lange, unglaubliche Ge­schichte von Diebstahl, Viehraub u. dgl. und begibt fich mit seinem griechischen Kläger an Dord des verdächtigen Dampfers. Dort spricht er mit dem Kapitän, der erzählt ihm von seiner erfolgreichen Gemsenjagd und zeigt mit Stolz die schöne Deute. Drei völlig schwarze Gemsen liegen an Dord! Der Grieche wird immer wilder und der Konsul fällt von einem Lachkrampf in den anderen, denn der tüchtige Säger hat drei kretensische, schwarze Zie­gen erschossen und sich deS Viehdiebstahls schul­

dig gemacht. Ra, in Griechenland ist man gemüt­lich; man einigt sich bald auf den Preis der drei Gemsen", die dem Bauern hoch bezahlt werden und der sich im Stillen viele solcher Gemsenjäger an die Gestade seiner Snfel verschlagen wünscht. Der Kapitän selbst hat nie wieder über seine zoologischen Kenntnisse ein Wort verloren und auf die Gemsenjagd geht er auch nicht mehr.

Das Fest der Zeitungsjungen.

(W. Br.) Sofia.

DieVereinsmeierei" wird in Bulgarien seit jeher eifrig gepflegt. Hier gibt es Vereine der Schuhputzer, Kringelverkäufer, Schornsteinfeger und Zeitungsverkäufer. Dieser Berufsstand vereinigt nicht nur die Besitzer von Zeitungsbuden, sondern auch diefliegenden" Zeitungsjungen jeden Alters und jeder Nationalität, lieber ihre Geschäftsmetho­den ist schon viel geschrieben worden. Ihr Kapital sind ihre flinken Beine und ihre gesunden Lungen. In ein paar Minuten nach Erscheinen der Zei­tungen müssen weite Wege gemacht werden, um die Konkurrenten zu überflügeln und an entferntesten Straßenkreuzungen, in Kaffeehäusern unb Büros die Zeitungen abzusetzen. Alljährlich haben die Zei­tungsverkäufer ihr Patronatsfest. An diesem Tage werden auf der Straße keine Zeitungen verkauft, zum Leidwesen der Zeitungsbesitzer, da es Abonne­mente in Bulgarien nicht gibt und der Straßen­verkauf das Hauptgeschäft oarstellt. Arn frühen Morgen ziehen die Zeitungshändler mit ihren Fa­milien, voran die Dereinsfahne, nach dem Vorort Wladaia, wo in der Kirche der Festgottesdienst stattfindet. Herausgeber und Schriftleiter der haupt­städtischen Presse, Veteranen des Journalismus in diesem Jahre sogar ein leibhaftiger Minister, der bulgarische Gesandte in Washington finden fich hier zusammen. Nach dem Gottesdienst kommt das Volksfest im Garten mit gebratenem Hammel, gefüllten Pfefferschoten und großen Mengen billigen Weines. Es werden viel Reden gehalten, wie sich das geziemt, und am nächsten Tage bringen die Blätter spaltenlange Berichte über den Ehrentag dieser wichtigen Berufsgenossenschaft.

Schildbürgerstreiche.

(0.8.) Wien.

Allen Geographen zum Trotz sage ich es: Schilda liegt unter anderem auch an der Donau. Aus dem Wege der induktiven Methode bin ich darauf gekommen, indem ich vom Be­sonderen aufs Allgemeine schloß. Und zwar liegt dieses Schilda an der Stelle deseuropäi­schen Stromes" (wie die Donau bekanntlich in Kreuzworträtseln heißt), wo dieser nicht schön und blau, sondern schmutzig und braun zu sein pflegt. Die exakten Wissenschaftler nennen dieses Schilda: Vindobona.

Sch aber bleibe bei dem Ramen Schilda. Sst es nicht schildbürgerlich, wenn die Stadtverwal­tung von Wien einen Autobusverkehr einrichtet, der gerade dann, wenn er mit Sicherheit Ein­nahmen verspricht, eingestellt wird? Pünktlich um 19.30 Uhr, wenn man eilig ins Theater will, fahren nämlich die städtischen Autobusse in den Wagenschuppen. Wanderer, kommst du nach Wien, und hast du den Wunsch, eines der be­rühmten Theater zu sehen: so wandere, tipple, marschiere! Sst nicht seinerzeit ein Wiener Musik­enthusiast zu Fuß von Wien nach Bayreuth gepilgert, um Wagner dirigieren zu sehen? Zum besseren Verständnis: Bei uns in Wien haben nämlich die Droschkenchauffeure auch ein Wörtchen mitzureden. Und die meinen, sie könnten ein viel besseres Geschäft machen, wenn die städtischen Autobuslinien schon um 19.30 Uhr den Betrieb einstellen. Und so geschieht es denn auch.

Oder erinnert es nicht an Schilda, wenn die Stadt Wien einen sogenanntenMusikschuh, eine Sondersteuer für solche Gaststätten einführt, in denen eine Kapelle spielt? Diese Steuer, deren Ertrag, soweit er nicht durch Verwaltungs- spesen aufgefressen wird, stellungslosen Musikern und Komponisten zugute kommen soll, wird natür­lich auf die einzelnen Besucher abgeladen, die daher in einem Konzertkaffee sechzig Groschen bis einen SchillingEintrittsgeld zu zahlen haben. Auch dann, wenn am Eingang steht: Eintritt frei! Sn diesem Falle heißt nämlich das EintrittsgeldMusikschutz. Erfolg: Cs gibt in der Musikstadt Wien nur verschwindend wenige Gaststätten, wo man wirklich Musik hören kann. And der weitere Erfolg: Run sind erst recht viele Musiker stellungslos. Schilda läßt grüßen!

Dabei fällt mir ein kleines Erlebnis ein: Sch war noch nicht lange in Wien und wollte eines Tages einmal die berühmte schöne Aussicht vom Kahlenbergs aus genießen. Freundlich erklärte mir der Wärter des Aussichtsturmes den Rund­blick:Da drüb'n sehg'ns den Schneeberg, der da neben der Rax liegt." Run war es aber an diesem Tage ziemlich dunstig, so daß man die Derge nicht recht erkennen konnte. And so frage ich. um nicht ganz ohne Bereicherung meines Wissens wieder hinabsteigen zu müssen:Wie hoch ist denn eigentlich der Schneeberg?" Darauf sieht mich mei.i Führer mit einem Blick offen­kundiger Mißbilligung ob dieser überflüssigen Stage an und gibt mir dann, wahrscheinlich als Strafe für meine unangebrachte Reugier die klassische Antwort:Aber gehn's, wozu woll'ns denn das wissen? Sie seh'n ja den Schneeberg eh' net! Hat er nicht eigentlich recht, der Mann?

Genau so recht, im Grunde genommen, wie Jener Taxichauffeur, auf den ein Bekannter von nur stieß. Mein Freund wollte zu einem (Stell- dlchein (in Wien hat man auch mit Männern Rendezvous"), nach der Hegelgafse. Die Zeit war knapp. Ein Texi!Ditte, fahren Sie mich nach der Hegelgafse Rümmer sieben!" .Darauf der Chauffeur umständlich undgmüat- lrch :Wie manen's? Hab'ns g'fagt: Seael- gaffen oder Hegelgasfen?"

>-£>egeIgaffe, H. wie Heinrich!"

Ah, sehg'ns, dös hab' i mir glei* denkt. Weil's o Segelgassen ... na, gnä Herr ... a Segel­gassen gibt« gar net in Wien."

Die Vorbereitungen für den Deutschen Erntedanktag. Oie große Huldigungsfahrt des Kampsbundes für Deutsche Kultur im Zusammenhang mit dem Programm der RSOAP.

Immer weitere Kreise zieht die Arbeit an der Huldigungsfahrt zum Tag der deutschen Ernte. Was anfangs nur einen kleinen Kreis von Män­nern beschäftigte, wuchs an und dehnte sich aus fast über die ganze Westmark. In den Amtsstuben der Kreisleiter, der Bürgermeister werden letzte An- Weisungen gegeben, lange Fragebogen und Listen, Ausweiskarten, Anschlagzettel und Einladungen wan­dern vom Standort hinaus nach den Städten, Orten und Oertchen. In den Geschäftsstellen der Schiff­fahrtslinien gibt es manche Rückfrage. Da gilt es, die Größe, die Beschaffenheit der Schiffe festzu­stellen und die Fahrzeiten oenau au bestimmen. Schon lange sind die Entwürfe der Künstler fertig, und nun hat das Handwerk das Wort, um die Ent­würfe durchzuführen.

Dazwischen kommen und gehen auf den Dienst­stellen Boten, letzte Verfügungen werden erlassen und durch Ferngespräche in alle Orte des Landes getragen. Künstler, die von Ort zu Ort fahren, sind noch bei den letzten Proben, eine endlos lange Reihe großer Aktenbogen gibt eine Uebersicht über die örtlichen Programme.

Längs des Rheins werden schon Flaggenmasten eingerammt und hohe Transparente errichtet. Wäh­rend der Künstler die stolzen Aufbauten mit Papier und Bleistift entstehen ließ, wurde schon zu handwerklicher Arbeit gerüstet. Viele Hände sind jetzt am Werk. Mit riesigen Mengen von Leinwand und Stangen werden ganze Burgen und Schlösser errichtet. Da sieht man das stolze Schloß von Aschaffenburg erstehen, dort den Mäuseturm von Bingen, um die Schiffe zu zieren. Das Neckarschiff trägt den roten Turm von Wimpfen, das ß a h n schiff ist, wie dereinst die Wikingerschiffe, mit wehrhaften Schilden, mit den Wappen der Lahn­gemeinden geziert. Am Bug des Kampfbundschiffes reckt sich aus dem Kampfbundzeichen der deutsche Adler, ein Erntekranz und hohe Fahnen schmücken das Deck.

Die besonderen Merkmale der Orte und Land­schaften, die ihnen ureigenen Erzeugnisse, werden schmuckvoll auf den Schiffen dargestellt. Hier Mine­ralquellen, dort Holz und wieder wo anders Obst, Feldfrüchte, die ganze lange Reihe der bäuerlichen Erzeugnisse. Dies alles bekränzt mit Weinlaub und den Reben des Rheins. Ein deutliches Symbol, daß alles dies von dem Lande, von der deutschen Erde kommt, denen dieser Tag geweiht ist.

Bis weit ins deutsche Land hinein werden schon Reisepläne geschmiedet. Die Teilnehmerkarten für die Schiffsfestfahrt häufen sich. Ueberall hin ging der Ruf:Z u m Rhein, zum Rhein!". Von überall her wird ihm freudig Folge geleistet. Wer möchte auch ein solches Erlebnis missen?

Bauern fliegen nach Berlin.

Frankfurt a. M., 28. Sept. (WEN.) Am Sonntag, 1. Oktober, 6,45 Uhr, fliegt der Landes- bauemführer Dr. Wagner mit zwei Bauern,

der eine aus dem Odenwald, der andere aus Bie­denkopf, nach Berlin zum Empfang beim Führer.

Kein Sonderzug zum Erntedankfest.

WSN. Frankfurt a. M., 28. Sept. Der vor- gesehene Sonderzug des Gaues Hessen- Nassau zum Festakt auf dem B Ü ck e b e r g bei Hameln muß aus fall en. Es haben sich bei der Bahn technische Schwierigkeiten ergeben, die es nicht mehr ermöglichen, den Zug aus dem Gau am 1. Oktober laufen zu lassen. Die Reichsbahn könnte die Abfahrt des Zuges lediglich am 30. September ermöglichen. Auch die Rückfahrt könnte frühestens am Dienstag, 3. Oktober, oonstatten gehen. Da­durch würden aber den Teilnehmern des Sonder­zuges derart hohe Kosten entstehen, daß die Landes- stelle Hessen-Nassau des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda sich entschlossen hat, ihn vollkommen ausfallen zu lassen. Es ist hinreichend Gelegenheit vorhanden, mit den fahr­planmäßigen Zügen nach Hameln zu kommen, die bei größerem Verkehr entsprechend verstärkt fahren werden.

Fahrpreisermäßigung für Fahnenab­ordnungen nach Bückeberg.

Dom Bahnhof Gießen wird uns mitgeteilt: So­weit die an der Erntebankfeier am 1. O k - t o b e r auf dem Bückeberg bei Hameln teilnehmenden Fahnenabordnungen nicht mit Son­derzügen fahren können, (aus dem hiesigen Bezirk werden Sonderzüge nicht verkehren), können diese mit der gleichen Fahrpreisermäßigung (75 v. H.) auch ine regelmäßig verkehrenden Züge, auch Eil- und Schnellzüge, ohne Zuschlag benutzen. Die verbilligten Fahrtausweise können nur gegen Vorzeigung eines vom Reichsministerium für Volks- aufklärunq und Propaganda ausgestellten Ausweises mit der lleberschriftFahnenabordnung zur (Ernte- bankfeier" ausgegeben werden.

Sonntagsrückfahrkarten zum Besuch der Erntedanifestfeiern.

Zum Besuch der von dem Kampfbund für deutsche Kultur an verschiedenen größeren Orten des Rhein- und des Lahngebietes veranstalteten Weinlese- und Erntedankfeste gibt die Reichsbahn von allen Bahn­höfen im Umkreise von 150 Kilometern vom Orte der Deranstallung gerechnet Sonntagsrückfahr­karten aus. Vom Bahnhof Gießen aus werden diese Sonntagsrückfahrkarten nach folgenden Orten aus- gegeben: Worms, Mainz, Frankfurt a. M., Wetz­lar, Limburg (Lahn), Weilburg, Bad Ems, Nassau, Koblenz, Aschaffenburg, Hanau, Offenbach a. M., Rüsselsheim, Wiesbaden-Biebrich, Rüdesheim a. Rh., Bingen a. Rh., St. Goarshausen, Andernach, DieZ- Niederlahnstein und Cochem.

9.J.4port

Sportvereine nehmen am Ernte­dankfest teil.

In Nordhessen wurde sämtlichen' DFB.-Vereinen zur Pflicht gemacht, mit Abordnungen an den ört­lichen Veranstaltungen des Erntedankfestes teilzu­nehmen.

Spielvereinigung 1900 Gießen.

Allenthalben feiert man am Sonntag, 1. Oktober, das Erntedankfest. Aus diesem Anlaß unterbricht man in den meisten deutschen Fußballgauen die Meisterschaftsspiele. Die Spielvereinigung 1900 Gießen nimmt deshalb die Gelegenheit wahr und absolviert bereite am Samstagnachmittag ein Ge­sellschaftsspiel, das sicher schönen Sport bringen wird.

VfB. Friedberg gastiert in Gießen.

Die Friedberger, die neben Hanau 93 aus dem früheren süddeutschen Verbandsgebiet zu Nordhessen gekommen sind, haben in den seither ausgetragenen Meisterschaftsspielen eine ganz überragende Rolle gespielt. Sie nehmen zur Zeit bei Punktgleichheit mit Kurhessen-Kassel und Hanau 93 den zweiten Tabellenplatz ein, und es dürste für den Einge­weihten feststehen, daß die Gaumeisterschaft über Friedberg geht. Die seither von Friedberg erzielten beachtenswerten Ergebnisse überraschen umso mehr, als doch eigentlich Friedberg und Hanau nach Be­endigung der letzten Verbandsspiele im Mainbezirk zum Abstieg verurteilt waren. Beiden ist es aber geglückt, die Spielstärke außerordentlich zu heben. Daß die Friedberger über ein ganz vorzügliches Können verfügen, bewiesen sie bereite bei ihrem

letzten Auftreten hier. 1900 hat ja auch schon des öfteren mit Friedberg die Klingen gekreuzt und Zwar mit wechselndem Erfolg. Bei den hiesigen haben sich die Hoffnungen auf ein günstigeres Ab- schneiden insofern gehoben, als diesesmal 1900 erst­malig in kompletter und stärkster Mannschaftsauf­stellung antreten wird. Man wird mit einem Sieg der Gäste rechnen müssen. 1900 bestreitet das Spiel mit:

Schlarb

Seiler Lippert

Langsdorf Heilmann Schmelz

Luft Heinbach Wilhelm! Bromm Roth Dem Spiel voraus geht eine Begegnung:

SA.Sturm 14 SA.-Sturm 19

im Fußball. In beiden SA.-Stürmen sind eine ganAe Anzahl Gießener, sowie auswärtiger Fuß­ballspieler tätig, so daß auch hierbei mit beachtens­werten Leistungen aufgewartet werden wird. Die Kräfte werden sich wohl so ziemlich die Waag» halten.

VfB. Gießen.

FC. Albshausen I VfB. III 6:1.

Wenn man mit 10 Mann aufs Land fährt, und gegen eine 1. Mannschaft antreten soll, ist mit einem Sieg nicht zu rechnen. Die Albshäuser, lauter kräf­tige Burschen, ließen sich von den Grün-Weißen nichts vormachen und überfuhren sie glatt mit 6:1. Das Spiel wurde fair durchgeführt und von dem Schiedsrichter gut geleitet. Die 1. Jugend des VfB. hatte wenig Mühe, die Gegner mit 6:0 zu schla­gen. Die Jugendlichen des VfB. verteidigten sich mit ollem Eifer und sportlichem Anstand.

Große Einigung im Lager der Kraftfahrer.

Der Chef des Kraftfahrwesens der SA. und Korpsführer des NSKK., Obergruppenführer Hühnlein, hinter dem die machtvollste Kraft- ahrer-Organisation Deutschlands steht, hat den ent» cheidenden Schritt zum Zusammenschluß der beut­eten Kraftfahrer vollzogen, lieber die entsprechen- )en Beschlüsse liegen folgende Meldungen vor:

Kraftfahrsport vereinheitlicht.

Die Oberste nationale Sportkommission (ONS.) und die Oberste Motorrad-Sportbehörde (OMB.) vereinige ich hiermit zur D b e r ft e n natio­nalen Sportbehörde (ONS.), als deren Präsident ich nähere Ausführungsbestimmungen fol­gen lassen werde.

München, den 27. September 1933.

Der Beauftragte für den Kraftfahrsport- gcz- Hühnlein, Obergruppenführer.

Weil der Präsident der ONS. die Art, Termine und Durchführung der maßgebenden deutschen Kraftfahrsport-Veranstaltungen bestimmt, ist mit der obigen Anordnung auch auf diesem wichtigen Ge­biete die Vereinheitlichung erzielt worden.

Gründung

des Oeuifchen Auionwbil-Elubs.

Uebereinkommen zwischen NSKK. und ADAL.

Unter Anerkennung der dem NSKK. hinfort ge­bührenden Führung aller die deutsche Kraftfahrt umfassenden Belange, haben am Tage noch der 2000-Kilometer-Fahrt" der ADAC., ÄvD., NDV. und DTC. mit dem NSKK. vereinbart, die ge­nannten Klubs abzulösen zugunsten eines einheit­lichen Automobilklubs, und ihr Wirken auf dieses Ziel einzustellen.

Das völlig selbständig bleibende Nationalsozia­listische Kraftfahr-Korps (NSKK.) erblickt die Ge­währ für das gesunde Gedeihen eines solchen i m Gei ste der neuen Zeit wirkenden großen Automobilklubs nicht im plötz- liehen Zusammenschluß aller Verbände, sondern am sichersten im organischen Aufbau. Als dessen organisatorische Grundlage gebührt dem ADAC, in Würdigung feiner geordneten Einrichtungen und seines hohen Mitgliederbestandes der Vorrang.

Aufbauend auf dieser Grundlage und entsprechend