mgestaltungdesweiblichenArbeits- Di en ft es. Es hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, daß die Mädelsarbeitslager nicht dazu da sind, den Männern die Knöpfe anzunähen. Das wurde früher in den Kasernen auch von den Männern gemacht. Der männliche Arbeitsdienst ist der Ersatz für die fehlende Wehrertüchtigung, cs ist selbstverständlich, daß der weibliche Arbeitsdienst in einer anderen Richtung gehen muß. Es besteht grundsätzlich das Ziel, die Arbeitsdien st pflicht für jedes deutsche Mädel durchzu setzen. Im Hinblick auf die wichtige Aufgabe der Siedlung, sollen die Mädchenarbeitslager zu Siedlerinnenschulen umgewandelt werden. Es ist eine Tatsache, daß Siedlungen an ungeschulten Frauen zusammenye- brachen sind, daß ferner Siedlungen zugrunde gingen, weil keine Absatzmöglichkeiten bestanden. Der Propaganda für deutsche Waren ist daher größtes Gewicht beizulegen.
Ein weiteres, sehr wesentliches Problem ist die Entlastung der Mütter. Die bisher bestehenden Müttererholungsheime sind nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Diese Arbeit muß im ganz großen Maße durchorganisiert werden. Wie vie^Fa- milien sind daran zerbrochen, daß die Mutter durch Ueberarbeitung an den Rand ihrer Kräfte geriet, und nicht mehr die Kraft aufbringen konnte, Die Familiengemeinschaft zu gestalten. Ebenso wichtig sind die Ferien für Angestellte und Arbeiterinnen. Viele Frauen werden mit 30 Jahren nicht mehr angestellt, weil ihre Kräfte verbraucht sind. Es muß dafür gesorgt werden, daß diesen Frauen die Möglichkeit der ausreichenden Erholung gegeben wird.
Natürlich geht das alles nicht von heute auf morgen. Aber wir müssen die große soziale Arbeit des Mütter, und Juaendschutzes fest im Auge behalten. Es besteht der Plan, von der Partei aus, im nächsten Winter eine großzügige Winterhilfe in Angriff zu nehmen. Gerade wir Frauen müssen unsere Ehre darein sehen, daß der Plan unseres Führers gelingt. Eine weitere wesentliche Aufgabe ist die Führe- rinnenschulung. Wir haben für den weib- lichen Aufgabenkreis genau dieselbe Verantwortung, mit genau derselben Schwere, wie sie die männliche Führung für ihre Arbeitsgebiete hat. Das müssen wir den Frauen immer wieder klar machen, es geht nicht um persönliche Interessen, sondern um ihre Kinder, geht darum, ob diese Kinder mit 14 Jahren für ihr ganzes Leben stempeln gehen müssen, oder ob sie soviel Boden unter die Füße bekommen, wie sie brauchen. Unsere Jugend muß so erzogen werden, daß sie weiß, man kann gegen das Schicksal keinen Verein gründen, sondern es nur tragen aus einer letzten Kraft des Glaubens. Diese Kraft des Glaubens können wir ihr vermitteln. Denn nur dadurch werden wir über die nächsten Jahrzehnte hinaus, durch unsere Arbeit am Volke erneuernd und umgestaltend wirken können, daß wir wissen, wir stehen in der Verantwortung vor Gott. Vor diesem letzten Maßstab werden alle anderen Dinge klein und nichtig. Wenn wir nicht mehr weiter können, greift uns em Größerer unter die Arme. Diese letzten und tiefsten Kräfte müssen unsere Arbeit durch- trömen, daß die Menschen fühlen, wir stehen in liefet letzten Verantwortung. Wahre Enkelheimat chaffen wir!
Aus Oer provinztalhauptstabt.
Oie Morgenstunde.
„Du soUst den Tag nicht vor dem Abend loben", sagt ein altes Volkssprichwort, und es hat leider zu oft recht. Mit frischem Mut und Der Hoffnung auf einen kommenden Erfolg begannen wir unsere Tagesarbeit, und am Abend müssen wir uns eingestehen, daß alles wiederum vergebens war. Müde und verdrossen sitzen wir beim Schein der Lampe und lassen noch einmal die Ereignisse des Tages vor unserem Auge vorüberziehen. 3a, alle Anstrengungen waren umsonst. Wir sind wieder nicht vorangekommen. Geschlagen und mißmutig begeben wir uns zur Muhe.
Aber wie ist es am kommenden Morgen? 3ft nicht alles verwandelt? Liegt der gestrige Tag nicht wie ein Traum hinter uns? War eigentlich die Sache so schlimm? Liegt überhaupt ein Grund vor, nun zu verzweifeln und die Hände in den Schoß zu legen? Keineswegs!
Das Gestern liegt hinter uns, es trägt seine Bürde, seine Niederlage. Wir haben es verlassen, nur ein Schimmer bleibt von ihm zurück. Es ist wie in einem Buch, in dem wir weiterblättern. Viele Seiten haben wir schon gelesen, vor uns liegen neue, ungelesene Blätter. Das Gestern gehört zur Vergangenheit, und nur wenn wir alt sind, wenden wir uns mehr und mehr dieser Zeit zu.
Aber alles, was uns gestern noch mit Sorge erfüllte, das löscht der neue Morgen weg. Wir sind erfrischt von der Ruhe der Nacht. Wir öffnen das Fenster und atmen in tiefen Zügen die frische Morgenluft. Der junge Tag will uns grüßen.
Sind die Menschen am frühen Morgen nicht freundlicher, hoffnungsvoller? Klingt ihr „Guten Morgen!" nicht ganz anders als das müde „Guten Abend!"? Das Leben auf der Straße erwacht. Die ersten Milchfuhrwerke kommen gefahren, die Bäckerburschen tragen die noch warmen Brötchen aus. Kinder gehen gemächlich plaudernd mit ihren Ranzen zur Schule. Aber sie haben immer noch Zeit, jedes Fuhrwerk, jedes Auto zu besichtigen. Nur ganz zuletzt kommen noch einige Nachzügler. Sie allein erleben nicht das Glück der Morgenstunde. Für sie ist das ganze Leben eine Hetzjagd, nur weil sie vergessen haben, sich eine Viertelstunde früher zu erheben. —
Aber die eigentlichen Morgenstunden, die uns wirklich befreien und beschwingen, liegen doch noch vor dem Beginn des Arbeitstages. Es sind die Stunden Der Zeit des Sonnenaufgangs. Wieviel Menschen sehen die Sonne täglich aufgehen? Muß sie nicht erst ihre Strahlen in unser Schlafzimmer schicken, damit wir erwachen? Ja, wer spät um Mit- ternacht sein Lager aufsucht, wer in lustiger Gesell- schäft die Nächte verbringt, der kann Die Morgenstunden nicht genießen. Sie winken nur dem, der früh zur Ruhe geht. Er allein kann im Morgengrauen die schlafende Stadt verlassen und in den Anlagen oder draußen im Walde den Morgen erleben.
Das ist die „Herrgottsfrühe", in der der liebe Gott noch auf Erden weilt. Das sind die Stunden, in denen, nach der kühlen Nacht die Tautropfen wie Diamanten an den Gräsern funkeln, das sind die Stunden, in denen die Blütensterne der Blumen sich öffnen, um die ersten Sonnenstrahlen willkommen zu heißen. Und in jenen Stunden des erwachenden Morgens fingen die Vögel am eifrigsten, die Luft ist noch herbe und frisch, und ein leichter Wind huscht durch die Wipfel der Bäume. Solch köstliche Frühe stärkt und kräftigt.
Da verfliegen alle trüben Erinnerungen an das Gestern von selber, da liegt nur noch der sonnenstrahlende Tag vor uns. Da fühlen wir tausend neue Kräfte in uns aufsteigen. Alle Hindernisse, alle feindlichen Gewalten werden wir besiegen.
Diesen Glauben, diese Zuversicht kann uns nur die frohe Morgenstunde geben. Wir grübeln nicht mehr, wir denken nicht zurück. Wir hoffen aufs neue. Ein Abglanz des blauen Himmels/ ein Ton der singenden Vögel, ein Duft der blühenden Blumen, sie niften sich fest in unserem Herzen ein. Wir kehren befreit nach Hause zurück und beginnen den Tag in neuem Glauben an das Leben und an die Zukunft.
„Aus der wachen Morgenzeit blüht des Lebens Heiterkeit! — Sieh, du schreitest wie mit Schwingen und wirst froh dein Werk vollbringen!" B.
Oer Ehef-Neiterfirhrer
der SA. und SS. (Obergruppe 5).
Rittmeister a. D. Freiherr Roeder von Diersburg, der Chefreitlehrer des Landesverbandes der Hessischen Reit- und Fahrvereine ist, wie wir hören, zum Stabe der Obergruppe V in Frankfurt a. M. getreten. Er ist beauftragt worden, als Chef-Reiterführer das gesamte Reit- und Fahr- wesen der SA. und SS. im Bereich der Obergruppe V ausbildungstechnisch zu leiten.
Das Arbeitsgebiet der Obergruppe V umfaßt die Gruppen Thüringen, Westmark mit Koblenz-Trier und Pfalz-Saar, Hessen und Südwest, also die Provinz Hessen-Nassau, den Volksstaat Hessen, sowie Baden und Württemberg. Führer der Obergruppe V ist Obergruppenführer von Jagow in Frankfurt am Main.
Landestreffen der NSBO. Heffen-Aaffan!
Die NSBO.-Pressestelle Gau Hessen- Rassau gibt folgendes bekannt:
Am 26. und 27. August findet in Frankfurt am Main das Landestreffen der JIS3 0. statt. Vach den bisherigen Meldungen aus dem R e - gierungsbezirk M iesbaden und dem Freistaat Hessen muh mit mehr als 100000 Teilnehmern gerechnet werden. Die Veranstaltung findet ihren Höhepunkt am Sonntag, dem 27. August, mit einem riesenhaften Aufmarsch sämtlicher RSBO.-Formalionen und Gliederungen der Deutschen Arbeitsfront, an die sich eine ungeheure Kundgebung im Frankfurter Stadion anschlieht. Der Herold des Vationalsozia- lisrnus, Reichsmini st erDr. Goebbels, wird dort unter dem Motto „Volk ans Gewehr" einen flammenden Appell an die Massen richten, sie zur fanatischen Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und des Pessimismus auffordern und sie zur freudigen Lebensbejahung und zu einmütigem Zusammen- schluh aufrütteln. Unser Reichs st atlhalter und Gauleiter P g. Jakob Sprenger wird wegen dieser Kundgebung seinen Urlaub unterbrechen und in einer programmatischen Rede im Frankfurter Stadion die Mege weisen, wie hier im Lande die geballte Kraft der NSBO. zum Kampfe für Arbeit und Brot eingesetzt wird. Der Führer der Deutschen Arbeitsfront, Pg. Dr. Robert Ley, hat sein Erscheinen für diesen Tag auch bereits zugesagt; Dr. Ley wird gleichfalls im Stadion sprechen. Dutzende von Kapellen werden dort spielen, Tausende Sänger unsere Kampf- lieber fingen, den Abschluß bildet ein g i g a n t i - schesFeuerwerk und Stadtbeleuchtung.
heute ergeht an alle der Aufruf: „helft das Landestreffen der NSBO. als ein Fest, des deutschen Arbeiterswürdig.zuge- st a 11 e n !“
Spendet Geld auf Postscheckkonto Frankfurt 6622t
Spendet Lebensmittel und Getränke zur Verpflegung der Zehntausende.
Stellt Freiquartiere für die Nacht des 26. August zur Verfügung!
Erwerbt das Feftabzeichen!
Stellt euch zur Mitarbeit zur Verfügung!
Auskunft erteilt gerne die Presse- und Propagandastelle der Gaubetriebszellenabteilung der NSDAP. (NSBO.) in Frankfurt a. M.» Kliiber- sirahe 12/11 (Tel. 740 49).
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Strahenverkäufer zum Verkauf der Fest- abzeichen und Festprogramme für das NSBO. Landestreffen am 27. August 1933 im Frankfurter Stadion gesucht. Schriftliche und mündliche Meldung erbeten bei SS.-Truppführer Bejen, Gau-NSBO.» Frankfurt, Ktüberftrahe 12.
An die gesamte Bevölkerung in Stadt und Land.
Sämtliche Bettiebspioniere, NSBO.-Dienststellen und Amtswalter sind von uns mit Sammellisten ausgerüstet worden. 3n ganz Hessen und h esse n - N a s s a u treten sie in diesen Tagen an jeden einzelnen Volksgenossen heran mit der Bitte: Spendet, opfert! wir richten an alle die herzliche Bitte, diese Sammlung nach Kräften in jeder Beziehung zu unterstützen. Die Sammlung dient als Beitrag j u mErwerb des neuen Gau-hau- {es, sowie finanzielle Lücken bei der Veranstaltung des 27. August zu füllen!
Gietzener Wochenmarktpreise.
* Gießen, 29. Juli. Auf dem heutigen Wochen- markt kosteten: Landbutter, das Pfund 1,25 Mark Kochbutter 1,— Matte 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Wirsing (grün), das Pfund 10, Weißkraut 8 bis
10 Rotkraut 12, Gelbe Rüben 10 bis 12, Rote Rüben 10, Spinat 20, Römischkohl 8 bis 10, Bohnen (grün) 15, (gelb) 15 bis 20, Erbsen 10 bis 12, Misch- gemüse 10, Tomaten 25, Zwiebeln 12, Rhabarber 8, Pilze 25, Kartoffeln (neue) 3 bis 4 Pf., der Zentner 2,50 bis 3,— Mark, Frühäpfel das Pfund 20 bis 25 Pf., Pfirsiche 35 bis 40, Himbeeren 25 bis 35, Birnen 15, Heidelbeeren 28 bis 35, Stachelbeeren 10 bis 15, Johannisbeeren 15, Walderdbeeren 50, Pflaumen 30 bis 35, Zwetschen 30, Mirabellen 30, junge Hähne 70 bis 90, Suppenhühner 70 bis 80, Tauben, das Stück 40 bis 50, Eier 8%, Blumenkohl 10 bis 50, Salat 5 bis 10, Salatgurken 10 bis 40, Einmachgurken Wi bis 3, Endivien 10 bis 15, Ober« kohlrabi 5 bis 8, Rettich 10 bis 15, Radieschen das Bund 5 bis 10 Pf.
Bornotizen.
— Tageskalender für Samstag. Gesangverein „Heiterkeit": 19 Uhr, ab Ludwigs- Platz, Abendspaziergang mit Familie. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Wege zur guten Ehe".
— Tageskalender für Sonntag.
Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Wege zur guten Ehe".
** Tödlicher Inse ktenstlch. Wie gefährlich giftige Insektenstiche sich auswirken können, beweist ein trauriger Vorfall der sich innerhalb dreier Tage in Mainz abspielte. Der verheiratete 33jährige Kauf- mann Emil Suber wurde am Sonntagnachmittag beim Baden im Rhein von einem giftigen Insekt in den Kopf gestochen. Es stellte sich eine starke Geschwulst ein, die den Gestochenen, veranlaßte, sofort das Krankenhaus aufzusuchen. Es wurden die nötigen Gegenmittel angewandt und der Patient erholte sich bis zum Montag derart, daß man an- nahm, er werde das Krankenhaus bald wieder verlassen. Das Gift war aber anscheinend schon stark in das Blut übergegangen, denn am Dienstagvormittag verschlimmerte sich der Zustand des Patienten und nachmittags erlag er der Jnfektton. Der Vorfall dürfte eine Mahnung dazu fein, Insektenstichen, wenn sie nicht zuverlässig als harmlos erkannt sind, alle Aufmerksamkeit entgegenzubringen.
Heist die deutsche Ernte sichern!
Ein Mahnruf an alle Volksgenossen in Stadt und Land.
Von der Hessischen Bauernkammer wird mitgeteilt:
In heißer Sonne steht der Bauer und schneidet das reife Korn. Ernst stimmt ihn der Gedanke, ob er für seine Ernte einen gerechten Preis erhalten wird: muß er doch die Ernte so rasch wie möglich ausdreschen und verkaufen, um den bestehenden Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Auf der anderen Seite sind noch Millionen deutscher Volks- genossen erwerbslos und können sich und ihre Familie nur unzureichend ernähren.
Starkes Angebot trifft auf geschwächte Kaufkraft. die Preise fallen dann unter die Gestehungskosten. Das muh das deutsche Volk in diesem Jahre zu verhindern wissen, wenn es die Mahnung unseres Führers richtig verstanden hat.
Zwar find die Vorräte aus der alten Ernte verhältnismäßig niedrig. Andererseits ist aber auch in den heißen Monaten der Drotverzehr nicht so stark wie in der kälteren Jahreszeit, da im Verhältnis mehr Gemüse, Obst und andere Speisen gegessen werden. Auch wird die Arbeitslosigkeit nicht mit einem Schlag beseitigt werden können. Die Verbraucherschaft kann jedoch ohne wesentliche Belastung — das tägliche Brot darf deshalb nicht teurer werden — mit dazu beitragen, daß die Getreidepreise nicht ungewöhnlich stark unterfinken. Zunächst können größere Verbrauchergruppen wie Krankenhäuser, Gasthäuser und Hotels, Speise- und Konsumanstalten, ferner die verschiedenen Zweige des verarbeitenden Gewerbes einschließlich der Industrie, des Lebensmittelhandels, sich etwas stärker mit Getreide oder Mehl eindecken, als dies unter normalen Verhältnissen wie in der Vorkriegszeit der Fall war. Oeffentliche Anstalten, die einen bestimmten 3ahres-Etat zu verwalten haben, können bereits nach der Ernte ihren Mehlbedarf zu einem mehr oder weniger großen Teil hereinnehmen. Diejenigen Verbraucherfamilien, deren Einkommen noch über dem Durch-
schnitt liegt, find gleichfalls in der Lage, in ihrem Haushalt etwas mehr Mehl als gewöhnlich auf Vorrat zu nehmen. Alle beteiligten Berufe haben hiervon Vorteile, mehr Menschen können beschäftigt werden, wenn auch die Arbeiten zeitlich vorweggenommen werden, so hat dies keine nachteiligen Folgen, da sich ja unsere gesamte Wirtschaftslage langsam aber ständig bessert.
Menn jeder Einzelne zu seinem Teil bas tägliche Brot des Jahres dem Bauer Im voraus abnimmt, werben bie ungünstigen Preisschwankungen ber letzten Jahre oermieben, bet Landwirt Ja$n mit einer gleichmäßigen Einnahme aus^^m verkauf seines Getreides . rechnen.
Es ist dann nicht erforderlich, daß zahlreiche Dreschmaschinen in wenigen Tagen die gesamte Ernte ausdreschen müssen, während in der Vorkriegszeit den ganzen Winter über die Dreschmaschinen auf dem Dorf sich durch ihr „Brummen" vernehmen liehen.
Wenn auch die Reichsregierung zahlreiche Vorkehrungen getroffen hat, um die Verwertung der Ernte zu sichern, so wird trotzdem jeder deutsche Volksgenosse gern von sich aus mithelfen. Zwar ist die Möglichkeit geschaffen, daß kurz nach der Ernte Getreide in andere Länder ausgeführt werden kann, wobei die betr. Exportfirma das Recht hat, die gleiche Menge Getreide später wieder hereinzunehmen. Man darf jedoch nicht vergessen, daß jegliches „Spazierenfahren des täglichen Brotes" den Getreidepreis mindern und den Brot- und Mehlpreis verteuern hilft. Damit ist aber weder Stadt und Land gedient. Verbraucher in Stadt und Land,
sichert deshalb bem beutschen Bauer seinen verbienten Lohn,
er wird es dem Volke zu danken wissen! Wer noch bessere Vorschläge zu machen weiß, der teile sie unverzüglich mit.
Oie neue Verwaltung der Allgemeinen Ortskrankenkasse Gießen-Stadt.
Neubildung des Vorstandes und des Ausschusses.
Auf Grund des Gesetzes über Ehrenämter in der Sozialversicherung vom 18. Mai 1933 sind, wie man uns berichtet, die Organe der Allgemeinen Ortskrankenkasse Gießen-Stadt um- gebildet worden. Gemäß Anordnung der Kreisleitungen der RSDAP. und NSBO. wurden neben der gleichen Anzahl Stellvertreter in den Vorstand und Ausschuß berufen:
Vorstand: Otto 3 u n g , 3ngenieur, Watzenborn; Heinrich Wehrum, Heizer; 3osef Si- mo n, Gasaufnehmer; Martin Seilmann, Zimmermeister; Ludwig Lembke, Kaufmann; Adolf Kurz, Oberingenieur (sämtlich Gießen).
Ausschuß: Albert Thiebaut, Lagerist; Heinz Horn, Angestellter; Fritz Cawein, Schneider; Wilhelm Wenderoth, Gerber; Richard Heilmann, Haus- und Fahrmeister; Otto Leinweber, Vermessungsgehilfe; Friedr. 3akob Hey d, Kaufmann; Karl Braun, Schlossermeister; Fritz Müller, Direktor (sämtlich Gießen). Der neue Vorstand ist durch das städtische Verficherungsamt als Aufsichtsbehörde am 27. 3uli 1933 in das Amt eingeführt worden. Als Vertreter der Aufsichtsbehörde waren anwesend Verwaltungsamtmann K e i tz e r und Verwaltungssekretär Heß.
Verwaltungsamtmann K e i h e r führte etwa folgendes aus: Die geistig hervorragende 3ni- tiative des Führers des deutschen Volkes, des Herrn Reichskanzlers Hitler, habe in der Umwandlung allen Geschehens auf politischem Gebiet wie auf dem Gebiet der öffentlichen Verwaltung naturgemäß und glücklicherweise auch die Sozialversicherung erfaßt. Die äußere Bezeichnung der Bewegung, die das gesamte deutsche Volk ergriffen habe, als nationalsozialistisch, bringe zum Ausdruck, daß eine nationale Gesellschaftsordnung im deutschen Volke eine Sozialpolitik zu führen habe, die durchdrungen von starkem Nationalgefühl, den sozial schwachen Volksschichten eine Stütze im Kampf in den Nöten des Daseins geben will, die den Einzelnen in die Lage sehe, auch seinerseits aufbauend mitzuhelfen und nicht nur Nutznießer der Gesellschaft zu sein. Auch die sozial Abgeglittenen müßten von der Verantwortung ersaßt werden, daß auch er, der Einzelne, ein nützliches Glied in der Gesellschaft dadurch zu sein habe, daß er mit seinem Kapital, das ist seine Arbeitskraft, Stein und Mörtel herbeizuschaffen habe, damit der Neubau der deutschen Nation rasch vollendet werde und das deutsche Volk den Rang wieder einnehme, der ihm nach feiner hohen geistigen und kulturellen Entwicklung gebühre.
Verwaltungsamtmann K e i tz e r gab sodann bekannt, daß nach dem Ausscheiden des früheren Vorstandes die Aufsichtsbehörde am 13. Juni l. I. gesetzlicher Vorschrift gemäß die Geschäfte des Vorstandes und Ausschusses übernommen habe. In dieser Eigenschaft habe die Aufsichtsbehörde u. a. folgende Maßnahmen getroffen:
1. Die Zahl der Vorstands- und AusschußmitgUe- der wurde von 72 auf 15 herabgesetzt.
2. Für das Personal wurde die geteilte Arbeits- zeit eingeführt.
3. Die Auszahlung der Bezüge an die Kassenangestellten wurde der diesbezüglichen Regelung in der Stadtverwaltung angepaßt.
4. Die Bezüge des Personals wurden gesetzlicher Vorschrift gemäß vergleichbaren Reichsangestellten angeglichen. Die dadurch bedingten Gehalts- kürzungen bringen eine monatliche Ersparnis von rund 1000 RM.
5. Die bei ber Kasse eingerichtete Selbstabgabestelle ist unter Zuziehung eines Sachverständigen aufgehoben worben.
6. Die Vorschläge der Kreisleitung der NSDAP, und NSBO. über die Durchführung des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamten, tums wurden dem Staatsministerium unterbreitet.
Verwaltungsamtmann K e i tz e r appellierte zum Schluß seiner Ausführungen an den neuen Vorstand, im Interesse der Finanzen der Kasse, wie auch im Interesse der Versicherten und der Arbeitgeber bei der Wirtschaftsführung ber Kasse das Ziel im Auge zu halten, wenn irgend möglich die Versicherungs- beiträge zu senken und dementsprechend auch die Lei- stungen der Kasse den Beiträgen anzupassen die Geschäftsführung im ganzen aber im Sinne' der neuen Staatsrichtung zu gestalten.
Auf die zur Diskussion gestellten Ausführungen des Verwaltungsamtmanns K e i tz e r antwortete zu- nächst Oberingenieur Kurz. Er billigte grundsätzlich die vom Verficherungsamt während der Zeit der Ge- fchaftsführung der Kaffe getroffenen Maßnahmen. Da alle Anordnungen — so führte Oberingenieur Kurz aus — nach Gesetz und Recht erfolgt seien, murae es zu weit führen, in der ersten Sitzung sich m Einzelheiten zu verlieren. Der Vorstand habe in ber Zukunft noch genügend Gelegenheit, falls nötig, 3u ben einzelnen Fragen noch näher Stellung zu nehmen.
Hierauf ergriff Ingenieur Jung das Wort, in Dem er ausfuhrte, daß Nationalsozialisten als Sozia- Liften auf nationaler Grundlage gemäß den Anord- nungen des Führers handeln, dem wir alle zu großem Dank verpflichtet feien, da er durch feinen giganti!cf)en Kampf den heutigen Staat herbeigeführt J00®’ *";,r — so fuhr Herr Jung fort — wollen ourtp Arbeit und Tat beweisen, daß wir berufen sind, als wahre Nationalsozialisten auf dem Platze, auf den uns das Schicksal gestellt hat, unsere Pflicht u^cn’ 3ur Mitarbeit können nur solche Ange- fteUte und Beamte berufen werden, die die Gewähr bieten, im Sinne der nationalen Regierung ihr Amt zu verwalten.
Nach kurzer Aussprache erklärte sich alsdann der Vorstand mit den vom Versicherungsamt getroffenen Maßnahmen einverstanden.
3m Anschluß an diese Ausführungen erledigte der neue Vorstand eine reichhaltige Tagesordnung. Die


