Samstag, 23.3anuar 1953
Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)
Ar. 24 Zweites Blatt
Obecheffen.
Die Weltausstellung in Chikago
eine
die eine künstliche Insel im
des Berliner Beil- nnb MckiminS
Und der Mond fliegt mir nach, bald von rechts, bald von links, wirft sich taumelnd über den Wald, stürzt in die Schlucht versinkt und steigt drohend wieder auf bereit, sich mir entgegenzurollen.
Mond, Mond. Mond, überall Mond- über allen Aängen, zwischen allen Bäumen, über allen Bergen, über den ganzen ungeheuren Fimmel spannt er fein saugendes Licht aus, das alle Dinge in Mondweien
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SÄ« -MM-), von riesigen Stahlturmen gehalten werden.
(ANfahrt im Mond.
Von (Sieafrieö von Deaesack
Die letzten Klavierakkorde verhallten gedämpft hinter den erleuchteten Fenstern des gastlichen Dauses. Nach langer Zeit war ich einmal wieder unter Menschen gewesen, hatte Mozart und Chopin gehört. Aber jetzt muhte ich mir die Bretter an- schnallen, denn es war schon spät, der letzte Zug war längst pfeifend an der kleinen Station voruber- gerattert, und ich hatte bis nach Hause gute zwei Stunden Skifahrt durch den Wild. .
Ein blaugrauer Himmel hängt schwer und "wdrig über dem nahen Horizont. Durch den rauhen Dunst und Schneenebel schimmern schwache Lich flecken aus der Tiefe und Höhe: Lichter vom kleinen Städtchen und Sterne blaß und verschwommen.
Leichter Pulverschnee liegt über der harten Kruste Die Bretter gleiten geräüsch'os, nur die Riemen knirschen, und die eisernen Spitzen der Stäbe klirren auf dem verharschten Schnee.
Es geht aufwäts über steile Waldhange und tiefe Schluchten. Der Nebel weicht. Sterne flammen aus und lodern rot und grün über dem schwarzen Walde Der Himmel wächst Eisiger Nordwind fegt über die Lichtung.
Noch ist der Mond nicht ausgegangen, aber hinter der gewölbten Doppelkuppe des Rachel glüht Ichon sein rötliches Licht Und jetzt, gelbrot wie eine Riesenmelone wälzt sich der ungeheure Ball über ben. Kamm des Gebirges, steigt über den bewaldeten Grat und schwingt sich blendend in den kristallklaren Raum.
Die L'chtung weitet sich Endlose schneeflach, n. vom Mondlicht übergossen, wachsen in scharfer Rundung gegen den flammenden Fimmel lieber die funkelnde, flimmernde Bahn ziehen schwarz und schmal die Schatten der gewölbten Skispitzen, wie der Buo eines Schiffes. _
Nun ist die Höhe erreicht. Es geht talabwärts^ 3n leichten Kurven über verwehte Hänge, dann ein jäher Ruck — verharschte Halden —. und in rasender Fahrt saust es in die Tiefe, über Waldwiesen. Kahl- schräge und Schluchten. ..
Weitausladende Tonnen, magere Birkenstamme ■ und geduckte Wacholderbüsche rasen mir entgegen, springen über den Weg und schwirren wie Traum- bilder lautlos an mir vorüber.
Beilegung des Streiks der Marburger Pflichtorbeiter.
M a r b u r g, 27. Ian. (WSN.) Die st r ei ken . den Pflichtarbeiter haben gestern die Arbeit wieder aufgenommen, nachdem die in den letzten Tagen geführten Besprechungen der Wohlfahrtserwerbslosen, die auch eine Deputation zu der Regierung nach Kassel entsandt hatten, zu einer Einigung geführt haben.
Landwirlschastskammer Wiesbaden.
Wiesbaden. 27. San. (WEN.) Die 39. Dallvei.famml.ing der Landwirtschaftskammer für den Regierungsbezirk Wiesbaden. die heute unter dem Dorsih von Prasi^ deut Hepp abgchalten wurde und der auch der Oterpräsitent von Hessen-Dassau, Dr. von Hülsen beiwohnte, genehmigte ohne längere Aussprache den Haushaltsvoranschlag für 1933. der mit 945 000 Mk. gegen 952 000 Mk. im Dorjahr abschlietzt. Die D o t der nassauischen Landwirtschaft wurde m einem aus- suh.lichen Bericht des Präsidenten und m der lebhaften Aussprache eingehend behandelt. Sn ve.schiedcnen Entschließungen wurden die maß- gebenden Stellen um Abhilfe ersucht. Zum Kammerdirektor wurde der seitherige stellvertretende Direktor Dr Ei sing er gewählt. Das
verzaubert. . . v , ..
Und ich selbst fliege erdentruckt durch weiße Mondlandschaften über Mondgebirge, Mondkrater, über eifioe erftarrete blendende Mondgefilde •
Da pletz'ich zwei W^lfe. schwarz und gespenster- haft auf der funkelnden Schnerftüche. — die Hunde sind es. und hellaufjauchzend stürmen sie mir ent- qeoen und rufen mich aus Mondfernen auf die Erde $ Mit spitzem verschneitem Giebel stößt der ura'te Turm in die milchweiße Mondnacht, bunte Lichter fallen aus dem Fenster im Torbogen, die Hunde springen an mir hoch. — ich bin zu Hause!
Merkwürdige ^Rcffung.
Höchsten im nördlichsten Alaska. 50 Kilometer von dem kleinen Städtchen Deller entfernt hauste in einem winzigen Blockhaus ein amerikanischer Filmoverateur. der für seine Gesellschaft Oripinal- Eiswüstenaufnahmen drehen sollte. Wahrend seiner Freizeit saß er inmitten der Schneeinsamkett an seinem Kurzwellensender und unterhielt sich mit einem anderen Funkamateur in Aeu'eelano, 8000 Kilometer entfernt, der jedes Gespräch mit einer Verwünschung der fürchterlichen Hitze einleitete. Bis eines Tages ein unerwarteter Zwi- schensall eintrat. Mitten in einer angeregten Aw- terhaltung brach der Mann in Kanada plötzlich ohne ersichtlichen Grund dos Funkgespräch ab und blieb stumm. Der Deuleelanter war zunächst ratlos dann nach einigen M'nuten vergeblichen Suchens fünfte er kurz entschlossen das ^O5-.Zei-> chen in die Welt hinaus da er sich das plötzliche Schweinen seines Gesvrächsvartners mir durch einen ^Inglücksfall erklären konnte. Diesen Notruf hörte ein Bastler in San Franzisko, ter nach Vernehmen der Einzelheiten sofort die Raoio- station in Alaska anrief und nach einiger 3ett auch die Kurzwellenstation Teller erreichte. Eine halbe Stunde später brach bereits eine Expedi-
Direktor Töpp>er-Moin,iar f
± Mainzlar, 27. Ian. Im 59. Lebensjahre verstarb der Leiter oer hangen Fabrik für feuerfeste Steine, der alten Scheidhauer & Die- fing AD.. Direktor Töppler. Der Heimge- gangene hat das Werk seit einer Reihe von Jahren mit unermüdlicher Tatkraft geführt, nachdem er am Bau des Unternehmens in seinen jungen Jahren schon leitend mitgearbeitet hatte. Er war ein Mann der strengsten Pflichterfüllung, der nicht nur von seinen Mitarbeitern und Untergebenen volle Hingabe an ihre Pflicht forderte, sondern vor allem die höchsten Anforderungen an sich selbst stellte. Durch seine umsichtige und weitblickende Tätigkeit gelang es ihm. besonders in den letzten Monaten dank größerer Auftrage aus Rußland und Italien einige hundert Arbeiter von hier und aus den Dachbardörfern in den Betrieb einzustellen, so daß in unserem Orte kein Arbeitsloser mehr zu finden ist und die Erwerbslosigkeit in den Dachbardörfern erheblich gesenkt wurde. Bei feinen Mitarbeitern und Untergebenen wurde der Verewigte als gerechter und humaner Vorgesetzter allgemein geschaht.
Ein Autobus verbrannt.
Fried bera, 27. Jan. (WSN.) Aus der Rück ahrt m die Garage geriet ein großer Per- onenomnibus des Z w e ck verbands-
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Kraftwagenbetriebs Wetterau gestern abend in Brand Drei Insassen des Wagens und der Chauffeur kamen glücklicherweise ohne schaden davon. Der Wagen brannte o o 11 f o m m e n a u ». Die Entstehungsursache des Brandes ist unbekannt.
(Semeiuderat in Hungen.
f SS u n g e n 25. Ian Sn seiner jüngsten Sitzung beschloß ter Gcmeinderat. den h ebgen ®c- schästLleutcn und Tter'cn Fichten- und Kiefernholz freihändig abzugebcn. Wegen Veräußerung von Gerneindegelande wurde eine besondere Kommission bestimmt. Der ®cmeinte- rat genehmigte ferner einen angemessenen Bftrag für das Dotwerl der Deutschen 3u- aend. Für das Arbütsteschaffungsprogramm ter Reichsregierung wurde eine Anzahl 5t-a - nalisations- und Wasserleitung»- arbeiten vorgesehen
Landkreis (tzicstcn.
ltz Lollar, 26. San. Am Samstagabend fand im Saale .Zum Schwanen" ter Unterhaltung»- abend des Veteranen-und Krieger Der- eins Lollar statt, zu dem als Gaste ter Vorsitzende des „Hassia"-Bezirkes Gießen. Prof. Dr. Kraemer. der Bezirksjugendsuhrer 3on- ha rd und ter Tezirksschießwart Klein erschienen waren. Sn seiner Begrüßungsansprache gedachte der 1. Dereinsvorsihende. Martin Tau-
l-Rinb at hten.
2lmt des stellvertretcnden Kammerdirektors wurde Kammerrat Dr. Leber Übertragen. Einen m- strultiven Dortrag hielt der Leiter der Preis- berichtsstelle des Deutschen Landtoirtschastsrats. Dr. Schindler. Berlin, über das Thema ..Die Dotwendigkeit der Beratung der Berede- lungswirtschaft".
Das Vater-Bender-Heim im Jahre 1932.
> Herchenhain, 27. San. Das von dem verstorbenen Pros. Georg Bender (Frankfurt a M.) gegründete Sugendheirn auf oer Herchenhainer Höhe, Eigentum des Vogelsberger Höhenklubs (DHE.), hatte im Sahre 1932 insgesamt 268 1 U e b e r n a ch t u n g e n aufzuweisen und ist damit die bestbesuchte Jugendherberge in Oberhessen. Die Besucher ghe- terten sich in 909 weibliche und 1772 männliche. Von den Sugendlichen unter 20 fahren waren 319 Knaben und 141 Mädchen aus Volksschulen, 792 Sungen und 317 Mädchen aus höheren Schulen. 294 männliche und 218 weibliche Jugendliche die nicht mehr die Schule besuchten, wahrend 233 Besucher weiblichen und 367 männlichen Geschlechts bereits über 20 Sahre zahlten. Eine Klasse des Gymnasiums Frankfurt a. M.-Hochst war unter Führung eines Studienrats längere Zeit mit 216 Uebernachtungen im Heim.
nicht vereinbart, was vorsichtige Maler in den Klöstern öfters taten. Die Künstler des Mosaiks der Capella Chigi in Santa Maria del Povolo bekamen 1520 v-rtraglich Brot Wein. Del. Salz, mo- notlich 70,80 Mark und jährlich ein neues Kleid und arbeiteten unter diesen Bedingungen vier Jahr« lang Man muß aber bei diesen Honoraren stet- bedenken, daß die Künstler die Farben f-lbst zu stellen hatten; nur die kostbaren, wie Blau und Gold, wurden ihnen meist geliefert. Die Farben waren damals sehr viel teurer als heute unb der Meister mußte auch noch die Gehiften und die ganz« Werkstatt erhalten. Besonders schlecht dran war der kleine Maler, zumal in Frankreich Viel teurer als bi? Bilder waren bie Glasmalereien Im 15 und 16 Iahrhund-rt rourten in Frankres^ Bilde, für 2 4 oder 5 Mark bei G"leaenbeitskö'ifen weg- gegeben. denn Na-hlösse imb Bersteiaenmaen brach- ten ein N-Keranaebot Der mitfelafterbih» Sianb- werter verd'°nte bur-h seine Malerei auf Schildern. «Bonnern De^en imh Wav"en beinahe ebenlon'e! wie der bekannte K-mstler. Nur aanz roenrne Men fter brachten es zu Wohlstand, wie z. B. Memlmq, der mehrere Häuser in Brüaae belaß, wahrend de, ihm ebenbürtige deutsche Maler Neahan Lochnei ohne jedes Vermögen im Kölner Hospital starb.
Millöcker macht fick populär.
Heutzutage machen der Film, die Schallvlatte und der Dundfunk ieten lebensfähigen Schlager fAnell Dnfulär. Früher machte das mehr Nm- ftänte S-> enlehte ein ODerettenten"r emmal fol- 0<>-he8 tei Milläcker. dem Korn vonisten des.Bettelstudenten" : Der Tenor walkte Mi locker be- luchen. mubfe ater eine Weile im Cßonimmcr warten und beobachtete dann mit Erstaunen, tote ci”e Anzahl Bäcker- und Schusteriungen a"s öcm ?immer des Kamvonisten kam. Als er ßzerauf mit Millöcker svrach. fra-^e er bem->rig na* den Tnnterbaren Belumern. .Sa“, erw'terte a?rrunb bns will ich dir gern erffaren^ ES sind lauter Musikstudenten oder Ehormitgsteder. Die übten fick die neuesten meiner Melodien unter meiner Leitung ein und gehen nun in Verkleidungen durch die Straßen, pfeifen und hngen num? Sachen, und so wird das Publikum allmählich damit bekannt."
Was Künstler früher verdienten.
Die Künstler befinden sich, heute in einer besonderen Notlage, unb bas alte Wort „bettelarm wie ein Maler", das eine Zeitlang seine Geltung verloren zu haben schien, besteht heute vielfach wieder zu Recht. Daß es aber den großen Meistern des Mittelalters, was den irdischen Lohn anbelanqt, nicht viel besser ging, bas ist eine Tatsache bie Dr. Kurt Karl Eberlein in einem Aussatz „Zur Geich chte bes Kunstmarktes" in der Bruckmannschen Kunst- zeitschrift „Pantheon" heroorhebt. Man bezahlte in früheren Jahrhunberten den malenden Handwerker, der damals das Künstlertum vertrat, sehr schlecht, oft wie den Handwerker im Tagelohn unb nicht pauschal. Doch auch bie pauschale Entlohnung war gering, wenn auch nach dem. Wohlstand des Landes in verschiedenen Jahrhunderten ganz verschieben. Erst im 14. unb 15. Iahrhunbert, als sich der Künstler vom kleinen Handwerker zum kleinen Kaufmann entwickelte unb besonders seine Holzschnitte unb Kupferstiche selbst vertrieb, als in ber italienischen Hoch-Renaissance eine hohe Wertschätzung ber Kunst mit blühendem Wohlstand Hand m Hand ging, besserten sich die Derhältnftse für die Maler «was. Im Jahre 1302 erhielten ber Maler C.mabue und Irin Orijilfe täglid) 18.40 Mart, mobei bte Preise stets am ben Stanb der Goldmark oon 1913 umgerechnet sind 1304 bekam Giotto vom Pavst für fünf Szenen aus dem Christusleben und für ein Bild in Wasserfarben für die Sakristei von st. Peter 14 400 Mark, aber von Vrioatleuten erhielt er der doch ein hochberühmter M-ister war für ein Bilbms nur zwischen 72 unb 200 Mark Der Maler Nerufsio empfing für bie Camposanto-Fresken nur 8 Mark täglich Fra Angelico. der fromme Orbensbruder, erhielt in Orvieto monatlich mit Kost 576 Mark aber die Verpflegung war oft so schlecht, da» z B ®hir- (enbajo im Kloster Passignano dem bedienenden Klosterbruder bie Teller an ben Kops warf und ihn schwer verletzte. Uccello entfloh, weil er immer nur Käse bekam, denn er hatte den Speisezettel vorher
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oon rechts, tion zu tem Blockhaus tes Operateurs auf, die ihn bewußtlos mit einer Kohlenoxydgas-Dergif- tung auffand. Der Schornstein war durch Schneewehen zugeschneit. Kurz und gut, ter Mann tourte gerettet und saß bald wieder am Dadio, um sich bei seinem Lebensretter zu bedanken.
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