Ausgabe 
29.3.1933 Erstes Blatt
 
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Des Reichskanzlers Wochenend.

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in allem: auch in diesem Jahre werden Anlagen unserer Stadt wieder in ge- Schönheit darbieten.

Kunst und Wissenschaft

Ein unbekanntes Dürerbild entdeckt?

Wie derFränkische Kurier" in Nürnberg

Aus aller Welt

Bund angeslellter Akademiker lechnisch'naturwisfenschaftlicher Berufe E.

zeichnunglangjährige Mitglieder des Stadt­rats" sich nur auf die Herren Fischer und Schmidt bezog, nicht aber auch auf Herrn Rühl, der erst nur einige Wochen dem Stadt­rat angehörte. In unserem Bericht vom Montag über die AusstellungStadt und Land" muh es richtig heißen, daß die Firma Heinrich Grau (nicht G. Rau) Polstermöbel zeigt, ferner Frau Spuck die Wirtschaft in der Ausstellung betreibt. -

* Höhere Privatschule Gießen. Man berichtet uns: Am Samstag veranstaltete die Höhere Privatschule Gießen einen Elternnach- mittag. 3m ersten Teil kamen ernste Gedichte zu Gehör, im zweiten Teil wurde neben heiteren Gedichten die PosseDer Rachtwächter" von Theodor Körner von Schülern der Anstalt mit gutem Erfolg aufgeführt. Anschließend sand ein gemütliches Beisammensein in den Räumen der Höheren Privatschule statt. Die Beranstaltung wurde von den Eltern zahlreich besucht und sehr- begrüßt, da sie dazu diente, das Berhältnis zwischen Elternhaus und Schule enger zu gestalten.

Der Dorstand der Bereinigung der Deutschen Christlichen Dauernver- eine beschloß einstimmig, sofort mit dem Reichslandbund Terhandlungen zur schnell- sten Verschmelzung dieser beiden Spitzen- verbande der deutschen Landwirtschaft aufzu­nehmen.

Der frühere bayerische Gesandte in Berlin, Dr. Konrad v. P r e g e r, ist auf einem Dampfer auf der Rückreise von Aegypten nach Genua gestor­ben. Dr. v. Preger hatte bereits während eines Aufenthaltes in Aegypten längere Zeit in, einem Krankenhaus in Kairo schwer krank darniedergele-

Kleine volitische Nachrichten.

Das Verbot der sozialdemokrati­schen Presse in Preußen ist auf unbe­stimmte Zeit berlänger t worden.

Ein einfaches kleines Bauernhaus in den oberbay­rischen Bergen in der Nähe von Berchtes­gaden nennt der Reichskanzler fein einen. Hier verbrachte er fein letztes Wochenende.

Der frühere Vizepräsident der Rhein­provinz Dr. Guske ist auf Ersuchen der Staatsanwaltschaft Halle von der Koblenzer Po­lizei verhaftet worden. 3n der Vorunter­suchung soll klargestellt werden, ob sich Dr. Guske in seiner früheren Verwaltungsstelle der Aktenbes eitigung und Unterschla­gung schuldig gemacht hat.

Der Regierungspräsident hat den Chefredakteur der nationalsozialistischenRoten Erde", Dr. Pic» lum, zum Staatskommifsar für die Stadt Bochum bestellt. Gleichzeitig wurde der Prokurist Bruno Schüler aus Dortmund z u m Staatskommifsar für die Stadt Dortmund ernannt.

Frühling in den Gießener Anlagen

Erhaltung und Ausbau der Grünflächen unserer Stadt.

gen. Er ist 65 Jahre alt geworden: er hinterläßt zwei Sohne. Von 1919 bis 1932 vertrat Dr. Preger Bayern als Gesandter beim Reich.

Der Bund angestellter Akademiker technisch-na- wissenschaftlicher Berufe E. V. hielt in Berlin seine 14. ordentliche Sprechertagung ab und faßte zu Beginn der Tagung einstimmig eine Resolu­tion, die der Reichsregierung übermittelt worden ist und in der es nach einem Gelöbnis zur posi­tiven Mitarbeit am nationalen Neubau des Staats- und Wirtschaftslebens u. a. heißt: Der Bund hat unbeirrt durch alle wechselnden Strö­mungen der Tages- und Wirtschaftspolitik dafür gekämpft, daß die Akademikerschaft nicht den Ni»

Der preußische Minister des Innern (Kommissar des Reichs) hat angeordnet, daß die V e r t r e t e r der KPD. an Sitzungen der Vertre­tungskörperschaften von Gemein­den und Gemeindeverbänden nicht t e i l n e h m e n dürfen, da sie sämtlich unter dem Verdacht des Hochverrats stehen. Ihre Ladung hat daher zu unterbleiben.

*

Der Reichsarbeitsminister hat einen Reichskom- missar für den Verband der Krankenkassen im Be­zirk des Oberversicherungsamts Berlin beauftragt, an Stelle der Verbandsorgane die Geschäfte die­ses Verbandes zu übernehmen. Ebenso wird ein Beauftragter des Reichsarbeitsministers d i e G e - schäfte des Hauptverbandes Deut­scher Krankenkassen, der zur Zeit von der Deutschen Revisions- und Treuhand-Gesellschaft geprüft wird, führen.

gesunden. Gemäß dem Programm der Reichsre­gierung erwartet der Deutsche Buchdrucker-Verein auch, daß die Reichsregierung dieDruckerei- betriebe der öffentlichen Handendlich in weitestgehendem Umfang ihrer Auflösung entgegenführt, um dadurch dem berufs - ständischenGewerbe neueArbeitzu- z u f ü h r e n und ihm neue Möglichkeiten zum Aufbau zu geben.

Votschaster Aadoiny verlaßt Gens

Genf, 28. März. (TU.) Botschafter Ra­do l n h hat am Dieristagabend in Begleitung des Staatssekretärs von Rheinbaben und des Generalsekretärs der Abrüstungsabordnung, Geheimrat F r o w e i n, Genf verlassen.

Die zahlreichen A u s s ch ü s s e der Abrüstungs- konserenz haben sich ebenso wie der Hauptaus­schuh bis Ende April vertagt. Lediglich im Effektiv-Ausschuh fand eine lebhafte Auseinandersetzung über die von Deutschland und Italien geforderte Vertagung der Arbeiten des Ausschusses statt. Die Vertreter von Eng­land, der Vereinigten Staaten, Frankreich und Polen widersetzten sich den deutsch-ita- sienischen Vertagungswünschen und verlangten die Weiterberatung der Effektivfragen, obwohl von deutscher und italienischer Seite darauf hinge­wiesen wurde, daß mangels Instruktionen eine sachliche Stellungnahme vor der Wiederauf­nahme der Arbeiten der Konferenz Ende April nicht möglich erscheine. Der Ausschuß beschloß aber mit großer Stimmenmehrheit, die Arbeiten fortzusehen.

Wer auf dem Wege zu feiner Arbeitsstätte täglich mehrere Male Gelegenheit hat, durch eine der Gießener Anlagen zu gehen, konnte in den letzten Tagen bemerken, daß sich die Natur wieder zum Ausbruch rüstet, daß die Knospen zu glänzen begannen, fülliger wurden, um nun bald die ersten grünen, zarten Spitzen zu zeigen, ilnö wem dies nicht aufgefallen fein mag, dem wird fich der Frühling dadurch kundgetan haben, daß allenthalben in den Anlagen Arbeiter damit beschäftigt waren bzw. noch beschäftigt sind, die Wege in Ordnung zu bringen, frischen Kies zu streuen, die Sandkästen der Kinder aufzufüllen, die Büsche zu beschneiden, an den Bäumen dürre Aeste zu beseitigen oder lästige Aeste zu entfernen.

Der Frühling in den Anlagen unserer Stadt hat aber nicht nur eine gewissermaßen lyrische Seite, sondern auch ^ifte reale. Die Unterhal­tung und der Ausbau der Gießener Grünflächen untersteht dem städtischen Hochbauamt, das mit den jährlich dafür eingesetzten Mitteln die An­lagen in Ordnung halten und möglichst auch Verbesserungen durchführen folL Die Mittel können nicht sehr reich.ich fein, und sie sind es auch tatsächlich nicht. Trotzdem werden sich aber auch in diesem Jahre die Anlagen wieder in aller Ordnung und lebendiger Schönheit den ruhebedürftigen Gießener Bürgern barbieten.

Umfangreiche Neuerungen sind nicht vorgesehen.

Die Blumenrabatten, die sich an verschiedenen Stellen in den Anlagen befinden, werden wieder je nach der Jahreszeit, mit den verschiedensten Blumen bepflanzt werden. Der Rasen wird in Stand gehalten, wie zuvor.

In der Horbanlage allerdings, in der der Rasen nicht mehr sehr schön ist, sollen zu gegebener Zeit die Grünflächen umgebrochen und neu eingefät werden. In der W e ft a n l a g e, die erst im vorigen Jahre ihre weitere Aus­gestaltung erfahren hat, werden wesentliche Aen- derungen nicht vorgenommen. Lediglich die niedrige Hecke, die die Wiesenflächen vom Geh­steig trennt, soll eine Ergänzung erfahren durch das Einfügen einiger weiterer Heckenpflanzen. In den Anlagen sollen (an welchen Stellen, ist noch unbestimmt) vier weitere Bänke auf- gestellt werden In den Anlagen am Luther- b e r g soll die Zahl der aus natürlichem Astholz gefertigten Bänke um zwei vermehrt werden. Die Banke, die man bisher an dieser Stelle ge­schaffen hat, haben vollen Anklang gefunden.

Im Laufe der nächsten Wochen soll auch der neugeschafsene Spazierweg entlang der G r ü n - berger Straße fertiggestellt werden. Die hauptsächl chsten Arbeiten der Erdbewegung find bereits vollendet Neben dem Spazierweg wurde gleichzeitig ein Reitweg angelegt. Durch die An­pflanzung von Bäumen soll der Weg für heiße Sommertage beschattet werden. Vorgesehen ist die Anpflanzung von Lindenbäumen, von denen im vorderen, nahezu fertiggeftellten Teil schon einige gepflanzt wurden, während sich auf der übrigen Strecke voraussichtlich Ahornbäume ent­falten sollen.

Eine besonder^ Neuerung ist für den Wiesen» weg zwischen dem Amtsgericht und dem Philo­sophenwald üorgeidjen.

Ain Weg bis zur wieseckbrücke sollen noch zwei kleine Baumgruppen mit darunterstehenden

Ruhebänken geschaffen werden.

Marlene Dietrich verunglückt.

Wie aus Hollywood berichtet wird, ist die bekannte deutsche Filmschauspielerin Marlene D i r i ch bei einer Filmaufnahme durch Sturz vom Pferde verunglückt. Die Schauspielerin hat bei ihrem Sturz einen Nervenschock und schmer­zende Hautabschürfungen davongetragen. Sie be­findet sich auf dem Wege der Besserung. Der Un­fall ereignete sich während einer Filmaufnahme, als ein junger Schauspieler namens Hardy Alb­right, der die Rolle eines Reitlehrers spielte, Marlene Dietrich die Zügel übergab. Dabei scheute das Pferd und Marlene Dietrich stürzte aus dem Damensattel. Ihr altmodisches Kostüm verfing sich im Steigbügel. Marlene Dietrich wurde eine kurze Strecke geschleift. Marlene Dietrich beabsichtigt, nach Deuschland zurückzulehren.

Wettervoraussage.

Die neue Islandstörung baut den hohen Druck an seiner Nordseite weiter ab und drängt ihn süd­östlich zurück. Somit kommt sein Einfluß auch bei uns allmählich zum Schwinden. In höheren Schich­ten bringt bereits ozeanische Warmluft nach Deutsch­land vor, die Veranlassung zu Dunstbildung und Bewölkungsaufzug geben wird. Dabei werden Ein- und Ausstrahlung behindert, so daß sich die scharfen Temperaturgegensätze etwas ausgleichen.

Aussichten für Donnerstag: Zeit­weise stärker bewölkt und dunstig, Temperaturge- gensätze zwischen Tag und Nacht sich etwas aus­gleichend, noch trocken.

Aussichten für Freitag. Dunstig und bewölkt mit auf kommender Niederschlagsneigung, mild.

Der Polizeilandesführer Oberstleutnant Fendel- Sartorius ist zum Oberst befördert worden. Der Regierungsrat Dr. Ivers (Polizeipräsi- dcmt in Darmstadt) ist zum Polizeimajor ernannt worden. Beide Ernennungen treten am 1. April 1933 in Kraft.

Staatsrat Balser im Ministerium der Fi- nanzen wurde auf feinen Antrag von den Ge­schäften, die er nach der vorläufigen Regelung bisher noch bei der Abteilung I dieses Mini- steriums weitergeführt hatte, entbunden. In sei­ner Stellung als Vorsitzender der Ministerial- bauabteilung und als Vertreter des Ministerial­direktors tritt dadurch keine Aenderung ein.

Der Rechnungsrat Hyronimus Elsefser aus dew Innenministerium, Abteilung Arbeit und Wirtschaft, ist mit sofortiger Wirkung beurlaubt worden.

Bornotizen.

Tageskalender für Mittwoch. (Staöttljcater: 19.0 bis 22 30 Uhr.Glückliche Reife". Lichtspielhaus Bahnhofstraße:Glück über Nacht".

** Bücherreifende bei Behörden un­erwünscht. Der Staatskommifsar für Polizei­wesen, Dr. Best, läßt mitteilen, daß die dauern­den Besuche von Bücherreisenden bei allen Be­hörden durchaus unerwünscht sind. Borgekommene Fälle von Erpressungen werden strafrechtlich ver­folgt.

" Zur Richtig st e 11 u n g. Der Abdruck der großen Reichstagsrebe bes Reichskanzlers in unserem Blatte bebarf einer nachträglichen Rich­tigstellung an bem Punkte, ber bet Frage einer monarchischen Restauration getoibmet war. Rich­tig muh es an blefer Stelle heißen, bah bie nationale Regierung die Frage einer monarchi­schen Restauration zur Zeit als undiskutabel ansieht. Weiter fei zu unserer Notiz vom vorigen Samstag über die niebergelegten Stadt» ratsmandate berichtigend feftgeftefit, dah die Be-

veNierungsbestrebungen derjenigen Kreise in Staat und Wirtschaft zum Opfer fiel, die den kulturel­len Wert und die Bedeutung wissenschaftlichen Dorbildungsgutes und die sich hieraus ergebenden Verpflichtungen besonders sorgsamer Pflege der Persönlichkeitswerte und berufsständischer Sozial­politik nicht anerkennen wollten.

Die Erklärungen der Reichsregierung über die Förderung dieser Persönlichkeitswerte und den Schutz und die Nutzbarmachung des erfinderischen Gedankengutes für die deutsche Nation erfüllen gerade die vom Bunde vertretenen Angehörigen des techn sch-naturwissenschaftlichen Berufskreises, der d e meisten Angestellten-Erfinder in Deutsch­land stellt, mit besonderer Hornung und ver- pflichten sie um so mehr, die Regierung bei ber Durchführung biefer Pläne zu unterstützen.

Dabei wirb man naturgemäß sorgfältigste Rück­sicht barauf nehmen, bah bas Landschaftsbild, das sich dem Beschauer vom Amtsgericht aus bietet (Blick in das Busecker Tal, zum Hangelstein usw.) nicht gestört, sondern noch um einiges reizvoller gestaltet wird. May wird aus diesem Grunde Bäume wählen, die nicht zu hoch werden. So wird also in Zukunft von der Stadt bis zum Flugplatz ober bis zur Walbeslust ein schattiger Spazierweg vorhanden fein. Ebereschen sollen angepflanzt werden.

In den E i ch g ä r t e n will man den Aus­hub des Teiches, der dort geschaffen werden soll, fortführen lassen. Auch hier wird man darauf bedacht sein, die Wasserfläche ber Land­schaft harmonisch einzufügen. Da die Schule von Ostern ab zu einem Teil benützt werden soll, wird man auch die Grünfläche vor der Schule anfäen, so daß dort das Bild äußerlich vervoll­kommnet wird.

Bäume sind in diesem Jahre in den Gießener Anlagen nicht gefallen. Lediglich am Weg zur Hardtterrasse muhten einige entfernt werden, weil sie sich zum Teil gegenseitig in ber Entwicklung hinderten, andererseits bas landwirtschaftlich be­nutzte Land zu schwer beschatteten.

Das Blumen-, Sträucher» und Baummaterial, das für bie Ausgestaltung unb Unterhaltung ber Anlagen notwenbig ist, wird im stäbtischen Pflanzgarten an ber Marburger Strahe heran» gezogen. Im Pflanzgarten hat man mit bescheibenen Mitteln ein kleines Gewächshaus bzw. einen Unterbringungsraum geschaffen.

Kleine Aenberungen wurden auch auf den Friedhöfen getroffen. 2m Alten Frredhof an ber L cher Straße werben noch verschiebene verfallene Gräber eingeebnet und bie Flächen etwas kultiviert, so bah der Alte Friedhof mehr parkartigen Charakter erhält. Einige Sihgelegen- heiten sollen geschaffen werden. Mit diesen Ar­beiten wurde bereits im vorigen Herbst begonnen.

Der Neue Friedhof erfährt eine nicht unbedeu­tende Erweiterung im Ausmaß eines Viertels der bisherigen Gräberflächen.

Nach Wiefeck zu wurde ein Areal von etwa 10 000 Quadratmeter angekauft, das zusammen mit einem bereits früher erworbenen Grundstück gegenwärtig mit einem festen Zaun umfriedigt

bet, wurde in dem fränkischen Schloß Weißenstein eine Aussehen erregende Entdeckung gemacht. Ein in der Galerie des Grafen Schönborn befind­liches BildDer Schmerzensmann", das stark über­malt war, wurde restauriert. Man nimmt nunmehr an, daß es sich um ein Werk Albrecht Dürers handelt. Man hat dem Ursprung des Bildes nachge­forscht und festgestellt, daß Kardinal Albrecht oon Brandenburg ein BildBarmherzigkeit" von Dürer besaß, das er im Jahre 1540 dem Mainzer Domstift schenkte. Man vermutet, daß dieses Bild in der Galerie der Grafen von Schönborn erhalten ge­blieben ist. Als Entstehungsjahr wird das Jahr 1523 angenommen.

Deethoden-Preis 1933.

Professor Dr. Georg Schumann, seit langen Jahren Direktor der Berliner Singakademie, wurde mit dem Beethoven-Preis für das Jahr 1933 ausgeze chnet. Schumann, der 1866 in Königstein an der Elbe geboren ist, hat sich als Komponist von Chorwerken (Amor und Psyche", S h isucht",Dcs Träne: kcügle.n"). Symphon en, Suiten und Liedern einen angesehenen Namen in der deutschen Musikwelt gemacht.

Gefahren beim Großreinemachen.

L>on Dl. Xboifflan« c chmtot

Die Früh.ahrsjonne lost in allen Hausfrauen den Gedanken aus.Du mutzi Frutyahrvpug galten!" UnterFrühjahrsputz ft dabei nicht oie Ausstat­tung mit neuen Kiewern und Hüten zu verstehen, sondern das find jene unangenehmen stunden und Tage, in denen Fenster und Türen weit ojsensteyen und der Boden mit Wasser überjchwemml wird, bis nach dem Angriff auf den Winterstaub Rimmer und Garornen im neuen Glanz erstrahlen, uno der Munn wieder ein gleichberechtigtes Familienmitglied wird

Wenn man m diejenGrotzreineMuchetagen' jo durch die Stadt geht, da sieht man alleutyarven die Spuren des Hausputzes, und ber Hygienirer unb Arzt beobachtet Dinge, bie ihm nicht gefallen. Da steht z. B. ein Maochen gänzlich ungesichert hoch oben im dritten Stock auf dem Fensterstms und putzt die Fenster. Wte leicht kann sie in bie liefe stürzen: ein plötzlicher Schwindel ein Hangenbleiben mit ber Kleidung genügt, das Schauerliche zu oer- ursachen! Aber immer unb immer wieder stehen die Frauen unb Manchen oben, gerade wie die Mah­nung, nur gesicherte, feststellbare Leitern zu be­nützen, ungehort verhallt. Die Unfallftellen und Kliniken können Fälle genug aufzahlen, in denen dieser Leichtsinn schweres Siechtum, ja, den Tod ver­ursachte.

Dei Luftzug, in dem bie Hausfrauen zu arbeiten gezwungen ftnb wenigstens bilden sie es fich ein, daß es ohne Zug nicht geht! und die Naße, die das Hantieren mit Wasser mit sich bringt, losen, wenn noch dazu mit dem Staub Krankheitskeime aller Art aufgewirbelt werden, alle möglichen Er­kältungskrankheiten aus. Wie oft bekommen die Hausfrauen nach dem Hausputz Zahnschmerzen, Rheuma, Husten, Halsentzündungen usw. Zweck­mäßige Kleidung, Tragen einer Gummischürze, Ber» meidung von zu starkem Zugwind sind ebenso krank- heitsoerhütend, wie bie vernünftige, Staubauffmirb- lung oermeibenbe Tätigkeit unter evtl, lelhmeijcr Benützung von Staubsaugern. Auch feuchtes Wischen vor bem Kehren läßt den Kampf mit dem lästigen Staub hygienischer und besser durchführen.

Damit find aber die Gefahren des Hausputzes noch nicht erschöpft. Die verschiedenen Putz- und Reinigungsmittel können sowohl auf die Haut, wie auch auf andere Teile und Organe des Körpers schädlich einwirken. Gegen die Haukschädigung wen- bet eine kluge Hausfrau entweder Gummihand­schuhe an, sie kosten Nicht mehr die Welt, ober mindestens treibt sie gerade in diesen Tagen eine besonders eindringliche Hautpflege mit Krem, sie achtet auch auf die unscheinbaren Risse und Holz­splitterverletzungen, die sonst Anlaß zu schweren Zellgewebsentzündungen und Infektionen schlimm fter Art geben können, besonders wenn aus Leicht­sinn ober Zeitmangel eine sachgemäße erste Hilfe unterlassen wurde. Zu spät geht man dann ja wohl zui. Arzt, ber nun helfen soll Das ist verkehrte Sparsamkeit, die sich bitter rächen kann!

Salzsäure und scharfe Laugen sowie andere Gifte find in diesen Tagen der Frühjahrsreimgung leider noch immer die Hilfsmittel der Hausfrauen, obwohl in Drogerien und Apotheken gleichwirksame, aber unschädliche Reinigungsmittel au haben wären. Wenn man schon solche gefährlichen Dinge b-mützen will, dann muh man sich über ihre Gefährlichkeit im klaren sein und sie vor Kindern gesichert auf» bewahren. Die Flaschen müssen unbedingt jedem, der sie in die Hand nimmt, sofort sagen, was darin ist. also das Giftzeichen (Totenkopf) unb den Namen ! tragen, außerdem natürlich dürfen sie schon nach Große und Form nicht Anlaß zu Verwechslungen mit Behältnissen geben, in denen sonst Getränke auf- dewahrt werden. Also ja keine Bier-, Wein- und Schnapsflaschen benützen, um Säuren und Laugen sowie andere Gifte aufzuheben! Bei der Reini­gung oon Zinkgegenständen, verzinkten Badewan­nen usw mit Salzsäure kann bas äußerst giftige Gas ber Arsenwasserstoff, entstehen Man bleibe daher, wenn sich wirklich eine solche Reiniguna nicht umgehen läßt, wenigstens mit Nase unb Mund fern und lüfte ordentlich.

Ein ganz schlimmes Kapitel ist bie Verwendung oon leicht entzündbaren Flüssigkeiten wie Spiritus, Benzin, Schwefelkohlenstoff im Haushalt Meist wird gar nicht an die Möglichkeit einer Erplosion gedacht, wenn die Dämpfe mit irgend einer Flamme in Berührung kommen Ukizähstge Opfer forderte schon das Nachgießen von Petroleum bei brennender Lampe, das Reinigen oon Handschuhen usw. mit Benzin in Ofennähe Man kann deshalb mit diesen Stoffen gar nicht vorsichtig genug fein.

Hessische Personalien

WSN. Der ßanbtagsabgeorbnete unb Fraktions­führer ber hessischen NSDAP. Lehrer K1 oster - mann übernimmt an Stelle bes beurlaubten Ober­schulrats Heinrich Hassinger nunmehr bas Re­ferat für Jugendpflege, Iugendherbergswesen, so­wie Turnen und Sport un Kultusministerium. Ebenso wie bei den übrigen ins Kultusministerium berufenen Referenten (Stublenrat Dr Blank, Lehrer Repp und Großmann) verändert sich bei Lehrer Klo ft ermann weder Rang noch Ge­halt.

Auf Antrag des Staatskommissars für Landwirt­schaft Dr Wagner hat Staatsminister Dr. M ü 1- ler zu Mitarbeitern beim Staatskommlssar be­auftragt bie Herren Landwirtschaftsrat Dr. Gör - lach Groß-Umstabt und Dr Finger, Vorsitzen­der der Ackerbau- und Grünland-Abteilung ber Hessischen Landwirtschaftskammer. Dr. Finger wird seine Tätigkeit bei dem Staatskommissar ehren­amtlich unter Beibehaltung seiner Dienststelle bei ber Landwirtschaftskammer ausüben.

Der seitherige Ministerialdirektor Professor Dr. Rößler und Ministerialrat Bauer sind beur­laubt worden. Ihre weitere Verwendung bleibt be» - fonberer Entschließung vorbehalten.