Ausgabe 
28.6.1933 Erstes Blatt
 
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ig im Rathaus statt- kanten, von vaterländischem Geist getragenen An- ch Partenheim, nach spräche die Weihe des Hauses. Die Reichsstatthalter-

Dann ging es weiter na

stein, Flonheim, Biebesheim, Dittelsheim unb

Hahn über die Verbandst d Scholle", die nun be>

Besuch in Gießener wissenschaftlichen

r.eben dem wissenschaftli

rbeitcn der Abteilung

und an die

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Beschluß alle der Staatskasse 1 noch seine Kosten ausgebürdet

der Vorsitzende Don. ZeitschriftVolk un

rer Bedeu- Werner

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en, die sich tehenden Zeit . oerniittetten Arbeitsweise

wird, und den Ein» vchi Kartenmaterial eine Landesgeschichte auf-

Amtsgericht Giehen

der Nacht zum 4. Dezember v. I. war

m st o d t, 27. Juni. (DSN.) Reichsstatt- 5 p r e n g er hat Samstag und Sonntag dem en Rheinhessen und dem Odenwald einen

e steht. In seinem er an der Unioersitä

Reichsstaithalier Sprenger in Rheinhessen und im Odenwald

Das Jugendheim des Heimat- bundes nationaler Sozialisten am Fuße der Neunkircher Hohe bei Brandau, dessen Weihe Reichsstatthalter Sprenger vollzog.

, Die Fahrt ging Samstagnach­tag zunächst nach Nieder- und Oberingelheim, B die erste offizielle Begrüßung im Rathaus statt

- v^nühungcn um die Unterbringung ju- Jlüfigec. bewährter und geeigneter Ange

Gang durch die germat} die unter der Leitu

agung des Verbandes der hessischen Geschichls nnd Allertnmsvereine.

Zeppelin", dal ihrt befand, z«M h die Leisetcil- | Mtlich« Unter- 'I vurde mit btm iehen angdreten.' I ie Fahrt für die rholt.

bundes nationaler Sozialisten, dessen Weihe der Reichsstatthalter oornahm. Landtagsab- geordneter Klaß gab einen eindrucksvollen Rück­blick auf Lie Geschichte des Hauses und Reichsstatt­halter Sprenger vollzog dann in einer mar-

Arbeitsämtern bzw. Landesarbeitsamts- angestrcbt werden. Verheiratete und er" sollen nicht gegen ihren Willen oder den ihrer Vorgesetzten in einen anderen * vermittelt werden.

"JT Arbeitgeber ergeht die dringende Bitte,

Hofe in der Hammstraße ein Fahrrad den, das der Angeklagte gestohlen haben Der Eigentümer will in derselben Nacht ge-

Vr°6t Seit Ouvertüre .D'sion! BaiJ bas LiedBiej <5fnen aus der 'rg'oonRichaitz

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diesmal mit Sljein, bracht» 2ad Homburg,, a-h Düdesheim. ^eisctcilnehmcr zu wählen. Dir AiederwalLdrnb m Ausflugsorte Dingen, 'Singer- ünbuigen Unter­nehmern Var eS

lungsmaterial über dMArdeiien am

*n Wörterbuch aus

vtipfang. Hier waren die Posaunenchöre der ganzen !voinz Starkenburg ve.rsammelt. Nach der Durch- sAt durch Nieder Modau, Ober Modau und Ernst- l'kn, wurde Brandau erreicht, das durch den Bür- i rmeifter dem Reichsstatthaller den Ehrenbürger- I cf überreichte. Nach einer kurzen Ansprache setzte I r Gast seine Fahrt fort und erreichte in wenigen Itauten das Jugendheim des Heimat-

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nöfr Saale ist durch.

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, Avec der Dehroerbände durch Aufgabe von j ffrten Arbeitsstellen an die Arbeitsämter zu unterstützen.

Lattungen sind telephonisch oder schriftlich dem s Mitsamt, Abteilung Vermittlung, Gießen föffurter Straße 29, bzw den zuständigen ptaiftcUcn zuzuleiten.

zeige fraglos mindestens aus grober Fahrlässigkeit, wenn nicht wider besseres Wissen, erfolgt war. Auch muß der Zeuge noch eine Anklage wegen falscher Anschuldigung gewärtig sein.

sprach zugleich im Namen der Versammelten den Leitern der Anstalt für hessische Landeskunde und ihren rührigen Mitarbeitern seinen tiefgefühlten Dank aus und versicherte sie der Anteilnahme und Unterstützung der hessischen Regierung bei ihren Arbeiten

Oie Tagung in Butzbach

Die Teilnehmer begaben sich nunmehr zum Bahn- Hof, um nach dem eigentlichen Tagungsort Butz­bach zu fahren. Dort fand nach einer kurzen Dor- standssilzung des Verbandes um 19 Uhr im Saale desHessischen Hofes" eine Feier statt, die durch einen Musikvortrag der Schülerkapelle der Werner- und Weidig Oberrealschule eingeleitet wurde. Dann begrüßte der Derbandsvorsitzende Präsident von Hahn die zahlreiche Versammlung: sein besonderer Gruß galt dem zur Tagung der Historischen Kommission für Hessen in Gießen erschie- nenen und nun wiederum anwesenden Minister­präsidenten Prof. Dr. Werner. Im Anschluß b<v= an ergriff der Butzbacher Bürgermeister Dr. S ch e l- l e r das Wort und benutzte diele Gelegenheit, dem Ministerpräsidenten den künstlerisch ausgeführten Ehrenbürgerbrief zu überreichen, wobei er Prof. Dr. Werners Verdienste um die hessische Ge­schichte und die Förderung des deutschen Volkstums- aedankens gedachte. In herzlichen und bewegten Worten dankte der Ministerpräsident der Stadt Butzbach und gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß es ihm möglich sei, an der diesjährigen Tagung des Verbandes teilzunehmen. Nach einemSieg- Heil!" auf Deutschland und seinen großen Führer erhäng das Deutschlandlied. Dann hielt Univ.-Prof. Dr Rauch mit Unterstützung ausgezeichneter Licht­bilder aus feinem Kunstwissenschaftlichen Institut an der Universität einen

Vortrag über die Kunstdenkmäler Butzbachs.

Die beachtenswertesten Denkmäler Butzbachs aus Dergangenen Tagen sind, um sie zunächst kurz cmfzuzMen: die Stadt-(St. Markus-)Kirche. die St. Wendelin-Kapelle, das Solmser- und das landgräfliche Schloß, das Rathaus und einige Bürgerhäuser sowie gut erhaltene Hebcrtefte der Stadtbefestigung. Aus karolingischer Zeit ist nur

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zurückbrachte. Er selbst folgte dem seines Wegs wer- teraehenden Angeklagten nach, verständigte rasch auf diesem (9ana die Polizei, und es gelang ihm mit ihrer Hilfe, denselben zu stellen. Der Angeklagte er­klärte auf der Polizei, er habe das Rat mitten aus der Straße liegen sehen unö es als herrenlos an sich genommen, er sei gerade im Begriff gewesen, es an die Polizei abzuliefern Diese Schilderung des Vorgangs erschien, zumal das Rad öfters nachts verschwunden war, glaubhaft: doch stand ihm ent­gegen die bestimmte Behauptung des Kronzeugen, er habe den Anaeklagten, den er persönlich kannte, aus dem Hofe fahren sehen. Vorwiegend hierauf stützte sich die Anklage wegen Diebstahls bzw. der Erlaß eines Strafbefehls auf vier Wochen Gefäng­nis, gegen den aber von dem Angeklagten Einspruch erhoben wurde. In der bann folgenden Hauptver­handlung stellte sich heraus, daß das Zeugnis in der Hauptsache falsch war. Der Zeuge bezeichnete, nun­mehr unter Eid gestellt, die Angabe, er habe den Angeklagten aus dem Hof kommen sehen, als un­wahr. Die Folge davon war, daß der Beschuldigte nicht nur für schuldlos erachtet und freigesprochen wurde, sondern dem Anzeiger auch durch besonderen

N haben, wie dieser, auf dem Rade sitzend, den 'erlaffen habe. Nach feiner polizeilichen Angabe e-M dann mit ihm in der Nähe der Eulerschen Schaft jufammengetroffen; er erkannte sein Rad, 'stnlaßte ihn 3um Absteigen, nahm es ihm ab d> übergab es feinem Begleiter, der es in den Hof ft ---------

fahrt ging bann weiter über Gadernheim. Linden- fels, Grumbach und Fürth nach Rimbach. Ueberall herrschte Jubel der Bevölkerung. Nachdem noch Weiher und Kreidach sowie Waldmichelbach besucht waren, traf der Reichsstatthalter in Neckarsteinach ein, wo der Odenwaldklub einen großen Festzug in Szene gefetzt hatte. Reichsstatthalter Sprenger begab sich in die Festhalle, wo er in einer längeren Rede die die Stämme einenden Bestrebungen des Odenwaldklubs unterstrich. Der Statthalter wandte sich insbesondere an die Jugend und sprach in Ver­bindung damit vom Arbeitsdienst und Dienstpflicht, die eine große und wichtige Erziehunasaufgabe zu erfüllen haben und schloß mit einem Treugelöbnis für den Führer Adolf Hitler und einem dreifachen Sieg-Heil!" auf das Vaterland, das gesamte Volk und den Führer. Darauf setzte der Reichsstatchalter die Fahrt wieder fort über Hirschhorn nach Bad Wimpfen, wo mit einer Kundgebung auf dem Marktplatz die Fahrt ihr Ende sand.

Instituten.

I Den Auftakt zur Tagung des Verbandes, die in liefern Jahre in Oberheffen stattfand und durch die Lellnahmc des hefsifchen Ministerpräsidenten Prof. Tr. Werner eine besondere Note erhielt, bildete fiert Besuch von etwa 40 Vereinsvertretern unter Führung des Verbandsvorsitzenden, Präsident v o n j) ahn aus Darmstadt und Mitgliedern der Histori- kWn' Kommission für den Dolksstaat Hessen in der » n ft alt für hessische L a n d e s f o r s ch u n g BLunferer Universität im Lause des Samstagnach- mittags. In der geschichtlichen Abteilung waren iuich den Leiter Univ.-Prof., Dr^ Theodor Mayer " rj* arat, der für die

!s wird sichtlich Weise Seleaenhck's fjner und Meiuu» len über die 8e> »graphischen, wich . Misse eines 6e> damit Mpolmk indische Problem, lusnierlsaiM Wj grat des britisch^ immer nach rer- >r britischen W® emmen. Er dm» i Auffassung e>« 5 lenncnzuleE I Ghandis angeM,, dcjreundet ift

zuteilen, daß brr1 - benb durch einige, jl rtne v. Recke» uHÄofen, wo mit ber Weihe ber NSBO.-Fahne

bf Ueichsstatthalterfahrt durch bas westliche Rhein- iJberDorttdQ bf g ibren Abschluß fanb.

fium Oicpen ir) )er Sonntag führte ben Reichsstatthalter burch unioerpfäf l)abm\ Odenwald den Neckar entlang dis Wimpfen, ombar), ber yir.j auf dieser Fahrt traten wieder ganze Orb len, am ^rtilag darfen in mustergültiger Disziplin zu beiden Sel­

bes Realgymchi ber Straße an. Wohl ein Dutzend Mal ergriff er Sprache mE' -Reif halten über Ä - ns FreiheitslaoW

ein Taufbecken erhalten, daS im Butzbacher Mu­seum ausdewahrt wird.

Das bedeutendste Bauwerk ist zweifellr»s die St. - Markus Kirche, eine dreischiffigc Hallenkirche auf den Resten einer romanischen Basilika. Der hauptsächlichste Umbau der Mar- kus-Kirchc erfolgte unter ber Herrschaft des go- tifchen Baustils. Don den in der Kirche auf- gestellten Grabsteinen ist vor allem der PhUipps von Falkenstem (geft. 1410) zu erwähnen und der Werners von Eppenstein (geft. 1462). Die Kanzel wurde 1611 eingebaut Arn meisten Beachtung verdient die Gruft des Landgrafen Philipps von Hessen und feiner beiden Gemahlinnen, die in ber Zeit zwischen 1620 und 1622 angelegt wurde. Das Epitaph Philipps stammt in feinem Oberbau von dem Gießener Bildhauer Philipp Frank. Der sich unweit der Kirche befindliche Hexenturm, früher Diebsturm, wird schon zu Beginn des 15. Jahrhunderts erwähnt.

Die St. -Wendelin-Kapelle von etwa 1600, errichtet auf einer von den Falkensteinern 1208 gebauten Kirche zeigt vor allem einen herr­lichen Schnitzaltar aus dem 16. Jahrhundert

Das Rathaus am Marktplatz ist ein beachtens­wertes Beispiel für den Fachwerkbau, ber wie in keinem anberen Lanb in Hessen seine ureigenste Hei­mat hat Erst einer späteren Zeit blieb es Vorbe­halten, bas oft kunstvoll gezierte Holzhaus zu ver- kleiben, daß es den Eindruck des von fremdem Boden übernommenen Steinhauses vortäuschen sollte. Mehrere Lichtbilder machten gerade diesen bedauerlichen liebergang deutlich Das sog. Solm - s e r Schloß, dessen älteste Teile dem 15. Jahr- hundert entstammen, ist im Innern ganz umgestaltet und nur die doppelläufige Treope der Nordseite aus dem Jahre 15K8 kann noch Aufmerksamkeit erwecken. Als zweites Schloß der Stadt ist auf das ehemalige landgräfliche Schloß hinzuweisen. Auch die­ser Bau ist zu Anfang des 17. Jahrhunderts um­gestaltet worden und hat im 19. Jahrhundert zu­nächst als Dragoner-, dann als Jnfanteriekaserne (Inf.-Regt. 168) gedient. Von der Pracht, die seine Inneneinrichtung nach ber eingehenben Beschreibung bes berühmten Johann Justus W i n cf e l m a n n ge­ziert Hot, ist heute nichts mehr erhalten. Als Mahn­ruf für Butzbach und darf man wohl sagen auch für ganz Deutschland klang Prof. Rauchs Vortrag aus in Goethes bekannten Worten:

Was du ererbt von deinen Vätern hast. Erwirb es, um es zu besitzen."

Für ben Sonntagvormittag hatte sich Professor Dr. Bauch zu einer

kunstgeschichtlichen Führung durch Att-Buhbach zur Verfügung gestellt, an ber sich vor allem Mit­glieder des ,Oberhessischen Geschichts­vereins" zu Gießen und desH i st o r i - s.chen Verein- für Hessen" zu Darm- stabt, beteiligten, die ihreSommerausMge nach Butzbach angefeht hatten.

ihn 10 Uhr lanb im Sitzungssaal des Rathauses die

Geschästssitzung des Verbandes, ber Vereinsvertreter und der geladenen Gäste statt. Dor Eintritt in die Tagesordnung gab der Vorsitzende Präsident von Hahn bekannt, daß eine Anzahl schriftlicher Grüße und Glückwünsche eingelaufen seien.

Aach ber Begrüßung gebuchte Präsident von H a hn deS verstorbenen rührigen Mitglieds Pros. Dr. Brockmann (Offenbach). ilniversitäts- Prosessor Dr. Mayer begrüßte die Derfamm- lung kurz namens des ^Oberheffischen Geseyichts- vereins" und überreichte ben Anwesenden als Festgabe ben 31. Band ber .Mitteilungen des Oberhessischen Geschichtsvereins".

3m weiteren Verlaus des Jahresberichts sprach

en verteilt. Seine

n der Kürze der zur 'Verfu M das Wichtigste beschränk«^ <inen guten Einblick in Weseil.

efer Abteilung.

schließlich wurde an Hand au fuljriidjen Sorten- , naterial-5 der von Univ.-Prost Dr K l U t c geleiteten ^»tzraphischen Abteilung ber ÄaM anschaulich

macht, wie wertvoll die geOgr '«bische Forschung ür die hessische Landeskunde Im Schlußwort ctonte Univ.-Prof. Dr. Mayer daß bie landes- tkMchtliche und landesbundliche Arbeit gerade in mferen Tagen, da wieder bewußt! dar. Wissen und ♦ie.Kenntnis um die deutsche Berg tzgonheit gepflegt W,fiir ie Stärkung und Den: des Dolks-

Lims» unb Staatsgedankens von b tzWf'lei. Ministerpräsibent

en n»

ginnenden Ausgrabungen auf der mittelalterlichen Aeichsburg Glauburg bei Altenstadt und bat den Jahresbericht zu genehmigen Das geschah ebenso widerspruchslos wie die Entlastung des Schatzmeisters Dr. Kraft. An Stelle des ver­storbenen Prof. Dr. Brockmann wurde Ltadt- kassenrechner S a l w ä ch t e r auS Offenbach in den Vorstand gewählt. Abweichend von der bisheri­gen Hebung wird die Tagung 1934 wiederum in Ober Hessen stattfinden, und zwar in Gießen.

Als Letzter sprach Archivrat Dr. Clemm aus Darmstadt über die Fortführung ber von ihm 1932 begonnenen und inVolk und Scholle" veröffent­lichten Bibliographie zur hessischen Geschichte: bie Kosten sollen durch eine Kopfumlage von den Ver­einen aufgebracht werden.

Die letzte offizielle Veranstaltung der Tagung war der durch einige Lichtbilder erläuterte Vortrag von Unio.-Prof. Dr. Th. M a y e r über

Aufgaben der hessischen LandeS- geschichisforschung^,

der imDeutschen Haus" gehalten wurde.

Nach einer Reihe grundsätzlicher Bemerkungen ging Pros. Dr. M a y e r in ben folgenden Ausfüh­rungen aus die landesaeschichtliche Forschung in allen ihren vielfachen Beziehungen ein. Es muß genügen, hier einzelne Stichworte zu geben. Das Land ist als Wirtfchafts- aber auch als kultureller Raum zu betrachten. Als Aufgabenaediet des Ver­bandes und seiner Vereine ist das Rhein-Main-Ge- biet anzusehen mit dem doppelten Zentrum Frank­furt und Mainz. Diese Tatsache könnte befremden, wenn man nicht bie geschichtliche Entwicklung kennte, bie in bie Bilbung dieser Beziehungen hineinspie- len. Wohl ist, wenn wir die Reichsgeschichte betra­ten, bie Einigung Deutschlanbs von anderen Gebie­ten durchgesührt worden, aber wir dürfen jagen, daß der kulturpolitische Untergrund für die Nations­bildung im Werden und nicht zuletzt in unserem Lebensraum gelegt worden ist.

3n wirtschaftspolitischer Hinsicht darf man Frankfurt als hessische Stabt bezeichnen, deren Zuwanderung hauptsächlich aus der IDetterau, aus dem südlichen Oberheffen erfolgte.

Wie äußerlich hier oft eine Verkennung ber tat- sächlichen geschichtlichen Verhältnisse obwaltet, so sehen wir auch die für unsere Geschichte so wichtigen Quellen bie Archivalien heute vielfach an Orten 'ruhen, zu benen sie kaum Beziehungen haben. Sie sind zerstreut in Darmftabt, Marburg. Mainz, Wiesbaben, Karlsruhe unb befonbers in Würzburg und München.

Als Aufgabe für bie hessische landesgeschichtliche Forschung ergibt sich zunächst bie Herstellung eines historischen Atlas, wie ihn bie Rheinprooinz bereits hat. Ohne historische Kartenwerke kann die Ge- schichtswissenschast heute nicht mehr auskommen, wie wir an dem Beispiel ber Markgenossenschaften zu erkennen vermögen, bie Sieblungsgeschichte, für bie wir wertvolle Aufschlüsse aus den Karten ziehen, ift die unbebingte Voraussetzung für bie geschicht­liche Betrachtung überhaupt. In Derbinbung mit der Siedelungsgeschichte wäre die Stadtgeschichte zu er-

lkchtungen zur Bestellu

IiNahl Karten zur hes . . .

Bangt worden. Dadurch konnte den Besuchern in ir«n Zügen ein Ueberdlick über die Arbeitsweise Iber geschichtlichen AbteUun'» der Anstalt geboten «den,' während Univ, tzrof 'Dr Mayer Zweck '.^«Ziel mit wenigen WwistoH erlauierte.

Leiterhin fesselte das Jnteicjie - der Teilnehmer ----- der An-

nio.-Prof. Dr.

ften in mustergültiger Disziplin zu beiden Sei­ber Straße an. Wohl ein Dutzend Mal ergriff ichsstatthalter Sprenger das Wort. Die Fahrt ing von Darmftabt über Kurhaus Trautheim, losia nach Nieber-Ramftabt. Auch Ober-Ramstadt rreitete dem Statthalter einen überaus herzlichen

Arn 29 Juni totrD der betanme ,i|atd|ui|<her Geheimrat Professor Leo Frobenius in Frankfurt a M. 60 Jahre alt. Er bat durch seine Veröffentlichungen revolutionierend auf die völkerkundliche Wissenschaft gewirkt und ist Be­gründer der Kulturkrcislehre. Vom Jahre 1S04 an unternahm er zehn Expeditionen nach Afrika, die der kulturellen Erforschung des Landes dienten. In der Kulturmorphologic schuf er eine neue Kulturbetrachtung, die auch auf den euro­päischen und deutschen Baum angewandt wurde und eine wesentliche geistige Grundlage für die Haltung deS neuen Deutschland bildet. Das reiche Arbeitsmaterial, besonders die einzigartige urzeitliche Felsbildersammlung, ist in dem Städti­schen Afrika-Archiv und dem Forschungsinstitut für Kulturmorphologie in Frankfurt a. M unter­gebracht.

wähnen, besonders bie beiden wichtigen geistlichen Zentren: bas Erzbistum Mainz mit seiner ehemals außerorbentlichen Ausbehnung die Kämpfe zwi- fchen den Erzbischöfen und ben hessischen Landgrafen bebürfen kaum der Erwähnung unb bas Bistum Worms. An weiteren lanbesgefchichtlichen Arbeiten unb Forschungen sind zu erwähnen: Vor- und Früh- geschichte (K. Schumacher und Gg. Wolff), Staru- meszugehörigkeit, Staatsbildung, Verfafsungs- und Derwaltungsgefchichte, Handel und Gewerbe, Sprach- unb Wortkarten (Frbr. Maurer), Kunstgeschichte unb Bibliographie ((Klemm inVolk unb Scholle", 3g. 11 (1933), Heft 2 ff.).

Zu diesen Forderungen für die organisatorische Umgliederung betreffs der Landesgeschichte und ihrer Forschung tritt noch eine andere, die be­sonders im neuen Deutschland Beachtung ver­langen darf und finden wird.

Die Heimatforschung darf nicht auf einigen wenigen Schultern ruhen, sondern sie muß die Breite des Volkes als Heimat- unb Vater­landsliebe erfassen.

Darum gilt es, den Geschichtsunterricht vor­nehmlich an den höheren Schulen neu einzurichten und von den Lehrern die Behandlung heimatkundlicher Stoffe zu verlan­gen, wie der Redner selber das in mehreren fremden Staaten gesehen hat. Ohne im mindesten den _ Wert der humanistischen Dildungsideale schmälern zu wollen, muß die unbedingte Forde­rung nach intensiverer Beschäftigung mit der Landeskunde erhoben werden. Vaterländische Ge­schichte muh von der Heimatgeschichte ihren Aus­gang nehmen. Um dieses hier angedeutete Ziel zu erreichen, muß deutsche Altertumskunde als Lehr- und Prüfungsfach für die Kandidaten für das höhere Lehramt eingeführt werden: da der unfruchtbare Partikularismus vergangener Jahr­hunderte in Deutschland durch die Entwicklung der letzten Monate ausgeschaltet ist, besteht die Gefahr einer Zersplitterung nicht mehr Heirnat- und Landesgeschichte ist nicht eine Angelegenheit der Vernunft, sondern eine Kulturwissenschaft, die pfleglich behandelt sein will, weil sie das Innere des Menschen, sein Herz, sein Gefühl angeht, lind die Landesgeschichtsforschung wiU erreichen: die Verwurzelung des einzelnen Volks­genossen im Heimatboden durch Erweckung der Liebe zur Heimat. Das wird erreicht durch das Lebendigmachen der Geschichte der Heimat und die Geschichlsverbundenheit mit dem Gesamtvolk. durch Ehrfurcht vor den Taten der Ahnen, die Freude am Besonderen und letzten Endes durch den Willen zur restlosen Eingliederung in das Ganze des deutschen Volkes.

Dr. E. E. Decker verlas in der kurzen Dis­kussion eine Resolution an das Kultusministerium im Sinne der von Prof. Dr. Mayer gestellten Forderungen.

Mit einem Schlußwort herzlichsten Dankes vor allem an den Redner schloß der Vorsitzende Präsident v. H a h n die diesjährige Tagung.

Sneftaften her Redaktion.

L. Sch- 1- Georg V. 2. William Geckrg Kerckhoff war Deutschamerikaner. Seine Eltern stammten aus dem nördlichen Westfalen. W. G. Kerckhoff genoß seine Schulbildung in Deutschland. Wohnsitz: Los Angeles. 3. Detroit.

Wettervoraussage.

Die. Störung über der Ostsee ist sehr hartnäckig und hat ihre Lage kaum verändert. Daher kommt der hohe Druck über dem Ozean zunächst auf dem Festland nicht zur Entfaltung er ist sogar müder etwas zurückgedrängt worden. Die Zufuhr der tuhlen ozeanischen Luft dauert also unverändert fort, so daß auch die ziemlich unfreundliche Witterung noch kein Ende findet.

Vorhersage für Donnerstag: Weiter­hin wechselhaft unb ziemlich kühles Wetter mit oer- einzelten Niederschlägen.

Vorhersage für Freitag: Noch keine Be­ständigkeit in Aussicht.

Lufttemperaturen am 27. Juni: mittags 17,1 Grad Celsius, am 27. Juni, abends: 11,8 Grad: am 28. Juni: morgens 12 Grad. Maximum 19,6 Grad, Minimum 7,8 Grab. Erbtemperoturen in 10 cm Tiefe am 27. Juni: abenbs 18 Grad: am 28.3uni: morgens 13,3 Grab. Niederschlage 0,5 mm. Eonnenscheindauer 5 Stunden.