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28.4.1933 Erstes Blatt
 
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185. Zahrgang

§reitag,28.April (935

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Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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Chefredakteur

Dr. Friede. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein undkürdenAn« zeigenteil i. D.Th.Kümmel sämtlich in Gie;e'i.

An das ganze deutsche Volk!

Der Aufruf des Reichsministers Dr. Goebbels zum Tag der nationalen Arbeit.

Auf Wunsch des Reidjsmlnifteriums für Volksausklärung und Propaganda wieder­holen wir den Aufruf des Reichsminlsiers Dr. Goebbels.

Berlin, 24. April.

Die Regierung der nationalen Revo­lution hat den 1. Wai zum Feiertag der nationalen Arbeit erhoben. Sie will da­mit zum Ausdruck bringen, daß die

Verbundenheit des ganzen Volkes mit der natio­nalen Arbeit, ihren Schöpfern und Trägern eine unlösliche und schicksalsgegebene

ist Zum ersten Male wieder seit Jahrzehnten innerer Zerklüftung und parteipolitischer Zer­rissenheit erhebt sich über Zank und Hader der unsterbliche Geist deutschen Volks- tumeS, verklärt und geläutert durch den Segen der schaffenden Arbeit.

Der Marxismus liegt zertrümmert am Bo­den. Die Organisationen des Klassenkamp­fes sind zerschlagen. Richt aus reaktionären oder gar Volks- und arbeiterseindl'chen Beweg­gründen haben wir den Kamps gegen die kul­turbedrohende Gefahr des Bolsche­wismus geführt.

Der Marxismus muhte sterben, damit der deut­schen Arbeit ein weg zur Freiheit gebahnt wer- den konnte. Die Schranken von Klassenhah und Standesdünkel wurden niedergerissen, auf bah das Volk wieder zu Volk zurückfand.

Run stehen wir vor der schweren und verant­wortungsvollen Ausgabe, nicht nur das deutsche Arbeitertum zum sozialen Frie­den zurückzuführen, sondern es als vollbe­rechtigtes Glied in den Staat und in die Volksgemeinschaft mit einzufügen.

Wo ehedem marxistische Hahgesänge ertönten, da werden wir uns nun zum Volk bekennen. Wo einst die Maschinengewehre der roten Welt­beglücker knatterten, da wollen wir dem natio­nalen Frieden der Stände die Bresche schlagen. Wo früher der Geist eines öden Materialismus triumphierte, da wol­len wir, suhend aus das ewige Recht unse - resDolkes aus Freiheit, Arbeitund Brot, in einem neuen glühenden Idealismus die

nationale Verbundenheit aller Stände, Stämme und Berufe zu einem einigen Deutschland vor unserem Volke und vor der ganzen weit be­kunden.

Ehret die Arbeit und achtet den Arbeiters Stirn und Faust sollen einen Bund schließen, der unlösbar ist. Der Dauer hin­ter dem Pflug, der Arbeiter am Amboß und Schraubstock, der Gelehrte in seiner Studierstube, der Arzt am Krankenbett, der Ingenieur bei sei­nen Entwürfen, sie alle werden sich am T a g der nationalen Arbeit bewußt werden, daß die Ration und ihre Zukunft über alles geht, und daß jeder an seinem Platze das gilt, was er dem Dater- lande und damit dem allgemeinen Bestenzu geben bereit ist.

In gewaltigen nationalen Feiern wird die Reichsregierung mit dem Bolke zu­sammen diesen Festtag begehen.

Die ganze Ration wird aufgerufen, daran tätigen Anteil zu nehmen. Zur einen Tag stehen die Röder still und ruhen die Maschinen. Deutschland ehrt die Arbeit, oon deren Segen das Volk ein ganzes Jahr leben soll. Männer und Frauen, wir rufen euch auf in Stadt und Land! Deutsche Jugend! An dich vor allem geht unser Appell. Der 1. Mai soll das deutsche Volk einig und geschlossen sehen und ein Zeichen sein für die ganze weit, dah Deutschland erwacht ist und den weg zu Freiheit und Brot sucht und findet.

Laßt an diesem Tage die Arbeit ruhen.

Bekränzt eure Häuser und die Straften der Städte und Dörfer mit frischem Grün und mit den Fahnen des Reiches!

An allen Last- und Personenautos sollen die Wimpel der nationalen Erhebung flattern.

kein Zug und keine Straftenbahn fährt durch Deutschland, die nicht mit Blumen und Grün ge­schmückt ist!

Auf den Fabriktürmen und Bürohäusern werden feierlich die Fahnen des Reiches gehiftt!

Kein Kind ohne fchwarzweiftroten oder Haken­kreuzwimpel?

Die öffentlichen Gebäude, Bahnhöfe, Post- und Telegraphenämter werden in frischem Grün er­stehen!

Die Verkehrsmittel tragen Fahnenschmuck!

wir sind ein armes Volk geworden. Aber die freudige Lebensbejahung, den Mut zum Schaffen, den trotzigen Optimismus, der alle Hindernisse überwindet, lassen wir uns von niemanden neh­men!

Das ganze Volk ehrt sich selbst, wenn es der Arbeit die Ehre gibt, die ihr gebührt.

Deutsche aller Stände. Stämme und Berufe, reicht euch die Hände.

Geschlossen marschieren wir in die neue Zeit hinein!

(Es lebe unser Vo4k und unser Reich!

Der Reichsminisler für Volksaufklärung und Propaganda.

Dr. Goebbels.

Rundfunkhörer zum Tag der deutschen Arbeit.

Berlin, 28. April. (RCB.-Funkspruch.) Der Reichsverband deutscher Rundfunk-

Auf Wunsch des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda veröffent­lichen wir in Folgendem das Programm des Rundfunks am Feiertag der nationalen Ar­beit.

6.15 Uhr: Uebertragung Berlin: Funk-Gymnastik.

6.30 Uhr: Uebertragung Hamburg: Wetterbericht für die Landwirtschaft anschließend bis

8 Uhr: Uebertragung Hamburg: Frühkonzert.

Reichsauflage:

8.50 Uhr: Funkbericht der Jugendkundgebung im Berliner Lustkarten.

9 Uhr: Uebertragung der Jugendkundgebung im Berliner Lustgarten.

1. Hymne, oorgetragen von 1200 Sängern des Berliner Sänger-Bundes.

2. Rede des Reichsministers für Dolksaufklärung und Propaganda Dr. Goebbels.

3. Gemeinsamer Gesang des Horst-Wessel-Lie­des. Funkbericht über die Fahrt des Reichs­präsidenten o. Hindenburg und des Reichs­kanzlers Adolf Hitler durch die Spaliere der Jugend in der Wilhelmstraße und Unter den Linden zum Lustgarten.

4. Gemeinsamer Gesang der Jugend:Ich hab' mich ergeben."

5. Ansprache des Reichspräsidenten d. Hinden­burg an die deutsche Jugend. Gemeinsamer Gesang des Deutschlandliedes.

Schluß gegen 10 Uhr.

Anschließend Hörberichte deutscher Arbeiter. Es sprechen: ein Hafenarbeiter aus Hamburg, ein Berg­mann aus Niederschlesien, ein Landarbeiter aus Ostpreußen, ein Metallarbeiter aus dem Saarland, ein Bergarbeiter aus dem Siegerland, ein Winzer von der Untermosel, ein Bergarbeiter aus dem Ruhr­gebiet.

Schluß der Reichsauflage.

10.50 Uhr: Reueste Rachr.chten.

11 Uhr: Uebertragung Königsberg: Militär­konzert (Märsche), Wusckchor der 1. preußischen Rachrichtenabteilung.

12.30 Uhr: Deutscher Seewetterdienst.

12.55 Uhr: Zeitzeichen der Deutschen Seewarte. Reichsauflage:

13 Uhr: Funkbericht vom Eintreffen der Ar­beiterabordnungen aus allen Gauen des Rei­ches, aus Danzig, von der Saar und aus Deutsch-Oesterreich mit 10 Großflugzeugen auf dem Tempclhoser Feld in Berlin.

13.35 Uhr: Arbeiter- und Marschlieder der SA., Blasorchester: Jugend marschiert, Marsch von Ernst Hanfstängl. Lieder der SA.:Dolk and Gewehr",Don allen unseren Kameraden", Es pfeift von allen Dächern", Schalmeienkapelle der Standarte Horst Wessel:Drüder in Zechen und Gruben",Wir traben in die Weite", Blas­orchester: Wanderlieder-Potpourri von Heinrich Wannfred:Wann wir schreiten Seit an Seit", Märkische Heide, märkischer Sand". Schalmeien­kapelle der Standarte Horst Wessel:Wir sind die Sturmkolonnen, Kameraden laßt erschallen". Blasorchester:Deutschlands Erwachen" von Ju­lius Kochmann. SA.-Chor des Horst-Wessel- Sturms: Die Schalmeienkapelle der Standarte Horst Wessel. Das deutsche Blasorchester unter Leitung von Alfr. Engel.Der 1. Mai, wie er war und wie er wird.

15: Funkbericht vom Massenaufmarsch auf dem Tempelhofer Feld.

15.05. Arbeiterdichter lesen eigene Dichtungen.

16. Funkbericht von den Kunstflügen der Flug­staffeln auf dem Tempelhofer Feld.

16.05: .Symphonie der Arbeit"; Dichtung: Hans Iuergens Rierentz, Musik von Herbert Windt. Das Orchester der Funkstunde: Dirigent Herbert Windt.

16.45: .An ihren Taten sollt Ihr sie erkennen". Eine satirische Hörfolge mit Gedichten von Or­pheus II. *

17 30: Hörbericht vom Empfang der Arbeiter- Abordnung durch den Herrn Reichspräsidenten und den Herrn Reichskanzler in der alten Reichs­kanzlei. Anschließend Funkbericht vom Aufmarsch auf dem Tempelhofer Feld und Lieder der Berg­leute. Bauern und Soldaten.

1820: .Wir führen die Arbeit", Hörfolge von Eugen Diesel.

19.30: Reueste Rachrichten. Berichte über die Maifeiern und Aufmärsche im Reich und in den Grenzlanden.

teilnehmer gibt einen Aufruf an seine Mitglieder und die dem deutschen funk­technischen Bcrband angeschlossenen Vereine be­kannt, in dem es heißt:

Am 1. Mai, dem Tage der deutschen Arbeit, ist es Pflicht eines jeden Rundfunkteilnehmers, für den Ehrentag des deutschen Arbeiters sein Gerät einzusehen. Kein Rundfunkemp- fängerdarfunbenuhtimZimmerste- h e n. Stellt Lautsprecher an die offenen Fenster. Gebt Borübergehenden Gelegenheit, die Feierstunden mitzuhören! Es darf keinen deutschen Bolksgenossen geben, der am 1. Wai vom Sage der deutschen Arbeit ausgeschlossen ist.

19.50: Hörbericht vom Tempelhofer Feld.

20: Uebertragung der Kundgebung auf dem Tempelhofer Feld.

1. Fanfarenmarsch, ausgeführt durch sieben Ka­pellen und zwei Spielmannszüge der Reichs­wehr.

2. Gemeinsamer Gesang der Massen:Der Gott der Eisen wachsen ließ". Funkbericht von der Ankunft des Herrn Reichskanzlers Adolf Hitler.

3- Rede des Herrn Reichskanzlers Adolf Hitler mit Berkündung des ersten Iahresplanes des deutschen Aufbaues.

4. Gemeinsamer Gesang des Deutschlandliedes. Funkbericht von der Pflanzung einer jungen Eiche auf dem Tempelhofer Feld durch eine Abordnung der Hitler-Jugend zu Ehren des Herrn Reichspräsidenten.

5. Großer Zapfenstreich, gespielt von den Reichswehrkapellen.

6. Funkbericht vom Abbrennen des Großen Feuerwerks auf dem Tempelhofer Feld

7. Gemeinsamer Gesang des Horst-Wessel-Lie- dcs. Funkbericht vom Fackelzug, der unifor­mierten Verbände zum Lustgarten, wo die Fackeln zusammengeworfen werden. Reueste Rachrichten und Berichte vom Berlauf der Maifeiern im Reich und in den Grenzlanden.

Anschließend deutsche Musik, Märsche und Tänze unter Mitwirkung der Funkorchester der deutschen Sendegesellschaften. Gegen 24 Uhr Funkbericht und Uebertragung der Ansprache des preußischen Ministerpräsidenten Göring im Berliner Lustgarten und Beendigung des Fackel­zuges. Anschließend Unterhaltungsmusik. Schluß der Reichsauflage um 3 Uhr.

Genf, 27. April. (TU.) Der Effektivausschuh der Abrüstungskonferenz hat die Prüfung der militärischen D e r w e n d b a r k e i t der deutschen Polizei im Kriegsfälle und die davon abhängige endgültige Fest­setzung der deutschen Heeres stärke in den Einzelheiten begonnen. Für die Festsetzung der kriegsmäßigen Bedeutung der Polizei wur­den vom Ausschuß drei von der deutschen Re­gierung auf das entschiedenste abge­lehnte Kriterien verwandt, von denen jedes einzelne bereits zur Bestimmung des militärischen Charakters der deutschen Polizei genügen soll:

1. Die militärische Bewaffnung.

2. Die militärische Ausbildung.

3. Transport- und Rachrichtenmittel.

Ferner soll die Kasernierung, die mili- tärische Organisation, die vorpolizeiliche Aus­bildung und die Zusammenfassung in Hundert­schaften maßgebend sein. Der Effektivausschuß hat bereits die Polizei von Frankreich, Polen und den Bereinigten Staaten untersucht und für Frankreich ledig lich die Pariser Garde Republicaine mit insgesamt 13 000 Mann als eine Polizei militärischen Charakters erklärt.

Der deutsche Vertreter erklärte, daß die deutsche Polizei länderweise geregelt sei und keine Reichspolizei bestände, lieber diese Frage fand eine ausgedehnte Aussprache statt, da die gesamte französische Staatengruppe die Behandlung der deut­schen Polizei einheitlich für das gesamte deutsche Reich ohne Berücksichtigung der verfassungsmäßig bestehenden Zustände forderte. Der deutsche Ver­treter, General Schönlein, sah sich daher veranlaßt, den Ausschuß darauf aufmerksam zu machen, daß der Effektivausschuß nicht die Befugnisse habe, die Vereinheillichung der deutschen Polizei zu beschließen.

Das Präsidium der Abrüstungskonferenz hat nach längerer bewegter Aussprache grund­sätzlich beschlossen, die weiteren Verhandlungen über den ersten Teil des englischen Abrüstungs- abtommens (Sicherheit) einzu stellen, da eine

Die Untersuchung des Reichstagsbrandes.

Der Lügcnbcricht desManchester (Guardian".

Berlin, 28. April. (BDZ.) Angesichts der unglaublichen Hetze desM anchester Gu­ardian" hat der Untersuchungsrich- ter Reichsgerichtsrat Bogt über den Stand der Untersuchung des Reichstagsbrandes folgendes mitgeteilt: Die Boruntersuchung richtete sich zu­nächst nur gegen van der Lübbe, der bekannt­lich schon in der Brandnacht im Reichstagsge­bäude selbst festgenommen war. Erst spater stieß man bei der Untersuchung auf drei bul­garische Kommunisten, die festgenommen worden sind, ebenso verdichtete sich der Verdacht gegen den kommunistischen Reichstagsabgeordne­ten T o r g I e r, und endlich fand man Zusam­menhänge mit einer größeren Anzahl deut­scher und ausländ ischer Kommu­nisten. Es sind in diesem Zusammenhangs noch verschiedene Festnahmen erfolgt, über die zur Zeit noch nichts veröffentlicht werden kann.

Die Voruntersuchung wird in kürzester Zeit ab­geschlossen sein, daß das vorhandene Material dem Oberreichsanwalt zuge.eitet werden kann Mit dem Beginn des Prozesses wird noch in diesem Som­mer gerechnet und zwar vor dem Vierten Straf­senat des Reichsgerichtes. Rach Lage der Sache ist es wahrscheinlich, daß ein Teil der Hauptver­handlung in Berlin stattfindet, da es für die Rich­ter wesentlich sein wird, sich über die Wirkung der einzelnen Brandlegungen an Ort und Stelle ein persönliches Urteil zu bilden 3m Anschluß an die Untersuchung muß voraussichtlich noch wei­teren sehr wesentlichen Zusammenhängen nachge­gangen werden, die von außerordentlicher Be­deutung sind.

Zu den neuen Veröffentlichungen imManchester Guardian" über die Brandlegung im Deutschen Reichstag wird von zuständiger Seite erklärt, daß es unverständlich ist, wie eine bedeutende englische Zeitung ihre Spalten derartig ungeheuer­lichen Verunglimpfungen einer aus­ländischen Regierung öffnen kann. Es ist bekannt, daß von einer Geheimdruckerei der Kommunistischen Partei in Deutschland be­reits seit Mitte April phantasievoll er­logene Berichte über die Brandlegung des Reichstages ausgestellt worden sind und als In­formationen an zahlreiche Pressevertreter des 3n- und Auslandes versandt wurden. Es überrascht, daß der Inhalt dieser Lügenberichte über den Reichstags­brand sich im wesentlichen mit dem Artikel deckt, den derManchester Guardian" bringt.

Wer die Kampfesweise der Kommunistischen Partei in den verflossenen Jahren in allen Ländern der Welt verfolgt hat, weiß, daß die Brandlegung im Reichstage ganz in ihrer Linie liegt. Es kann niemand wundernehmen, >aft die Kommunistische Partei die Schuld an dem Verbrechen einer Regie­rung zuschieben will, in der sie ihre unerbittlichsten Gegner und Vernichter gefunden hat. DerMan­chester Guardian" stellt sich somit offen in den Dienst der kommunistischen Propaganda.

sachliche Entscheidung angesichts der gesamten Lage gegenwärtig nicht zu erzwingen sei. Am Freitagnachmittag soll im Hauptausschuß die Aussprache über den zweiten Teil des Ab­kommens, die materiellen Abrüstungs­fragen, eröffnet und in der artikelweisen Le­sung das gesamte englische Abkommen durch­beraten werden. Von französischer Seite wurde im Ausschuß verlangt, daß die Verhandlungen des Effektivausschusses über die militä­rische Bedeutung der deutschen Schutzpolizei so schnell wie möglich abge­schlossen werden. Cs wurde beschlossen, daß der Esfektivausschuft baLigft einen Bericht über die Anrechnung der Polizei bei der Festsetzung der Heeresftärke der einzelnen Länder vorlegen soll. Im Effektivausschuft soll auch die Frage cer deutsche privaten Wehrverbände aufgerollt werden.

Was Herrioi

in Washington forderte.

Deutschland soll zehn Jahre entwaffnet bleiben.

Berlin, 28. April. (OB. Funkspruch.)Daily Telegraph" berichtet in großer Aufmachung über die B orschläge, die herriot dem amerikanischen Präsidenten in der Abrüstungsfrage gemacht habe. Frankreich habe seine Forderung, daß neue Sicherheitsgarantien als Vorbedin­gung für eine Abrüstung geschaffen wezHen müßten, aufgegeben und sich zu einer wesent­lichen Herabsetzung feiner Streit­kräfte bereit erklärt, unter der Boraussehung, daß die Bereinigten Staaten dann einen Sicher- heitsplan in wohlwollende Erwägung ziehen.

Gleichzeitig aber habe Frankreich seine Bedingun­gen gestellt, die eine bedeutsame Abänderung des englischen Lonventionsentwurses mit sich bräch­ten. Sie lauteten;

Das Programm des Oentschlandsenders am Tag der nationalen Arbeit.

Oie deutschepolizei soltauf dieHeeresstärke angerechnet werden.

Frankreich sabotiert die deutsche Gleichberechtigung im Genfer Effektivausschuß