Aus der Provinzialhauptstadt
Das NGBO-Treffen in Frankfurt
5 mit einem unermefe- en muß. Las westlich? Wblände an insge-
Zelt 1: starkes Nasenbluten: Kuhlmann, Zelt 6: starkes Kopfweh, und Lembke, Zelt 11: rasender
keiner ver-> sie selber so gut und
lehrten, schwülstigen Worten, die steht außer dem vielleicht, der spricht oder schreibt ..., sie reden, so schlecht sie es eben verstehen.
WSN. Frankfurt a. M., 27. Aug. Die alte , .
Kaiserstadt am Main steht heule ganz im Zeichen Zahnschmerz.'
pflegen. Dazu sei der Arbeiter in jedem einzelnen Betrieb berufen. Es müsse Schluß gemacht werden mit den marxistischen und liberalistischen Gedankengängen des Klassenkampfes, die sich einer gemeinsamen Arheit von Arbeitnehmer und Arbeitgeber im Ginne einer organischen Volksgemeinschaft entgegenstellten.
Die Meberroinbung dieses Grundübelv könne nur aus dem Geiste der nationalsozialistischen Weltanschauung heraus verwirklicht werden, d. h. durch die Idee der Arbeils- und Tatgemein- fchafl der Ration.
Es sei heute die Aufgabe des Staates, dafür zu sorgen, daß jeder nach seiner Leistung bezahlt und ein auskömmliches Dasein habe. Vornehmste Pflicht des Staates sei, die Millionen Volksgenossen wieder in den Arbeitsprozeß einzugliedern, die durch die wahnwitzige Idee des Liberalismus und Marxismus um Arbeit und Brot gekommen seien. Bereits heute könne die Regierung weitgehende Erfolge verbuchen. Der Arbeiter in der NSBO. habe die Pflicht, die weltanschauliche Grundlage für den Neubau der Wirtschaft zu legen und ein Vorbild zu fein für jeden deutschen Volksgenossen.
Ls sei nicht Aufgabe der RSBO., willkürliche (Eingriffe in die wirtschaft zu machen, sondern es sei Aufgabe, jeden Arbeitsplatz zu erhalten und nichts zu vernichten, was wertvoll und geeignet sei, den Ausbau zu fördern.
Jeder müsse sich der Verantwortung bewußt sein, die er in Erfüllung seiner Pflicht n sich nehmen müsse im Dienste an Volk und Staat.
Dann flammten die Fackeln auf, und mächtig stieg das Lied „Volk ans Gewehr", von tausenden von Kehlen gesungen, zum Himmel.
(Saubetriebszellenleiter Becker,
der Bezirksführer der Deutschen Arbeitsfront, umriß dann in kurzen Zügen die Aufgaben der NSBO. im Rahmen der Deutschen Arbeitsfront. Die NSBO. sei der weltanschauliche Garant für die Sicherung des Aufbaues. Es werde in Zukunft keine Störung von irgendeiner Seite mehr geduldet und hart und unerbittlich jeder zerschmettert, der es wage, Hand an das große Werk zu legen, um eigennützige Interessen und wahnwitzige Ideen verwirklichen zu wollen.
Nach dem Gesang des Horst-Weffel-Liebes und einem dreifachen Sieg-Heil auf den deut-' schen Arbeiterführer Adolf Hitler schloß die eindrucksvolle Kundgebung.
Ein Stimmungsbild vom Sonntag.
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Dann stehen sie angetreten zum Flaggengruß.
Tadellos sind sie jetzt in Ordnung.
Das Koppelschloß glänzt, die blitzblank geputzten Schuhe sollen nach der Vorschrift das Antlitz des Beschauers widerspiegeln. Die Fingernägel sind gesäubert...
Auch in den Zelten ist alles aufgeräumt...
„Etillgestanden!"
„Augen — rechts."
Meldung an den Lagerleiter: „Das Lager steht mit hundertvierundfünfzig Mann. Nicht mitangetreten ist die Kochmannschaft, zwei Sanitäter, die Nachtwache. Kranke drei Mann: Müller,
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Dann beginnt der Morgendienst.
Ein Schulungslager ist es ja, nur für Führer.
Der Führer soll hier alles lernen, was er zur Führung seiner Gruppe daheim wissen muß.
Zeltbau — damit fing es an, als das Lager aufgebaut wurde. Kartenlesen, denn es ist mehr als peinlich, wenn ein Führer seiner Abteilung auf Fahrt plötzlich gestehen muß, daß er den Weg verloren hat und nicht mehr weiter weiß.
Entfernungsschätzen gehört auch dazu.
Ebenso das Zurechtfinden im Gelände auch ohne Karte.
Nachts nach der Stellung der Sterne, bei Tag nach der Sonne, wenn nötig, mit Hilfe des Uhrzeigers ... Knotenschlingen, Bau einer Strickleiter ... alles das muß ein junger Führer kennen.
Ebenso muß er die Befehlssprache kennen.
Dazu sind einheitliche Kommandos nötig, die er beherrschen muß...
Gleichzeitig mit dieser Schulung läuft die geistige Schulung.
Der Junge muß in der Lage sein, einen Heimabend zu leiten, den Leuten seiner Jungenschaft, seines Jungzuges etwas zu bieten.
Neue Lieder muß er lernen, auf allen möglichen Gebieten muß er Bescheid wissen.
Wissensdurstig ist so ein Junge.
Und du bist der Führer, also hast du alles zu wissen.
*
Unterdessen ist der Küchendienst tätig. Kartoffeln müssen geschält werden, Reis muß kochen und will nicht, und sie sind doch keine gelernten Köche.
Die Mama soll ja aus dem Lager wegbleiben. Aber so, jetzt beim Kochen ... da würde man sie vielleicht brauchen können. Aber nein, es geht auch so. Und wenn das Essen auch nicht so ist wie man es von Hause aus gewohnt ist: man hat es selber gekocht, man hat Hunger, und es schmeckt. Und die Kessel werden leer. Werden unter Garantie leer...
Der Morgendienst ist beendet...
In langen Reihen, zeltweise, treten sie an zum Essenfassen.
*
Nach dem Mittagessen ist Ruhe.
Sie liegen in den Zelten oder vor den Zelten auf der Wiese und tränten in den blauen Himmel hinein...
Oder sie lesen...
Andere schreiben. Auf manchen Karten steht nichts als:
„Liebe Eltern. Ich lebe. Heil Hitler. Euer Hans."
Mittags drei Uhr.
Ein Trompetensignal beendet die Ruhe.
„Kartoffelsupp, Kartoffelsupp, den ganzer» Tag Kartoffelsupp. Supp, Supp, Supp..."
Das Lager steht ...
Jetzt kommt der Sort zu seinem Recht. Fußball, Handball, Faustball, Schlagball, Tummelspiele, Geländespiele aller Art ...
Oder sie gehen zum nahen See, an einen nahen Bach zum erquickenden Bad...
„3m Gleichschritt — marsch."
„Reihe rechts."
„Laufschritt — marsch, marsch."
lieber die Wiese zunächst, auf deren Gräsern nochd er Tau hängt und in den ersten Strahlen der Sonne glitzert, hinein in den Wald... Waldlauf ... hinunter zum See...
Marge nwäsche.
War es auch in der Nacht kühl gewesen, das Wasser ist warm. Sehr warm — also hinein...
Prustend stehen sie wieder am Ufer.
Reiben die gesunden, von der Sonne gebräunten Leiber trocken. Lachen und tollen und sind guten Mutes.
Vor ihnen liegt ein ganzer Tag ...
Sie werden Gelegenheit haben, ihre Kräfte zu messen.
Die Sonne lacht ihnen zu. Sie hat ihre Freude an den frischen, frohen Jungen...
Indes die andern bei der Morgenwäsche am See sind, haben die Sanitäter ihren Morgenbesuch bei den Kranken abzustatten.
Ernstere Krankheiten sind nur in den seltensten Fällen $u verzeichnen gewesen. Dann wurde stets sofort em Arzt zugezogen.
Meist handelte es sich jedoch nur um Kopfschmerzen, Durchfall und andere unangenehme Geschichten. Es ist einem beim Brotschneiden auch einmal das Messer ausgerutscht, und aus Versehen ein Stück in den Singer geraten. Dis der Betreffende den Irrtum bemerkte und nach den Sanitätern brüllte.
Meist handelte es sich jedoch nur um „kleine" Sachen...
Nach jeder Behandlung war schließlich als Erfolg festzustellen, daß der Patient noch am Leben war...
Und wenn es eine Frage gibt, die sie nicht verstehen, dann sind sie so ehrlich und sagen das. Und dann rücken sie dem Problem gemeinsam zu Leibe ...
Oder sie lesen irgendein Buch gemeinsam...
Flaggengruß.
Der Führer spricht ein kurzes Wort, ein Abendlied aus hundertsechzig Kehlen klingt durch die Natur, die schlafen will.
Ein Sieg-Heil auf den Führer.
Dann sinkt langsam die Flagge.
Das Lager geht zur Ruhe ...
*
Jetzt schlafen sie ...
Heiß war der Tag, glühend brannte die Sonne, und nicht immer leicht war der Dienst.
Aber sie sollen ja gestählt werden, Anstrengungen zu ertragen.
Eine harte Zeit ist heraufgezogen.
Und diese Zeit braucht stahlharte Jungen.
Alles, was sie tun; sie tun es für Deutschland.
Puppen. Sie waren ld indes sie forn* meine Krnder, «ollen Ä mit ihnen M meiner Arbeit!
des Landestreffens der NSBO. Hunderttausend deutscher Arbeiter der Stirn und der Faust aus allen Teilen Hessens und Hessen-Nassaus sind in Frankfurt eingetroffen, um an diesem imposanten Treffen teilzunehmen. Unendlich ist die Zahl der Personen- und Lastwagen, die die Arbeitskamcra- den nach Frankfurt gebracht haben. Ueberall in den breiten Straßen, in den engen winkligen Gassen grüßen die Farben des neuen Reiches als Zeichen der Verbundenheit aller Volksgenossen. Auf allen Plätzen finden schon feit den frühen Morgenstunden
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Urteil des Schmiege- Dezember v. 3. wegen um Morde zum Tode n Willi Berndt, ile und Witwe Emm urden im Strasgesäng- hing hingerichitb , auf Veranlassung der ermordet. __
Dann ist es Abend.
Sie sitzen um die Lagerfahne.
Im Kreis geschart die Wimpel.
Sie singen.
Der Führer spricht ...
Spricht über irgendeine Frage der Gegenwart, die sie alle bewegt. Spricht nicht in ge-
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Errichtung eines Landwirtschastsamtes und einer landwirtschaftlichen Schule in Gießen.
3m Zuge der Umorganisation des landwirtschaftl. Schul- und Dera- tungswesens in Hessen wird in Gießen ein Landwirtschaf tsamt mit Schule errichtet, wahrend die Landwirtfchaftsämter in Lich und Dutzbach ausgehoben sind. Genau wie andere in Hessen bereits bestehende Schulen hat das hiesige Amt neben anderem di« Ausgabe, jungen Dauemsöhnen die für ihren späteren Beruf unbedingt notwendigen Fachkenntnisse zu übermitteln. Der Unterricht verteilt sich auf zwei Winterhalbjahre: das Schulgeld ist fo niedrig bemessen, daß es auch in der heutigen Zeit möglich sein wird, die Anstalt zu besuchen. Aus die Dahn- und Omnibusverbindungen wird weitgehenbst Rücksicht genommen werden, so daß die meisten jungen Leute schon am Nachmittag wieder im elterlichen Detrieb behilflich sein können.
Es erübrigt sich fast, auf die Notwendigkeit des Schulbesuches hinzuweisen. Unsere neue Regierung hat sich die vornehme Aufgabe gestellt, die Rettung des Dauemstandes als Grundlage des Staates mit allen Mitteln auf das intensivste zu betreiben. Auch an dir Dauer liegt es, an dieser hohen Aufgabe zu deinem Teil tatkräftig mitzuhelfen! Darum verschließe dich nicht den Neuerungen der Landwirtschaftswissenschaft und schicke deine Söhne in die Fachschule, denn das Wissen, das ihnen durch tüchtige Lehrkräfte vermittelt wird, ist nicht in Geld auszudrücken! Die kleinen Ausgaben dcs Schulbesuches machen sich auf jeden Fall reichlich bezahlt.
Der Schulbeginn, der voraussichtlich anfangs November stattfindet, wird noch bekanntgegeben. Anmeldungen werden einstweilen mündlich oder schriftlich bei der Leitung oder den Deamten der Schule (Landwirtfchastsamt, Liebigstraße 16) ent- gegengenommen.
Oie «.Braune Messe" in Gießen.
Alle Anzeichen deuten darauf hin, daß die „Braune Messe" in Gießen vom 30. September bis 8. Oktober zu einer machtvollen Kundgebung für Handel, Handwerk und Gewerbe werden. Es gibt kaum einen Wirtschaftszweig, fo schreibt man uns, der während der „Braunen Messe" seine Leistungsfähigkeit und damit auch seine Existenzberechtigung nicht nachweisen wird. Wenn nun schon Handel, Handwerk und Gewerbe den tieferen Sinn der „Braunen Woche" erkannt haben, so liegt es an der Bevölkerung, zu beweisen, daß auch sie im neuen Staat opferwillig an der Aufbauarbeit in der deutschen Wirtschaft teilnimmt.
Das nationalsozialistische Programm stellt bei allen Fragen, die die Wirtschaft betreffen, in den • Vordergrund: Denke deutsch und kaufe deutsch! Wenn vor allen Dingen die deutsche Hausfrau nach diesem Grundsatz ihre Einkäufe tätigt, bann ist es möglich, den im volkswirtschaftlichen Leben bedeutungsvollen Faktor, den Mittelstand, wieder zu einem kraftvollen Zweig der Wirtschaft zu bringen. Wie wichtig der Mittelstand im deutschen Wirtschaftsleben ist, hat die Vorkriegszeit deutlich bargetan. Im marxistisch-liberalistischen Zeitalter ist ber Mittelstanb planmäßig oerprolefari- fiert worben und mit ihm die ganze Käuferschicht. Unsere Wirtschaft darf sich nicht mehr auf internationale Zusammenhänge stützen. Wir müssen uns unserer wirtschaftlichen Kraft wieder bewußt wer-
ereignete sich gestern gegen 10 Uhr auf ber ßanb- straße Gießen—Marburg in ber Nähe von Lollar. Dort befand sich der in der hiesigen Chirurgischen Klinik beschäftigte Assistenzarzt Dr. Schminke, ber Sohn einer bekannten Gießener Familie, auf einem Motorrad unterwegs in Richtung Marburg. Mit ihm fuhr auf bem Soziussitz der Maschine eine junge Dame, die hier in der Klinik beschäftigt ist. In ber Nähe von Lollar kam beiben ein Automobil entgegen. Als bie Fahrzeuge aneinanber vorbei« fahren wollten, kam es zu einer Karambolage, bie
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Frankfurt a. M., 26. Aug. (WSN.) In und vor bem Frankfurter Schauspielhaus hatten sich heute die Arbeiter der Stirn und der Faust aus Hessen und Heffen-Nassau zusammengefunden, um die Eröffnung des Landestreffens
der NGBO
mitzuerleben. Die NSBO. -Bühne brachte aus diesem Anlaß bas Schauspiel „Bauer unterm Hammer" von Kärgel zur Aufführung.
Vor Beginn des Schaufviels, bas ben Kampf des Bauernstandes gegen bie Ausbeutung und Vernichtung feiner Existenz versinnbildlicht, begrüßte ber Bezirksleiter ber beutfchen Arbeitsfront, Gaubetriebszellenleiter Becker, bie Arbeitskameraben des Gaues. Im Anschluß daran sprach
der Landesleiter für Bolksaufklärung und Propaganda Mutter-Scheld
über bas Thema „Die Kunst gehört bem Volk". Er betonte, baß bas beutfche Theater befreit werben müsse von bem zersetzenden Geist, ber seither in ihm geherrscht habe. Das Theater, bie deutsche Kunst und das deutsche Geistesleben überhaupt seien kein Privileg einer exklusiven Schicht, sondern wie Tap- ferkelt, Standhaftigkeit und Treue Eigenschaften der gesamt en deutschen Volksgemeinschaft seien, so sei auch das deutsche Geistesleben in dem breiten Volke verwurzelt und jeder dürfe und müsse Anteil daran nehmen.
Ls fei die Aufgabe, auch ber Arbeiter, ein neues Theater zu schaffen, in bem deutsche Kunst und deutscher Geist dem Volke nähergebracht wurden.
Nach zwei Vorspielen von Richard Wagner, bie von 150 NSBO.-Symphonikern bargeboten mürben, machte ber ©eneralintenbant ber Städtischen Büh- nen, Meißner, einige Ausführungen über die Pläne zum kulturellen Neubau der Frankfurter Bühnen.
Während das Schauspiel über die Dühne ging, fand vor dem Schauspielhaus eine riesige Kundgebung, der Zehntausend« deutscher Arbeiter beiwohnten, statt. Der Treuhänder der Arbeit,
Handelskammerpräsident Or. Luer, führte in einer grohangelegten Rede aus, daß das deutsche Volk heute an einer Zeiten- und Schicksalswende stehe. Auch die deutsche Wirtschaft stehe an einem Wendepunkt. Entgegen den bisherigen Anschauungen von dem Eigenleben der Wirtschaft breche sich nunmehr die Erkenntnis Bahn, daß die Wirtschaft gebunden sei und bleibe an die Einheit der Nation, und wenn diese zerstört werde ober untergrhe, dann werde dadurch auch das Schicksal der Wirtschaft bestimmt. Das deutsche Volk habe seine höchste Entfaltung niemals da erlebt. wo es liberalistisch dachte, sondern wo es preußisch handelte. Heute sei es notwendiger denn je, diesen preußischen Geist wieder zu
„Danke. Du bist für die Verpflegung der Kranken verantwortlich."
„3awohl."
„Rührt euch."
Mit einem zackigen Lied begrüßen sie den jungen Tag...
„Stillgestanden!"
„Hißt das Danner."
„Wir grüßen das Danner."
Langsam klettert die Lagerfahne am Mast in die Höhe...
Und nun kommt auch der Magen zu seinem Recht.
Und das recht ausgiebig.
Wenn so manche Mutter, die zu Hause stets über zunehmende Appetitlosigkeit ihres hoffnungsvollen Spröhlings klagt, einmal hier im Lager Gelegenheit hätte, ihn zu beobcch en: sagen würde sie gar nichts, aber staunen würde sie. Nichts als staunen...
Ein Tag im Mgvolkschnlmgslager.
Don Heinrich Hübner, presseleiier im Oderjungbann Oberhessen des Deutschen Jungvolkes.
Konzerte statt, und überall eilen bie Arbeiter ber Stirn unb Faust zu ben Sammelplätzen, von wo sie au ber großen Hauptkunbgedung im Stabion marschieren. Enblos ist ber Zug ber Arbeitskame- rabcn zum Frankfurter Stabion, unb weit bis in bie Nachmittagsftunben hinein bauert ber Auf- marsch ber Massen. Bis zum Beginn ber Kundgc- bung fingen 2000 Sänger unter Leitung von Professor Dr. Werner deutsche Lieber, bie von ben . Massen begeistert ausgenommen werben.
ben, die deutsche Wirtschaft wieder kraftvoll nach vorne treiben, selbst bann, wenn biefer Aufbau ber Wirtschaft teilweise mit geringen Opfern ber Ver- braucherfchaft oerbunben ist. Das zu verwirklichende Ziel darf nie außer acht gelassen werden. G e - meinnufj geht vor Eigennutz, darf nicht nur in der öffentlichen Verwaltung vorherrschen, sondern muß das Prinzip im ganzen Wirtschaftsleben werden. Nur bann können wir aus ben mißlichen Wirtschaftsverhältnissen herauskommen, nur bann kommen unsere Millionen Volksgenossen wieder zu Arbeit unb Brot!
Hitlers „Mein Kampf" in den HeereSbüchere-en.
Wie das DDZ.-Bureau meldet, hat der Reichs- I ist sechs Uhr früh.
Wehrminister angeordnet, daß das Duch „Mein $n tiefer RuA liegt baS Lager.
Kampf" von Adolf Hitler, für alle Mannschaft»- Hie und da ist schon einer wach, reibt sich ver-
büchereien zu beschaffen ist. Den Soldaten kann die schlafen die Augen und dreht sich auf die andere private Beschaffung des Duchcs empfohlen wer- Seite. Wickelt sich wieder in seine Decken, denn den. es ist nachts schon ganz ungewohnt frisch.
Bornotizen. | Ein Kopf schiebt sich durch die Oeffnung des
— lagestalenber für Mont a g: Katholisches Dereinshaus, 9 bis 19 Uhr, große Möbelaus- ftellung der Kelkheimer Möbelfabrik. — Oberhess. Museum unb Gailsche Sammlungen (Altes Schloß), 11 bis 13 Uhr, Ausstellung: Der Stadtkirchenturm. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Unfchulb vorn ßanbe" mit Lucie Englisch.
rechts .. . hoch ... links ...“
„Grundstellung."
„Armkreisen links ... langsam ... nur ruhig, was ist denn los?! ... etwas schneller werden ... und noch etwas schneller ... und noch schneller ... zack ... zack ... zack ... haaalt ... dassebe rechts ... langsam beginnend ... und schneller ... immer schneller ... noch schneller ... immer schneller werden ... immer schneller ... haaalt ... Waschzeug aufnehmen."
„Rechts um!"
„Rach der Mitte sammeln."
Zeltes.
Betrachtet sich jeden einzelnen der Schlafenden, die in allen möglichen, meist aber unmöglichen Stellungen auf dem Strohlager liegen, den „Af- fefl" als Kopfkiffen.
Endlich scheint er den Gesuchten gesunden zu haben, ein Körper zwängt sich durch den während der Nacht verschlossenen Zelteingang, kniet neben einem der Schlafenden und sucht den wachzurüt-
** Von der Landesuniversität. Von teln.
der Pressestelle der Universität Gießen wird uns „Aufstehen!" mitgeteilt: Der Privatdozent an unserer Landes- „Ha?" Universität. Dr. Karl Engi sch, dem kürzlich der „Aufstehen, Weckern"
Lehrstuhl für Sttaf- und Prozeßrecht an unserer „Der Brief muß schleunigst weg, verstehst du?"
Universität angeboten wurde, hat jetzt von dem I „Mensch, jetzt fang nicht an zu phantasieren. Badischen Kultusministerium einen ehrenvollen I Aufstehen."
Ruf auf den freigewordenen Lehrstuhl für Sttaf- I Ein paar Rippenstöße helfen nach.
recht an der Universität Heidelberg erhalten. Endlich dämmert es dem.
** E i n schwerer Derkehrsunfall, bem Weg mit ber Decke. Langsam steht er auf. leiber ein blühenbes Menschenleben zum Opfer fiel, | Gähnt, reckt sich, sieht auf die Uhr, sieht auf bie schlafenden Kameraden. Schnell notdürftig angelegen. Dann nimmt er das Signalhorn und tritt ins Freie...
Ein Signal schmettert durch den jungen Morgen.
Gellt in schlaftrunkenen Ohren.
„Aufhören, Mensch."
„Wohl verrückt geworden, was?"
„Wieviel Uhr haben wir denn?"
„Einen mitten in der Nacht zu wecken." „Affenschande."
„Herr Ober, das Beschwerdebuch."
Dreimal hat der Trompeter das Wecksignal geblasen ...
„Los, rauS, los, loS!"
Die Wache rennt von einem Zelt zum andern. „Aufstehen!"
Drinnen fliegen die Decken weg, nicht immer
zur Folge hatte, daß Dr. Schminke mit seinem Motorrad gegen einen Baum fuhr. Hierbei würbe ber bebauernsroerte junge Arzt, ber erst anfangs ber 30er Jahre ftanb unb sich in ben Kreisen ber Klinik, aber auch in ber Gießener Bürgerschaft großer Sympathie erfreute, so schwer von ber Maschine geftfjleubert, baß er einen Scyäbelbruch, Brüche bei- ber Beine, einen Bruch bes linken Armes unb I ganz freitoiHig.”
Schulterverletzungen bavonttug. Seine Begleiterin I „Los, raus, Herrschaften. 3n zwei Minuten steht
erlitt einen Bruch bes linken Oberschenkels unb alles draußen angetreten zu den Freiübungen.
Knieoerletzungen. Beide wurden schleunigst der Chi- Waschzeug mitnehmen." rurgischen Klinik zugeführt, wobei bie Freiwillige I Nur in Turnhose treten sie an.
Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in Gießen tat- I „Zehn Kniebeugen."
kräftig Hilfe leistete. Leiber waren bie Verletzungen Eins, zwei ... drei ... vier ... fünf ... sechs ... von Dr. Schminke so schwer, baß ber Bebauerns» I sieben ... nicht so bequem, Herrschaften ... acht... werte zwei Stunben nach seiner Einlieferung in ber neun ... zehn, haaalt!
Klinik seinen schweren Verletzungen erlag. Wie wir „3n Grätschstellung — springt!"
hören, hielt ber Lenker bes in Betracht kommenden „Rumpfbeugen seitwärts. Links beginnend. Autos an der Unfallstelle an und stellte sich ber Runter, dahinten in der letzten Reihe. 3a, dich polizeilichen Untersuchung zur Verfügung. meine ich. Runter, ganz runter. Willst du wohl
I die Knie durchdrücken dabei ... hoch ... und


