des
Ich
Nachdruck verboten!
2 Fortsetzung.
so schwer —
starkstämmigen
lFortsetzung folgt.)
Kochen Sie MAGGI5 Suppen. Arbeitzeit und Geld
Er fühlte nach dem Revolver, trat hinter einen irkstämmigen Baum.
Oie stummen Gäste von Zweilinden
I^omanvonAnny vonpanhuyS.
Copyright by Belletristische Korrespondenz Bechthold,
„Ich stelle myr Dinge fest, die naheliegen" war die ruhige Antwort. „Bettina werde ich den Grund mitteilen, der mich veranlaßt hat, Ihnen meine Zustimmung zur Ehe mit ihr zu verweigern. Sie ift vernünftig und wird sich freiwillig fügen/
Der Graf nahm sich mit aller Kraft zusammen, aber die Wut, daß dieser Besuch so geendet, erstickte ihn fast. Er konnte kein Wort mehr sprechen und verneigte sich nur stumm, verließ hastig das Zimmer. Ins Freie wollte er, allein sein wollte er, um nachzudenken, wie er den Entschluß von Bettinas Pflegevater ändern konnte. Er mußte ein Mittel dazu finden. Er brachte es noch fertig, mit dem Diener, der ihm Hut und Paletot aushändigte und den er feit Jahren kannte, ein paar freundliche Worte zu wechseln.
3.
Nachdem sich Wulf von Speerau ein Stückchen vom Herrenhause entfernt hatte, tat er sich keinen Zwang mehr an. Er schimpste halblaut vorsich hin, er konnte einfach nicht anders. Verdammter Moralfatzke, blöder Sittenrichter, alter Spießer! betitelte er den Pflegevater Bettinas, dem seine Tochter zu schade war für ihn. Durch seinen Kopf tanzten die Gedanken einen wilden Reigen und verwirrten ihn. Er sann verzweifelt wie fing er es nur an, den Unnachgiebigen umzustimmen?
Er wanderte erst ein Stück auf dem Waldwege dicht an der Chaussee entlang, dann ging er waldein und lies in die Kreuz und Quere. Seine Füße gebärdeten sich so wie sein Kopf, beide hielten keine bestimmte Richtung inne. In Wulf Speerau hallten noch die Sätze nach, die ihn am meisten geärgert, weil er sich durchschaut sah. Konrad von Zweilinden hatte ihm auf den Kopf zugesagt: „Um Wiesental steht es schlecht, und Sie rechnen damit, daß Bettina eine reiche Erbin ist und ihre Mitgift auch nicht zu knapp ausfallen dürfte!"
So durchschaut zu werden, war natürlich das Fatalste, was ihm hatte passieren können. Er dachte, so unangenehm der Satz gewesen, lag doch in ihm das Zugeständnis, daß Bettina eine reiche Erbin war. Man nahm ja auch allgemein an, Bettina war Konrad von Zweilin'dens Universalerbin, aber schließlich wäre es immerhin möglich gewesen, ihr Plegevater würde ihr nur einen Teil seines Reichtums geben.
Sein Sohn Ottfried war verschollen, wahrscheinlich sogar tot, und selbst, wenn er lebte, zählte er für den Vater nicht mehr mit. lieber sein Pflichtteil hinaus bekäme er sicher nichts, falls der Herr von Zweilinden stürbe und sein Sohn noch einmal auftauchen würde.
Ein häßlicher Gedanke drängte sich vor. Wenn Konrad von Zweilinden stürbe, ehe er mit Bettina über ihn redete und ihr mittellte, warum er ihn abgewiesen, dann wäre alles gut. Er seufzte laut. Wer erstens würde der alte Herr wahrscheinlich sofort mit
Er schnellte von seinem Stuhl hoch, nahm Haltung an, sagte mit Ernst und Wichtigkeit: ,^Herr von Zweilinden, ich bin heute mit einer großen Ditte hierher zu Ihnen gekommen, und ich hoffe, Sie werden sie mir erfüllen. Ich liebe Ihre Pflegetochter Bettina und bllte Sie um deren Hand. Ich möchte gleich noch hinzufügen, auch Bettina liebt mich." Er blieb stehen, sab den Gutsherrn von Zweilinden erwartungsvoll und doch sicher an.
Der Gutsherr von Zweilinden schwieg zunächst, strich ein paarmal über sein Sinn, als überzeuge er sich ob es auch gut rasiert war, und erwiderte dann: „Setzen Sie sich nur wieder, Herr Graf, machen wir die Angelegenheit in Ruhe und Gemütlichkeit ab."
Wulf Speerau lächelte. Na also, das ging ja ganz gut, er war auch für Ruhe und Gemütlichkeit. Er nahm wieder Platz und glaubte nicht recht zu hören, als Konrad von Zweilinden in festem Ton fortfuhr: „Wir find Gutsnachbarn, und mit Ihrem Vater war ich angenehm und nett befreundet, deshalb wollen wir uns nicht veruneinigen; aber Bettina kann ich Ihnen leider nicht zur Frau geben."
„Und warum nicht?" fragte der andere. Sein Gesicht sah plötzlich sehr fahl und scharfzügig aus.
„Wollen Sie mir in Ihrem Interesse die Antwort nicht lieber erlassen?" fragte der am Schreibtisch Sitzende.
„Nein, es wäre beleidigend für mich, Herr von Zweilinden, wenn sie mir die Antwort auf meine Frage verweigern würden." In der Stimme des Grafen schwang Erregung.
Konrad von Zweilinden brummle: „Sie täten klüger, nicht so neugierig zu sein, aber ganz wie Sie wollen. Also, mein bester Graf, Sie führen ein zu unsolides Leben."
Der andere wollte eine heftige Erwiderung geben, doch eine Handbewegung gebot ihm Schweigen.
„Lassen Sie mich ausrsden. Erst waren Sie neugierig, nun dürfen Sie mir auch nicht gleich In die Parade fahren. Ich wiederhole Ihnen, Sie führen ein zu unsolides Geben. Nicht auf Schloß Wiesenthal, bewahre, das hallen Sie rein, so klug sind Sie, aber in Frankfurt toben Sie sich aus und versuchen immer nor<i die Hörner abzustoßen, die Sie sich nach meiner An.icht längst abgesloßen haben müßten."
Jetzt konnte Wulf Speerau doch nicht mehr schweigen. „Wer hat mich so infam bei Ihnen angeschwärzt
sie wird vergessen."
Wulf von Speerau wäre am liebsten mit geballten Fäusten auf den Mann losgegangen, der alle seine Zukunftspläne mit ein paar Sätzen umwarf, aber er nahm sich zusammen und bat fast demütig: „Gut, Herr von Zweilinden, ich habe ein bißchen leichtsinnig gelebt, ich gebe es zu, aber ich liebe Bettina sehr und werde ihretwegen ein völlig anderer werden. Ich verspreche Ihnen, genau so zu leben, wie Sie es haben wollen."
Der Gutsherr schüttelte den Kopf. „In Ihrem Aller kriecht man nicht mehr so aus seiner Haut heraus, dazu ist sie schon zu fest gewachsen. Nein, nein, zu Experimenten habe ich kein Vertrauen. Um Wiesental stehl es sehr schlecht, und Sie rechnen da- mit, daß Bettina eine reiche Erbin ist und chre Milgift auch nicht zu knapp ausfallen dürfte."
Wulf von Soeerau erhob sich. „Sie beleidigen mich, Herr von Zweilinden."_____________________
und verleumdet? Nennen Sie mir den Namen Schuftes, Herr von Zweilinden, damit ich mich mit ihm auf meine Art auseinandersetzrii kann."
Der Gutsherr lächelt« ein wenig. „Niemand hat Sie verleumdet und angeschwärzt, niemand. Ich habe nur bemerkt, daß Sie sich seit einiger Zeil bemühen, Bettina Raupen in den Kopf zu setzen, und anfangs ließ ich auch alles gehen, denn ich hatte nichts ernstllches gegen Sie einzuwenden. Dann fiel mir einmal auf, daß sich da um Ihre Lippen die kleinen Fältchen schärfer ausprägten, wie es eigentlich nicht zu Ihren dreißig Jahren paßt, und eines Tages sah ich Sie in Frankfurt mit einem etwas zu sehr angemalten Dämchen ein Haus betreten in etwas anrüchiger Gegend. Ich fuhr mit dem Auto durch diese Straß«. Da wurde ich gelinde mißtrauisch und ließ Sie ein Weilchen überwachen, gut überwachen, denn das liebe Geschöpf, die Bettina, sollte keinen Menschen heiraten, der nicht ganz zuverlässig ist. Und so kam es heraus, was mich jetzt veranlaßt, Ihnen mit einem glatten Nein zu antworten. Sie führen eine Art Doppelleben, verehrter Herr Graf, was ja für Sie feine Reize haben mag, mir aber an einem Schwiegersohn nicht gefallen würde. Auf Wiesental mimen Sie den braven Landjunker, und in Frankfurt erholen Sie sich von den Strapazen der Bravheit. Das kostet viel Geld. Auch sind Sie eine tolle Spielratte. An einem Abend haben Sie zum Beispiel fünfzehntausend Mark verloren, und am nächsten Tag haben Sie bei ’nem Wucherer in Frankfurt im Gäßchengewirr unten am Main, noch 'ne Hypothek auf den letzten Schornstein von Wiesental 'raufgewuchtel. So, jetzt wissen Sie Bescheid, gegen mein Nein gibt es keinen Einspruch, ich helfe nicht dabei, das Mädel ins Unglück zu stoßen. Bettina tut mir leid, wenn sie sich wirklich in oie verliebt hat, wie Sie vorhin sagten, aber sie ist jung,
Bettina sprechen, und zweitens, mit der größten Kraft seines Wunsches und Willens allein konnte er ihn nicht töten.
Bei einer Gehbewegung fühlte er den Revolver in seiner Tasche. Mechanisch holle er ihn hervor und dachte wer ihn wohl fortgeroorfen oder verloren haben mochte? Eine hübsche gediegene Waffe war es. Er steckte sie wieder ein.
Plötzlich hörte er dumpfes Räderrollen. Er hatte ein vorzügliches Gehör und stellt« sofort fest, obwohl er sich ziemlich weit von der Chaussee entfernt hatte, das Räderrollen kam aus der Richtung von Zweilinden.
Ein unklarer Gedanke zwang Um, in rasender Hast quer durch den Wald zu laufen, um die Chaussee wieder zu erreichen und dorchin zu gelangen, wo sie sich mit der Chaussee nach der Kreisstadt kreuzte. Es war anzunehmen, der Wagen, dessen Räder er hörte, war der Konrad von Zweilindens, der jetzt als Sach- verständiger zum Termin in die Stadt fuhr. Daß er dorchin mußte, hatte er ihm ja vorhin erklärt.
Wulf von Speerau woll'te noch einmal sein Heil versuchen. Der Gutsherr von Zweilinden fuhr meist ohne Kutscher, er lenkte selbst, und möglicherweise konnte er hier draußen noch ein vernünftiges Wort mit ihm reden. Vielleicht war in feinem Unterbewußt- fein auch schon der böse Gedanke, den er dann in die Tat umsetzte.
Während er die Stelle, wo sich die Chaussee kreuzte, im Schnelläufertempo zu gewinnen suchte, schoß es ihm durch den Kopf, daß Konrad von Zweilinden ja wahrscheinlich noch gar nicht mit Bettina über ihn geredet hatte, sonst würde er wohl nicht so schnell von zu Hause fortgekommen sein, und das bedeutete schon einen Vorteil.
Er erreicht« sein Ziel, und richtig, es war der kleine Iagdwagen, den Zweilinden meist für sein« Fahrten benutzte, der da von rechts mit mäßiger Geschwindigkeit herankam.
Kein Mensch mar zu sehen weit und breit. Außer ihm selbst und Zweilinden befand sich niemand In der Nähe. Mer die Chaussee war feiten belebt um diese Zeit. Die Milchwagen fuhren viel früher und zu Waldspaziergängen hatten di« Dauern der Umgebung keine Zeit. Sie befanden sich um diese Zeit in der Wirtschaft und auf den Feldern, die bei Zweilinden begannen, wo der Wald seitlich zog, oder da brühen hinter dem Waldend« der anderen Seite.
Ein schneller Rundblick überzeugte Wulf von Speerau, es gab keinen Menschen in seiner Nähe, und wenn er geschickt war, dann wäre es gar nicht
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