Ausgabe 
29.6.1933 Frühausgabe
 
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nr. 149 SrübattSsad«

183. Jahrgang

Donnerstag, 29. Juni 1933

Genien

betonte, aus dem materiellen die Mitarbeit an der des Pressegesetzes vor-

Opfer zu bringen.

Direktor Amann Aufgabengebiet ist Tleugestaltung

GrmWhe einer gesunden NevölkernngspolM.

ireichsminifter Krick kündet Kampf gegen Lleberalterung und l^affeneniartung an.

Annahme von Anzeigen für di« Tagesnummer bis Zum Nachmittag vorher.

Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re­klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20 , mehr.

Chefredakteur

Dr. Fnedr. Will). Lange. Derantwonlich für Politik Dr. Fr. Will). Lange; für Feuilleton l> H.Tbyriot; für den übrigen Teil Ernst Diumschein undfürdenAn» zeigenteil i.D.TH.Kümmel sämtlich in löietzen.

Postscheckkonto:

zronlsurt am Main liess, vnitk und Verlag: vrühl'sche Untversttülr Such' und Steinörudcrei H Lange in Stehen. Schriftleitung und Seschästrstelle: Schnlftrahe 7.

Nachdem die .Umlrhr- Heuchelheim "n Ortsein, khöhlem 'd letzt Mch n Ott führt, Bttfleig ter- lOflenannten le dem M anderes t den 2uio- 4 an dieser en die ans e gehörigen h und die !n Arbeiten en werden, lach dem Er- Äadi, ohne l lrimohnet. Wang m

Bautätig, t recht rege, i wurden neu de repariert, i Aerpuh, |o c, wenn auch illen konnten.

Die Stellung der presse in Staat und Wirtschaft. lNeichsleiter Max Amann, Vorsitzender des Vereins Deutscher Zeitungsverleger, begründe die Notwendigkeit eines eigenen Reichsstandes der deutschen presse zur Erhaltung der wirt­schaftlichen Grundlagen der deutschen Zeitungsunternehmen und Lösung der großen politischen Aufgabe der presse im neuen Staat.

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Lrichrrn» lügllch. autz« Sonntags und Feiertag* Beilagen; Die Illustrierte (Biebenei Familienblätter Heimat >m Bild Die Scholl«

Ulonats Beiugsprets: Mit 4 Beilagen RM. 1.9b Dhne Illustriert« , 1.80 Zustellgebühr . , -.25

Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt.

.fenisprechanschlüfie »nlerSammelnummer22SI. Anschrift für Drahtnach­richten: Anzeiger Stehen.

MetzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberheffen

dringlich. Das deutsche verlegertum bekundet durch seine heutige entschiedene Stellungnahme zum neuen Presserecht den willen, in vorderster Front am w i e d e r a u s b a u w e r k unseres Füh­rers mitzuwirken und alle Pflichten zu er­füllen. Dieser Wille begründet den An­spruch auf Wahrung und Sicherung der Führer st ellung in unseren Zei­tungen. Die Doppelstellung des Zeitungsver­legers in seiner wirtschaftlichen Funktion als Unter­nehmer und in seiner geistigen Funktion als Füh­rer der Zeitung, schlicht aus, dah er im Rahmen des neuen berufssiündischen Aufbaues nur in die Kategorie der rein wirtschaftlichen Unternehmer ein­geordnet wird oder gar in den Reichsstand des ^Handels unlerzubringen ist. Deshalb ist die Frage zu prüfen, ob vom Verein deutscher Zeitungsver- lcger die Bildung eines Reichsstandes der Presse anzuregen ist, der alle verufsan- gehörigen von Pressebelrieben umfaht. Diese Frage werde in der Reichsarbeitsgemeinschast der Deut­schen Presse zu erörtern sein, denn sie biete eine ge­wisse Grundlage für die Bildung dieses Reichs­standes. Demgemäh begrühen wir den deut­schen Redakteur als den hervorragen­den Mitarbeiter an der geistigen Ge- ftaltung unserer Zeitungen und sind ge- wih, dah die Gemeinsamkeit unserer Ziele zur gedeihlichen Zusammen­arbeit beitragen wird, wir hoffen, dah die Arbeit zwischen Verlegern und Redakteuren sich in der deutschen Presse künftig segensreich für das volksganze auswirkt.

Die Neugestaltung des Vereins bietet die Gewähr dafür, daß der Verein deutscher Zeitungsverleger die Interessen seiner Mitglieder im neuen Staat zur Geltung bringen kann. Äirtschaftlich werde es not« wendig sein, durch Vereinigung des An« Zeigengeschäftes und durch Schaffung solider geschäftlicher Grundlagen in diestm Geschäftszweig den Verlagen die Voraus» setzung für die Festigung ihrer wirt­schaftlichen Basis zu geben. In den Zeiten der absinkenden Konjunktur soll man zu dem ge­wünschten Ergebnis nicht gekommen. Jetzt mühten ^iese Fragen erneut und energisch einer endgültigen Bereinigung zugeführt werden. Schließlich beabsich­tige der Verein Deutscher Zeitungsverleger die Er­richtung einer Kreditüberwachungsstelle.

Staat an einen Umbau der gesamten Gesetzgebung und eine Verminderung der Lasten für Minderwertige und Asoziale heranzu« gehen haben wird. Es kostet der Geisteskranke etwa vier Mark den lag, der Verbrecher 3,50 Mark, der Krüppel und Taubstumme 5 bis 6 Mark, während der ungelernte Arbeiter etwa nur 2,50 Mark, der Angestellte 3,60 Mark, der untere Beamte 4 Mark den Tag zur Verfügung haben. Das sind die F o l - gen einer übertriebenen Fürsorge für das Einzelindividuum, die den Arbeitswil­ligen der Gesunden ertöten und das Volk zu Renten­empfängern erziehen muh. Anderseits belasten sie die wertvollen Familien derart, daß Abtrei­bung und Geburtenverhütung die Folge davon sind.

Zur Erhöhung der Zahl erbgesunder Nachkommen haben wir zunächst die Pflicht, die Ausgaben für Asoziale, Minderwertige und hoffnungslos Erb­kranke herabZufetzen und die Fortpflanzung der schwer erblich belasteter Personen zu v e r h i n - dem. Mit der Ausmerzung und Auslese ist jedoch noch nichts erreicht, wenn wir nicht durch posi­tive bevölkerungspolitische Mahnah- men die Familiengründung und die ausreichende Fortpflanzung der wert­vollen erbgesunden deutschen Men- schon erreichen. Die bisherige Gesetzgebungspraxis hat zu einer Bevorzugung der Kinderlosen und Kin- be rar men geführt. Wenn heute noch Millionen von Müttern, oft gerade kinderreiche Mütter neben ihren häuslichen Pflichten im Arbeitsprozeß stehen, nur weil sie den Ernährungsspielraum vergrößern müs- scn, während unverheiratete männliche Arbeitslose aus öffentlichen Mitteln unterhalten werden, so ist es höchste Zeit, daß wir an die Lösung dieses Pro­blems mit Energie Herangehen und durch Fami­lienlastenausgleich Wandel schäften. Die vorhandenen gesetzlichen Bestimmungen sind auf ihre familienfeindliche Wirksamkeit hin nachzuprü­fen und eine familienfreundliche Gesetz­gebung ist in Angriff zu nehmen. Es muh er- möglich! werden, für Einkommensteuerpflichtige durch stärker ge st af selten Steuernach­laß in Prozenten der Steuer einen fühlbaren Ausgleich zu schaffen. Ebenso müßte die Be­soldung der Beamten nach dem Fami­lien st and und der Kinderzahl noch

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wirksamer abgeftuft werden. Es mußte etwa ausgegangen werden von dem Gehalt, das ein Beamter zur Unterhaltung von drei bis vier Kin- dem benötigt, um es je nach der Kinderzahl nach unten und oben zu staffeln. Während die freien Be­rufe und der gewerbliche Mittelstand, wie alle Un- ternehmerkreise durch einen wirksamen Steuernach- last erfaßt werden konnten, gibt es bei Angestellten und Lohnemofängern nur die Möglichkeit, den Au-.- gleich durch Ausgleichskassen zu schassen, in die alle »och Maßgabe ihres Einkommens Beiträge zu zah. len ober |e nach der Höhe der Kinderzahl einen Ausgleich zu erhalten hätten. Bei der schwierigen Finanzlage erscheint die Durchführung aller dieier familienfordernden Maßnahmen allerdings nur | möglich, wenn eine Entlastung auf anderen Gebieten z. B. durch Vereinheitlichung und ge- eignete Sparmaßnahmen im Sozialversicherungs- wesen eintritt.

Ausschaltung nichtarischer Aerzte aus der sozialen Versicherung.

Berlin. 28. 3uni. (DDZ.-Funkspruch.) Eine zweite Durchführungsverordnung zum Gesetz über Ehrenämter in der sozialen Versicherung und in der Reichsversorgung ordnet an, daß die Each - verständigen bei den Oberversicherungs­ämtern und Versorgungsgerichten mit Wirkung Dom 1. August 1933 neu auszuwählen sind. Die Grundsätze des Gesetzes zur Wiederherstel­lung des Derufsbeamtentums sind dabei ent­sprechend anzuwenden. Wer hiernach nicht aus- gewählt werden kann, kann auch nicht als Gutachter benannt werden. Als Ver­trauensärzte dürfen auch solche Aerzte nichtarischer Abstammung nicht berufen toerben, für die das Derussbeamtengeseh wegen ihrer Kriegsteilnehmereigcnschaft eine Ausnahme vorgesehen hat. 3n der sozialen Versicherung und der Reichsversorgung kann jeder die Unter­suchung durch einen nichtarifchen Arzt vor Be­ginn der Untersuchung a b l e h n e n. Entspre­chendes gilt für Zahnärzte.

Reichskanzler Adolf Hitler führte dann u. a. aus, baß wir uns mitten im Stadium der Bereinigung der Verhältnisse be­fänden, die den früheren Zustand der Verwirrung und Verirrung geschaffen haben. Da er glaube, baß auf die Dauer die Presse nicht existieren könne, wenn nicht ganz klar eine Entscheidung über die R i ch t u n g hervortrete, die nun end­gültig als Sieger in Deutschland anzusehen fei und die deutsche Zukunft bestimmen werde, begrüße er es, daß die deutsche Derlegerschaft von sich aus sich bereits mit diesen Tatsachen abgefun­den habe und gewillt sei, auf diesen Boden zu treten. Je schneller dieser ^lebergangszustand beseitigt werde, um so schneller und sicherer werde die deutsche Wirtschaft und damit das notleidende Zei­tungsgewerbe wieder in Ordnung kommen.

Ls sei n i ch t beabsichtigt, etwa nur Staats- Zeitungen in Deutschland herauszubringen, was seinen sonstigen wirtschaftlichen Auffassun­gen völlig widersprechen werde, aber man müsse selbstverständlich jedem einzelnen die Pflicht auferlegcn, dah er im Sinne der großen weltanschauli chen L i n i e mit­arbeite. Ls sei selbstverständlich, daß auf die Dauer gesehen die Zeitungen als wirtschaft­liche Unternehmen genau so eine gesunde allgemeine wirtschaftliche Grundlage brauchen, wie jedes andere Un­ternehmen auch, dah aber eine gesunde Wirt­schaft nur dann entstehen könne, wenn endlich die politischen Streitigkeiten ent­schieden seien. Die Würfel seien nun gefallen, und er danke den Zeilungsverle- gern, daß sie s e l b st b e r e i l seien, diese Ent­scheidung anzuerkennen. 3e mehr sich das ganze Deutschland hinter diese Entscheidung stelle, um so schneller werde das feste Funda­ment geschaffen, auf dem man die Wirtschaft wieder aufrichten könne.

Die Maßnahmen auf wirtschaftlichem Gebiet seien bisher nicht vergeblich gewesen. 1,7 Millionen Menschen seien bisher wieder in die Betriebe zurückgekehrt, davon mindestens 703 COO über die sommerliche Aufwärtsentwicklung hinaus. Der Generalangriff gegen d i e Arbeitslosigkeit beginne er st jetzt

Die Neubildung der kirchlichen Vertretungen in Preußen.

Berlin, 28. Juni. (TU.) Der Kommissar bei evangelischen Lcmbeskirchen in Preußen teilt mit

1. Die Sorge der Regierung gilt dem a u f r i d) tigen Zusammenleben zwischen Kirche und Staat. Die Rechte ber Kirche sollen nicht angetastet werben. Die nationale Regierung erwartet aber unb hofft, baß bie Arbeit an ber natio­nalen unb sittlichen (Erneuerung un- fercs Volkes, bie sich bie Regierung zur Auf­gabe gestellt hat, umgelehrl bie gleiche Würdigung erfahrt. (Aus ber Rebe Adolf Hitlers bei der Reichs« tagseröffnung im März 1933.)

2. Für die unverzügliche Neubildung ber aufgelösten gewählten kirchlichen Vor- t r e t u n g e n verordne ich folgendes.

2) Die kirchlichen Vertretungen werden wieder her­gestellt durch Ernennung von Mitglie­dern. Die Ernennung erfolgt durch meine B e - vollmächtigten. Der Bevollmächtigte legt V o r s ch l a g s l i st e n zugrunde, die ihm v o n b e n durch i h n beftimmten Stellen eingereicht werden. In (Ermangelung ausreichender Vorschlags­listen trifft mein Bevollmächtigter bie erforderlichen Bestimmungen nach Maßgabe ber burch ihn zu er­mittelnden unb auf ©runb bieses Prüsungsergeb- niffes festgestellten Entwicklung bes kirchlichen Ledens.

b) Entgegenstehenbe Bestimmungen ber Ver­fassungen ber evanaelischen Lcmbeskirchen in Preußen sind daburch bis auf weiteres außer Kraft gesetzt.

c) Meine Bevollmächtigten finb befugt, zur Durch- ührung ber Neubilbung Ausführungsvor­schriften zu erlassen.

3. Auf seinen Antrag unb im Einvernehmen mit dem Bevollmächtigten bes Reichskanzlers, Wehrkreis­pfarrer Müller, gewähre ich bem kommissarischen geistlichen Vizepräsibenten bes Evangelischen Dber- kirHenrates, Pfarrer Hossenfelder, bis auf weiteres Urlaub mit ber Anweisung, sich bem Be­vollmächtigten bes Reichskanzlers zur Durchfüh­rung ber volkskommissarischen Aus­gaben zur Verfügung zu stellen.

4. Ich beurlaube mit sofortiger Wirkung ben Generalsuperintendenten ber Mark Branbenburg D. Karow.

Ministerpräsident Göring znm Kirchenstreit.

Ein Brief an Kultusminister Rust.

Berlin, 28. Juni. (WTB.) Der preußische TH- msterpräsibent Göring hat in ber Frage bes Kir­chenstreites ein Schreiben an ben preußischen Kul­tusminister Rust gerichtet. In biefem Schreiben bringt ber Ministerpräsident zum Ausdruck, daß er mehrfach gebeten worden sei, in ben Kirchenstreit unb in die Maßnahmen des Herrn preußischen Kul­tusministers Rust einzugreifen. Er habe dies elbstverständlich abgelehnt unb nähme bie Zu- djriften zur Veranlassung, dies ber Oeffentlichkeit gegenüber zum Ausdruck zu bringen. Der Brief ährt fort:

..Ich habe mich deshalb entschlossen. Ihnen vor wenigen Tagen auf Grund Ihres Vortrages sämt­liche Vollmachten meinerseits zu übertragen, um ben Kirchenstreit zu b e e n d e n und die Belange bes preußischen Kirchenvolkes zu wahren, unb wie­derhole auch heute schriftlich die Uebertragung dieser Vollmachten. Hiernach beauftrage ich Sie, alle Ihnen geeignet erscheinende Schritte

(DDZ.) Heute vormittag trat in Berlin der neugewählte Vor st and des Vereins Deutscher Zeitungsverleger zu seiner ersten Sitzung zusammen, in der die zur Zeit für das deutsche Zeitungswesen wichtigsten Fra- gen eingehend behandelt wurden. Das deutsche Verlegertum gab seinen entschiedenen Willen zur Mitarbeit durch eine Ent- schliehung Ausdruck, die dem Reichskanzler sofort zuging. In ihr sind die Grundsätze enthalten, nach der das Verlegertum im national- sozialistischen Sinne 03 o I f und Staat dienen will.

Anläßlich dieses ersten Zusammentreffens des neugebildeten Vorstands gab Reichskanzler Adolf Hitler dem Verein Deutscher Zei­tungsverleger die Ehre seines Besuches im Pressehaus Matthäikirchstrahe. Der Reichskanzler wurde vom Vorsitzenden des Ver­eins

VerlagsdirektorStadtrat Max Amann, MdR., München

und den übrigen Herren des Präsidiums emp- fangen. In feiner Begrüßungsansprache an den Reichskanzler führte der Vorsitzende aus, daß sich der Gesamtvorstand des Vereins in Erkennt­nis der Bedeutung der Stunde umgebildet habe und geschlossen hinter der Reichs- regierung stände. Die marxistischen Zeitun­gen seien vernichtet, die 2000 Tageszei­tungen aber, die heute in Deutschland noch erscheinen und deren Vertretung der Verein Deuftcher Zeitungsverleger bilde, ständen treu hinter dem Volkskanzler Adolf Hit- l e r. Der deutsche Zeitungsverleger habe es nicht leicht gehabt in den Jahren der Rovemberrevolulion, der Inflation wie der gan­zen Rachkriegszeit. Zehntausende von Existenzen seien vernichtet. Der Aufbau werde schwer sein, aber die deutsche Verlegerschaft sei bereit, jedes

Berlin, 28. Juni. (WTB. Funkspruch.) Auf der heutigen ersten Sitzung des Sachoer st än- digenbeirates für Beoolkerungs- und R a s s e n p o l i t i k hielt der Reichsinnenminister Dr. Frick eine Ansprache, in der er unter anderem ausführte: Deutschland ist bas ßanb, bas sowohl während bes Krieges wie nach bem Kriege ben bebrohlichsten Ausfall an Geburten zu verzeichnen gehabt hat. Währenb wir um bie Jahr- bunbertroenbl noch etwa zwei Millionen Geburten im Jahre hatten, finb es heute noch noch 975 000. Das beutfche Volk ist zum Ein- ja zum Kein- r i nb f i) ft e m ü b e r g e g a n g e n. Der Rückoang ber Sterblichkeit im volksbiologischen Sinne unseres Volkes reicht nicht mehr aus, um bie Er­haltung bes Bevolkerungsbestandes zu sichern. Nur die ländlichen Gemeinden haben noch einen geringen Geburtenüberschuß, ber aber nicht mehr ausreichr, um ben Verlust in ben Städten zu ersetzen. Unser Volk geht unweigerlich einer starken Heberolle- rung unb Vergreisung entgegen.

Doch es ist nicht nur bie Zahl, bie zu Bebenken Anlaß gibt, fonbern im gleichen Maße bie Güte unb Beschaffenheit unserer deutschen Be- oölferung. Es gibt Autoren, bie bereits 20 v. H. der deutschen Bevölkerung als erbbiologisch beschädigt ansehen, von denen bann also Nachwuchs nicht mehr erwünscht sei. Es kommt hin- zu, baß gerabe oft schwachsinnige unb minberroertige Personen eine überburchschnittliche Fortpflanzung aufweisen. Das bedeutet, baß bie begabtere wertvolle Schicht von Generation zu Gene­ration a b n i m m t unb in wenigen Generationen nahezu völlig ausgestorben fein wirb. Unsere Nachbarn im Osten haben bie doppelte Lebend­geborenenzahl. Die zlbroanbcrung von dem Lande in bie Stäbte, aus bem Osten nach bem Westen hat bereits in einigen Lanbkreisen bes Ostens zu einem merklichen Bevölkerungsrückgang geführt, so daß trotz ber vorhanbenen Arbeitslosigkeit bie Gefahr der Zuwanderung von Fremd st ämmi- gen im Often besteht. Im gleichen Maße müssen wir bie fortschreitenbe Rassenmischung unb Rassenentartung unseres Volkes mit Sorge verfolgen.

Bei ber überaus starken Belastung unseres Vol­kes mit Steuern, Sozialabgaben unb Zinsen bürfen wir uns ber Erkenntnis nicht verschließen, baß ber

und werde mit immer größerer Energie geführt Gr sei überzeugt, daß dieses Problem absolut gemeistert und gelöst werde. Zuvor müsse aller­dings das politische Problem endgül­tig gelöst werden, was jetzt zur Diskussion stehe: ilcbertoinbung des Parteistaates der Ver­gangenheit.

3m übrigen glaube er, daß die Problem?, die Deutschland zur Zeit beschäftigen, allen anderen Regierungen in der Welt auch gestellt seien, die diese Probleme letzten Endes auch nur dann lösen würden, wenn ihnen dieselbe Autorität zur Verfügung stehe, die wir zur Zeit in Deutschland uns zu schaffen bemühten. Er persönlich sei der Lieberzeugung, dah vieles von dem, was die übrige Welt heute an uns kritisiere, schon in wenigen Jahren von ihr übernommen werden würde

Der Kanzler richtete zum Schluß den Appell an die Zeitungsverleger, sich hundertprozentig hinter die in Deutschland gefundene Lösung zu stellen. Es werde im Laufe der Zeit wie immer im Wirtschaftsleben auch im Zeitungswesen das eine oder andere zu Grunde gehen, aber ins- gesamtdoch ein gewisser Stand deut­scher Verleger übrig bleiben, b?r dann gesund fein werde und auch mit in di? Z u - kunfthineinzuwachsen vermöge.

Lr lege Werl darauf, dah bieprioaleDni- tiafioe unbedingt erhalten bleibe als Voraussetzung für die Entwicklung der großen wirtschaftlichen Möglichkeiten, die in Deutschland an sich gegeben seien- Er trete ein für bie Autorität ber Persönlichkeit. Man sehe vielleicht in seinem eigenen Zen- 11 a I o e r I a g ein Unternehmen, bas einer Par­tei gehöre. Dieses Unternehmen aber könne genau so gut einem einzelnen Manne gehören, denn wenn es auch im Besitze der Partei sei, so spreche in diesem Unternehmen doch nur ein einziger Mann, der verantwortliche und allein entscheidende Generaldirektor. Schon aus dieser eigenen Einstellung könne man ersehen, daß unser Kampf nichtgegendenUnter- nehmer als verantwortlichen Träger des Un­ternehmens gerichtet sei, sondern nur gegen eine Presse, die ihre Aufgabe der Ration gegenüber nicht erkannt habe und sie nicht erfüllen wollte, nur dagegen?