Ausgabe 
29.6.1933 Frühausgabe
 
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stuna und der Sicherheit. i e n Berlins durch fremde

Reichsleiter Alfred Bosenberg

«(ff. doch unendlich Beschämendes widerfahren ist. Er sah

Nihls geliebter Affe

Das Ueberfliegen Berlins durch sremoe Flugzeuge hat blitzartig unser ungeschütztes Land in Bezug auf Luftangriffe beleuchtet. Aber auch aus anderen Gebieten wie auf dem der Kolonien ist Deutschland die Gleichberechtigung versagt. Es ist nötig, daß wir den Kampf um die Revision des Versailler Vertrages w e i t e r f ü h r e n , bis er endgültig erledigt ist." m .

Nach dem Vortrag des LiedesWo gen Himmel Eichen ragen" durch den Berliner Siemenschor wies der Leiter des Außenpolitischen Amtes der N-sDAP.,

Der deutsche Einheitsstaat unter natmalsvziaUWcher WhmnB-Sierarchie. Reich-minister Goebbels spricht in Stuttgart. - Ein Rat an da- Zentrum.

München und Heidelberg, an der Pariser Sorbonne und der Internationalen Akademie in Genf teil, andere wollen Weimar und Jena, die Stätten deut­schen Geistes, und Wien besuchen. Daneben sind auch Fahrten nach England und Rußland vorgesehen.

Geheimrat Professor Dr. Planck Präsident der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft.

Der Senat der Kaiser-Wilhelm°Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften in Berlin, hat den berühmten deutschen Physiker Geheimrat Professor Dr. Max Planck, Nobelpreisträger von 1915, zum Präsidenten der Gesellschaft w i e d e r ge­wählt.

Aus aller Wett.

Einigung im Stenographenloger.

Zwischen dem Sachverständigen der RSDAP. für Kurzschrift, dem Beauftragten der Reichs­leitung des RS.-Lehrerbundes, Schulrat Lang, und dem Vorsitzenden des Stenographenver- bandes Stolze-Schrey, Dr. Eg geling, ist, wie der Verband Deutscher Pressestenographen nut- teilt, eine Vereinbarung getroffen worden, wo­nach sich der Verband Stolze-Schrey auf den Boden der Denkschrift des RS.-Lehrerbundes stellt und in Zukunft für die Einheitskurz- schrift werben wird. Es ist u. a. vereinbart worden, daß der Verband Stolze-Schrey sich der zu gründenden Deutschen Steno- graphenschaft eingliedert.

Grohfeuer in München.

deutschen Zivilluftfahrt, der deutschen Polizei, den deutschen Wehroerbänden, der der Hilfspolizei, bloß nicht von einer wirklichen Ab- gnW lebten Monaten fei Dielin der Weltpreise die Rede gewesen von der angeblichen D i s k r m i - nierung der Iuden in Deutschland. Tat­sache sei aber, daß in Deutschland nur Die Parität wieder hergestelltt wurde, da es unmöglich war, zu dulden, daß in Berlin 74 v. $). der Anwälte 80 bis 90 v. H. der Aerzte in den Berliner^Krankenanstal- ten Juden waren.Wir bestreiten, sagte Alfred Rosenberg,jedem das Recht, uns den Dorwurf der Diskriminierung der Juden zu machen, solange eine Entwürdigung des g r o ß e n d e u t - sch en Volkes durch den Versailler Unfriedens­vertrag geduldet oder gar verteidigt wird.

Wenn heute die anderen Staaten nicht abrüsten, so seien sie ihren Verpflichtungen nicht nach- gekommen. S i e hätten also mit de r R e v i - sion der Verträge begönnen, ihre eige­nen Verträge verletzt und daher sedes Recht verloren, weitere Forderungen zu erheben.

Der Traum eines deutschen Volksstaates gehe heute unter Adolf Hitler seiner Erfüllung ent- gegen. Die deutsche Revolution feierneRevo - kution des sozialen Friedens und der Volksversöhnung. 2hr sehnlichster Wunsch sei, auch nach außen h i n e i n e n e ch t e n Frieden zu erhalten und das Problem un­serer Zeit, die soziale Frage, im Sinne eines echten Sozialismus zu lösen, d- h- tm Sinne einer staatlich gesicherten, sozialen Gerechtigkeit, lieber eins müsse sich die Welt im Klaren fein. E i n Sturz Hitlers würde ein furchtbares Chaos nicht nur für Deutschland, sondern für ganz Mitteleuropa bedeuten und die wirt­schaftliche und polit sche Weltkrise ins Unermessene steigern. Jede Schwächung des neuen Deutsch­lands bedeute also eine Stärkung des Welt- kommunismus. Jede Förderung aber bedeute des Wachsen der Stabilität nicht nur des Deutschen Reiches, sondern überhaupt der Verhältnisse auch der anderen Staaten. Die deutsche Revolution ist nicht das Ergebnis einer abstrakten Aeorie sondern die Revolution des JnJttnkts und des Charakters. Sie richtet sich gegen kein einziges anderes Volk, sie ist nur die Dar­stellung deS wiedererwachten Deutschlands, arno seinem Dienste gilt nunmehr das Leben des heutigen Geschlechts und der kommenden Gene­rationen für ein Reich der Ehre, Freiheit und sozialen Gerechtigkeit.

mich ratlos an. Aller Kreatur urewige Hilflosigkeit entstarrte diesem Blick. Es konnte nicht sein, es durfte nicht sein und war doch so.

Nihl machte in diesem Augenblick den Eindruck eines Wesens, der aus allen Himmeln gerissen, gleichsam vom Mond gestürzt ist. Da stand er. Was nun? Trost war unmöglich. Er stolperte weiter, verblödet, haltlos, innerlich verfallen. Er hätte sich nicht gewundert, wenn das Grab sich vor seinen Füßen aufgetan und ihn verschlungen hätte. Der

Berlin, 28. Juni. (TU.) Am Jahrestage der Unterzeichnung des Versailler Diktates veranstaltete der Arbeitsausschuß deutscher ver­bände in der Krolloper eine eindrucksvolle Kund­gebung, an der neben den Reichsmimstern Sei die, von Elz-Rübe nach und Gärtner zahlreiche Vertreter der einzelnen Ministerien teilnahmen. Die große Hakenkreuzfahne über dem Prasidenten- sitz war schwarz eingerahmt, die schwarzweißrote bahne trug Trauerflor. Auch Dertreter der Re.ch-- wehr der Reichsmarine und der SA.-Fuhrung wohnten der Kundgebung bei. Der Präsident des Arbeitsausschusses deutscher Verbände, Gouverneur z. D. Dr. Schnee.

Kunst und Wissenschaft.

IX. Deutsches Reger-Jeff In Kassel.

Unter dem Protektorat von Reichsminister Her. mann Göring fand in Kassel das IX. Deutsche Reger - Fest der Deutschen Max-Reger-Gesell- schäft statt. Auf dem Programm standen zwei große Chor- und Orchester-Konzerte in der Stadthalle, em Kirchenkonzert in der Martinskirche, eine Zwischen- Musik auf Schloß Wilhelmsthal und eine Kammer- musik im Kasseler Staatstheater. Staatskapellmelster Dr h. c. Robert Laugs hatte die Gesamtleitung. Als Solisten wirkten u. a. Professor Gunther R a m i n (Orgel), Professor Gustav H a v e rna n n (Violine), Richard L a u as (Klavier), Ludwig Kai- s e r (Klavier) und das Wendling- Quartett mit. Für die Chöre waren eine Reihe von Kasseler Ge­sangvereinen gewonnen-, die verstärkte Staalliche Kapelle stellte das Orchester. Aus der über drei Tage sich erstreckenden Dortragsfolae sind vor allem her- vorzuheben: derSymphonische Prolog, von der Staatskapelle unter Laugs großartig vorgetra- gen, und die von R a m i n meisterlich gespielten Or- gelwerke (Introduktion und Passacaglia V-Moll: Introduktion und Fuge überWie schon leuchtet der Morgenstern"). Das Wendling-Quartett fand mit dem Streichquartett op. 109 und dem Älartnet. ten-Quintett (zusammen mit Kammermusiker Loh- mann) stürmischen Beifall. Ein bedeutendes Er- lebnis war wiederum die Aufführung des100. Psalms", für gemischten Chor und Orchester. Don den großen Chorwerken wurde außerdem derGe­sang der Verklärten" in einer Neuinstrumentierung von Karl Hermann P i l l n e y erstaufgefuhrt. So wurde die Veranstaltung für die Kasseler Kunst- freunde und für die gesamte deutsche Regergemelnde ein musikalisches Ereignis erster Ordnung.

Amerikanische Studenten besuchen Deutschland.

Mit dem SchnelldampferBremen" des Nord­deutschen Lloyd treffen dieser Tage 20 0 S tu Den- ten von 25 amerikanischen Universi­täten und Hochschulen in Deutschland em. Die Ziele ihrer Reisen durch Deutschland und Europa sind verschieden. Einige Gruppen nehmen an Som­mer- und Ferien-Kursen der Universitäten von

In München brach in der Garage der Kleinauto- Verkaufs-Zentrale in der Ungererstraße aus un- bekannter Ursache ein Brand aus, der sich rasch ausbreitete. Sieben Löschzüge der freiwilligen und der Berufsfeuerwehr bekämpften mit etwa zwanzig Schlauchleitungen die Flammen, denen etwa 35 Kleinautos zum Opfer fiesen. Bei den Löscharbeiten, an denen sich auch SA. und SS. tatkräftig beteilig­ten, wurde ein Feuerwehrmann verletzt. Am Brandplatz, der von einer großen Menschenmenge umsäumt war, erschien auch Oberbürgermeister F i e h l e r. Nach mehreren Stunden war das Feuer gelöscht. ____,

bis gegen 300 m gehoben. Diese Hebung Skandina­viens beträgt 1 m in 100 Zähren, also 1 cm im Jahr; sie ist sehr rasch und hat große praktische Bedeutung, denn an der Küste Norwegens liegen die meisten Siedlungen, auf dem erst in jüngster Zeit dem Meer entstiegenen Land.

Sin verhältnismäßig junges Hebungsgebiet reicht auf dem Südflügel von dem französtschen Zentral- Plateau zu den Ardennen und über daS Rheinische Schiefergebirge zum Harz und weiter nach Osten. Das Rheinische Schiefergebirge hat sich vom Beginn der Eiszeit bis heute um über 200 m gehoben und den Rhein zu einer scharfen Eintiefung auf der Linie Bingen - Bonn gezwungen. Die Spren- aungen beim Binger Loch, die alle paar Zähre nötig werden zeigen das Weiterwirken dieser Hebung«- beweaung. Auch im Ruhrgebiet ist eine solche He­bung der Erdkruste festzustellen, die im Höchstfall bis zu 7 cm in etwa 10 Zähren beträgt. AuS Süd­deutschland ergeben die neuesten Vermeflungen das Aufsteigen der Schollen unserer Mittelgebirge. Diese Hebungstendenzen, die bis mindestens in die 2er- tlärjeit zurückreichen, dauern noch heute unver­mindert an. An der schäbisch-bayrischen Hoch­ebene hat man durch Feinvermeffungen festgestellt, daß sich die ganze Hochebene zwischen der schwä­bischen Alb im Norden und den Alpen im Süden langsam gegen Westen verschiebt, und zwar beträgt die Geschwindigkeit durchschnittlich fast 2 m in 100 Zähren. Dabei werden auch die Laufstrecken der in Süd-Nordrichtung aus den Alpen kommenden Flüsse durch die Bewegung mit nach Westen ver­schleppt. Südlich der Alpen schließt sich das Sen­kungsfeld der Po-Ebene an, eine der verschiedenen Senkungszonen, aus denen sich daS Mittelmeer-Ge- biet zusamrnensetzt. Außerhalb von Europa sind tob* che Bewegungen nicht weniger häusig. So laßt sich , D an den Küsten von Südafrika eine Hebung nachweisen, die an der Kap-Halbinsel über 13 m seit dem Diluvium beträgt. Die schnellsten Be­wegungen, die wir auf der Erde kennen, spielen sich in Kalifornien ab; sie sind dort so rasch, daß sie dauernd zu erheblichen Ortsveränderungen fuh­ren und betragen durchschnittlich 5 bis 40 cm im labr Diese Verschiebungen brauchen erst nicht durch wissenschaftliche Meflungen festgestellt zu wttden, sondern fallen nach wenigen Zähren auf, indem Land­straßen Wege, Mauern zerschnitten, zerriflen, von einander getrennt und immer weiter verschleppt wer­den Glücklicherweise verlaufen diese Bewegungen aber in den meisten Teilen der Erde so langsam, daß sie uns nicht beunruhigen. Nur zeigen sie, daß sich die Erdkruste überall und ständig bewegt und daß mit der Wahnvorstellung einer starren Erd­kruste endgültig gebrochen werden muß.

selbständig zu tun und übertrage Ihnen meine sämt­lichen Rechte als Ministerpräsident und Stellver- treter des Reichsstatthalters. Ich bin überzeugt, daß ich keinen besseren Mann finden konnte als Sie, um diese für das preußische Kirchenvolk hoch wichtige Frage einer befriedigenden Klärung ent­gegenzuführen."

Neuwahl der Landessynode in Sachsen.

Dresden. 28. Juni. (211.) Kirchenamtlich wird mitgeteilt: Das Landeskonsistorium hält cs für unbedingt erforderlich, daß das Amt des Landesbischofs sobald wie möglich end­gültig wieder besetzt wird und zwar durch eine neugewählte Landesshnode. Auf seinen Antrag hat der Landeslirchenausschuh ein­stimmig beschlossen, die Landesshnode mit so­fortiger Wirkung aufzulösen. Ferner hat das Landeskonsistorium unter Zustimmung des ständigen Synodalausschusses beschloßen daß die Wahlzeit aller Mitglieder der kirchlichen Ge­meindevertretungen am 6. August 1933 a b l a u T t Dor diesem Tage sind Neuwahlen vorzuneh­

men Die neugewählten Kirchgemeindevertreter sollen am 6. August in ihr Amt eingewiesen wer­den. Die Neuwahl der Landesshnode soll rmAu- gust der Zusammentritt der Synode zur L» 'Landesbischoss Anfang September vorgenom E - ks IMch-n L-nd--- bischof ist vor kurzem durch den Tod O. 2 h m c l 6 vakant geworden.

Ein Floggenerlaß des Evangelischen Obertirchenrats in Preußen.

Berlin. 28. Suni. (WTD., Ans Anl-ch des nrotzen Werkes der OtcuoiEmung der Kirche, dns soeben emgeleitet toorben * otönen ton: an, U Vf unb

bie kirchlichen Verwaltungsgebäude nn Dezuck der evangelischen Kirche ter ^"Preußischen älmon außer mit der Kirchenfahne mit Der schwarzweihroten und der Haren k r euz f a hne zu beflaggen. Der G o t t es dienst an diesem Tage ist in Dank und Für bitte festlich Auszuges alten

Charloflenburg, ^rchenr-fl.

Ist nicht ein geheimes Wissen in der menschlichen I Seele daß sie dem, was wir Schicksal nennen, doch nicht 'in alle Ewigkeit so wehrlos, spielballhaft an­heim gegeben ist? Hat die Geschichte des Menschen nicht Beispiele genug, daß eine große Seele das Schicksal überwindet? Wir kennen nur das Gesetz der eigenen Seele noch nicht.

So gilt es die Gedanken an das Ewige auszu- schalten und 'noch stümperhaft unwissende Mecham- ter der Seelenphysik, die wir sind, bedienen wir uns irgendwelcher Notkontakte, kindischer Hilfs- mittel, die nur ganz mittelbar wirksam find.

Einst wird dies Alles klar werden. Dann gehört auch Nihls Affe in das Raritätenkabinett eines Museums für menschliche Seelenkunde.

Oie Erdkruste bewegt sich.

Wenn der Mensch glaubt, auf der .sicher ge­grünten Erde- fest und ruhig zu stehen so ist das ein großer Zrrtum. Gleichsam als Sinnbild des ewig schwankenden Eingelschicksals befindet sich auch die Erdoberfläche in ewiger Bewegung. Nicht nur die Erdbeben erinnern die Bewohner dieses Planeten schmerzlich daran, daß düstere Gewalten deS Innern uns bedrohen, sondern sie sind nur die gewalttätigen Anzeichen dafür, daß beständig Bewegungen statt- sinden, die freilich für den einzelnen Nicht fühlbar werden. Die Wisienschaft ist aber wohl imstande, den ständigen Hebungen und Senkungen der Erd- kruste nachzuspüren, wie Prof. 1 Richter in ei­nem Aufsatz .Die Wahnvorstellung von der starren Erdkruste- in der Frankfurter Wochenschrift .Die Umschau- ausführt. Aus der Fülle von Beispielen, die er aus allen Teilen des Erdballs sammelt, seien einige herausgegriffen. In Europa vollziehen sich fast überall langsame Bewegungen. Frankreich ist von den Alpen her nach Nordwesten zur Kanal- käste in steter Senkung begriffen- So hat sich in den Zähren 1864 bis 1893 die Kanalküste um über 80 cm gesenkt, bei Dünkirchen um über 1 m, also rund 3 cm pro Zahr. Eine weite Mulde liegt zwischen England und dem französischen Zentral-Plateau. deren tiefste Stelle der Kanal bildet. Diese Senkungs­zone dehnt sich auch über Flandern und Holland aus, und zwar liegen große Teile Hollands hinter der Küste schon 5 m unter dem Meeresspiegel und können nur durch kostspielige Deichbauten vor der Überflutung bewahrt werden. Ebenso senkt sich die deu tscheNor dsee-Küste ständig,überhaupt reicht diese Muldenzone, deren Bewegung abwärts gerich­tet ist, vorn Kanal bis zum Weihen Meer. Der auf- > steigendeNordhügel läßt sich besonders gut in Skan­dinavien beobachten, das allmählich kuppelförmig herausgehoben wurde und so seine heutige Form l erhalten hat. Seit der Eiszeit hat sich hier das Land

führte in seiner Eröffnungsansprache u. a. aus. Der Arbeitsausschuß deutscher Verbände hat bald nach Inkrafttreten der unser Vaterland knebelnden und schikanierenden Bestimmungen den Kampf aufgenommen gegen die Kriegsschuld- lüge und um die Revision des Versail­ler Diktats und hat in all den Jahren um die Bildung einer deutschen Einheitsfront gerungen. Heute brauche ich diesen Appell zur Einigkeit nicht zu wiederholen, denn die Einigkeit i st unter Führung des Reichskanzlers Adolf Hitler hergestellt worden. Trotz mancher formeller Anerkennungen ist aber heute noch die Gleichberechtigung Deutschlands keines- wegs vorhanden, vor allem nicht auf^ dem Gebiete der Ab rüst"

Von Peter E>upf.

Peter Supf ist der einzige Deutsche, der als Preis für seine dichterischen Schilderungen des Fliegens einen lebens- länglichen Freiflugschein der Deutschen Lufthansa erhielt.

Guter Nihl, sei nicht böse, wenn ich diese Ge- schichte preisgebe. Ich bekenne öffentlich, daß ich dich trotz allem für den verständigsten Menschen halte.

Aber diese verdammte Affengeschlchte! Hattest du mich wenigstens ausschlafen lassen!

Zarte Hand hatte dir zu Weihnachten einen Affen geschenkt, einen Affen mit schwarzen Glasperlen- äugen, braunen Lederlippen und zwei lächerlich langen zottigen Armen. Zugegeben, daß ein Affe von zarter Hand mit Perlaugen und Lederlippen etwas Besonderes ist. Aber berechtigt er dazu, mit ihm eine derart unterwürfige, jeder eigenen und fremden Kritik taube Abgötterei zu treiben?

Dieser Affe hätte mich fast zum Prinzen von Homburg gemacht. Ich hätte seinetwegen einen Be- fehl nicht befolgt und wäre bestimmt erschossen worden. ,, ...

Also, um bei der Erzählung )u bleiben, dieser von zarter Hand gespendete, perläugsge und leder- lippiae Affe hing von Stund an, bei Tag und Nacht, in der linken Tasche von Nihls Lederjacke. Er fam- werte mit langen Armen hervor. Ich glaube, daß, wenn bei einer Besichtigung der General Nihl zur. Rede gestellt, dieser ihm geantwortet hatte:Sie können mich einsperren, Herr General, aber dieser Asfe bleibt in meiner Tasche."

Hatte ich alles untergebracht und nickte; hatte er alles aufmerksam geprüft und sich auf seinem Füh­rersitz zurechtgesetzt, so griff Nihl nach seinem Affen, lächelte wenn er da war, gab Gas und flog mit mir gen Himmel. Eines Abends ging Nihl auf einem Acker nieder und stellte den Apparat auf den Kops. Er brummte und schimpfte. Ich begriff nichts. Wir sprangen heraus, stampften uns warm, ruckten die Maschine zurecht, kletterten wieder hinein, brau ten ab und landeten sicher und sanft auf dem Flugplatz.

Auf dem Weg ins Quartier mondbeschienene Landstraße hinab zum Dorf stand Nihl plötzlich still. Ich spürte seinen Herzschlag. Er tastete an einer Jacke herum. Sein Blick war schreckhaft weit. Dann und um dieser urmenschlichen Regung willen erzähle ich diese Geschichte - stihr sich der gute Nihl mit dem einen Lederhandschuh ms Ge­sicht, den anderen bohrte er schräg hinter feinem Leib in die Luft und stand auf der mondbeschiene­nen Landstraße wie ein kleiner Junge ein ganz kleiner, dem etwas Plötzliches, Schicksalhaftes und

Stuttgart, 28. Juni. (WTB.) Reichsminister Dr. Goebbels ist heute mittag °uf dem Flugplatz in Döblingen gelandet wo er von Reichsstatthalter u r r Ministerpräsident Mergenth a 1 e r und Ehrenden Persönlichkeiten Der NSDAP. Württem­bergs empfangen wurde. Bei der anschließenden Fahrt nach Stuttgart wurde der Relchsmlnffter von der Bevölkerung begeistert begrüßt. Nach einem Besuch beim Süddeutschen Run d fünf sprach Dr. Goebbels im Halbmond-Saal des Wurt- tembergischen Landtages zur Presse. Er führte dabei u. a. aus: _ ,

Das Kraftzentrum der Nation muß a u f ein- heitlicher weltanschauliche r B af i 5 auf= gebaut werden. Wenn die Deutschnationale Front sich selbst aufgelöst hat, ist das nur eine logische Entwicklung und wenn ich dem Zentrum einen guten Rat geben darf: Ich Müde, daß es sehr gut daran täte, wenn es s e i n e n P a r- tei laben s e l d st zumachte. Zudem werden die Nationalsozialisten nicht mehr lange mit oer- schränkten Armen den Experimenten des Zentrums zusehen. Wenn das Zentrum meint, die katholi­schen Belange verteidigen $u müssen, so sagen wir: Was dem Katholizismus dient, wissen wir , eldst Wir wissen aber auch, was der Nation . )ient. Die Interessen des Katholizismus sind wahr- cheinlich bei uns in besserer H a n d als in ler Hand des Zentrums. Wenn wir das Zentrum entfernen, tun wir der Kirche einen Dienst.

Am Ende der Auflösung der Parteien steht d e r deutsche Einheitsstaat und der wird na-

t i o n a l s o z i a l i st i s ch es Gepräge tragen. In 20 Jahren darf es keine andere Weltanschauung mehr geben als Die unsere. Wir wollen Die einheit­liche Kraftentwicklung Der Deutschen Nation unD Das ist zugleich ein Problem Der Außenpoli - t i k. Einer muß im Namen Deutschland sprechen können und im Namen des letzten Bauern und Proletariers. Adolf Hitler ist heute Der un­umschränkte Herrscher in DeutschlanD. Aber er ist sich Dieser Verantwortung bewußt. Gewiß, wir finD eine MinDerheit und mir regieren als Minderheit, aber wir regieren i m Auftrage Des Volkes. So vertreten wir eine oereDelte Demokratie. Ist Diese Form Des Regierens, diese Führungs-Hierarchie durchgefuhrt, dann wird auch außenpolitisch alles m Ord­nung kommen. Ä ,

Wir haben heute, so bemerkte Dr. Goebbels am Schluß seiner Ausführungen, einen historischen Er- innerunqstag: Den Gedenktag an DasDil- tatvonDersailles. Wenn wir auf dem Grund einer innerlich gefestigten Führungshierarchie wei­ter arbeiten, dann wird es dahin kommen, daß man Das Deutsche Volk nicht mehr aus Dem Kreis der Völker ausfchalten wird. Das ist auch der Sinn unserer 14jährigen Leidenszeit. Die Welt wird ein Einsehen haben müssen, wenn sie sich nicht selb st aufgeben will. Sie wollten uns in Versailles ans Kreuz schlagen, aber sie wer­den erkennen müssen, daß wir von Den Toten auferstehen werDen.

Deutschlands Protest gegen Versailles

Alfred Rosenberg vor dem Arbeitsausschuß deutscher Verbände

gute, kluge Nihl.

lieber das liefere Des Vorgangs später. Die nächste Folge war, daß Nihl mir beim Abschied mit geschlossenen Augen und tonloser Stimme eröffnete: Ohne ihn fliege ich nicht!"

Da stand nun ich auf Der mondbeschienenen Land- straße. Ich hatte Befehl, mit Nihl am anderen Mor­gen zu starten. Mit oder ohne es mußte sein.

Ich redete zu Nihl. Ich beschwor sein besseres ur» teilsfähiges Selbst. Ich rang wider den Affen. Alles umsonst.

Endlich lag ich im Bett. Mein Kops war schwer.

Ich sah das nackte, perläugige Scheusal in einer Ackerfurche liegen. Es starrte in den großen Mond. Es bewegte froschhaft Die LeDerlippen. Es lag und wartete. Ich trank Wasser, Drehte mich um. Es lag überall.

Da klopfte es an Die Tür. Ich öffnete. Draußen stand Nihl mit Drei oDer vier Mann, vermummt, mit Laternen.

Wir wollen ben Affen suchen." Er sah mich mit- leidsvoll an. Es ging um mich.

Ich war gerührt. Hätte ich den Schlaf auch nötig gehabt, ich zog mich an, band gleichfalls einen Wall- schal um den Kopf und stampfte mit Nihl und sei­nen Getreuen in die Nacht.

Nihl gab wunderbare Beweise seines Scharfsinns, um Den richtigen Acker wieDerzufinden. Er stieg allein auf Hügel und machte sich mit einem Finger alles klar. Er entdeckte eine dunklere Stelle im Feld. Wir folgten. Mit der Laterne sich niederbückend schrie Nihl laut auf. Er hatte den Affen gefunden.

Wir umstanden ihn erschauernd. Er hielt ihn triumphierend an Die Laterne.

Aber so eine Geschichte ist nicht Damit abgetan. Belanglos an sich, hat sie einen Punkt, an Dem Ge. heimstes aufblitzt. Was verbindet Den Geist eines Menschen, eines so klugen und nüchternen Menschen wie Nihl, mit einem so lächerlichen Gegenstand aus Werg und Stoff? Warum trugen viele Tausende kleine Münzen um den Hals in Den Jahren Der Ge­fahr? Was bedeutet der rostige Nagel in der Tasche des Schauspielers?

Aberglaube! ein Wort. Was sagt es?

Darauf hin, Daß Die Entente ihren eigenen Dorfriedensvertrag, auf GrunD Dessen Deutschland Die Waffen nieDerlegte, gebrochen habe und Daß folglich Der Versailler Vertrag mo­ralisch unhaltbar unD auch unrecht- mäßig zustanDe gekommen sei. Wahrend die deutsche Nation Hunderte von Forderungen t m - mer wieder erfüllt hat, weigert sich Die Gegenseite noch immer, einer klaren Ver- pflichtung nachzukommen. Man spreche von Der