Ein Aufruf zur Schlichtheit undEinfachheit.
München, 27.Juni. (TU.) Der Stellvertreter des Fükrers der NSDAP., Rudolf Heß, oer- öffcntticht einen Aufruf, in dem es heißt: „Mit eiserner Energie geht der Führer der Berwirk- lichung des gewaltigen Planes der Beseitigung der Arbeitslosigkeit zu Leibe. Die Arbeits- lofenzahl fallt von Monat zu Monat. Bereits ist sie um über eine Million g e r i n« g c r als zur gleichen Zeit des Vorjahrs. Nichtsdestoweniger layn der Wiederaufbau einer durch 15 Jahre fanatisch zerstörten Wirtschaft nur langsam erfolgen. In seinem Aufruf bei Regierungsantritt forderte der Führer vier Jahre Zeit. Demgemäß ist die Not im Bolke heute noch groß. Alle Parteigenossen und Parteigenossinnen haben dieser Not durch Schlichtheit und Einfachheit auf allen Gebieten Rechnung zu tragen. Den Amtswaltern und Führern der Bewegung wird sie zur Pflicht gemacht, ihnen wird insbesondere die Teilnahme an sogenannten „F e st c s s e n" usw. untersagt. Sie haben sich auch hierin den Führer zum Borbild zu nehmen, der grundsätzlich die Abhaltung von Festessen zu seinen Ehren sich verbeten hat, und dessen Schlichtheit unverändert bleibt.
Nationalsozialisten, zeigt, daß Jbr nichts gemein habt mit den gesellschaftlichen Auswüchsen einer vergangenen Zeit. Zeigt, daß mit dem Nationalsozialismus einneuerStilin Deutschland seinen Einzug hielt.
Augenzeugenbericht über den Fliegerüberfall auf Berlin.
Berlin, 27. Juni. (WTB.) Den amtlichen Stellen liegen nunmehr eingehende Berichte zahlreicher Augenzeugen über den am Freitag über Berlin erfolgten Abwurf von Flugblättern hetzerischenJnhalts vor. Hiernach hat es sich um zwei Doppeldecker gehandelt, deren Bauart in Deutschland unbekannt ist. Besondere Merkmale, die auf die Nationalität der Flugzeuge hindeuten könnten, waren bei dem Flug über Berlin selbst wegen des wolkigen Wetters nicht zu erkennen. Dagegen sind von verschiedenen anderen Plätzen des Reiches nähere Angaben über die Abzeichen von zwei auffälligen Flugzeugen eingelaufen. Es wird zur Zeit nachgeprüft, ob ein Zusammenhang zwischen diesen beiden Flugzeugen und dem über Berlin beobachteten besteht. Gegenüber Nachrichten in gewissen Auslandzeitungen muh darauf hingewiesen werden, daß die Flugblätter keinesfalls von deutschen Flugzeugen abgeworfen wurden. Abgesehen von der fremden Bauart haben die Luftpolizeiwachen aller deutschen Flugplätze gemeldet, daß fein Start und keine Landung derartiger Maschinen erfolgt ist. Auf Grund zahlreicher eingegangener Anregungen wird mitgeteilt, daß die chemische Untersuchung der Flugblätter kein einwandfreies Ergebnis über die Herkunft der verwendeten Papiersorte hat erbringen können.
Kleine politische Nachrichten.
Der Reichskanzler empfing den Ehren- Präsidenten der Deutschen Beamten- schäft Reichsstatthalter Sprenger und seine engsten Mitarbeiter. Im Verlaufe der Besprechung erhielt der Reichsstatthalter den Auftrag, seine Maßnahmen im Interesse des Ganzen fortzuführen.
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Am heutigen Mittwoch findet im Reichsministerium des Innern die erste Sitzung des S a ch v e r - ständigenbeirates für Bevölkerung s- und Rassepolitik statt, der von Minister Dr. Frick neu zusammenberufen worden ist. Der Reichsinnenminister wird diese erste Sitzung mit einer großen grundlegenden Rede eröffnen. Die Rede wird am Mittwochabend um 19.45 Uhr über alle deutschen Sender übertragen.
Am Dynnersiag, 29. Juni, spricht der preußische Kultusminister Rust in einer Veranstaltung der „Deuifchen Christen" zum Thema „Gott und Volk — Kirche und Staa t". Die Rede wird von 20.50 bis 21.40 Uhr auf alle deutschen Sender übertragen.
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Vizekanzler von Papen wird zusammen mit dem Botschafter von Hassel, der einige Zeit in Berlin weilte, in Rom erwartet. Für seinen Aufenthalt in Rom ist etwa eine Woche vorgesehen. Unter anderem wird er hier Besprechungen mit dem Vatikan Über kirchliche Fragen haben.
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Kapitän Ehrhardt hat feinen Eintritt in b i e NSDAP, vollzogen und sich mit seinem Verband, der Brigade Ehrhardt, dem Reichssührer-SS. unterstellt.
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Aus dem Verein Berliner Presse wurden ausgeschlossen: Theodor Wolff, ehemaliger Chefredakteur des Berliner Tageblatts, Hermann Zucker, ehemaliger Chefredakteur des 8-Uhr-Abendblattes, Friedrich Stampfer, ehemaliger Chefredakteur des Vorwärts, z. Z. Prag, Max Cohen-R euß, führendes Mitglied der Liga für Menschenrechte, Dr. Alfons Goldschmidt, z. Z. Moskau. Die Ausgeschlossenen haben das Ansehen des Vereins durch ihre Mitgliedschaft in der gröblichsten Weise verletzt.
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Der Regierungspräsident von Oppeln hat auf Grund des Paragraphen 1 der Verordnung des Herrn Reichspräsidenten zum Schutze von Volk und Staat vom 28. Februar 1932 die in Gleiwitz erscheinende „O b e r s ch l e s i s cb e Dolksstimme" einschl. ihrer Kopfblätter mit sofortiger Wirkung bis zum 10. Juli 1933 einschl. verboten. Das Verbot trifft die gesamte oberschlesische Zentrumspresse.
Der Regierungspräsident von M ü n st e r Staatssekretär z. D. Dr. P ü n d e r ist von der preußischen Staatsregierung mit sofortiger Wirkung beurlaubt worden. Regierungsvizepräsident Bachem wurde mit der vertretungsweisen Bearbeitung der Geschäfte des Regierungspräsidenten beauftragt.
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Der Führer der Deutschen Arbeitsfront hat auf Grund der Unterstellung des Stahlhelms unter den Führer der NSDAP. Adolf Hitler die lieber» nähme derStahlhelm-Selb st Hilfe durch die Stellen der NSDAP, und die Einordnung der Stahlhelm-Selbsthilfe in die Deutsche Arbeitsfront angeordnet.
Die Regierungskommission des S a a r g c b i t t s j hat eine Verfügung erlassen, durch die das Halb
ff mast flog gen anläßlich des Jahrestages der Unterzeichnung des Versailler Vertrags verboten wird.
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Die Regierungskommission hat die „Saar- b r ü ck e r Z e i t u n g" für eine Woche verboten, weil in einer Notiz über die am 3. September d. I. am Niederwalddenkmal geplante Saarkundgebung von den franzöfischen Propagandatendenzen der saarländischen Ausnahmegesetze gesprochen wird.
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Das estnische Parlament hat die Loslösung der Währung vom Golde de- schlossen. Eine Angleichung des Kurses an den Kurs der schwedischen Krone ist vorgesehen. Die Einschran- tungen im Devisenverkehr bleiben vorläufig bestehen. Der Abgang vom Goldstandard erfolgte zum Zwecke einer Belebung des Ausfuhrhandels.
Kunst und Wissenschaft.
Gründung der Akademie für Deutsches Recht in München.
Zur Erhaltung und Gestaltung des deutschen Geisteslebens in Recht und Wirtschaft hat der Führer der deutschen Rechtsfront, Reichsjusttz- kommissar Staatskommissar Dr. Frank, im Rahmen der rechtspolitischen Abteilung der Rechtsabteilung' bei der Reichsleitung der RSDAP. die „Akademie für deutsches Recht" gegründet. Aus dem ungeheuren Feld der zu leistenden Arbeit, das von Staatsminister Dr. Frank umrissen wurde, ergibt sich die Gliederung der Akademie, an deren Spitze als Führer der Reichsjustizkommissar steht. Die fachliche Leitung der wissenschaftlichen Ausgaben liegt in den Händen des Leiters der rechtspolitischen Abteilung, Oberregierungsrat Schraub Die Durchführung der Verwaltung wird dem Bund nationalsozialistischer Juristen obliegen. Um dcn ungeheuren Aufgaben, die durch das Institut zu lösen sind, gerecht werden zu können, wird aus Männern der Wirtschaft, der Wissenschaft und der Staatsführung ein Gönnerkreis unter dem Vorsitz eines Kuratoriums berufen werden.
Auflösung des Bundes zur Erneuerung des Reiches.
Rach Abschluß der geplanten wissenschaftlichen Arbeiten hat der Bund zur Erneuerung des Reiches m seiner Mitgliederversammlung in Berlin die Auflösung des Bundes beschlossen. Rach einem einleitenden Bericht des Borsihenden, Reichswehrministers a. D. Dr. Gehler, hielt der Geschäftsführer, Oberregierungsrat a. D. D. Adam eh, einen Vortrag üb«: die Borgeschichte, Gründung und Entwicklung des Erneuerungsbundes, seine Arbeiten, seine Ziele und Erfolge und über den gegenwärtigen Stand der Reichsreform. An oen Ehrenpräsidenten, Botschafter Dr. Hans Luther, der aus Washington an die Mitgliederversammlung ein längeres Abschiedsschreiben gesandt hatte, wurde ein herzliches Dank- und Degrühungstele- gramm gerichtet.
Das ttonzerlwesen in Preußen.
Der Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung hat eine Kommission zusammenberusen, bestehend aus den Herren Wilhelm Furtwängler, Max v. Schillings, Wilhelm Backhaus, Georg Kulenkampff, die die Programme sämtlicher öffentlicher Konzertvereine (ob aus öffentlichen Mitteln subventioniert, oder nicht) zu prüfen und die Vereine im Bedarfsfälle zu beraten haben. Diese vom Minister eingesetzte Kommission wird in Zukunft die einzige Instanz sein, die über Programmfragen im Musikleben Preußens zu entscheiden hat.
Aus aller Wett.
Sonneuwendseier in Reudeck.
Wie aus Neudeck gemeldet wird, veranstaltete die Bevölkerung des Dorfes im Anschluß an die Reichsjugendwettkämpfe einen Umzug. Der Zug führte zum Schloß hinauf, wo ihn Reichspräsident von Hindenburg vor dem Eingang stehend erwartete. Der Jugendchor fang das Westpreußen- Lied, dann sprach eine Schülerin ein Gedicht, das den alten Feldmarschall sichtlich erfreute. Er dankte herzlich für den Aufmarsch und wünschte den Festteilnehmern alles Gute. Nach dem Hoch auf den Reichspräsidenten zog man zum Ab- brennen der Sonnenwendfeier auf den Sportplatz. Hier hielt Oberst v. Hindenburg eine kernige Feuerrede, in der er die Treue zum Vaterland als das höchste Gut der Deutschen kennzeichnete. Deutsche Treue zu Heimat und Reich müsse und werde auch nach unserem Tode das Größte und Schönste sein. Treu zmVolk und Vaterland werde ewig lodern, wie nie ersterbendes Sonnenwendfeuer. Den Abschluß bildete der Gesang des Deutschlandliedes und des Horst-Wefsel-Lindes.
Das neue Schulschiff der Reichsmarine in Dienst . gestellt.
Rach der Abnahme fand am Dienstag in Kiel die L^ndienststellung des neuen Segelschulschiffes der Reichsmarine „Gorch Fock" statt. An Bord des Schiffes, das an der Dlücherbrücke im Kieler Binnenhafen lag, hatte die künftige Stammbesatzung Aufstellung genommen. Rach dem Abschreiten der Front hielt der künftige Kommandant des Schiffes, Kapitän zur See M e w i s , eine Ansprache, in der er zunächst des älnter- ganges des Segelschulschiffes „Riobe" am 26. Iuli v. 3. im Fehmarn-Belt gedachte, wo 69 Seeleute den Tod gefunden haben. Eine Minute des Gedenkens für die toten Kameraden unterbrach die Ansprache, während die Kapelle das Lied vom guten Kameraden spielte. Man dürfe, fuhr der Kommandant weiter fort, die Gedanken nicht nur in der Dergangenheit weilen lassen, sondern müsse den Blick in die Zukunft richte^ in einer Zeit der nationalen Erhebung, wo unter Führung des hochverehrten Herrn Reichspräsidenten energische Männer das Ruder des Staatsschiffes ergriffen hätten. Kapitän Mewis verlas anschließend ein Glückwunschtelegramm des Chefs der Marinelei- tung Admiral Raeder, in dem es heißt: „Möge .Gorch Fock" seine verantwortungsvolle Aufgabe der Heranbildung tüchtiger Fükwer zur See stets gerecht werden im Geiste unserer Gefallenen. Vorwärts fürs Vaterland!" Aach einem Hurra! auf den Reichspräsidenten Und den Reichskanzler wurden Flagge und Wimpel gesetzt. Mit dem Deutschlandlied sand die kurze Feier ihren Abschluß.
Sämtliche Reichsbahnbeamken unter einheitlicher Führung.
Am 23- Juni tagte in Berlin eine außerordentliche Hauptversammlung des Zentral-Gewerk- schastsbundes Deutscher Reichsbahnbeamten und -anwärter e. V. Der Antrag auf Auflösung deS ZGDR. und die Beschlußfassung über die 1
Aus der Provinzialhauptstadt
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und mit deren Führer persönlich befreundet ist. Auf
die Anzeige im heutigen Blatt sei hingewiesen.
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Stellen-Vermittlung arbeitsloser Mitglieder der nationalen Wehrverbände.
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Die Vereinigung der Deutschen Arbeitgeber« verbände hat ihre Mitgliedsfirmen veranlaßt,
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Verwendung des Vermögens erfolgte mit völliger Einstimmigkeit. Damit war die bisherige Organisation des Zentralgewerkschaftsbundes mit 15 Fachorganisationen umgeformt in den aus 12 Fachabteilungen aller Laufbahn- und Besoldungsgruppen bestehenden Bund Deutscher Reichsbahnbeamten unter Führung des Reichstagsabgeordneten Peppmüller (Rat.- Soz.). Dieser Bund bildet als Reichsfachgruppe I (Reichsbahn) einen Bestandteil des Deutschen Beamtcnbundes, die Gleichschaltung der deutschen Reichsbahnbeamten unter nationalsozialistischer Führung ist damit beendet. Der neue Bund, der aus Einzelmitgliedschaft aufgebaut ist, umfaßt die Ges mtheit a Icr deutschen Reichsbahnbeamten mit ungefähr 250 000 Mitgliedern. Auch die bisher bestehenden Verbände Einheitsverband der Eisenbahner Deutschlands und Gewerkschaft Deutscher Eisenbahner sowie die Gewerkschaft der technischen Eisenbahnbeamten (Geteb) haben sich in dcn neuen Bund eingegliedert, der infolgedessen die stärkste organisatorische Zusammenfassung einer Beamtengruppe überhaupt darstellt. Die Schlußversammlung des Zentral-Gewerk- schaftsbundes ernannte die bisherigen Vorsitzenden Wieg und Rusch zu Ehrenvorsitzenden und die Mitglieder der Dundeslcitung Führer, Pearson und Scheibet zu Ehrenmitgliedern. Die Abschlußtagung wurde mit einem Hoch auf
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Volk und Vaterland, Reichspräsident und Reichskanzler und mit dem Absingen des Deutschlandliedes und des Horst-Wessel-Liedes geschlossen.
Reue Ueberschwemmungsgefahr an der Saale.
Wie die „Vossische Zeitung" berichtet, ist durch die Regengüsse der letzten Tage an der Saale eine neue Ueberschwemmungsgefahr entstanden. Bei den Arbeiten zur Schaffung des neuen Flußbettes bei Latdorf sah man sich zur Verhütung einer neuen Katastrophe gezwungen, vorzeitig i)ie -Dämme g u durch st echen, die das neue Saalebett vor dem Wasser schützen. Das bis jetzt geschaffene Saalebett hat eine Länge von 650 Metern, eine Breite von 25 Metern und eine Tiefe von 4. Metern.Die Flu- tung sollte ursprünglich erst am Freitag vorgenommen werden. Sofort nach dem Durchstich drang das Wasser mit großer Gewalt durch und füllte in kurzer Zeit das neue Flußbett. Der Wasserdruck war so stark, daß er sogar das neue Flußbett überflutete und das umliegende Land in zehn Meter Breite überschwemmt wurde. Mit großer Sorge erwartet man die für Mittwoch angekündigte Hochwasserwelle. Die Wirkung des neuen Flußlaufes hat sich in dem Überschwemmungsgebiet der Aue bereits bemerkbar gemacht. Dort konnte bereits ein Absinken des Wasserstandes aus den Wiesen und Feldern bemerkt werden.
Vom Arbeitsamt Gießen wird mitgeteilt:
Mitglieder der nationalen Wehrverbände find nicht selten seitIahrenerwerbslos, weil sie als Angehörige dieser Wehrverbände unter dem alten System nicht unterkommen konnten. Ihre ganze Kraft haben sie für die nationale Bewegung eingesetzt und vielfach ihre eigene Arbeitssuche selbstlos zurückgestellt, um der großen Bewegung zu dienen.
Die Wehrverbände haben bisher schon immer versucht, ihren arbeitslosen Mitgliedern zu helfen. An die Stelle dieser zersplitterten Versuche soll nunmehr eine einheitliche, planvolle, wirtschaftlich zweckmäßige und damit Erfolg versprechende Aktion treten. Zwischen der Vereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, den Beauftragten der nationalen Wehrverbände und dem Herrn Präsidenten der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung haben dahingehende Besprechungen stattgesunden, an denen auch die deutsche Arbeitsfront teilgenommen hat.
Es sind in voller Uebereinffimmung Richtlinien vereinbart worden, nach denen die Arbeitsämter Träger der Vermittlung sein sollen.
Ihre Erfahrungen und ihre Kenntnis des örtlichen Marktes sowie ihre Einrichtungen uno ihre Vermittlungsstellen sollen für die Sonder- aktion nutzbar gemacht werden. Die Wehrverbände haben ihre Gruppen auf gefordert, den Arbeitsämtern alsbald die erforderlichen Listen über ihre arbeitslosen Mitglieder zu übergeben. Es werden nur solche Arbeitslose durch die Sonderaktton erfaßt, die nachweislich vor dem 30. <Xanuau 1933 einem der nationalen Wehc- verbände angehörten.
alsbald ernsthaft zu prüfen, ob in ihren Betrieben unter den besonderen Gesichtspunkten der Vereinbarung Aeueinstellungen ermöglicht werden können und möglichst zahlreiche offene Ar« beitsstellen den Arbeitsämtern für arbeitslose Mitglieder der Wehrverbände aufzugeben.
Die vereinbarten Richtlinien erkennen ausdrücklich an, daß von dem Grundsatz der fachlichen und persönlichen Eignung der Arbeitslosen bei der Vermittlung nicht abgewichen werden darf.
Ile sorgfältiger die Anforderungen der offenes Stelle bei der Auswahl berücksichtigt werden, um so sicherer wird die Vermittlung zu dem an« gestrebten dauerhaften Arbeitsverhältnis führen.
2n Gießen hat eine Besprechung der Vertreter der Wehrverbände mit dem Arbeitsamt stattgefunden, um örtlich die zentral vereinbarten Richtlinien zur Durchführung zu bringen. Es ist bei dieser Gelegenhell auch vorn Arbeitsamt aus angeregt worden, zur Steigerung der Vermittlungsfähigkeit jugendlicher und langfristiger Arbeitsloser Maßnahmen für die berufliche Arbeitslosenschulung zu treffen. Bei der Eingliederung in die Lehrgänge wird von dem Berus oder dem speziellen Fach des Teilnehmers oder auch den Aufnahmemöglichkeiten der örtlichen Wirtschaft auszugehen sein. Die bisher für derartige Bildungsmahnahmcn vorgesehene Altersgrenze von 25' Fahren fällt für die Angehörigen der Wehrverbände weg.
Mit der Llebernahme der Vermittlung durch die Arbeitsämter wird in den Fällen, in denen sich | 2Iugebote und Rachfrage für die Sonderaktton I örtlich nicht ausgleichen lassen, ein Ausgleich mü
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folgendes Programm vorgesehen: 1. Große Zeit, neue Zeit! Marsch von Brase. 2. Ouvertüre zur Oper „Die Zigeunerin" von Balse. 3. Vision! Walzer von Waldteufel. 4. Paraphrase über das Lied „Wie's daheim war" von Paul Eim. 5. Szenen aus der Oper „Die Meistersinger von Nürnberg" von Richard Wagner.
Der Eisenbahnerverein Gießen am Rhein. Der Eisenbahnerverein Gießen und älmgegend unternahm am Sonntag bei starker Beteiligung feiner Mitglieder feinen alljährlichen Familienausflug. Der Sonderzug, diesmal mit dem Ziel „An den deutschen Rhein", brachte die Teilnehmer über Friedberg—Bad Homburg- Biebrich kurz nach 11 Llhr nach Büdesheim. Von hier aus war es jedem Reifeteilnehmer überlassen, sein Reiseziel selbst zu wählen. Die meisten stiegen hinauf auf das Äiederwalddenk- mal. Andere besuchten die schönen Ausflugsorte am Rhein, wie Ahmannshausen, Bingen, Bingerbrück oder eine bet, schönen Rheinburgen unterhalb Dingens. Den meisten Teilnehmern war es vergönnt, das Luftschiff „Graf Zeppelin", das sich gerade auf einer Rheinfahrt befand, zu sehen. Gegen Abend trafen sich die Reiseteilnehmer im Standquartier zu gemütlicher sinter- . Haltung. Kurz vor 19 illjr wurde mit dem . Sondcrzug die Heimfahrt nach Gießen angetreten. Am kommenden Sonntag wird die Fahrt für die übrigen Vereinsmitglieder wiederholt.
** Deutscher Abend der SA. - Flieger. Au dem Bericht über den Deutschen Abend der SA.« Flieger werden wir gebeten mitzuteilen, daß der
Name der Sängerin, die den Abend durch einige | Darbietungen verschönte, Frau Irene o. Recko w lautete.
** Oesfentlicher Lichtbildervortrag> über Indien. Das Realgymnasium Gießen unbt.' das Englische Seminar der Landesuniversität haben»! Herrn Pratap K a m d a r aus Bombay, der jur A Zeit in Deutschland studiert, gebeten, am Freitags 30. Juni, 20 Uhr, im Gesangsaal des Realgymna-» siums, Ludwigstraße, in deutscher Sprache einen? öffentlichen Lichtbildervortrag zu halten über Land- und Leute in Indien und Indiens Freiheitskampf- gegen die englische Herrschaft. Es wird sicherlich», j begrüßt werden, daß auf diese Weise Gelegenheit J gegeben wird, von einem Bewohner und Kenner ' dieses Landes Aufschluß zu erhalten über die Ge- 1 schichte und Kultur sowie die geographischen, wirk« schastlichen und politischen Verhältnisse eines Ge» H bietes, dessen Schicksal für die gesamte Weltpolitik V von größter Bedeutung ist. Das indische Problem 1 lenkt deshalb immer wieder die Aufmerksamkeit der W
Ein Brief fliegt auf den Tisch ...
Wenn mir des Morgens an den Frühstücksttsch treten und auf unserem Platz jenes viereckige Etwas finden, das unseren Namen und unseren Wohnort trägt, bann greifen wir schnell danach und schieben dafür die Kaffeetasse ein wenig beiseite. Dabei stürmen tausenderlei Fragen auf uns ein. Von wem mag der Brief wohl sein? Der Absender, der uns gleich das Rätsel lösen würde, fehlt ja so oft. Und eigentlich bedauern tun wir das gar nicht. Denn gerade das Geheimnisvolle reizt uns. Wir schauen uns den Stempel näher an. Aha! Ein wenig enger wird der Kreis der Möglichkeiten schon. Und wenn gar der „Unbekannte" noch verschwenderisch mit dem Porto umgegangen ist, wissen wir bald Bescheid.
Ja, und was mag dieser Brief nun enthalten? Hoffnungen und Wünsche werden wach, oder trübe Gedanken legen einen leisen Schleier zwischen uns und dieses zugeflogene Etwas. Wir halten den Brief, bevor wir ihn öffnen, erst einmal gegen das Licht, um zu sehen, ob er mit der Maschine geschrieben ist oder nicht. Denn das ist ein zu wichtiges Erkennungszeichen für den „anderen", und wir spüren augenblicklich in uns eine besondere Regung für oder gegen diesen Brief, wenn wir die Art der Schrift erkannt haben. Noch ist der Umschlag unverletzt. Obwohl die anderen Menschen, die mit uns gemeinsam an diesem Frühstücksttsch sitzen, recht neugierig sind und kleine Augenfragen nicht ganz verbergen können. Aber das Geheimnis um einen Brief (natürlich nur, wenn er „nicht geschäftlich" aussieht) ist etwas so Köstliches, daß wir die Erwartung und alle Regungen der Neugierde ruhig noch eine Weile hinunterschlucken, bis der große Augenblick „verdient" ist.
Ja, und dabei gibt es wieder einige Verschiedenheiten zwischen uns. Wohin wandert unser Blick zuerst? Zur Anrede? Zum Schlußwort? Oder lesen wir etwa brav von Anfang bis zu Ende? Ich glaube, das tun wir nur ganz selten. Und natürlich hängt das auch sehr von unserer Stimmung ab, die dem Brief entgegenschlägt.
Und wenn mir den Brief beiseite legen, vielleicht erfüllt von frohen Gedanken oder ein menig traurig oder auch innerlich unberührt von dem, mas er uns bringt, dann ist das Reizvolle schon lange vorbei: das Geheimnis, das uns immer mieder gefangen nimmt, menn uns des Morgens ein Brief grüßt, der auf den Tisch geflogen ist. Eg.
Vornott.;cn.
— Tageskalender für Mittmoch. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „SA.-Mann Brand".
** Schulpersonalie. Dem Lehrer Dr. Christoph Cröhmann zu Klein-Linden wurde die ehrenamtliche Leitung der Volksschule zu Klein- Linden mit sofortiger Wirkung übertragen.
** Platzkonzertzur Flugwerbewoche. Für das am morgigen Donnerstag, 18 Uhr, aus Anlaß der Flugwerbewoche stattfindende Konzert der Reichswehrkapelle auf dem Hindenburg-Wall ist
standen, jede auf Abschüttelung der britischen Herr« (r schäft ausgehende Bewegung zu hemmen. Es dürste | von besonderem Interesse fein, die Auffassung eines
Mannes über die Lage Indiens kennenzulernen, M !, "
der der Unabhängigkeitsbewegung Ghandis angehört I


